Am 22. November 2025 dokumentierten wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. zusammen mit Pro Fuchs Hessen Wildtierschutz Deutschland Sektion Hessen auf dem offiziellen Wildkatzen-Walderlebnispfad Winterstein (Hochtaunus), einem von Hessenforst und BUND gemeinsam betreuten und beworbenen Lehrpfad, der Besucher explizit über die streng geschützte Europäische Wildkatze aufklärt, eine Drückjagd. Die Drückjagd, unter anderem auch von HessenForst, fand mitten im Revier statt. Mehrere Jagdhunde liefen frei. Sobald die Treiber uns bemerkten, wurden die Hunde hastig angeleint – offenbar in dem Bewusstsein, dass in diesem ausgewiesenen Wildkatzen-Lebensraum frei laufende Jagdhunde nichts zu suchen haben. Später hörten wir einige hundert Meter entfernt dann einen markerschütternden Schrei, der nur von einem Tier in Todesangst stammen konnte. Ein frei laufender Hund hatte es offenbar getötet.



Filmtondokumentation über ein Tier, das unter Qualen sterben musste
Wir befanden uns direkt auf dem Wildkatzenwanderpfad unterhalb des Sendeturms auf dem Winterstein.
Hier weitere Bilder und Filme von der Drückjagd: https://www.facebook.com/share/r/12JribFQsM8/?mibextid=wwXIfr


Stellungnahme von HessenForst
HessenForst beantwortete unsere Anfrage wie folgt. „Es ist richtig, dass das Forstamt Weilrod an der revierübergreifenden Jagd am Winterstein am 22.11.2025 beteiligt war und dass dort ein Wildkatzenvorkommen nachgewiesen ist. Grundsätzlich gibt es im gesamten Gebiet des Forstamts Weilrod Wildkatzenvorkommen und ein Vorkommen der Wildkatze bedeutet nicht per se, dass ein Jagdverbot herrscht. Das Durchführen von Bewegungsjagden findet bei HessenForst im Rahmen der gesetzlichen Regelungen des Bundesjagdgesetzes, des Hessischen Jagdgesetzes sowie der Hessischen Jagdverordnung statt. Darüber hinaus ist das Durchführen von Bewegungsjagden Teil des Jagdkonzeptes von HessenForst und dient der Erfüllung der Abschusspläne. Der Einsatz brauchbarer Jagdhunde ist gesetzlich vorgeschrieben und erlaubt. Füchse waren bei der Drückjagd von HessenForst nicht freigegeben.
Nach Prüfung ihrer Beschreibung kann ich Ihnen versichern, dass sich dieser Vorfall nicht bei HessenForst, sondern in einer der an uns angrenzenden Jagden ereignet hat. Wie schon in meiner vorherigen Mail beschrieben, war die Wintersteinjagd eine revierübergreifende Jagd, an der neben HessenForst und dem Bundesforst auch diverse private Jagdpächter mit ihren Jagdflächen beteiligt waren. Da sich dieser Vorfall nicht bei einer HessenForst-Jagd ereignet hat, sind wir zu weiteren Ermittlungen nicht berechtigt. Grundsätzlich ist zu sagen, dass ein Fehlverhalten bei Jagden von HessenForst nicht toleriert wird. Verstöße gegen Jagdrecht und Tierschutz werden bei der zuständigen Unteren Jagdbehörde des Kreises angezeigt.“


Vom BUND, der den Wildkatzenwanderpfad mit angelegt hat, kam gar keine Stellungnahme zu unserer telefonischen Anfrage. Es sind aber nicht nur die ständigen Drückjagden, die Wildkatzen und andere seltene Tier stören. Auf dem Winterstein wird zudem eine Windkraftanlage geplant. Hier eine Petition gegen die Windkraftanlage am Winterstein: https://c.org/cybmMcMpWV?fbclid=IwY2xjawO161BleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEeBUTxnlFtfI6mu02MoMfVTyuoRWh48Hzh3Ff5w0ny4sxVlFw74HIb5oW2u8M_aem_WnVNQc1LXBUZk-jHsu7BMw
Das Revier war auch ein offizielles Wolfsterritorium, das es auch nicht mehr gibt. Wolf „Butzi“ aus dem Leuscheider Rudel hatte sich im Taunus niedergelassen. Wenig später kam auch noch eine Partnerin dazu. Zuerst verschwand sie und dann er spurlos. Wölfe, die sich einmal ein Territorium ausgesucht haben, wandern nicht mehr ab. Deshalb gehen wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. davon aus, dass die Wölfe illegal beseitigt worden sind, denn genau dort befindet sich auch ein Netzwerk krimineller Machenschaften.
Zeugen gesucht
Wer auch an diesem Tag in dem Waldgebiet gewesen ist und etwas gesehen hat, oder weiß, wer das betreffende Revier gepachtet hat, meldet sich bitte bei uns: Brigitte.Sommer@wolfsschutz-deutschland.de . Wir garantieren Anonymität.
Berufsjäger und Förster nicht „weniger schlimm“ als Hobbyjäger
Das Konzept „Wald vor Wild“ (auch als Leitlinie in der hessischen Schalenwildrichtlinie umgesetzt) priorisiert den Waldumbau und die Verjüngung von Baumarten vor den Bedürfnissen des Wildes und führt zu einer starken Erhöhung der Abschussquoten. Kritiker aus Wildtierschutz, Biologie und Teilen der Jagdszene sehen darin massive Probleme:
- Es wird ein einseitig forstwirtschaftlich-betriebswirtschaftlicher Ansatz verfolgt, der wildbiologische Aspekte weitgehend ignoriert und zu einer genetischen Verarmung der Wildpopulationen führen kann (Landesjagdverband Hessen, 2019–2021).
- Das Konzept schafft eine „Landschaft der Angst“, in der Wildtiere unter permanentem Jagddruck stehen, was Stress verursacht, das natürliche Verhalten stört und paradoxerweise höhere Wildschäden provozieren kann (Wildtierschutz-Experten wie Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel, 2021–2023).
- Der sogenannte „Wald-Wild-Konflikt“ ist in Wahrheit ein „Holz-Jagd-Konflikt“: Die eigentliche Ursache für Verbissschäden liegt oft in jahrzehntelanger waldbaulicher Fehlplanung (z. B. Monokulturen, äsungsarme Strukturen), nicht primär beim Wild – doch statt struktureller Waldverbesserung wird primär durch radikale Reduzierung der Bestände reagiert (BUND-Position, bundesweit und Hessen relevant).
- Statt natürlicher Sukzession und Koexistenz mit Wild (wie in unbejagten Referenzflächen beobachtet) wird eine „Landschaft ohne Wild“ gefördert, was die Biodiversität langfristig schwächt und das Wild als integralen Bestandteil des Ökosystems stigmatisiert (Wildtierschutz Deutschland e. V. , BUND NRW/Hessen-Analogien).
In Hessen wurde das Konzept trotz Protesten (u. a. Landesjagdverband, also der „Hobbyjäger)) fortgesetzt und in der neuen Schalenwildrichtlinie (2025) mit dreistufigem Schadenssystem weiter verschärft – Kritiker sprechen von einer ideologisch getriebenen Priorisierung des Holzertrags über ökologische Balance und Tierschutz. Dazu zählen wir uns von Wolfsschutz-Deutschland e. V. auch. Deshalb setzen wir uns nicht nur für eine Beendigung der Hobbyjagd, sondern der allgemeinen Jagd ein. Das Konzept „Wald vor Wild“ wird in vielen weiteren Bundesländern eingesetzt.

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:
Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr – und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich.
Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

6 Gedanken zu „Hessen: Drückjagden mitten im Wildkatzenrevier und ehemaligem Wolfsrevier am Winterstein“
Ich habe ein paar Semester trop. Forstwissenschaften an der TU Dresden studiert. Dort habe ich natürlich auch junge Menschen von Großgrundbesitzern aus dem Landkreis Hannover und NRW kennen gelernt. Als wir spät abends unterwegs waren und eine Katzte lief uns über den Weg, hieß es dann, :“Fahr sie platt“, ich hingegen hab randaliert und protestiert. Mit der darauf folgenden Aussage verbunden, „Wenn ich Katzen sehe knall ich sie ab. Die würden an die Vögel gehen.“
Nur dumm diese Leute. Und natürlich haben die alle auch einen Jagdschein. Wieseo dürfen die mit einer Flinte durch die Gegend laufen? Dass das Ökosystem aus den Fugen ist, ist menschengemacht, nichts anderes. Ich hätte übrigens auch einen Jagdschein machen müssen und ich wüsste auf wen ich schießen würden!
Ich wüsste das auch!
wald vor wild = kurzfristiger holzertrag + profit vor ökölogie und tierschutz = freude am töten und menschliche gier = nur immer andere worte für dasselbe: mensch zerstört natur. und da regt er „künstlich“ sich auf über die zerstörung der regenwälder usw in anderen weltgegenden, statt hier bei uns vor der eigenen haustüre zu kehren …
diese Verrohung hier ist schrecklich geworden u. verdient tiefste Verachtung.
Unbegreiflich ist die Lust und Freude dieser Menschen am Töten der Tiere.
Herzensbildung gleich Null!!!
Diese Jagden sind zum Kotzen und gehören endlich verboten! Wir brauchen den Wolf zur Regulierung des Wildbestands.