Kabinettsbeschluss: Im Jagdrecht droht den Wölfen die erneute Ausrottung

Das Bundeskabinett hat gestern die Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdgesetz beschlossen. Ein weiterer Schritt zum Tötungsrausch auf die ehemals streng geschützte Art. Wolfsschutz-Deutschland e.V. sieht darin den Abschluss eines jahrelangen systematischen Abbaus des Artenschutzes und kritisiert zusätzlich die politische Manipulation des „günstigen Erhaltungszustands“, die geplante Reform des Verbandsklagerechts sowie den weiteren Weg des Gesetzes durch den Bundesrat als weiteren Schlag gegen unabhängigen Naturschutz.

Ein Beschluss mit langer Vorbereitung und politischer Manipulation

Die Novelle ermöglicht in Regionen mit „günstigem Erhaltungszustand“ und hoher Wolfsdichte revierübergreifende Managementpläne, Quoten und schnellere Entnahmen von „Problemwölfen“ – oft ohne die bisherigen strengen Einzelfallprüfungen. Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) sprach von einem „guten Tag für Weidetierhalter“. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) betonte, der Wolf solle bleiben und Koexistenz mit der Weidetierhaltung möglich sein. Präventiver Herdenschutz würde weiter gefördert, doch in der Praxis wird Jagdrecht zur einfachen Alternative. Der „günstige Erhaltungszustand“ – die zentrale Voraussetzung für diese Lockerung – wurde jedoch politisch herbeigeführt. Experten des Bundesamts für Naturschutz und eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe hatten wissenschaftlich ein deutlich größeres Referenzgebiet und eine höhere Mindestpopulationsgröße ermittelt, was zu einem ungünstigen Zustand geführt hätte. Ein Schreiben aus dem Staatssekretariat von Jochen Flasbarth (SPD) https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/12/10/leak-entlarvt-flasbarths-daten-trick-soll-den-wolf-zum-freiwild-machen/
wies jedoch an, diese Werte nicht als Referenz zu verwenden. Stattdessen wurde die Fläche verkleinert und die Populationsgröße heruntergestuft. Hier wurden wissenschaftliche Daten zugunsten lobbygetriebener Politik verbogen und mittels der nächsten Abstimmung auf dem Weg ins Jagdrecht ignoriert. Dies könnte sogar eine Rechtsbeugung darstellen. 
Beispielbild Wölfe. © Brigitte Sommer
Der gesamte Beschluss ist kein Zufall, sondern jahrelang vorbereitet. Schon unter der Ampel-Koalition ebnete die Zustimmung zur Herabstufung in der Berner Konvention und der EU-FFH-Richtlinie 2024 den Weg. Die Grünen, die das als Regierungspartei mittrugen, kritisieren nun aus der Opposition – eine Heuchelei, die unser Verein scharf verurteilt. Der Gesetzentwurf muss nun noch durch den Bundestag und den Bundesrat. Aufgrund der unionsgeführten Mehrheit im Bundesrat ist auch dort mit einer Zustimmung zu rechnen – ein weiterer Schritt, der den Widerstand chancenlos macht. Aber wir berichteten auch bereits darüber, dass sich bei der Umweltministerkonferenz die Minister aller Parteien einig waren, den Wolf ins Bundesjagdrecht zu übernehmen: https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/11/17/umweltministerkonferenz-in-saarbruecken-alle-parteien-einig-der-wolf-soll-ins-jagdrecht/
Nun in der Opposition wettern die Grünen praktisch gegen die Zustände, die sie selbst mit eingeleitet haben und denen sie in der Umweltministerkonferenz selbst zugestimmt haben, deshalb wird das Gesetz auch durch den Bundestag gehen.

Reform des Verbandsklagerechts: Letzte Bremse wird geschwächt

Besonders alarmierend ist die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Reform des Verbandsklagerechts. „Das Verbandsklagerecht vor Verwaltungsgerichten werden wir reformieren, straffen und auf die tatsächliche Betroffenheit ausrichten. Wir werden es bis auf das europarechtliche Mindestmaß absenken“, heißt es dort wörtlich. Das Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz soll ebenfalls überprüft und auf EU-Minimum angepasst werden. Bisher haben Verbandsklagen in Ländern wie Niedersachsen fast jede Abschussgenehmigung gekippt. Künftig könnte diese Kontrolle durch die neue jagdrechtliche Basis und die Reform weiter ausgehöhlt werden. Die letzte gerichtliche Bremse wird gezielt geschwächt – genau dann, wenn sie am dringendsten gebraucht wird.

Politische Realität und fehlende Mobilisierung

Große Verbände drohen nur mit Klagen und verweisen auf die laufende EU-Klage von Green Impact. Doch solche Verfahren dauern Jahre, während die Gesetzesänderung schon 2026 in Kraft treten wird. Große Verbände, wie Nabu, WWF oder BUND könnten eine weitere Klage aus der Portokasse tragen, während kleine Vereine das Geld dafür über Gofundme-Kampagnen zusammen kratzen müssen. Der Nabu ruft seine Mitglieder stattdessen jetzt dazu auf, die Abgeordneten anzuschreiben. Reine Show. Petitionen und Proteste verpuffen oft wirkungslos in einem System, das Agrar- und Jagdlobby priorisiert und in dem alle Parteien umfallen und letztendlich mitmachen. Für die Mehrheit der Bevölkerung bleibt das Thema Wolf angesichts von Inflation und Alltagsproblemen sowie Angst vor Kriegen zweitrangig. Die Mobilisierung einer neuen Friedensbewegung unter jungen Menschen macht jedoch auch Hoffnung, dass sich mehr junge Menschen auch für Naturschutz interessieren und in wirklich unabhängige Naturschutzvereine, wie unseren, eintreten und aktiv vor Ort mitmachen. 
Es ist auch längst wissenschaftlich belegt, dass Jagd auf Wölfe nicht weniger Risse bedeuten, sondern eher mehr Risse, da zerschossene Wolfsfamilien auf leichtere Beute zurück greifen müssen. Aktuell belegt auch durch das sinnlose Töten in der Schweiz, wo das Blut von Wolfswelpen die Almen tränkt. Wo Wildhüter zu Wildübertötern werden. Wo Schutz zu Schuss verkommt. Dies droht nun auch bei uns.
Beispielfoto Wolf, © Brigitte Sommer
Die Wölfe in Deutschland wurden bereits einmal vollständig ausgerottet – nun droht ihnen durch diese Lobbymacht eine zweite Vernichtung. Es mögen für viele Menschen „nur“ die Wölfe sein, doch die Wölfe stehen als Sinnbild für unsere gesamte Natur und den Umgang mit den Schwächeren in einer Gesellschaft, für die das Gemeinwohl keine Rolle mehr zu spielen scheint. Wer sich für Wölfe einsetzt, setzt sich letztendlich auch für sich selbst ein, denn bei kaltblütigen Konzernmächten, die hinter den Lobbyisten stehen, besteht die Gefahr, dass sie vor nichts mehr Halt machen werden.
Wolfsschutz-Deutschland e.V. bleibt realistisch und ehrlich: Wir verkaufen keine Illusionen von schnellem Wandel durch Dialog oder Petitionen. Stattdessen setzen wir auf unabhängige Aufklärung und konsequente Prävention. Konkret wird der Verein eine eigene EU-Beschwerde gegen den Beschluss und die Manipulation des Erhaltungszustands einreichen, das interne Wolfsmonitoring weiter ausbauen, die Präsenz vor Ort in betroffenen Regionen verstärken und Verstöße sowie Vorfälle – insbesondere auf Drückjagden  sowie auf kommenden Wolfsjagden – systematisch dokumentieren und weiter eigene kritische Artikel verfassen. Erst wenn mehr Menschen die Realität wahrnehmen, statt ihre Zeit und Energie in reine Showprojekte, wie das Anschreiben der Abgeordneten stecken, die dies mit Sicherheit nicht sonderlich beeindrucken wird,  können wirksame Mechanismen ergriffen werden.  Wir rufen Wolfsfreundinnen und Wolfsfreunde dazu auf – insbesondere die, die bei den großen Verbänden Mitglied sind – dort Druck auszuüben. Diese großen Verbände haben genug Macht und Geld und Manpower, um beispielsweise auch eine echte Großdemonstration zu organisieren. Dass sie es nicht tun, sagt einiges über diese Verbände aus, in denen Jäger oft an der Spitze sitzen und ganz andere Interessen als den Schutz der Wölfe zu verfolgen scheinen, wie bei Nabu oder WWF. Wir brauchen aber echte Handlung statt Show, wenn wir nicht ein zweites Mal dafür verantwortlich sein wollen, dass unsere Wölfe sinnlos ausgerottet werden, denn kein einziger Weidetierhalter wird davon provotieren, sondern nur Barbarei und Tötungslust.
Weiterer Artikel zum Thema:
Erschütterndes aus der Bundespressekonferenz: https://www.youtube.com/watch?v=6-aqZY0SRNk

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Leak entlarvt: Flasbarths Daten-Trick soll den Wolf zum Freiwild machen

Die Rückkehr des Wolfs in Deutschland sollte eine Erfolgsgeschichte des Naturschutzes sein: Eine streng geschützte Art, die Dank EU-Recht (FFH-Richtlinie) wieder Fuß fasst. Doch ein neuer Bericht der Aktionsgemeinschaft Naturschutz und Artenschutz (ANCA) vom 9. Dezember 2025 zeigt das Gegenteil: Interne Dokumente des Bundesamts für Naturschutz (BfN) belegen, wie Staatssekretär Jochen Flasbarth (SPD) wissenschaftliche Empfehlungen systematisch ignoriert und manipuliert hat, um den Wolf als „nicht gefährdet“ zu verkaufen. Der Leak ist wahrlich kein Weihnachtsgeschenk für die Lobbyisten, denn er stärkt die Klage von Green Impact.

Was ANCA als „politische Übersteuerung“ beschreibt, wirkt aus unserer Sicht wie ein gezielter Schlag gegen den Artenschutz – und riecht nach Korruption im Schatten der Macht. Denn Flasbarth war nicht irgendwer: Er war jahrzehntelang Präsident des NABU, dem größten Naturschutzverband Deutschlands. Und sein Chef, Umweltminister Carsten Schneider (ebenfalls SPD), sitzt in einem System, das mehr auf Lobby, als auf Fakten setzt. Ist das noch Naturschutz – oder Brot und Spiele für die Massen, während Großkonzerne im Hintergrund die Fäden ziehen?
Beispielfoto Wolfsrudel. © Brigitte Sommer

Die Enthüllung: Wissenschaftliche Daten werden politisch umgedeutet

Der ANCA-Bericht basiert auf einem nie veröffentlichten BfN-Entwurf zur EU-Art-17-Berichterstattung. Darin wird der Wolf in der kontinentalen Region klar als gefährdet eingestuft: Modelle zeigen ein potenzielles Habitat von bis zu 273.100 km², das für eine stabile Population über 100 Jahre reichen würde. Die Referenzpopulation (Minimum Viable Population) liegt bei 282 Rudeln oder Paaren – unterhalb davon droht Aussterben. Doch Flasbarth drängte auf einen „referenzbasierten Ansatz“: Nur die aktuell besiedelte Fläche von 80.578 km² zählt, die Population schrumpft auf 187 Einheiten. Ergebnis? Der „günstige Erhaltungszustand“ wird künstlich hergestellt – trotz stagnierender Bestände (DBBW-Daten 2024/25: Keine Zunahme, Rückgänge in NRW, Hessen, Bayern und Rheinland-Pfalz) und Verdacht auf illegale Abschüsse.
Warum? Die Dokumente sprechen Bände: „Die Politik definiert das Ziel neu, bis ‚grün‘ herauskommt.“ Südliche Bundesländer wie Baden-Württemberg und Bayern werden per GIS-Tool als „ungeeignet“ abgehakt, obwohl Modelle das Gegenteil belegen. Das öffnet Türen für mehr Abschussgenehmigungen und „wolfsfreie Zonen“ – ein Geschenk an Jagd- und Agrarlobby. ANCA nennt es „Ups! Verschollener BfN-Wolfsbericht wieder aufgetaucht“ – wir sagen: Das ist kein Versehen, das ist System und ähnelt den Umgang mit „Der Wissenschaft“ in der Corona-Krise. 

Jochen Flasbarth: Vom NABU-Präsidenten zur Lobby-Marionette?

Hier kommt der Korruptionsverdacht ins Spiel – und er ist kein Hirngespinst. Jochen Flasbarth war von 1992 bis 2003 hauptamtlicher Präsident des NABU, davor und danach in führenden Positionen. Als SPD-Mitglied seit 1980 baute er Brücken zwischen Umweltschützern und Politik auf – oder, wie Kritiker es sehen: Er schuf ein Drehkreuz, in dem Interessen verschwimmen. Unter früheren Ministern wie Hendricks und Schulze war er die „treibende Kraft hinter dem Thema Wolf“, immer mit dem Ziel, den Schutz zu „flexibilisieren“. Nun, als Staatssekretär, jongliert er wissenschaftliche Daten einfach um, als wäre es sein persönliches Projekt. NABU schweigt dazu – kein Wunder, wenn der  neue Präsident ein Jäger ist. Ist das Zufall? Oder ein Fall von „revolving doors“, bei dem Ex-Verbandschefs in der Politik landen und alte Netzwerke nutzen, um Lobby-Interessen durchzusetzen? Korruption im klassischen Sinne? Vielleicht nicht strafrechtlich, aber moralisch ein Skandal. Der NABU, der Millionen an Spenden und Fördergeldern kassiert, hätte hier längst Sturm laufen lassen müssen – stattdessen: Funkstille.

Carsten Schneider: Der stille Dirigent im SPD-Orchester

Und sein Chef? Carsten Schneider, seit Mai 2025 Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, ist der Prototyp des karrierebewussten SPD-Politikers: Geboren 1976 in Erfurt, verheiratet, zwei Kinder, seit 1998 MdB für Erfurt/Weimar. Von 2021 bis 2025 war er Staatsminister und Beauftragter für Ostdeutschland, davor Budget-Sprecher der SPD-Fraktion. Keine direkte NABU-Vergangenheit, aber tief in der Parteimaschinerie verwurzelt – und somit abhängig von Koalitionsspielchen mit Grünen und FDP. Im Wolfs-Kontext übermittelte er kürzlich „nationale Daten“ an Brüssel, die eine „günstige“ Entwicklung bescheinigen – basierend auf Flasbarths Manipulationskunst. Schneider posiert auf X und Instagram als Naturschützer, doch seine Bilanz? Stagnierende Bestände, wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. sagen sogar, dass die Bestände rückläufig sind, werden als Erfolg verkauft, während illegale Abschüsse boomen. Vor diesem Hintergrund wirkt sein Ministerium wie ein Puppentheater: Schneider dirigiert, Flasbarth zieht die Fäden – und die  Wissenschaftler, die die Daten liefern, sind zudem auch noch weisungsgebunden. 
Beispielfoto: Sieben Monate alter Wolfswelpe.

Die großen Verbände: Glaubwürdigkeit im Sinkflug?

Hier wird es richtig bitter: Verbände wie NABU, BUND oder WWF haben Millionenbudgets und Gremiensitze – genug Power, um Systeme zu kippen. Doch sie tun es nicht. NABU kritisiert zwar den Berliner Senat für „Fake News“ zu Wölfen oder die EU-Kommission für Abschwächungen, aber gegen eigene Ex-Präsidenten? Fehlanzeige. Interne Krisen, wie der Rücktritt des NABU-Klimachefs 2022 wegen zu windkraftkritischer Haltung, zeigen: Der Verband balanciert auf dem Seil zwischen Lobbyinteressen – und kippt. Korruptionsvorwürfe? Ein NABU-Ortsverein (Freudenstadt) nennt es glatt „Wissenschaftsbashing, Korruption, Verschwörung gegen den Wolf“. Andere sehen NABU als „Geschäftsmodell Wolf“: Spenden kassieren, aber Kompromisse mit Jägern machen. Wie glaubwürdig sind diese Riesen noch? Wenn sie Macht und Geld haben, echte Veränderungen zu realisieren, aber stattdessen schweigen, während Ex-Funktionäre das Gegenteil von dem tun, was richtig wäre, dann riecht das nach Komplizenschaft. Es ist, als ob die alten Römer wieder da wären: Brot und Spiele für das Volk (Aufklärungs-Kampagnen, Symposien), während im Hintergrund Großkonzerne wie Agrariesen, Rüstungskonzerne und Pharmariesen (via Weide-Lobby) lenken. Der Wolf? Collateral Damage in einem Zirkus, wo der Applaus für den „Schutz“ tobt, die Ketten aber enger werden.

Fazit: Der Vorhang ist gefallen – Zeit, den Zirkus zu verlassen

Der ANCA-Bericht ist kein Weckruf mehr – er ist die nackte Bestätigung dessen, was wir schon lange wissen:
Der „Naturschutz“ ist ein gut inszeniertes Theaterstück. Wissenschaftler werden gekauft, die Daten gedreht, die Verbände schweigen oder spielen mit – und am Ende tanzen alle nach der Pfeife der Agrar- und Jagdlobby. Egal ob SPD, Grüne, Linke, BSW, CDU oder FDP – alle Parteien knicken ein, wenn die richtigen Konzerne Druck machen. Die Rechten sind nicht die einzigen, die sich verkauft haben. Sie sind nur die Lautesten. Die AfD sagt ganz offen, dass sie Wölfe abschießen will. Und sie ist für Aufrüstung.
Noch mehr Protestschreiben, noch mehr Petitionen, noch mehr „konstruktive Gespräche“ werden dieses System nicht mehr reparieren. Sie sind nur noch Teil der Show – Alibi-Übungen, die den Eindruck erwecken sollen, Demokratie würde funktionieren, während hinter den Kulissen längst alles entschieden ist. 
  • Einigung der Ministerien: Am 7. November 2025 haben BMLEH (Alois Rainer, CSU) und BMUKN (Carsten Schneider, SPD) ein „umfassendes Paket“ vereinbart: Aufnahme ins BJagdG, Anpassungen im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und Stärkung des Herdenschutzes. Das soll Bestandsmanagement erlauben, wo der „günstige Erhaltungszustand“ (GEZ) gegeben ist – ironischerweise basierend auf den manipulierten BfN-Daten, die Flasbarth „grün“ gefärbt hat.
  • Verbändeanhörung abgeschlossen: Der DJV (Deutscher Jagdverband) hat am 3. Dezember 2025 Kernforderungen eingebracht, z. B. Jagdzeit Juni–Oktober auf Jungtiere, um Rudelstrukturen zu erhalten und Risse zu senken.

Es ist Zeit, die Realität zu erkennen:

Dieser Politikzirkus lässt sich nicht mehr von innen reformieren. Wer weiter mitspielt und hofft, die nächste Partei, der nächste Politiker würde als Rettung parat stehen, liefert nur die Statisten für die nächste Runde „Brot und Spiele“. Wer den Wolf wirklich schützen will, muss raus aus dem Zirkus. Hin zu echter Unabhängigkeit, zu direkter  Bürgerkontrolle vor Ort – und zu einem Naturschutz, der sich nicht länger vor der Politik auf die Knie zwingt. Denn solange wir noch mitmachen, gewinnen sie. Der Schlüssel ist, nicht mehr mitzuspielen. Indem wir uns von abhängigen Strukturen lösen und eigene Macht aufbauen, zwingen wir das System zur Veränderung. Es wird hart, aber der Wolf hat keine andere Chance.

 

Leak stärkt EuGH-Klage: Kein Weihnachtsgeschenk für die Lobby

Im Kontext der manipulierten BfN-Daten und des Herbst-UMK-Beschlusses (November 2025) gewinnen die Klagen von Green Impact an Dynamik. Die Organisation, eine italienische Umwelt-NGO, hat bereits im Dezember 2024 eine wegweisende Klage vor dem EuGH eingereicht (Rechtssache T-634/24), die die Herabstufung des Wolfs in der Berner Konvention angreift. Sie wurde im Februar 2025 angenommen und zielt auf Nichtigerklärung ab, mit Argumenten wie fehlender wissenschaftlicher Basis und Verstoß gegen FFH-Richtlinie Art. 16.

Quellen:

https://anca.at/neue-interne-dokumente-belegen-wie-der-staatssekretar-des-bundesumweltministeriums-beim-wolf-die-wissenschaft-beiseite-schob/?utm_source=facebook&utm_medium=jetpack_social&fbclid=IwY2xjawOmNIlleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEe07pe8BhA0CYUbkb5uZZdq0Aa3EWg5xZI4N-wEJt3_6MEFyXuGb-gF_EmQzw_aem_XGm5PokraY4wdOK8CDSxbA

https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/11/18/wiederentdeckter-bfn-wolfsbericht-entlarvt-fake-news-der-regierung-wolfsbestand-laut-wissenschaftler-gefaehrdet/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/05/18/der-wolf-und-der-schutz-ein-gerichtsfall-in-europa/

 

Spiel auffordernder Wolfswelpe im Alter von zirka 7 Monaten.

 

Wer Wölfe wirklich schützen will, kann das nicht vom Sofa oder hinter dem Bildschirm erledigen. Man muss rausgehen – genau dorthin, wo die Wölfe leben. Nicht, um die Tiere zu stören, sondern um denen ins Handwerk zu pfuschen, die ihnen nach dem Leben trachten.
Vor Ort sein. Sehen, hören, spüren, was wirklich passiert. Kein Livestream, kein Satellitenbild und kein noch so emotionaler Post ersetzt das. Das geht nur mit Menschen, die fit sind, gerne wandern, die Natur lieben und bereit sind, Zeit und Energie zu investieren, um an unserem internen Wolfsmonitoring teilzunehmen.
Eigentlich könnten wir es längst schaffen: Für jedes Wolfsrudel in Deutschland echte Beschützer vor Ort zu haben – Menschen, die präsent sind, dokumentieren, eingreifen, wenn nötig, und einfach zeigen: Hier passen wir auf. Also: Runter vom Sofa, weg von der Tastatur, raus ins Revier.
Die Wölfe brauchen Euch im echten Leben.
Macht mit. Wir garantieren unseren Aktiven Anonymität und statten sie mit allem aus, was gebraucht wird: https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden

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Rückstufung nur noch Formalität: Wölfe erneut ausrottungsgefährdet

Die Rückkehr des Wolfes ist ein grandioser Erfolg des Naturschutzes – doch die EU-Herabstufung seines Schutzstatus von „streng geschützt“ (Anhang IV der FFH-Richtlinie) auf „geschützt“ (Anhang V) bedroht sein Überleben. Gestern beschloss das EU-Parlament diese verhängnisvolle Entscheidung (2024/2669/EU), angeführt von Agrar- und Jagdlobbys. Unter der neuen Bundesregierung von Friedrich Merz (CDU) und Umweltminister Carsten Schneider (SPD), der sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht für Wölfe einsetzen wird, droht der Wolfsschutz tatsächlich zu fallen. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. fordern, dass der strenge Schutzstatus bleiben muss.

Interessenkonflikte: Jäger, Bauern, Medien und Politik gegen den Wolf

Das EU-Parlament schreibt in seiner Pressemitteilung, dass die Mitgliedstaaten verpflichtet blieben, den günstigen Erhaltungszustand des Wolfs sicherzustellen. Außerdem stehe es ihnen frei, den Wolf weiterhin in der nationalen Gesetzgebung als „streng geschützte Art“ einzustufen und strengere Schutzmaßnahmen beizubehalten.

Die Bewertung des Wolfsbestandes ist ein Politikum in Deutschland. Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW), weisungsgebunden vom Bundesamt für Naturschutz (BfN), liefert die Daten für den Erhaltungszustand. Bayern fordert beispielsweise einen günstigen Erhaltungszustand für ganz Deutschland, um Abschüsse zu erleichtern, während das BMUV bislang strengen Schutz betonte (Bayern.de, 08.08.2024). Besonders brisant: Die Jägerschaft ist am Wolfsmonitoring beteiligt, etwa durch Sichtungen und Berichte. Als Profiteure von Abschüssen haben Jäger ein Eigeninteresse an der Herabstufung – ein klarer Interessenkonflikt! Die Populationsgefährdungsanalyse (PVA) zeigt, dass die Bewertung des Erhaltungszustands unvollständig ist (BfN-Schriften 715, 2024). Dennoch könnte der FFH-Bericht 2025 den günstigen Erhaltungszustand erklären, passend zur EU-Herabstufung, da BfN und DBB-Wolf der Regierung unterstellt sind. Und die Regierung stimmt für die Herabstufung des Wolfsschutzes. Ein weiteres Problem könnten die Medien darstellen, die mit einseitiger Propaganda weiter für die Akzeptanz der Bürger für das Töten von Wölfen erreichen wollen, weil bislang die Mehrheit nicht für Abschuss ist.
Das kann selbst der Wolf kaum fassen.

Abstimmverhalten: Parteien im Zwiespalt oder nur Theater?

Im EU-Parlament stimmten EVP (u.a. CDU/CSU) und Renew Europe (u.a. FDP) mehrheitlich für die Herabstufung, getrieben von wirtschaftlichen Interessen. S&D (u.a. SPD) und Grüne lehnten sie ab, kritisierten die mangelnde wissenschaftliche Grundlage und Verfahrensfehler. Die Linke war gespalten, Teile der ECR unterstützten die Lockerung. Über 700 Wissenschaftler (Brief, 26.11.2024) und die EU-Bürgerbeauftragte (ClientEarth-Beschwerde) decken die Schwächen der Entscheidung bereits auf. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. meinen, dass sich Linke und Grüne bislang nicht überzeugend gegen eine Herabstufung eingesetzt hatten. Besonders bei den Grünen ist dies der Fall, denn sie waren ja in der vorherigen Regierung beteiligt.

Nächste Schritte im EU-Rat

Damit das Gesetz in Kraft treten kann, muss es noch formell vom Rat angenommen werden, der den Text bereits am 16. April 2025 gebilligt hat.

Die Richtlinie wird 20 Tage nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft treten und ist von den Mitgliedstaaten binnen 18 Monaten umzusetzen.

Der EU-Rat muss die Herabstufung bis Ende 2025 umsetzen:
  • Gesetzesanpassungen: Nationale Jagdrechte (z.B. Bundesnaturschutzgesetz) sollen Abschüsse erleichtern.
  • Monitoring-Vorgaben: Einheitliche EU-Richtlinien für Wolfsmanagement.
  • Berichterstattung: Mitgliedstaaten melden den Erhaltungszustand bis 2026. Der FFH-Bericht 2025 könnte den günstigen Erhaltungszustand für Deutschland erklären, was Abschüsse fördern würde.

Hoffnung: EuGH-Klage

Die Klage von Green Impact und Partnern vor dem EuGH (Februar 2025) zielt darauf, die Herabstufung zu kippen. Argumente: Ungünstiger Erhaltungszustand in der kontinentalen Region, unvollständige Daten und Verfahrensfehler (EuGH-Urteil C-601/22). Doch die Mühlen der Bürokratie in der EU malen langsam. Bis eine Entscheidung getroffen wird, könnten bereits vollendete Tatsachen geschaffen worden sein. Außerdem stellt sich die Frage, wie unabhängig der Europäische Gerichtshof tatsächlich bleiben wird. Der Verein Freundeskreis frei lebender Wölfe e. V. hat auch angekündigt, rechtliche Schritte einzuleiten, sobald die EU-Entscheidung im Amtsblatt veröffentlicht wurde.

Green Impact und LNDC Animal Protection schrieben in einer Pressemitteilung von gestern zum Abstimmverfahren, dass der Umweltausschuss des EU-Parlaments unerklärlicherweise davon absah, eine Debatte zu diesem Thema zu eröffnen. Stattdessen wurde ein Notfallverfahren akzeptiert, ein institutioneller Kurzschluss, der durch keinerlei echte Dringlichkeit gerechtfertigt ist und in krassem Widerspruch zum demokratischen Prinzip der Transparenz steht. Wie bereits von Green Impact und LNDC Animal Protection hervorgehoben, basiere die Herabstufung auf einem technischen Bericht, der von einer privaten Beratungsfirma erstellt wurde, die von der Kommission selbst bezahlt wurde und dessen Daten nie von unabhängigen wissenschaftlichen Gremien oder Universitäten validiert worden wären. Mehr als 700 Wissenschaftler und angesehene Institutionen, darunter die IUCN und die von Biologe Luigi Boitani koordinierte Large Carnivore Initiative, hätten sich bereits gegen diese Entscheidung ausgesprochen und die wissenschaftliche Grundlosigkeit des Vorschlags angeprangert.

Hunderte von Umwelt- und anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen haben den Rückzug des Vorschlags gefordert und Briefe an die Kommission, die Mitgliedstaaten und Abgeordnete geschickt. Die jetzige Abstimmung bestätigt jedoch, dass Wissenschaft und aktive Bürgerschaft mittlerweile von den politischen Entscheidungen der EU ausgeschlossen sind.

Es gebe schwerwiegende Unregelmäßigkeiten im Verfahrensprozess, der zu diesem Ergebnis geführt hat, einschließlich des Fehlens einer parlamentarischen Prüfung der EU-Position zur Berner Konvention im Jahr 2024 und der Nichtanwendung der im März letzten Jahres im EU-Rat erforderlichen Einstimmigkeit, wie sie die Habitatrichtlinie für Änderungen an Anhang IV vorschreibt.

Unser Aufruf: Strenger Schutz muss erhalten bleiben!

Wir fordern von Schneider und der Merz-Regierung:
  • Strenger Schutzstatus: Der Wolf bleibt in Anhang IV!
  • Unabhängiges Monitoring: Ohne Jägerschaft!
  • Herdenschutz: Zäune statt Gewehre!

Wie geht es weiter?

Es macht uns große Hoffnung, dass die Mehrheit der Bürger in Europa und auch Wissenschaftler diese Herabstufung des Schutzstatus des Wolfs, die auch anderen Arten in Zukunft gefährlich werden und zu erneuten Ausrottungen führen könnte, nicht hinnehmen wollen. Dabei kann jeder aktiv werden: ob im internen Wolfsmonitoring bei uns, beim Schreiben von Leserbriefen oder Schreiben an Politiker, bei Demonstrationen oder bei der Unterstützung von klagefähigen Orgas. Gemeinsam können wir es schaffen. Auch wenn wir Wolfsschützer uns am Ende, wie es Aktivisten von Defend the Wolf am Mont Tendre bewiesen haben, im wahrsten Sinne des Wortes, zwischen Jägermeister und Wölfe stellen müssen.

Auch wir arbeiten daran, klagefähig zu werden. Hierzu benötigen wir aber bessere finanzielle Mittel und mehr Mitglieder. Wir werden nicht staatlich unterstützt und sind daher absolut unabhängig, aber auch auf Spenden angewiesen.

 

Quellen:

https://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20250502IPR28221/wolfe-eu-parlament-stimmt-fur-anderung-des-schutzstatus

https://www.facebook.com/FreundeskreisWoelfe

https://www.greenimpact.it/

https://www.lndcanimalprotection.org/

 

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

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Petitionsausschuss des Bundestages weist Forderungen nach Wolfstötungen in Niedersachsen zurück

Es gebe keinen Bedarf für Maßnahmen gegen Verbreitung des Wolfes sowie „Wolfshybriden“ entschied der Petitionsausschuss am Mittwoch mit den Stimmen der Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Die Linke. Die Fraktionen von CDU/CSU und AfD hatten hingegen für eine Überweisung an den Bundestag mit dem höchstmöglichen Votum „zur Berücksichtigung“ plädiert. Gefordert hatte die Abschüsse ein Gestüt in Niedersachsen.

Wie sich Gesetze auf den Bürger auswirken, das erfährt der Petitionsausschuss aus erster Hand. Denn Schreiben mit einer Bitte oder Beschwerde an den Bundestag landen beim Petitionsausschuss, der die Petitionen prüft und berät. Damit ist er ein Seismograf, der die Stimmung der Bevölkerung aufzeichnet. Ob die Gesetze das beabsichtigte Ziel erreichen oder zu neuen Problemen führen und daher noch einmal kritisch überprüft werden sollten, oder ob der Bundestag in einem bestimmten Anliegen aktiv werden soll, das wissen seine Mitglieder am besten darzulegen.

Gestütsinhaber forderten Wölfe und „Wolfshybriden“ abzuschießen

In der vorliegenden Eingabe werden Maßnahmen gegen die „unkontrollierte Verbreitung des Wolfes in Niedersachsen“ gefordert. Die Petenten, Betreiber eines Pferdegestütes, äußern darin ihre Sorge vor vermehrten Wolfsrissen bei Weide- und Nutztieren, die nachts im Freien auf der Weide seien. Eine artgerechte Pferdehaltung sowie jegliche Weidehaltung seien dadurch nicht mehr möglich. Nötig ist aus Sicht der Petenten unter anderem die Aufnahme von Wölfen und ihren Hybriden in das Jagdrecht sowie der sofortige Abschuss auffälliger Wölfe, die Weide- und Nutztiere angegriffen haben.

CDU und AfD für Schießen statt Schützen

Während der Debatte im Ausschuss begründeten Vertreter von Unions- und AfD-Fraktion ihr Votum für die Berücksichtigungs-Überweisung. Seitens der Unionsfraktion wurde die Bedeutung der Schafe für die Deichsicherung an Küsten und Flüssen betont. Wenn Schafe vermehrt von Wölfen gerissen werden, führe dies aber dazu, dass die Schafshalter sich aus der Deichsicherung zurückziehen würden. Da sich der Wolfsbestand in den vergangenen Jahren deutlich erholt habe, sei der gewährte Schutzstandart nicht mehr nötig. Die AfD-Fraktion schloss sich der Argumentation an. Die zunehmende Wolfspopulation gefährde tierhaltende Betriebe, sagte ein Fraktionsvertreter. Eine Aufnahme in das Jagdrecht sei dringend geboten.

Deutschland hat kein „Wolfshybridenproblem“

Dem entgegnete eine Vertreterin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, insbesondere bei Wolfs-Hybriden könne keineswegs von einer zunehmenden Verbreitung gesprochen werden. Im Übrigen gebe es schon jetzt Möglichkeiten, in Einzelfällen Wölfe abzuschießen. Dies habe unlängst erst dazu geführt, dass in Niedersachsen eine junge Wölfin abgeschossen wurde, die dafür gar nicht freigegeben worden sei. Es gebe als eher ein Problem in die andere Richtung.

Für die gesunkene Attraktivität des Schäferberufes sei im Übrigen auch nicht der Wolf verantwortlich. Der Schutz des Wolfes, so die Grünenvertreterin weiter, beruhe zudem auf europäischen Vorgaben.

In der Begründung zur Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses heißt es unter anderem, in den vergangenen 20 Jahren seien nur vereinzelt Wolf-Hund-Hybridisierungsereignisse in freier Wildbahn nachgewiesen worden. „Nach Kenntnis des Petitionsausschusses gab es in Deutschland mit Ausnahme eines Falles in Thüringen und eines eindeutig nachgewiesenen Falles im Jahre 2003 in Sachsen keinen weiteren Nachweis von Wolfshybriden.“ Die oftmals geäußerte Meinung, viele der deutschen Wölfe seien in Wahrheit Hybriden, träfe somit nicht zu.

Keine wirklich zielführende Option ist es aus Sicht der Ausschussmehrheit, Wölfe und ihre Hybriden in das Jagdrecht aufzunehmen. Selbst dann dürften sie nicht beliebig bejagt werden. „Auch unter dem Jagdrecht bliebe das aus Gründen des zwingenden Europarechts geltende Schutzniveau des Wolfes unverändert bestehen“, heißt es in der Beschlussempfehlung, in der auch auf die staatliche Förderung des präventiven Herdenschutzes durch Weidetierhalter hingewiesen wird.

Quellen: https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-876570?fbclid=IwAR22XE3AUhwKWhE3V-ndit-1_Xn88tf9heaviBBlsymkCLaRPkp5qVcfTOQ

https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/08/18/studie-zeigt-auf-in-deutschland-gibt-es-kein-wolfshybridenproblem/

Safe the date Berlin: 09.12.19 – Öffentliche Anhörung zur LEX-Wolf – Hingehen und/oder Protest an den Ausschuss senden!

Die Partei DIE LINKE habe sich dafür eingesetzt, dass es eine öffentliche Anhörung zum Gesetzentwurf der Bundesregierung geben wird, schrieb uns eine Mitarbeiterin in einer Mail. Diese findet am 9. Dezember von 16 bis 18 Uhr statt. Stellungnahmen seien immer erwünscht und können an das Ausschusssekretariat des Umweltausschusses als federführendem Ausschuss gesandt werden: umweltausschuss@bundestag.de. Die Stellungnahmen würden  sowohl alle Ausschussmitglieder erhalten, als auch alle mitberatenden Ausschüsse und alle Sachverständigen. Zudem seien sie online auf der Seite des Umweltausschusses abrufbar und liegen vor der Anhörung in Papierform aus. Dies wäre also eine gute Möglichkeit, sich nochmal Gehör zu verschaffen. Wer teilnehmen möchte, muss sich hier anmelden: https://www.bundestag.de/ausschuesse/a16_umwelt/oeffentliche_anhoerungen?fbclid=IwAR1xu-2SHse4x3PiuAfS7O30cLYnI6mJEUQhtzsCVv2GGZ79aezLmKO1Kk8

Das finden wir von Wolfsschutz Deutschland e. V. auch und wir rufen noch einmal dazu auf, doch an der öffentlichen Anhörung in Berlin teilzunehmen. Wer dies nicht kann, kann schriftlich protestieren:

Die Bundesregierung kuscht vor einer großen Lobby, die eine kleine Minderheit von Wolfshassern, in erster Linie Jäger und vor allem Landwirte, vertritt. Sie schieben ihre wirtschaftlichen Interessen absolut in den Vordergrund. Gerade diese werden von der Gesellschaft seit Jahrzehnten hochgradig subventioniert. Also sollte es recht und billig sein, ein entsprechendes Entgegenkommen zu erwarten – oder die Subventionen für die Landwirte werden massiv zurückgefahren. Aber genau diese kleine Minderheit setzt mit Hilfe der Politik die demokratischen Spielregeln außer Kraft.  Geht die Lex-Wolf durch, wäre es dann möglich, einfach wahllos Wölfe und sogar ganze Wolfsfamilien mit Welpen abzuschießen. Nutztierrisse müssten genetisch nicht mehr einem Wolf zugeordnet werden. Geradezu irrwitzig wäre es, wenn Abschüsse schon zur Abwehr drohender landwirtschaftlicher „Schäden“ erlaubt werden würden. Wölfe könnten dann tatsächlich so lange getötet werden, bis keine „Schäden“, d.h. Nutztierrisse mehr vorkommen (§ 45 Absatz 7 Satz 1 Nummer 1). Mit anderen Worten: Erst wenn wieder erneut alle Wölfe in Deutschland ausgerottet sind, finden keine Nutztierrisse durch Wölfe mehr statt. 

Protestaktion – Jede/r kann mitmachen!

Alle, die noch einmal protestieren möchten, finden hier unseren Protestflyer flyer-lex-2 zum Herunterladen und Ausdrucken sowie hier unseren Protesttext, der als Stellungnahme versendet werden kann: https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/06/19/wolfsschutz-deutschland-lex-wolf-ist-die-legitimation-zur-erneuten-ausrottung-der-woelfe-aufforderung-an-abgeordnete-dem-gesetz-nicht-zuzustimmen/

Aktueller Hintergrund mit Erklärung der rechtlichen Lage von der DJGT dazu: https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/10/23/groko-will-ab-morgen-die-lex-wolf-durch-den-bundestag-peitschen-bitte-protestieren/

In einer Pressemitteilung kritisiert Dr. Kirsten Tackmann die Bundesregierung scharf. Zitat: Mit ihren Änderungsvorschlägen zum Bundesnaturschutzgesetz will die Bundesregierung angeblich Rechtsicherheit schaffen. Genau das wird aber nur vorgetäuscht. Ohne klare Definition im Gesetzentwurf, was ein „erheblicher Schaden“ ist, der die Ausnahme vom Tötungsverbot begründen soll und seine klare Abgrenzung von der bisherigen Grundlage „existenzgefährdender Schäden“ wird die Rechtsunsicherheit noch verstärkt. Und es entsteht der Verdacht, dass damit der Schutzstatus durch die Hintertür klammheimlich und rechtswidrig aufgeweicht werden soll. Das wird weder die Konflikte vor Ort befrieden, noch die Weidetiere besser schützen. Hier die PM https://kirstentackmann.de/bundesregierung-versucht-beim-artenschutz-zu-tricksen/

Bundesregierung blockiert gleichzeitig Weidetierprämie

Diese Scheinheiligkeit der Koalition in Sachen Weidetierhaltung sei „schwer zu ertragen.“, kommentiert Dr. Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der LINKEN im Bundestag die Beratungsergebnisse im Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses. Noch am Mittwoch wurde der Antrag von LINKEN und Grünen für eine Weidetierprämie abgelehnt. Diese Hilfe wäre direkt und unkompliziert in den Betrieben angekommen. Auch alle Änderungsanträge der LINKEN zum Bundeshaushalt 2020 für die Weidetierhaltungen – ein Bundesprogramm Weidetierhaltung mit 50 Millionen Euro jährlich und ein Herdenschutzkompetenzzentrum mit 2 Millionen Euro jährlich – wurden leider abgelehnt. Hier die PM https://kirstentackmann.de/weidetierhaltung-hilfe-versprochen-gebrochen/

Auch die Grünen gegen Lex-Wolf

Diese Antwort erhielten wir auf unser Anschreiben an die GRÜNEN:

Sehr geehrter Herr Vogel,
Frau Lemke dankt dem Vorstand und Frau Sommer sehr für Ihr Schreiben vom 29. Oktober 2019.
Ihre Anmerkungen haben wir gerne aufgenommen. Wir können Ihnen versichern, dass sich Frau Lemke und die
Grüne Bundestagsfraktion weiterhin gegen die geplante Gesetzesänderung einsetzen werden.

Mit freundlichen Grüßen
i.A. Konstanze Behrendt

—-
Konstanze Behrendt
Büro Steffi Lemke MdB

Steffi Lemke MdB
Parlamentarische Geschäftsführerin und
Sprecherin für Naturschutz der
Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

 

Unfassbar: wegen klammer Kassen werden in Brandenburg Mörder freigelassen, aber eine eigene Wolfskillertruppe für ein Budget von 50.000 Euro im Jahr muss her.

Das gibt doch nicht? Doch, es ist unglaublich – in Brandenburg werden Mörder freigelassen, weil man nicht genug Personal für Verwaltungsaufgaben hat, aber eine eigene Wolfskillertruppe für ein Budget von 50.000 Euro im Jahr genehmigt man sich. Zitat aus einem Artikel in den PNN – Zitat: Potsdam – Nach der Freilassung eines verurteilten Mörders wegen Überlastung der Justiz hat die CDU-Fraktion im Landtag eine Sondersitzung des Rechtsausschusses beantragt. „In Brandenburg haben Menschen inzwischen das Gefühl, dass Täter nicht ihre gerechte Strafe bekommen und der Rechtsstaat nicht funktioniert“, so CDU-Fraktionschef Ingo Senftleben.

Wird bei der rot-roten Koalition indes in Ausgaben für die Justiz gespart, so kann schon der Eindruck erweckt werden, dass für Probleme, die eigentlich keine sind, Geld hinausgeworfen wird. So in Punkto Wolf. Nachweislich hat es in den fast zwanzig Jahren seit der Rückkehr der ersten Wölfe keinen einzigen Angriff auf Menschen gegeben. Laut Landesumweltamt gelte der Vertrag mit einem privaten Abschussunternehmen seit Februar und hat eine Laufzeit bis November 2020, schreibt die MOZ. Ausschlaggebend für den Zuschlag seien demnach diverse Kriterien: Ausbildung in den Bereichen Umwelt, Forst, Agrar oder Tiermedizin, Erfahrung in der Bewertung verhaltensauffälliger Wölfe sowie Kenntnisse über die Biologie des Wolfes und sein Verhalten. Außerdem würde ein Jagdschein verlangt werden.  Im Landeshaushalt sind für die Dienste 50 000 Euro vorgesehen, was aber nur eine erste Annäherung sei, da es hier bundesweit kaum Erfahrungen gebe. Heißt das im Klartext: auf den Steuerzahler könnten sogar noch weitaus höhere Beiträge zukommen?  Denn der Problemwolfkreation sind nach den Wolfsverordnungen der Bundeslänger Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen so gut wie keine Grenzen gesetzt. Da wird sich wohl so mancher Waidmann die Hände reiben, wenn er seine Trophäe zukünftig auch noch bezahlt bekommen kann.

Quellen: https://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1697343/?fbclid=IwAR2n_DzlxUmGF1nhZCRNb6L82_sItl6Rm18mJK_r7NtlkhdfxIhnGXvq_-I

https://www.pnn.de/brandenburg/justiz-in-brandenburg-moerder-freigelassen-cdu-fordert-sondersitzung/23748446.html?fbclid=IwAR073nlfSPrFVVnrohbjAti0Xud1w05-qpui9Dt-Ho-G2KN3iu0XKAE6Qqo

 

Wolfskonzept der CDU- und SPD-Koalition in Sachsen ist ein Freibrief zur Wiederausrottung des Wolfs

Unfassbar populistische Töne der Sachsenregierung zum Jahresende

Das Land Sachsen hat massive Probleme. Große Teile der Landbevölkerung fühlen sich abgehängt. Seit Jahrzehnten fühlen sich kleine Kommunen, Ortschaften und Dörfer finanziell ausgeblutet und im Stich gelassen. Bürgermeisterinnen und Bürgermeister müssen darum kämpfen, dass Schulen nicht geschlossen werden, ja sogar Weihnachtsmärkte sollten in vielen Kleinstädten abgeschafft werden, weil das Geld nicht reicht. Wen wundert es, dass viele junge Leute nicht mehr in der Region bleiben möchten und abwandern.

Geld, das Kommunen nicht erhalten, soll nun dafür eingesetzt werden, Wölfe zu killen?

Die Koalition aus CDU und SPD setzt diesem Trend seit Jahren nichts entgegen. Stattdessen schießen sich Politiker der C-Parteien auf den Wolf ein. Die CDU rief eigens eine Kampagne gegen Wölfe ins Leben, die SPD hat diesem Stil, genauso wie in der großen RegierungsGroKo,  anscheinend abzunicken. Wo bleibt der Protest der Basis der Sozialdemokraten? Statt dass die Politik Voraussetzungen dafür schafft, dass es den Menschen in Sachsen besser geht, soll es dem Wolf nun schlechter gehen. Eine krude Logik, die bald niemand mehr verstehen kann?

Ganze Wolfsfamilien und Welpen sollen getötet werden dürfen

So haben die CDU und SPD einen Antrag in den Landtag eingebracht. Die Staatsregierung soll bis Ende 2018 gemeinsam mit anderen Bundesländern mit einer Wolfsverordnung Grundlagen für einen „sachlichen Umgang mit dem Wolf“ schaffen. Verbände sollen sich bis Ende 2018 dazu äußern. Die Bevölkerung wird nicht gefragt. Dabei will man u. a. auch ein grenzübergreifendes Monitoring mit Polen. Wölfe sollen zur Bestimmung des Aufenthaltsortes besendert werden dürfen. Wölfe, die sich unter 100 Meter nähern, werden als Problemwölfe dargestellt. Damit bereitet man ein Abschlachten der Jungwölfe vor, die sich zwangsläufig auf ihren Wanderungen ab und an einmal sehen lassen, weil ihnen auch die Erfahrung der Altwölfe fehlt. „Die Tötung sowohl einzelner Wölfe, sowie ganze Rudel und sogar von Welpen soll unter anderem dann stattfinden dürfen, wenn „das öffentliche Leben erheblich gestört wird“, heißt es in einer Stellungnahme. Dies ist nichts anderes als ein Freibrief zur erneuten Ausrottung des Wolfs.

Weideprämien wurden gestrichen

Auch eine Zusammenführung von Aufgaben beim Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hat mehr als ein Geschmäckle, denn die Rissbegutachtung und Genehmigung von Entschädigungen sind aus gutem Grund bislang getrennt. Das LfULG wird dazu benutzt, eben nicht den Naturschutz umzusetzen,  sondern es wird ganz klar Lobbyinteressen untergeordnet. Die Schafhaltung in Sachsen wird seit Jahren von der Politik nicht unterstützt, ihr Niedergang hat nichts mit den Wölfen zu tun. Ein Antrag der GRÜNEN und LINKEN auf eine Weidetierprämie wurde beispielsweise im Sommer während der Fußballweltmeisterschaft abgeschmettert. Dass in fast der Hälfte der Risse in Sachsen nicht einmal der Wolf Anteil hat, wird ebenso nicht erwähnt, wie die Problematik, dass viele Weidetierhalter ihre Tiere teilweise gänzlich ohne Zaun laufen lassen und sogar die tierschutzrechtlich sehr fragwürdige Form der Anbindehaltung noch immer praktizieren. Darüber hinaus ist in vielen Fällen kein Mindestschutz eingehalten worden. 

Wir widersprechen diesem Werk der CDU-SPD-Koalition auf das Schärfste.

Hier der Link zu dem Pamphlet: Wolfsverordnung_zur_Anhoerung_freigegeben

Brigitte Sommer

Vorsitzende

Alexander Januskiewicz

Biologe, Vorstandsmitglied