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Studie zeigt auf: in Deutschland gibt es kein Wolfshybridenproblem

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Allen anderslautenden und teilweise hysterischen Berichten – auch von so genannten Wolfsfreunden *innen – zum Trotz, gibt es in Deutschland kein Problem mit Wolf-Hunde-Mischlingen. Senckenberg-Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen haben mit einem europäischen Team eine neue Methode im Fachjournal „BMC Genomics“ vorgestellt, die es erlaubt, Wolf-Hund-Hybriden anhand von Umweltproben, wie Kot, Haaren oder Speichelresten sicher zu erkennen. Die Methode sei deutlich höher auflösend als herkömmliche Verfahren und soll zukünftig als Standardverfahren dienen, welches eine vergleichbare Erfassung von Hybridisierungsraten in ganz Europa ermöglichen würde. In derselben Studie zeigen die Forschenden, dass Wölfe in Deutschland derzeit keine erhöhten Anteile von Hundegenen aufweisen. Dennoch soll eine „Entnahme“ wohl weiter Mittel der Wahl bleiben. Wolfsschutz-Deutschland e. V. protestiert gegen eine solche Praxis.

Beispielbild (Wolfshund kein Wolfshybride, aber Mischlingen aus Wolf und Hund ähnlich)

In Deutschland seien bislang nur sehr wenige Hybridisierungen zwischen Wölfen und Haushunden registriert worden. Zu diesen kam es in Fällen, wo weibliche Wölfe keinen unverwandten „wölfischen“ Paarungspartner fanden, wie 2003 in Sachsen oder 2017 und 2019 in Thüringen. In derartigen Fällen wird meist eine Entnahme der Hybride aus der Natur angeordnet, so dass diese sich nicht weiter mit Wölfen paaren können. Nowak von Senckenberg Institut hierzu: „Wir haben in unserer Studie bei den aus Deutschland stammenden Wolfsproben keine erhöhten Anteile von Hundegenen gefunden. Ähnliche Befunde gibt auch in anderen Regionen Europas, in denen Hybriden konsequent entnommen werden und es zudem kaum streunende Haushunde gibt, wie in Skandinavien oder dem Alpenraum“.

Soll das Töten von Mischlingen als Maßnahme damit legalisiert werden?

Eine „Entnahme aus der Natur“ hieß bislang hier in Deutschland nichts anderes als das Töten von gesunden Tieren.  Mit Kopfschüssen wurde der Nachwuchs von Wölfin Ohrdri in Thüringen regelrecht hingerichtet. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. protestieren erneut gegen diese Praxis und werden jeden weiteren Fall erneut zur Anzeige bringen. Wir berichteten bereits hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2020/02/19/wolfsschutz-deutschland-e-v-protestiert-und-stellt-anzeige-wegen-erneuter-toetung-so-genannter-hybriden-in-thueringen/

Sollten dieses Tests dazu eingesetzt werden, um einen Grund für das Töten von Tieren zu haben, werden wir dies nicht akzeptieren und fordern, andere Lösungen zu finden. In Italien wird es beispielsweise praktiziert, Mischlinge zu sterilisieren und wieder in die Freiheit zu entlassen. Auch ohne das Töten der Mischlingswelpen, waren die Fälle so selten, dass auch wenn sie am Leben geblieben wären, kein Hybridenproblem auf die deutsche Wolfspopulation zugekommen wäre, da Wölfe wenn sie die Auswahl haben, immer „echte“ Wölfe nehmen.

Quelle: https://nachrichten.idw-online.de/2021/07/15/wolf-hund-mischlinge-sicher-erkennen/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2020/02/19/wolfsschutz-deutschland-e-v-protestiert-und-stellt-anzeige-wegen-erneuter-toetung-so-genannter-hybriden-in-thueringen/

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