NRW: Abschuss-Skandal um Wolf „Milan“: Täuscht das Ministerium gezielt?

Ein Lehrstück in Sachen behördlicher Salamitaktik und mangelndem Naturschutz: Nur einen Tag vor der offiziellen Abschussfreigabe des Wolfsrüden GW1896m („Milan“) durch den Kreis Olpe wiegte die Oberste Jagdbehörde in Düsseldorf uns von Wolfsschutz-Deutschland e. V. schriftlich in falscher Sicherheit. Die Absicht scheint klar: Kritische Stimmen und rechtliche Schritte sollten bis zur letzten Sekunde blockiert werden. Währenddessen offenbart die offizielle Rissliste einen handfesten Skandal: Die Behörden genehmigen einen Abschuss, obwohl der gesetzlich geforderte Grundschutz überall, bis auf ein Schaf, fehlte.
 

Das Protokoll einer bewussten Täuschung?

Wer am Mittwoch, den 10. Juni 2026, die offizielle UIG-Antwort der Obersten Jagdbehörde (Referat III.5) an Wolfsschutz-Deutschland e. V. las, musste aufatmen: „Derzeit wurde keine Entnahmegenehmigung für GW 1896m in NRW erlassen“, hieß es dort schwarz auf weiß.
Heute wissen wir: Das war wohl eine rein taktische Nebelkerze. Nur 24 Stunden später folgte die Presseinformation des Kreises Olpe über die sofortige Abschussfreigabe. Hätten wir am Mittwoch basierend auf unseren Informationen entwarnt, wären wir in den Medien als „Fake-News-Verbreiter“ verhöhnt worden. Wir werden dazu eine formelle Beschwerde einreichen. 
Durch das Wörtchen „derzeit“ hat sich das Ministerium formaljuristisch herausgewunden, während das Verfahren zur Herstellung des „Einvernehmens“ hinter den Kulissen längst lief. Telefonisch war die Behörde für uns heute nicht zu erreichen. Hier könnte bewusst gemauert worden sein, um vollendete Tatsachen zu schaffen. Ein massiver Verstoß gegen das Gebot der Behördentreue und ein unfaires Verwaltungsverfahren.
Dass hier die Entnahme eines geschützten Wildtieres genehmigt wird, obwohl die Halter, darunter Schäfer B. und Schäfer Q. ihre Hausaufgaben im Herdenschutz nachweislich nicht gemacht haben, verkehrt das Prinzip des Artenschutzes ins Gegenteil. Das Landesjagdgesetz NRW sieht den Wolf zwar formal als jagdbare Art vor, bindet den Abschuss im Rahmen des Wolfsmanagements aber an strenge Voraussetzungen: Eine Tötung ist demnach nur zulässig, wenn der Wolf nachweislich ordnungsgemäß gesicherte Zäune überwindet. Wenn die Behörden das mildere Mittel – nämlich die Durchsetzung des vorgeschriebenen Zaunbaus – einfach ignorieren, ist die Abschussverfügung schlichtweg rechtswidrig.
Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

Offizielle Rissliste beweist: Behörden belohnen mangelnden Herdenschutz

Die Abschussbegründung stützt sich auf eine lange Liste von Nutztierrissen. Uns liegen die Namen der betroffenen Tierhalter vor, doch das Unfassbare ist: Wir mussten nicht einmal großartig selbst recherchieren, um das Versagen beim Herdenschutz aufzudecken. Es steht schwarz auf weiß in der offiziellen Liste https://wolf.nrw/wolf/de/nutztierfaelle  der Behörden: Bei nur einem einzigen der betroffenen Betriebe war überhaupt der vorgeschriebene Grundschutz vorhanden. Zudem werden ihm Ereignissen zugeordnet, die zu Abschussverfügungen geführt hatten, die bereits früher von Gerichten gekippt worden sind. Desweiteren könnte es zu einer Rudelgründung gekommen sein und hier muss Elternschutz gelten.  Hier alles zu Milan von uns: https://wolfsschutz-deutschland.de/?s=Leuscheider+Rudel+
Hier unser Protestartikel vom 15. Mai. Wir hatten die Mauscheleinen kommen sehen. Zitat: Der Landwirtschaftliche Kreisverband Olpe hat einen Antrag auf Entnahme (Abschuss) des Wolfsrüden GW1896m („Milan“) gestellt. Begründet wird dies mit angeblich über 140 Rissgeschehen seit Oktober 2020. Ein genauer Blick in die offizielle Rissliste des Landesamts für Natur, Umwelt und Klima NRW (wolf.nrw) zeigt jedoch ein deutlich nuancierteres Bild. Wolfsschutz-Deutschland e. V. protestierte scharf und forderte die Obere Jagdbehörde mit einem offenen Brief auf, den Antrag nicht zu genehmigen. https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/05/15/rettet-milan-kein-abschuss-des-wolfs-der-gerade-eine-neue-familie-gruenden-koennte/

So sieht ein Hirschgehege ohne Untergrabschutz aus

 

Zaundoku Territorium LK Olpe (Milan, der seit gestern zum Abschuss freigegeben wurde).
Das Leuscheider Rudel hatte in der Vergangenheit auch immer wieder Schlachthirsche gerissen. Im alten Revier zwischen RLP und NRW waren diese Tiere genauso wenig gesichert, wie jetzt im neuen Territorium Olpe.
Hier ein besonders krasses Beispiel für Damhirsche, die praktisch auf dem Tablett serviert werden. https://www.facebook.com/share/p/1CukTowJNU/?mibextid=wwXlfr

Der Rechentrick mit dem „günstigen Erhaltungszustand“

Dass dieser Abschuss überhaupt durchgedrückt wird, basiert auf einer bewussten politischen Fehlmeldung: Deutschland hat den „günstigen Erhaltungszustand“ des Wolfes für die kontinentale Region, und dazu gehört auch NRW, an die EU gemeldet. Dabei wird das stabile Vorkommen in Ostdeutschland und Polen genutzt, um die Lage in NRW schönzurechnen. Isoliert betrachtet ist der Wolfsbestand im Sauerland weit von einem biologisch gesicherten Überleben entfernt, nämlich im Grunde gar nicht vorhanden. Die Behörden tragen vor Gericht die Beweispflicht, dass dieser Abschuss den lokalen Bestand nicht gefährdet – und diesen Beweis können sie nicht erbringen.

Wir sind bereits im Gebiet unterwegs

Blick in das dünn besiedelte Gebiet, das ideal für Wölfe ist. -alle paar hundert Meter sind auch hier, wie fast überall, Hochsitze aufgestellt.  © Brigitte Sommer
Todesfallen im Kreis Olpe: Heiligt der Zweck alle Mittel?
Im Raum Kirchhundem steht ein Fanggehege für Wildschweine. Angelockt mit Mais, erwartet die Tiere hier keine faire Jagd, sondern Panik auf engstem Raum bis zum finalen Schuss.
Zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) greifen Behörden zu extremen Methoden. Doch der Schutz gilt weniger der Ökologie, als den wirtschaftlichen Interessen der industriellen Schweinemast. Kilometerlange Zäune blockieren Wildtiere, während der massive Jagddruck panische Rotten erst recht in neue Gebiete vertreibt.  Dabei könnten Wölfe gerade gegen ASP natürlich helfen: https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/01/10/neue-studie-woelfe-koennen-afrikanische-schweinepest-asp-eindaemmen/
Gefährlicher Präzedenzfall im Wald
Naturschützer warnen: Große Kastenfallen im Wald öffnen Tür und Tor für Missbrauch. Ähnliche Konstruktionen werden immer wieder für die illegale Jagd auf geschützte Wölfe zweckentfremdet. Werden solche Fallen auch für Milan eingesetzt? Unklar, aber vorstellebar. Es stellt sich die Frage: Wer kontrolliert, was wirklich in der Falle landet?
Blinder Fleck Mensch und natürliche Immunität
Die Politik fokussiert sich nur auf das Wildschwein. Dabei verbreitet der Mensch das Virus über weite Strecken am schnellsten (z. B. durch Fleischreste). Warum bekämpfen wir die Natur, anstatt von ihr zu lernen? Selbst Zoo-Experten betonen biologische Fakten zur ASP, die oft ignoriert werden: In Afrika führt die natürliche Durchseuchung bei den dortigen Wildschweinen zu einer evolutionären Widerstandskraft und Immunität gegen das Virus. Eine Chance, die man unseren heimischen Beständen durch die radikale Ausrottung komplett nimmt.

Aufruf zu friedlichen Spaziergängen im Raum Wenden

Wir überlassen den Wald nicht kampflos den Gewehren. Wolfsschutz-Deutschland e. V. ruft alle Natur- und Wolfsfreunde dazu auf, in den betroffenen Gebieten der Gemeinde Wenden aufmerksam spazieren zu gehen. Präsenz im Wald rettet Leben.
Die Abschussverfügung gilt für ausgewiesene Jagdreviere im Raum Wenden. Achtet bei euren Ausflügen besonders auf diese Bereiche:
    • Wenden, Schönau und Scheiderwald sowie Umgebung

Wichtiger Hinweis: Keine „organisierten Spaziergänge“

Wir raten ausdrücklich und dringend von „organisierten Spaziergängen“ ab, wie sie im Nordschwarzwald stattgefunden haben. Unsere Recherchen zeigen, dass dort Routen und Teilnehmer vorab an die Behörden gemeldet wurden.
Unsere Garantie für Eure Sicherheit und Anonymität:

Wer bereits Mitglied bei Wolfsschutz-Deutschland e. V. ist, kann sich absolut darauf verlassen, dass keinerlei Daten fließen – ihr werdet von uns niemals gemeldet. Auch zukünftige Mitglieder, die uns in dieser kritischen Phase unterstützen möchten, bleiben bei uns zu 100 Prozent inkognito. Geht den Schritt in die Eigenverantwortung, werdet aktiv.  https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden/

Geht privat, geht zu zweit, geht friedlich – aber geht in den Wald und über Weidenwege, macht die Augen auf und dokumentiert. 

Quelle:
Pressemitteilung:
Screenshot der Pressemitteilung.

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Oder:

Wolfsschutz-Deutschland e.V.
Berliner Sparkasse
IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84
BIC BELADEBEXXX

Lüge aufgeflogen: Mann nicht von Wolf, sondern von Hund gebissen

Nicht der Brandenburger selbst hatte die dreiste Lüge in die Welt gesetzt, sondern Wolfshasser und Massenmedien. Jetzt beweist auch das DNA-Ergebnis, dass der Gassigeher nicht von einem Wolf, sondern von einem anderen Hund schwer verletzt worden war. Doch die Hetze geht weiter.

Das Tier, das einen Spaziergänger im Landkreis Elbe-Elster angegriffen hatte, war ein Hund. Das teilte das Landesamt für Umwelt dem rbb am Mittwoch mit. Die Untersuchungsergebnisse des Zentrums für Wildgenetik im Senckenberg-Institut im hessischen Gelnhausen hätten das eindeutig gezeigt, heißt es in der Mitteilung.

Fakt ist es dagegen, dass bislang kein Mensch seit der Rückkehr der Wölfe vor über 20 Jahren von einem Wolf gebissen worden ist.

 

Beispielbild Schäferhund. Ralphs Photos, Pixabay.

Der Mann war am 13. Dezember in einem Wald bei Prießen mit seinem Hund spazieren, als ein anderes Tier den Hund plötzlich angegriffen hatte. Als der Besitzer sich zwischen seinen Hund und das angreifende Tier stellte, wurde er mehrfach gebissen und schwer verletzt. Der Verletzte selbst hatte wiederholt von einem Hund gesprochen, der ihn angegriffen habe. So hatte er beispielsweise erklärt, es könnte sich um einen Schäferhund mit ungewöhnlicher Färbung gehandelt haben.

Besonders krasse Beispiele von Fake-News

Tatsachenbehauptung in der Headline. Quelle: https://www.jaegermagazin.de/jagd-aktuell/news-fuer-jaeger/schwerverletzt-durch-wolf-brandenburg/

 

Wie kommt ein Sprecher der Polizei dazu eine solche Geschichte zu erzählen? Quelle: https://www.bild.de/regional/berlin/berlin-aktuell/mann-in-brandenburg-von-wolf-gebissen-86436266.bild.html

 

Hetze wie im Mittelalter

In sozialen Netzwerken überschlug sich der Hass gegen Wölfe auf die Fake-Nachrichten.

 

 

 

Selbst nach Richtigstellung geht die Hetze im Netz weiter

Die Hasserfüllten nehmen noch immer nicht zur Kenntnis, dass, im Gegensatz zu ihnen, der Spaziergänger von Anfang an keinen Wolf beschuldigt hatte.

 

Wir appellieren an die Verantwortung von Medienschaffenden, endlich vorher gründlich zu recherchieren, denn Fake-News können ganz offensichtlich Menschen dazu bringen, die Realität zu leugnen. Unserer Meinung nach kann eine derart aufgepeitschte Masse in blindem Zorn nicht nur Tiere, sondern auch Menschen verletzen.

 

Quellen: https://www.tagesschau.de/inland/regional/brandenburg/rbb-angriff-in-elbe-elster-tier-war-kein-wolf-sondern-ein-hund-100.html

https://lfu.brandenburg.de/lfu/de/?fbclid=IwAR2E-yTdLdsYzhgV9Z7_PKOIfuDY2sSPGcUrTtpAs6GhFA9HqFzGR7XTuFA

Wenn Schauspieler Publicity brauchen, darf´s auch der Wolf sein

Huch, ein Wolf! Nein, natürlich kein Wolf, das sieht man auch, wenn man genauer hinschaut. Das ist unser Tschechoslowakischer Wolfshund Anori und ich.

Hilfe! Wir haben Aliens in Deutschland, die uns auf Schritt und Tritt verfolgen! Sie nennen sich Wölfe, streifen einfach in der Gegend umher und fühlen sich vor allem im Wald pudelwohl. Ja, sie haben sogar Hunger und durchstreifen dabei  auch Gegenden, die von Schafen und Ziegen bevölkert sind, die entweder gar nicht, oder nur  sehr schlecht  vor ihnen geschützt werden. Wenn eines dieser Aliens auftaucht, ist garantiert irgendein Landwirt oder Spaziergänger vor Ort, der es filmt oder Fotos von ihm macht und dann ins Internet stellt. Soziale Netzwerke sind für solche Videos und Fotos sehr empfänglich, natürlich auch die Tageszeitungen. Gäbe es die Sozialen Netzwerke und medienbesessene Menschen nicht,  würde die Welt wahrscheinlich gar nicht wissen, dass es Wölfe gibt! Dabei scheint es unerheblich zu sein, ob es tatsächlich ein Wolf ist, der jemanden den Weg gekreuzt hat, oder ein Wolfshund. Aber das spielt ja bei solchen Leuten keine Rolle. Sie wollen einfach nur auffallen und von sich reden machen. Wie sonst kämen sie denn auch in die Medien?

Ach ja, zum Thema auffallen. Das haben jetzt auch Schauspieler für sich entdeckt, die wieder mal etwas Publicity benötigen, weil sie momentan nicht so gefragt sind. Ein gewisser Marten Krebs (36), der aus der Altmark stammen soll und  Schauspieler ist (wer ist bitte Marten Krebs???) und  in Berlin lebt hat auf seinem „Heimaturlaub“  – klingt als ob er beim Militär beschäftigt ist –  bei Stendal in Sachsen-Anhalt auch so eine unheimliche Begegnung der dritten Art. Dieser Mann, den ich mal als E-Promi bezeichnen würde, hat sich bei der Bild-Zeitung gemeldet und seine tolle Geschichte erzählt. Ihm seien beim Joggen zwei Wölfe begegnet. Nein, gefressen haben sie ihn nicht, sonst hätte er das der Bild-Zeitung ja nicht berichten können, aber diese Wölfe haben ihn „begleitet„. Dass es keine Hunde waren, sei ihm sofort bewusst gewesen.  Ein genauerer Blick habe ihm dann verraten, dass zwei Wölfe – ein Ausgewachsener und ein Jungtier – ihn verfolgten. So Herr Krebs, nur zur Aufklärung: Wie wollen Sie ein erwachsenes Tier und ein Jungtier erkannt haben? Wölfe bekommen nur ein Mal im Jahr Junge. Nämlich im Frühjahr. Die Welpen aus dem Frühjahr sind genauso groß wie ihre Eltern. Und die neuen Welpen verlassen erst nach sechs bis acht Wochen den Bau. Und: Wenn es ein, oder zwei Jungwölfe gewesen waren, dann müssten sie die gleich Größe haben. Hatten sie das? Nein, zumindest, was Ihre Aussage betrifft. Die beiden waren ja angeblich unterschiedlich groß! Allerdings bleibt natürlich die wissenschaftliche Frage, ob es Zwergenwölfe gibt…

Herr Krebs scheint ein Experten zu sein. Aber selbst wenn es zwei Wölfe gewesen sind, der Schauspieler hat gut reagiert und nicht einmal Angst gehabt, wird er in der Bild zitiert:  „Ich schrie und machte mich groß, da haben sie sich schließlich getrollt“.“ Bravo! Alles richtig gemacht, Herr Krebs! Aber beruhigt sei er nicht, denn vergangene Woche sei ihm schon ein Wolf vors Auto gerannt. Ja, lieber Herr Krebs, das kann passieren, denn die unerfahrenen Jungwölfe sind wieder unterwegs und suchen sich eine eigene Bude. Hier können Sie etwas darüber erfahren: https://wolfsschutz-deutschland.de/2018/02/11/achtung-teenager-sucht-erste-eigene-bude-2/

Apropos Medien:  Die waren früher mal ganz anders. Ja, ich kann mich noch gut daran erinnern, schließlich habe ich den Beruf des Redakteurs einmal gelernt, war viele Jahre Redakteur bei Tageszeitungen und habe von meinem Volontärsvater  immer gesagt bekommen, dass man ausgeglichen berichten muss, also jede Seite anhören und sie ihre Meinung sagen lassen muss, vor allem wenn es um kontroverse Themen geht.  Das hat sich völlig geändert, ich weiß auch gar nicht, ob es überhaupt noch diese „Volontärsväter“ oder „Volontärsmütter“ gibt, die Menschen, die Journalisten werden wollen, beibringen, wie man berichtet und schreibt und auf was man achten muss, damit die Berichterstattung objektiv ist.  Wahrscheinlich bin ich da altmodisch. Ich kann es aber einfach nicht leiden, wenn  Berichte – egal über welches Thema – tendenziös sind und sogar keine andere Meinung dulden. Bin mal gespannt, welcher Schauspieler, oder welche Schauspielerin als nächstes von Wölfen gestört wird…

Volker Vogel

Schon wieder Schießbefehl auf Wolf in Sachsen – Im Zweifel gegen den Angeklagten!

EuropäŠischer Wolf.

Sachsen – schon wieder ist ein Schießbefehl auf einen Lausitzer Wolf herausgegeben worden. Hintergrund ist ein angeblicher Vorfall mit einem Hund, dessen Fakten bislang noch gar nicht komplett geklärt werden konnten. Angeblich soll ein Wolf zwei Hunde angefallen haben, die sich auf einem eingezäunten Grundstück befunden hätten. Ein Hund soll zu Tode gekommen sein. Hier gibt es allerdings widersprüchliche Aussagen. In einem anderen Bericht war zu erlesen, dass der getötete Hund nachts draußen alleine an der Hundehütte festgebunden gewesen sei. Das wirft die Frage auf: Welcher verantwortungsvolle Hundebesitzer bindet seinen Liebling nachts mitten im Wolfsgebiet an einer Hundehütte fest, und wendet sich nach einem Vorfall flugs an die nächste Zeitung, mit der Forderung den Wolf abzuschießen? Angeblich gäbe es dort sogar gar keinen Zaun, der das komplette Grundstück umschließt. Ein weiterer Hund sei nachts verschwunden. Welcher wirkliche Hundefreund lässt seinen Hund nachts im Wolfsgebiet alleine heraus? Dieses Mal ist, im Gegensatz zu Pumpak, sogar eine unbefristete Abschussgenehmigung erteilt worden.

Zitat: „Wie und durch wen die jetzt erteilte Ausnahmegenehmigung praktisch umgesetzt werden soll, dazu wollte sich das Landratsamt Görlitz am Donnerstag nicht äußern. Vermutlich aus Angst, es könnten sich Bürger oder Journalisten zu sehr in das Geschehen einmischen“… vermutete die Freie Presse.


Der Wolf soll angeblich an Räude leiden. Dies will man anscheinend lediglich durch Sichtung der Bilder aus einer angebrachten Wildtierkamera festgestellt haben? Weil die Einwohner sich „Sorgen“ machen würden, soll der Wolf nun abgeschossen werden. In den sozialen Netzwerken kursieren Fotos, die einen Wolf zeigen. Mehrere Tageszeitungen hatten ein Foto aus dieser Bilderserie auch als Aufmacher für ihre Geschichte für den Schießbefehl verwendet. In den sozialen Netzwerken stellten User daraufhin die wildesten Vermutungen an. Nun erweist es sich, dass es sich bei den Bildern um Archivbilder handelt. Ein tatsächlich aktuelles Bild des angeblichen Übeltäters scheint es also gar nicht zu geben, bzw. ein Bild wurde von LUPUS nicht zur Verfügung gestellt. Fakt ist, dass es wieder einmal gar keine Beweise gibt. Das DNA-Ergebnis ist nicht da. Dennoch wird der Angeklagte „Wolf“ zum Tode verurteilt. Der NABU stimmt dem Todesurteil übrigens zu. Wieder einmal.

Bitte organisieren Sie sich und protestieren Sie. Menschen, die aus dem Gebiet Weißkeißel und Weißwasser kommen, sollten sich zu „Spaziergängen“ treffen. Es kann doch nicht sein, dass schon wieder ein Wolf vorverurteilt wird, bevor überhaupt die Faktenlage klar ist. Dass das Landratsamt angeblich Angst davor hat, dass sich Journalisten und Bürger einmischen, zeigt den Zustand der Demokratie in Sachsen.

Wir wenden uns hier auch direkt an die Jäger, es gibt viele unter Ihnen, die wenn Sie auch keine Freunde der Wölfe sind, diese jedoch respektieren. Wir bitte Sie, sich genau zu überlegen, ob Sie sich zum Erfüllungsgehilfen dieses Landratsamtes Görlitz machen wollen. Eine Rechtssicherheit für den Schützen und Ausführer dieses Schießbefehls gibt es nämlich nicht.
 

Quellen:

https://www.freiepresse.de/SACHSEN/Zum-dritten-Mal-soll-in-Sachsen-ein-Wolf-erschossen-werden-artikel10100446.php

https://www.nabu.de/news/2018/01/23779.html

http://www.kreis-goerlitz.de/city_info/webaccessibility/index.cfm?item_id=852936&waid=392&modul_id=34&record_id=91798

http://www.sz-online.de/nachrichten/freistaat-stimmt-wolfsabschuss-zu-3858928.html