Wandertage auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken: Begleitet uns auf der „Grünen Tour“

Am 26.07.2026 öffnet der Truppenübungsplatz Wildflecken in der Rhön seine Tore für die traditionellen Wandertage. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. möchten diese Gelegenheit nutzen, um gemeinsam mit Euch die „Grüne Tour“ zu wandern. In lockerer Atmosphäre möchten wir einen direkten Einblick in das Leben des lokalen Wolfsrudels geben und über die aktuelle Situation der Wölfe in der Region aufklären.

Das Wolfsrudel Wildflecken: Eine Chronik der Rückkehr

Beispielfoto Wolfsrudel. © Brigitte Sommer
Laut den offiziellen Daten der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) wurde das Territorium Wildflecken im Jahr 2022 offiziell als Wolfsrevier bestätigt.
  • 22.06.2022: Der erste Reproduktionsnachweis gelang, als eine Fotofalle des Bundesforstes eine säugende Wölfin aufnahm.
  • Grenzgebiet: Das Revier liegt direkt an der Landesgrenze zwischen Bayern und Hessen. Das Rudel wird offiziell in den bayerischen Monitoring-Daten geführt.
  • Aktueller Status: Auch im aktuellen Monitoringjahr sind noch keine Daten über das Rudel vorhanden. Im vergangenen Jahr hatte das Paar zwei Welpen. Mehr Details zu den Hintergründen des Reviers findet ihr auf unserer Themenseite zum Rudel Wildflecken auf Wolfsschutz-
Screenshot aus der Tabelle der DBB-Wolf. © DBB-Wolf.

 

Verfolgung und tragische Schicksale

Solange die Wölfe auf dem militärischen Sperrgebiet bleiben, sind sie sicher. Sobald sie den Truppenübungsplatz jedoch verlassen, geraten sie ins Visier der Jagd- und Agrarlobby von Hessen und Bayern. Die Realität des Wolfsmanagements in der Rhön ist von massiver Verfolgung und folgenschweren Fehlentscheidungen geprägt.
Das Schicksal des Wildfleckener Rudels ist eng mit dem des Nachbarrudels „Hohe Rhön“ verknüpft, welches de facto ausgerottet wurde.
  • Das Drama um Frigga und Nuka: Die bekannte Wölfin Frigga wurde nach ihrer Tötung illegal entsorgt. Ihr Welpe Nuka wurde völlig schutzlos und alleine aufgefunden. 
  • Der Wolfsvater: Der Rüde des Paares, Griso – der nach wie vor in dem Gebiet vermutet wird, stammt direkt aus dem Rudel Wildflecken. Es könnte sich auch noch eine weitere Tochter dort aufhalten. Eine Tochter ist in den Schwarzwald ins Enztal gewandert. 
  • Der „Fehlschuss“: Im Zuge einer behördlichen Abschussverfügung, die ursprünglich Frigga galt, wurde eine unbeteiligte Jungwölfin aus dem Wildfleckener Rudel von Jägern erschossen. Diesen skandalösen Vorfall, der die mangelhafte Praxis der Behörden drastisch aufzeigt, haben wir in unserem Bericht https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/09/07/bayern-rhoenskandal-totschiessen-der-falschen-woelfin-macht-die-verfuegung-nicht-legaler/detailliert aufgearbeitet. Auch weitere Verluste und rechtliche Schritte dokumentieren wir fortlaufend. 

Wandern, Verstehen und Aufklären – Für Groß und Klein

Bei unserer gemeinsamen Wanderung wollen wir sachlich informieren, Vorurteile abbauen und zeigen, wie echter Herdenschutz funktioniert. Auch für die jüngsten Wolfsfreunde ist gesorgt: Wir haben Wolfscomics für Kinder, Flyer und Aufkleber im Gepäck.
  • Wann: Sonntag, 26.07.2026
  • Tour: „Grüne Tour“ (Truppenübungsplatz Wildflecken) – zirka 12,4 km 
  • Anmeldung: Erforderlich per E-Mail: Volker.Vogel@wolfsschutz-deutschland.de
  • Ablauf: Nach Eurer Anmeldung senden wir euch eine Bestätigung mit dem genauen Treffpunkt und der Uhrzeit zu.

Meldet euch jetzt an und setzt gemeinsam mit uns ein Zeichen für den Schutz der Wölfe in der Rhön.