Allgemein

NRW – Problemschäfer Opriel stellt Antrag auf die Erschießung von Wölfin Gloria – Entscheidung könne dauern, so Kreis Wesel

Veröffentlicht

Mit großer Entrüstung und ebensolcher Besorgnis haben wir vom Eilantrag des (Hobby-)Schäfers Kurt Opriel aus Hünxe (Kreis Wesel) Kenntnis erhalten, in dem er den Abschuss der Wölfin Gloria (GW954f) fordert. Sollte dem Antrag zugestimmt werden und die Wölfin Gloria getötet werden, werden wir Anzeige gegen Entscheider und ausführende Personen stellen.

Noch Ende September hatte das NRW-Umweltministerium erklärt, die umstrittene Wölfin sei kein Problemwolf. Das habe die eingehende Prüfung durch Fachleute von Land und Bund ergeben. Die Experten hatten die Umstände der Schafsrisse durch die Wölfin überprüft und festgestellt, dass die erforderlichen Schutzmaßnahmen durch die Schafhalter nicht optimal umgesetzt seien. Das Tier stehe aber unter besonderer Beobachtung. Nach der jetzt vom Landesumweltamt erbetenen fachlichen Bewertung werde es in Abstimmung mit dem NRW-Umweltministerium eine rechtliche Bewertung geben und einen Entscheidungsvorschlag, teilte der Kreis Wesel nun mit. Die Entscheidung habe europaweite Relevanz und sei von grundsätzlicher Bedeutung, zitiert Web de https://web.de/magazine/regio/nordrhein-westfalen/antrag-wolfs-abschuss-entscheidung-dauern-34331246?fbclid=IwAR2yxl14SXu3UnHTCqe6IfONFGDgSNiV7J-w2e86uKtXL5i6bIpvQCEG9KE eine dpa-Meldung. Gemeint damit ist wohl das Durchwinken der Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes noch vor Weihnachten durch den Bundestag. Gültig ist das Gesetz aber erst dann, wenn die Gesetzesänderung vom Bundespräsidenten unterschrieben worden ist. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/12/19/ein-schwarzer-tag-fuer-den-wolfsschutz-bundestag-stimmt-aenderung-des-bundesnaturschutzgesetzes-lex-wolf-zu/

Lassen sich bestimmte Schäfer von der Agar-Lobby vorführen?

Brauchte man sich bislang wenige Sorgen zu machen, dass Schäfer wie Opriel mit solcher Dreistigkeit durchkommen, so sieht die Lage nun anders aus, weil sogar Schäden, die bei Hobbyhaltern entstehen, nun plötzlich relevant sein können. Dabei kann auch so lange getötet werden, bis keine Schäden mehr anfallen. Ganz Wolfsrudel mit Welpen dürften dann getötet werden. Ganz klar ein Einstieg zur Wiederausrottung des Wolfs in Deutschland und mit EU-Recht keinesfalls vereinbar.

Zukünftig werden sich also immer mehr Gerichte mit dem Schutz unserer Natur und unseren Lebewesen darin beschäfitgen müssen, weil die Agrar-Lobby anscheindend die einfachste Lösung als die Beste erachtet. Einzelne Schäfer in Schleswig-Holstein und Thüringen haben nämlich genau das erreicht, was Opriel hier anscheinend auch erreichen möchte. Man ist wohl untereinander vernetzt und gibt sich Tipps, wie ein Abschussbefehl am schnellsten erreicht werden kann.

Dabei stellen Wölfe für die Betriebe noch das geringste Problem dar. Neben Rissen von Hunden gibt es bei den Weidetieren gibt es hohe Verlustraten im üblichen, ganz normalen Betrieb: ca. 10-12% jährliche Verluste an Tieren (ohne Totgeburten) sind im langjährigen Mittel absolut normal. Die Zahl dieser sog. Falltiere beträgt bundesweit schätzungsweise Zehntausende von Schafen und Ziegen – jedes Jahr!

Wolf weg, Problem gelöst?

Nein, denn die Probleme der Schäfereien liegen heutzutage ganz woanders. Hohe EU-Subventionen erhalten vor allem die Betriebe, die große Flächen bewirtschaften. Kleine Betriebe bleiben dabei auf der Strecke. Und die GroKo selber blockiert seit Jahren eine Weideprämie für Weidetierhalter. Schäfer Opriel hat allerdings sogar als Hobbyschäfer EU-Subventionen in fünfstelliger Höhe erhalten.

Schäfer Opriel begründete seinen Antrag vom 24.12.2019 damit, dass er insgesamt zehn Rissvorfälle durch „Gloria“ zu beklagen und somit die größten Verluste zu verzeichnen habe. Zudem sei bereits im November ein Antrag zur Vergrämung der Wölfin beim Umweltministerium gestellt worden, auf den er bis jetzt keine Antwort erhalten habe. Anhand unserer Zaunkontrollen konnten wir Herrn Opriel allerdings immer wieder nachweisen, dass er es wohl in sehr vielen Fällen nicht so genau mit dem Schutz seiner Schafe genommen hat. Wie sonst ist es zu erklären, dass Nachbarschäfer so gut wie keine Probleme mit der Wölfin haben?

Die Häufigkeit der Risse bei genau diesem einen Schäfer lässt uns vermuten, dass hier wieder einmal ein „Problemwolf“ kreiert werden soll. Herr Opriel selber behauptet, dass seine Tiere ‚wolfssicher‘ eingezäunt seien; dies wurde aber bisher nicht offiziell bestätigt, sondern nur eine entsprechende Vermutung des Wolfsberaters in den Medien zitiert. Zaunkontrollen unseres Vereins in dem Gebiet der Rissvorfälle haben immer wieder – zuletzt zeitnah zu den Rissen Ende November – ergeben, dass viele Weidetiere eben nicht adäquat geschützt werden.

18 Gedanken zu „NRW – Problemschäfer Opriel stellt Antrag auf die Erschießung von Wölfin Gloria – Entscheidung könne dauern, so Kreis Wesel

  1. Es kann doch wohl nicht möglich sein, dass ein einziger Hobbyschäfer bestimmen kann, ob ein Wolf erschossen wird oder nicht. Zumal er der Einzige ist der Risse zu verzeichnen hat, während seine Nachbarn diese Probleme nicht haben. Da sollte selbst ein Nichtkenner der Materie grundsätzlich misstrauisch werden. Doch bei unseren superschlauen Entscheidungsträgern habe ich da so meine Bedenken…

  2. Dem Problemschäfer MÜßTEN die Schafe entzogen werden, da er sich offensichtlich weigert, sich entsprechend um seine Tiere zu kümmern! Unterhalb vonm Hamburger Bereich ist ein Schäfer, der seine Schafe durch Hirtenschutzhunde beschützt. Diese Meldung stand heute sogar im Internet! Da MÜSSEN m.E. die Behörden SDOFORT einschreiten!

  3. ja, die Behörden müssen einschreiten. Es ist eine Dreistigkeit und Frechheit dieses
    Schäfers den Abschuss von Gloria oder auch eines anderen Wolfes zu beantragen. Wo kommen wir denn hin, wenn solche Subjekte sich breit machen und auch noch ihren Willen bekommen. Diesem Schäfer, der seine Tiere nicht ausreichend schützt gehören sofort alle Tiere weggenommen und ein Verbot für die Haltung der Tiere sollte umgehend ausgesprochen werden. Die Wölfe stellen absolut kein Problem dar, es sind die Menschen.

  4. Und siehe da schon vor dem In Kraft treten des Naturschutzgesetzes in ein „Antiwolfsgesetz“ sind schon die ersten (kosten verursachenden) Hetzer da und fühlen sich vom DEUTSCHEN Gesetzgeber der dieses EU rechtswidrige Gesetz initiierte (und legalisierte?) bestätigt.

    Das Gesetz muss gestoppt werden weil es gem. Prof. Dr. Martin Gellermann
    (noch während der Anhörung vor Gesetzesänderung) eben EU Rechtswidrig sei / ist!
    Es sich somit nicht um ein Irrtum (NOX Lüge der Autolobby) sondern um ein vorsätzlichen Verstoß gegen bestehendes EU Recht handelt, somit meiner Meinung nach ein Präzedenzfall darstellt.
    Kennt jemand der dagegen Klagt ich würde mich gerne daran beteiligen.

      1. Wenn jemand widerrechtlich gegen ein bestehendes übergeordnete Gesetz (hier EU-Recht) handelt und ein untergeordnetes BNatSchG absichtlich ins Gegenteil des verbindlich übergeordneten verändert, verstößt dass dann nicht gegen die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland?

        Wenn Ja – hat doch ein jeder Bundesbürger das Recht eine (kostenlose) Verfassungsbeschwerde zu einzulegen. Auch das sollten wir zusätzlich mal überprüfen vielleicht auch prof. Schützenhilfe von der Linkspartei oder Gründen einholen.

  5. Ja gleiche Frage: kann ein Hobbyschäfer das jetzt bestimmen.
    Wenn ja, wer kann dagegen Einspruch einlegen.
    Ich auch als Bürger. Ich möchte nicht warten müssen mit eine Klage oder Anzeige, bis der Wolf tot ist.
    Außerdem, für was hat der 5stellige Subversionen erhalten, wenn er seine Tiere nicht schützt?
    Wohin kommen wir denn, wenn sich jetzt jeder wünschen darf, dass ein Wolf erschossen werden soll. Dann gute Nacht Wolf und erst recht gute Nacht Deutschland.

  6. Sollen doch dann die Umweltverbände klagen. Und der Naturschutz?? Warum schreiten die denn nicht ein? Haben die Lobbyisten denn das Zepter in der Hand? Aber es MUß doch auch die Möglichkeit bestehen als Privatperson gegen den Beschluß zu klagen

    1. Nein, es gibt keine privaten Klagemöglichkeiten. Klage kann auch erst erhoben werden, wenn eine Entscheidung gefallen ist. Dies ist hier noch nicht der Fall. Sollte Gloria tatsächlich abgeschossen werden, können Vereine und Privatpersonen Anzeige gegen Entscheider und ausführende Person stellen. Im Vorhinein geht das nicht.

  7. Weil mir das mit der Tiere am Herzen liegt und ich finde dass ihr schon viel gemordet wird und dass das Leid der Tiere immer größer wird und letztendlich die Wölfin

  8. Wenn LEX WOLF durch kommt, ist es für Jedermann eine Leichtigkeit, Antrag auf Tötung von Wölfen zu stellen. Man braucht sich nur 5 oder 6 Schafe/Ziegen anschaffen, die auf einer nur teilweise geschützten Weide laufen lassen und dann den Wolf zu Tisch bitten. Das ist die größte Sauerei im Hinblick auf die Erhaltung unserer Natur und die Vermehrung deren Arten Vielfalt. So lange ich lebe, habe ich solch oder ähnliches, verantwortungsloses Handeln vom Gesetz Geber nicht erlebt! Es ist – leider – wie so oft im Leben – die Lügner behalten die Oberhand!!! Wir haben im Bekannten Kreis einen Richter, der uns bereits öfters gesagt hat, dass er bei Verhandlungen genau merkt, dass der Angeklagte lügt und trotz allem muss er ihn frei sprechen, weil Beweise fehlen! Man muss sich einfach fremd schämen für die Verlogenheit, das Intrigen Reichtum und die Verantwortungslosigkeit dieser „Menschen“ Gruppen.

  9. Ich finde es unglaublich traurig, das alles was 4 Beine hat zu töten. Es sollte eigentlich geschützt werden , was vor dem Aussterben bedroht ist. Die sogenannten Schäfer sollten aufhören zu jammern und vernünftig zu sehen das die Schafe gesichert sind, oder hört auf , ein auf wichtig Schäfer zu Machen. Ich möchte erleben, dass das Tierschutzgesetz ausgeweitet wird und alle Tiere mit inbegriffen sind.

  10. Hier ist klar erkennbar, dass Schäfer sich untereinander vernetzen und sich gegenseitig gegen jeden Wolf aufhetzen, der auch nur irgendwo Fuß gefasst hat oder fassen will. Es sind Menschen die damit zeigen, was sie für einen schlechten Charakter haben. Zu faul oder zu bequem, seine Tiere fachgerecht zu schützen, Risse geradezu provozieren und hohe Entgelt Summen kassieren, ohne mit der Wimper zu zucken, geschweige denn, ein schlechtes Gewissen dabei zu haben! Es sind unsere Steuer Gelder, die auch der Intrigant Opriel einsteckt und sich damit bereichert. Ich betone immer wieder, dass ich während meiner langjährigen, aktiven Tierschutz Arbeit immer wieder beobachten musste, dass die Mehrzahl der Schäfer ihre Schafe gar nicht so pflegen, wie immer wieder behauptet wird. Wie oft liefen für lange Zeit kranke Schafe in der Herde und wenn man vorstellig wurde lautete die Antwort meistens :“ Für den Tierarzt habe ich kein Geld, das muss von selber heilen“, oder „Gehen Sie doch mal nach Australien, wie da die Schafe gehalten werden“. Zäune waren lapidar aufgestellt, so dass die Tiere sich selbständig machten, auf Straßen liefen und den Verkehr gefährdeten. Wie oft musste ich die Polizei benachrichtigen und zu Hilfe holen. Dieser ganze Schutz der Tiere wird nicht so ernst genommen, das ist einfach Tatsache. Mehrfach musste ein Schäfer vor Gericht erscheinen ,wegen schlechter Haltung seiner Schafe – und der Sohn – eifert seinem Vater nach. Auch hier gibt es oft genug Anzeigen wegen Vernachlässigung seiner Schafe. Z.B. bei 30-35 Grad Hitze im Sommer, kein einziger tropfen Wasser, kein Schatten Platz usw. Nicht alle sind so, aber leider zu viele! Und deshalb, wenn ich schon das Wort „Schäfer“ höre, geht mir der Hut hoch. Das ist eine Sorte Mäuse für sich, nicht zimperlich, an Dreistigkeit kaum zu überbieten und k… frech!!!!

  11. Johanna Schwarz ich kann ihrem Kommentar nur zustimmen. Diejenigen Schäfer, die ihre Tiere so nachlässig und verantwortungslos halten, schaden dem Ruf DER SCHÄFER, DIE SICH WIRKLICH FÜR IHRE TIERE EINSETZEN: SIEHE SCHWEIZ!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.