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Niedersachsen: Todesurteil durch OVG für zwei Wölfe, doch Umweltminister Lies (SPD) scheitert dennoch mit Abschusssehnsüchten

Gleich drei Wölfe sowie sogar weitere Mitglieder ihrer Rudel wollte Umweltminster Lies durch Jäger töten lassen. Jetzt sind weiteren Wölfe in den Familien erst einmal in Sicherheit. die Abschusserlaubnis auf eine Wölfin im Emsland ist bereits ausgelaufen. Beispielbild ©Brigitte Sommer

Das Oberverwaltungsgericht hat heute zwei Abschussverfügungen für teilweise rechtswidrig erklärt. Zwar stimmte das Gericht zu, dass zwei Wölfe, die mehrere Risse verursacht haben sollen, rechtmäßig abgeschossen werden dürften, beschränkte die Erlaubnis aber nur auf diese beiden Individuen. Wolfsschutz Deutschland e. V. protestiert mit aller Entschiedenheit gegen diese Entscheidung. Wir freuen uns über Mitgliederverstärkung aus den Bereichen Uelzen und Celle. Ebenso freuen wir uns über Teilnehmer an Müllsammelaktionen und Waldspaziergängen.

Hintergrund: Umweltminister Lies hatte seine Verfügung auf Niedersächsische Wolfsverordnung aufgebaut, die im September in Kraft treten soll. Hier war gleich von wahllosen Abschussmöglichkeiten von mehreren Wölfen die Rede. Wie erwartet, wurde  diese Blutrauschverordnung des Umweltministers vom OVG regelrecht abgewatscht, da sie selbst gegen das „geänderte Bundesnaturschutzgesetz“ verstoßen würde. Allerdings läuft auch ein Pilotverfahren von Seiten des EuGH gegen Deutschland, um zu prüfen, ob eine die Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes überhaupt mit EU-Recht vereinbar ist. Deshalb stellt sich die Frage, ob nicht nur Teile sondern die komplette Verfügung nicht rechtens ist. Das Urteil von Heute wirft auf jeden Fall ein Schlaglicht auf künftige Verfahren. Wir von Wolfsschutz Deutschland treten dafür ein, dass gar kein Wolf erschossen werden darf. Stattdessen sollte man sich endlich um geeigneten Schutz der Weidetiere kümmern. Weidetiere, die zudem weitaus öfter an anderen Ursachen als an Wolfsrissen sterben, wie jährliche Statistiken immer wieder belegen. Ebenso müssten vorher Vergrämungsmaßnahmen angewendet werden.

Wie von uns bereits vermutet, hätten sich somit auch die Jäger strafbar gemacht, die wie Lies es wünschte, sich an den Wolfsabschüssen beteiligen. Wir von Wolfsschutz Deutschland e. V. hatten bereits Strafanzeige angekündigt, sollten Wölfe erschossen werden. Im Gegensatz zu den Aussagen des Herrn Lies, gewinnen die Jäger also keineswegs mehr Rechtssicherheit.

Ebenso zweifeln wir stark an, dass die betroffenen Weiden wirklich sicher wolfsabweisend eingezäunt gewesen sind und wir kündigen vermehrt Weidezaunkontrollen in beiden Gebieten an.

Hier die Pressemitteilung des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts: https://oberverwaltungsgericht.niedersachsen.de/aktuelles/presseinformationen/genehmigung-zum-abschuss-von-wolfen-teilweise-rechtswidrig-189967.html?fbclid=IwAR078fxt9j9HDUajFfJ-XmOsiFy-1y2-dImJ_xlo6wAZvicdPx75F0UMjYw

Hier geht es zu unserem Mitgliedsantrag: https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden/

Hintergrund zu der Abschussverfügung: https://wolfsschutz-deutschland.de/2020/05/25/klage-gegen-wolfsabschuesse-in-niedersachsen-abgewiesen-dennoch-nicht-unbedingt-grund-zum-heulen-fuer-wolfsfreunde-innen/

Hintergrund zum EU-Pilotverfahren gegen Deutschland: https://wolfsschutz-deutschland.de/2020/05/24/eu-eroeffnet-pilotverfahren-gegen-deutschland-wegen-der-aenderung-des-bundesnaturschutzgesetzes-lex-wolf/

 

11 Gedanken zu „Niedersachsen: Todesurteil durch OVG für zwei Wölfe, doch Umweltminister Lies (SPD) scheitert dennoch mit Abschusssehnsüchten

  1. Kann mich bis dato nicht erinnern, daß dieser Lies irgend wann einmal etwas sinnvolles zustande gebracht hat! Für Steuer – Geldverschwendung der Bürger reicht es gerade noch!

  2. Im Jahr 2019 sind in Deutschland 115.000 (!) Nutztiere durch Feuer in Ställen ums Leben gekommen (Quelle: Report Mainz). Zehntausende von Falltieren kommen in Deutschland im Nutztierbereich jedes Jahr ums Leben, bevor sie einen Schlachter erreichen. Warum will man dann wegen ein paar hundert un- oder schlecht geschützten von Wölfen gerissenen Nutztieren Wölfe abschießen?! Das steht in keinem Verhältnis. Traurig, dass Richter das in Urteilen auch noch bestätigen!

  3. Die deutschen Gerichte sowie die Rechtssprechung versagen in aller Regel beim Wolfsschutz. Statt wie nach der EU beschlossenenem Wolfsschutzgesetz sind Abschussausnahmen zur Gewohnheit geworden nach Urteilen deutscher Gerichte.
    Statt das die Gerichte den deutschen Staat bzw. die Länder dazu verurteilen Risschäden voll zu ersetzen und den Weide-Tierhaltern volle finanzielle Unterstützung zur Vermeidung von Rissunfällen durch Schutzmaßnahmen wie elektr. Weidezäune bzw. Herdenschutzhunde zu gewähren werden Weidetierhalter nur teilweise nach langen Bearbeitungszeiträumen entschädigt.
    Kein Wunder wenn die Unzufriedenheit der Weidetierhalter so forciert wird und die kriminellen Praktikender Grünröcke geduldet wird.

  4. Hallo liebe Wolfs Freunde, hier melde ich mich nach langer Zeit mal wieder. Ich bin umgezogen, wie schon vor einem Jahr angekündigt, und wohne zwischen Neustrelitz und Neubrandenburg direkt am Rand eines der größten Waldgebiete von Meck.Pom., am Müritznationalpark, dem Neustrelitzer Forst. Natürlich habe ich große Waldspaziergänge gemacht und festgestellt, dass die Tierwelt hier wohl noch in Ordnung ist. Faßt alle Vogelarten wie auch Kraniche konnte ich feststellen sogar die Nachtigall, ein besonderes Erlebnis, und wohnt direkt vor meiner Haustür.
    Was fehlt, ist das Blesshuhn. Grund: die Waschbären in ihrer Vielzahl machen uns Probleme. Die Bodenbrüter sind dadurch in Gefahr. Blumenfelder und Kornfelder schmücken die Gegend, wo es nur summt und brummt. Man könnte denken, noch eine intakte Natur. Bis jetzt kommt es mir so vor und ich hoffe, es bleibt so. Natürlich musste ich Hinterlassenschaften wie Bauschutt und Glasflaschen aus den Rändern der Seen mit der Schubkarre aufsammeln, damit sich die Hunde nicht die Pfoten verletzen. Kann ein Lied davon singen. Am Ufer des See`s liegen Bauschutt, Getriebeteile und Flaschen, gut zu sehen, ein Überbleibsel aus grauer DDR-Zeit, der jetzt wieder herausgeholt wird. Der niedrige Wasserstand hilft einem dazu. Die Wasserqualität ist mit einer Klarsicht auf 2 m sehr gut. Nun zum Wolf: Ich habe ihn leider noch nicht gesehen, was wohl auch daran liegt, dass ich mit meinem Schäferhund auf Tour gehe. Allerdings, soll es ihn hier geben, da Bewohner aus einem 10 Häuser Dörfchen ihn wohl schon gesehen haben. In meiner Gegend, wo Hühner und Gänse gehalten werden, tauchte mal der Fuchs auf, dem ich öfters begegnet bin. Wildschweine nur gehört. Wir haben eine neue Försterin aus Rostock, mit der ich mich demnächst in Verbindung setzen werde um über das Thema Wolf in diesem Teil des Landes Infos zu bekommen. Sollten Sie Informationen in Bezug der Wölfe aus dieser Gegend haben, hätte ich gern Ihre Infos. Da ich fasst jeden Tag in den Wald gehe, werde ich Ihnen bei Wolfs Begegnungen oder sonstiges, darüber berichten.
    Freue mich, dass Wölfe erst einmal nicht abgeschossen werden dürfen. Herden Schutz ist die Devise. Sonst nichts.

    1. Hallo das Waschbärenproblem ist allerorts, ich frage mich warum wird nicht endlich so vergegangen wie in Australien, Wo eingeschlepppte Tierarten die die heimische Tierwelt schädigen und bedrohen, entnommen werden? Sollte es erforderlich sein gesetzliche Regelungen dafür zu schaffen, können die zuständigen Minister Ihre Fähigkeiten für Artenschutz der heimischen Tierwelt damit unter Beweis stellen.
      Förster und beonders Jäger sollten dafür Interesse zeigen statt Wölfe zu jagen.

      1. Waschbären sollten längst als heimische Art gelten. Es stellt für uns von Wolfsschutz Deutschland e. V. überhaupt keine Lösung dar, wahllos in die Waschbärpopulation hineinzuschießen. Auch auch ethischen Gründen nicht. Waschbären sind Teil des Lebens, das Leben will. Auch ist inwzischen bereits durch Forschungen belegt worden, dass Waschbären eben nicht die Vogelkiller sind, sondern es die intensive Landwirtschaft und die Hobbyjäger selber sind. In Sachsen leben auch Waschbären in Wolfsrevieren. Ab und an wird mal einer von einem Wolf verspeist.

        1. Wenn es so wäre, dann wäre es gut. Man sollte die Waschbären integrieren lassen und als heimische Tierart betrachten. Richtig Wolfsschutz. Wir haben hier Dörfer, die die Eindringlinge nicht mehr losbekommen. Richtig ist auch, dass wir den Wolf dazu benötigen, diese zu jagen. Deswegen kommen wir ja auch immer wieder auf dieses Thema zurück. Der Wolf ist und bleibt der Herr der Wälder und nicht die Jäger. Das sollte jedem klar sein. Es geht auch um die Wildschweine, die wesentlich gefährlicher sind als die Wölfe. Nur diese jagen kein Nutzvieh. Darum redet auch keiner davon. Dass diese aber schon in den Großstädten auftauchen ist ja wohl jedem bekannt.
          Also dann…

      2. Igitt und pfui Herr Sobol, Sie wollen Waschbären töten lassen? Wie geschmacklos und frevelhaft ist das denn? Wölfe schützen und Waschbären töten!!?? Geht leider gar nicht!
        Auch Waschbären möchten sicher nicht getötet werden! Ganz unmögliche Einstellung
        :-((

    2. Bin auch eher für Koexistens als für Ausrottung. weide-/Hüte-Hunde wären eine Hilfe. die Wölfe wollen auch nur ihr Täglich Brot verdienen. und weiden wirken wie ein drive in, dann sollte man sich nicht wundern, wenn die sich mal bedienen, wenn man seine herde unzureichen überwacht/schützt.

  5. Unsere Rechtssprechung ist schon lange nicht mehr das, was sie einmal war, meines Erachtens nach, sind hier Vernetzungen mit der Politik nicht zu übersehen. Überall, wo man hin schaut, werden Urteile gefällt, über die man nur den Kopf schütteln kann und sich fragt, wo denn hier das Recht bleibt. Gerade was das Thema „Wolf“ und somit Natur Schutz und Arten Vielfalt angeht, fragt man sich, ob man sich in Deutschland in einem Toll Haus befindet. Das beste Beispiel ist unser UM Olaf Lies, mir bisher noch nicht einmal dadurch aufgefallen, dass er in seinem Ressort auch nur annähernd positive Errungenschaften zu verzeichnen hat. Seine „Stärke“ liegt eben darin, permanent und sinnlos Wölfe zu jagen und töten zu lassen. Ein UM, welcher scheinbar kein Interesse daran hat, der Arten Vielfalt in der Natur eine Chance zu geben, sich zu vermehren. Ein Umwelt Minister, der die Natur zerstört, indem er wichtige Spezies, die dringend im Kreislauf des Öko Systems Fauna gebraucht werden, krankhaft verfolgen lässt. Dazu fällt mir nur folgender Satz ein:“Besessenheit ist der Motor – Verbissenheit ist die Bremse – !

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