Toter Wolf in Bayern gefunden



Der Umweltminister Backhaus von Mecklenburg-Vorpommern (SPD) gab gestern nach einem Treffen mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) und Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) sowie weiteren Landesumweltministern, u. a. auch Umweltminister aus Sachsen, Thomas Schmidt, ein Interview im Radioprogramm des NDR. Von NDR wurde er in einem nachfolgenden Bericht so zitiert:
„Eine Einigung über eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes sie zusammen mit dem Einverständnis der Naturschutzorganisationen erzielt worden. „Ich hoffe, dass das jetzt zügig umgesetzt wird“, sagte Backhaus im Gespräch mit NDR 1 Radio MV.
Demnach dürfen einzelne Wölfe und gegebenenfalls auch ganze Rudel getötet werden, wenn durch diese „im juristischen Sinne schwere Schäden“ entstehen. Dies gelte für Wölfe, die immer wieder Herden von Nutztieren angreifen oder die Scheu verlieren und sich Menschen in Dörfern häufig nähern. „Wenn die Weidetiere ordnungsgemäß gesichert waren, dürfen diese Wölfe getötet werden“, so Backhaus. Die Neuregelung des Gesetzes sei nötig, um Rechtssicherheit zu bekommen, so Backhaus weiter.
Allerdings ruderten Schulze und Klöckner in einem weiteren Interview des NDR wenig später wieder zurück. Während Backhaus behauptet haben soll, das Gesetz sei praktisch bereits schon geändert, teilten beide Politikerinnen nach dem Treffen in Berlin mit, es sei noch keine schnelle Lösung gefunden worden.
Die Richtung der Gespräche lasst allerdings Schlimmes für den Wolf in Deutschland befürchten.
Laut Backhaus gebe es jetzt ein Einvernehmen, auffällige Einzelwölfe oder auch – „wenn es ganz schlimm kommt“ – ein ganzes Rudel „rechtssicher zu töten“. Nämlich dann, wenn sie schwere Schäden bei Nutztieren anrichten oder sich „notorisch“ dem Menschen und Siedlungen nähern. Der handlungsfähige Staat müsse Farbe bekennen, sagte Backhaus weiter im NDR 1 Radio MV.
Dabei will Agrarministerin Klöckner offenbar eine weitgehendere Regelung. Sie will nicht nur auffällige Wölfe schießen lassen, sondern hätte eine allgemeine „Bestandsregulierung“ vorgeschlagen. Für die macht sich auch die Agrar-Expertin der CDU-Landtagsfraktion, Beate Schlupp, stark. Zitat NDR: „Sie meinte mit Blick auf das Treffen, die Ergebnisse seien wenig praxistauglich. Ein Wolf, der sich einer Siedlung nähere, warte sicher nicht darauf, bis ein zum Abschuss Berechtiger informiert wird und vor Ort ist.“ Es müsse wolfsfreie Zonen und für eine Bestandsregulierung auch eine Abschussquote geben.
Fakt ist, dass eine derartige Gesetzesänderung EU-Recht widersprechen würde. Noch ist ein Deutschland nicht einmal ein günstiger Erhaltungszustand des Wolfs erreicht. Experten sagen, dass leicht dreitausend bis viertausend Wölfe in Deutschland Platz haben. Zur Zeit leben (mit Welpen) zirka 750 Wölfe in Deutschland. Die Vermehrungsrate lag im vergangenen Jahr unter 30 %. Außerdem regeln Wölfe ihren Bestand selber. Ein Wolfspaar besetzt ein Revier, in dem es zusammen mit den Welpen vom Vorjahr und dem aktuellen Welpen leben. Dieses Revier verteidigen sie gegen andere Wölfe. Die Familienstärke eines Wolfsrudels wird durch die Zahl an Beutetieren geregelt. Je mehr Nahrung, desto mehr Nachwuchs. Nutztiere machen im Nahrungsanteil von Wölfen nur 1,1 % aus. Schaut man sich aktuelle Listen über Nutztierschäden an, fällt auf, dass zu einem großen Anteil Wölfe gar nicht für die Schäden verantwortlich waren, sondern Hunde oder Krankheiten für den Tod von Nutztieren verantwortlich gewesen sind.
Schießt man wahllos in Wolfsrudel hinein und tötet erfahrene Rudelmitglieder, zieht dies sogar vermehrt Nutztierisse nach sich. Dies bestätigen wissenschaftliche Studien. Dass Backhaus und Co. diese Studien nicht bekannt sind, ist kaum möglich. Warum also verlangt es diese Politiker nach Abschuss? Es scheint, als sei es vor allem gewünscht, Lobbyforderungen von Bauern-und Jagdverbände zu realisieren.


Geht die ersehnte Gesetzesänderung durch, wäre dies praktisch ein Freibrief zur Wiederausrottung der Wölfe. Warum dies so ist, liegt in der Biologie des Wolfs. In Kürze beginnt die Paarungszeit. Ein bis zweijährige Jungtiere verlassen nun ihr Rudel, um sich ein eigenes Revier zu suchen. Diese Jungtiere haben keine Erfahrung damit, sich auf ihren Wanderungen geschickt zu verbergen. Also werden sie gesehen. Sie wandern auch mal durch Ortschaften, weil sie gerne unsere Wege benutzen. Angst vor Fahrzeugen haben sie nicht, da sie darin Menschen zunächst nicht wahrnehmen. Es ist also kein Zufall, dass gerade im Hoch- bis Spätwinter und im Frühjahr vermehrt Wölfe gesehen und überfahren werden. Würden man solche Jungtiere nun abschießen dürfen, würde es den Tieren unmöglich gemacht werden, sich weiter zu verbreiten. Desweiteren wäre ein genetischer Austausch zwischen verschiedenen Wolfsgruppen nicht mehr möglich. Inzucht, wie in Schweden, das erbarmungslos Wölfe erschießt, wäre die Folge. Dabei ist in Deutschland noch jede Menge Platz für Wölfe. Wer einmal in Wolfsgebieten unterwegs war, weiß wie groß die Entfernungen in Wirklichkeit sind. Was auf Karten dicht besiedelt ausseht, liegt in Wirklichkeit weit auseinander. Finden Sie einmal ein Rudel von sechs Wölfen in Sachsen in einem Gebiet von durchschnittlich 250 Quadratkilometern.
Und wie will man „im juristischen Sinne schwere Schäden“ definieren? Im dem Fall in Baden-Württemberg, bei dem im vergangenen Jahr über 40 Schafe zu Tode kamen, war die Bachseite nicht mit einem Zaun geschlossen. Wölfe können sehr gut schwimmen und ein Wolf sagt zu einem solchen Fast-Food-Angebot natürlich nicht „Nein“. Dass ein Wolf mehrere Tiere tötet ist kein Blutrausch, sondern das liegt in seiner Natur. Nicht nur bei Wölfen wird ein so genannter Beutereflex ausgelöst, das Phänomen ist auch beim Fuchs in Hühnerstall bekannt. Die Beutegreifer töten nicht mehre Tiere, weil sie böse, psychisch gestört oder im Blutrausch sind, sondern deshalb, weil in der Natur die Situation eingesperrter Schafe oder Ziegen, die weder fliehen können, noch sich wehren, vorkommt. Der Beutereflex ist dafür verantwortlich, dass ein Beutegreifer so lange tötet, bis sich kein Tier mehr vor seiner Nase bewegt. Dabei wirkt ernsthafter Herdenschutz. In der Statistik geht der Anteil von Wölfen am Rissgeschehen bis 2016 zurück.
Wir fordern die Umweltministerkonferenz auf, dafür zu sorgen, dass Weidetierhalter in Punkto Herdenschutz besser unterstützt werden. Statt dies zu tun, wurde im vergangenen Jahr eine Weideprämie ja sogar noch von der GroKo gestrichen. Stattdessen leisten sich diverse Bundesländer einen Haushalt für eigene Wolfskillertruppen, wie beispielsweise Brandenburg für 50.000 Euro im Jahr.
Backhaus behauptete im Radiointerview, dass die Naturschutzverbände der Gesetzesänderung bereits zugestimmt hätten. Diese Stellungnahme des WWF liest sich allerdings ganz anders: https://www.wwf.de/2019/januar/chefinnensache-wolf/?fbclid=IwAR0PClblaqQ3-easjiW6w9bgUc6FFWEhzAuRi2T6I4C_48LMTn-pEzZpIDo
Der NABU lehnt den Abschuss von Wölfen und die Aufweichung des gesetzlichen Schutzstatus ab. Der NABU wird sich aktuell weiterhin für die Beibehaltung des Schutzstatus engagieren und sich wie bereits im vergangenen Jahr für die Etablierung eines umfassenden Herdenschutzes und Wolfsmanagements einsetzen. Für die Entnahme von auffälligen Tieren ist die Politik bereits jetzt handlungsfähig. Dafür bedarf es keiner gesetzlichen Änderung.
Lieber Herr Hagmann,
leider bestätigte sich genau das in dem gestrigen Beitrag in der Sendung Report München in der ARD, was ich im telefonischen Vorgespräch in der vergangenen Woche bereits vermutete. Genau deswegen habe ich Ihnen das Interview zu diesem Beitrag verweigert. Ein preisgekrönter Journalist produziert einen derartig einseitigen Beitrag? Dabei müssen Sie Ihr Handwerk doch eigentlich von der Pike auf gelernt haben. Unfähigkeit kann es also wohl kaum sein. Was bleibt dann noch? Haben Sie gesagt bekommen, was Sie mit welchen Inhalten zu produzieren haben? Falls sich dies bewahrheiten sollte, wäre dies nun wirklich einmal ein Grund zum Untergang des Abendlandes. Dabei habe ich Ihnen ja auch noch zahlreiche Links wie den zur Rissstatistik und weitere Links sowie ein Statement per Mail gesendet.
Außerdem stellen Sie es in ihrem Bericht so dar, dass der Eindruck erweckt wird, dass lediglich anfangs eine Mehrheit den Wolf zurück in Deutschland begrüßt hätte. In Wirklichkeit will noch immer die Mehrheit in Deutschland den Wolf, selbst wenn es zu Problemen kommt. Dies bestätigen repräsentative Umfragen. Warum haben Sie dies herausgelassen? Warum verschweigen Sie, dass die meisten Schafe in Sachsen eben nicht als Streicheltiere gehalten werden, sondern geschlachtet werden. Warum verschweigen Sie, dass laut Rissliste in nur knapp über die Hälfte der Wolf Verursacher ist?
132 Meldungen von getöteten/verletzten/vermissten Nutztieren im Freistaat Sachsen in 2018. In 83 Fällen wurde der Wolf als Verursacher festgestellt bzw. konnte nicht ausgeschlossen werden. Siehe https://www.wolf-sachsen.de/de/wolfsmanagement-in-sn/nutztierschaeden-alt/schadensstatistik
Warum verschweigen Sie, dass der Anteil des Wolfs am Rissgeschehen in Wirklichkeit seit Jahren zurückgeht? Siehe: https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/01/03/kloeckner-und-schulze-wollen-ueber-abschuss-von-woelfen-reden-obwohl-der-anteil-von-wolfsrissen-insgesamt-sinkt/ Warum berichten Sie nicht über die tierschutzrechtlich problematische Anpflockung von Schafen, die in Sachsen noch immer praktiziert wird?
Unsere Zaunkontrolle bei der Kita: Warum sagen Sie nicht, dass der Wolf in der Rissliste gar nicht bestätigt wurde, sondern das Ergebnis lautete: „Wolf nicht auszuschließen“. Wolf nicht auszuschließen ist nicht gleich sicher Wolf. Zieht man die Ergebnisse in der Rissstatistik ab, in denen der „Wolf nicht auszuschließen“ war, beträgt der Wolfsanteil an den 132 Fällen in 2018 nicht einmal mehr ein Drittel. Dies alles hatte ich Ihnen auch zur Antwort auf Ihre schriftliche Anfrage geschrieben. https://wolfsschutz-deutschland.de/…/faktencheck…/ – Die Kitaleitung wurde in der SZ folgendermaßen zitiert: „Wir wollen uns nicht vor dem Wolf schützen müssen“ – Ein solches Statement zieht schon die Frage nach sich, ob die Ziegen nicht absichtlich einen Wolf anlocken sollten, um den Abschuss zu fordern. Ein Elektrozaun um das innere Gehege hätte nur nachts aktiviert werden müssen. Wären die Ziegen ins Stallgebäude gebracht worden, hätte man keinen Zaun gebraucht. Warum wurden Sie nicht nachts in den Stall gestellt? Warum wurde die zweite Ziege, nachdem die erste Ziege gerissen worden ist, nicht nachts in den Stall gestellt, sondern eine ganze weitere Woche lang nachts alleine draußen gelassen? Dass sich dies nicht nur wir, sondern andere Menschen auch gefragt haben, ist doch verständlich. Dass so viele Menschen den Kindergarten angeschrieben haben, bestätigt dass die meisten Menschen den Wolf willkommen heißen. Warum verschweigen Sie, dass Deutschland EU-Verträge unterschrieben hat, die den Wolf unter den höchsten Schutzstatus stellen und das Abschüsse verboten sind? Warum verschweigen Sie, dass nach Expertenmeinungen leicht dreitausend bis viertausend Wölfe in Deutschland Platz haben? Warum verschweigen Sie, dass eine Vermehrung der Wölfe gewollt ist?
Warum sagt der Moderator zum Abschluss, dass man wohl um den Abschuss der Wölfe nicht herumkommen wird? Hält sich Deutschland nicht an die EU-Bestimmungen, wird wie im Fall von Schweden, ein Verfahren auf Deutschland zukommen. Zahlen müsste der Steuerzahler. Dazu äußert sich auch Umweltministerin Schulze und deren Sprecherin bei Topagrar heute so: https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/schulze-gegen-weitergehende-massnahmen-zur-erleichterten-wolfsentnahme-10143954.html?fbclid=IwAR2hQG-BTyFqI2Y8F30zz5iNpqnFh3JoyWNKTb2PoqwyOeHxsPtz6BtwIG0
Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat sich gegen weitergehende Maßnahmen zur erleichterten Entnahme von Wölfen ausgesprochen. Wie eine Sprecherin des Umweltressorts betonte, gibt es bereits genügend „nützliche und effektive Maßnahmen“. Sie verwies in dem Zusammenhang auf den Bau von Elektrozäunen, aber auch auf den gezielten Abschuss von auffälligen Wölfen, der bereits nach derzeitiger Gesetzeslage möglich sei. Die Sprecherin erinnerte außerdem an ein vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) anhängiges Verfahren gegen Finnland zur dortigen Wolfsjagd zur Bestandsregulierung, dessen Urteil in diesem Frühjahr erwartet werde.
Wieso stellen Sie die Tatsachenbehauptung auf, unser Verein hätte nach der Ablehnung unseres Angebotes neue Ziegen und wolfssichere Zäune zu spenden, beleidigt reagiert? Wir haben weder geschrieben, dass wir beleidigt wären noch haben unsere Mitglieder und auch nicht ich selbst, derartiges gesagt. Vielmehr wirft eine derartige Absage doch vielmehr berechtigte weitere Fragen auf, die wir uns daraufhin gestellt haben. Vor allem, wenn Landrat Lange, die Kreisregierungsspecherin sowie die Kita-Leitung in diversen Lokalzeitungsberichten Wolfsabschüsse in Aussicht stellen. Siehe auch https://wolfsschutz-deutschland.de/2018/09/22/faktencheck-sachsen-schiessbefehl-auf-uhsmannsdorfer-wolf-ist-nicht-legal/
Zum gleichen Schluss ist wohl auch die EU gekommen. Denn es muss ja einen Grund haben, warum CDU-Politiker Bienst im Beitrag erzählt, dass „man“ wegen Abschusswünschen der Wölfe im Landkreis Rothenburg, in dem auch die Kita Uhsmannsdorf liegt, keinen Erfolg gehabt hatte.
Schon während des Telefonates in der vergangenen Woche habe ich Sie mehrmals daran erinnert, dass Sie eine Verantwortung dem Zuschauer gegenüber haben und Sie an Ihre journalistische Ethik erinnert. Schade, dass Ihnen diese nicht wichtig zu sein scheint. Herr Hagmann, warum scheinen Sie derart faktenresistent und schießen sich auf Wölfe ein?
Mit den besten Grüßen
Brigitte Sommer
Vorsitzende Wolfsschutz Deutschland e. V.
Hier der Report-Beitrag von gestern: https://www.youtube.com/watch?v=eL4rBvzptOM&fbclid=IwAR1HK22IpIZtvPyqPcOW37Sz5aEOh6iyltABczwJji465WDmXPLv-5shtz4

Wo NABU mal wieder „Ja“ signalisiert, sagen wir ganz klar „NEIN“. Noch ist überhaupt keine DNA-Auswertung da und schon wird um einen Schießbefehl auf den Wolf gerungen. Bei Gerichtsverhandlungen wäre dies so, als ob man einem Verdächtigen schon das Urteil vorlesen würde, bevor die Beweislast überhaupt abgeschlossen ist. Selbst wenn Wolf Dani oder ein anderer Wolf in Schleswig-Holstein Zäune überwunden hätte, müssten diese zuerst aufgerüstet werden und es müssten Vergrämungsmaßnahmen erfolgen. Auch Umweltminister Albrecht macht in diesem aktuellen Bericht von der TAZ mal wieder keine gute Figur. Die CDU ölt schon mal die Gewehre.
Der aus Dänemark eingewanderte Wolf mit der Kennung GW 924 – wir nennen ihn Dani – sei möglicherweise ein Problemwolf und und drohe eine Abschussgenehmigung, schreibt der NDR in einem Beitrag von gestern. „Problemwolf droht der Abschuss“ ist ein extra Kasten überschrieben. Weiterhin hätten Fachleute eingeschätzt, dass schon jetzt alles auf einen Wolf hindeuten würde. Zäune seien mehrfachüberwunden worden, usw. Den kompletten Bericht gibt es hier: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Erster-Problemwolf-in-Schleswig-Holstein,wolf3754.html?fbclid=IwAR0oxli0WIbhezRnRmDCBa9ziRXUjo1LXgO5W-OrWprtTBaynA9L5zLteJY
Wir haben die Geschichte nachrecherchiert und mit einem Insider gesprochen. Richtig ist, dass ein Tier mehrfach wolfssichere Netze in einer Höhe von 1,08 Metern sowie einer Spannung von 8.000 Volt überwunden habe. Dieses Ergebnis habe sogar ein Fachgutachten bestätigt. Falsch ist, dass zum jetzigen Zeitpunkt alles auf einen Wolf hinweisen würde. Das DNA-Ergebnis stehe noch aus. Im Moment stehe der aus Dänemark eingewanderte Wolf nicht mehr als andere Artgenossen oder Hunde in Verdacht. Als direkte Maßnahmen würden nun erst einmal die Netze um eine zusätzliche obere Litze erweitert werden, so dass eine Höhe von 1,20 Metern erreicht werden würde. Selbst wenn es sich um einen Wolf handeln würde, würde eine Abschusserlaubnis nicht ohne vorherige Vergrämungsmaßnahmen zu ergreifen, erteilt werden. Außerdem wissen man ja selbst dann nicht, welchen Wolf man vor der Flinte habe. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre eine Abschusserlaubnis kein Thema. Spekulationen darüber völlig fehl am Platze.
Unser Fazit: Dieser und ähnlich lautende Berichte dienen vor allem Populismus und Wolfshetze.
Update: 10.01.19 – Agrarministerin Klöckner vorläufig bei Umweltministerin Schulze abgeblitzt.
Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat sich gegen weitergehende Maßnahmen zur erleichterten Entnahme von Wölfen ausgesprochen. Wie eine Sprecherin des Umweltressorts betonte, gibt es bereits genügend „nützliche und effektive Maßnahmen“. Sie verwies in dem Zusammenhang auf den Bau von Elektrozäunen, aber auch auf den gezielten Abschuss von auffälligen Wölfen, der bereits nach derzeitiger Gesetzeslage möglich sei. Die Sprecherin erinnerte außerdem an ein vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) anhängiges Verfahren gegen Finnland zur dortigen Wolfsjagd zur Bestandsregulierung, dessen Urteil in diesem Frühjahr erwartet werde, schreibt Topagrar gestern in seiner Online-Ausgabe. https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/schulze-gegen-weitergehende-massnahmen-zur-erleichterten-wolfsentnahme-10143954.html?fbclid=IwAR2hQG-BTyFqI2Y8F30zz5iNpqnFh3JoyWNKTb2PoqwyOeHxsPtz6BtwIG0
Nach einen Brandbrief, den Agrarministerium Klöckner (CDU) Ende des Jahres 2018 an Umweltministerin Schulze (SPD) geschrieben hatte, soll nun als Konsequenz daraus ein Treffen im Januar 2019 folgen. Klöckner will eine allgemeine Bestandsreduzierung der Wölfe in Deutschland. Diese Forderung verstößt gegen EU-Recht, ergo müssten bereits bestehende Gesetzte geändert werden. Die EU hatte 2018 erneut die Beibehaltung des höchsten Schutzstatus für Wölfe bestätigt und entsprechende Vorstöße von Politikern aus Niedersachsen und Italien zurückgewiesen. Eine Ministeriumssprecherin behauptete gegenüber der MOZ:
„Wie eine Sprecherin des Agrarministeriums jetzt sagte, nimmt der Wolfsbestand in Deutschland jährlich um 25 bis 30 Prozent zu, was alle drei bis vier Jahre eine Verdoppelung bedeute. Heute gebe es hierzulande rund 600 Wölfe. 2016 seien mehr als 1000 gerissene Tiere gezählt worden.“
Diese Anzahl an gerissenen Tieren ist im Vergleich zur Anzahl an Weidetieren, die an Krankheiten oder Totgeburten oder anderen Faktoren jährlich sterben, geradezu lächerlich gering. Laut statistischem Bundesamt wurden 2017 zwei Millionen Pferde, Ziegen und Schafe geschlachtet.
So sterben Jahr für Jahr Hunderte ausgewachsener Schafe an Krankheiten und an den Folgen fehlender Unterstände oder anderer problematischer Haltungsbedingungen. Die alljährliche Todesrate bei Lämmern, die aufgrund von Witterungsbedingungen sterben oder verhungern, liegt selbst in Deutschland bei bis zu 13 %. Aber anstatt Maßnahmen zu ergreifen, um all diese vermeidbaren Todesfälle zu reduzieren, werden die Verlustraten durch die Zucht neuer Lämmer kompensiert, schreibt das Online-Medium Pro Veg. https://vebu.de/tiere-umwelt/massentierhaltung-ausbeutung-von-tieren/schafe-wolle-aus-schafhaltung/
Was die Sprecherin weiter verschweigt, ist die Tatsache, dass der Anteil an Schafen und Ziegen von Wölfen am Rissgeschehen seit Jahren sinkt, wie dieser Screenshot von der Seite http://www.dbb-wolf.de aufzeigt. Die EU hat den Wolf unter den höchsten Schutzstatus gestellt, damit er sich vermehren kann. Fachleute sagen, dass in Deutschland Platz für mehrere tausend Wölfe sei. Bis heute leben nicht einmal tausend Wölfe in Deutschland.
Quelle:
Nach einen Brandbrief, den Agrarministerium Klöckner (CDU) Ende des Jahres 2018 an Umweltministerin Schulze (SPD) geschrieben hatte, soll nun als Konsequenz daraus ein Treffen im Januar 2019 folgen. Klöckner will eine allgemeine Bestandsreduzierung der Wölfe in Deutschland. Diese Forderung verstößt gegen EU-Recht, ergo müssten bereits bestehende Gesetzte geändert werden. Die EU hatte 2018 erneut die Beibehaltung des höchsten Schutzstatus für Wölfe bestätigt und entsprechende Vorstöße von Politikern aus Niedersachsen und Italien zurückgewiesen. Eine Ministeriumssprecherin behauptete gegenüber der MOZ:
„Wie eine Sprecherin des Agrarministeriums jetzt sagte, nimmt der Wolfsbestand in Deutschland jährlich um 25 bis 30 Prozent zu, was alle drei bis vier Jahre eine Verdoppelung bedeute. Heute gebe es hierzulande rund 600 Wölfe. 2016 seien mehr als 1000 gerissene Tiere gezählt worden.“
Diese Anzahl an gerissenen Tieren ist im Vergleich zur Anzahl an Weidetieren, die an Krankheiten oder Totgeburten oder anderen Faktoren jährlich sterben, geradezu lächerlich gering. Laut statistischem Bundesamt wurden 2017 zwei Millionen Pferde, Ziegen und Schafe geschlachtet.
So sterben Jahr für Jahr Hunderte ausgewachsener Schafe an Krankheiten und an den Folgen fehlender Unterstände oder anderer problematischer Haltungsbedingungen. Die alljährliche Todesrate bei Lämmern, die aufgrund von Witterungsbedingungen sterben oder verhungern, liegt selbst in Deutschland bei bis zu 13 %. Aber anstatt Maßnahmen zu ergreifen, um all diese vermeidbaren Todesfälle zu reduzieren, werden die Verlustraten durch die Zucht neuer Lämmer kompensiert, schreibt das Online-Medium Pro Veg. https://vebu.de/tiere-umwelt/massentierhaltung-ausbeutung-von-tieren/schafe-wolle-aus-schafhaltung/
Was die Sprecherin weiter verschweigt, ist die Tatsache, dass der Anteil an Schafen und Ziegen von Wölfen am Rissgeschehen seit Jahren sinkt, wie dieser Screenshot von der Seite http://www.dbb-wolf.de aufzeigt. Die EU hat den Wolf unter den höchsten Schutzstatus gestellt, damit er sich vermehren kann. Fachleute sagen, dass in Deutschland Platz für mehrere tausend Wölfe sei. Bis heute leben nicht einmal tausend Wölfe in Deutschland.
Quelle:
Liebe Wolfsfreundinnen und Wolfsfreunde,
2018 geht nun dem Ende zu und auf uns warten neue Herausforderungen in 2019. Vielen herzlichen Dank an alle, die mit uns dafür kämpfen, dass der Wolf hier in Deutschland sein Zuhause behalten darf. Obwohl es sich manchmal so anfühlen mag, als hätten Lobbypolitiker und tendenziöse Medien Erfolg, befürworten noch immer fast 80 Prozent der Bürger die Rückkehr der Wölfe in ihre Heimat. Der Wolf steht noch immer EU-weit unter dem höchsten Schutzstatus und alle Versuche, Wölfe zu schießen sind bisher gescheitert. Auch Forderungen nach so genannten Wolfsfreien Zonen verstoßen gegen das EU-Recht. Dass noch immer nicht drauflos geballert werden darf, liegt bestimmt auch an einer stärker werdenden Bürgerlobby, die sich für Wölfe einsetzt und auch an einer noch starken EU, die schießwütige Politiker aus Italien und Deutschland abblitzen ließ.
Wir haben auch in diesem Jahr unzählige Fake-News aufgedeckt. Besondere Highlights darunter die Gärtnergeschichte aus Niedersachsen und der Kindergarten in Sachsen, dem man Anfütterung unterstellen muss. Nach wie vor beschützen wir das Rosenthaler Rudel vor Ort. Auch die Wölfin Gloria in NRW zählt zu den besonders gefährdeten Wölfen. Neben unzähligen Zaunkontrollen, die ergeben haben, dass meistens so gut wie gar kein Schutz vorhanden gewesen war, sind aktive Mitglieder direkt vor Ort auf Wolfsschutzpatrouillen. In bestimmten Regionen konnten wir erreichen, dass keine neuen Fälle von illegalen Wolfsabschüssen bekannt wurden. Daneben hatten wir hohe Belohnungen für Hinweise zur Ergreifung von Tätern ausgesetzt.
Wegen der Tötung der Mischlingswelpen in Thüringen hatten wir Anzeige gegen die Ministerin Siegesmund (Grüne) erstellt. Das Verfahren wurde nicht eingestellt, sondern läuft noch. Heute endet die Abschusserlaubnis. Die vielen Anzeigen gegen die Ministerin haben wohl bewirkt, dass eine Erlaubnis nicht verlängert wird. Ein Welpe lebt noch bei seiner Mutter in Ohrdruf. Drei wurden erschossen, zwei sind abgewandert. Dabei sind die getöteten Tiere wohl auch noch besonders grausam ums Leben gekommen. Ein Trapper aus den USA soll extra dafür eingeflogen worden sein. Die Welpen sollen in Schlingfallen gefangen worden sein und danach erschossen worden sein, obwohl sie einen Platz im Alternativen Bärenpark erhalten hätten. Der Grund für diese Aktion spiegelt Gedankengut aus der Nazizeit. Man müsse die Reinerhaltung des Erbgutes des „Deutschen Wolfs“ sicherstellen. Man täte den Welpen praktisch ein Gefallen, wenn man sie vom Leben befreie. Währenddessen hat man in Italien Erfahrungen damit gemacht, Mischlingswelpen zu sterilisieren und wieder in die Natur zu entlassen. Wir haben die Grüne Umweltministerin in mehreren offenen Briefen darüber informiert. Dennoch gab sie den Schießbefehl.
Ein weiteres Thema in diesem Jahr: nicht nur die Bauernlobby, Schäfer sowie Jäger riefen zu „einer Versachlichung“ der Diskussion auf. Auch große Umweltverbände, die auch in diesem Jahr keine gute Figur machten, wollen „Versachlichen“. Wir sind der Meinung, dass wir ganz im Gegenteil, „Emotionalisieren“ müssen. Eine Versachlichung dient dazu Mitlebewesen zu entpersonifizieren. Indem man Mitlebewesen zur Sache degradiert, ist es möglich mit ihnen anzustellen, was immer man mag. Wer gibt uns Menschen dieses Recht? Wir nehmen es uns, weil wir es können? Aber ist dies richtig?
Besonders bewegt in diesem Jahr hat mich der Film „Citizen Animal“ von Oliver Kyr, der in vielen Ländern hohe Auszeichnungen erhalten hat. Darin wird auch die berühmte Verhaltensforscherin Jane Goodall interviewt. Sie erinnert sich, dass Forscher früher nicht laut aussprechen durften, dass Tiere ähnlich sind wie wir. Dass sie Gefühle haben und Leid und Schmerz empfinden, genauso wie wir. Wir Menschen haben das sechste große Massensterben ausgelöst. Unsere Generation ist die Letzte, die dem noch entgegenwirken kann. Es ist kein Widerspruch unseren Verstand dazu zu benutzen, mit Herz und Empathie für Mitlebewesen zu empfinden und zu handeln. Es ist unsere Pflicht. Denn wenn wir Menschen unser egoistisches und psychopathisches Verhalten nicht ändern, und lernen, dass wir unseren Lebensraum teilen müssen, sägen wir uns unseren eigenen Ast ab. Aus Logik müssen wir emotionaler werden.
Wir Menschen nehmen uns heraus, Mitlebewesen nach ihrem Nutzen zu beurteilen. Alles, was keinen direkten Nutzen bringt, darf niedergemetzelt werden. Wie würde wohl die Nutzensbilanz von uns Menschen aussehen? Was wäre, wenn uns weitaus überlegene Aliens die Erde zu ihrem Forschungsgebiet auswählen würden? Wie würden wir uns fühlen, wenn uns überlegene Lebewesen sich genau die Rechte herausnehmen würden, die wir beanspruchen? Wie würde sich Herr Meier fühlen, wenn seine Frau erschossen werden würde, weil sie die falschen Gene hat? Und schon sind wir wieder in der gruseligsten Zeit Deutschlands. Wie würde sich Frau Müller fühlen, wenn ihr ihre Kinder weggenommen werden würden und man Experimente mit ihnen anstellt? Wie Frau Schmidt, wenn man sie aus ihrer Wohnung und aus ihrem Garten wirft.
Eine ungeheuerliche Vorstellung? Doch das ist genau das, was wir mit unseren Mitlebewesen machen. Um dies zu erkennen, müssen Debatten nicht versachlicht, sondern emotionalisiert werden. Deshalb geben wir auch Wölfen in unseren Artikeln Namen und nennen sie nicht unter der Kenn-Nummer. Deshalb kämpfen wir um jedes Wolfsleben, nicht weil wir romantische Spinner sind, sondern weil wir Realisten sind. Dass Wölfe sogar rückgängig machen können, was wir Menschen verbockt haben, zeigt diese Reportage von ARTE über die Wölfe im Yellowstone Nationalpark. Der Trailer dazu ist inzwischen ein Evergreen. Viele kennen jedoch die Langversion noch nicht.
Ich wünsche allen einen guten Rutsch und einen schönen und ruhigen Start in das Jahr 2019. Vielleicht besinnt sich der ein oder die andere ja drauf, in diesem Jahr lieber zu spenden, statt zu böllern. Denn was uns Menschen eine kurze Freude bereitet, bedeutet für viele Tiere Schrecken und sogar Tod.
Brigitte Sommer
Vorsitzende Wolfsschutz Deutschland e. V.
www.wolfsschutz-deutschland.de
Und nun noch der dritte Streich der Lobbypolitik zum Jahresende. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) soll einen Brandbrief an Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) geschrieben haben, so RP-Online. Dem Medium würde der Brandbrief vorliegen, schreibt die Zeitung weiter.
Angeblich schreibt Klöckner darin, dass sich die Wolfspopulation alle drei bis vier Jahre verdoppeln würde. Sie wäre damit nicht die Erste, die diesem peinlichen Rechenfehler aufsitzt. Vor ihr forderten bereits Bauernverbände und der Bauernbund Wolfsabschüsse in ähnlicher Polemik. „Sage uns von wem Du abschreibst, und wir sagen Dir wer Dich – wie auch immer – fördert, oder Dir nach der politischen Karriere einen Job verpasst?“
So wird Politik an der Mehrheit weiter vorbei gemacht. Eigentlich ein alter Hut. Neu ist jedoch die Ungeniertheit, mit der Politiker ganz unverfroren an den Interessen der Mehrheit vorbeiregieren. Die Mehrheit der Deutschland ist für eine Ende von Glyphosat. Wurde dies umgesetzt? Nein. Die Mehrheit der Deutschen ist für die Beendigung der betäubungslosen Ferkelkastration? Was wurde gemacht? Die Frist wurde verlängert. Neben einer Vielzahl an weiteren Umweltproblemen und Problemen, die durch Massentierhaltung und extensive Landwirtschaft entstehen, erkranken in Deutschland jährlich Menschen an gefährlichen Keimen in Gewässern, die Wasserwerke kommen kaum noch hinterher unser Trinkwasser von Medikamentenrückständen und Rückständen von Ackergiften zu reinigen, aber das Problem soll der Wolf sein? Ein Wildtier, dem es nachweislich gelingen kann, ganze Regionen zu renaturieren?
Daran, dass es vielen Schäfern und kleinen Bauernbetrieben immer schlechter geht, ist übrigens auch nicht der Wolf schuld, sondern eine Politik von Glöckner und Co, die die Interessen von Agrarlobby und Jägerschaft bedient. So wurde im Sommer während der WM klammheimlich eine Weidetierprämie, die GRÜNE und Linke geforderte hatten, gestrichen und EU-Fördergelder gibt es vor allen für Großbetriebe.
Das gibt doch nicht? Doch, es ist unglaublich – in Brandenburg werden Mörder freigelassen, weil man nicht genug Personal für Verwaltungsaufgaben hat, aber eine eigene Wolfskillertruppe für ein Budget von 50.000 Euro im Jahr genehmigt man sich. Zitat aus einem Artikel in den PNN – Zitat: Potsdam – Nach der Freilassung eines verurteilten Mörders wegen Überlastung der Justiz hat die CDU-Fraktion im Landtag eine Sondersitzung des Rechtsausschusses beantragt. „In Brandenburg haben Menschen inzwischen das Gefühl, dass Täter nicht ihre gerechte Strafe bekommen und der Rechtsstaat nicht funktioniert“, so CDU-Fraktionschef Ingo Senftleben.
Wird bei der rot-roten Koalition indes in Ausgaben für die Justiz gespart, so kann schon der Eindruck erweckt werden, dass für Probleme, die eigentlich keine sind, Geld hinausgeworfen wird. So in Punkto Wolf. Nachweislich hat es in den fast zwanzig Jahren seit der Rückkehr der ersten Wölfe keinen einzigen Angriff auf Menschen gegeben. Laut Landesumweltamt gelte der Vertrag mit einem privaten Abschussunternehmen seit Februar und hat eine Laufzeit bis November 2020, schreibt die MOZ. Ausschlaggebend für den Zuschlag seien demnach diverse Kriterien: Ausbildung in den Bereichen Umwelt, Forst, Agrar oder Tiermedizin, Erfahrung in der Bewertung verhaltensauffälliger Wölfe sowie Kenntnisse über die Biologie des Wolfes und sein Verhalten. Außerdem würde ein Jagdschein verlangt werden. Im Landeshaushalt sind für die Dienste 50 000 Euro vorgesehen, was aber nur eine erste Annäherung sei, da es hier bundesweit kaum Erfahrungen gebe. Heißt das im Klartext: auf den Steuerzahler könnten sogar noch weitaus höhere Beiträge zukommen? Denn der Problemwolfkreation sind nach den Wolfsverordnungen der Bundeslänger Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen so gut wie keine Grenzen gesetzt. Da wird sich wohl so mancher Waidmann die Hände reiben, wenn er seine Trophäe zukünftig auch noch bezahlt bekommen kann.
An den Staatsminister Herrn Tarek Al-Wazir
An die Staatsministerin Frau Priska Hinz
Bündnis 90/Die Grünen Hessen
Betr.: KOALITIONSVERTRAG zwischen CDU Hessen und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Hessen für die 20. Legislaturperiode – Seiten 106 + 107 Jagd und Fischerei – Zeilen 4429 bis 4438 und 4444bis 4445
Sehr geehrter Herr Staatsminister Al-Wazir und Frau Staatsministerin Frau Hinz, beide als Vertreter der hessischen Partei Bündnis 90/Die Grünen,
der von Ihnen ausgehandelte und inzwischen unterschriebene Koalitionsvertrag für eine gemeinsame Regierung mit der CDU für die 20. Legislaturperiode in Hessen hat mich/uns maßlos enttäuscht. Was im Koalitionsvertrag 2018 über die traditionelle Jagd steht (siehe anbei Seiten 106+107) , ist wirklich blamabel, weil es zeigt, dass Politiker/Parteien bereit sind, für das Regieren ihre Grundsätze aufzugeben und ihre Wahlversprechen zu missachten. Inzwischen haben meine Frau und ich sowie mehrere Tierfreunde zutiefst bereut, in diesem Landtagswahl Hessen 2018 unsere Stimmen an Ihre Partei die Grünen gegeben zu haben.
Wir von Wolfsschutz Deutschland e. V. schließen uns der Forderung in den Inhalten im offenen Brief gerne an, denn wir sind auch Teil des Aktionsbündnis Fuchs und wir setzten uns für die Beendigung der Hobbyjagd ein. Desweiteren sind wir auch gegen eine Bejagung von Waschbär, Marderhund und Co. Gerne unterstützten wir die Facebookinitiative Waschbärforum.
Viele Wildtierfreunde und ich haben Ihre Partei gewählt, weil diese insbesondere mithilfe von Frau Ursula Hammann als engagierte Tierschützerin in der vorherigen Legislaturperiode den Mut und die Kraft gehabt hat, die neue Jagdverordnung 2015 durchzusetzen. In dieser JVO sind für das erste Mal richtige Schonzeiten für ALLE Waschbären und Füchse in Hessen eingeführt worden (wenn auch diese den biologischen Erkenntnissen zufolge etwas länger hätten sein können).
Dieses hat uns auch die Hoffnung gegeben, dass wie auch viele Tier- und Naturschutzorganisationen sowie der ökologische Jagdverein Hessen fordern, in Hessen die sinnlose Bejagung der Beutegreifer bald ein Ende hätte finden können.
Ich möchte Sie daran erinnern, dass am 29. Juni 2017 der hessische Landtag auf Antrag der CDU und der Grünen festgestellt hatte, dass die in der aktuellen hessischen Jagdverordnung festgelegte Schonzeit für Waschbären vom 1. März bis 31. Juli der Rechtssicherheit dient, da sie den im Bundesjagdgesetz § 22 Abs. 4 geregelten Schutz der Elterntiere während der Aufzuchtzeit der Jungtiere konkretisiert (siehe Anlage).
Der hessische Landtag bat daher die Landesregierung, grundsätzlich an der zu jener Zeit festgelegten Schonzeit festzuhalten, damit der Schutz der Waschbären während der Aufzuchtzeit gewährleistet wird. Der Antrag wurde mit den Stimmen von Grünen, CDU und Linke angenommen und die Schonzeiten für ALLE Waschbären blieben bis heute bestehen.
Anlässlich der Landtagswahl 2018 in Hessen hatte Ihre Partei Bündnis 90/DIE GRÜNEN gegenüber den hessischen Tierschutzgruppen und auch gegenüber dem Landesjagdverband Hessen sich eindeutig für die Beibehaltung der Schonzeiten für alle Waschbären positioniert, wie es in der Jagdverordnung 2015 festgelegt wurde!!
Gerade wegen dieser Wahlversprechungen hatten wir Wildtierfreunde Sie die Partei Bündnis 90/Die Grünen gewählt und diese auch wesentlich stärker gemacht.
Aber nun trotz der gewonnenen Stärke hat Ihre Partei der CDU und der Jägerschaft nachgegeben und uns Tierschutz-Wähler hintergangen, indem im Koalitionsvertrag ausdrücklich erwähnt wird:
Die Schonzeit für Jungwaschbären wollen wir aufheben, damit sie ganzjährig bejagt werden dürfen. !
Unglaublich und unmoralisch! Wollen Sie/Ihrer Partei nach noch mehr Waschbären sinnlos getötet werden, nur weil die CDU dem Druck der Jägerschaft sich gerne beugt? Warum eine Verstärkung der Bejagung der Waschbären, obwohl wissenschaftlich nachgewiesen worden ist, dass gerade die Jagd das Gegenteil nämlich einen Anstieg der Reproduktion bewirkt? Wissen Sie nicht dass inzwischen jährlich in Hessen 28.000 Waschbären ohne vernünftigen Grund (wie es im Tierschutzgesetz steht) getötet werden? Warum noch mehr?
In Ihren Wahlprüfsteinen LTW 2018 zum Jagdverband Hessen hat Ihre Partei angegeben, dass „Dabei soll besonders denjenigen Maßnahmen Vorrang eingeräumt werden, die eine weitere Vermehrung und verstärktes Aufkommen zukünftig verhindern – zum Beispiel durch Immunkastration und anschließende Freilassung.
Warum nun mehr jagdliche Methoden? Warum ist Ihre Partei eingeknickt und ist nun für eine Abschaffung der Schonzeiten gerade für die Jungwaschbären, damit sie ganzjährig bejagt werden dürfen??? Was macht dieses für einen Sinn!! Wo bleibt für Ihre Parte der Tierschutz?
Somit haben sich die Grünen dem Schutz der Wildtiere abgewendet und bestimmte treue Wählerkreise einfach getäuscht, eigentlich nur um dem Koalitionspartner CDU und insbesondere der Jägerschaft einen Gefallen zu tun:
Daher hat die Partei Bündnis 90/Die Grünen solche Aussagen im neuen Koalitionsvertrag unterschrieben, wie z.B.:
Wir wollen die Zusammenarbeit mit der hessischen Jägerschaft intensivieren!!!
Die Jagd ist notwendig, um Wildbestände so zu regulieren, dass ein Miteinander zwischen Wald und Wild möglich ist. !!!!
SIE HABEN UNS SEHR ENTTÄUSCHT !!!
ES IST NUR ZU HOFFEN, DASS SIE DIESES VORHABEN REVIDIEREN.
Ich wünsche Ihnen erholsame Festtage und einen gutes Neues Jahr 2019
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Francesco Dati
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Dr. Francesco Dati
Facebook Initiative „Waschbärforum“
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