Sachsen: Hund rettet Wolf

Bei Görlitz entdeckte ein Gassigeher dank seines Hundes einen Wolf in einer sehr  verzwickten Lage in einem Gully, heisst es in einer Polizeimeldung vom Freitag. Das Jungtier wurde von der Feuerwehr befreit und soll sich bis jetzt in tierärztlicher Behandlung befinden. Plan sei es, das Jungtier wieder auszuwildern. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. werden da dranbleiben und nachfragen. Hier unser Bericht.

Wölfchen in der Grube

Der Hund habe  beim Spaziergang am Freitagmorgen bei Deschka „etwas in die Nase“ bekommen, heisst es in dem Polizeibericht. Er hätte seinen Besitzer zu einem offen stehenden Gully geführt, aus dem „es geknurrt“ hätte. Warum dort ein Gully so gefährlich offen stand wird nicht weiter erläutert. Fakt ist es aber, dass dort wohl auch ein Kind hätte hineinfallen können.

 

Der Welpe in einer höchst misslichen Lag. Von alleine wäre er aus dem Gully nicht wieder heraus gekommen. Foto © Polizeidirektion Görlitz.

Der Hundebesitzer habe sofort die schlimme Lage des Wolfs erkannt und die Polizei, die wiederum die Feuerwehr informierte, die den Wolf aus dem Schacht befreite. Eine Mitarbeiterin des Wolfsbüros sei auch vor Ort gewesen und hätte das Jungtier betäubt, das offenbar unverletzt gewesen wäre, aber dennoch zu einem Tierarzt gebracht worden wäre. Ein Auswilderungstermin stehe allerdings noch nicht fest, heisst es weiter.  Wir werden hier dranbleiben und nachfragen.

 

Hier die PM: https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/1057720?fbclid=IwAR1KoQeuy1EKav9u3ASPmCM7qxv3hreJzZfBXbcFhbaBrdJEu9eESyH85gQ

Hier die Meldung der Polizei: https://www.polizei.sachsen.de/de/MI_2022_93534.htm

Hessen: Verweigert eine Halterin im Taunus den Schutz ihrer Tiere?

Wir bringen, was Lokalzeitungen und die Massenmedien lieber verschweigen. In unserem neuen Faktencheck beleuchten wir die Hintergründe zu einem Rissvorfall in der Nähe von Kransberg bei Usingen. Ein Schaf soll dabei schwer verletzt gewesen sein, ein anderes komplett ausgeweidet. Die Halterin der Tiere gab in einem Artikel in der FNP zu, dass ihre Tiere ohne Zaun gehalten worden seien. Dennoch scheint sie nicht sich selbst für das tragische Schicksal ihrer Tiere, sondern einen Wolf verantwortlich machen zu wollen. Hier unser Bericht.

Wir fanden eine Weidensituation mit einem Bachlauf vor, der sich sowohl zwischen der Bundesstraße, als auch zwischen dem Gebäude und den naheliegenden Wald schlängelt. So wird es auch klar, warum hier Schafe wohl ohne Zaun auf einer Wiese untergebracht werden konnten. Schafe laufen nicht durch einen Bach, deshalb stellt dies eine natürliche Begrenzung dar. Allerdings ist die Überquerung eines Bachs weder für Hunde, noch für Wölfe ein Problem. Immer wieder wurden auch bereits in der Vergangenheit, Schafe und Ziegen Opfer von Rissen, weil ein Zaun an der Bachseite fehlte.  Die Halterin wird in der FNP folgendermaßen zitiert. Die kleine restliche Gruppe an Schafen zeige sich seit dem Vorfall völlig aufgelöst. „Ich komme gar nicht mehr an sie ran,“ sagt P. Zudem dürften die Tiere bei ihr frei laufen, es gebe keinen Zaun. „Und ein kleiner Zaun, oder diese Netze bringen ja gegen einen Wolf nichts. Mal sehen wie sich das in den nächsten Tagen darstellt.“

So sieht die Weidensituation vor Ort aus. Ein Bachlauf kann ohne Probleme von einem Hund, oder auch Wolf durchschwommen werden. Hier erleichtert das Ganze noch ein Übergang aus Holzbohlen.

Dies sind Aussagen, die wirklich schockieren, sollte die Halterin wirklich richtig zitiert worden sein. Solchen Menschen muss es doch klar sein, dass sie mit ihrem eigenen Verhalten Risse geradezu provozieren, ganz gleich ob nun ein Hund, oder ein Wolf hier die Gelegenheit wahrgenommen hat. Angeblich hätte ein herbei gerufener Förster sofort auf einen Wolfsriss getippt. Kein Wort im gesamten Artikel über das grob fahrlässige Verhalten der Halterin. Schließlich können Schafe, die frei laufen, auch auf die naheliegende Bundesstraße geraten und sie hätten auch dort einen schweren Unfall verursachen können.

Vorsitzende Brigitte Sommer mit Wolfshündin Liv, der Spürnase, die oft etwas findet.

Statt hier bei der Halterin nachzuhaken, beschäftigt sich die FNP weiter damit, wilde Vermutungen über Wolfssichtungen im Taunus anzustellen. Wir haben zusammen rund 25 Kilometer der Wege rund um das Gebiet mit unserer Wolfshündin Liv erwandert. Liv findet sehr gut Spuren und Losungen. Wir haben aber dieses Mal keinerlei Spuren eines Wolfs gefunden und auch keinerlei Losung. Dafür haben wir aber mehrere Hundehalter gesehen und wie schon oben geschrieben, scheint der betroffene Hof selbst auch Hunde zu halten. Sind etwa die eigenen Hunde für die Risse verantwortlich?

Hier unser Fazit:

Keine Wolfslosung, sondern Pferdeäppel sprießen hier, genau wie Hochsitze, wie Pilze aus dem Boden.
Ganz ungeniert am Wegesrand aufgebaut dies hier. Hier war Liv äußerst interessiert. Sehr wahrscheinlich befindet sich dahinter auch noch ein Luderplatz, denn ein Greifvogel und mehrere Raben stritten sich um irgend etwas.

Nach 25 Kilometern Fußmarsch über sehr viele Wege im Gebiet haben wir keinerlei Wolfsspuren und auch keine Losung gefunden. Es ist natürlich nicht unmöglich, dass es ein Wolf gewesen sein könnte, doch wir halten Hunde für wahrscheinlicher.

Hier ist die Situation oberhalb der Weide zu sehen. Am Waldrand führt ein Wander- und Radweg vorbei, den auch selbstverständlich Wölfe gerne benutzen würden. Direkt von diesem Weg führen  Trampelpfade in Richtung Weiden. Der Bachlauf dazwischen stellt nur für Schafe ein Hindernis dar. Wölfe können hier sowohl durchwaten und bei hohem Wasserstand auch schwimmen.

Hier eine Weide in der Nachbarschaft mit Ziegen nur mit Wilddraht und ohne Untergrabschutz. Allerdings veranstalten auch hier Hunde in der Nähe ein lautstarkes Gebell.

Hier der Anfang der Wiesenweiden zwischen Bundesstraße und Wald.

Hier ist einer der Trampelpfade zu sehen, die vom Wanderweg am Waldrand auf die Wiese führen.

Kurios: Ein Wasserreservoir kann mit Untergrabschutz versehen werden, aber Weiden nicht?

Wir sind wirklich nicht die Feinde von Weidetierhalterinnen und Weidetierhaltern. Schließlich fordern wir seit Jahren, doch ganz Deutschland zum Wolfsgebiet zu erklären und überfall zu fördern, aber auch zu fordern. Gerade die Schäden von durchwandernden Tieren könnten hier von vorne herein verhindert, oder aber unbürokratisch ersetzt werden. Voraussetzung dafür wäre natürlich, dass bei Haltern ein Wille vorhanden ist, Weidetiere verantwortungsvoll zu schützen. Leider scheint dieser Fall wieder einmal zu bestätigen, dass lieber Risse provoziert werden, als sich um seine Tiere zu kümmern.

Wir sind 25 Kilometer Wanderwege rund um den Rissort abgelaufen und suchten nach Spuren.

 

Aktuell sind in Hessen folgende Wölfe offiziell als standorttreu bestätigt: Ein Tier im Stölziger Gebirge, ein Rudel bei Rüdesheim mit drei bestätigten Welpen, ein Paar in Ludwigsau sowie ein Paar in Wildflecken. Hier wurde die Fähe auch mit Milchleiste aufgenommen. Ein Rüde aus dem Odenwald und auch eine Wölfin aus dem Vogelsberg sind verschwunden.

Ein Jungtier aus dem Leuscheider Rudel in NRW wurde in der Nähe von Butzbach gesichtet. Darüber hinaus gilt ganz Hessen als Transitgebiet für wandernde Jungtiere. Es macht also tatsächlich überall Sinn, seine Tiere zu schützen. Ein Jungtier war im Frühjahr bei Alsfeld regelrecht von Bauern gehetzt worden. Auch bei Schotten wurde ein Wolf nachgewiesen.

Update: Laut Ergebnis der Laboruntersuchung war es tatsächlich ein Wolf gewesen. Dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Tiere überhaupt keinen Schutz hatten. Auch vor einem Hund wären sie nicht geschützt gewesen. Die Anzahl der gerissenen Tiere wurde laut PM auch von zwei Schafen auf ein Schaf korrigiert. https://www.hlnug.de/presse/pressemitteilung/wolfs-dna-an-drei-nutztierschaeden-im-september-nachgewiesen?fbclid=IwAR3p-3Y0jRuPA3xU8xHAgCuaheLYOAsWwJMqDeh3yDtIAm6gkiKTl1NHeUU

Quelle: https://www.fnp.de/lokales/hochtaunus/der-wolf-ist-wohl-zurueck-im-taunus-kransberg-schaf-attackiert-verletzt-getoetet-91770013.html?fbclid=IwAR1wPC3b287tO11rivTf0gMc6xbCwRnD3CNJBc3EFWzWQrlL0FfOZ36COwM

https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/territorien/karte-der-territorien

 

Bitte unterstützen Sie uns mit Spenden, damit wir weiterhin solche Faktenchecks machen können:

Wolfsschutz-Deutschland e.V.

Berliner Sparkasse

IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84

BIC BELADEBEXXX

Auch Paypal ist möglich: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

 

„Lex Wolf“ auch Gesprächsthema beim Infostand von Wolfsschutz-Deutschland e.V. in Frankfurt/Main

 

Gudrun Zimmermann (links) im Gespräch mit einer der vielen Besucher des Infostandes von Wolfsschutz-Deutschland beim Sommerfest des Tierschutzvereins Frankfurt und Umgebung.

 

Auf großes Interesse stieß der Infostand von Wolfsschutz-Deutschland e.V. auf dem Sommerfest des Tierschutzvereins Frankfurt und Umgebung in Fechenheim. Unsere Mitglieder Gudrun Zimmermann und Klaus Giar informierten dabei nicht nur über den Wolf, der ja auch in Hessen schon fast zuhause ist, sondern auch über die „Lex Wolf“, die Verschärfung des Bundesnaturschutzgesetzes. Sollte dieses Gesetz nach der Sommerpause vom Bundestag verabschiedet werden, ist ohne große Diskussion auch der Abschuss von Wölfen erlaubt, die gar nicht auffällig geworden sind.

Mit dabei war auch Wolfsbotschafterin Alba, eine Podenca aus Spanien. Der Pavillon von Wolfsschutz-Deutschland e.V. war Anlaufstelle für viele Leute,  die sich über ein mögliches Zusammentreffen von Wolf, Mensch und Hund informieren wollten. Gudrun Zimmermann und Klaus Giar konnten dabei so manche Vorbehalte ausräumen.

Gudrun Zimmermann: „Ich  war erstaunt über die gute Sachkenntnis der interessierten Besucher am Stand, die sich vor allem nicht einverstanden zeigten mit dem politischen Umgang mit dem Wolf. “ Auch deswegen war der aktuelle Flyer von Wolfsschutz-Deutschland e.V. zum Thema „Lex Wolf“ sehr gefragt. Viele kannten die Einzelheiten dieser Gesetzesänderung nicht und waren erbost darüber, wie einfach künftig Wölfe abgeschossen werden könnten, sollte diese Gesetzesänderung in Kraft treten.

Klaus Giar freute sich darüber, dass zahlreiche Standbesucher nachfragten, was sie gegen diese Pläne der Politik tun und wie sie die Arbeit des Wolfsschutzes unterstützen könnten.  Und wer zunächst etwas Scheu hatte, sich am Vereinsstand zu informieren, den nahm Podencahündin Alba mit ihrem südländischem Charme rasch die Hemmschwelle.

 

Klaus Giar informierte zusammen mit Gudrun Zimmermann über die Wölfe in Deutschland.

Zu kaufen gab es unter anderem die neuen T-Shirts von Wolfsschutz-Deutschland e.V., Cups und die Buttons. Demnächst gibt es das alles auch über unsere Webseite hier zu bestellen. Fazit: Ein gelungenes Sommerfest mit intensiven Gesprächen mit Menschen, die viel über die Wölfe erfahren haben.

Brandstiftung in Mecklenburg-Vorpommern, um Wölfe zu vernichten? Kein Mitleid mit Haus- und Wildtieren!

Beispielbild Wolfshund

Wegen des große Waldbrandes in Mecklenburg-Vorpommern müssten und mussten viele Wildtiere und auch Haustiere fliehen. Viele weitere Haustiere wurden dort sogar im Stich gelassen, weil es für Bewohner zu gefährlich gewesen sein soll. Gestern meldeten die Feuerwehren, dass der Brand zwar noch nicht gelöscht werden kann, aber zumindest unter Kontrolle wäre.

Völlig ohne Mitgefühl?

Was machte die SVZ schon 2017 aus einer Hundesichtung? Sie nahm diese zum Anlass, gegen das in der Lübtheener Heide ansässige Wolfsrudel zu hetzen.

Waldbrand in Lübtheener Heide durch Brandstiftung? Offenbar ja. Die Kripo bekam laut NDR bislang gut 60 Hinweise zu einer möglichen Brandstiftung. Aber warum Brandstiftung? Wer würde so etwas tun? Sicher gibt es einige denkbare Gründe für eine solche Tat. Doch folgt man der uralten Frage „cui bono“ oder „Wem nützt es?“ drängt sich in diesem Falle auch ein fast unvorstellbares, absurdes Tatmotiv auf, nämlich die gezielte Vertreibung / Vernichtung eines in der Lübtheener Heide schon länger ansässigen und wiederholt in die üblich schlechten Schlagzeilen gebrachten Wolfsrudels. An den typischen Gegnern auch dieser Wolfsfamilie scheint es nach Medienberichten bis hoch in die Landesregierung nicht zu mangeln. „Auf diese Nachbarn könnten wir verzichten“, so die im Beitrag unten zitierte Aussage einer Anwohnerin.

Wurde der Brand absichtlich gelegt, um das Wolfsrudel zu vernichten?

Brandstiftung zur Wolfsvernichtung – klingt wie eine Verschwörungstheorie. Doch dieser Begriff wird seit jeher vor allem von den Verschwörern selbst in Umlauf gebracht, um ihre Tat in der Öffentlichkeit als vollkommen absurd erscheinen zu lassen. Doch angesichts des in Medien geschürten und in einschlägigen Internetforen verbreiteten, z.T. militanten Hasses gegen den hier wieder heimisch gewordenen Wolf scheint ein solches Tatmotiv alles Andere als absurd.

Aktive und ehemalige Truppenübungsplätze wurden aufgrund ihrer Abgeschiedenheit zum bevorzugten Siedlungsgebiet von sich wieder etablierenden Wolfs-Familien in Deutschland. Zufall oder nicht, die in 2018 wie in diesem Jahr bisher größten Waldbrände in Brandenburg und Mecklenburg tobten auf ehemaligen Truppenübungsplätzen mit etablierten Wolfs-Familien. Und das ist keine Spekulation sondern eine Tatsache. Ebenso eine Tatsache ist es, dass illegale Tötungen des streng geschützten Wolfes durch Schusswaffen noch immer eine der Haupttodesursachen bei Wölfen in Deutschland darstellen. Und wem Gesetze gegen das illegale Feuern aus Waffen egal sind, dem sind auch andere als Mündungsfeuer gegen Wölfe zuzutrauen.

Dr. Hans-Holger Liste

Hier der Hetz-Artikel, der schon 2017 gegen das dort ansässige Rudel mobil machte –

WÖLFE IN JESSENITZ:„Auf diese Nachbarn könnten wir verzichten“

In Jessenitz wurde dieser Wolf aus der Lübtheener Heide nur fünf Meter vor der Haustür fotografiert.
 privat
In Jessenitz wurde dieser Wolf aus der Lübtheener Heide nur fünf Meter vor der Haustür fotografiert. Anmerkung: Wolfsschutz Deutschland e. V. Dies ist keinesfalls ein Wolf, sondern ein Hund oder Wolfshund.

– Quelle: https://www.svz.de/17803386 ©2019Quelle: https://www.svz.de/17803386 ©2019

Hier ein aktueller Bericht zur Lage, zum Weiterlesen: „Tiere bleiben im Flamme-Inferno zurück“ https://www.ostsee-zeitung.de/Nachrichten/MV-aktuell/Waldbraende-Luebtheen-Tiere-bleiben-im-Flammen-Inferno-zurueck

Lies open end? Obwohl Wolf im DNA-Ergebnis ausgeschlossen wurde, schießen sich Lies und die CDU weiter auf das Gnarrenburger Rudel ein

Waaaaaaas? Selbst unser Beispielwolf kommt hier aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

Weiter geht es mit dem Niedersächsischen Wolfsmärchen. Während sich die Städte Hanau, Steinau, Kassel und Weimar damit rühmen, Aufenthaltsorte der berühmten Märchensammler gewesen zu sein, macht sich die Kleinstadt Steinfeld in Niedersachsen unfreiwillig auf, neue Hochburg in Punkto Märchengeschichten in der Tradition der Brüder Grimm zu werden. Während die Bürger dort genug von alternativen Fakten zu haben scheinen, übertreffen sich Umweltminister Lies und die CDU sowie AfD mit völlig sinnfreien Aktionen. So soll das Gnarrenburger Rudel besendert werden, obwohl es längst entlastet wurde. 

Was war geschehen? Ein Friedhofsgärtner soll behauptet haben, dass ihn ein schwarzer Wolf in den Arm gebissen habe und drei weitere weiße Wölfe hätten dabei zugesehen. Dies war der Auftakt zu einer Medienhysterie, die ihresgleichen sucht. Fakten schienen niemanden zu interessieren. Auch nicht, dass es in Deutschland gar keine weißen und schwarzen Wölfe gibt. Aufnahmen des Gnarrenburger Rudels beweisen, dass die Wölfe dort eben wie Wölfe gefärbt sind: nämlich grau. Selbst die Medien ruderten jetzt zurück. Doch der Bürgermeister eines Nachbarorts, der ausgerechnet auch noch Herr Holle heißt, Umweltminister Lies sowie die Jägerschaft und die CDU können es bis heute, trotz anders lautender DNA von Katze, Hund und Reh, nicht ertragen, dass es kein Wolf gewesen war. Für diese Damen und Herrschaften kann es nur ein Wolf gewesen sein. Enttäuscht wäre er vom Ergebnis, sagte Lies sogar auf einer Pressekonferenz.

Faktenresistente Politiker?

Die CDU forderte gar ein neues Gutachten, die Kompetenz des Senckenberginstitutes wurde sogar angezweifelt und auch Umweltminister Lies (SPD) scheint nun vollkommen faktenresistent zu sein. Dass sogar die Polizei inzwischen ihre unkorrekte Meldung gelöscht hat, hält ihn nicht ab, auf seinem „ABERESMUSSDOCHEINWOLFGEWESENSEIN-Kurs“ weiter auf seinem Weg ins Lächerliche zu schreiten. Ob das der Wähler toleriert? Unklar.

Möchte Lies jetzt dennoch mit allen Mitteln das Gnarrenburger Rudel besendern lassen, um ihm doch noch die Untat, die es gar nicht gab, nachzuweisen? Weil aber bereits ein Wolf des Munster-Rudels zu schlau ist und einfach nicht in eine Kastenfalle gehen will, will Lies nun so genannte Drittanbieter zum Zuge kommen lassen. Sogar umstrittene Schlagfallen und Schlingen sollen dabei zum Einsatz kommen. Sie sind von der EU genehmigt worden. So genannte Soft Catch Traps hinterließen bei Menschen, die die Wirkung an der eigenen Hand vorführten, Quetschungen und offene Wunden. Was mit einem Wolf passiert, der eine offene Wunde durch eine solche Falle erleidet, mag man sich nicht vorstellen. Eine solche Wunde kann sich leicht infizieren, ein Wildtier kann man nicht weiter behandeln. Eine Pressesprecherin des Ministeriums bestätigte uns telefonisch am Freitag, dass nach Meinung des Ministeriums der Fall weiterhin nicht aufgeklärt sei. Maßgeblich sei noch immer die Aussage des städtischen Mitarbeiters. Er hätte einen Wolf gesehen, also sei der Wolf auch noch immer nicht ausgeschlossen. Dass die Kreiszeitung stur bei der Version bleibt, dass der Mann lediglich von einem „Tier“, bzw. Tieren und nicht von Wolf, bzw. Wölfen gesprochen haben soll, kommentierte die Pressesprecherin nicht.

Laut Managementplan müsste zuerst ein Arbeitskreis gebildet werden

Als Grund für die Besenderung reiche die Aussage des Mannes, der sich uns gegenüber nicht äußern wollte, aus. Und das, obwohl eine DNA-Analyse die Aussage des Mannes nicht bestätigt. Weil es sich um eine Managementmaßnahme und nicht um Forschung handele, müsse man auch keine weiteren Genehmigungen abwarten. Wir sehen dies anders. Im Niedersächsischen Managementplan ist aufgeführt, dass bevor Maßnahmen an Wölfen getroffen werden dürften, erst ein Arbeitskreis zusammentreten müsse, der berät und Vorschläge unterbreitet. Dies ist aber keinesfalls bislang geschehen.

Auskunft darüber, was eine solche Besenderung kostet, erhielten wir nicht.

Offener Brief an Bernd Lange – Sächsischer Schießbefehl widerspricht dem eigenen Wolfsmanagementplan!

Offener Brief an:

Bernd Lange

Landratsamt Görlitz

Bahnhofstraße 24

02826 Görlitz

 

Postanschrift

Landratsamt Görlitz

PF 30 01 52

02806 Görlitz

 

03581 663-0

info (at) kreis-gr.de

 


Bitte nehmen Sie sofort den Schießbefehl auf den Wolf bei Weißkeißel/LK Görlitz zurück!

 

Sehr geehrter Herr Lange,

 durch verschiedene Presseartikel haben wir davon erfahren, dass das Landratsamt zusammen mit der unteren Naturschutzbehörde eine Abschussfreigabe auf einen Wolf bei Weißkeißel erlassen hätte. Vom Kontaktbüro erhielten wir die Auskunft, dass auch eine entsprechende Presseerklärung an Tageszeitungen gegangen wäre. Trotz mehrmaligem Kontaktversuch per Mail wurde uns die PM vom Landratsamt Görlitz nicht zugesendet, bzw. es wurde zurück geschrieben, dass es keine PM zum Abschussbefehl gäbe. Die Eckdaten haben wir uns also aus Artikeln und durch Telefonate mit dem Kontaktbüro sowie durch Interview mit dem betroffenen Hundehalter vor Ort beschafft.

Wir widersprechen der Abschussfreigabe auf einen Wolf bei Weißkeißel. Der Vorfall, bei dem ein Hund zu Tode kam, soll am 31.12.17 in Weißkeißel stattgefunden haben. Am 08.01.2018 wurde ein Wolf bei Kauschwitz von einer Fotofalle aufgenommen. Fakt ist, dass es bis Dato kein DNA-Ergebnis (laut Auskunft Kontaktbüro) zum toten Hund bei Weißkeißel gibt. Also ist es bei diesem Vorfall nicht einmal sicher, ob überhaupt ein Wolf im Spiel war und selbst wenn ein Wolf einen kleinen Mischlingshund getötet haben sollte, ist noch lange nicht bewiesen, dass es sich um den Wolf handelt, der bei Krauschwitz in die Fotofalle gelaufen ist. Zur Zeit beginnt die Saison der Jungwanderwölfe. Es können also durchaus mehrere Wölfe in der Gegend unterwegs sein. Bei unserem persönlichen Gespräch mit dem Hundehalter verwickelte sich der Mann in Widersprüche. Nachbarn gaben die Auskunft, dass der Mischling schon öfters alleine herumgestreunt sei. Vom Kontaktbüro erhielten wir die Auskunft, dass der Wolf mit einer Katze im Maul gesehen worden sei. Bilder davon gäbe es nicht. Allerdings stünde im Managementplan, dass Wölfe die Katzen fressen, getötet werden dürften. Wir haben im Managementplan keinen Passus über Vorfälle mit Katzen gefunden. Auch beruft sich der angebliche Vorfall rein auf Hörensagen.

Die Tötung eines Hundes durch einen Wolf ist keine widernatürliche Handlung oder eine Verhaltensauffälligkeit. Der Biologie des Wolfes nach gibt es drei Möglichkeiten, wie ein Wolf mit einem Hund umgehen kann, der, sehr wahrscheinlich in diesem Fall sogar allein,  in dessen Revier unterwegs war. Entweder betrachtet der Wolf das Tier als Spielpartner, Sexualpartner oder als Beute. Sollte der Wolf tatsächlich den Hund getötet haben, so hat er hier ganz offenbar seiner Biologie nach die dritte Variante gelebt, also kein unnatürliches Verhalten gezeigt.  Durch das Herumstreunen von Haustieren, wie Katze und Hund, können Wölfe generell – vor allem mitten im Wolfsgebiet – in die Nähe von Ortschaften angelockt werden. Darunter vor allem Jungwölfe durch ihre Neugierde.  Dies stellt noch kein abnormales Verhalten dar. Ein Beobachtungszeitraum von zwei bis drei Wochen ist hierfür noch überhaupt nicht aussagekräftig!

Laut Kontaktbüro müsse der bei Krauschwitz in der Fotofalle abgebildete Wolf zudem „erlöst“ werden, da er unter Räude leiden würde. Wir widersprechen. Zum ist eine solche Diagnose alleine anhand eines Bildes nicht sicher zu stellen und zum anderen widerspricht das Töten eines Wolfes wegen Räude dem sächsischen Wolfsmanagementplan. Siehe Punkt 5.6.

Zitat aus dem sächsischen Managementplan, Punkt 5.6: „Wölfe können von Krankheiten und Parasiten befallen werden und entsprechende Symptome aufweisen. Diese allein rechtfertigen jedoch kein Eingreifen. Erkrankte oder parasitierte Wölfe sind nicht gefährlicher als gesunde Wölfe. Beobachtungen solcher Tiere sind im Rahmen des Monitorings zu melden (siehe 8.5.3). Andere Maßnahmen sind nicht gerechtfertigt – außer bei Verdacht auf anzeigepflichtige Tierseuchen wie Tollwut (siehe dazu Kapitel 5.4.)

Rechtlicher Hintergrund: Der Wolf steht im Anhang IV der FFH Richtlinien und ist somit sogar eine besonders streng geschützte Art. Laut BNatSchG §44 1. ist es verboten, Tiere der besonders geschützten Art zu töten.

Zudem heilt sich Räude bei vielen Wölfen auch wieder von selbst aus. Die Lösung dafür ist  ein Einfangen bzw. Betäuben und späteres Auskurieren in einem Wildtiergehege (z.B. Weißwasser).  In Italien haben ähnliche Maßnahmen schon stattgefunden. Ein Wolf in Auffangstation wieder aufpäppeln und danach in die Freiheit entlassen. Auch in Sachsen wurde bereits ein am Bein verletzter Wolf eingefangen, aufgepäppelt und wieder freigelassen.

Rechtlicher Hintergrund:

 Der Wolf wird durch folgende internationale Rechtsvorschriften streng geschützt:

– Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) Anhang II
– EG Verordnung 338/97 Anhang A
– FFH Richtlinie 92/43/EWG Anhang II; prioritäre Art
– FFH Richtlinie 92/43/EWG Anhang IV
– Berner Konvention Anhang II

 Nach Abs.2. ist es verboten, Tiere der streng geschützten Art während der Fortpflanzung, Aufzucht (…) erheblich zu stören.

Die letale Entnahme des Wolfes wird laut Ihrer Aussage nach §45 BNatSchG entschieden. Hierbei muss darauf hingewiesen werden, dass eine Ausnahme nur zugelassen werden darf, wenn alle zumutbaren Alternativen ausgeschöpft wurden. Dabei ist der Artikel 16 Absatz 1 92/43 EWG von 1992 zu beachten.

Der aktuelle Handlungsablauf zur Maßnahme „Entfernung des Wolfs bei Weißkeißel, verstößt insbesondere gegen den im Punkt 5.4 und 5.6 „Umgang mit auffälligen Wölfen“ „paratisierte Wölfe“ im Managementplan für den Wolf in Sachsen (3. Fassung – Stand Februar 2014), vorgeschriebenen Handlungsablaufs. Der Managementplan für den Wolf in Sachsen basiert auf gültigen internationalen und nationalen Rechtsvorschriften und ist rechtswirksam. Ein Verstoß gegen die im Managementplan für den Wolf in Sachsen implementierten gültigen internationalen und nationalen Rechtsvorschriften, würde schwerwiegende Sanktionen, in Form von finanziellen Belastungen für Deutschland, insbesondere für das Land Sachsen verursachen.

Punkt 5.6: „Wölfe können von Krankheiten und Parasiten befallen werden und entsprechende Symptome aufweisen. Diese allein rechtfertigen jedoch kein Eingreifen. Erkrankte oder parasitierte Wölfe sind nicht gefährlicher als gesunde Wölfe. Beobachtungen solcher Tiere sind im Rahmen des Monitorings zu melden (siehe 8.5.3). Andere Maßnahmen sind nicht gerechtfertigt – außer bei Verdacht auf anzeigepflichtige Tierseuchen wie Tollwut (siehe dazu Kapitel 5.4.).

Wir bitten Sie dringend, Ihre Entscheidung zu überdenken und die Abschussverfügung zurückzunehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Alexander Januszkiewicz (Zoologe)

Brigitte Sommer (Öffentlichkeitsarbeit)

www.wolfsschutz-deutschland.de