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Wolf Billy aus Niedersachsen in Frankreich erschossen

Über eintausend Kilometer ist Jungwolf Billy aus dem Herzlaker Rudel gewandert. Auf der Suche nach einem eigenen Revier verschlug es das Jungtier erst in die Eifel und dann passierte Billy ein verhängnisvoller Fehler. Er wanderte weiter nach Frankreich bis in die Südvogesen. Wegen abgeblich vielen Nutztierrissen wurde Billy dort erschossen. Dass es sich tatsächlich um den Wolf aus dem Herzlaker Rudel handelte, ergaben Genanalysen. Gleichzeitig gibt es neue Wolfsnachweise in der Eifel.

Wolf Billy ©Hermann Starlingreizen.

Frankreich erschießt jährlich zirka 40 Wölfe. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. erachten dies als einen unhaltbaren Zustand, doch Vereine und Verbände sind machtlos gegen diese Praxis, da Frankreich das EU-Wolfsschutz-Abkommen nur unter der Bedingung unterzeichnet hatte, dass es weiter eine bestimmte Anzahl von Wölfen erschießen darf. Diese Praxis erschwert Wanderwölfen aus Spanien, der Alpenregion und Italien das Fortkommen nach Norden und es erschwert auch einen Genaustausch. Zudem verhindern diese Abschüsse keine Risse. Denn die Nutztiere werden schlecht bis gar nicht geschützt. Wer Wolfsabschuss dem Nutztierschutz vorzieht, handelt ebenso kaltzerzig wie unsinnig.

Dass Wölfe für sie attraktive Gebiete immer wieder neu besetzen, belegen nun neue Nachweise in der Eifel.

Neue Wolfsnachweise in der Ahreifel und bei Remagen

DNA-Proben belegen einen oder mehrere Wölfe als Verursacher von Nutztierrissen.

Das Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen hat anhand von DNA-Proben Wölfe als Verursacher von zwei Nutztierrissen identifiziert. Am 16. Februar wurden zunächst in der Verbandsgemeinde Adenau acht Schafe getötet und fünf weitere verletzt. Vier Lämmer sind dort noch vermisst. Zwei Tage später gab es einen weiteren Vorfall auf der Gemarkung Remagen, bei dem vier Schafe getötet und drei weitere verletzt wurden. In beiden Fällen waren die Schafe nicht durch wolfssichere Zäune geschützt. Die Verbandsgemeinde Adenau gehört zu der sogenannten Pufferzone, in der bereits seit 2019 wolfssichere Zäune vom Land gefördert werden.

Die Individualisierung des Wolfes oder der Wölfe steht noch aus. Da die beiden Rissorte nur etwa 40 Kilometer auseinanderliegen, könnte es sich durchaus um denselben Wolf handeln.

Hier die Pressemitteilung: https://mueef.rlp.de/de/pressemeldungen/detail/news/News/detail/wolf-billy-ist-tot/?fbclid=IwAR0GUKHqanmErbmdJG04_B4Iyvs4vH0BF1ShxVrD6KkmpPZlDUbmAvdcboI

Wolfsnachweise in Rheinland-Pfalz: https://snu.rlp.de/de/projekte/woelfe/verbreitung-recht/wolfsnachweise-rlp/

https://mueef.rlp.de/de/pressemeldungen/detail/news/News/detail/umweltministerium-informiert-neue-wolfsnachweise-in-der-ahreifel-und-bei-remagen/?fbclid=IwAR3_NNc0xaDJnm4Rtcnpx2ZbHbxYPl5rOKFcDnLO5a-eIaDuFIo0-aPjI6c

Informationen über das Rudel im Niedersächsischen Herzlake: https://www.wolfsmonitoring.com/monitoring/wolfsterritorien/territorium_herzlake/

 

9 Gedanken zu „Wolf Billy aus Niedersachsen in Frankreich erschossen

  1. Wer nicht für den Schutz der Herdentiere sorgt, aber jeden Wolf abschießen will, der dann eben Risse verursacht, der handelt gegen die Natur, kaltherzig und dumm. Wölfe sind ein wertvolles Glied in unserem Ökosystem, auch die Franzosen sollten das endlich begreifen.

  2. Dass Frankreich bei Vertragsabschluss eine extra Wurst gebraten wurde, ist nicht nach vollziehbar. Die EU wurde gebildet, damit europäische Länder eine gemeinsame Lösung in wichtigen Bereichen finden und einen gemeinsamen Weg gehen. Dass man Frankreich nun vor Jahren gestattete, jährlich 40 Wölfe zu töten, war aus Sicht des Naturschutzes nicht richtig. Auch bin ich der Meinung, dass die restlichen EU Länder im Laufe der Jahre einen Antrag auf Streichung dieser Klausel hätten stellen müssen. Was daraus geworden ist, sehen wir jetzt. Der beratungsresistente und von Borniertheit geprägte UM Lies strebt nun genau diese Variante an, obwohl Deutschland keine Ausnahme Klausel im Vertrag hat. Permanent und gebetsmühlenartig verkündet er öffentlich, dass auch Niedersachsen (er, Lies) solche Abschüsse vornehmen wird. Ich befürchte, dass da noch einige Nachahmer auftauchen werden. Das sieht nicht gut aus für unsere Wölfe, denn bis politisch endlich einmal etwas passiert, hat der Nieders.UM bereits viele Wolfsfamilien zerstört. Unfassbar!

  3. Schade, dass unsere Politiker in Europa scheinbar alle so beratungsresistent sind! Es ist, wie in diesem Fall, vollkommen unsinnig, Wölfe abzuschießen, da sie entweder wieder zuwandern oder sich reproduzieren. Wölfe begrenzen sich durch das Besetzen und Verteidigen von Territorien selbst, was ist daran so schwer zu begreifen?! Die einzige Alternative, die bleibt, ist der Schutz der Nutztiere. Vergleicht man die durch Wölfe gerissenen Nutztiere mit den Fallzahlen der Nutztiere, stellt man fest, dass der Verlust durch Wölfe marginal ist. In Deutschland verrecken jedes Jahr 13 Millionen Schweine schon während der Mast, sie erreichen erst gar keinen Schlachter. Hier sollten unsere Politiker schleunigst tätig werden.

    1. Ich gebe Herrn Wempe Recht und Diejenigen, von denen er spricht, wissen auch, dass es anders ist, als das, was sie verbreiten. Diesen Blödsinn (Jägerlatein) gab vor einiger Zeit der „Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen“ Dammann-Tamke SPD) von sich. Der Typ (MDL im Nieders. Landtag) forderte bereits vor längerer Zeit in den Medien, bevor Lies genau dieses Thema publik machte, dass Deutschland mit Wolfsabschüssen genau so verfahren solle, wie Frankreich, weil wir sonst von Wölfen „überrannt“ werden. Auf mein Schreiben hin, in dem ich die von ihm öffentlich geforderten, illegalen Tötungen und auch die nicht mehr zu stoppende Anzahl an Wölfen in unserem Land widerlegte, habe ich bis heute keine Nachricht erhalten. Jäger, Nutztier/Hoppy -Tierhalter gehen mit dem gleichen Prinzip vor, wie die DDR Bonzen das gemacht haben. Sie suggerieren der Öffentlichkeit gebetsmühlenartig Unwahrheiten und zwar so lange, bis eine große Zahl von Menschen diese Lügenkampagnen glauben. Meiner Meinung nach, ist Dammann-Tamke auch DERJENIGE, welcher diese kranken Ideen ausbrütet und Lies zu flüstert. Letzterer fühlt sich als „Der große Macher“, wenn er dann damit in den Medien auftritt und diesen Ideen reichen Schrott bekannt gibt. Auf solche Kreaturen können und wollen wir Bürger/Wähler in der Politik gern verzichten!!!

    1. Als ich dies las,kam mir der Kaffee von gestern hoch.Und wieder..immer wieder…Ehrlich gesagt,kann ich es nicht mehr lesen,weil die Bestie Mensch,zum grössten Teil,egoististisch,verantwortungslos und ohne jedwedige Hemmschwelle agiert.Ich schäme mich zu solch einer Art zu gehören.;-(((
      Nur das ich dies alles nie billigen würde.Es wird doch für die Weidetierhalter subventioniert,es ist denen lediglich zu viel Aufwand.Dies sah ich x-mal im TV (ja die sagen das auch noch,das es zuviel Arbeit macht)
      Egal,ob Frankreich…oder sonstwo.
      Jedes Tier,jeder Wolf hat ein Recht auf Leben. Mir reicht schon das die Füchse in diesen Monaten wieder gejagd und gequält werden,von irgendwelchen Hobbyjägern(sorry OT)nur platzt mir echt der Kragen.
      ICH erwarte,verlange auch von den sog.Volksvertretern(Verdrehern..ups)das diese ein Vorbild sind,und keine Waldtiere abschiessen,nur weil sie nicht in ihr Konzept passen.
      Wenn dies weiter so gehen sollte,dann gibt es uns auch nicht mehr.
      Wissen die arroganten Fatzgen nur nicht…
      Dies ist noch human ausgedrückt.Könnte weinen vorr Wut,Trauer und Hilflosigkeit.
      Dennoch danke ich dem WSD weiterhin für seinen unermüdlichen Einsatz. Nur könnt ihr nicht überall sein.

  4. Auch hier wäre zu prüfen ob die französischen Wolfsabschüsse NICHT mit internationalen Artenschutzvereinbarungen denen Frankreich beigetreten ist, zu vereinbar sind- was zu vermuten ist. Auf jeden Fall verstößt Frankreich damit aber gegen diverse EU-Richtlinien zum Artenschutz, boykottiert und konterkariert die Bemühungen anderer Mitgliedsstaaten zum Artenschutz. Es wäre hier natürlich wünschenswert wenn EU-Abgeordnete aus den EU-Tierschutzparteien die dort vertreten sind hier einmal tätig werden (von den Grünen kann man es wohl nicht mehr erwarten: dort brummt man offensichtlich nicht einmal mehr laut, wenn Frankreich die Laufzeiten seiner Kernkraftwerke einfach eben mal so um 10 Jahre anhebt) und prüfen könnten, ob hier ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Frankreich und Deutschland angeleiert werden könnte. Zu Fordern wären auch (insbesondere im BRD-Wahljahr 2021) in allen nationalen Parlamenten eigene Tierschutz-Ministerien, in denen sich intensiv mit solchen Belangen beschäftigt und die Arbeit von Landwirtschafts-und Umweltministerium sowie Belange internationalen Rechts mit-koordiniert wird.
    Anzumerken ist auch, dass der (Jagd-und Ausrottungs-Wahnsinn offensichtlich Methode hat, denn dass mit den derzeitigen Methoden aus einzelnen Tieren wieder tragfähige Populationen ergeben, die ihre Kultur an ihre Nachkommen weitergeben können, was eben nur in größerer Anzahl möglich ist (ohne aus purer vom Menschen verursachten Not zu „Bettlern & Dieben“ zu werden), kann man getrost nur noch seinen Kindern (und Wählern) genauso wie das „Rotkäppchen“ zum einschlafen mitgeben

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