Allgemein

NRW – Jetzt ist es offiziell: Bei Eitorf im Rhein-Sieg-Kreis lebt eine komplette Wolfsfamilie

Veröffentlicht am
Beispielbild @ Brigitte Sommer

Die Auswertung von Bildmaterial aus dem südlichen Nordrhein-Westfalen durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) bestätigt erstmals den Nachweis einer Wolfsfamilie in der Kommune Eitorf im Rhein-Sieg-Kreis. Das Territorium liegt im Grenzgebiet von NRW und Rheinland-Pfalz. Aktuell würden durch das LANUV weitere Hinweise aus dem Rhein-Sieg-Kreis überprüft und bewertet werden, heisst es in einer Pressemitteilung.

In Nordrhein-Westfalen gab es bisher Nachweise einzelner durchziehender Wölfe sowie drei territorialer Wölfe in den Wolfsgebieten Schermbeck, Senne und Eifel-Hohes Venn. Der Nachweis einer Paarbildung und eines Wolfsnachwuchs konnte erstmals geführt werden.

Im Rhein-Sieg-Kreis sowie in den angrenzenden Kreisen und Gemeinden (Kreis Olpe, Kreis Siegen-Wittgenstein, Oberbergischer Kreis, Rheinisch-Bergischer Kreis) existieren bereits ausgewiesene Förderkulissen, abgegrenzt durch das Wolfsverdachtsgebiet Oberbergisches Land und die Pufferzone Stegskopf. Die Ausweisung dieser Gebietskulissen ist insbesondere für die Nutztierhaltung von großer Bedeutung. Das Land Nordrhein-Westfalen bietet in Wolfsverdachtsgebieten, Wolfsgebieten und Pufferzonen auf der Grundlage der „Förderrichtlinie Wolf“ eine Förderung von Investitionen in vorbeugende Maßnahmen zum Herdenschutz (Präventionsmaßnahmen) an. Gefördert werden der Erwerb von Elektrozäunen sowie die wolfsabweisende Optimierung bestehender Zäune. Mit dem Nachweis eines territorialen Wolfsrudels im Wolfsverdachtsgebiet Oberbergisches Land werden diese beiden Förderkulissen in der nächsten Zeit in ein Wolfsgebiet mit umgebender Pufferzone umgewandelt.

Weitere Informationen zu den Förderkulissen, zur Förderrichtlinie Wolf sowie zu Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen sind zu finden unter https://wolf.nrw/wolf.

Allgemein

Auch in Rheinland-Pfalz werden Wölfe als Verursacher für den Tod von Kälbern ausgeschlossen

Veröffentlicht am

Umweltministerium informiert: Wolf nicht für drei tote Kälber im Hunsrück verantwortlich

Wölfe fressen hauptsächlich Reh, Hirsch und Wildschwein. Der Anteil an so genannten Nutztieren in ihrer Nahrung ist verschwindent gering. Beispielbild ©Brigitte Sommer
DNA-Proben schließen Wolf als Verursacher für Tod von drei Kälbern aus / Ein Ergebnis noch ausstehend

Seit Mitte Juni gingen in einem Zeitraum von etwa zehn Tagen bei der Wolfshotline Meldungen zu vier toten Kälbern in der Region Hunsrück ein. Die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz hat die Tiere begutachtet, DNA-Proben entnommen und zur Untersuchung an das Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen geschickt. Für drei der vier Fälle liegen abschließende Ergebnisse vor: Der Wolf kann als Verursacher ausgeschlossen werden. Die Tiere wurden nach ihrem Tod durch Sekundärnutzer, zum Beispiel dem Fuchs, genutzt.

In einem Fall steht das Ergebnis noch aus und wird in den nächsten Wochen erwartet.

Hintergrund
Bisher wurden seit 2012 etwa 13 Einzeltiere in ganz Rheinland-Pfalz nachgewiesen. Sobald Wölfe genetisch oder anhand einer Foto- oder Videoaufnahme bestätigt wurden, werden die Nachweise online veröffentlicht unter: https://snu.rlp.de/de/projekte/woelfe/verbreitung-recht/wolfsnachweise-rlp/

Bereits 2012 hat das Ministerium vorausschauend gehandelt und noch vor den ersten Wolfsnachweisen einen Wolfsmanagementplan erstellt. Nutztierrisse werden zu 100 Prozent entschädigt, wenn sie nachweislich von einem Wolf verursacht wurden. Darüber hinaus können bei der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU) sogenannte „Notfallzäune“ kostenlos ausgeliehen werden, wenn Weidetiere im Bereich eines Wolfsrisses nur unzureichend geschützt sind. Ziel ist immer, dass sich Wölfe nicht an das Reißen von Weidetieren gewöhnen. Dies ist am besten durch geeignete Zäune zu erreichen. Informationen zur Zauntechnik und zu den Fördermöglichkeiten gibt es auf der Internetseite unter: snu.rlp.de/de/projekte/woelfe/woelfe-und-nutztierhaltung/

Viele Bauern möchten wohl die Entschädigungssummen kassieren und machen hier im Falle von toten Kälbern Wölfe verantwortlich. Dabei sterben die meisten Nutztiere, die ihren Schlachttermin nicht erreichen, an ganz anderen Ursachen. Darunter Krankheiten und auch oft Vernachlässigung.

Quelle: https://mueef.rlp.de/de/pressemeldungen/detail/news/News/detail/umweltministerium-informiert-wolf-nicht-fuer-drei-tote-kaelber-im-hunsrueck-verantwortlich/?no_cache=1&cHash=ad6f3684fc0ed857ccee282edb44a1ea