Abschussgenehmigung im Allgäu gestoppt – Gericht gibt Eilantrag statt

Das Verwaltungsgericht Augsburg hat die Verlängerung der Abschussgenehmigung für den Wolf GW5224m im Eilverfahren kurz vor Ablaufen außer Vollzug gesetzt. Warum wir dennoch keine Entwarnung sehen, erklären wir in unserem Artikel. 

Ein Verband hat erfolgreich geklagt. Damit ist klargestellt, dass auch eine mögliche weitere Verlängerung oder Neuerteilung hohen rechtlichen Hürden unterliegt. Das Landratsamt hatte die ursprünglich bis 31. Mai befristete Genehmigung bis zum 8. Juni verlängert. Wir protestierten auf das Schärfste: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/06/05/wolfsschutz-deutschland-e-v-protestiert-gegen-verlaengerung-der-abschussgenehmigung-fuer-gw5224m-im-allgaeu/
In der Abschussverfügung selbst, die uns mittlerweile per UIG-Antwort vorliegt, wird unter anderem ein dreilitziger (dreisträngiger) Zaun als angeblicher Herdenschutz angeführt – dabei bietet so etwas nachweislich keinen ausreichenden Wolfsabwehr-Effekt.

Wichtige Erkenntnisse

Dieser Vorgang bestätigt unsere Einschätzung, dass es im Allgäu vor allem darum geht, das Gründen von Territorien, Paar- und Rudelbildung zu verhindern. Gleichzeitig erhielten wir aus Behördenkreisen einen anonymen Hinweis, der unsere Bewertung untermauert: Intern sei von Anfang an klar gewesen, dass die Abschussverfügung in dieser Form rechtlich kaum Bestand haben würde – und dennoch wurde sie erlassen und verlängert. Wir sehen darin eine große Gefahr für eine darauf folgende illegale Beseitigung von GW5224m. In Bayern sind in den vergangenen Jahren bereits mehrere Wolfsrudel, wie zum Beispiel das Altmühltalrudel und Einzelwölfe plötzlich „verschwunden“ – ein besorgniserregendes Muster. Der Fall zeigt außerdem: In Regionen mit noch wenigen Wölfen haben juristische Schritte von Verbänden weiterhin Erfolgschancen. In etablierten Wolfsregionen wird es hingegen zunehmend schwieriger.

Klagen alleine reichen dennoch nicht aus

Es braucht zusätzlich eine aktive Präsenz vor Ort, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, Zaunsituationen zu dokumentieren, und zwar bereits im Vorfeld von Rissen Öffentlichkeitsarbeit zu leisten und illegale Nachstellungen zu verhindern oder zumindest zu erschweren und zu dokumentieren.

Politischer Kontext

Die harte Linie Bayerns wird von führenden Politikern immer wieder offen formuliert. Ministerpräsident Markus Söder sagte sinngemäß: „Der Wolf gehört hier nicht her“ und „Ein Riss reicht“. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger fordert regelmäßig eine schnelle und unkomplizierte Bejagung von Wölfen. Statt symbolischer und rechtlich fragwürdiger Abschussgenehmigungen, die auf unzureichendem Herdenschutz basieren, brauchen wir endlich einen konsequenten, flächendeckenden Herdenschutz und Aufrichtigkeit gegenüber den wahren Problem in der Landwirtschaft. 

Tretet unserem Verein bei, unterstützt uns mit einer Mitgliedschaft und helft mit, damit wir noch stärker werden können. Nur mit aktiver Präsenz vor Ort und starken Strukturen können wir effektiv Wölfen helfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden/

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

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5 Gedanken zu „Abschussgenehmigung im Allgäu gestoppt – Gericht gibt Eilantrag statt

  1. diese ideologischen privatmeinungen sind für vertreter öffentlicher ämter unzulässig und gehören nicht in den öffentlichn diskurs.. diese bierzeltbayrische art..
    dr gemeinwohlpolitik ist wenig wissenschafts u.allgemeinnützlich.daher bemerken bereits viele das söder und aichinger nicht in den bayrischen landtag gehören.wie gesagt grundrechtswidrige behauptungen zu favorisieren ist eine beschädigung der öffentlichen steuerfinanzierten ämter.

  2. Söder und Aiwanger stehen für Politiker ohne Empathie, Verstand und Wissen über die Natur. Es ist beschämend, ärgerlich und frustrierend, dass solche Politiker gewählt werden. Die Bevölkerung muss endlich aufwachen und aufhören, gleichgültig zu sein.
    Dass die Abschussgenehmigung gestoppt wurde, ist zwar positiv, aber wir wissen ja, wie viele Wölfe schon illegal getötet wurden. Ich hoffe, dass Wolfsschutz noch neue Mitglieder bekommt, die aktiv mitarbeiten. Die Gerichte müssen auch wieder erkennen, dass sie Recht sprechen sollen. Lobbyverbände und Politiker haben in diese Entscheidungen nicht einzugreifen. Den Wölfen hat man ihren Lebensraum zu lassen und es muss auch bei den Wölfen zur Familiengründung führen, die nicht zu stören ist.

  3. „In Bayern sind in den vergangenen Jahren bereits mehrere Wolfsrudel, wie zum Beispiel das Altmühltalrudel und Einzelwölfe plötzlich „verschwunden““

    Das bestärkt mich in meiner Überzeugung, dass die Jagd in Deutschland verboten gehört. Es gibt leider zu viele Jäger, die moralisch und ethisch nicht in der Lage sind, eine Waffe verantwortlich zu führen!

    Vielen Dank an die NI, dass sie geklagt hat!!

  4. Ministerpräsident Markus Söder sagte sinngemäß: „Der Wolf gehört hier nicht her“

    Wenn ich zu entscheiden hätte, welcher von beiden hierher gehört und wer nicht, ich wüßte wer …

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