Finnlands grausame Wolfsjagd 2026: Ein Warnsignal für Deutschland

Seit dem 1. Januar 2026 läuft in Finnland die erste reguläre Wolfsjagd seit Jahrzehnten. Ziel der Regierung: Die Population von geschätzten 476–669 Tieren auf ein Minimum von 273 Wölfen reduzieren. Bis Anfang Januar fielen bereits Dutzende Tiere dem Tötungsrausch zum Opfer. Die Quote ist regional verteilt, die Jagd ist lizenziert und soll erst am 10. Februar enden. Angeblich sollen dadurch Rentiere und Schafe geschützt werden, doch wir sehen darin einen sinnlosen Vernichtungsfeldzug gegen Wölfe, der auch ein Schlaglicht auf Deutschland wirft. 

Nach einer Gesetzesänderung im Dezember 2025 wurde der Schutzstatus gelockert, da der Bestand als „günstig“ eingestuft wurde. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass bereits Ähnliches in Deutschland geplant sein könnte, denn hier sind die Formalien die Gleichen
Spielende Wolfswelpen im Alter von neun Monaten. Ginge es nach dem Willen der Regierung, würden viele Welpen schon im Sommer getötet werden. Sie würden ihren ersten Schnee nicht erleben. © Brigitte Sommer
Wir kritisierten den Kabinettsbeschluss vom 17. Dezember 2025 zur Novelle des Bundesjagdgesetzes (BJagdG) und Bundesnaturschutzgesetzes scharf. Durch die Aufnahme des Wolfs als jagdbare Art werden in Regionen mit „günstigem Erhaltungszustand“ (GEZ) und hoher Dichte revierübergreifende Managementpläne, Quoten und schnellere Entnahmen von Problemwölfen möglich – oft ohne strenge Einzelfallprüfungen. Wir sehen darin einen massiven Abbau des Artenschutzes. Der GEZ wurde politisch manipuliert: Trotz Empfehlungen des Bundesamts für Naturschutz (größeres Referenzgebiet, höhere Mindestpopulation für ungünstigen Zustand) wurde per Staatssekretär-Schreiben die Fläche verkleinert und die Zahlen reduziert – wissenschaftliche Daten wurden ignoriert.Der Beschluss baut auf früheren Schritten auf: Herabstufung in Berner Konvention und EU-FFH-Richtlinie (2024/2025), einheitliche Einigung aller Parteien auf der Umweltministerkonferenz. Hinzu kommt die geplante Schwächung des Verbandsklagerechts (Reform im Koalitionsvertrag auf EU-Minimum), was gerichtliche Kontrollen erschwert.Wir warnen: Jagd destabilisiert Rudelstrukturen, erhöht Risse (Belege aus der Schweiz) und symbolisiert die zweite Ausrottung des Wolfs in Deutschland. Agrar- und Jagdlobby werden priorisiert, echter Naturschutz ignoriert. https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/12/18/kabinettsbeschluss-im-jagdrecht-droht-den-woelfen-die-erneute-ausrottung/
Der Bundestag debattiert den Entwurf am 14. Januar 2026 (erste Lesung, 30 Minuten), danach geht er in den Ausschuss. Verabschiedung ist für Frühjahr 2026 geplant – rechtzeitig zur Weidesaison.

Der Entwurf sieht vor:

  • Regionale Managementpläne (Also Abschusspläne) in Gebieten mit günstigem Erhaltungszustand (GEZ, Oktober 2025 an EU gemeldet).
  • Jagdzeit 1. Juli bis 31. Oktober – gezielt auf Jungwölfe und Welpen in ihrer verletzlichsten Phase.
  • Leichtere Entnahme von so genannten Problemwölfen, auch präventiv (z. B. an Deichen, Alpen).

Die Grünen-Antwort entlarvt: Eine Verharmlosung und Wählertäuschung

Screenshot des Beitrages in unserer FB-Gruppe.
Eine Anfrage eines Wolfsfreundes an die Grünen warum auch sie auf der Umweltministerkonferenz für die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht gestimmt hatten, https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/11/17/umweltministerkonferenz-in-saarbruecken-alle-parteien-einig-der-wolf-soll-ins-jagdrecht/

wurde mit der Erklärung beantwortet, die Aufnahme ins Jagdrecht sei rein bürokratisch: Viele streng geschützte Arten (z. B. Luchs, Fischotter) stünden bereits in § 2 BJagdG und seien trotzdem ganzjährig geschont. Die Hegeverpflichtung (§ 1 BJagdG) verpflichte Jäger zur Bestandserhaltung. Der GEZ sei von der aktuellen Regierung gemeldet worden; die Grünen hätten im EU-Parlament (Mai 2025) gegen die Herabstufung gestimmt. Diese Darstellung greift zu kurz:

  • Im Gegensatz zu Luchs oder Fischotter schafft der Entwurf explizit neue Entnahmemöglichkeiten (regionale Pläne, Jagdzeit Juli–Oktober, präventive Abschüsse). Das BMLEH betont „rechtssichere Entnahme“ und „Regulierung der Zahl der regional lebenden Wölfe“.
  • Die Hegeverpflichtung wird in der Praxis ausgeblendet – der DJV fordert bis 40 % Entnahme des Zuwachses.
  • Der GEZ dient genau als Grundlage für Lockerungen; grüne Minister haben dem nationalen Paket (November/Dezember 2025) zugestimmt, das diese umsetzt.
Beispielfoto Wolf.

Zur Zeit machen einige Parteien, darunter auch die Grünen und die Tierschutzpartei Werbung für sich mit Aussagen, dass nur „rechte Parteien“ für eine künftige Jagd auf Wölfe verantwortlich wären. Dies ist die Unwahrheit. In Wirklichkeit machten alle Parteien mit. Die einen nur weniger offensichtlich als die anderen.

Finnland zeigt, wohin eine Bejagung führen kann: Von Schutz zu Quote. In Deutschland droht regional Ähnliches – besonders in Brandenburg (Wolf bereits landesrechtlich jagdbar) oder Niedersachsen.Schweden: Geplante Jagd 2026 vor Gericht gestoppt – (noch) kein Abschuss. Ähnlich wie in Finnland plante Schweden für 2026 eine Lizenzjagd auf bis zu 48 Wölfe. Der Start am 2. Januar wurde jedoch durch das Verwaltungsgericht Luleå blockiert – nach Klage von Naturschutzverbänden. Begründung: Fehlender Nachweis, dass die Abschüsse den günstigen Erhaltungszustand wahren. Die Behörden haben Beschwerde eingelegt; der Stopp ist allerdings nur vorläufig.

Quellen:

https://www.pirsch.de/news/273-woelfe-reichen-grosse-wolfsjagd-hat-begonnen-42547

https://www.nordisch.info/schweden/gericht-stoppt-geplante-wolfsjagd-in-schweden/

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6 Gedanken zu „Finnlands grausame Wolfsjagd 2026: Ein Warnsignal für Deutschland

  1. Die Jäger sind Nachbarn – Eltern – Schüler – Mitbürger
    – wie wir mit eigenen zu kommunizuerenden Lebensweisen …

    beim Einkauf im Supermarkt denk ich an unsere Wölfe 🐺 und Werte
    …dank Euch … EU …Nachbarn u.a.
    für Gesprächsanlässe

    N.N. Lehrer und Vater

  2. – Wenn der Wolf etwas nicht braucht, dann ist es die Hegeverpflichtung dieser Deppen mit der Lizenz zu töten!!

    – Laßt den Wolf die Hege übernehmen, der kann das wesentlich besser, dadurch steigt der gesunde Wild- und Waldbestand.

    – Die Jagd muss abgeschafft werden, Millionen von Jahren hat sich die Natur selbst reguliert, und zwar sehr erfolgreich. Der Mensch muss doch heutzutage nur eingreifen, da er die Prädatoren wie Wolf, Puma etc. entnommen hat und damit das gesamte ökologische Gleichgewicht zerstört hat (s. Yellowstone-Nationalpark). Das ist ja auch der Grund, warum die Jäger den Wolf möglichst wieder weg haben wollen. Sonst wird nämlich deutlich, dass sie für die Hege vollkommen überflüssig sind.

    – Wir haben heutzutage dank der Tierhaltung genug zu Essen, wir schmeißen sogar einen großen Teil der Nahrung weg oder exportieren ihn. WIR BRAUCHEN DIE JAGD NICHT MEHR!!

  3. Es WIRD auch in D so weit kommen. Unser Politiker-Müll interessiert das doch überhaupt nicht. Die haben zum einen überhaupt nicht die nötige Bildung und zum anderen ihre Kopf-Atrappen bis zum Anschlag im Arsch der Industrie.

  4. Zitat „ Seit dem 1. Januar 2026 läuft in Finnland die erste reguläre Wolfsjagd seit Jahrzehnten. Ziel der Regierung: Die Population von geschätzten 476–669 Tieren auf ein Minimum von 273 Wölfen reduzieren.“
    Zunächst ich bin NEU hier. Ich frag mich, woher diese Statistik abgeleitet wird? Es bedeutet, dass die Wölfe in ihrem Lebensraum mit ihrer Population lokalisiert mit einem groben Schätzwert beziffert werden. Sie werden drastisch auf 273 Tiere reduziert. Bitte nach welchen Kriterien? Das wirkt auf mich, wie ein Massaker.
    Die Kernproblematik ist doch völlig anders gelagert. Es ist definitiv keine Koexistenz gewünscht!! Wölfe in Finnland stehen hauptsächlich unter Druck durch Konflikte mit Menschen, insbesondere durch „Schäden“
    an Rentieren und Schafen, was zu legaler und illegaler Jagd führt, zudem sind sie von genetischer Verarmung bedroht, trotz steigender Populationen und der Bemühungen um Präventionsmaßnahmen wie Zäune.Es gibt auch einheimische Hütehunde, wie den finnischen Lapphund (Suomenlapinkoira) und den Lappländischen Rentierhund (Lapinporokoira) zum Einsatz. Ist halt Arbeit mit Arbeitshunden.
    Was mich massiv stört, ist das stumpfe zerstörerische Vorgehen, um eine Tierpopulation den WOLF auf völlig unreflektierte Art und Weise zu Gunsten eines planlosen Kurzschlusses massiv zu dezimieren. Die wahren Ziele werden damit nicht erreicht. Genetische Verarmung, insbesondere durch die Isolation der karelischen Population. Jagdverhalten, wahrscheinlich auch viele Jäger aus dem Ausland um Geld zu machen. Legal oder illegal! Verlust natürlicher Lebensräume und Ressourcen. Diese Wölfe gehören geschützt, beobachtet und überwacht von staatlich beauftragten Tierschützern. Insbesondere, wenn es um illegale Jagd geht mit autorisierter Strafverfolgung.
    Nur und ausschließlich durch die Erforschung der angesiedelten Wolfsrudel bzw. Population, deren territorialen Verhalten, gesunden Expansion und Arterhaltung ist die Perspektive dieser Wölfe gesichert. Nicht mit Jagdquoten zur Steuerung der Wolfspopulation. Allein der gesunde Menschenverstand wirft in diesem Zusammenhang ein großes NEIN auf. Da muss man kein Fachmann sein.

  5. eine Schweinerei ist das und langsam wird es überall legal einen Wolf zu schiessen. Ich könnte schreien. Man fühlt sich hilflos. Bei uns in Bayern sind sie ganz wild drauf die Wölfe abzuschiessen. Ja die CSU – werde ich nicht mehr wählen

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