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Große Exklusivreportage: Faktencheck und Zaunkontrollen in Sachsen

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Beispielbild Wolf ©Brigitte Sommer

Wie sieht es eigentlich aktuell in Sachsen aus? Dieser Frage sind Lara und Brigitte Sommer sowie Jürgen Götz nachgegangen. Zur Unterstützung des Sachsen-Teams waren sie vor Ort und sind der Frage nachgegangen, wie gut eigentlich die Weidetiere in Ostsachsen und beim Kamenzer/Rosenthaler Rudel geschützt sind. Und es wurde der Frage nachgeprüft, ob Wildtiere, die Traktoren auf Ackerflächen hinterherlaufen, die Scheu verloren haben könnten. Diese und weitere spannende Themen werden hier in unserer großen Sachsen-Reportage geklärt.

 

Dramatischer Sonnenuntergang beim Neusorge-Rudel. Hier auch im Film:

 

Auf der Suche nach Wolfsspuren und Jagdfrevel.
Lara und Brigitte Sommer auf den Spuren der Wölfe in Ostsachsen. Sehen lassen sie sich allerdings nur auf unseren Wildkameras.

 

Hier eine Auswahl von unseren Wildkameraaufnahmen aus den Gebieten in Ostsachsen: Die Kameras betreut unser Wolfsteamleiter Sachsen, Kurt R. Seine Verbundenheit zu Natur- und Tierwelt zeigt sich an der Platzierung unserer Kameras. Wir haben weitaus weniger Kameras als die anderen Vereine im Einsatz, doch Kurt R. hat ein besonderes Händchen.

 

 

Wölfe nutzen in der Dämmerung auch gerne Waldwege zum schnelleren Vorankommen.

 

Wildtiere auf Ackerflächen haben nicht die Scheu verloren

Wir kennen ja alle die Videos von Bauern, in denen sie Wölfe zeigen, die hinter ihren Traktoren herlaufen. In schöner Regelmäßigkeit behaupten viele dieser Bauern dann, die Wölfe hätten die Scheu verloren.
Leider wird diese Aussage oft ungeprüft von Medien übernommen. Hier ein Beispiel auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=5WYGD65GK8Y Hier zeigen wir, dass diese Aussagen falsch sind.
Haben Wölfe ihre Scheu vor Menschen verloren, wenn sie hinter Traktoren herlaufen? Nein, und mit diesem Video aus dem Gebiet des Rosenthaler Rudels in Sachsen, erklären wir auch, anhand eines Storchs und eines Greifvogels, die eben auch hinter Traktoren herlaufen, bzw. fliegen 😉 warum dies nicht so ist. Hier ein Filmbeitrag mit Traktor, Greifvogel und Storch auf unserer FB-Seite: https://fb.watch/6tz5EOd2Pl/

 

 

Ich war mir nicht sicher, ob ich hier an einem gemähten Feld einen Goldschakal oder Fuchs vor der Linse hatte. Beim Bearbeiten des Fotos ist es dann klar geworden. Ein toller, großer Fuchsrüde. Aufgenommen mit 600 mm Brennweite. Geht gerade noch so Freihand.

 

Auch eine Hauskatze bedient sich gerne an einem abgemähten Feld.
Ein Bussard verschmäht auch überfahrene Kleintiere nicht.
Ein Bussard hofft auf leichte Beute über einem abgemähtem Feld.
Dieser Storch läuft sogar direkt hinter dem Traktor her. Nach der Maht findet er sowohl aufgescheuchte als auch überfahrene Beutetiere. Auch Wölfe, die hinter Traktoren herlaufen, hoffen auf Snacks zwischendurch. Sie haben keinesfalls ihre Scheu vor dem Menschen verloren.

Hier auch als Film:

 

„Bienenweide“ bei Rietschen.

 

Auf den Spuren des Bihain-Rudels.

 

Teichgebiete bei Hähnichen: Hier tummeln sich Höcker- und Singschwäne.

 

Sonnenuntergang über Ostsachsen.
Singschwäne im Teichgebiet Niederspree.
Abendstimmung bei den Singschwänen im Teichgebiet Niederspree.
Hier fühlen sich Wölfe wohl. Wälder wechseln sich ab mit Lichtungen.
Aktiv vor Ort in Sachsen. Von links: Lara, Brigitte Sommer, Jürgen Götz und Kurt R., der ein Händchen für die Platzierung unserer Wildkameras hat, wie kein anderer. Der Wildschwein-Zaun, siehe Hintergrund, macht unserer Ansicht nach keinen Sinn. Er soll die Wildschweine wegen der ASP daran hindern, von Polen nach Deutschland zu kommen, aber er kann auch andere Wildtiere am Grenzwechsel hindern, darunter auch die die Wölfe am Wechsel.

 

Zaunkontrolle auf dem Gebiet des Rosenthaler und des Neusorger Rudels

Auch in Sachsen ist es wie fast überall in Deutschland. Man muss die Weidetiere regelrecht suchen. Das Narrativ, dass Wölfe die Weidetierhaltung gefährden würden, ist einfach kompletter Unsinn. Hier ein Blick ins Gebiet des Kamenzer/Rosenthaler Rudels: https://fb.watch/6tyWoYOenv/

 

Hier ein Film über unsere Zaunkontrolle bei Neusorge: https://fb.watch/6tyKr7Y5MI/

Der Zaun, der um diese Schafe bei Eutrich herum gebaut wurde, hatte am Tag unserer Kontrolle keine Spannung.
Die Schafe haben sich in den Schatten verzogen.
Schafszaun ohne Spannung.
Die Höhe des Zaunes misst knapp über einen Meter.
Auf sämtlichen Litzen war keine Spannung.
Keine Spannung.

Hier die Zaunkontrolle auch noch mal als Film auf unserer FB-Seite: https://fb.watch/6tyui3SzlY/

Hier der zweite Teil des Films: https://fb.watch/6tyDJ31Da7/

 

Teichgebiet bei Kreba.
Wölfe hinterlassen ihren Kot oft auf Wegkreuzungen um Reviergrenzen zu markieren.
Verlassene Dachsbauten werden gerne auch von Wölfe als Geburtshöhle übernommen.
Schon oft von weitem zu erkennen: Das Kraftwerk Boxberg.

 

In diesem See bei Mortka wurde eine ermordete und schlimm zugerichtete Wölfin gefunden. Der Fall wurde bis heute nicht aufgeklärt Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2018/07/09/7-000-euro-kopfgeld-soll-zur-ergreifung-des-wolfsmoerders-am-mortkaer-see-in-sachsen-fuehren/

Von Januar 2021 bis heute wurden schon wieder zwei Wölfe illegal getötet aufgefunden. Am 28.01.2021 der Rüde GW 269m bei Neustadt/Spremberg aus dem Rudel Neustadt/Spremberg und am 20.05.2021 die Wölfin GW 781f in der Dresdner Heide. Sie stammte aus dem Massenei-Rudel- Dieses Rudel hat in diesem Jahr auch besonders viele Verkehrsopfer zu beklagen.

Hier ein aktueller Blick in die Rudellage der Wölfe in Sachsen. Das Rudel in Niesky ist nicht mehr vorhanden und auch das Bihain-Rudel hat sich verlagert. Aktuell machen wir  von Wolfsschutz-Deutschland e. V. uns auch große Sorgen um das Rudel bei Neusorge und Neiße. Hier die Daten des LUPUS-Institutes: https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/territorien/karte-der-territorien

Auf der interaktiven Karte kann in die Territorien hinein geklickt werden.

Hier der Statusbericht des LUPUS-Institutes zum Wolfsmonitoring 2019/2020:

Der Bericht gibt einen Überblick über das Wolfsvorkommen im Freistaat Sachsen im Monitoringjahr 2019/20. Das Monitoringjahr 2019/20 umfasst den Zeitraum vom 1. Mai 2019 bis zum 30. April 2020. Informiert wird unter anderem über die Anzahl der Tiere und die Vorkommensgebiete. Dabei werden die bestätigten 28 Rudel und ein Paar detailliert beleuchtet. Thematisiert werden besondere Vorkommnisse und neuere Entwicklungen in den sächsischen Wolfsfamilien, wie z. B. Doppelreproduktionen. Dargestellt werden auch die Gefährdungen, denen die Wölfe in Sachsen ausgesetzt sind. Der Statusbericht erscheint jährlich und fasst die Ergebnisse des sächsischen Wolfsmonitorings für das zurückliegende Monitoringjahr zusammen. Der Bericht richte sich an Fachleute sowie interessierte Bürger, so das LUPUS-Institut.

Statusbericht_W_lfe_in_Sachsen_Montioring_2019_2020_LfULG_Berichtdocx

Schon 73 Totfunde von Wölfen seit Janauar 2021 bis jetzt. In Sachsen wurden zwei Wölfe illefal getötet aufgefunden: https://www.dbb-wolf.de/totfunde/auflistung-nach-jahren

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Polizei stellt dreistes Jägerlatein richtig: Hobby-Waidmann nicht von Wolf gebissen

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Hobbyjäger Philipp K. aus Höflein in Niederösterreich berichtete in diversen Medien darüber, dass er in einem Wald bei Klosterneuburg von einem Tier angefallen worden wäre, das nur ein Wolf gewesen sein könnte. In Wirklichkeit sei alles aber ganz anders gewesen, meint die Klosterburger Polizei.

Was? Da schaut sogar der Wolf ungläubig. ©Brigitte Sommer

Das kann nicht stimmen, teilte die Polizei aus Klosterneuburg am Mittwoch auf Nordkurier-Nachfrage mit.

Im Wienerwald gebe es keine Wölfe. „Das ist der Speckgürtel von Wien, da fahren jeden Tag Zigtausende Autos, alles voller Menschen, hier leben keine Wölfe”, hieß es von der Polizei. Anhand der Verletzungen des 33-Jährigen, seinen eigenen Erzählungen und den Aussagen anderer Jäger rekonstruierte die Polizei folgenden Hergang: Der Jäger schoss ein Wildschwein an. „Das war aber noch ziemlich lebendig. Ohne Waffe ging der Jäger zum Wildschwein, das hat ihn gebissen.”

Hier der komplette Bericht des Nordkurier:

https://www.nordkurier.de/aus-aller-welt/jaeger-doch-nicht-von-wolf-angefallen-3044131806.html?fbclid=IwAR1DjaaCKOPEj2KoTupM3pvNXCZ8O9zJ4fjcgS9tmzCtJVpdhrWm5Mt7XY0

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Jäger erschoss Wolf bei Drückjagd: Staatsanwaltschaft legt Berufung gegen frei gesprochenen Jäger ein

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Die Staatsanwaltschaft Potsdam legt Berufung gegen den Freispruch eines Jägers durch das Amtsgericht Potsdam ein (Az: 82 Ds 82/20). Dies teilte ein Gerichtssprecher am Montag dem RBB mit. Der Fall werde jetzt in zweiter Instanz vor dem Landgericht neu verhandelt. Das bedeute unter anderem, dass Beweise neu aufgenommen werden müssten. Wir halten dies für ein wichtiges Signal.

Beispielfoto Wolf ©Brigitte Sommer

 

Die Staatsanwaltschaft Potsdam hatte den Unternehmer wegen Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz angeklagt. Während einer Jagd im Frühjahr 2019 im Fläming südwestlich von Berlin hatte er einen Wolf erschossen. Der Mann hatte angegeben, das Tier habe die Jagdhunde angegriffen.

Wolfsschutz-Deutschland e. V. hatte auch Anzeige erstellt. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/01/22/wolf-bei-drueckjagd-in-brandenburg-getoetet-wolfsschutz-deutschland-e-v-stellt-strafanzeige/

Hier ein Artikel zum Freispruch des Jägers: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/wolfsabschuss-101.html

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Wolfsabschüsse in Niedersachsen von der EU ins Pilotverfahren gegen Deutschland aufgenommen

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Die EU-Kommission überprüft den Umgang deutscher Behörden mit Wölfen. Dazu läuft seit vergangenem Jahr ein so genanntes Pilotverfahren, eine Vorstufe zu einem Vertragsverletzungsverfahren. Neuigkeiten gab jetzt EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius nach einer Anfrage der Grünen-Abgeordneten Paulus bekannt. Wir freuen uns, dass die zahlreichen Faktenchecks und Beschwerden von Wolfsschutz-Deutschland e. V. jetzt Anklang gefunden haben.

Wolf. Beispielfoto ©Brigitte Sommer

Die Kommision fordert darin, von den deutschen Behörden, zu begründen, warum Abschussgenehmigungen für Wölfe erteilt wurden. Einige Bundesländer hätten ihre Wolfsschutzverordnungen auf der Grundlage der neuen Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes geändert, sagte Sinkevičius, daher würden die auf regionaler Ebene geltenden Verordnungen wie die niedersächsische Wolfsverordnung nun ebenfalls in die Untersuchung der Kommission einbezogen. Mit einbezogen werden, dürfte nun aber auch die Wolfsverordnungen von Brandenburg

Bsonders aufgefallen ist Niedersachsen wegen Deutschlands zahlreichsten Abschussgenehmigungen. Im Rahmen des EU-Pilotverfahrens haben die deutschen Behörden aktuelle Zahlen zu den erteilten und in Anspruch genommenen Ausnahmeregelungen für die Wolfsjagd gemeldet. Aus diesen Zahlen geht hervor, dass die meisten Ausnahmen in Niedersachsen gewährt wurden. Die Kommission wird diese Zahlen und die Begründungen für die Ausnahmeregelungen sorgfältig prüfen und je nach Ergebnis dieser Prüfung über geeignete Schritte entscheiden.

Hier der Link zur Antwort: https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/E-9-2021-002333-ASW_DE.html

Hier die schriftliche Anfrage der Grünen-Abgeordneten Jutta Paulus: https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/E-9-2021-002333_DE.html

Wir berichteten auch hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/05/02/geheimes-wolfsgemetzel-klatsche-von-der-eu-fuer-niedersachsens-umweltminister-lies-spd/

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Hessen – erstes Wolfspaar im Rheingau-Taunus-Kreis

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Die Wölfin im Rheingau-Taunus-Kreis hat einen Partner, gab heute das Hessische Umweltministerium in einer Pressemitteilung bekannt.

Beispielfoto ©Brigitte Sommer

Wiesbaden, 22.06.2021 – Durch eine DNA-Probe, die am 3. Juni 2021 im Rheingau-Taunus-Kreis bei Oestrich-Winkel genommenen wurde, ist das erste Wolfspaar in Hessen bestätigt. Bisher galt in dem Gebiet nur die Wölfin GW1798f als sesshaft. Mit der neuen Losungsprobe wurde nun das männliche Tier GW1958m wiederholt über drei Monate in der Region nachgewiesen. Damit zählen die beiden nach bundesweit einheitlichen Kriterien als Wolfspaar – das erste seit der Wiederbesiedlung Hessens durch den Wolf. Ob bereits Reproduktion stattgefunden und die Wölfin Welpen geboren hat, wäre zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt, heisst es in der Meldung

Hier geht es zur PM https://www.hlnug.de/presse/pressemitteilung/erstes-hessisches-wolfspaar-bestaetigt?fbclid=IwAR3533AZFu5g5yvzHR77B7MP60SmvgXIN1QSjrIpTX6-Uavyq7HqyAhggrI

 

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Wölfe können Menschenleben retten

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In den USA hat hat kürzlich ein Team um Jennifer L. Raynor von der Wesleyan University im US-Bundesstaat Connecticut im Rahmen einer Studie bewiesen, dass dort, wo Wölfe wieder leben, viel weniger Verkehrsunfälle mit anderen Wildtieren gibt. Wir wollen die Studie hier (siehe Link unter dem Bericht) kurz vorstellen, weil wir glauben, dass die Daten und Zahlen auch auf Deutschland und andere Länder in Europa übertragbar sein können.

Amerikanischer Wolf. ©Brigitte Sommer

Mehr Wölfe weniger Verkehrsunfälle

Die Forscher haben sich Verkehrsunfälle mit Wild und Wolfsbewegungen in Wisconsin angesehen und stellten fest, wie die dort sesshaft gewordenen Wölfe die Häufigkeit von Kollisionen zwischen dem lokalen Beutewild – in diesem Fall Weißwedelhirsche – und Fahrzeugen beeinflusst haben.

„Es zeigte sich, dass innerhalb kurzer Zeit nach der Ansiedlung der Wölfe die Unfälle mit Wild um rund 24 Prozent zurückgingen“, sagt Dominic Parker, Koautor der im Fachjournal „Pnas“ veröffentlichten Studie. Der Grund dafür sei einerseits die Ausdünnung der lokalen Wildpopulation durch die Wölfe, vor allem aber Verhaltensänderungen der Beutetiere durch die Anwesenheit der Räuber.“ schreibt der Standard in einem Fach-Artikel und vergleicht die Daten mit der Lage in Österreich.

Hobbyjagd ist überflüssig

Wölfe würden lineare Merkmale einer Landschaft als Bewegungskorridore nutzen. Dazu zählen Straßen, Wege und Pipelines ebenso wie etwa Bachbette. Hirsche lernen dies schnell und können sich anpassen, indem sie sich von solchen Strukturen fernhalten“, wird der Ökonom von der University of Wisconsin weiter im Standard-Artikel zitiert. Es entstünden gleichsam „Korridore der Angst“, die das Wild zunehmend meidet. Das deutet auch darauf hin, dass Jäger nicht denselben Effekt hätten, wenn sie einfach genauso viel Wild schießen würden, wie es die Wölfe erbeuten.

Auch andere Beutegreifer, wie Pumas, haben einen ähnlichen Effekt

Die Untersuchung aus Wisconsin lässt allerdings darauf schließen, dass die Anwesenheit der Wölfe auch anderweitig Geld sparen hilft – ganz abgesehen vom Rückgang bei Todesfällen im ländlichen Straßenverkehr. Im Jahr 2008 kam eine Analyse des US-Verkehrsministeriums zu dem Schluss, dass durch Unfälle mit Wild jährlich ein Schaden von mehr als acht Milliarden US-Dollar entsteht. Der Effekt ist auch bei anderen großen Raubtieren zu beobachten: Eine Studie aus dem Jahr 2016 ergab, dass auch die Wiederansiedlung von Pumas die Zahl der Unfälle mit Wild im Osten der USA um etwa 22 Prozent verringern konnte

Hier geht es zur Studie aus den USA: https://www.pnas.org/content/118/22/e2023251118

Hier der Artikel aus dem Standard: https://www.derstandard.de/story/2000127083469/wo-woelfe-leben-gibt-es-weniger-verkehrsunfaelle-durch-wildwechsel

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Niedersachsen – exklusiver Faktencheck und Zaunkontrolle beim Rodewaldrudel

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Niedersachsens Umweltminister Lies wurde kürzlich in der „Agrar Heute“ dahingehend zitiert, dass er die Weidetierhaltung durch den Wolf gefährdet sehen würde und dass er selbst nur ohne Angst durch den Wald gehen würde, weil er nicht weiter über die Gefahr durch den Wolf nachdenken würde. Diese „interessant“ klingenden Statements waren Grund genug für uns, mal wieder im Gebiet eines massiv durch Lies´Abschussgnehmigungen gefährdeten Rudels vorbei zu schauen und Zaunkontrollen zu machen. Hier ist exklusiv unser Ergebnis: die Weidetierhalter *innen selbst bringen ihre Haltung in Gefahr und Umweltminister Lies kümmert sich anscheinend um vieles, aber nicht um die Umwelt, wie es sich im Landkreis Nienburg wohl ziemlich deutlich darstellt.

 

Zaunkontrolle der nördlichen Grenze des Rudels bei Rethem

So fanden wir die Mutterschafherde mit Lämmern vor. Der Zaun vorne war fast vollständig heruntergedrückt und auch an den Seiten zum Acker war der Zaun teilweise umgekippt.
Eine Spannung von 4000 V war noch auf dem Zaun. In Wolfsgebieten sollten es 10.000 sein.

Hier auch noch mal der Film zur Kontrolle:

 

Will Lies noch mehr Wölfe abschießen?

 

Kein Umweltminister in Niedersachsen hat derart offensichtlich Lobbypoltik umgesetzt wie Olaf Lies (SPD) und dabei Steuergelder in Millionenhöhe herausgehauen. Nun hat er eine Populationsstudie zum Wolf für 90.000 Euro in Auftrag gegeben. Es soll wohl herauskommen, dass es in Niedersachsen zu viele Wölfe gibt und man ganz offiziell welche abschießen kann. Dabei hatte doch die EU vor kurzem klargestellt, dass der Wolf in Deutschland noch immer in einem schlechten Erhaltungszustand ist.

 

Zaunkontrolle an der östlichen Grenze bei Rodewald

Hier eine gemischte Herde mit Ziegen, Schafen und Lämmern. An vielen Stellen war der Zaun nicht bis zum Boden gespannt anliegend.

 

Standardzaun. In Wolfsbebieten wird ein 1,10 Meter hocher Zaun empfohlen.

 

An vielen Stellen klaffen Lücken bis zum Boden. An unteren Ende ist keine Spannung, so dass ein Hund oder Wolf hier mühelos unten durch gelangen könnte.

 

2.000 V Spannung, empfohlen sind 10.000 in Wolfsgebieten.

Reaktionen auf unsere Anzeigen

Wegen der heimlichen Wolfsjagden des Umweltministers hatten wir Strafanzeige gegen Minister und Ausführende erstattet. Im Falle von Löhningen und Burgdorf haben wir nun die Antwort der Staatsanwaltschaften erhalten, dass gegen die Jäger nicht ermittelt werden würde. Causa Lies wäre noch offen. Wir haben gegen den Bescheid Beschwerde eingelegt.

Zaunkontrolle im Mittelpunkt des Gebietes, Steimbker Kuhlen/Lichtenmoor

Hier auf dieser Weide sind Robustrinder mit sehr kleinen Kälbchen untergebracht. Die Weide ist nur mit Stachdraht eingezäunt.

 

Unter dem Stacheldraht können Hunde oder Wölfe problemlos hindurch.
Hier gehen zwei Weiden ineinander über. Auch die andere Seite ist lediglich mit Stacheldraht umzäunt.

 

Hochsitze direkt auf der Weide. Dienen diese der Weideschlachtung oder sollen Wölfe hier bewusst angelockt werden?

 

Sehr kleine Kälber befanden sich hier mit auf der Weide. Ein krankes oder totes Kalb, das nicht mehr von der Gemeinschaft der Rinder verteidigt wird, könnte hier sehr wohl gefundenes Fressen werden. Es wäre leicht, hier einen Riss zu provozieren, um danach wieder einen Grund für einen Abschuss zu kreieren.

 

Hier noch ein Film von der Weide einer Stute mit Fohlen, den wir auf unserer FB-Seite veröffentlicht haben:

Hier haben wir eine Mutterstute mit Fohlen auf der Weide. Angeblich soll das Rodewaldrudel ja mehrere Pferde gerissen haben. Die Zäune waren ähnlich desolat wie diese hier. Die Zäune an der Weide, an der die Risse passiert sein sollten, wurden übrigens von desolat auf wolfsabweisend umgestellt. Nur: es sind seither keine Pferde mehr auf der Weide… Hier haben wir nicht angehalten, weil sich ein Hund mit auf der Weide befand. Wir wollten hier keine Unruhe verursachen, doch die Zaunsituation stellt sich auch so gut dar.

https://fb.watch/5LpfZMtMMu/

 

Übrigens ist die Pferdeweide bei Lichtenhorst, wo die angeblichen Risse stattgefunden haben sollen, nun wolfsabweisend eingezäunt. Blöd nur, dass seither wohl keine Pferde hier mehr untergebracht sind, wie uns ein Informant erzählt hat. Tatsächlich waren am Tag unserer Kontrolle auch keine Pferde auf der Weide. Wir berichteten von dem Fall bei unserem letzten Faktencheck im Dezember 2020. Hier der Link: https://wolfsschutz-deutschland.de/2020/12/08/schiessbefehl-rodewaldrudel-niedersachsens-weg-in-die-lobbykratie/

Tatsächlich stellen Pferderipper für Pferde eine viel größere Gefahr dar als Wölfe. Warum dies von bestimmten Haltern offenbar nicht realisiert wird, ist unerklärtlich. https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/01/14/angriffe-auf-pferde-280-irren-rippertaten-stehen-nur-16-wolfsangriffe-gegenueber-abschussforderungen-von-pferdehaltern-unverhaeltnismaessig/

Zur Unterstützung unserer Aktiven in Niedersachsen waren Brigitte Sommer und Tochter Lara, die auch Vereinsmitglied ist, in Niedersachsen. Zur Sicherheit unserer aktiven Mitglieder zeigen wir von diesen Personen keine Fotos und sichern Anonymität zu. Ebenso schützen wir zu 100% Informantenquellen.

Umweltminister Lies (SPD) schürt unbegründeten Hass auf den Wolf.

Wir waren in allen möglichen Wolfsgebieten in Deutschland, Polen und Italien bereits unterwegs und wir erlebten keinen einzigen Vorfall mit einem Wolf. Angst dagegen müssten wir vor Hobbyjägern haben. Auch während unseres aktuellen Aufenthaltes passierte wieder ein unschöner Vorfall auf der Straße zwischen Lichtenhorst und Steimbke, wo in Höhe des Torfabbaugebietes das Tempolimit 50 vorgeschrieben ist. Hier raste ein Jägerfahrzeug mit mindestens mit Kennzeichen Nienburg mit mindestens 100 Stundenkilometer von hinten an unser Fahrzeug heran und bedrängte und nötigte uns durch Lichthupe und Hupe. Leicht hätten wier hier von der Straße abkommen können. Die Tierrechtsorganisation Peta veröffentlicht jährliche eine Statistik der Jagdunfälle und Verbrechen von Jägern: https://www.peta.de/themen/jagdunfaelle/

 

Wir sind immer auf der Suche nach Wolfsspuren.

 

Das hier ist allerdings Losung vom Fuchs.

 

Dies hier ist tatsächlich eine Wolfsspur.

 

Zu erkennen auch an der Linie, die die Pfotenabdrücke bilden.

 

Um diese Wolfslosung haben sich die Mistkäfer bereits gekümmert.

 

Das könnten Reste einer Wolfsmahlzeit sein.

 

 

Nagelbretter konnten wir nicht finden, dafür war aber Stachldraht über einen Weg in der Nähe der „Steimbker Kuhlen“ gespannt. Wir haben den Draht entfernt.

 

Zwischen Steimbke und Rodewald

Wieder eine Weide mit Hochsitz direkt darauf. Weideschlachtung oder werden die Rinder zur Köderung von Wölfen missbraucht?

 

Der Blick auf die gleiche Weide, mit einem zweiten Hochsitz direkt darauf.

 

Offenbar nimmt man den Begriff Rodewald wörtlich. Große Flächen werden einfach abgeholzt. Normalerweise wird nur im Winter bei Frost gerodet, damit Böden und Waldwege nicht zerstört werden.

 

Was an diesem Wald anders sein soll, hat sich uns nicht erschlossen.

 

Im gesamten Revier des Rudels befindet sich alle zwei bis dreihundert Meter mindestens ein Hochsitz. Auch in Naturschutzgebieten.

 

Hochsitz mit Trophäe.

 

Wir wissen nicht, zu was dieser Schädel dienen soll. Gruselig ist diese Zurschaustellung allemal.

 

Eine besonders feige und hinterhältige Art der Hobbyjäger ist die Baujagd, bzw. der Ansitz an einem Bau. Hier handelt es sich um einen Dachsbau, den aber auch oft Füchse bewohnen.

 

Hier auch ein Filmbeitrag zu diesem Ansitz an einem Dachsbau, den wir auf unserer FB-Seite veröffentlicht haben: https://fb.watch/5LrVe0DmOY/

 

Dieser Leckstein soll Hirsche und Rehe anlocken. Aus dem Hinterhalt wird dann auf sie geschossen.

 

Kaum angepflanzt und schon gerodet.
Plastik im Wald?

 

Große Flächen Wald werden dem Erdboden gleich gemacht.

 

Auch hier ein Film, der aufzeigt, welches Ausmaß die Rodearbeiten auch in der Nähe der Steimbker Kuhlen annehmen:

 

Zwischen Steimbke und Rodewald hat sich eine einzigartige Weidelandschaft mit Heidekraut etabliert. Noch im Winter standen hier zahlreiche junge Kiefern, die sich wohl selbst ausgesäät hatten. Diese boten Wildtieren gute Versteckmöglichkeiten. Die komplette Fläche wurde gerodet. Wahrscheinlich um die Heidelandschaft zu „vergrößern“. Doch zu welchem Preis?
Die B214, viel befahrene Bundesstraße zwischen Steimbke und Nieburg ist bis zum Herbst voll gesperrt. Auch hier finden Rodearbeiten statt.

So sehen Waldwege aus:

https://fb.watch/5MGoby4xzp/https://fb.watch/5MGoby4xzp/

 

Die B214 ist komplett gesperrt. Früher gab es hier etliche Wildunfälle.
Komplettsperrung und Rodungen an der B214.

 

Die Wiesen werden bereits gemähnt, obwohl viele Bodenbrüter und auch Rehkitze hier noch Schutz suchen. Beim Mähen werden sie grausam zerstückelt, weil sie nicht flüchten.

 

In diesem Naturschutzgebiet sollten die Flächen wegen Renaturierung nicht betreten werden. Eigentlich…

 

Dies scheint aber nicht für Hobbyjäger zu gelten, denn Fahrspuren ziehen sich durchs Moor bis zum Hochsitz.

 

Kein Schritt zu weit zu Fuß scheint hier die Devise zu sein.

 

Und wie üblich: Kirrplatz mit Wildkamera, Buchenholzteer und Salzleckstein.

Auch hier haben wir noch einen Film über die versteckten Funkwildkameras im Gebiet des Rodewaldrudels: https://fb.watch/5Ltdl9I87h/

Weit im Hintergrund ist ein Traktor zu erkennen. Wölfe wachsen mit solchen Landmaschinen auf. Dass sie vor diesen Maschinen nicht gleich wegrennen hat nichts mit mangelnder Scheu zu tun. Sie brauchen einfach eine Weile, um den Menschen darin zu realisieren.

 

Kein Fleckchen im Gebiet ohne Hochsitze.

 

 

Der Waldkindergarten von Rodewald war 2019 ständig in den Schlagzeilen. Aus Angst vor den Wölfen wollten Eltern angeblich das Areal einzäunen. Die Jäger- und Bauernkinder der Familie Göckeritz sollten angeblich vor Angst nicht mehr draußen spielen dürfen. Einen Vorfall mit Wölfen gab es natürlich seither nicht. Um den Kindern die Angst zu nehmen, schenkten wir dem Waldkindergarten 15 Exemplare des Wolfscomics von der Initiative „Menschen für Wölfe.“ Die Begeisterung der Erzieherinnen darüber hielt sich scheinbar allerdings in Grenzen. Ob es daran lag, dass eine Mitarbeiter der Landesjägerschaft auch vor Ort war, bleibt unklar. Aber ein Schelm jedenfalls, der Böses dabei denkt. Die Landesjägerschaften indoktrinieren Kinder vom Kindergartenalter an, gehen aber selber auf die Barrikaden, wenn sie mitbekommen, dass Kinder von Naturschützern unterrichtet werden. Hier der Artikel von damals: https://www.kreiszeitung.de/lokales/niedersachsen/wolf-beunruhigt-eltern-rodewald-nienburg-11969735.html

Wolfsschutz-Deutschland e. V. bietet auf jeden Fall auch Seminare und Ferienprogramm für Kinder an. Hier ein Beispiel:

https://wolfsschutz-deutschland.de/2018/04/18/wir-sind-die-stimme-der-woelfe-ferienprojekt-von-ulrika-de-heuvel-von-wolfsschutz-deutschland/

Etliche Jäger sind im Gebiet unterwegs. Viele mit Nienburger Kennzeichen, aber auch aus Hannover, Verden, Stade und sogar München. Vielleicht sind wir auch denen begegnet, die eine Jungwölfin hier  vor Kurzem erschossen haben.

 

Zwischen Sonnenborstel und Lichtenmoor gibt es noch immer ein großes Torfabbaugebiet.

 

Mit Blick auf Sonnenborstel im Hintergrund links.

 

Dass Wölfe die Weidetierhaltung gefährden, wie Umweltminister Lies behauptet, halten wir für ein Märchen, denn in Wirklichkeit müssen die Weiden gesucht werden. Nicht viele Tiere kommen überhaupt in den Genuss einer Weidetierhaltung.

Leider bleibt immer nur wenig Zeit für die Tierbeobachtung, aber dieser Storch ließ sich nicht stören:

Viele Tiere merken genau, wer Jäger ist und wer nicht.

 

 

Weitere Quellen:

https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/land-beauftragt-populationsstudie-zum-wolf-200633.html

Geheime Wolfsjagden in Niedersachsen: Diese Fälle wurden öffentlich: https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/themen_im_fokus/der_wolf_in_niedersachsen/informationen-zu-wolfsentnahmen-in-niedersachsen-197937.html

Monitoring Wölfe in Niedersachsen: https://www.wolfsmonitoring.com/monitoring/wolfsterritorien

Informationen und Wildkamerafilm zum Rodewaldrudel: https://www.wolfsmonitoring.com/monitoring/wolfsterritorien/territorium-rodewald

Hier noch eine ausführliche Information zu Kirrplätzen: https://wolfsschutz-deutschland.de/2020/10/07/faktencheck-jaegerlatein-todesterrorzone-statt-wildruhezone/

Hier noch einmal die Antwort der EU auf unsere Bewerde gegen das Gebaren von Umweltminister Lies: https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/05/02/geheimes-wolfsgemetzel-klatsche-von-der-eu-fuer-niedersachsens-umweltminister-lies-spd/

Interview Olaf Lies mit Agrar Heute: https://www.agrarheute.com/politik/minister-olaf-lies-riskieren-weidetierhaltung-fuer-wolf-581285

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Sachsen-Anhalt: erneut erschossener Wolf gefunden worden – Wolfsschutz-Deutschland e. V. stellt Strafanzeige

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Ausriss aus der Volksstimme. Der Original-Artikel ost wohl zwischenzeitlich gelöscht worden. Der Fall ist aber auch bei DBB-Wolf gelistet.

Am 10.Mai wurde in Sachsen-Anhalt ein einem Wald ein toter Jungwolf mit einer riesigen Schussverletzung entdeckt.

Wolfsschutz-Deutschland e. V. stellt erneut Strafanzeige über einen Anwalt um Akteneinsicht erlangen zu können.  Auf EU- und Bundesebene stehen Wölfe strengem Schutz. In Deutschland sind die Paragrafen 69 und 71 des Bundesnaturschutzgesetzes maßgeblich. Nach Paragraf 69 sowie Paragraf 71 können bis zu 50.000 Euro Bußgeld bei und bis fünf jahre Haft verhängt werden.

Quelle: https://www.dbb-wolf.de/totfunde/aktuelle-ereignisse

 

 

 

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Brandenburg: erneut drei illegal getötete Wölfe gefunden worden – Wolfsschutz-Deutschland e. V. stellt Strafanzeigen

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Beispielbild toter Wolf.

Im Gleisbett einer stillgelegten Bahnstrecke zwischen Neuhof und Werder (Landkreis Teltow-Fläming) wäre am Montag, den 3.Mai 2021 von einem Jagdpächter ein toter Wolf entdeckt worden. Bisherige Untersuchungen würden zeigen, dass das geschützte Tier an einer Schussverletzung verendet sei, teilte die Polizeidirektion West mit. Zuvor wurde bereits am 07. März 2021 ein erschossener Wolfswelpe im Dahme-Spreewald-Gebiet gefunden. Am 1. April 2021 wurde ebenfalls ein Jungtier im Oder-Spree-Kreis illegal getötet aufgefunden.

Wolfsschutz-Deutschland e. V. stellt erneut Strafanzeige in allen drei Fällen über unseren Anwalt um Akteneinsicht erlangen zu können.  Auf EU- und Bundesebene stehen Wölfe strengem Schutz. In Deutschland sind die Paragrafen 69 und 71 des Bundesnaturschutzgesetzes maßgeblich. Nach Paragraf 69 sowie Paragraf 71 können bis zu 50.000 Euro Bußgeld bei und bis fünf jahre Haft verhängt werden.

Quelle: https://www.dbb-wolf.de/totfunde/aktuelle-ereignisse

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Wölfin Gloria darf nicht abgeschossen werden – Wolfsschutz Deutschland e. V. begrüßt die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Düsseldorf

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Eine gute Nachricht aus NRW: Schäfer Opriel ist gestern auch in der Hauptverhandlung vor dem Verwaltungsgericht in Düsseldorf gescheitert. Weder muss Wölfin Gloria umgesiedelt werden, noch darf sie abgeschossen werden. Es seien keine ernsten Schäden zu erwarten, hieß es u. a. in der Urteilsbegründung. Außerdem hätte er wohl die Schutzmaßnahmen oft nicht angewendet, bzw. ausgeschöpft. Damit ist hoffentlich der Kleinkrieg dieses Hobbyschäfers gegen die Wolfsfamilie dort zu Ende.

Bei „Schermbeck-Online“ gibt es einen Vieo-Bericht https://schermbeck-online.de/wold-keine-entnahme-von-woelfin-gloria-statements-nach-dem-urteil/

mit O-Tönen des Hobbyschäfers sowie seinem Anwalt Steinkühler. Übrigens ist Opriels Anwalt Steinkühler Mitglied der Grünen und er war für Schermbeck auch als Bürgermeisterkandidat aufgestellt. Wird sich dieser Poltiker andere Umweltminister der Grünen wie UM Albrecht aus SH, der Wolf Dani erschießen lassen wollte oder UM Wenzel, der Wolf Kurti in Niedersachsen erschießen ließ sowie UM Siegesmund aus Thüringen, die die Mischlingswelpen erschießen ließ, künftig quasi als Beispiel nehmen wollen? Unklar. Es scheint aber ganz so, als wollten auch immer mehr Politiker der Grünen mit einer Politik für die Jagd- und Agrarlobby liebäugeln.

Auch die Umweltministerin Heinen-Esser (CDU) freut sich über das Urteil aus Düsseldorf: „Wir begrüßen, dass das Gericht die Entscheidung der Naturschutzbehörde des Kreises Wesel und die zu Grunde liegenden fachlichen Erkenntnisse und Einschätzungen des LANUV bestätigt hat,“ heisst es in einer Pressmitteilung des LANUV von heute.

„Wir begrüßen, dass das Gericht die Entscheidung der Naturschutzbehörde des Kreises Wesel und die zu Grunde liegenden fachlichen Erkenntnisse und Einschätzungen des LANUV bestätigt hat. Mit der heutigen Gerichtsentscheidung ist die Arbeit jedoch nicht gemacht. Um die Koexistenz von Weidetierhaltung und Wolf sicherzustellen, ist es unerlässlich, den empfohlenen Herdenschutz auf der gesamten Fläche des Wolfsgebiets Schermbeck möglich zu machen. Herdenschutz war, ist und bleibt das Gebot der Stunde. Dort, wo die Zäunung bisher nicht ausgereicht hat, um die Herden zu schützen, sind weitere Alternativen wie der Einsatz von Nachtpferchen und Herdenschutzhunden zu prüfen“, kommentiert Umweltministerin Ursula Heinen-Esser das Urteil.

Gloria keine Problemwölfin

Nach den bisherigen Erkenntnissen und Einschätzungen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) und unter Berücksichtigung der gutachterlichen Stellungnahme der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) könne eine Verhaltensauffälligkeit der Wölfe im Wolfsgebiet Schermbeck nicht belegt werden. Übergriffe auf Haus- und Nutztiere erfolgten im Wesentlichen immer dann, wenn sich die Gelegenheit durch unzureichenden Herdenschutz bieten würde. Bisher konnte nicht nachgewiesen werden, dass sich die Wölfin darauf spezialisiert hätte, empfohlene Herdenschutzmaßnahmen zu überwinden. Das hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf bestätigt.

Bestätigt hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf auch, dass vor einem Abschuss eines Wolfes der Einsatz von Alternativen zu prüfen ist, dazu gehört die Umsetzung umfassender Herdenschutzmaßnahmen, insbesondere Zäune. Die Alternativenprüfung gibt das Bundesnaturschutzgesetz zwingend vor. Vor diesem Hintergrund drohe bei Realisierung dieser Maßnahmen kein ernster wirtschaftlicher Schaden für Schafhalter, die die empfohlenen Herdenschutzmaßnahmen verwirklichen.

Herdenschutz wirklich umsetzen

Als weitere Alternativen würden mit Unterstützung des Landes und des Kreises Wesel bereits Herdenschutzhunde und nächtliches Aufstallen erfolgreich in Betrieben in Schermbeck realisiert. Seitdem gebe es an den entsprechenden Weiden keine Übergriffe mehr.

Auch losgelöst von Wölfin GW954f  (Gloria) wären schon weitere Wölfe nach Nordrhein-Westfalen gekommen und es würden weitere folgen. Mit Blick auf die Rückkehr des Wolfes müsse am Ziel an einer ausreichenden Sicherung der Weiden festgehalten werden. „Gemeinsames Ziel aller Beteiligten muss es sein, sowohl den Wolf, als auch die Weidetiere zu schützen. An einer Koexistenz von Weidetierhaltung und Wolf führt in Europa kein Weg vorbei. Wir werden gemeinsam mit dem Bund und den Bundesländern den Herdenschutz weiterentwickeln“, so Heinen-Esser.

Darüber hinaus wird zwischen Bund und Ländern ein „Praxisleitfaden Wolf“ abgestimmt. Auch dieser wird wichtige länderübergreifende Empfehlungen im Umgang mit dem Wolf geben, unter anderem zu der Fragestellung, wann ein Wolf als „problematisch“ in Bezug zur Weidetierhaltung einzustufen und wie mit ihm umzugehen ist.

Hier die Pressemittelung des Umweltministeriums: https://www.umwelt.nrw.de/presse/detail/verwaltungsgericht-weist-klage-auf-entnahme-der-woelfin-gw954f-gloria-im-wolfsgebiet-schermbeck-ab-1620314698

Dazu ist auch die Antwort der EU auf die Beschwerde von Wolfsschutz-Deutschland e. V. zu den heimlichen Wolfsjagden in Niedersachsen, interessant: https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/05/02/geheimes-wolfsgemetzel-klatsche-von-der-eu-fuer-niedersachsens-umweltminister-lies-spd/