Update zum Faktencheck vom 23.03.18 – totes Reh in Bad Belzig – der Artikel wurde abgeändert – wir hatten Erfolg!

Liebe Wolfsfreundinnen und Wolfsfreunde,

ganz herzlichen Dank an die vielen Menschen, die sich aufgrund unserer Nachrecherche in Bad Belzig bei der Chefredakteurin der MAZ über einen tendenziösen, und dazu nach nachweislich mit falschen Informationen gespickten Artikel beschwert haben. Wir hatten Erfolg damit. Der Artikel wurde korrigiert.

Unsere Nachrecherchen sind mit sehr viel Aufwand verbunden. Aber sie sind essentiell für den Schutz unserer Wölfe hier in Deutschland. Wir müssen weiter die Stimme gegen falsche Artikel erheben. Bitte helfen Sie uns dabei mit einer Spende. Im Gegensatz zu den großen Umweltverbänden werden wir nicht staatlich unterstützt. Wir sind auf Ihre Spende angewiesen:

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Update zum Faktencheck vom 23.03.18 - totes Reh in Bad Belzig - der Artikel wurde abgeändert - wir hatten Erfolg!
Und plötzlich war die Überschrift geändert! Ohne unseren Faktencheck wäre das nicht möglich gewesen.

Hier geht es zu unserem Faktencheck

https://wolfsschutz-deutschland.de/2018/03/23/faktencheck-angeblicher-rehriss-in-bad-belzig-wie-medien-wieder-falsch-berichten/

 

Faktencheck: Angeblicher Rehriss in Bad Belzig – Wie Medien wieder falsch berichten

 

 

Wolfsschutz-Deutschland Faktencheck:  Angeblicher Rehriss in Bad Belzig - Wie Medien wieder falsch berichten
Diese Fellreste fanden wir an einem anderen Ort, als dem Auffindeort

Dass Wölfe auch Rehe fressen, dürfte inzwischen bekannt sein, sie sind schließlich keine Vegetarier und werden es auch nie werden. Leider ist auch bekannt, dass jedes tote Reh erst einmal einem Wolfsriss zugeschrieben wird. Das macht sich gut, um den „bösen Wolf“ wieder in die Presse zu bringen. Am 7. März 2018 soll es mal wieder soweit gewesen sein, im beschaulichen Bad Belzig in Brandenburg. „Wolf hinterlässt blutige Spur in Bad Belzig“, titelte die „Märkische Allgemeine“, ohne dass es einen Beweis gegeben hat – und bisher auch nicht gibt -, dass es auch ein Wolf war. Wolfsschutz-Deutschland ging auf Spurensuche vor Ort.

Journalistin war (natürlich) nicht vor Ort

Erschreckend: Die Journalistin, die diesen Bericht erfasst hat, hinterfragte mal wieder nicht das, was  ein „besorgter Bürger“ ihr da erzählt hatte. Wäre sie tatsächlich vor Ort gewesen und sich den Fundort und die Umgebung angesehen, hätte sie einen solchen, völlig unrecherchierten Artikel nicht schreiben dürfen. Das Foto mit dem toten Reh, direkt an einer Kleingartenanlage, suggeriert dann auch, die Wut auf den Wolf, der es gerissen haben soll. Hätte die Journalistin sich die Mühe gemacht, sich vor Ort umzusehen, hätte sie – egal wie intelligent sie ist – feststellen müssen, dass das Reh gebrochene Hinterläufe hatte. Eine „Blutspur“ oder Fellreste sind nach Fotoansicht nicht auszumachen. Doch die Journalistin schrieb aus der Entfernung an ihrem Redaktionstisch: „Fellreste deuten darauf hin, dass das Tier nicht dorthin geschleppt wurde, sondern direkt vor einem Kleingarten starb.“ Der Mann, der das tote Tier fand, wird als alleiniger Informant genannt. Es war kein Jäger, Wolfsbeauftragter oder Förster, der das Reh fand und die Situation hätte einschätzen können, sondern ein ganz normaler Spaziergänger, der da zitiert wurde.  

Wolfsschutz-Deutschland Faktencheck:  Angeblicher Rehriss in Bad Belzig - Wie Medien wieder falsch berichten
In diesem Bereich wurde das tote Tier abgelegt.

Fakt ist, dass sich ein Reh mit gebrochenen Hinterläufen schwer verletzt vor die Pforte eines Kleingartens am Stadionweg geschleppt haben soll, ist weder glaubwürdig, noch vorstellbar.  Wäre doch die Frage, von wem und warum wurde das Tier dort abgelegt? Passanten hatten laut unserer Recherche aus größerer Entfernung drei Leute gesehen, die etwas aus dem Kofferraum eines Autos gehoben haben. Könnte es etwas das tote Reh gewesen sein?

Die Journalistin wartete – wie leider viele andere Kollegen auch – gar nicht auf den Nachweis, dass es ein Wolf war. Sie fühlt sich berufen, boulevardmäßig zu schreiben: “ Damit hat der graue Räuber auch in Bad Belzig auf einem von Spaziergängern, Joggern und Schulkindern gern genutzten Weg eine Blutspur hinterlassen.“ Das schrieb sie, obwohl der Wolfsbeauftragte Torsten Fritz nur davon sprach, dass ein Wolfsriss nicht ausgeschlossen werden könnte,  man aber die abschließenden Untersuchungen abwarten müsse. Natürlich haben auch wir von Wolfsschutz-Deutschland den Wolfsbeauftragten von Brandenburg, Torsten Fritz, kontaktiert. Wer er uns gegenüber äußerte, kenne er zwar ein Foto des verendeten Rehs, war aber nicht vor Ort zur Aufnahme eines Rissgutachtens, weshalb die ihm in den Mund „gelegten Zitate“ böswillige Fälschungen seien und somit strafbewehrt erscheinen. Den Kehlbiss könne auch ein Hund gesetzt haben.

Reh war wahrscheinlich Opfer eines Verkehrsunfalls

Wahrscheinlicher war es so, dass das Reh Opfer eines Verkehrsunfalls geworden war und  zur Vertuschung,  oder um es so hinzustellen, als sei es ein Wolf gewesen, der Kadaver auf dieser Fläche am Stadionweg abgelegt worden ist. Wildtiere könnten so angelockt worden sein und der schnelle Riss der Tod des Rehs gewesen sein.

Unsere Fotos zeigen die Kleingartenzäune, den Stadionweg und die angrenzende Fläche. Diese, etwa in der Größe eines Fußballfeldes, liegt zwei bis drei Meter tiefer als der Stadionweg, von winterlich vertrocknetem Bodengestrüpp bedeckt.

Wolfsschutz-Deutschland Faktencheck:  Angeblicher Rehriss in Bad Belzig - Wie Medien wieder falsch berichten
Entlang dieses Wegs in dem Naherholungsgebiets wurde das tote Reh gefunden.

Bereits Tage zuvor lag dort verendet ein Reh. Zur der Zeit fiel Schnee, die Temperaturen lagen bei -10° bis – 3°. Auf dem Zeitungsfoto sieht das Reh jedoch nicht aus wie in der Nacht zuvor dort verendet. Der Fundort am Gartenzaun kann nicht der Ort gewesen sein, an dem das Reh verendete. Gut 20 Meter weit auf der tiefer liegenden Fläche fanden sich Fellspuren der Bauchdecke und etwa zehn Meter daneben  weitere Fellspuren des ausgerissenen Hinterlaufs.

 

Auch Spuren von Dachs und Fuchs waren zu sehen

Und dort fanden sich auch Spuren vom Dachs und Fuchs. Soweit ein artgerechter Riss unter Wildtieren.

Wolfsschutz-Deutschland Faktencheck:  Angeblicher Rehriss in Bad Belzig - Wie Medien wieder falsch berichten
Angrenzend an den Weg eine große Wiese und Wald.
Wolfsschutz-Deutschland Faktencheck:  Angeblicher Rehriss in Bad Belzig - Wie Medien wieder falsch berichten
Die Fläche, die an den Gehweg grenzt, hat etwa die Größe eines Fußballfeldes und liegt zwei bis drei Meter tiefer als der Stadionweg.

Wie kam das Tier aber dort hin? Auf der Flucht wird ein Reh instinktiv nie den Ausweg über verstrüpptes, gefährliches Gelände suchen, sondern eher den hinter der Fläche einsetzenden Wald. Wie soll es auch mit gebrochenen Hinterläufen dort vorwärts kommen und auch noch den Höhenunterschied zum Weg hinauf bewältigen?

„Warnungen zu besonderer Vorsicht“  – so der zitierte Torsten Fritz – seien „Sache des örtlichen Ordnungsamtes“. Die Amtsleiterin, Petra Tersch, erklärte uns, dass  mit Anwohnern gesprochen, Schulen und  Ausschüsse informiert worden seien. Da es sich um ein verendetes Wildtier handelte, fanden auch  keine weiteren Untersuchungen statt.

Manuel Reichardt und Rainer Schulz

 

Hier geht es zum Artikel http://www.maz-online.de/Lokales/Potsdam-Mittelmark/Wolf-hinterlaesst-blutige-Spur-am-Stadionteich

 

Sachsen – Toter Wolf in Pferdestall gefunden – Wie mit kranken Wölfen umgehen? – Einladung zur Diskussion!

Sachsen – laut einer Pressemitteilung des Kontaktbüros „Wölfe in Sachsen“ ist am 18.03.18 ein toter Wolf in einem Pferdestall entdeckt worden. Wie der Welpe dorthin geriet, ist bislang unklar. Ziemlich sicher dagegen ist, dass das Tier unter Räude litt. Wahrscheinlich habe sich der Welpe ähnlich wie es bei Füchsen bekannt ist, die an Räude leiden, wegen der unter der Hautkrankheit verbundenen Unterkühlung, an einen geschützten, wärmeren Ort zurückziehen wollen und er sei dort gestorben. Lange sei das Tier noch nicht tot gewesen, heißt es in der Pressemitteilung. Alles würde darauf hinweisen, dass es dem Welpen schön länger nicht gut gegangen ist. Der Fundort gehört in das Gebiet des Kollmer-Rudels. Schon im Sommer hätten Aufnahmen im Rahmen des Wolfsmonitorings darauf hingewiesen, dass dort mehrere Wölfe unter Räude litten.

Räude ist behandelbar

Was für uns von Wolfsschutz Deutschland die Frage aufwirft, ob hier nicht ein Eingreifen, das heisst eine Behandlung, durch die Mitarbeiter des sächsischen Wolfsmanagements notwendig gewesen wäre. Zur Behandlung von Räude gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen gibt es ein Mittel, das direkt auf das Fell im Nacken aufgebracht wird und zum anderen gibt es auch zwei Medikamente, die bei Hunden sehr wirksam sind. Wir haben die Tierärztin Katja Lautner dazu befragt: „Diese Mittel sind nicht offiziell für Wölfe zugelassen. Allerdings ist es sehr wahrscheinlich, dass sie auch bei Wölfen wirken. Es ist also möglich, diese beiden Medikamente in Tablettenform in Köder zu verpacken, und den Wölfen so zu verabreichen.“ Eine andere Frage ist der ethische Aspekt. „Es ist die Frage, wie wir hier in Deutschland den Wolf als immer noch in seiner Art gefährdetes Wildtier behandeln wollen? Wollen wir die Natur entscheiden lassen, ob ein erkranktes Tier überleben soll oder kann, oder nehmen wir einen Eingriff in die natürlichen Abläufe vor?“

Abschuss von Zottel verstieß gegen Wolfsmanagementplan

Da der Wolf in Deutschland noch immer jenseits eines günstigen Erhaltungszustandes ist, müsse unserer Ansicht nach hier eingegriffen werden. Denn in Folge des Wolfsmonitorings, also der Überwachung von Wölfen,  haben Menschen auch die Verantwortung dafür zu tragen, wenn es deutliche Anzeichen dafür gibt, dass mehrere Wölfe unter Krankheiten leiden, die behandelbar sind. Bislang sind Daten des Wolfsmonitorings vor allem dann zum Tragen gekommen, wenn es um einen Wolfsabschuss ging, wie im Fall Kurti, der übrigens völlig gesund war und auch im Fall Pumpak. Hier konnte der Schießbefehl nicht ausgeführt werden, weil Pumpak von der Bildfläche verwand und weil Wolfsschutz Deutschland zusammen mit der Grüne Liga gegen den Abschuss vorging. Allerdings kostete Zottel die Krankheit das Leben. Der Abschuss verstieß ganz klar gegen die Punkte 5.4 und 5.6 im sächsischen Wolfsmanagementplan.

Wir von Wolfsschutz Deutschland möchten Sie einladen, mit uns zu diskutieren. Die Mitarbeiter des Wolfsmanagements in Sachsen haben also bereits im Sommer beobachtet, dass es den Welpen des Rudels nicht gut ging. So kann man auch davon ausgehen, dass die Mitarbeiter wussten, wo sich der Rendevouzplatz, also der Treffpunkt des Rudels befunden hatte. Köder mit Tabletten hätten also ausgelegt werden können und mit ziemlicher Sicherheit auch vom richtigen Wolf aufgenommen werden können. Das Gleiche gilt übrigens auch für den Wolf Zottel. Da man seine Wege kannte, wäre es unserer Ansicht nach, ein Leichtes gewesen, ihm die Medikamente zu verabreichen, statt das Tier abzuschießen. Es gibt zwei Mittel, die sich bei Hunden als hochwirksam erwiesen haben. Auch bei empfindlichen Tieren, wie z. B. Hütehunden, hätten diese Mittel schon gewirkt, so Dr. Lautner.

Hier ist die Pressemitteilung des Kontaktbüros Wolf in Sachsen PM_Totfund_eines_Wolfswelpen_in_einem_Pferdestall_im_Landkreis_Goerlitz

Hier ist unsere Petition für den wegen Räude erschossenen Wolf Zottel http://www.change.org/zottel

Bericht des MDR mit Video zum Fall: https://www.mdr.de/mediathek/video-183558_zc-89922dc9_zs-df360c07.html

Gastkommentar von Ellen Renne vom Bürgerkandidaten-Komitee Altmark: Fehlendes Wissen und Ignoranz richten großen Schaden an!

Fehlendes Wissen und Ignoranz richten großen Schaden an! Grundsatzdiskussion Wölfe
Ellen Renne vom Bürgerkandidaten-Komitee Altmark

Wolf …..oder der Umgang mit anderen Lebewesen

Beim Thema Wolf handelt es sich nicht nur um die Fragen „Wolf ja oder nein ?“ und wenn ja, dann „wie viele ?“. Es handelt sich viel mehr um eine Grundsatzdiskussion, wie weit darf der Mensch gehen, wenn er sich die Welt „bequem einrichtet“. Wenn Menschen die Notwendigkeit einer Art in Frage stellen  –  „ wir sind 150 Jahre gut ohne Wolf ausgekommen“, „ wir brauchen den Wolf nicht“ – dann wird es für uns alle gefährlich ! Solche Aussagen zeigen, dass es Defizite in den Kenntnissen zu Lebensgrundlagen und Naturgesetzen gibt. Fehlendes Wissen oder Ignoranz richten Schaden an.

Jede Art, ganz gleich ob Tier oder Pflanze,  gehört zu unseren Lebensgrundlagen, erfüllt ihren ganz eigenen „Zweck“ im System und ist von entscheidender Bedeutung für unser aller Lebensqualität, auch der Wolf! Je mehr Glieder aus dieser „ Kette der Artenvielfalt“ verschwinden, um so bedrohlicher steht es auch um das Leben von uns selbst. Wir können nicht ohne die anderen Lebewesen existieren, was umgekehrt ganz anders aussieht.

Wir töten ohne Skrupel

Der Mensch hat sich das „Recht“ genommen, diesen Planeten mit all seinen Lebensformen zu beherrschen und ( aus-) zu nutzen. Dabei lässt er ausschließlich seine Bedürfnisse gelten, die der anderen Lebewesen finden keine Akzeptanz, wenn sie störend wirken. Über Ethik und Moral wollen wir nicht weiter nachdenken, wenn etwas unbequem für uns wird.

Damit unsere Bedürfnisse nach Nahrung, Profit, Spaß und Bequemlichkeit erfüllt werden, gehen wir  „über Leichen“. Wir zerstören nicht nur jeden Tag ein weiteres Stück Natur ( unser aller Lebensraum), wir töten auch unsere „ Mitbewohner“, und das ganz ohne Skrupel.  Jedes Jahr werden Millionen Wildtiere aus den Wäldern qualvoll getötet, auch tausende Hunde und Katzen ( des Menschen „beste Freunde“) kommen vor die Flinte, wenn sie ausgedient haben und stören. Die Jagd zur Regulierung von Populationen, für die einen eine billige Möglichkeit kurzzeitig ein „Problem“- Wesen zu eliminieren, für die anderen sogar „ Sport und Spaß“. Kurzzeitig nur, weil die Jagd nicht zur nachhaltigen Reduzierung geeignet ist, im Gegenteil, wer sich mit Naturgesetzen beschäftigt, der erfährt, dass die Jagd die Tierbestände sogar nachweislich erhöht.

Entscheidend sind Respekt und Wertschätzung des Lebens

Die Praxis belegt dies mit permanent steigenden Wildbeständen. Die Natur kann sich ausschließlich selbst regulieren und ein Gleichgewicht herstellen, wobei der Wolf eine wichtige Rolle spielt. Jeder Eingriff des Menschen ist kontraproduktiv.

Kein Tier trägt die Schuld an Schweinepest und Co., all das sind menschengemachte Probleme, die allein der Mensch durch umdenken lösen muss und nicht durch das prophylaktische Töten. Das fängt bei der Landwirtschaft ( Monokultur) an und hört bei der Befestigung von Flächen auf, aber ganz entscheidend sind Respekt und Wertschätzung des Lebens.

Hier geht es zur FB-Seite von Ellen Renne

https://www.facebook.com/Bürgerkandidaten-Komitee-Altmark-831392983692678/?pnref=lhc

 

 

AHA Halle und Wolfsschutz Deutschland fordern: Schluss mit dem Biberbashing in der Dübener Heide

Schluss mit dem Biberbashing in der Dübener Heide, Biber sind wahre Meister im Erschaffen und Verjüngen von Auenlandschaften
Biber sind wahre Baumeister

Sachsen-Anhalt: Dem Biber geht es wie dem Wolf. Kaum ist er wieder da, soll er auch schon wieder weg. „Von einer Biber-Schwemme sei die Rede und sogar vom Problem-Bibern,“ kritisiert Andreas Liste vom Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle/Saale e. V., neueste Medienmeldungen. Ähnlich wie der Wolf wird auch der Biber seit dem Mittelalter verfolgt. Während der Wolf komplett ausgerottet war, konnten wenige Biber bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts überleben. Dass in Deutschland wieder zirka 6000 Tiere leben, verdanken wir den hohen Schutzstatus. Wo der Biber ist, wachsen Landschafts- und Naturräume.

Dem Biber geht es wie dem Wolf. Kaum ist er wieder da, soll er auch schon wieder weg
Ein Biber bei der Arbeit

Biber sind wahre Meister im Erschaffen und Verjüngen von Auenlandschaften. Durch das Fällen von Baumen und dem Bau ihrer Biberburgen, stauen Biber das Wasser und schaffen die Grundlage für günstige Lebensbedingungen für Wasservögel, Amphibien, Fischen und Insekten. Aber auch Säugetiere finden neue Räume. Desweiteren können sich Baumbestände, wie die der Weide, erholen. Nicht zuletzt profitiert auch das Grund- und Schichtwassersystem vom Biber.

Nicht der Biber ist das Problem, sondern der Mensch

Doch diese Paradiese sind in großer Gefahr. Immer mehr Landschaften werden zugebaut und versiegelt. Immer mehr Straßen zerschneiden die letzten Auenlandschaften oder verhindern, dass sich Landschaften zu Auen entwickeln könnten. Immer mehr Biber werden überfahren. „Nicht der Biber ist das Problem, sondern das mehr oder minder weit vorgerückte Eindringen des Menschen in die Fluss-, Bach- und Auenlandschaften, um sie zu nutzen, zu regulieren und nicht selten umfassend zu verbauen,“ so Liste. Sein Verein fordert eine Versachlichung der Diskussionen um die Biber in der Dübener Heide. Wir von Wolfsschutz Deutschland schließen uns dieser Forderung an.

Hier geht es zu kompletten Presseerklärung, mit weiteren Fakten, Zahlen und Daten. Weitere Informationen direkt bei www.aha-halle.de 

PresseerklärungDübenerHeide&Biberschutz16.03.2018

Unser Lacher der Woche geht an die CDU in Sachsen

Wolfsschutz-Deutschland erkennt, dass die CDU in Sachsen nicht einmal weiß, wie ein Wolf tatsächlich aussieht. Anstatt eines Wolfs zeigt Sie auf Ihrer Facebookseite einen Goldschakal!
Herr von Breitenbuch ist nicht der einzige CDU-Politiker, der an Märchen glaubt, er erfindet auch welche. Der angebliche Wolf, der hier abgebildet ist, ist kein Wolf.

Schluss mit der Märchenstunde, findet der stellvertretende Fraktionschef und Landwirt der CDU-Fraktion Sachsen, Georg-Ludwig von Breitenbach. Ziel sei der geregelte Wolfsabschuss. Wir von Wolfsschutz-Deutschland rätseln noch, ob es gut für die Tierwelt in Sachsen ist, dass die Mitarbeiter der CDU nicht zu wissen scheinen, wie ein Wolf aussieht. Zu sehen auf der Facebookseite ist nämlich das Bild eines Goldschakals. Insofern sollten Menschen in Sachsen auch Angst um ihre Hunde und Katzen haben. Wer weiß schon, was schießwütige Politiker sonst noch alles als Wolf ansehen.  Eventuell auch das Rotkäppchen und die Großmutter. Der agrarpolitische Sprecher Andreas Heinz will sogar eine EU-Entschiedung nicht abwarten, sondern gleich drauf losballern. Willkommen im Wilden Osten.

Unser Ziel ist ganz klar die geregelte Entnahme von Politkern, die anscheinend die eigene Vorteilsnahme im Amt hauptsächlich im Auge haben. Und zwar durch Abwahl.

Hier geht es zum Beitrag: https://www.facebook.com/cdulandtagsfraktionsachsen/posts/1608423332513433

 

Werden sächsische Medien endlich in ihre Schranken verwiesen?

Sachsen – tendenziöse und falsche Berichterstattung in sächsischen Medien ist leider nichts Neues. Neu und begrüßenswert ist allerdings, dass das Kontaktbüro Wölfe in Sachsen sowie der Bundesforstbetrieb Sachsen gestern eine Richtigstellung herausgaben.

Vor Kurzem machte ein Fall in den Medien und in den sozialen Netzwerken die Runde, der sich perfekt in die Reihe Gruselgeschichten aus Rotkäppchens Zeiten einfügt. Ein Wolf sollte einen Jagdhund, der sich im Einsatz befunden hätte, getötet haben. Rührselige Bilder des getöteten Tieres wurden gepostet, die virtuellen Tränen flossen reichlich. Uns tut es auch sehr leid um den  Hund. Schuld an dessen Tod ist aber weder Zottel, der in Verdacht kam, noch der Rüde des Daubitzer Rudels, der den Hund tötete. Für Zottel kommt jede Entlastung zu spät. Er wurde auf Geheiß der Behörden erschossen. Auf DNA-Ergebnisse zu den angeblich von ihm getöteten Hunden bei Kemlitz und Weißkeißel warten wir noch immer.

Die alleinige Schuld liegt bei demjenigen, der auf den Jagdhund aufpassen sollten, dies aber nachweislich nicht tat. Zitat aus der Pressemitteilung:

„Der Hundeführer, der den Hund während der Abwesenheit des Besitzers in Pflege hatte, ließ diesen frei laufen währenddessen er mit dem Auszeichnen von Bäumen in Vorbereitung von Forstbetriebsmaßnahmen beschäftigt war. Dabei entfernte sich die Bracke, beunruhigte Wild über einen Zeitraum von circa einer Stunde und kam nicht wieder zurück. Da der Hund mit einem GPS-Halsband ausgestattet war, konnte er später geortet werden. Der Hund war etwa 1500 m vom Hundeführer entfernt durch den territorialen Wolfsrüden des Daubitzer Rudels getötet worden, wie anschließende genetische Untersuchungen ergaben (KB berichtete). Anders als der in verschiedenen Medienberichten vermittelte Eindruck, wurde der Stöberhund nicht im Rahmen einer Gemeinschaftsjagd durch einen Wolf getötet.“

Jäger und Forstmitarbeiter sollten sich doch wirklich im Wolfsgebiet mit dem Thema Jagdhund und Wolf befasst haben. Wir sind entsetzt über die Leichtsinnigkeit des Besitzers und des Hundesitters. Handeln Menschen, die an ihrem Tier hängen, wirklich derart groß fahrlässig? Oder sollten erneut Fakten geschaffen werden, um den Abschuss eines Wolfsrudels fordern zu können? Gerade die Medien in Sachsen sollten sich ihrer Verantwortung den Lesern gegenüber endlich bewusst werden. Bitte Aufklärung, statt Lügenmärchen eine Plattform zu bieten.

Hier geht es zur Pressemeldung

http://www.wolf-sachsen.de/de/464-auf-dem-truppenuebungsplatz-oberlausitz-vom-wolf-getoeteter-jagdhund-war-nicht-im-jagdlichen-einsatz

http://www.wolf-sachsen.de/de/464-auf-dem-truppenuebungsplatz-oberlausitz-vom-wolf-getoeteter-jagdhund-war-nicht-im-jagdlichen-einsatz

Weidesicherung in Brandenburg – Unser Wolfsschutz-Vereinsmitglied Korinna packte mit an.

Wolfsschutz Deutschland packt an – Zusammen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von diversen Umweltorganisationen hat auch unsere Korinna im Landkreis Dahme Spreewald mitgeholfen. Es ging darum, eine Fläche auf einer ehemaligen Mülldeponie sicher zu machen.

Hier ist ihr Resümee:

Tag drei auf der ehem. Mülldeponie in Senzig LDS.

Bald werden sich hier hunderte Schafe tummeln, doch bis es soweit ist, machen wir Wolfsfreunde aus der Region ihre zukünftige Sommerresidenz über freiwillige Helfer sicher. Denn unser grösster Wunsch ist es, das hier der Wolf unbeschadet und sicher durchziehen oder noch besser, heimisch werden darf. Dass der Graue wieder hier ist, steht inzwischen nämlich außer Frage.

Gestern haben wir, zusammen mit 20 Leuten, an dem Untergrabungsschutz vor dem zirka zwei Meter hohen Schutzzaun, der sich über zwei Kilometer rund um das Areal zieht, auf der östlichen Seite zum Wald hin weitergearbeitet. Wir kämpften auf schwerem Terrain, aber mit sensationeller Aussicht über hiesige Seen bis zum Funkturm. Dennoch sind wir gut weitergekommen.

Ich freue mich riesig darüber,  dass wir den Schafen und dem Schäfer helfen konnten, denn das Beauftragen von Firmen hätte Unsummen verschlungen.

Und so haben wir uns mit Zaun  und Zange bewaffnet durchs Dickicht gekämpft, um Wolf und Schaf zu helfen, um der Rotkäppchen-Mentalität im wahrsten Sinne des Wortes tatkräftig zu begegnen und Bruder Wolf willkommen zu heissen.

Nach einigen Watschen von Ästen und kleinen Schlammschlachten mit dem Brandenburger Waldboden kam ich völlig kaputt aber sehr glücklich nach Hause.
Schöne Grüsse an meine Hände, sag den Fingern sie können wieder aufhören zu krampfen (ich glaub die haben mich heut Nacht weitergezwickt) 
?.

Ich habe viele neue Leute von hier kennengelernt, die alle meine Faszination und Liebe zum Grauen teilen.

Ein wunderschöner Tag für Wolfsbefürworter, Schafe & Schäfer und Bruder Wolf. Wir setzen hier hoffentlich Zeichen um der Wolfshetze die entsetzlich schnell von neuem Verbreitung findet, Paroli zu bieten.

Ah-uuuuuuuuuuuuu! ??

Eure Korinna

Hier kannst Du das Areal überfliegen
https://declips.net/…/xDr…/ehemalige-mülldeponie-senzig.html

 

Niedersächsische Politiker beugen mit ihren Forderungen nach Wolfstötungen ganz klar EU-Recht

Kommentar

 

Der niedersächsische Umweltminister Lies wurde in einem Bericht des NDR damit zitiert, dass er sich in Brüssel für eine Abschussquote für Wölfe einsetzen wolle. Seine Vorstellungen: auch in Niedersachsen sollten künftig, ähnlich wie in Frankreich, bis zu 50 Wölfe geschossen werden dürfen. Allerdings räumt der Minister in dem Beitrag selber ein, dass der Erhaltungszustand des Wolfs erreicht sein müsse. Ist die Forderung des Ministers als nichts anderes als billiger Populismus, oder gar eine Unterwerfungsgeste an den Koalitionspartner CDU zu bewerten? Denn ganz nach dem Motto „Schlimmer geht immer“ behauptete der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Martin Bäumer, am Donnerstag in einer Tageszeitung: „In Deutschland leben zurzeit 1000 Wölfe, 2022 werden es über 4000 und 2030 über 40.000 Wölfe sein. Dieser jährliche Zuwachs von rund 30 Prozent wird es notwendig machen, auch in Niedersachsen Wölfe konsequent zu töten.“ Wo Martin Bäumer diese Zahlen hergenommen haben will, ist uns völlig rätselhaft.

Laut einer Pressemitteilung des Niedersächsischen Umweltministeriums habe angeblich die EU-Kommission ein einheitliches Monitoring der Wolfspopulation zwischen Polen und Deutschland ausdrücklich begrüßt und dafür ihre Unterstützung zugesagt. Erfreulich sei zudem die Aussage, dass es den Nationalstaaten, also dem Bund, obliege, den Erhaltungszustand in selbst definierten Zeiträumen zu bestimmen. Um der dynamischen Populationsentwicklung gerecht zu werden, sei es demnach durchaus möglich, den Erhaltungszustand nicht nur alle sechs Jahre, sondern jährlich zu bestimmen.

Wir von Wolfsschutz Deutschland sind entsetzt darüber, wie man sich augenscheinlich Zahlen passend machen möchte. Und dies nur um Bauernverband und Jägerlobby schönzutun? Sollte die EU tatsächlich die Aufweichung des Schutzes durch das Dazuzählen der polnischen Wolfspopulation in Erwägung ziehen, so werden sich Politiker und Lobbyisten endgültig von Recht und Gesetz verabschieden.

Dazu schreibt das Bundesamt für Naturschutz (BfN) Ende 2017 in seiner Zusammenfassung: In der Roten Liste der gefährdeten Tiere Deutschlands (2009) wird der Wolf als eine vom Aussterben bedrohte Art eingestuft. Wenngleich sich der deutsche Wolfsbestand in den vergangenen Jahren positiv entwickelt hat, weist die Art – gemäß dem deutschen FFH-Bericht von 2013 – immer noch eine ungünstige Erhaltungssituation auf. Das ist auch in Niedersachsen so. Hier nennt Lies übrigens auch eine falsche Zahl. Er sagt, es gäbe 14 Rudel. In Wirklichkeit sind es zehn Rudel, vier Paare und zwei Einzeltiere. Die Anzahl der Territorien ist im Vergleich von 15/16 um fünf gestiegen. 2015/2016 wurden sechs Rudel, vier Paare sowie ein Einzeltier gezählt.

In Niedersachsen haben sich die Wölfe wirklich erfolgreich vermehrt und das soll auch so sein. Denn dies ist ja Sinn und Zweck des Abkommens der EU, das den Wolf unter den höchsten Schutzstatus gestellt hat. Eine Zunahme von 30 Prozent wäre also im Sinne des EU-Abkommens sogar erfreulich. Allerdings ist dies, bundesweit gesehen, nicht der Fall. Ferner behauptet Lies in dem NDR-Bericht, dass zusammen mit der Begrenzung der Population auf bestimmte Gebiete letztlich die Akzeptanz für den Wolf in der Bevölkerung steigen würde. Auch diese Behauptung ist nicht richtig. Laut Umfragen zweier Umweltverbände begrüßen eine Mehrheit der Deutschen und Österreicher sowie auch Dänen den Wolf.

Eine Lobby aus Weidetierhaltern, Landwirten und Hobbyjägern hatte dagegen von Anfang an ein Problem mit der Akzeptanz des Wolfes. Diese Lobby nutzt jede Gelegenheit, um in der Bevölkerung Angst und Panik zu verbreiten. Raum dazu geben die Medien. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht falsche, oder grotesk aufgebauschte Berichte in Tageszeitungen erscheinen. 2.398 Meldungen über die Sichtung von Wölfen gab es in Niedersachsen. Mehr als die Hälfte davon ist allerdings unbestätigt. Die Zahlen beweisen aber auch, wie problemlos das Zusammenleben von Wolf und Mensch in der Kulturlandschaft Niedersachsen funktioniert. Passiert ist nämlich gar nichts. Auch die Schäden an Nutztieren sind im Vergleich zu den Schlachtzahlen geradezu lächerlich: 166 Übergriffe gab es auf Schafe. Davon wurde der Wolf sogar 33 Mal ausgeschlossen. In 46 Fällen war eine Feststellung nicht möglich. 43 Übergriffe auf Rinder sind gezählt worden. Nur neun Mal war es auch der Wolf. Angriffe auf Pferde durch Wölfe gab es gar keine.

In Tageszeitungen wird Lies immer wieder im Zusammenhang mit dem Thema Wolf zitiert, dass die Sicherheit der Bevölkerung an erster Stelle stehen solle. Wir fragen uns: Wie kommt es dann, dass immer mehr Niedersachsen an gesundheitlichen Folgen wegen des Pflanzengiftes Glyphosat leiden? Ferner werden in Niedersachsens Gewässern immer mehr multiresistente Keime entdeckt. Durch Wölfe ist kein Mensch verstorben, ja nicht einmal angegriffen worden. Ein Mann verstarb allerdings an Keimen in einem Gewässer.

Wir von Wolfsschutz Deutschland fordern die Landesregierung in Niedersachsen auf, den Nebenkriegsschauplatz  „Wolf“ endlich zu befrieden und sich mit den echten Herausforderungen und Problemen im Land Niedersachsen zu befassen. Würde das Land wirklich Wölfe schießen, könnten neben Rügen der EU auch empfindliche Strafzahlungen auf  Niedersachsen zukommen. Zahlen müssten diese Strafen am Ende wieder die Steuerzahler.

 

Brigitte Sommer
Vorsitzende Wolfsschutz Deutschland, Verein in Gründung
 

Quellen:

https://www.umwelt.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/umweltminister-lies-spricht-mit-eu-kommission-zum-thema-wolf–162572.html

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Lies-will-Abschuss-Quote-fuer-Woelfe,wolf3380.html 

https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/LandForstwirtschaftFischerei/TiereundtierischeErzeugung/AktuellSchlachtungen.html

https://www.wolfsmonitoring.com/fileadmin/dateien/wolfsmonitoring.com/pdfs/Wolfsmonitoringbericht_LJN_2016_2017.pdf 

https://www.gifhorner-rundschau.de/gifhorn/article213653461/Ich-war-von-dem-Glyphosat-Wert-meines-Sohns-Noel-geschockt.html

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Gefaehrliche-Keime-in-Baechen-Fluessen-und-Seen,keime302.html

https://www.kreiszeitung.de/lokales/niedersachsen/fordert-konsequentes-toeten-woelfen-niedersachsen-9676387.html

 

 

 

 

 

Auch in Mecklenburg-Vorpommern keine Hinweise auf rasante Vermehrung des Wolfes

Das Märchen von der „rasanten“ Vermehrung.

 

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht die Rede von der „rasanten Vermehrung“ der Wölfe in Deutschland ist. Dabei dreschen nicht nur Politiker, Weidetierhalter und Wolfsgegner diese Phrase. Nein, auch so genannte Wolfsexperten und Mitarbeiter der großen Umweltverbände lassen sich dazu hinreißen, von einer rasanten Vermehrung zu reden. Im Koalitionsvertrag von SPD sowie CDU/CSU ist gar von Dezimierung der Wölfe die Rede. Fakt ist jedoch: In der Roten Liste der gefährdeten Tiere Deutschlands (2009) wird der Wolf als eine vom Aussterben bedrohte Art eingestuft. Wenngleich sich der deutsche Wolfsbestand in den vergangenen Jahren positiv entwickelt hat, weist die Art – gemäß dem deutschen FFH-Bericht von 2013 – immer noch eine ungünstige Erhaltungssituation auf, schreibt das Bundesamt für Naturschutz in einer Zusammenfassung Ende 2017.

Wölfe paaren sich nur einmal im Jahr, nämlich jetzt und in den kommenden Wochen. Die Jungtiere vom Vorjahr kümmern sich oft noch mit um den Nachwuchs, der im Frühjahr auf die Welt kommt. Jetzt ist auch die Zeit für die zweijährigen Wölfe, sich ein eigenes Revier zu suchen. Da Wölfe ihre Reviere verteidigen, können sich die Jungtiere nur dort niederlassen, wo noch keine anderen Wölfe ihr Revier eingerichtet haben. Diese Verhaltensweisen sind es, die eine „rasante Vermehrung“ so gut wie unmöglich machen. Die meisten Jungtiere erreichen ihr drittes Lebensjahr nicht. Man ging bisher von einer Vermehrungsrate von 30 % aus. Im Monitoringjahr 2016/17 stagniert diese Rate nicht nur, sie ist sogar zurückgegangen.

In Mecklenburg-Vorpommern hat sich die Anzahl der Welpen von 13 auf 14 leicht erhöht. Die Territorien sind bei 3 allerdings gleich geblieben. Der Verbleib des bisherigen Lübtheener Rudels ist derzeit ungeklärt. Anfang 2017 konnte der seit 2007 in der Lübtheener Heide lebende, mindestens 12-jährige Rüde letztmalig anhand von Fotofallenbildern dokumentiert werden. Die beiden besenderten Jährlingsfähen des Rudels, WF2 Naya und WF3 Emma, sind abgewandert; seit Mai 2017 wurden sie nicht mehr in der Lübtheener Heide nachgewiesen. Zu dem aktuellen Status der Elterntiere des Lübtheener Rudels liegen keine Hinweise vor, schreibt das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt. Mit 12 Jahren hat der Rüde ein stattliches Alter für einen frei lebenden Wolf erreicht. Dennoch ist Wilderei als Ursache nicht auszuschließen. Erst im Dezember 2016 wurde dort der Jungwolf Arno erschossen aufgefunden.

Schaut man sich die Anzahl von Wölfen in Mecklenburg-Vorpommern an und vergleicht sie mit den Schäden, stehen die Forderungen von Weidetierhaltern in einem ganz anderen Licht. Zitat aus der Pressemitteilung der Landesregierung: Im Jahr 2017 leistete das Land MV Kompensationszahlungen an Tierhalter in Höhe von etwa 15.700 Euro. Landesweit waren 28 Übergriffe auf Nutztiere registriert worden, bei denen ein Wolf als Verursacher festgestellt oder nicht ausgeschlossen werden konnte. Dabei wurden 66 Tiere getötet und 22 Tiere verletzt. Seit Jahresbeginn 2018 wurden 4 Übergriffe auf Nutztiere registriert, bei denen ein Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden konnte. Der vorbeugende Herdenschutz wurde im Jahre 2017 mit etwa 138000  Euro und im Jahre 2018 bislang mit etwa 32 000 Euro gefördert.

Quellen:

https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/lm/Service/Presse/Aktuelle-Pressemitteilungen?id=136019&processor=processor.sa.pressemitteilung&sa.pressemitteilung.sperrfrist=alle

https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/territorien/zusammenfassung?Bundesland=&Jahr=2016

https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/presse/2017/Dokumente/Pressehintergrund_Wolf_2017bf.pdf

https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/lm/Service/Presse/Aktuelle-Pressemitteilungen?id=122660&processor=processor.sa.pressemitteilung&sa.pressemitteilung.sperrfrist=alle