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Wölfin Gloria – Faktencheck und Zaunkontrolle in NRW – Auch beim zweiten Riss kein Schutz vorhanden.

Rufe nach Abschuss von Wölfin Gloria in NRW in der Region Schermbeck werden immer lauter, nachdem sie angeblich erneut Schafe gerissen haben soll. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Ende der Sommerpause wird höchstwahrscheinlich die LEX-Wolf den Bundestag passieren. Wölfe könnten dann noch leichter abgeschossen werden als bisher. Unseren Protest finden Sie hier. https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/06/19/wolfsschutz-deutschland-lex-wolf-ist-die-legitimation-zur-erneuten-ausrottung-der-woelfe-aufforderung-an-abgeordnete-dem-gesetz-nicht-zuzustimmen/

Wir fordern die Abgeordneten auf, der Gesetzesänderung nicht zuzustimmen. Während Hobbyhalter wohl weiterhin nicht aufrüsten, braucht es keine Zaunexperten, um derart auf der Hand liegende Zaunmängel wie an diesem Beispiel hier zu dokumentieren. Bis jetzt winkt das LANUV Tötungsforderungen noch ab, doch in einer Antwort, die Landrat Müller der NRZ gab, ist doch schon zu erahnen, dass das Verhalten der Wölfin Gloria auch auch als nicht „artangemessen“ betrachtet werden könnte. Wir kennen diese Wendehalspolitik ja auch im Zusammenhang mit Schießbefehlen auf Wolf Dani in Schleswig-Holstein und Wolf Roddy in Niedersachsen. 

Landrat Müller sagte zur NRZ dass es notwendig sei, dass die Gesellschaft auf die Herausforderungen, die durch das Aufkommen eines Wolfes entstehen, angemessen reagiert und Fördermittel für die erforderlichen Herdenschutzmaßnahmen in der Weidetierhaltungen bereitstellt werden.

Die europa-, bundes- und landesrechtlichen Vorgaben zum Artenschutz in Bezug auf den Umgang mit dem Wolf seien eindeutig und unmissverständlich. „Er hat den höchstmöglichen Schutzstatus. Eine Entnahme ist allenfalls in extremen Ausnahmefällen und als letzte Handlungsmöglichkeit, sofern ein stark abweichendes Verhalten bei einem Wolf vorliegt, möglich. Wir müssen die spezifische Situation im Kreis Wesel im Auge behalten und auswerten, ob das Verhalten der Wölfin artangemessen ist. Eine abschließende Bewertung ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich“.  Hier geht es zum Artikel – https://www.nrz.de/staedte/wesel-hamminkeln-schermbeck/thema-wolf-ist-hochbrisant-landrat-antwortet-auf-petition-id226536139.html?fbclid=IwAR1CKbT6K2SLGx64rmLpLljzr2VKNPKo4RQgF3GYFauUjZK7xvA85Mv-1uA

Ein Wolf, der dermaßen leicht Beute serviert bekommt, wird hier genauso zugreifen wie ein Hund. Sein Verhalten kann unserer Ansicht nach, nicht als „nicht artgerecht“ beurteilt werden, solange es solche Zaunzustände gibt. Ganz davon abgesehen, können ausgebüxte Schafe dort auch den Straßenverkehr gefährden. 

Hier die Fotos unserer Zaunkontrolle am 15. Juli 2019 bei dem Weidetierhalter, der nach Schäfer O. ebenfalls durch einen Riss betroffen war. Die Weidetiere wurden am Tag der Kontrolle in einem inneren Gehege gehalten, das mit Wildzaun umschlossen war. Drum herum ein größeres Gehege mit einem Festzaun aus Wilddraht. Darüber eine Litze, die genug Spannung aufwies. Allerdings stand die Türe des umschließenden Geheges offen und es fehlten Litzen mit Spannung im mittleren und unteren Bereich des äußeren Wildzaunes. Ein Überspringen wird in der Tat so leichtgemacht, dass Hund oder Beutegreifer keinen Stromschlag erhalten, wenn ihre Pfote an den Zaun setzen. Dazu dient der Wildzaun mit seinen großen Maschen auch noch als Stütze zum Überklettern. Einen Stromstoß erfährt ein Tier also erst, wenn es praktisch schon über den Zaun hinweg ist. Im inneren Gehege ist die Türe eine Schwachstelle. 

Über diese Türe kommen Hunde und Beutegreifer leicht hinweg.
Dieser Wildzaun kann ohne untere und mittlere Stromlitze als Kletterhilfe genutzt werden. Dass dies wohl bereits der Fall war, ist an den Klammern zum Stacheldraht hin zu erkennen.
Diese Tiere sind nicht geschützt.
Festzaun ohne Strom. Nur die obere Litze war unter Spannung.
Diese Tiere sind nicht geschützt.
Die Türe, des die kleine Weide umschließenden Geheges war offen, so dass Hunde oder Beutegreifer zur kleinen Weide gelangen können.
Nur die obere Litze hatte genug Spannung. Auf dem Wildzaun darunter war keine Litze angebracht und auch kein Strom.

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6 Gedanken zu „Wölfin Gloria – Faktencheck und Zaunkontrolle in NRW – Auch beim zweiten Riss kein Schutz vorhanden.

  1. Natürlich steckt da eine Strategie dahinter. Ist ja offensichtlich- man will den Wolf nicht, also weg damit.
    wird halt schnell mal das Schutzgesetz ausgehöhlt. Wie bei uns in Frankfurt beim Abholzen des besonders geschützten Bannwaldes für den Flughafenausbau. Wirtschaftliche Interessen -First !!
    Auch Frankreich will jetzt Regularien für den Wolfsbestand einführen, obwohl er dort schon im Jagdrecht ist. Mittlerweile hat sich ja diese European Alliance for Wolf Conservation gegründet. Ich frag mich, was die überhaupt tun. Gibt bisher nur einen Facebook Account: https://de-de.facebook.com/European-Alliance-for-Wolf-Conservation-771954562908834/
    Frau Klöckner will ja ein millionenschweres Afforstungsprogramm starten für unsere sterbenden Wälder-
    würde sie denWolf nicht abknallen lassen, hätten wir mehr gesunde Forste.

  2. Was erwartet ihr von abgehobenen Menschen die bis zu 5 000€ Rente am Tag haben!!!
    Diese Kaste schert sich nicht um ihre Mitmenschen, wieso sollen sie sich dann ausgerechnet um Wölfe scheren, die noch dazu ein Teil ihres Hobby’s, dem Töten und abknallen sind!!!

  3. Da kann ich nur zustimmen.Und wenn man den Wolf nicht mehr da ist,dann kommt das nächste Tier,dem Wadchbären will man jetzt schon an den Kragen.Tiere unerwünscht,egal welche. Von den Politikern erwarte ich schon lange nichts mehr.
    Der Wolfsschutz lässt sich nicht von diesen Machenschaften abhalten und der Wolf ist zu clever,irgendwann wird er von alleine gehen….schade um so ein schönes Tier.
    Langsam glaube ich auch diese Videos nicht mehr..wa es ein Wolf..den man irgendwo sichtete?
    Warum ist mir noch nie einer ,bei meinen langjährigen Spaziergängen in den Wäldern begegnet?
    Gefährlich=der ihn gefährlich macht.

    1. Es ist auch weiterhin sehr unwahrscheinlich, dass Sie jemals einen Wolf auf Ihren Spaziergängen zu sehen bekommen. Er ist ein sehr scheues, hochsensibles Tier, das Sie viel eher wahrnimmt als Sie ihn und der sich dann sofort zurückzieht. Er wird auch nicht wieder von alleine gehen, die einzige Möglichkeit, ihn loszuwerden, wäre seine erneute Ausrottung. Und das werden wir Wolfsfreunde zu verhindern wissen!

  4. lieber Herr Wempe, genau so ist es. Wir werden für die Wölfe kämpfen, diese wunderbaren sozialen Tiere müssen bei uns bleiben. Ich finde es sehr gut, dass Wolfsschutz diese Zaunkontrollen macht und damit ja auch bewiesen ist, dass die Herdentierhalter ihre Tiere überhaupt nicht schützen wollen. Die Wölfe müssen streng geschützt bleiben ohne wenn und aber.

  5. Ich sah eben auf wdr einen kurzen Bericht über den Wolf,und auch Gloria wurde erwähnt.Es hiess,es wären wohl 6 Risse. Eine Frau St.(weiss nicht ob ich dies hier schreiben darf)vom Nabu,hat aber nicht vom Leder gezogen beim Wolf,wobei ich dem Nabu auch kritsich gegenüber stehe.
    Man sollte alos auch keine Amgst vor Wölfen als Spaziergänger haben.(mein Reden,denn wann sieht man mal einen?)
    Mich würden auch andere Meinungen interessieren,ob dies wirklich wahr ist,wie erzählt. Ich weiss,dies ist kein Forum.Doch für mich immer sehr interessantund aufschlussreich.Vorallem,was der Wolfsschutz leistet.
    Herr Opriel kam natürlich auch zur Sprache….(ich dachte mir meinen Teil)
    Ich sehe selbst,wie einige Weidetierhalter,Schutz interpretieren.Traurig…die Bilder sagen ja alles.

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