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Kein Abschuss: Wutbauern aus NRW erneut abgewatscht – Gutachten entlastet Schermbecker Wölfe

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Ein Rechtsgutachten, das das Umweltministerium in Auftrag gegeben hat, bestätigt jetzt erneut: die Voraussetzungen für eine „Entnahme“, sprich Tötung der Wölfe sind nicht gegeben. Wolfsschutz-Deutschland e. V. begrüßt diese Entscheidung mit großer Erleichterung und mit noch größerer Zufriedenheit. „Wir sind sicher, dass auch unsere Faktenchecks, mit denen wir immer wieder die Lage vor Ort aufgezeigt haben und den mangelnden Willen bestimmter Schäfer und Pferdehalter *innen aufgezeigt haben, mit zur Entscheidung beigetragen haben,“ so die Vorsitzende Brigitte Sommer.

Der Wolf hat allen Grund zur Freude. © Beispielbild Brigitte Sommer

Für Schäfer Kurt Opriel sie es dagegen ein „Tiefschlag“ gewesen, schreibt heute die NRZ. Wir können uns das gut vorstellen, haben wir die „alternativen Fakten“ dieses Schäfers doch immer und immer wieder aufgedeckt.  Unser großer Dank geht hier auch an unser NRW-Team, das praktisch über sich hinaus gewachsen ist. Und weil wir weiter so starke Arbeit leisten wollen, freuen wir uns über Spenden und neue Mitglieder.

Für zwei Risse war der Rüde verantwortlich

Für die Pony-Risse am 11., 20., und 22. Oktober sowie das verletzte Pony am 21. Oktober war auf jeden Fall ein Wolf verantwortlich. Das haben die Genanalysen des Senckenberglabors für Wildtiergenetik in Gelnhausen laut Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz ergeben. Bei den Übergriffen am 20. und 21. Oktober konnte erstmals der männliche Wolf GW1587m als Verursacher nachgewiesen werden. Für die Risse am 11. und 22. Oktober konnte kein bestimmtes Wolfsindividuum nachgewiesen werden. Die genetischen Analysen der Proben vom 29. Oktober  und 3. November  sind noch in der Bearbeitung.

Land will wolfsabweisende Zäune für Pferde ab Dezember fördern

Als „zumutbare Alternativen“ zu einer von Nutztierhaltern und Bauern geforderten Entnahme werden Herdenschutzmaßnahmen wie wolfsabweisende Zäune, nächtliches Aufstallen oder der Einsatz von Herdenschutzhunden genannt. Diese sind aber kostspielig und werden vom Land bislang nicht gefördert. Die Landesregierung will künftig nun auch die Halter von Kleinpferden finanziell unterstützen. Das Landwirtschaftsministerium werde dien Förderrichtlinien Wolf auch für Kleinpferde-, Fohlen- und Jungpferde-Haltungen öffnen, mit dem Ziel, ab 1. Dezember 2021 Schutzmaßnahmen für sie zu fördern – ähnlich, wie es für Gehegewild, Schaf- und Ziegenhaltung heute schon der Fall ist. Die Details werden derzeit ausgearbeitet. Zusätzlich wurde bei der Landwirtschaftskammer eine neue Hotline für die Herdenschutzberatung eingerichtet, die u.a. auch zu wolfsabweisenden Zäunen berät.

Das sagt die Ministerin

Landwirtschafts- und Naturschutzministerin Ursula Heinen-Esser:Eine „Entnahme von Wölfen in Schermbeck ist nach aktueller rechtlicher Bewertung nicht möglich.“ Umso wichtiger sei es, die Weiden mit potenziell gefährdeten Haus- und Nutztieren „wolfsabweisend zu zäunen“ und die Tiere „in den dunklen Tag- und Nachtstunden nach Möglichkeit in einen Stall zu verbringen.“

Artikel aus der NRZ: https://www.nrz.de/staedte/dinslaken-huenxe-voerde/rechtsgutachten-woelfe-im-kreis-wesel-duerfen-weiterleben-id233794881.html?utm_medium=Social&utm_campaign=NRZDinslaken&utm_source=Facebook&fbclid=IwAR0ykhXDr5sFk8mu67Ytjtr6ZMMmXQkJq2h_DxBSCF4ruGP9ANyJKsqzoaA#Echobox=1636466051

Unsere Faktenchecks noch einmal zum Nachlesen:

https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/10/25/weitere-tote-ponys-in-nrw-alle-warnungen-zu-rissgefahren-ab-august-ignoriert/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/10/19/nrw-wolfsschutz-deutschland-e-v-klagt-an-provozieren-pferdehalter-innen-absichtlich-wolfsrisse-um-eine-abschussgenehmigung-zu-erhalten/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/10/03/wolfsschutz-deutschland-e-v-entlarvt-fakenews-in-nrw-woelfin-gloria-nicht-auf-schlagerpfaden/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/09/01/exklusiv-faktencheck-fotoreportage-und-zaunkontrollen-aus-dem-wolfsgebiet-schermbeck-nrw/

Zum Gerichtsentscheid im Mai: https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/05/07/woelfin-gloria-darf-nicht-abgeschossen-werden-wolfsschutz-deutschland-e-v-begruesst-die-entscheidung-des-verwaltungsgerichts-duesseldorf/

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Faktencheck NRW – Zaunzirkus: agiert Wölfin Gloria wie ein Springpferd?

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Lange Zeit war es still um Wölfin Gloria (GW 954f) aus NRW. Nun ist sie wieder in den Schlagzeilen – gemeinsam mit ihrem Bruder (GW1587m). Diverse Risse werden den beiden Wölfen angelastet (der Nachweis muss natürlich erst einmal erbracht werden) mit dem Hinweis auf die  „angeblich“ immense Höhe der Zäune. Demonstriert werden soll hier anscheinend die angebliche enorme Sprungkraft der Wölfin, sowie die angebliche Weitergabe ihrer Fähigkeit an andere Wölfe. Dass ein wolfsabweisender Zaun weit mehr aufweisen muss, scheint bei den Weidetierhaltern am Niederrhein immer noch nicht angekommen zu sein.

Werden Risse vorsätzlich provoziert?

Fast gewinnt man den Eindruck, als sollten hier Risse provoziert werden!

Vor allem der folgende Hintergrund dürfte hier von Bedeutung sein: Einem Bezahlartikel der NRZ vom 03.08.2020 zufolge wurde am 15.07.2020 eine Klageschrift beim Verwaltungsgericht Düsseldorf  von eben jenem Schäfer eingereicht, dessen Antrag auf Abschuss der Niederrhein-Wölfin abgelehnt wurde.

Wolfsschutz Deutschland berichtete hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2020/07/01/nrw-antrag-auf-abschuss-abgelehnt-woelfin-gloria-von-wesel-darf-weiterleben/

Auch andere Tierhalter unterstützten diese Klage. Das erklärt aber lange noch nicht die Vorgehensweise dieses betreffenden Schäfers. Er bekam aktive Hilfe beim Zaunbau UND zusätzlich 150.000 Euro , die ihm für den Neubau eines Schafstalles zugesichert wurden. Noch erstaunlicher ist, dass es dort seitdem keinen neuen Riss mehr zu verzeichnen gab. Panikmache scheint in diesen Tagen jedenfalls bestens zu funktionieren – auch bei Wölfen. Die Protagonistin Gloria ist nach wie vor Zielscheibe einer angstbesetzten Bevölkerung, die ihr buchstäblich den Kampf angesagt hat. Fast könnte man vermuten, dass hier zu viel über den Tellerrand hinaus nach Niedersachsen geschielt wurde. Parallelen zu Olaf Lies und seiner Hetzjagd auf den Wolfsrüden Roddy á la Käpt’n Ahab und Moby Dick sind da unvermeidlich. Wir von Wolfsschutz Deutschland sind davon überzeugt, das Gloria weiterhin zum „Problemwolf“ hochstilisiert wird, um mit allen Mitteln eine Abschussverfügung durchzusetzen.

Laissez-faire Haltung statt Herdenschutz

Der saloppe Umgang mit der Zäunung einiger Weiden lässt durchaus die Frage aufkommen: Handelt es sich hierbei um ein abgekartetes Spiel? Wir waren wieder vor Ort unterwegs, und haben uns die  Gegebenheiten und Zauninstallationen genauer angesehen. Dabei stellten wir zum wiederholten Male Zaunmängel und Schwachstellen fest. In der Nacht vom 21. auf den 22. 07.2020 wurde über einen Riss in Schermbeck-Gartrop berichtet, es gab jedoch nur eine Meldung von Schermbeck online. Siehe hier: https://schermbeck-online.de/wolfsriss-in-gartrop/?fbclid=IwAR2tArlZ2EglfDlHV2OTKBghvTp1SN-NKy4ioFztwc_pUHT_IY7-cWO1PV

Eine Heidschnucke sollte gerissen und ein weiteres Schaf verletzt worden sein. Außerdem sei ein Lamm verschwunden, was allerdings kurze Zeit später wieder mit Bissspuren auftauchte. Nach Begutachtung des LANUV hat der Wolf den 1, 35 m Zaun nicht überwunden, sondern hätte versucht, die unterste Litze mit einem 20cm Abstand zum Boden zu unterkriechen. Mit 6000V sei dieser Zaun gesichert gewesen. Das LANUV bestätigte inzwischen, dass Gloria unter dem Zaun durchgekrochen wäre. Positiv zu bemerken ist in diesem Zusammenhang allerdings die Aussage von Jenny Gangelhoff, dass sie trotz des Schadens dagegen sei, dass die Wölfin abgeschossen werde. Hier der Link: https://rp-online.de/nrw/staedte/dinslaken/huenxe-woelfin-gloria-hat-schaf-am-elsenweg-gerissen_aid-52900815

Wir fanden folgende Zaunsituation vor:

Am 23.07.20 standen nur ca. 3- 4 Heidschnucken auf der Weide. Im oberen Bereich des Zauns ist eine Lücke erkennbar.

Einige Tage später ist die Lücke plötzlich mit einer quer gespannten gelben Litze behoben worden. Falls hier ein Wolf tatsächlich gesprungen sein sollte, hätte er also nicht 1,34 Meter „Überwunden“ sondern nur EINEN Meter.

Der Zaun wies eine Gesamthöhe von ca. 1.34 m auf.

Die oberste Litze zeigte zu diesem Zeitpunkt kaum Strom an, so das wir davon ausgehen können, dass höchstens  eine Spannung unter 2000V vorhanden war.

 

Außerdem bestand zwischen der oberen ersten und der zweiten Litze ein Abstand von ca. 34 cm. Am 29.07.2020 war dieser Zustand nachträglich behoben, und zwar durch eine gekreuzte Litzenverbindung.

Der Zaun wurde also offensichtlich nachgerüstet. Ebenso verhielt es sich auch mit dem Strom an der Zäunung. Erst am 05.08.20 konnten wir hier eine Spannung von 10000V messen. Man braucht sich also nicht wundern, dass der Wolf möglicherweise leichtes Spiel hatte unter diesem oben beschriebenen Zaun unten drunter zu kriechen! Im übrigen fand bei Familie Gangelhoff im vergangenen Jahr ebenfalls ein Heidschnuckenriss statt, auch darüber berichteten wir. Hier der Link: https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/08/18/faktencheck-zaunkontrolle-in-huenxe-nrw-heidschnucken-voellig-ungenuegend-geschuetzt/

Fall Dickmann

Ein weiterer Vorfall ereignete sich am 12.08.2020 bei J. Dickmann auf einer Weide an der Buschstrasse in Oberlohberg/Dinslaken. Zwei Texelschafe des Hobbytierhalters wurden getötet, sechs Schafe verletzt. Angeblich hätte die Wölfin Gloria einen 1,20 m Zaun übersprungen. Von anderen Schutzmaßnahmen ist nicht die Rede. Im Gegenteil, dieser Schäfer äußerte sich vor kurzem noch öffentlich, dass er keine Stromzufuhr mehr installieren würde, da die Wölfin ja sowieso die Zäune überspringt. Leider ist diese Aussage so nicht mehr lesbar und anscheinend wieder aus dem entsprechenden Presseartikel entfernt worden. Wir sind jedoch fündig geworden, und konnten dieses Zitat wieder herstellen: Auf der Weide stehen schon seit den 91-iger Jahren Schafe, berichtet der Schäfer. Einen Elektrozaun gäbe es nicht. „Der wäre genauso hoch gewesen wie der bestehende normale Zaun und da wäre der Wolf dann genau drüber gesprungen,“ sagt Dickmann. Vor einem Jahr hat Gloria schon eines seiner Schafe – allerdings von einer Weide in Hünxe – geholt. „Seitdem bin ich verschont geblieben.“

Das er daraus keinen Hehl macht, bestätigten uns Ortskundige. Der Zaun, den wir vorfanden, glich keinesfalls dem, was man als wolfsabweisend bezeichnen könnte:

Mit Pflanzen überwuchert und an vielen Stellen sogar eingedrückt.
Gebüsch als Einstiegshilfe.

 

Hier wird Hunden oder Wölfen sogar eine Übersteighilfe geboten.
Dieses „Tor“ ist nur 90 Zentimeter hoch.
Maroder Pfosten.

Zugewachsen, teilweise marode, mit herunterhängendem Maschendrahtgeflecht! 

Die Höhe betrug an einer Stelle etwa 1,26m,  an anderen Zaunstellen allerdings noch weniger. Die Schafe befanden sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf der Wiese, auch das passiert immer wieder nach Rissmeldungen. Die Tiere werden sofort auf eine andere Weide gebracht. In diesem Fall sind sie vermutlich hinter einer anliegenden Schreinerei, deren vordere Wiese offen zugänglich ist, gebracht worden. Selbst wenn es die Herde eines anderen Weidetierhalters sein sollte, zeigt es doch wieder einmal deutlich die „Bemühungen“ zum Schutz ihrer Tiere.

Hier ist folgende Vermutung überhaupt nicht abwegig:

Wollen diese Halter dem Wolf die Tiere auf dem Präsentierteller servieren, um noch mehr Gelder zu kassieren?

Selbst große Naturschutzverbände empfehlen die Aufstallung der Weidetiere über Nacht bei unzureichender Zäunung bzw. ohne den Einsatz von HSH. Wie wir von Wolfsschutz Deutschland e. V., lehnen auch andere Verbände und einen Abschuss der Wölfin oder ihres Bruders rigoros ab.

So sah eine Weide am 17.08.2020 aus. Der Eingang ist so gut wie frei zugänglich. Siehe durchhängende Litze.

 

Eine andere Seite der gleichen Weide stand am 13.08.2020 komplett offen.

 

Ansicht dieser Weide vom 23.08.2020. Inzwischen ist sie mit einem Standard-Zaun, der genug Strom führt, aufgerüstet worden.

Fall  „alter Postweg“:

Als nächstes schauten wir uns auf dem alten Postweg in der Kirchheller Heide, Schermbeck, um. Der Schafhalter hatte am 15.08.2020 ein totes Schaf auf der Wiese vorgefunden. Auch hier geht man ganz „selbstverständlich“ davon aus, das der Wolf den 1,20m hohen Zaun überwunden habe. Die Zäunung bestand aus einem Knotengeflecht mit Stromlitze, allerdings sei dieser Zaun oben sowie unten eingewachsen. Hier der Link: https://schermbeck-online.de/update-fuenfter-wolfsriss-binnen-eines-monats/

https://schermbeck-online.de/binnen-einer-woche-der-dritte-wolfsriss-in-kirchhellen-schermbeck/?fbclid=IwAR0YkpB4Yw8z2UG2iAlizYqegmc7TvbFDT_TtoRwD4YlwEUKyI19YpD3YXM

Der  angeblich so „springfreudigen“ Gloria wird jetzt sogar unterstellt, sie hätte die Scheu vor den Menschen verloren, da die Risse häufig in der Nähe von Wohnbebauungen stattfänden. Ein DNA-Abgleich wird erst gar nicht mehr abgewartet!

Laut Vermutung des LANUV habe der Wolf aber allem Anschein nach versucht, den Zaun zu untergraben. Für uns stellt sich das ebenso dar. Ob die Stromzufuhr an der Zäunung kontinuierlich funktioniert, ist auf Grund der Bewachsung, die im Artikel erwähnt wird, ebenso fraglich. Viele Fragen bleiben angesichts dieser und anderer rasch aufeinanderfolgenden Rissmeldungen offen – auch für uns.

Ein Beispiel dafür ist ein Video aus einer Kamera der Familie Gangelhoff, zwei Wochen nach dem geschilderten Riss. Angeblich soll dort Gloria in die Fotofalle getappt sein.  Hier der Link: https://schermbeck-online.de/binnen-einer-woche-der-dritte-wolfsriss-in-kirchhellen-schermbeck/?fbclid=IwAR0YkpB4Yw8z2UG2iAlizYqegmc7TvbFDT_TtoRwD4YlwEUKyI19YpD3YXM

In der Meldung der RP vom 11.08.2020 ist allerdings von einem „großen, unerfahrenen Raubtier“ die Rede. Demnach kann es sich eindeutig nicht um die o.g. Wölfin handeln, da ihr ja eine Erfahrenheit in puncto Sprungtechnik immer wieder nachgesagt wird. https://rp-online.de/nrw/staedte/dinslaken/wolfsnachweis-nach-riss-in-gartrop-buehl-tier-wohl-weiter-dort-aktiv_aid-52705045?fbclid=IwAR0j58AUVzbHe5V35I5ZJQ5WRL_WwJ11K4w9nsCSJoqCvJ0h34Ll-WLpjO0

Es ist nahezu grotesk, das diese eine Wölfin weiterhin als Sündenbock herhalten muss.

 

Hier der Link zur Rissliste NRW: https://wolf.nrw/wolf/de/nachweise?fbclid=IwAR3wBNI3IdNCtJKHwW4XhUIDarAR3qg62kL_zuNkJDBBUPKRZ8IvgyOfAmE

 

 

 

 

 

 

 

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Faktencheck und Zaunkontrolle NRW – Problemzäune und Problemschäfer statt Problemwölfin in Hünxe

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Sie erhalten teilweise hohe sechsstellige Summen an EU-Subventionen sowie Entschädigungen sowie sogar komplette wolfsabweisende Zäune bezahlt. All das ist einigen Weidetierhaltern anscheinend noch immer nicht genug! Wie es auch aus anderen Bundesländern bekannt ist, wollen sich bestimmte Weidetierhaltergruppen wohl einfach nicht mit der Rückkehr der Wölfe in Deutschland arrangieren und sie  versuchen wohl augenscheinlich alles, um eine Abschussverfügung zu erreichen. Dabei setzen sie wohl sogar bewusst das Leben ihrer anvertrauten Tiere aufs Spiel.

Aktueller Nutztierriss in Hünxe/Genproben werden im Senckenberg-Labor untersucht, meldet das Umweltministerium NRW in einer Pressemitteilung. Hier der Link: https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/monitoring-im-wolfsgebiet-schermbeck-wird-intensiviert

Aufgrund eines erneuten Nutzierverlustes im Wolfsgebiet Schermbeck intensiviere die Landesregierung das Wolfsmonitoring in der Region. In der Nacht vom 10. auf den 11. November hätte es einen weiteren Schafriss auf einer Weide in Hünxe gegeben. Nach erster Einschätzung sei die Weide mit einem empfohlenen Herdenschutz gesichert gewesen. Aktuell prüfe das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) den Vorfall, zur Frage der Beteiligung eines Wolfs werden Proben im Senckenberg Forschungslabor Gelnhausen untersucht. Ergebnisse würden in den nächsten Wochen erwartet werden.

Wolfsabweisendes Netz um eine Ziegenherde in Hünxe, völlig ohne Spannung und ohne Untergrabschutz.

Das Umweltministerium und das LANUV würden deshalb Beobachtungen in der Region intensivieren.

In einem zurückliegenden Fall eines Nutztierrisses hat derweil die genetische Untersuchung und Individualisierung den Nachweis erbracht, dass die im Wolfsgebiet Schermbeck lebende Wölfin GW954f am 11. Oktober 2019 in Bottrop-Kirchhellen ein Schaf getötet und ein weiteres verletzt hat. In diesem Fall war die Weide nach Prüfung des LANUV nicht mit einem empfohlenen Herdenschutz gesichert. Hier unsere Zaunkontrolle zu diesem Fall: https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/10/01/nrw-woelfin-gloria-faktencheck-und-zaunkontrolle-nach-riss-in-kirchhellen-kein-strom-auf-dem-zaun-kein-untergrabschutz-fake-news-auch-in-der-waz/

Dabei werden in Nordrhein-Westfalen auf der gesamten Landesfläche Haus- und Nutztierrisse entschädigt, bei denen der Wolf als Verursacher nachgewiesen wurde. Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Schermbeck und in der umgebenden Pufferzone wird empfohlen, ihre Tiere mit geeigneten Zäunen wolfsabweisend zu sichern. In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden Präventionsmaßnahmen, wie die Anschaffung wolfsabweisender Elektrozäune, zu 100 Prozent gefördert. Informationen zu den möglichen Förderungen geben die jeweiligen Bezirksregierungen.

Immer wieder sind Weidetiere nicht geschützt gewesen

Ausriss auf der WAZ. Warum schützen die Halter ihre Tiere nicht? Wie kann es sein, dass acht Mal beim gleichen Schäfer grissen wird?

Provozieren bestimmte Weidetierhalter immer wieder Risse, um einen Schießbefehl zu erreichen?

Schäfer O. jammerte ausgiebig in einem Artikel in der Dorstener Zeitung darüber, dass der Wolf acht Mal bei ihm zugeschlagen habe. Die Zeitung titelte sogar so:

Existenz einer Schafzüchterfamilie bedroht

Schafzüchter in Aufruhr

https://www.dorstenerzeitung.de/schermbeck/wolf-hat-schaf-gerissen-plus-1471953.html

Berufsschäfer Maik Dünow – der selber 147.035,51 € im jahr 2018 an EU-Subventionen erhalten hat – in der RP Online https://rp-online.de/nrw/staedte/dinslaken/wieder-ist-in-huenxe-ein-schaf-der-herde-von-kurt-opriel-getoetet-worden_aid-47236509: “ So dürfe das nicht weitergehen, teilte Maik Dünow, der Sprecher der Berufsschäfer in Nordrhein-Westfalen, nach dem neuen Vorfall mit. „Da steht“, so Dünow, „schließlich eine ganze Familie hinter, deren Existenz bedroht ist.“ Die Entscheidungsträger müssten so langsam begreifen, dass es hier nicht mehr um die Begegnung zwischen Wolf und Schafen gehe, sondern um die massive Beeinträchtigung des Menschen durch den Wolf. „Es wird Zeit, dass der Mensch mehr geschützt wird als der Wolf“, fordert Dünow die Behörden zum Handeln auf. Irgendwann müsse eine akzeptable Lösung herbei, und dafür seien die Behörden zuständig.“

Dabei ist Schäfer O. in Wirklichkeit als Nebenerwerbs- also Hobbyzüchter tätig und er hatte im vergangenen Jahr 6.313,76 € EU-Subventionen erhalten. Von einer Existenzbedrohung kann also gar keine Rede sein. Der Betrag ist unter diesem Link einsehbar: https://www.agrar-fischerei-zahlungen.de/Suche

Solange Managementpläne und Wolfsverordnungen den Weidetierhaltern Abschussverfügungen nach Rissen in Aussicht stellen, solange werden auch immer wieder Risse provoziert werden, um eben „Schießbefehle“ zu erreichen. Wir sind auch in NRW vor Ort und werden auch dort die Situation ganz genau beobachten. Dabei hätte man Gloria mit fachgerechten Zäunen, Herdenschutzhunden und Vergrämungsmaßnahmen den Appetit auf Schafe längst verderben können. Zudem auch die Anzahl an Falltieren (Weidetiere, die durch andere Ursachen sterben) von Weidetieren um ein vielfaches höher liegen, als Gloria  jemals reißen könnte. Gloria hat im Jahr 2019 bis dato nachweislich (DNA-Nachweis) 45 Schafe gerissen. Leider gibt es ja (noch) keine Falltierzahlen (Weidetiere, die an anderen Ursachen sterben) für NRW, aber aus anderen Bundesländern ist bekannt, dass die Zahl in die Abertausende geht.

Zitat aus einer Mail eines NABU-Mitgliedes an uns:
Das stromführende Netz soll nach Angaben des NABU Mitglieds (er war selbst vor Ort) nach der
Attacke nur ganz wenig Leistung gehabt haben. Der Stromschlag was extrem schwach, kaum fühlbar.
Absicht ??

Wir fordern: Weidetierhaltermonitoring statt Wolfsmonitoring

Zaunkontrolle 19.11.2019 in Hünxe,  Weiden Schäfer O.

Zur Straßenseite hin ist ein doppelter Zaun gezogen, auf den ersten Blick erscheint die Weide so besonders gesichert.

Die Höhe des Weidezauns auf der linken Seite beträgt durchschnittlich 120-122,5 cm.

Die untere Litze ist in einer Höhe von 24-27 cm angebracht, je nach Spannung hängt sie etwas durch.

Die Spannung ist auf dem gesamten Weidezaun höher als 8000 Volt.

Die oberste (5.) Litze ist am vorderen, rechten und hinteren Teil des Zauns gleichmäßig um die 130 cm hoch.

Auf der rechten Seite schwankte die Höhe der Litzen am meisten, deshalb hier genauere Angaben:

  • –  1. (unterste) Litze 24-27 cm hoch
  • –  2. und 3. Litze 44-51 und 58-65 cm
  • –  4. Litze 85-88 cm,
  • –  5. oberste Litze  130 cm

Am hinteren Ende der rechten Seite steht eine Solarbatterie, an ihr und dem Zaun ist ein Online Zaunmonitor befestigt. Untergrabungsschutz, wenn Strom auf dem Zaun ist, ist es eher unwahrscheinlich, dass ein Wolf sich unter den Zaun durchgräbt, sollte aber der Strom nicht rund um die Uhr drauf sein, ist es für jeden Wolf leicht, da eine geeignete Stelle zu finden, um auf eine Weide zu gelangen.

Im Bericht der Dorstener Zeitung, stand, dass Herr O. sich morgens zu seinen 25 Schafen aufmachte, und dann soll ja eins tot gewesen sein. Es sind aber wieder 25 Schafe am heutigen Tag auf der Weide.

 

Bei unserer Kontrolle am 19.11.19 war auf allen Litzen ausreichend Spannung. Doch dies muss nicht heißen, dass dies durchgehend so ist. Hat ein solcher Zaun keine Spannung, kommen Wölfe oder Hunde mühelos darunter durch.
Überblick auf der Schafsweide von Schäfer O. Trotz der Behauptung, dass zwei Schafe von 25 Tieren gerissen worden seien, konnten wir 25 Tiere zählen.
Im Hintergrund: Doppelt hintereinander gestellter Litzenzaun mit ausreichender Höhe und ausreichend Spannug. Im Hintergrund ist ein rotes Netz zu sehen, das wohl als Flicken dient. Da die Straße ein Stück höher liegt, kann die Böschung als Einsprungshilfe genutzt werden, sprich ein 1,20 Meter hoher Zaun ist hier nicht mehr 1,20 Meter hoch. Ob die Doppelzäunung in der Nacht des Risses schon so stand, wissen wir nicht.
Ohne Strom käme hier ein Hund oder Wolf mühelos unten durch.
Aus allen Litzen maßen wir am 19.11.19 ausreichende Spannung.
Hinten ist der Hintergrund des Aufmacherbildes in der Lokalzeitung zu sehen. Rechts Batterie mit Solarpanel.
Onlinemonitor zur Stromkontrolle.
Litzenzaun für die Schafe. Die Höhe ist mit 1,20 Meter ausreichend. Allerdings kommen Hunde oder Wölfe problemlos durch die Lücken, sobald hier kein Straom darauf ist.
Auch Pfützen können eine Stromzufuhr unterbrechen.

 

Dass sich die Stromspannungen von Tag zu Tag ändern können, zeigt sich hier:

Bei einer ersten Kontrolle am  12.11.19 war auf dem Ziegenweidennetz keine Spannung und kein Untergrabschutz vorhanden:

Keine Spannung auf dem Ziegenzaun.
Kein Untergrabschutz auf dem Ziegenzaun.
Hier ein Beispiel eines Netzes, das gegen Untergrabung geschützt ist. In den Boden werden kleine Verankerungen angebracht.

Die Zaunhöhe des Weidezauns beträgt rundherum durchschnittlich 115,5 cm und hat überall eine Spannung von über 8000 Volt.

Auf der rechten hinteren Seite steht eine normale Batterie, diese hat keinen Online Zaunmonitor und auch keine weiterführenden Kabel.

Man hat dort den Ziegenpferch im Blick, ob abends die Ziegen dort tatsächlich  eingestallt  werden, wissen wir nicht.

Der hintere Teil des Weidezauns endet an dem Zaun des Geländes einer Ölpipeline, dieser steht nicht unter Strom, ist gesamt 240 cm hoch und hat oben drei Reihen Natodraht. An der Verbindung des wolfsabweisenden Netzes zu diesem Festzaun besteht die Gefahr, dass sich Wolf oder Hund zwischendurchquetschen können, sobald keine Spannung auf dem Netz ist.

Hinter der Ziegenweide haben wir einen Jägerunterstand entdeckt, von dem aus man Richtung Ziegenpferch schaut. Sollte auf diesem Zaun kein Strom sein – wie am 12.11.19 – ist es für einen Wolf ein leichtes, ihn umzurennen. Wozu der Jägerunterstand fungiert, ist wohl offensichtlich.

 

Ziegenweide neben der Schafsweide in Hünxe.
Dies ist ein so genanntes wolfsabweisendes Netz, das aber nur funktioniert, wenn Spannung darauf ist. Untergrabschutz ist nicht vorhanden.
Am 19.11.19 war genug Spannnung auf dem Zaun.
Nachtpferch hinten in der Mitte zu sehen.
Gefahr einer Lücke zwischen Natozaun ohne Strom und wolfsabweisendem Netz.
Jägerunterstand direkt hinter der Ziegenweide.
Batterie.
Keine Spannung am Natozaun.
Blick vom Jägerstand zum Ziegengelände.
Je nachdem wie groß die Lücke zwischen Netz und Natozaun ist, können sich hier Hund oder Wolf hindruchzwängen.
Ziegenweide.
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Faktencheck Zaunkontrolle in Hünxe (NRW): Heidschnucken völlig ungenügend geschützt

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Kein Strom auf der oberen Litze auf der rechteen Seite, die an die Kuhweide grenzt. Für Hund oder Wolf schon mal gar nicht.
In Nordrhein-Westfalen haben die Weidetierhalter wieder einmal Wölfin Gloria im Visier. Nachdem am 23. Juli 2019 im Wolfsgebiet Schermbeck ein Riss von drei Schafen der Wölfin zugeordnet werden konnte und vor kurzem über einen Riss auf einer Weide in Gartrop-Bühl (Hünxe) am 4. August 2019 berichtet wurde, bei dem eine Heidschnucke getötet und eine verletzt wurde  (ob es tatsächlich ein Wolf war, konnte noch nicht bestätigt werden), wird es nicht mehr lange dauern, bis erneut Abschussforderungen kursieren. Wir von Wolfsschutz-Deutschland haben uns in Gartrop-Bühl umgeschaut, wie die Heidschnucken geschützt sind. Ergebnis: Völlig ungenügend!
Wölfin Gloria von Wesel streift gerne durch die Landschaft im Landkreis Wesel. Mittlerweile müssten die Schäfer und Bauern auch in Hünxe und Umgebung bemerkt haben, dass sie mehr für den Schutz ihrer Tiere tun müssten. Tun sie aber nicht. Auf der Weide von Familie G. in Gartrop-Bühl zeigte sich das wieder einmal deutlich. Wie die Hobbyschäfer gegenüber der NRZ mitteilten,  seien noch sieben Heidschnucken in ihrem Besitz.
Zum Straßenrand hin ist der Zaun mit Bewuchs überwuchert. Untergrabungsschutz Fehlanzeige.
Die Weide ist umzäunt von einem Wildzaun. Nach innen zur Weide hin sind drei Stromlitzen in verschiedener  Höhe angebracht. Insgesamt misst der Zaun eine Höhe von 1,07 Meter, der Abstand vom Boden zur mittleren Stromlitze beträgt ca. 49 cm. Die untere Litze war dabei kaum zu erreichen, da sie von Gräsern völlig überwuchert war.
Bei der Überprüfung der Oberlitze zur rechten Seite hin (angrenzende Kuhweide) konnten wir gar keinen Strom feststellen. Auch die mittlere Litze vorne an der Strassenseite war nur schwer zu erreichen, denn auch sie war sehr bewachsen. Die Litzen der Weide waren im Innenbereich teilweise ganz zugewachsen. Auch das metallene Tor war nicht am Stromkreislauf angeschlossen. Insgesamt hat unsere Recherche ergeben, dass diese Weide keinen adäquaten Wolfsschutz bietet. Es gibt zuviele Schwachstellen, ein Untergrabungsschutz fehlt völlig und relevante Teile des Weidezauns sind nicht bestromt. Wolf, oder Hund, haben  mehrere Möglichkeiten,  die vorhandenen Zäune zu überwinden.
Am linken Pfeiler an der Weide ist die untere Litze total überwuchert.
Bleibt immer wieder die Frage: Warum schützen die Weidetierhalter ihre Tier nicht ausreichend? Auch in Nordrhein-Westfalen werden in den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen schließlich  Präventionsmaßnahmen wie die Anschaffung wolfsabweisender Elektrozäune zu hundert Prozent gefördert.
Überblick auf den linken Bereich der Weide.
Auch hier überwuchern Gräser und Pflanzen den Zaun. Die Stromführung ist so nicht gewährleistet.
Eine weitere Schwachstelle ist das Tor. Es ist nicht in den Stromkreislauf eingebunden.
Unser Messgerät zeigt es: Kein Strom auf dem Tor vorhanden.
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Landesregierung von NRW weist an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz die dritte Pufferzone für ein Wolfsgebiet aus

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NRW macht anderen Bundesländern vor, wie erfolgreiches Wolfsmanagement aussieht. Statt Wolfsabaschuss gibt es hier rechtzeitige Fördermaßnahmen zum Herdenschutz . Ministerin Ursula Heinen-Esser, wurde gestern in einer Pressemitteilung des Ministeriums zitiert:  „Ab heute können Maßnahmen zum Herdenschutz auch in Südwestfalen, in Teilen der Kreise Siegen-Wittgenstein, Olpe sowie dem Oberbergischer Kreis und dem Rhein-Sieg-Kreis gefördert werden.“

Nach den Pufferzonen um die NRW-Wolfsgebiete „Schermbeck“ und „Senne“ wird nun eine dritte, ebenfalls großzügig dimensionierte Pufferzone eingerichtet, sie befindet sich an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz und umfasst Teile der Kreise Siegen-Wittgenstein, Olpe sowie dem Oberbergischer Kreis und dem Rhein-Sieg-Kreis. Die genaue Abgrenzung ist der entsprechenden Karte unter www.wolf.nrw/wolf/de/management/pufferzonedaaden zu entnehmen.

Vorausgegangen war die Ausweisung eines 200 Quadratkilometer großen Wolfsterritoriums am „Stegskopf“, einem ehemaligen Truppenübungsplatz  bei Burbach und Neuenkirchen durch das Rheinland-Pfälzische Umweltministerium. Nachdem innerhalb von sechs Monaten dort zum zweiten Mal ein und dieselbe Wölfin genetisch nachgewiesen werden konnte, gilt das Tier nun als ortstreu. Damit sind die bundesweiten Kriterien für die Ausweisung eines Wolfsgebietes erfüllt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Wölfin aus Rheinland-Pfalz auch Flächen in der Pufferzone in Nordrhein-Westfalen erreicht, ist nach Experteneinschätzung relativ gering, jedoch nicht gänzlich auszuschließen.

Herdenschutz hilft

Bundesweite Untersuchungen bestätigen: Einen 100 %-Schutz gegen Wolf-Übergriffe auf Weidetiere gibt es nicht. Funktionierende Elektrozäune senken aber die Zahl erfolgreicher Wolfübergriffe erheblich. Zurzeit werden aufgrund der besser werdenden Witterung und der bevorstehenden wärmeren Jahreszeit zunehmend mehr Weidetiere aus den Ställen auf die Weiden gebracht. Es wird daher dringend zur Durchführung von Herdenschutzmaßnahmen geraten.

Anträge auf Förderung von Herdenschutzmaßnahmen können bei den zuständigen Bezirksregierung Arnsberg und Köln gestellt werden.

Allgemein

Achtung Fake! – Foto von angeblich toter Wölfin Gloria macht die Runde in Messenger und Whatsapp

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Seit einigen Tagen geistert mal wieder ein Foto in sozialen Netzwerken und Messengerdiensten herum, das die angeblich getötete Wölfin Gloria aus Schermbeck in Nordrhein-Westfalen zeigen soll.

Dieses Foto zeigt einen bei Meppen in Niedersachsen überfahren Wolf und nicht die Wölfin Gloria aus NRW.

Untertitel: „…dass sich das Thema Gloria jetzt wohl erledigt hat.“ 

Diese Meldung ist ein Fake. Das Foto zeigt einen Wolf, der am 15.11.18 im Landkreis Emsland überfahren worden ist. Hier ist die entsprechende Meldung dazu: https://www.wolfsmonitoring.com/newsartikel/50-totfund-in-niedersachsen/?tx_news_pi1%5BbackPid%5D=10018&cHash=137d02696913daa7137e406cf08e390d

Dass sich die Fellfarbe des Tieres auf dem Originalbild heller zeigt, liegt wohl an einer Überbelichtung. Ebenfalls Fake ist ein Video, das seit Wochen in Facebook herumgeistert und das immer wieder von Neuem geteilt wird. Darauf ist ein Wolfsrudel zu sehen, das aus der Perspektive eines Hochsitzes heraus gefilmt wurde. Die Tiere spielen hierin auf einer Schneise.  In diesem Video werden konkrete Ortsangaben gemacht, die nicht stimmen. In Wirklichkeit ist der Aufnahmeort nicht bekannt.