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NRW Wölfin Gloria – Faktencheck und Zaunkontrolle nach Riss in Kirchhellen – Kein Strom auf dem Zaun, kein Untergrabschutz – Fake-News auch in der WAZ

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Ausriss aus einem Bezahlartikel aus der WAZ,  in dem ein Weidetierhalter tränenreich einen Riss beklagte. Dabei hätte dieser Weidetierhalter seine Tiere auch ohne fachgerechten Zaun auch einfach dadurch schützen können, in dem er sie nachts in den Stall gebracht hätte. Quelle: https://www.waz.de/staedte/bottrop/kirchhellen/schaf-am-kletterpoth-gerissen-woelfin-unter-verdacht-id227173119.html

Fakes von Weidetierhaltern und Medien

In NRW scheint sich das zu offenbaren, was auch in anderen Bundesländern schon erfolgreich geschafft worden ist. Es scheint ganz so, als würden so lange Risse provoziert und Zäune gefaked werden, bis der ersehnte Schießbefehl „endlich“ erteilt wird. In Niedersachsen und Schleswig-Holstein war diese Strategie ja sogar erfolgreich. Diese Entwicklung lässt sich auch in NRW sehr deutlich erkennen. Weidetierhalter scheinen sich gegenseitig Tipps zur „Problemwolfkreation“ zu geben. Wir von Wolfsschutz-Deutschland zeigen allerdings weiter die gefakten Zäune der Problemweidetierhalter und wir betreiben Gegenrecherche zu Zeitungsartikeln. Autor Kai Süselbeck behauptet in seinem Artikel, dass das LANUV bestätigt hätte, dass es sein könnte, dass Gloria wolfsabweisende Zäune „überwunden“ habe.

Gloria hat bislang keinen einzigen wolfsabweisenden Zaun überwunden

Dies bestätigte der zuständige Mitarbeiter beim LANUV auf unsere Nachfrage allerdings nicht. Wir berichteten bereits am 25.09.19 darüber https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/09/25/nrw-keine-problemwoelfin-gegenrecherche-entlarvt-fakenews-ueber-woelfin-gloria-in-der-nrz/ Wir waren am 24.09.19 um ca. 17:00 vor Ort zur Zaunkontrolle. Wie gehabt: Kein korrekter Schutz, kein Strom. Wir fanden nur eine innen im Gehege laufende Litze auf halber Höhe des Zauns, also zirka 60 Zentimeter, allerdings ohne Strom, vor. Der restliche Zaun betrug eine Höhe von 1,20 Meter, auch er ohne Strom. Die Gattertore waren komplett ungeschützt und im hinteren Teil der Weide standen noch Kübel vor dem Tor, quasi als Treppe für den Wolf. Angrenzend liegt ein gemauerter Stall.  Also hätte man die Schafe des nachts vermutlich ohne Probleme in den Stall bringen können.

Richtigstellung von der dpa

Unseren Artikel vom 25.09. scheint die Deutsche Presseagentur aufgegriffen zu haben, denn nur einen Tag später erschienen anderslautende Artikel. Von der WAZ war wohl auch ein Fotograf vor Ort. Wir können es ja verstehen, wenn der schreibende Kollege aufgrund von Zeitmangel eine Geschichte telefonisch recherchiert, aber warum reagierte hier der Fotograf vor Ort nicht? Auch die Süddeutsche brachte den dpa-Artikel, der klarstellte, dass Wölfin Gloria nicht als Problem-Wolf geführt wird. Sie hätte eben keine wolfsabweisenden Zäune überwunden, heisst es dort ebenfalls: https://www.sueddeutsche.de/wissen/umwelt-duesseldorf-umweltministerium-kein-problemwolf-in-nordrhein-westfalen-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-190929-99-80362?fbclid=IwAR2KXMIxmh4vKU-aoEisiJV4s7-aTffMp0XVEAjkzps_HKj2CUrB1Pdck4U

Auch das Bundesamt für Naturschutz mahnt zum Herdenschutz

„Wir haben momentan etwa 100 Wolfsrudel und -paare in Deutschland. Das ist nicht so viel, wie immer wieder behauptet wird.“ Viele der Wölfe blieben unauffällig, Hauptnahrungsquelle seien Rehe und Wildschweine. „Aber ja, wenn sie leicht zu erbeuten sind, reißt er auch Schafe oder andere Weidetiere“, so Jessel. „Man kann es nicht genug betonen: Das A und O ist ein vernünftiger Herdenschutz – auch wenn das viele Weidetierhalter nicht hören wollen.“ Es gebe wirksame Schutzmaßnahmen, es brauche mindestens 1,20 Meter hohe Elektrozäune. Jessel sagte: „Kommt der Wolf damit in Kontakt, würde er künftig einen Bogen um so geschützte Schafe machen,“ so die BfN-Präsidentin Beate Jessel weiter in der NOZ https://www.presseportal.de/pm/58964/4389695

 

Hinteres Tor ohne Schutz und vorne gut sichtbar nur eine Litze innen. Siehe das helle Band auf Höhe der Beine der Schafe.
Der Zaun ist zwar 1,24 Meter hoch, verfügte aber am Tag der Kontrolle weder über einen Untergrabschutz noch über Spannung.
Nur eine Litze, die dazu noch über keine Spannung verfügte.
Die Schafe wären nachts im Stall sicher gewesen. Über den Grund, warum sie nicht im Stall standen, darf wohl gemutmaßt werden. Sollte hier zur Problemwolfkreation absichtlich ein Riss provoziert werden?
Der Zaun ist 124 Zentimeter hoch, aber ohne Strom und ohen Untergrabschutz.
Die Weide ist mit Wilddraht außen umzäunt. Innen sind eine und teilweise zwei Litzen, die jedoch keinen Strom führen.
Weiteres, ungesichertes Tor mit zwei Plastikeimern, die sogar noch als Tritthilfe genutzt werden könnten.
Diese Schafe sind nicht geschützt. Warum nicht?

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7 Gedanken zu „NRW Wölfin Gloria – Faktencheck und Zaunkontrolle nach Riss in Kirchhellen – Kein Strom auf dem Zaun, kein Untergrabschutz – Fake-News auch in der WAZ

  1. Es ist schon Interessant das es in S-H einer Grüner Umweltminister ist der auf den Wolf Jagd machen lässt, genau wie der SPD- Innenminister in Niedersachsen. Das sollten die Wähler doch bei der nächsten Wahl bedenken.

  2. Die ganze Procedere das Absichtliche nicht einhalten von Regeln, Erteilung eines Schießbefehl ist immer dasselbe.
    Fakt ist der Wolf ist EU weit geschützt.
    Der Gesetzgeber ist verpflichtet gerissene Tiere (aus Geld der Steuerzahler) zu ersetzen.
    Die Besitzer von „Nutzvieh“ der Sorgfalt verpflichtet gerade deshalb (Steuergeld-) Schaden zu begrenzen.
    Kommen die Besitzer dem nicht nach, fand die Futtersuche des Wolfes (Schaf Riss) in einem WOLFSGEBIET statt, handelt es sich OFFENSICHTLICH um eine Unterlassung einer gebotenen Sorgfalt zumindest um eine Ordnungswidrigkeit die im Ermessen des Gesetzgebers auch (ohne Riss bei Feststellung) bestraft werden kann.
    Dann wäre jeder Schießbefehl überflüssig!
    Sollte jedoch (wie hier unterstellt) eine Provokation stattgefunden haben, handelt es sich um Vorsatz und somit um einen Vorstoß gegen EU Recht, der dann auch strafrechtlich zu verfolgen wären.
    Kripo:
    Warum haben sie denn keinen vorschriftsmäßigen Zaun errichtet?
    (Warum sind sie ohne TÜV mit abgefahrene Bremsen mit jemanden zusammengekracht der jetzt tot ist ?)

    Ich bin zwar kein Rechtsanwalt – aber liege ich denn da so falsch.
    Oder leben wir auch zu diesem Thema eher in einer Bananenrepublik?
    Dann wundert es mich nicht das es immer mehr Extremisten gibt.

  3. Gut, dass es Euch gibt, damit diese permanenten Mängel der Sicherung der Weidetiere aufgedeckt werden, vielen Dank dafür!
    Auch auf diesem Gebiet versagt dieser Staat auf ganzer Linie. Aber unsere Politiker haben ja auch Wichtigeres zu tun: Uns über neue Steuern wegen einer vollkommen irrwitzigen Klimahysterie abzuzocken.

    1. Zum Glück gibt es den Wolfsschutz! Sie und die anderen Vorschreiber haben völlig recht.Ist immer das gleiche und habe dies auch bei DANI,(Bericht 2.10.19)geschrieben.
      Ich habe so den Anschein,die Weidetierhalter fühlen sich auch noch im Recht,und sind pikiert,wenn wahre Worte gesprochen oder geschrieben werden!
      Fakt ist:
      Wölfe sind geschützt,das besagt das Wort alleine,und wer es nicht versteht,respektive verstehen will,dem ist nicht mehr zu helfen.

  4. ich schließe mich meinen Vorschreibern an. Die Wölfe sind geschützt und sollen es bleiben. Die Arbeit von Wolfsschutz ist korrekt und zeigt alle Mängel an, also ist klar, dass die Herdentierhalter absichtlich Risse provozieren und genau das gehört bestraft. Die Wölfe verhalten sich absolut normal, das Problem ist hier wie so oft die Menschen in ihrer Dummheit, Arroganz und mangelnder Empathie.

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