AllgemeinAntworten der Parteien auf unsere Anfrage zur Bundestagswahl 2017

Faktencheck und Zaunkontrolle Stölzinger Gebirge Hessen: Weidetierhalter schützen nicht, fordern aber Wolfsabschuss

Es tobt nicht der Bär im Stölzinger Gebirge in Nordosthessen, sondern der Bauer. Statt die Weidetiere zu schützen, werden wohl immer weiter Wolfsrisse provoziert. Eine Problemwölfin wäre Stölzi, sie müsse abgeschossen werden, heißt es. Ein Bauer stellt sogar einen Strafantrag gegen die Hessische Umweltministerin Hinz. Bei unserer Zaunkontrolle am 01.10.2020 fanden wir allerdings die für Mittel- und Nordhessen üblichen Zäune vor, die überhaupt keinen Schutz bieten. Was wir hier bebildert haben, ist nicht die Ausnahme, sondern leider die Regel. Wir fordern die Weidetierhalter dazu auf, endlich ihre Tiere zu schützen.

Soll hier eine Problemwölfin kreiert werden?

 

Bei Rindern, Jungrindern und Mutterhkuhhaltung mit Kälbern sowie Familienhaltung mit Mutterkuh, Bullen und Kälbern fanden wir in der Regel nur eine Litze in 85 bis 90 Zentimeter Höhe vor. Ein Mal war eine Weide sogar an einer Seite nur mit Stacheldraht gesichert. Hier darf keine Spannnung vorhanden sein. Auf der anderen Seite waren zwei Litzen und davor ein Wildschweinzaun gespannt.  Fast alle anderen Zäune mit nur einer Litze, die in 85 Zentimeter Höhe angebracht war, verfügten zwar über Spannung, dies ist aber völlig unerheblich, weil Kälber hier leicht ohne mit dem Zaun in Berührung zu kommen, unter der Litze hindurchkommen und auf dem freien Feld herumlaufen. Finden sie nicht mehr zurück, können sie natürlich von der dort ansässigen Wölfin gerissen worden sein.

Kälberrisse wurden auch Seites des Umweltministerium bestätigt. Allerdings kann die Wölfin hier kaum „Zäune überwunden“ haben. Ähnlich seiht es bei den Schafszäunen aus. Zwar war auf vielen Zäunen genug Spannung vorhanden. Doch es gab keinen Untergrabschutz und große Lücken zum Boden. Fällt hier nachts der Strom aus oder wird absichtlicht abgestellt, stellen solche Zäune weder für Wölfe noch für Hunde echte Hindernisse dar.

Auf dem Zaun ist eine Spannung von 6.000 bis 8.000 Volt gewesen, aber er ist an vielen Stellen nicht am Boden anliegend und es ist kein Untergrabschutz vorhanden. Wenn hier der Strom ausfällt, könnte erneut behauptet werden, die Wölfin habe einen wolfsabweisenden Zaun „Übersprungen“. In Wirklichkeit können solche Lücken mit Leichtigkeit unterkrochen werden.

Bauer stellt Strafanzeige gegen Umweltministerin Hinz

Gleichwohl sind sich die Bauern nicht zu schade, ständig und immer vehementer den Abschus der im Stölziger Gebirge ansässigen Wölfin Stölzi (GW 1409f) zu fordern. Doch nicht nur das. Einer der Weidetierhalter will sogar Anzeige gegen die Hessische Umweltministerin Hinz ertattet haben, weil es die Ministerin habe es „anhaltend“ unterlassen habe, erforderliche Maßnahmen gegen die grausame Tötung von Weidetieren durch Wölfe zu ergreifen“, argumentiert der Rechtsanwalt des Schafhalters im Strafantrag. Damit habe Hinz gegen § 1 des Tierschutzgesetzes verstoßen.

Unsere Bilder hier dokumentieren allerdings etwas völlig anderes: Müsste nicht eher Strafantrag gegen Tierhalter erstattet werden, die ihre Tiere derart auf abgelegenen Weiden sich selber überlassen?

Kreisbauernverband fordert Abschuss der Wölfin

Torsten Möller vom Kreisbauernverband Werra-Meißner sagt ganz klar: „Zäune können die Wölfin nicht abhalten. Deswegen führt am Abschuss kein Weg mehr vorbei.“  Dabei hatte erst im August das Hessische Umweltministerium einen neuen Wolfsmanagementplan vorgestellt; in einem neu eingerichteten Wolfszentrum sollen Meldungen, Ereignisse und Nachweise gebündelt werden. Von der FDP und dem hessischen Landesjagdverband kam Kritik. Eingeladen hatte das Ministerium dazu Vertreterinnen und Vertreter von Weidetierhaltung-, Naturschutz-, Landwirtschaft- und Jagdverbänden in die Naturschutz-Akademie in Wetzlar. Im Journal Frakfurt wird die Umweltministerin dazu folgendermaßen zitiert: „Wir können unsere vielseitige Kulturlandschaft in Hessen nur bewahren, wenn wir auch die Weidetierhaltung erhalten, die sich ohnehin in einem wirtschaftlich sehr schwierigen Umfeld behaupten muss“, sagte die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Bündnis 90/Die Grünen). Daher müsse Hessen die finanzielle Unterstützung verbessern und weitere Anstrengungen „für das Nebeneinander von Wolf und Weidetierhaltern unternehmen.“

Eine Millionen Euro Förderung und ein Wolfszentrum nicht genug?

Verfolgen wolle man das Ziel eines „konfliktarmen Nebeneinander von Wölfen und Weidetierhaltungen“. Umfassen solle dies Wolfsmonitoring, Empfehlungen zu Herdenschutzmaßnahmen sowie einen Überblick über aktuelle Fördermaßnahmen und eine Erläuterung zum Umgang mit verhaltensauffälligen Wölfen. Zudem müsse die beratende Unterstützung für Weidetierhalterinnen und -halter vor Ort ausgebaut werden. Auch die Einrichtung eines Wolfszentrums Hessen (WZH) steht auf der Agenda, dort soll das Wolfsmanagement und -monitoring durch das Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) umgesetzt werden. Dazu gehöre auch eine sogenannte „Wolfshotline“, die die Tierhalterinnen und -halter sowie Behörden und Verbände berät, und die bundesweite Öffentlichkeitsarbeit betreibt.

Bereits im Februar führte die Hessische Landesregierung eine Weidetierprämie mit einem Etat von einer Millionen Euro ein, der mit dem Gießkannenprinzip an die Landwirte verteilt wird; die konkrete Verwendung des Geldes wurde damit jedoch weder vorgeschrieben, noch, ob beispielsweise eine Fachkraft die Anbringung eines Zauns übernimmt. Der Förderungsbetrag richtet sich dabei nach der Anzahl der Tiere. Neben der Weidetierprämie existiert vom Land Hessen auch die flächenbezogene Herdenschutzprämie, mit der den Tierhalterinnen und -haltern 40 Euro pro Hektar zustehen. Diese Prämie gilt ausschließlich für Schaf- und Ziegenhalter, die mindestens vier Tiere und zwei Hektar Weidefläche besitzen.

Wir möchten die Weidetierhalter an sie Verantwortung erinnern, die sie ihren Tieren gegenüber haben. Dazu zählt auf keinen Fall, mit ihnen Wolfsrisse zu provozieren.

 

Wölfin Stölzi hat ein weitläufiges Revier.
Die Weiden im Stölzinger Gebirge liegen weit auseinader. Zu behaupten, dass eine Wölfin die Weidetierhaltung gefährden würde, ist geradezu lächerlich. Allerdings sind die meisten Zäune um Rinderweiden mit Kälbern katastrophal.
Bei unserer Messung war genug Strom auf dem Standardzaun vorhanden. Doch teilweise klafften am Boden große Lücken.
6.000 Volt Spannung.
Hier krabbelt Wolf oder Hund einfach unten durch.
Der größte Hammer war diese Weide. Auf der einen Seite zwei Litzen und Wildschweinzaun davorgestellt. Doch auf der anderen Seite nur Stacheldraht, unter dem Kälber mühelos unten durch gelangen können. Auf der freien Wiese können sie dann tatsächlich zur Beute werden.
Hier ist zwar ein Bulle mit dabei und ein Wolf würde sich nicht auf diese Weide trauen, doch Kälber können mühelos unter der Stacheldrahtlitze durch.
Diese Tiere haben es gut. Noch besser hätten sie es mit einem ordentlichen Zaun. Gerade eine Haltung mit Mutterkühen und Bullen kann für Spaziergänger und Straßenverkehr gefährlich werden.
Diese Robustrasse bekommt die Kälber auf der Weide. Totgeburten oder kranke Kälber werden nicht verteidigt.
Hier die andere Seite dieses Zauns mit zwei Litzen und Wildschweinzaun.
Was nützt ein Spannung, wenn die Kälbchen unten durch gelangen?
Rundum ist diese Weide mit Mutterkühen und Kälbern nur durch eine Litze gesichert.
Mutterkühe mit kleinen Kälbchen.
Riesige Flächen mit abgestorbenen Fichten.
Und auch hier befinden sich überall so genannte Kirrplätze auf denen Wildschweine durch Futter angelockt werden um sie beim Fressen zu erschießen.

 

 

Und zum Abschluss noch ein Interview von einem unserer Vereinsmitglieder mit dem hessischen Staatssekretär Oliver Conz

Der überarbeitete Wolfsmanagementplan ist ab wann und wo verfügbar?

Wir arbeiten derzeit die Ergebnisse unserer Gespräche mit den Verbänden der
Weidetierhalter, der Naturschutz- und Jagdverbände in einen Entwurf ein.
Unser Ziel ist ein möglichst transparenter Prozesse und ein weitgehendes
Verständnis unter allen Betroffenen. Insofern hängt das Ende des Prozesses
auch vom Fortschritt der weiteren Beratungen ab. Unser Ziel ist eine
Fertigstellung des Wolfsmanagementplanes in diesem Jahr. Er wird auf der
Internetseite des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt unde
Geologie veröffentlich.

Welche Orga’s bzw. Verbände beraten Sie in diesem Zusammenhang- welche
Wolfsschutzvereine sind vertreten?

Wir haben keine Aufteilung in Schützer und Gegner des Wolfes vorgenommen.
Wir wollen das möglichst entspannte Miteinander zwischen Mensch,
Weidetierhaltung und Wolf erreichen. Das eint alle Teilnehmenden an unseren
Beratungen. Wir streiten uns vor allem über den Weg zu diesem Ziel. Wenn ich
Sie richtig verstehe, dann zählen zu den Organisationen, auf die Sie
ansprechen, vor allem die hessischen Naturschutzverbände wie Naturschutzbund
Deutschland, Bund für Umwelt und Naturschutz, Hessische Gesellschaft für
Ornithologie und Naturschutz.

Durch welche Qualifikationen zeichnen sich die Fachberater aus- speziell in
Bezug auf Wesen, Jagdverhalten, ökolog. Bedeutung und Schutzstatus des
Wolfes?

Wir bilden die ehrenamtlich und nun neu hinzukommenden Wolfberater
regelmäßig aus und weiter fort. Diese Ausbildung übernehmen Wissenschaftler,
vornehmlich Biologen, aus dem HLNUG, sowie externe Wissenschaftler zum
Beispiel des Senckenberg-Instituts.

Welche Maßnahmen ergreifen Sie gegen Weidetierhalter, die sich in einem
ausgewiesenen Wolfsgebiet nicht an die Schutzmaßnahmen für ihre Tiere halten
und somit (gewollt oder aus Ignoranz) Risse provozieren?

Wir haben seit diesem Jahr erstmals (nach einem Wolf im Reinhardswald 2011)
wieder zwei ansässige Wölfinnen in Hessen. Wir alle lernen derzeit, mit den
Tieren umzugehen, dazu zählen auch die Weidetierhaltenden in den betroffenen
Gebieten. Ich sehe keine Anzeichen dafür, dass die Tierhaltenden bewusst
Wolfsrisse in Kauf nehmen. Wir unterstützen die Weidetierhalterinnen und
Weidetierhalter mit Beratungsangeboten unseres Landesbetriebs Landwirtschaft
sowie durch Aufklärung, zum Beispiel durch die Rissbegutachter.

Warum wird die vorgegebene m.E. viel zu niedrige Zaunhöhe von 90cm (meine
letzte Recherche) nicht prinzipiell auf 120cm erhöht?

Es gibt keine verbindliche Vorgabe der Zaunhöhe. Ein bestimmter, elektrisch
besicherter Herdenschutz von 90 cm Höhe gilt derzeit als gute fachliche
Praxis. Unser vorrangiges Bestreben ist, diesen Schutz flächendeckend
sicherzustellen, weil dieser Schutz einen Großteil der Wolfsübergriffe
verhindern kann. Einzelne Wölfe überwinden diesen Schutz, sie sind aber
offenbar grundsätzlich auch in der Lage einen höheren Schutz zu überwinden.
Ein höherer Grundschutz führt zu einem überproportional erhöhten Aufwand bei
der Errichtung, insbesondere in den Landschaftstypen, in denen in Hessen
Weidetierhaltung die Regel ist. Eine generelle Erhöhung des Schutzniveaus
würde daher dazu führen, dass viele Weidetierhaltungen zur Aufgabe gezwungen
würden, die bereits heute eine Entlohnung unterhalb des Mindestlohns für
ihre anstrengende Arbeit erhalten und mit ihren Familien das volle
unternehmerische Risiko der Weidetierhaltung tragen. Eine Erhöhung bietet
sich aber zum Beispiel dort an, wo Wölfe wiederholt eine bestimmte Haltung
angegriffen haben. Hier bieten wir als Land Unterstützung zB bei der
Beschaffung. Grundsätzlich hängt das richtige Schutzniveau sehr stark vom
Einzelfall ab.

Wer beurteilt mit wem einen „verhaltensauffälligen“ Wolf? Welche Kriterien
liegen hier zugrunde und werden hier alle nicht vorhandenen
Weidetierschutzmaßnahmen genau geprüft und von wem?

Als verhaltensauffällig bezeichnen wir Wölfe, die – vermutlich durch
unzulässiges Anfüttern – keine Schutz zeigen und aktiv auf Menschen zugehen.
Daneben und davon zu trennen ist, nach dem Bundesnaturschutzgesetz zu
beurteilen, wann durch einen Wolf auch nach Durchführung von zumutbaren
Abwehrmaßnahmen so ernste Schäden verursacht wurden, dass nach dem Gesetz
eine Entnahme in Betracht kommt. Dafür gibt es keine bundeseinheitlichen
Kriterien. Derzeit wird der von mehreren Seiten der Versuch unternommen,
hierfür Kriterien zu entwickeln. Letztlich bleibt diese Entscheidung eine
Entscheidung, die im Einzelfall zu treffen ist. Die Beurteilung obliegt der
zuständigen Naturschutzbehörde. Grundsätzlich wird hierbei das Verhalten des
Wolfes, die Frequenz von Angriffen auf Nutztiere, die Höhe vermeintlicher
Schäden, das überwundene Schutzniveau und mögliche Alternativen zu einer
Entnahme geprüft.

Welche Qualifikation muss ein Wolfsberater haben und wird er/ sie geschult
in europ. Recht gem. Fauna-Flora-Habitat (FFH) Richtlinie 92/43/EWG, Anhang
II, IV und V ?

Zur Schulung s. oben. Sie umfasst auch den rechtlichen Rahmen, wobei darauf
hinzuweisen ist, dass die Fauna-Flor-Habitat-Richtlinie nicht unmittelbar
Anwendung findet, sondern durch das Bundesnaturschutzgesetz umgesetzt ist.

Welche Aktivitäten werden zur sachlichen und wolfskonformen Aufklärung der
Bevölkerung getroffen?

Wir richten derzeit das Wolfszentrum Hessen am HLNUG ein, dass derzeit mit
zwei Biologinnen besetzt ist und personell noch weiter aufgestockt werden
soll. Das HLNUG unterhält eine informative Website zum Wolf, unterrichtet
über alle Wolfssichtungen, bietet eine Wanderausstellung zum Wolf, führt
Schulungs- und Informationsveranstaltungen durch und beteiligt sich an
Diskussionen vor Ort in betroffenen Regionen. Das Informationsangebot wird
sukzessive mit dem weiter fortschreitenden Wolfsbestand ausgebaut.

 

Quellen: https://www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/wolf

https://www.hlnug.de/presse/pressemitteilung/schafe-bei-seifertshausen-von-stoelzinger-woelfin-getoetet

https://www.hlnug.de/presse/pressemitteilung/weitere-nutztiere-von-sesshafter-woelfin-gerissen

https://osthessen-news.de/n11637255/kreisbauernverbande-fordern-stoelzinger-woelfin-abschiessen.html

https://www.journal-frankfurt.de/journal_news/Gesellschaft-2/Umweltministerium-legt-Wolfsmanagementplan-vor-Hessen-richtet-Wolfszentrum-ein-36202.html

https://wildundhund.de/wegen-problemwoelfin-strafantrag-gegen-umweltministerin-hinz/

 

15 Gedanken zu „Faktencheck und Zaunkontrolle Stölzinger Gebirge Hessen: Weidetierhalter schützen nicht, fordern aber Wolfsabschuss

  1. Landwirte in allen Bundesländern der Republik verschwören sich gegen den Wolf, anstatt sich für Natur und Arten Vielfalt zu entscheiden, setzen sie ihre ungerechtfertigte und verantwortungslose Hetze gegen den Wolf auch weiterhin fort. Eine Unverfrorenheit, seine Weide Tiere nicht zu schützen und dann nach Tötungen von Wölfen zu schreien. Trägt doch genau diese Gruppe ihren Teil dazu bei, dass unsere Natur und deren Arten Vielfalt Flora, so wie Fauna ignorant auch weiterhin geschädigt bzw. zerstört wird. Ein Armutszeugnis, dass sich Landwirte hiermit selbst ausstellen, denn immerhin besteht deren Einkommen zu 50-60 % aus EU (also unseren Steuern) Geldern! Immer mehr und höhere Gewinne um jeden Preis, so scheint mir, ist die Devise vieler Landwirte, dabei begreifen sie wohl nicht, oder wollen nicht begreifen, dass, wenn die Zerstörung unserer Natur/Umwelt weiterhin so verantwortungslos und ignorant von statten geht, wir Menschen unseren eigenen Lebensraum zerstören. Der Planet braucht uns Menschen nicht, wir jedoch den Planeten mit einer intakten Natur, um auf ihm weiter leben zu können – und dazu gehört auch der Wolf – dessen angestammter Platz an der Spitze des Öko Systems Fauna ist. Wir können mit dem Wolf leben – wenn wir es denn nur wollen!

    1. Hallo liebe Wolfsschützer !
      Sollen jetzt etwa Weiden zu “ Hochsicherheitstrakts “ gegen Wölfe umgerüstet werden ?? Das ist doch keine läppische Aktion solche Flächen mal eben Wolfsicher zu machen.
      Wer bezahlt diese riesigen Kosten ? Für private Nutztierhalter kaum zu stemmen und bei örtlichen Gegebenheiten auch nicht immer relalisierbar .
      Man sollte doch froh sein das es in unserer weitgehend industriellen Massentierhaltung noch Weidetiere gibt denen es dann auch noch vergleichsweise gut geht,
      Der Wolf hat seinen Platz im Ökosystem der Wildnis .
      Wir leben hier aber längst nicht mehr in Wildnisgebieten .
      Wirtschaftswälder , Kulturlandschaften , Weiden , Städte und Straßen prägen unsere Regionen ,
      Wo soll da der Wolf bitteschön seinen “ angestammten “ Platz einnehmen ?
      Ich bin seit 30 Jahren Fördermitglied bei Greenpeace und dem Tierschutz sehr verbunden ,
      Als Besitzer einer kleinen Herde von Shettlandponys in ganzjähriger Offenstall -. und Weidehaltung schreib ich diesen Kommentar also auch als Betroffener.

      1. Wer spricht von Hochsicherheitstrakten? Es reicht doch schon, wenn Lug und Betrug aufhören. Außerdem hat die EU extra einen Topf für Zäune bereitgestellt. Es reicht doch schon, wenn das normale Netz am Boden aufliegt.

      2. Ihre Argumentation ist ehrlich und wäre nachvollziehbar wenn die meisten Weidetierhalter ihrer Sorgfaltspflicht nachkommen würden. Dem ist aber – aus Bequemlichkeit nicht so. (Was die Fotos hier immer wieder belegen).
        Das sie keine Sorgfalt walten lassen müssen dafür sorgen die Politiker die (leider) oft auch Jäger sind.
        Übrigens wenn die BRD nicht über die Hälfte an Fleisch etc. exportieren würde, dann hätte nicht nur der Wolf doppelt so viel Fläche, nein auch auf Glyphosat, Abholzung der Regenwälder (wegen Tierfuttermittel) könnte dann verzichtet werden und das Insektensterben wäre ausgeblieben Rückgängig zu machen.
        Aber Sie haben Recht Tiere gehören zumindest tagsüber auf die Weide. Lange Rede kurzer Sinn die Preisgestaltung muss für die Bauern gerechter werden! Dafür muss die Politik sorgen. Die Verbraucher und die Tierschützer fühlen sich von der Politik betrogen. Wenn der Wolf dann wieder weg ist, wer ist als nächstes dran um von den selbstverschuldeten Dilemma abzulenken?
        Ich befürchte aber diese von egoistischem kaufmännisch Wahn geprägten Betrüger geben doch nie Ruhe!

  2. Die meisten Politiker gehen immer den Weg des geringsten Widerstand. Auch beim Nachdenken über Ursache, Wirkung, Folge… bis hin zur Korruption. Solange dies so bleibt wird sich auch nichts ändern. Bauern sind halt (insgeheim) wichtig, denn die könnten mit ihren Traktoren Bäume auf die Straße ziehen und einen Generalstreik absichern. Die muss man auch heute deshalb noch bei „Laune“ (dumm!) halten.
    Deshalb behalten Bauern so wie ihre Politiker selber Sonderprivilegien.
    Wie können denkende Menschen die zum Glück immer mehr werden dagegen ankommen? Für Argumente sind die leider immer noch nicht zugänglich, vor allem auch weil die „staatlichen“ Medien sich allesamt in gleicher Gesinnung befinden. Was muss denn noch alles passieren? Der Mensch ist (als Masse!) eine Bestie! Nicht der Wolf!

  3. Diese Bauern und die Agro-Konzerne, die unsere Nahrungsmittel längst mit Glyphosat und anderen Giften kontaminiert haben, Böden, Luft und Wasser ebenso, kreischen unentwegt nach Steuersubventionen, ihr Maschinenpark
    kostet auch einen Haufen Geld, sind selber Jäger oder verpachten lukrativ Ländereien an eben diese, kriegen den Hals einfach nicht voll. Sie sind verantwortlich für den Tod vieler Millionen sog. Nutztiere und Wildtiere durch die Jagd alljährlich. Und diese Species regen sich auf über ein paar Wolfsrisse, sind unwillig und unfähig einen adäquaten Schutz anzubringen trotz staatlicher
    Extrahilfen dafür. Und Wölfe umbringen, was ein geiles Gefühl, wie etwa Elefanten, Löwen oder Giraffen – dazu noch oft eingegattert – zu eliminieren,
    Wie lustig ist doch die Jägerei auch für all ihre Lobbyisten.

  4. Herr Hahn, ich habe keinesfalls von einem „Hochsicherheitstrakt“ geschrieben, setze jedoch voraus, dass jeder Tier Halter von selbst, ohne Druck auf ihn ausüben zu müssen, seine Tiere so schützt, dass sie für den Wolf uninteressant sind, denn er sucht sich stets eine möglichst leicht zu erlegende Beute. Und wieso sind von Privat Personen solche Einzäunungen nicht zu stemmen? Jeder Nutz Tier Halter kann sich eintragen lassen und bekommt vom Land ( unseren Steuergeldern) finanzielle Hilf für die Erstellung von wolfsabweisenden Zäunen. Man muss nur einen Antrag stellen. Bei dem Weide Tier Schutz stoßen zwei Probleme aufeinander. Das Hauptproblem liegt m,E, nach darin, dass so mancher Umweltminister nicht in der Lage, oder gewillt war/ist, die Tier Halter frühzeitig fachlich mit Rat und Tat entsprechend zu unterstützen und u.a. die Bearbeitung der Anträge unverschämt lange dauert, so dass viele Betroffene deshalb mit Recht verärgert sind. Zum Beispiel verplempert der Nds. UM seine Zeit damit, Wölfe ungerechter Weise zu jagen und unsere Steuergelder dafür zu missbrauchen, anstatt sich mehr um die dringend fehlenden oder unzulänglichen Schutz Maßnahmen und die Betroffenen zu kümmern. Zum Anderen sind die Nutz/Hobby Tier Halter, die sich nicht genügend informiert haben und solche, die von vornherein gar nicht gewillt sind, ihre Tiere zu schützen, weil sie der Meinung sind, der Wolf gehöre nicht nach Deutschland. Immer dieses gebetsmühlenartige Erwähnen der „Kulturlandschaft“, in der wir leben. Deutschland hat so viele und großflächige Wälder, so dass Wölfe dort in Frieden leben könnten, wenn wir es denn endlich mal zulassen würden. Ich bin mit einem Wild Biologen ständig in Kontakt, welcher in einem Wolfsgebiet wohnt und dort seine Exkursionen unternimmt. Seit vielen Jahren leben dort Wölfe und er hat noch nie auch nur einen aus der Nähe gesehen. Die intelligenten Tiere leben still in Wald und Flur und meiden Menschen. Außerdem ist der Wolf seit jeher ein Kulturfolger, daraus hat sich ergeben, dass unsere Haushunde von ihm abstammen. Sie schreiben auch, dass Sie Besitzer einer kleinen Herde Shetland Ponys sind und um diese bangen? Setzten Sie sich bitte mit Olaf Lies in Verbindung, ihm obliegt es zu bestimmen, welche Tier Arten er in seinem Entschädigungskatalog aufnimmt. Mir schreibt am 04.03.2019 Die Europäische Kommission, Generaldirektion Umwelt u.a. folgendes – wörtlich: „Es ist Aufgabe der deutschen Behörden, zu überprüfen, wie Nutztiere vor den betroffenen Raubtieren geschützt werden können, sowie die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen als Alternative, bevor eine Genehmigung zum Abschuss erteilt werden kann. Nach EU- Recht gibt es keinen Hindernisgrund für nationale Behörden, neben landwirtschaftlichen Nutztieren auch private Haustiere vorbeugend zu schützen bzw. diesen Schutz finanziell zu fördern oder im Fall von Schädigungen zu ersetzen.“ UM Lies könnte und dürfte dem entsprechend Ihre Ponys in den Entschädigungskatalog aufnehmen. Fragen Sie doch im Ministerium einmal nach, warum das nicht der Fall ist. Ich erlese hier, dass sogar Katzen und Hunde im Entschädigungskatalog aufgeführt werden dürften. Wir können nicht immer mit dem Begriff „Kulturlandschaft“ das abtun, was wir der Natur antun bzw. angetan haben und müssen endlich einsehen, dass es mit der Zerstörung unserer Umwelt nicht so weiter gehen darf und kann. Deshalb muss u.a. die Arten Vielfalt in Flora und Fauna Vorrang haben vor den angestrebten, immer größer werdenden Gewinnen. Niemand hat einen Landwirt gezwungen, seinen kleinen Betrieb aufzugeben und auf Massentierhaltung um zu steigen. Das haben Bauern ihrem Vorstand zu verdanken, denn Deutschland sollte DER Fleisch Lieferant für die halbe Welt werden. Nun ist der Schuss nach hinten los gegangen und einige asiatische Länder erzeugen ihr Schweine Fleisch selbst und der Deutsche Massen Tier Halter bekommt immer weniger für sein Fleisch und wird in absehbarer Zeit ganz auf ihm sitzen bleiben. Endlich umdenken, das muss der Tenor sein. Keine Masse, sondern Klasse an Fleisch und dafür weniger! Und zurück zur Natur mit allen Facetten, die sie uns bietet, die wir jedoch ignorant und verantwortungsvoll vernichtet oder zerstört haben. Dazu gehören auch, der Wolf, der Luchs, der Otter und viele Arten an Raubvögeln, die bisher auch als „Raubzeug“ gnadenlos und verantwortungslos abgeknallt wurden.

    1. Hallo liebe Wolfsschützer !
      Ich habe meine Weide mit Shettlandponys in NRW – Wolfsrisikogebiet Bottrop/Kirchhellen . Laut Rücksprache mit dem hier zuständigen Wolfsberater gibt es für für „Ponys“ keine Zaunfördergelder,
      Als langjähriger privater Freizeitponyhalter und jetziger Rentner kann ich mir so einen Zaun nicht leisten. Zur garantierten Sicherheit eines Zaunes setz ich zu dem ein gr0ßes ?
      Wölfin „Gloria “ wird sich auch in Zukunft weiter an dem bedienen was ihr die menschliche Zivilisation so alles anbietet .
      Wünsche allen Wolfsschützern hier das sie nicht eines Tages selbst betroffen sind .
      Das ist kein schöner Anblick seine Tiere eines Tages so zugerichtet wiederzufinden wie es einige Schfszüchter beispielsweise hier in der Nachbarschaft leider schon erleben mußten.
      In diesem Sinne gilt also auch für euch :
      “ Erst die Fakten prüfen “ !

      1. Was Sie hier betreiben, nennt man Schuldumkehr. Wegen solchen laxen Einstellungen zum Schutz von Tieren haben es Pferderipper wahrscheinlich auch so leicht. Wolfsangriffe auf Pferde sind extrem selten, menschliche Ripper an der Tagesordnung. Wer seine Tiere nicht so halten kann, dass sie sicher sind, sollte sein Hobby aufgeben. Sie verlangen außerdem, dass das Wohl der Allgemeinheit, nämlich der Naturschutz, hinter ihrem Hobby zurücksteckt. Einfach mal nachdenken.

          1. Ich sehe bei diesem Kommentar von Wolfsschutz Deutschland keinen Angriff auf Ihre Person, Herr Hahn. Ich denke, man muss auch in der Lage sein, der Wahrheit ins Auge zu sehen und sich nicht gleich gekränkt fühlen. Tatsache ist doch, dass es eine Zumutung für alle Bürger der BRD wäre, wenn jeder Mensch, der ein Hobby betreibt (gleich welches), die Kosten für sein Hobby von unseren Steuern erstattet haben möchte. Ein Hobby bleibt ein Hobby und sollte für den, der es sich ausgesucht hat, auch bezahlbar sein, denn es wäre nicht aus zu denken, wenn Jeder, der einem Hobby frönt, die Kosten dafür Vater Staat aufbürden würde. Bitte denken Sie einmal in Ruhe darüber nach.

  5. Es gibt einen sehr guten passenden Spruch: Das dümmste Tier auf Erden sollte einst der Affe werden, doch die Sache ging daneben und der Mensch begann zu leben! Der Wolf ist ein sehr intelligentes und notwendiges Tier! Er kann einen Menschen bis auf 10 Kilometer Entfernung wittern und geht dem Menschen aus dem Weg, da wir nicht zu seiner Nahrungskette gehören! Um Rinder, Schafe und Pferde zu schützen benötigt man nur 1 oder 2 Hirtenhunde und der Wolf hat kein Interesse mehr! Ist denn das so schwer zu verstehen? Zudem sollte man sich einmal das Video ansehen das von einem Nationalpark in den USA berichtet. Dort wurde der Wolf vor über 85 Jahren ausgerottet. Die Tiere die Bäume und Wälder vernichtet haben waren durch den Menschen nicht mehr zu Kontrollieren. Dann startete man den Versuch Wölfe aus Kanada wieder in das Schutzgebiet anzusiedeln. Innerhalb von 5 bis 10 Jahren war es ein wirklicher, schöner Nationalpark der wieder seine Aufgabe erfüllen konnte, so wie es die Natur haben will!! Ich besitze selber 4 Hunde, wovon 1 ein Wolfshund ist und kann nur sagen das Tiere meistens intelligenter sind als wir Menschen

  6. Herr Hahn, Sie scheinen nicht begriffen zu haben, dass für Zaun Fördergelder nicht der Wolfsberater zuständig ist, sondern der für Sie zuständige UM.. M .E. nach müssten Sie, wenn der für Ihr Bundesland zuständige Minister Shetland Ponys in den Entschädigungskatalog aufnimmt, auch Fördergelder für den Zaun bekommen. Aber, wie Wolfsschutz Deutschland schon sagt, Warum erwarten immer mehr Menschen von Vater Staat, dass er für Kosten aufkommt, die eigentlich , wie in diesem Fall, der Halter tragen müsste? Überall wird wie selbstverständlich, der Gewinn in die eigene Tasche gesteckt und für die Unkosten soll die Allgemeinheit (also wir alle von unseren gezahlten Steuern) aufkommen! In meinen Augen fehlt auch hier die Einsicht, dass JEDER von uns gefordert ist, endlich seinen Beitrag zu leisten, damit unsere Umwelt erhalten bzw. verbessert wird und dazu gehört die Arten Vielfalt. Die Aussage, dass wir den Wolf bisher in unserem Öko System Fauna nicht hatten und wir ihn jetzt auch nicht gebrauchen können, zeugt von Ignoranz und Verantwortungslosigkeit gegenüber unserer Natur. Der Mensch ist in eine intakte Natur hinein geboren und glaubt, dass er das Recht hätte, alles, was im nicht ins Konzept passt, töten zu dürfen. Welch armselige und nicht nachvollziehbare Einstellung! Es ist ein Hobby, das Sie betreiben und wenn Sie es nicht mehr finanziell stemmen können, dann müssen Sie sich eben davon trennen. Unsere geschundene und bereits zum großen Teil zerstörte Natur wieder einigermaßen zu richten, ist wichtiger, als jedes Hobby zu betreiben. Das muss man nun mal einsehen – und – wäre für mich gar keine Frage!

    1. Richtg, ich hatte früher selber zwei Pferde, die in einer Herde im Offenstall untergebracht waren. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, deshalb Wölfen ihren Platz oder ihr Lebensrecht nicht zuzugestehen. Ich war damals übrigens auch schon Wolfsfan. Pferdehalter wie Herr Hah werfen ein denkbar schleches Licht auf tierliebe Pferdehalter, die eigentlich in der Mehrzahl sind. GLG Brigitte Sommer

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