Geheime Wolfsjagden der Regierung in Brandenburg – Offener Beschwerdebrief an die EU

Mitmachaktion – Fragwürdige Berühmtheit haben geheime Wolfsjagden in Niedersachsen erlangt, doch auch in anderen Bundesländern scheint dies gängige Praxis zu sein. Damit sind nicht etwa illegale Abschüsse gemeint, sondern Abschussverfügungen von Bundesländern. Die Umweltministerien geben Wölfe zum Abschuss frei und sie informieren die Öffentlichkeit nicht darüber. Verbände und Vereine, die von solchen Abschussgenehmigungen nichts wissen, können also dagegen auch nicht klagen. Ein echter Skandal tut sich hier auf. Bei unserer Beschwerde können sich alle beteiligen, indem sie unseren Protestbrief als Vorlage nehmen und an den EU-Kommissar senden.

Mr. Virginijus Sinkevičius

Rue de la Loi / Wetstraat 200

1049 Brussels / Belgium

 

CC: per Mail an:

nature@ec.europa.eu

 

Sehr geehrter Herr  Sinkevičius ,
durch Zufall erfuhren wir von Wolfsschutz-Deutschland e.V. beim Erstellen unseres Pressespiegels davon, dass es seit 22. Juli 2022 eine Abschussgenehmigung auf einen Wolf im Landkreis Teltow-Flämig im Bundesland Brandenburg geben würde. Unsere Suche nach einer entsprechenden Pressemitteilung des Umweltministeriums war ergebnislos. Eine telefonische Nachfrage beim Umweltministerium Brandenburg ergab, dass das Ministerium diesbezüglich gar keine Pressemitteilung veröffentlicht hat, diese Abschussverfügung aber besteht.

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e.V.  halten es für gesetzwidrig, in solchen Fällen keine Pressemitteilung zu veröffentlichen und somit die Bevölkerung und die Naturschutzverbände nicht darüber zu informieren. Solche Praktiken verstoßen unserer Meinung nach eindeutig gegen die Informationspflicht.
Durch das Geheimhalten von geplanten Wolfsabschüssen haben  Naturschutzverbände keine Möglichkeit, gegen die geplanten Abschüsse zu klagen. Ein Recht, das ihnen aber zusteht.

Auf einer unserer Beschwerden haben Sie uns bereits darauf aufmerksam gemacht, dass die Verbände klagen können gegen geplante Wolfsabschüsse. Nur, wenn Sie von den Vorhaben, Wölfe abzuschießen, nichts wissen bzw. nichts erfahren, können sie auch nicht klagen.
Unserer Ansicht nach verstößt auch die Brandenburgische Wolfsverordnung gegen geltendes EU-Recht. Zugleich würden wir Sie bitten, das Pilotverfahren der EU gegen Deutschland in ein Hauptverfahren übergehen zu lassen.

Hintergrund: https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/11/16/geheime-wolfsjagden-auch-in-brandenburg/

11 Gedanken zu „Geheime Wolfsjagden der Regierung in Brandenburg – Offener Beschwerdebrief an die EU

  1. wahlen werden rechtswidrig als ermächtigungsrecht zur entdemokratisierung genutzt.
    s.a- dlf „essay u.diskurs.“ vom 20.11.22
    zur kompetenzanmassung ohne /mit einseitigen demokratischen rückbezüglichkeiten
    oft mit täter opfer umkehr.

  2. Warum verklagt Wolfsschutz-Deutschland nicht die Regierungen in Niedersachsen und Brandenburg? Die glauben, die können machen was sie wollen:-(

  3. Ich habe erneut eine Email an den Kommissar Sinkevicius geschrieben, habe jedoch eine Bitte, nämlich ihn in der Anrede nicht nur mit „Herr“, sondern „Herr Kommissar Sinkevicius“ zu betiteln.

  4. Was muss eigentlich noch passieren bis man diese KRIMINELLEN (JAWOHL, GENAU DAS SIND SIE!) endlich wegsperrt genau wie andere Kriminelle auch? WAS IST DAS HIER FÜR EIN LAND? Hier herrscht Anarchie!

    1. Lieber Herr Mankse, die Abschussverfügungen stellen die jeweiligen Umweltministerien aus. Kontaktdaten und Namen sind mit einem Schritt zu ergooglen. Im Fall Brandenburg ist Umweltminister Vogel zuständig.

  5. Wenn man Spaß am Töten hat, dann tötet man, zumal es keine Konsequenzen hat. Solange man zulässt, dass Jäger legal Tiere töten dürfen, werden sie ihrem geliebten Hobby nachgehen, ob es ein Tier ist, welches legal oder illegal getötet wird ist dabei nicht von Bedeutung. Denn wo kein Kläger, da auch kein Richter. Ich war jahrelang Amtliche Tierärztin. Ich kann mich an eine Versammlung erinnern, bei der Jäger geladen waren. Dort saßen nun an die 50 Männer, zum großen Teil weit über 60. Es ging um einen vermehrten Abschuss von Wild, dass sich stark vermehrt hatte. Mein Kollege machte den Vorschlag, Wölfe auszusetzen, die das Problem auf natürliche Weise regulieren würden. Da ging ein aggressiver Aufschrei durch die Jägerschaft, die sich dagegen lautstark wehrten, als wenn es um ihr Leben ginge. Sie hatten Angst, es bliebe nichts mehr für sie zum Töten übrig. Die Fütterung im Winter hat übrigens auch nichts mit Tierliebe zu tun, sondern hängt damit zusammen, dass genügend „Material“ den Winter überlebt zum Abschuss. Es gibt gute Bücher über Jäger, die sehr gut beschreiben, was nachts im Wald, abseits jeglicher Kontrolle passiert. Wie diese alten Männer, mit verminderter Sehkraft, teilweise mehr oder weniger angetrunken auf den Hochsitzen Tiere anschießen, die sich dann schwer verletzt Stunden und Tage durch den Wald schleppen. Eine Verfolgung gestaltet sich schwierig bei einer bestimmten Promillezahl und ist auch nicht von Interesse. Es gibt Länder, da reguliert sich die Tierzahl auf natürliche Art und Weise. Diese Länder füttern nicht im Winter und haben natürliche Feinde wie z.B. Wölfe, die kein Problem darstellen. Die Anzahl der Tiere richtet sich nach dem Futterangebot. Das wäre in Deutschland auch möglich. Aber solange man an den Symptomen herumagiert und nicht die Ursachen bekämpft bzw. abschaltet, wird sich nichts ändern für die Tiere. Das heißt, Tiere im Winter nicht füttern und wenn man die Jagd schon nicht verbieten kann/will, dann wenigstens Tests für Jäger ab einem gewissen Alter, ob sie körperlich überhaupt noch in der Lage sind, diesen „Beruf“ auszuüben. Ansonsten eine Registrierung der Waffen und der Geschosse, wie in der Forensik, wo man anhand der Kugel feststellen kann aus welchem, bei den Jägern das Gewehr, es abgeschossen wurde. Wenn es hauptsächlich Jägerinnen wären, bin ich mir sicher, dass schon lange Konsequenzen erfolgt wären.

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