Vor fast vier Wochen sorgte der junge Wolf „Alster“ in Hamburg-Altona für Schlagzeilen. Am 30. März 2026 verirrte sich das entkräftete Jungtier in eine Einkaufspassage in der Großen Bergstraße (Nähe IKEA), geriet in Todesangst und verletzte eine 65-jährige Frau, die ihm helfen wollte. Das Tier floh anschließend in die Binnenalster und wurde geborgen. Heute liegt uns eine aktuelle Stellungnahme der Pressestelle der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) vor.

Auf unsere Nachfrage, ob die Behörde eingeräumt hätte, dass es sich nicht um einen Biss gehandelt habe, teilte ein Pressesprecher mit: „Eine derartige Äußerung kann ich Ihnen nicht bestätigen. Wir gehen nach dem Polizeibericht und Zeugenaussagen von einem Biss aus.“
Gleichzeitig beschreibt die Behörde den Hergang exakt so, wie wir ihn von Anfang an eingeordnet haben:„Der Wolf hat das Hamburger Stadtgebiet vermutlich im Westen betreten. Es handelte sich um ein Jungtier in der Abwanderungsphase auf der Suche nach einem eigenen Revier. Dabei legen Wölfe weite Strecken zurück und können sich – wie in diesem Ausnahmefall – in urbanes Gebiet verirren. Das Tier zeigte über Tage, in denen es sich gestresst und verirrt im Hamburger Stadtgebiet aufhielt, dennoch ein artentypisches, scheues Fluchtverhalten und mied Menschen. Im Moment des Vorfalls, bei dem eine Frau verletzt wurde, war der Wolf offenbar in einer außergewöhnlichen Stresssituation.“ Der Wolf verhält sich derzeit arttypisch und unauffällig. Wo genau er ausgewildert wurde, kommuniziert die Behörde allerdings nicht.
Verschiedene Zeitungen berichteten von einer Freilassung in der Fischbeker Heide – eine offizielle Bestätigung liegt bis heute nicht vor.
Jungwölfe auf Wanderschaft: Natur pur
Jungwölfe in der Abwanderungsphase (meist 1–2 Jahre alt) verlassen ihr Geburtsrudel, um ein eigenes Revier zu finden. Sie legen dabei oft Hunderte Kilometer zurück – bis zu 70 km an einem Tag. Ohne Karte oder Kompass ist es normal, dass sie durch Ortschaften, Felder oder städtische Randgebiete streifen. Ihr Verhalten bleibt dabei typischerweise scheu und fluchtbetont – solange keine extreme Stresssituation eintritt. Genau das war bei Alster der Fall.
Besonders bedauerlich ist, dass selbst manche Wolfsfreunde und Unterstützer zunächst nicht einräumen wollten, dass auch ein Wolf in einer solchen Extremsituation schnappen kann. Wer nicht zugeben mag, dass auch ein Wolf mal beißen kann, versetzt sich selbst in eine schlechtere argumentative Position. Denn genau dann, wenn es tatsächlich einmal passiert, können Medien und Behörden den Fall umso stärker instrumentalisieren und zur Panikmache nutzen. Diese Haltung entspringt letztlich demselben Rotkäppchensyndrom – nur von der anderen Seite: Ein panisches, in die Enge getriebenes Jungtier kann in Todesangst zuschnappen oder beißen – das ist eine ganz normale biologische Notwehrreaktion und kein Angriff. Wer das leugnet, schadet nicht nur einer sachlichen Debatte, sondern letztlich auch dem ernsthaften Wolfsschutz.
Unsere Forderung bleibt klar:
Alster hat gezeigt, dass er ein normales Jungtier ist, das sich in einer extremen Ausnahmesituation befunden hatte. Er verdient eine echte Freilassung ohne GPS-Sender. Transparenz beim Polizeibericht und beim genauen Auswilderungsort wäre tatsächlich in diesem ein wichtiger Schritt, denn die Daten des Senders gehen an die Jäger.
Quellen:
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2 Gedanken zu „Behörde bestätigt: Jungwolf Alster benimmt sich natürlich mustergültig“
Es wäre in de und eu grundsätzlich
wesentlich wünschenswert man käme zu einer aufgeklärten Vernunft
zurück.
so ist es 👍👍👍👍👍