Sachsen – Rissvorfall bei Förderverein Oberlausitz: Wir fordern Herdenschutz statt Wolfsabschuss!

Wie kann das sein? Der Förderverein Oberlausitz wartet seit Dezember 2017 auf neue, wolfssichere Netze und Entschädigung!

12.10.2018 – Dauban/Wartha (Schlangenweide- Elchgehege) – Von einem Blutrausch war in der Presse mal wieder schnell die Rede. Das Daubaner Wolfsrudel soll aktuell mutmaßlich für einen Großriss von mindestens 40 Schafen verantwortlich sein. Mindestens 80 Tiere wären weggelaufen und würden tatsächlich noch immer vermisst werden, teilt uns der Schäfer Felix Wagner, Mitarbeiter des Vereines, am Telefon mit. Der Verein hält in fünf Herden 534 Schafe und 52 Ziegen mitten im Gebiet des Daubaner Rudels. Die Tiere würden wichtige Aufgaben in der Landschaftspflege übernehmen. Man setze sie ein für die Offenhaltung und gegen die Verbuschung  des Gebietes. Diese Maßnahmen kämen auch bedrohten Arten wie beispielsweise Feuersalamander und seltenen Schmetterlingsarten zugute. Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert und für die Landschaftspflege gibt es auch EU-Subventionen. Dennoch sei die Haltung und Pflege der Schafe derart kostenintensiv, dass der Verein sich bislang keine zusätzliche, unter Strom stehende obere Litze sowie Herdenschutzhunde leisten könne.

Zwar würde die Anschaffung von Herdenschutzhunden von der sächsischen Landesregierung gefördert, doch könne man den Unterhalt, wie z.B.Futter- oder Tierarztkosten nicht alleine stemmen. Auch sei es schwierig, Herdenschutzhunde in alle fünf Herden zu integrieren. Eine weitere Option, Esel, stünden nur für trockene Böden und Magerwiesen zur Debatte. Auf den Feuchtwiesen, auf denen Schafe und Ziegen ebenfalls Flächen freihalten, wäre der Boden wegen Hufproblemen bei Eseln nicht geeignet.

Die Mitarbeiter des Vereins fordern nicht den Wolfsabschuss

Mit seinem Projekt, der Wolf und die sieben Burenziegen, dessen Förderung bis 2020 sichergestellt ist, wollte der Förderverein sogar für die Akzeptanz des Wolfs in der Region werben. Einer der wichtigsten Brennpunkte ist dabei die Akzeptanz des Wolfes (Lupus lupus), der seit einigen Jahren wieder in das Gebiet des Biosphärenreservates und die umliegenden Region zurückgekehrt und in Ausbreitung begriffen ist. Große Skepsis machte sich zunächst in der Bevölkerung und insbesondere bei den Landnutzern breit. Verluste  von Schafen, insbesondere durch falsche Haltungsmaßnahmen begünstigt, führten zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Naturschützern und Landnutzern. Mitten im Bestandsgebiet des Daubaner Rudels gelegen, praktiziert der Förderverein Landschaftspflege mit Moorschnucken und Burenziegen und greift damit ganz praktisch einen der größten Brennpunkte auf… steht auf der Webseite des Vereins zu diesem Projekt.

Förderverein hat EU-Subventionen in Höhe von über 300.000 Euro erhalten

Der Förderverein für die Natur der Oberlausitzer Heide und Teichlandschaft e. V. hat laut der Liste von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung 2017 362.663,41 Euro erhalten. Siehe hier unter Suchbegriff Mücka https://www.agrar-fischerei-zahlungen.de/Suche

Die Geschäftsführerin des Vereins, Annett Hertweck, sei am Tag des Vorfalls selbst früh am Morgen vor Ort gewesen. Sie sei geschockt über die Situation gewesen und sie hätte Wölfe mit eigenen Augen wegrennen gesehen. In Punkto Herdenschutz habe man nichts falsch gemacht, betont sie. Neben vielen toten und halb aufgefressenen Schafen und Ziegen sei auch genug Wolfskot vor Ort gewesen. Sie gehe davon aus, dass sich der Großriss per DNA bestätigen würde. Experten müssten danach entscheiden, wie es mit dem Daubaner Rudel weitergehen solle. Es seien aber nicht die Wölfe das Problem, sondern eine mangelnde Anerkennung der Naturschutzarbeit. Man hätte keine Entschädigung für 29 vermisste Schafe aus dem Riss vom vergangen Jahr erhalten und auch das Geld für den Bau von Nachtpferchen müsse man selber aufbringen. Schäfer Felix Wagner klagte weiterhin, dass man im Dezember 2017 Entschädigungen für den ersten Riss beantraget habe, die noch immer nicht ausgezahlt worden sei. Auch habe man schon damals neue, wolfssichere Zäune bestellt, aber bis heute nicht erhalten.

Statt endlich Entschädigung zu gewährleisten, überlegt das Landratsamt den Wolfsabschuss

Es würde davon ausgegangen werden, dass mindestens vier Wölfe an dem Angriff beteiligt waren, teilte das Landratsamt dem MDR mit. Das Sächsische Umweltministerium sei über den Vorfall informiert worden. Geprüft wird demnach auch die Möglichkeit einer Entnahme, heißt es in der Mitteilung. „Da die Wolfspopulation so zugenommen hat, müssen wir in naher Zukunft mit weiteren Konflikten rechnen. Deswegen sind wir im Gespräch in Sachsen eine Wolfsverordnung aufzustellen, die unsere behördlichen Entscheidungen zur Entnahme erleichtert“, wird Dezernatsmitarbeiterin Heike Zettwitz gestern vom MDR zitiert. Im Sommer, während der WM, strich die GroKO eine Weideprämie für Halter von Nutztieren.

Im Herbst besteht die Gefahr von vermehrten Angriffen von Wölfen auf Weidetiere

Dies hatte Wolfsschutz Deutschland bereits im vergangenen Jahr anhand der Statistik vom Rosenthaler Rudel nachgewiesen. Es gibt auch eine logische Begründung dafür. Die im Frühjahr geborenen Welpen fressen mittlerweile längst selber Fleisch, werden aber noch von den Eltern mitversorgt. Mitversorgt werden oft auch noch die Geschwister aus dem Vorjahr, die mit bei der Aufzucht der Welpen helfen. Es besteht in den Herbstmonaten, bis zur Abwanderung der Jungtiere also ein erhöhter Bedarf nach Fleisch im Rudel. Werden Weidetiere wie Ziegen und Schafe nicht bestens geschützt, nehmen Wölfe ihre Gelegenheit wahr.

Blutrausch bei Wölfen gibt es nicht

In den Medien war schnell von grausamer Tötung und Blutrausch die Rede. Ganz so, als genieße der Wolf seine blutrünstige Tat. Hier wird der Wolf auch schnell mal mit Psychopathen verglichen. Doch im Gegensatz zum Menschen, tötet ein Wolf nicht aus Lust oder Perversion. Zum Überleben braucht ein Beutegreifer Fleisch. Zum Überleben muss er töten. Auslöser für einen Angriff ist der Beutetrieb. Dieser ist genetisch festgelegt. Flieht die Beute, wird dieser Trieb ausgelöst. In der Natur holt sich ein Beutegreifer normalerweise ein Tier, tötet es durch Kehlbiss und frisst es dann. Eingezäunte Weidetiere stellen eine nicht natürliche Situation für Wölfe dar. Gelingt es ihm eines der Tier zu reißen und zu töten, rennen noch immer Schafe oder Ziegen herum, ohne fliehen zu können. Dieses Verhalten löst so lange den Beutetrieb bei dem Wolf aus, bis sich keines der Tiere mehr bewegt. Diese Situation ist für Weidetier und Wolf gleichermaßen tragisch, denn ein Wolf tötet so bis zur völligen eigenen Erschöpfung.  Das Phänomen ist auch bei einem Fuchs im Hühnerstall bekannt. Die Verantwortung für den Schutz der Weidetiere trägt der Mensch. Es gibt zahlreiche Beispiele, wo ein Nebeneinander Wolf und Weidetiere klappt. Herdenschutzhunde, Esel auf Magerböden, wolfssichere Elektrozäune mit zusätzlicher Stromlitze oben, Nachtpferche, Festzäune mit Untergrabungsschutz sind nur einige Beispiele. In Niedersachsen gibt es mehr Wölfe und gleichzeitig weniger Risse. Ein deutliches Indiz dafür, dass Herdenschutz wirkt.

 

So sieht der Zaun dort um eine Herde herum aus. Eine obere stromführende Litze ist bis zum Riss nicht angebracht gewesen. Zaunhöfe 1.05 Meter. Der Verein habe bereits nach dem ersten Rissvorfall im Dezember 2017 bessere Zäune als auch Entschädigung angefordert, beides aber bis heute nicht erhalten.
In dem Gebiet wird aktuell Holz mit Hilfe schwerer Maschinen geerntet. Ein Anwohner vermutet, dass das Rudel deshalb aus seinem Kerngebiet vertrieben wurde.
Schutz durch Verzicht des Menschen: Gebiete nicht zu betreten, gewährleisten eine Renaturierung der Natur. Dennoch moniert ein Anwohner, dass sich viele Menschen nicht an das Verbot halten würden und sogar mit Autos hindurchfahren würden.
Konikpferde sind auch in dem weitläufigen Gebiet untergebracht. Dahinter befindet sich das Elchgehege. Der Riss ereignete sich im Südwesten des Elchgeheges auf der so genannten Schlangenweide.
Das Daubaner Rudel soll für den Großriss verantwortlich sein .
Holzernte mit schwerem Gerät. Durch die Maschinen werden viele Wildtiere beunruhigt und vertrieben. Auch das Daubaner Rudel?
Holzernte findet normalerweise in den Wintermonaten statt.

 

Hier ein Bericht des MDR zum Vorfall: https://www.mdr.de/sachsen/bautzen/goerlitz-weisswasser-zittau/wolf-riss-schafe-niesky-100.html

Hintergrund zum Förderverein Oberlausitz:

Der Förderverein für die Natur der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft e.V., seit August 2016 anerkannte Naturschutzstation „Östliche Oberlausitz“ des Landkreises Görlitz, unterstützt seit seiner Gründung die Naturschutzarbeit im gleichnamigen Naturraum und heute weit darüber hinaus. Er hat wesentlichen Anteil an der erfolgreichen Gründung und Entwicklung des UNESCO Biosphärenreservats Oberlausitzer Heide – und Teichlandschaft, und er arbeitet in besonders intensiver Weise mit der Naturerbe GmbH der Deutschen Bundesstiftung Umwelt auf den Flächen des Daubaner Waldes zusammen. Die Naturschutzstation „Östliche Oberlausitz“ führt unter ihrem Dach naturinteressierte Menschen zusammen, darunter z.B. Ornithologen, Botaniker, Teichwirte, Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörden Görlitz und Bautzen sowie Mitarbeiter der Naturschutzstation Neschwitz schreibt der Verein auf seiner Seite. Hier der Link: https://www.foerderverein-oberlausitz.de/index.php?option=com_content&view=featured&Itemid=70

Faktencheck in Sachsen/Kodersdorf – Kinderbereich ist nicht eingezäunt und kein Strom auf den Weidetierzäunen

Quelle: Sächsische Zeitung. Das Bild vermittelt den Eindruck, als müssten die Kinder hinter dem Elektrozaun geschützt werden. In Wirklichkeit ist der Spielbereich nicht eingezäunt.

Spielen hinter dem Elektrozaun

Eine Kodersdorfer Familie schützt sich vor dem Wolf. Trotzdem gelingt es dem Raubtier, ihre Schafe zu reißen…machte die Sächsische Zeitung in einem Artikel am 18.09.18 groß auf. 

Wir von Wolfsschutz Deutschland e. V. haben mal nachgeschaut, was sich hinter dieser Geschichte des Kollegen Steffen Gerhardt, der gleich auch noch mit einem Meinungsartikel am gleichen Tag aufwartete, verbirgt. Tenor: Die Menschen müssten geschützt werden. Fazit: Böser Wolf, arme Kinder, arme Schafe. Liebe Leser, lassen Sie sich keinen Bären aufbinden. Dem Wolf gelingt es nicht Schafe zu reißen, weil die Familie sich schützt. Dem Wolf gelingt es dort Schafe zu reißen, weil sie eben nicht geschützt worden sind. Kinder stehen nicht auf seinem Speiseplan.

Was ist wirklich dran, an der Story?

Steffen Gerhardt schreibt:

„Es grenzt schon an ein Sperrgebiet und doch ist es nur der eigene Garten. „Aber wie sollen wir uns vor dem Wolf schützen, wenn nicht mit einem Zaun?“, fragt Raik Tzschoppe. Mit seiner Familie wohnt der Kodersdorfer am Ende der Särichener Straße. Ein Zaun aus Drahtgeflecht, der unter Strom gesetzt werden kann, durchzieht den Garten entlang des Weißen Schöps. Dieser soll die Familie vor Wolfsbesuchen schützen. Zur Verfügung gestellt hat den Zaun das Land Sachsen als Präventivmaßnahme. Aber nur auf Drängen der Familie. „Denn unser Grundstück wird vom Wolf inzwischen regelmäßig heimgesucht“, sagt der Familienvater. 

Aha? Man musste das Land Sachsen also drängen?

Das ist Fakt:

Aus dem Managementplan: Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern haben weiterhin die Möglichkeit, sich im Rahmen der Förderrichtlinie »Natürliches Erbe« Herdenschutzmaßnahmen gegen Wolfsangriffe (Anschaffung von Elektrozäunen, Flatterband und Herdenschutzhunden, Installation von Unterwühlschutz bei Wildgattern) fördern zu lassen. Der Fördersatz liegt bei 80 % der förderfähigen Ausgaben (vom Nettobetrag). 

Weiter werden der Familienvater und die Großmutter dahingehend zitiert, dass man die Kinder nicht mehr draußen spielen lassen wolle und das Gelände eingezäunt habe.

Wir fanden den Spielplatz nicht umzäunt vor. Der Fotograf der Sächsischen Zeitung musste, um das Aufmacherbild zu erstellen, wohl in das Schafsgehege klettern, um von dort aus das Bild mit dem Zaun und den Kindern zu schießen. Wobei dies für den Fotografen nicht schmerzhaft gewesen sein konnte, denn auf dem Zaun um das Schafsgehege herum (90 Zentimeter Standartzaun), war ebenfalls kein Strom vorhanden, sowie weit und breit auch keine Batterie zu sehen.

Ferner fragt sich der Familienvater, was passieren würde, wenn sich ein Wolf im Gatterzaun zum Damwildgehege verfangen würde?

Wie bitte, fragt man sich? Warum zur Hölle soll sich ein Wolf in einem Gatter verfangen, das unter Strom steht? Womit wir gleich beim nächsten Problem sind. Auch das Wildgatter wies keinen Strom auf. Die untere Litze lag teilweise sogar auf dem Boden.

Zitat aus dem Bericht der Sächsische Zeitung:

„Die erste schmerzhafte Begegnung mit dem Raubtier hatten Raik T. und seine Lebenspartnerin Linda G. vor gut einem Jahr. Am zeitigen Morgen des 29. August rissen ein oder mehrere Wölfe zwei ausgewachsene Schafe. Opfer dieser Attacke wurde auch eine Ziege, die in Panik floh und dabei im Schöps ertrank. Ein Jahr später, fast auf den Tag genau, entdecken sie ein totgebissenes Schaf am Rande des Weißen Schöps liegend. Damit nicht genug. Genau 14 Tage später, am 10. September, holte sich der Wolf ein Reh aus dem Wildgatter am Ende der Straße. Die Familie fand am Morgen den ausgeweideten Kadaver auf der Wiese.“

Das ist Fakt: Der Riss im vergangenen Jahr ist darauf zurückzuführen, dass die Bachseite der Schafweide nicht eingezäunt gewesen ist. In dieser Gegend leben seit 20 Jahren Wölfe. Es müsste doch jedem bekannt sein, dass Wölfe sehr gut schwimmen können. Hat die Familie innerhalb von 12 Monaten nicht gelernt, die Bachseite zu schließen? Fakt ist auch, dass Menschen, die ihre Tiere einfach nicht schützen, oder nicht schützen wollen, Wölfe anfüttern und anlocken. Die Wölfe in Sachsen fressen dennoch keine Kinder. Auch keine Rotkäppchen. In den ganzen Jahren ist kein einziger Übergriff von einem Wolf auf einen Erwachsenen oder auch auf ein Kind nachgewiesen worden. Tagtäglich kommen aber Kinder bei Unfällen im Haushalt, in der Schule, im Sport und im Straßenverkehr zu Schaden. Auch der Bach hinter dem Haus ist eine Gefahr für Kinder, darin zu ertrinken.

Wozu dient also ein solcher Artikel?

Mit seriösem Journalismus hat diese Art der Berichterstattung jedenfalls nichts mehr zu tun. Statt Aufklärung zu betreiben, wir darin Angst geschürt. Doch für Schauergeschichten sorgen in der Region nicht nur die Tageszeitungen. Auch der Jagdpächter macht den Menschen mit an den Haaren herbeigezogenen Geschichten Angst. Im Meinungsartikel von Steffen Gerhardt steht, dass die Regierung angeblich plane, Wölfe mit Sendern auszustatten. Man müsse aber nur die Menschen fragen, um auf das ruchlose Treiben der Wölfe zu kommen, die Menschen müssten geschützt werden. Steffen Gerhardt war auch der Schreiber des Artikels über die Kita Uhsmannsdorf. Mit solchen Artikeln soll Stimmung gegen den Wolf gemacht werden.

Was können Leser gegen solche Artikel machen?

Schreiben Sie an Herrn Gerhardt und an die Sächsische Zeitung. Sagen Sie Ihre Meinung.

 

Die untere Litze weisst keinen Strom auf.
Kein Strom auf dem Elektrozaun für die Schafe. Nirgendwo ist eine Batterie zu sehen. Am Tag unserer Kontrolle war die Bachseite geschlossen.
Kein Strom auf dem Zaun für das Gatterwild.
Kein Strom auf der unteren Litze
Gestrüpp reicht in das Zaungeflecht hinein. Falls eine Batterie angeschlossen wären, wäre der Strom nun durch das Gestrüpp unterbrochen.
Das Gelände der Kinder ist nicht umzäunt, wie in der Sächsischen Zeitung beschrieben. Der Fotograf der Tageszeitung muss das Bild vom Gelände des eingezäunten Schafs geschossen haben.
Kein Strom, nirgendwo ist eine Batterie angeschlossen.

 

Bei dem Riss im vergangenen Jahr war der Elektrozaun zur Bachseite hin offen. Quelle: Rissliste Kontaktbüro Wölfe in Sachsen.

Quellen: Hier ist der Bericht aus dem vergangenen Jahr. Damals war die Bachseite offen. https://www.sz-online.de/nachrichten/kodersdorfer-fuerchtet-um-seine-schafe-3764130.html

Hier der aktuelle Bericht: https://m.sz-online.de/nachrichten/spielen-hinter-dem-elektrozaun-4015796.html

Hier der Link zur aktuellen Rissliste. Die neuesten Risse sind noch offen. Das Kontaktbüro wollte uns zum Fall keine weitere Auskunft geben.  https://www.wolf-sachsen.de/images/Schadensstatistik/Schadensstatistik_2018_Stand_20180904.pdf

Hier der Meinungsartikel von Steffen Gerhardt: https://www.sz-online.de/nachrichten/schuetzt-die-menschen-4015803.html

 

 

 

Faktencheck: MDR-Bericht Wolfsangriffe in der Oberlausitz – Kein Strom auf dem Zaun und Anbindehaltung

Am fünften September machte der MDR groß mit einem TV-Beitrag auf, in dem zwei Hobbyschäfer aus Sachsen im Bereich des Rosenthaler Rudels zu Wort kamen. Dieser Bericht ist inzwischen nicht mehr in der Mediathek. Er hatte jedoch zwischenzeitlich für sehr viel „schlechte Presse“ für das Rosenthaler Rudel –  http://www.change.org/woelfe – und die umliegenden Rudel gesorgt. Eine Lobby aus Schäfern, die ihre Tiere anscheinend einfach nicht schützen wollen und einem Landrat, der selber Hobbyschafhalter ist, versucht schon seit mehreren Jahren zu erreichen, dass dieses Rudel abgeschossen wird. Leider ist uns der MDR inzwischen für seine tendenziöse Berichterstattung bekannt.

Gefälligkeitsjournalismus für die Politik?

Im Beitrag trauerte ein Hobbyschäfer darüber, dass schon wieder seine geliebten Schafe grausam vom Wolf getötet worden seien und der Wolf nun endlich abgeschossen werden solle. Kein Wort im Beitrag darüber, dass die Schafe in Anbindehaltung, also an einem Pflock gehalten worden sind. Diese Art der Schafhaltung ist längst nicht mehr zeitgemäß und sie wirft auch tierschutzrechtliche Fragen auf. In einem Wolfsgebiet ist eine solche Haltung einfach nur als Anfütterung zu bezeichnen.

Hobbyschäferin Sch. beklagte sich schon mehrmals über Wolfsrisse. Einmal waren wir auch schon bei ihr vor Ort. Sogar mit Ankündigung. Zum Termin hatte sie sich Verstärkung geholt. Ein Abgeordneter der CDU sowie Schäfer J., ein guter Bekannter von Landrat Harig, waren ebenfalls zum Termin dort. Unser beauftragter Fotograf durfte Bilder machen. Den Strom hat er allerdings nicht nachgemessen. Was uns nun dazu veranlasst hat, noch einmal in das Gebiet zu fahren. Dieses Mal ohne Ankündigung. Schäferin Sch. hatte sich darüber beklagt, dass ihre Schafe ständig ausreissen würden. Natürlich sei der Wolf daran Schuld. Nun, jeder Schäfer weiß, dass Schafe ganz von selbst ausbrechen, wenn kein Strom auf den Zäunen ist. Genau dieses Situation fanden wir nun dort auf dem Deich vor. Werfen hier bestimmte Hobbyschäfer ihre angeblich doch so geliebten Tiere lieber absichtlich den Wölfen zum Fraß vor, statt sie zu schützen? Nur um mit Gruselgeschichten in den Medien aufzutreten und in tendenziösen Berichten Abschüsse zu fordern? Dabei erhalten auch Hobbyschäfer Entschädigungen vom Land Sachsen. Ein solches Verhalten schadet zudem den Schäfern, die ihre Tiere vorbildlich schützen.

Es geht auch ganz anders!

 

Dass es nur wenige Kilometer entfernt ganz anders geht, zeigen diese Bilder. Hier sind die Schafe mit Hilfe von Herdenschutzhunden geschützt.

Glück gehabt – Wolf überlebt Kollision mit Auto bei Schleife in Sachsen

Wolf im Glück

Am Montagmorgen, den 27.08, 18  sei dem LUPUS Institut durch die Polizei ein Verkehrsunfall mit einem Wolf gemeldet worden, bei dem dieser verletzt worden wäre, antworte uns das Institut auf unsere Nachfrage zu einem Zeitungsbericht, in dem die Rede davon war, dass der Wolf lebend eingesammelt worden sei. Dieser Bericht entspräche nicht den Tatsachen, so ein Mitarbeiter des Institutes. Das LUPUS Institut informierte daraufhin einen Tierarzt sowie zuständigkeitshalber den Landkreis Görlitz. Beim Eintreffen vor Ort hätte sich das Tier bereits vom Feld in ein Waldstück zurückgezogen. Es sei noch einmal kurz gesehen worden. Der Wolf hätte gehumpelt, setzte jedoch alle vier Beine auf und sei so mobil gewesen, dass er sich bei Annäherung zurückziehen konnte. In Absprache mit dem Tierarzt wäre nicht versucht worden, das Tier einzufangen. Am Unfallfahrzeug seien Haare für eine genetische Untersuchung sicher gestellt worden. 

Schilder auch in Deutschland

Auf der polnischen Seite der Neiße finden sich überall Schilder, die Autofahrer mahnen, langsam zu fahren. Die Jungtiere sind inzwischen so mobil, dass sie auch alleine oder mit den älteren Geschwistern Streifzüge unternehmen. Angepasstes Fahren kann Wolfsleben retten. Wir von Wolfsschutz Deutschland e. V. möchten uns dafür einsetzen, dass auch in Deutschland in Wolfsgebieten Schilder angebracht werden.

Faktencheck Sachsen – Rosenthaler Rudel: Problemzäune, nicht Problemwölfe

Dass der richtige Schutz von Weidetieren wirkt, sieht man an Niedersachsen. Dort ist die Zahl der Wölfe gestiegen, die Risszahlen jedoch stagnieren. Schäfer und andere Weidetierhalter sind den Angriffen von Wölfen also keineswegs hilflos ausgeliefert. In vielen Bundesländern gibt es zu dem Fördergelder für sichere Zäune und teilweise sogar für Herdenschutzhunde. Zudem beraten viele Zaunbaufirmen ihre Kunden auch und es gibt einen Zusammenschluss von Ehrenamtlichen, die mit beim Zaunbau helfen. Bei so viel Unterstützung sollte es doch kein Problem sein, die Tiere zu schützen, oder? Nicht so in Sachsen. Hier gibt es noch Vielerorts sogar noch die so genannte Anbindehaltung, bei der ein Schaf oder eine Ziege, ähnlich wie es früher bei Kettenhunden zu sehen war, einfach an einem Seil im Gelände angepflockt wird. Dass nur 27 Mal von 64 gemeldeten Vorfällen überhaupt der der Wolf in diesem Jahr als Verursacher festgestellt werden konnte, wundert nicht. Siehe auch Rissstatistik https://www.wolf-sachsen.de/images/Schadensstatistik/Schadensstatistik_2018_Stand_20180817.pdf  So machen wolfsfreie Zonen, wie sie immer wieder gefordert werden, auch überhaupt keinen Sinn. Siehe auch unsere Petition für das Rosenthaler Rudel http://www.change.org/woelfe

Kein Strom auf dem Festzaun. Dazu ist das Flatterband nicht zwanzig Zentimeter über dem Zaun, sondern direkt darauf angebracht. Das Grad ist nicht gemäht. Es kann dadurch eine Unterbrechung des Stroms passieren.
Kein Strom auf dem Flatterband.

Oft brechen Weidetiere auch von alleine aus. Kein Wunder, wenn kein Strom auf den Zäunen ist. Nach einem Interview mit der Vereinsvorsitzenden Brigitte Sommer zur Lage der illegalen Wolfstötungen in Sachsen, kam auch das Thema Risse zur Sprache. https://www.sz-online.de/nachrichten/10000-euro-fuer-hinweise-3981487.html  Kurze Zeit später veröffentlichte die SZ eine Seite voller erboster Leserbriefe. Tenor: Frechheit wie sich jemand aus Hessen dort einmischen will. Man wolle die Wölfe alleine regeln. Nun, alleine regeln, das wird nicht funktionieren, denn es gibt Gesetze. Fakt ist, dass der Wolf EU-weit zu den am strengsten geschützten Wildtieren gehört. Entsprechende Verträge hat auch Deutschland unterzeichnet und auch Sachsen muss ich an Gesetze halten. Im Interview in der SZ ist von „Anfüttern“ von Wölfen die Rede. Anders kann der Zustand von vielen Zäunen dort auch noch immer nicht beschrieben werden. Hier einige Beispiele aus dem Gebiet des Rosenthaler Rudels in Sachsen.

Windschiefe Reparatur, durch den Zwischenraum unter der Holzvorrichtung können Hunde, Füchse und Wölfe durch. Kein Strom.
Normaler Wildzaun, völlig ohne Strom und ohne Untergrabschutz
Keine Beschattungsmöglichkeit für die Schafe.
Gras ist nicht gemäht, dadurch Gefahr von Stromunterbrechung.
Gras nicht gemäht.

Und so sehen richtig aufgestellte Zäune aus: Hier ein so genannter Standardzaun in einer Höhe von 90 Zentimetern, der auf jeden Fall so mehr Schutz bietet, als ein wolfssicherer Zaun, der zwar  eine Höhe von 1,20 hat aber keinen Strom aufweist. Diese Schafe finden Schatten und etwas zum Trinken. Diesen Zaun haben wir nicht in Sachsen aufgenommen.

Am Boden ist das Gras gemäht und der Zaun liegt flach auf dem Boden auf.
Dieser Schäfer hat den Bodenbereich des Zaunes gemäht, damit die Stromversorgung nicht durch Gras unterbrochen wird.

Unten ist ein Festzaun aus dem Kernbereich des Rosenthaler Rudels in Sachsen zu sehen. Auch hier ist das Gras gemäht und der Zaun führt Strom. Zusätzlich werden die Schafe abends in den Stall gebracht.

Hier ein wolfssicherer Zaun, der leicht aufzubauen ist. Am Boden helfen spezielle Verankerungen.

Brigitte Sommer, Vereinsvorsitzende von Wolfsschutz-Deutschland, im Interview mit der Sächsischen Zeitung

Wolfsschutz-Deutschland Vorsitzende Brigitte Sommer im Interview mit der Sächsischen Zeitung
Brigitte Sommer (im Bild mit ihrem Tschechoslowakischen Wolfshund Anori) gab der Sächsischen Zeitung ein Interview.

Allzu oft berichten die Medien unsachlich über Wölfe. Viele Fakenews und Hasstiraden über den Wolf, gestreut von Lobbyisten aus unterschiedlichen Kreisen und Politikern, werden veröffentlicht, ohne dass Redaktionen solchen unseriösen Berichten und Aussagen nachrecherchieren. Doch es gibt ebenso Beispiele von sachlicher Berichterstattung, auch in Sachsen.

Ein Beispiel hier ist die Sächsische Zeitung. Sie hat heute ein Interview mit Brigitte Sommer, der Vorsitzenden von Wolfsschutz-Deutschland, veröffentlicht. Das Interview wurde so belassen, wie es stattfand. Kein Verdrehen der Äußerungen und Tatsachen, kein Ergänzen von Meinungsbildung. Ein Dank gilt hier der Redakteurin Jan Ulbrich für ihr faires Verhalten.

Hier kann man das Interview nachlesen:

https://www.sz-online.de/nachrichten/10000-euro-fuer-hinweise-3981487.html

Grausame Tötung einer Jungwölfin: 10.000 Euro Belohnung für die Ergreifung des Täters ausgesetzt

Grausame Tötung einer Jungwölfin: 7000 Euro Belohnung für die Ergreifung des Täters ausgesetzt
Schon wieder ist in Sachsen ein Wolf erschossen und dann im Tagebausee Mortka versenkt worden. Dieses Mal handelt es sich um eine einjährige Wölfin (Foto: Symbolbild)

Pressemitteilung, 11. Juli 2018

Landkreis Bautzen- Zusammen mit einem Fördermitglied und der Facebookgruppe „Wolf Ja bitte“ hat der Verein Wolfsschutz-Deutschland eine Belohnung in Höhe von 7000 Euro für die Ergreifung des Täters ausgesetzt, der die am Tagebausee Mortka im Landkreis Bautzen aufgefundene Wölfin erschossen hat. Diese Belohnung wurde heute durch einen Jäger noch einmal aufgestockt und sie beträgt jetzt 10.000 Euro. Zugleich erstattet der Verein Anzeige gegen Unbekannt wegen des Verstoßes gegen das Natur- und Tierschutzgesetz und EU-Gesetze.

Brigitte Sommer, Vorsitzende des Vereins Wolfsschutz-Deutschland: „7.000 Euro Belohnung sollten helfen, Mitwissenden die Zunge zu lockern“. Eine genaue Untersuchung im Institut für Zoo – und Wildtierforschung in Berlin hatte ergeben,  dass es sich um eine einjährige Wölfin handelt, die durch Schüsse getötet wurde.

Die brutale Tötung der Jungwölfin,  bei der zudem Löcher im Brustraum festgestellt und um den Bauch herum ein Strick gefunden worden sei, müsse nach Aussage von Sommer mit aller Härte des Gesetzes bestraft werden.

Sommer: „Hier wird wieder einmal deutlich, dass nicht der Wolf die Bestie ist, sondern der Mensch.“ Seit 2009 handle es sich bereits um den achten Wolf, dessen Leben von einem Menschen ausgelöscht worden sei. Sieben Tiere seien illegal erschossen und ein Wolf absichtlich überfahren worden. Dabei seien dies nur die offiziellen Zahlen, die Dunkelziffer sei wahrscheinlich drei Mal so hoch. Gleichzeitig teilte Sommer mit, dass der Verein Wolfsschutz-Deutschland in Sachsen mit Antiwilderer-Patrouillen begonnen habe, um weitere illegale Wolfstötungen zu verhindern.

Falls jemand zu diesem Ereignis nähere Hinweise geben kann, z.B. Personen mit Gewehr in Nähe des Tagebausees beobachtet bzw. einen oder mehrere Schusslaute wahrgenommen habe, sollte er die Person bei der Polizei in Bautzen oder das Kontaktformular auf der Webseite www.wolfsschutz-deutschland.de/kontakt melden.
Der Wolf unterliegt internationalen und nationalen Schutzvorschriften, darunter dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen oder der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist er eine streng geschützte Tierart.

Das rechtswidrige Töten eines Wolfes stellt eine Straftat dar, für die das Bundesnaturschutzgesetz eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe vorsieht.

 

Wolfsschutz unterwegs in Sachsen und Brandenburg

Unser Kassenwart Jürgen Götz und unser zweiter Vorsitzender Frank Dreyer waren vor Kurzem in Brandenburg und Sachsen unterwegs. Neben Blindschleichen und Kröten haben die beiden auch sehr viel Wild beobachten können, und auch Bruder Wolf war zumindest mit Spuren vertreten. Bald haben wir eine Neuigkeit aus der Region zu vermelden, die unsere vielen Unterstützer sicherlich sehr freuen wird. Hier schon mal ein paar Eindrücke:

Jürgen Götz

Frank Dreyer links und Jürgen Götz rechts.

 

 

 

Sachsen – Toter Wolf in Pferdestall gefunden – Wie mit kranken Wölfen umgehen? – Einladung zur Diskussion!

Sachsen – laut einer Pressemitteilung des Kontaktbüros „Wölfe in Sachsen“ ist am 18.03.18 ein toter Wolf in einem Pferdestall entdeckt worden. Wie der Welpe dorthin geriet, ist bislang unklar. Ziemlich sicher dagegen ist, dass das Tier unter Räude litt. Wahrscheinlich habe sich der Welpe ähnlich wie es bei Füchsen bekannt ist, die an Räude leiden, wegen der unter der Hautkrankheit verbundenen Unterkühlung, an einen geschützten, wärmeren Ort zurückziehen wollen und er sei dort gestorben. Lange sei das Tier noch nicht tot gewesen, heißt es in der Pressemitteilung. Alles würde darauf hinweisen, dass es dem Welpen schön länger nicht gut gegangen ist. Der Fundort gehört in das Gebiet des Kollmer-Rudels. Schon im Sommer hätten Aufnahmen im Rahmen des Wolfsmonitorings darauf hingewiesen, dass dort mehrere Wölfe unter Räude litten.

Räude ist behandelbar

Was für uns von Wolfsschutz Deutschland die Frage aufwirft, ob hier nicht ein Eingreifen, das heisst eine Behandlung, durch die Mitarbeiter des sächsischen Wolfsmanagements notwendig gewesen wäre. Zur Behandlung von Räude gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen gibt es ein Mittel, das direkt auf das Fell im Nacken aufgebracht wird und zum anderen gibt es auch zwei Medikamente, die bei Hunden sehr wirksam sind. Wir haben die Tierärztin Katja Lautner dazu befragt: „Diese Mittel sind nicht offiziell für Wölfe zugelassen. Allerdings ist es sehr wahrscheinlich, dass sie auch bei Wölfen wirken. Es ist also möglich, diese beiden Medikamente in Tablettenform in Köder zu verpacken, und den Wölfen so zu verabreichen.“ Eine andere Frage ist der ethische Aspekt. „Es ist die Frage, wie wir hier in Deutschland den Wolf als immer noch in seiner Art gefährdetes Wildtier behandeln wollen? Wollen wir die Natur entscheiden lassen, ob ein erkranktes Tier überleben soll oder kann, oder nehmen wir einen Eingriff in die natürlichen Abläufe vor?“

Abschuss von Zottel verstieß gegen Wolfsmanagementplan

Da der Wolf in Deutschland noch immer jenseits eines günstigen Erhaltungszustandes ist, müsse unserer Ansicht nach hier eingegriffen werden. Denn in Folge des Wolfsmonitorings, also der Überwachung von Wölfen,  haben Menschen auch die Verantwortung dafür zu tragen, wenn es deutliche Anzeichen dafür gibt, dass mehrere Wölfe unter Krankheiten leiden, die behandelbar sind. Bislang sind Daten des Wolfsmonitorings vor allem dann zum Tragen gekommen, wenn es um einen Wolfsabschuss ging, wie im Fall Kurti, der übrigens völlig gesund war und auch im Fall Pumpak. Hier konnte der Schießbefehl nicht ausgeführt werden, weil Pumpak von der Bildfläche verwand und weil Wolfsschutz Deutschland zusammen mit der Grüne Liga gegen den Abschuss vorging. Allerdings kostete Zottel die Krankheit das Leben. Der Abschuss verstieß ganz klar gegen die Punkte 5.4 und 5.6 im sächsischen Wolfsmanagementplan.

Wir von Wolfsschutz Deutschland möchten Sie einladen, mit uns zu diskutieren. Die Mitarbeiter des Wolfsmanagements in Sachsen haben also bereits im Sommer beobachtet, dass es den Welpen des Rudels nicht gut ging. So kann man auch davon ausgehen, dass die Mitarbeiter wussten, wo sich der Rendevouzplatz, also der Treffpunkt des Rudels befunden hatte. Köder mit Tabletten hätten also ausgelegt werden können und mit ziemlicher Sicherheit auch vom richtigen Wolf aufgenommen werden können. Das Gleiche gilt übrigens auch für den Wolf Zottel. Da man seine Wege kannte, wäre es unserer Ansicht nach, ein Leichtes gewesen, ihm die Medikamente zu verabreichen, statt das Tier abzuschießen. Es gibt zwei Mittel, die sich bei Hunden als hochwirksam erwiesen haben. Auch bei empfindlichen Tieren, wie z. B. Hütehunden, hätten diese Mittel schon gewirkt, so Dr. Lautner.

Hier ist die Pressemitteilung des Kontaktbüros Wolf in Sachsen PM_Totfund_eines_Wolfswelpen_in_einem_Pferdestall_im_Landkreis_Goerlitz

Hier ist unsere Petition für den wegen Räude erschossenen Wolf Zottel http://www.change.org/zottel

Bericht des MDR mit Video zum Fall: https://www.mdr.de/mediathek/video-183558_zc-89922dc9_zs-df360c07.html

Werden sächsische Medien endlich in ihre Schranken verwiesen?

Sachsen – tendenziöse und falsche Berichterstattung in sächsischen Medien ist leider nichts Neues. Neu und begrüßenswert ist allerdings, dass das Kontaktbüro Wölfe in Sachsen sowie der Bundesforstbetrieb Sachsen gestern eine Richtigstellung herausgaben.

Vor Kurzem machte ein Fall in den Medien und in den sozialen Netzwerken die Runde, der sich perfekt in die Reihe Gruselgeschichten aus Rotkäppchens Zeiten einfügt. Ein Wolf sollte einen Jagdhund, der sich im Einsatz befunden hätte, getötet haben. Rührselige Bilder des getöteten Tieres wurden gepostet, die virtuellen Tränen flossen reichlich. Uns tut es auch sehr leid um den  Hund. Schuld an dessen Tod ist aber weder Zottel, der in Verdacht kam, noch der Rüde des Daubitzer Rudels, der den Hund tötete. Für Zottel kommt jede Entlastung zu spät. Er wurde auf Geheiß der Behörden erschossen. Auf DNA-Ergebnisse zu den angeblich von ihm getöteten Hunden bei Kemlitz und Weißkeißel warten wir noch immer.

Die alleinige Schuld liegt bei demjenigen, der auf den Jagdhund aufpassen sollten, dies aber nachweislich nicht tat. Zitat aus der Pressemitteilung:

„Der Hundeführer, der den Hund während der Abwesenheit des Besitzers in Pflege hatte, ließ diesen frei laufen währenddessen er mit dem Auszeichnen von Bäumen in Vorbereitung von Forstbetriebsmaßnahmen beschäftigt war. Dabei entfernte sich die Bracke, beunruhigte Wild über einen Zeitraum von circa einer Stunde und kam nicht wieder zurück. Da der Hund mit einem GPS-Halsband ausgestattet war, konnte er später geortet werden. Der Hund war etwa 1500 m vom Hundeführer entfernt durch den territorialen Wolfsrüden des Daubitzer Rudels getötet worden, wie anschließende genetische Untersuchungen ergaben (KB berichtete). Anders als der in verschiedenen Medienberichten vermittelte Eindruck, wurde der Stöberhund nicht im Rahmen einer Gemeinschaftsjagd durch einen Wolf getötet.“

Jäger und Forstmitarbeiter sollten sich doch wirklich im Wolfsgebiet mit dem Thema Jagdhund und Wolf befasst haben. Wir sind entsetzt über die Leichtsinnigkeit des Besitzers und des Hundesitters. Handeln Menschen, die an ihrem Tier hängen, wirklich derart groß fahrlässig? Oder sollten erneut Fakten geschaffen werden, um den Abschuss eines Wolfsrudels fordern zu können? Gerade die Medien in Sachsen sollten sich ihrer Verantwortung den Lesern gegenüber endlich bewusst werden. Bitte Aufklärung, statt Lügenmärchen eine Plattform zu bieten.

Hier geht es zur Pressemeldung

http://www.wolf-sachsen.de/de/464-auf-dem-truppenuebungsplatz-oberlausitz-vom-wolf-getoeteter-jagdhund-war-nicht-im-jagdlichen-einsatz

http://www.wolf-sachsen.de/de/464-auf-dem-truppenuebungsplatz-oberlausitz-vom-wolf-getoeteter-jagdhund-war-nicht-im-jagdlichen-einsatz