Wolf Grindi durch Ablauf der Abschussgenehmigung tatsächlich gerettet? Politische Fallen lauern

Das Umweltministerium Baden-Württemberg hat am 10. März 2026 die artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung zum Abschuss des Hornisgrinde-Wolfs GW2672m („Grindi“) nicht verlängert. Diese Entscheidung könnte nur einen vorläufigen Aufschub markieren, denn sie birgt zahlreiche offene Fragen und potenzielle Fallstricke. Wolfsschutz-Deutschland e.V. beleuchtet in diesem Artikel die politischen Winkelzüge, die nach Ablauf der Verfügung wirksam werden könnten.  Basierend auf Dokumentationen, Gutachten und Beobachtungen vor Ort wird bei aller Freude klar: Der Schutz Grindis ist keineswegs dauerhaft gesichert.

So schreibt das unter Thekla Walker (Grüne) geführte Umweltministerium folgendes: „Nach Einschätzung der FVA wird durch das Ende der aktuellen Ranzzeit das Interesse des Wolfs GW2672m an Hunden erfahrungsgemäß abnehmen. Tatsächlich sind die Sichtungsmeldungen 2026 bereits im Februar im Vergleich zum vorherigen Monat deutlich zurückgegangen. Im Jahr 2025 war dies erst Mitte März der Fall. Auf dieser fachlichen Basis wird die Ausnahmegenehmigung zum Abschuss nicht verlängert.

Nach Einschätzung der FVA-Experten wird sich allerdings am grundsätzlichen Verhalten des Wolfes ohne Eingriffe voraussichtlich nichts ändern. Da die potentielle Gefährdung von Menschen zur nächsten Ranzzeit ohne nachhaltige Verhaltensänderung des Wolfes wieder eintreten wird, beauftragt das Umweltministerium die FVA, aktualisierte Konzepte zur Vergrämung des Wolfes auszuarbeiten.

 

Beispielfoto Wolf.

 

Die Pressemitteilung des Ministeriums vom 10. März 2026 begründet die Nicht-Verlängerung mit abnehmenden Sichtungen und dem Ende der Ranzzeit. Gleichzeitig warnt sie vor einer „potentiellen Gefährdung“ in der nächsten Ranzzeit und kündigt intensiviertes Monitoring sowie neue Vergrämungskonzepte durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) an. Wolfsschutz-Deutschland e.V. deutet dies als machiavellistische Täuschung ein: Vergrämung erscheint als mildere Maßnahme, könnte jedoch als Vorwand für erneute Abschussversuche dienen, da Investitionen in solche Konzepte fachlich fragwürdig sind – Grindi benötigt keine Verhaltensänderung, wie auch unsere Vorsitzende Brigitte Sommer bereits gestern erläutert hat. 

 

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. stimmen hier dem Gutachten von Dr. Epple von der Naturschutzinitiative zu, das Grindi ein typisches Verhalten eines Nationalparkwolfes zuschreibt. Er weiß genau zwischen Häschern und harmlosen Wanderern zu unterscheiden. Zuweilen zeigt er sich, ohne auch nur annähernd aggressives Verhalten. Von den Häschern hält er sich dagegen fern.

Die Naturschutzinitiative schreibt heute folgendes in einem eigenen Artikel. Zitat: „Nationalparkvertrautheit zur Kenntnis nehmen und Naturliebende nicht verunglimpfen, dazu gehören nach unbestreitbarer fachlicher Einschätzung auch weltweit gesammelte Erkenntnisse zum Verhalten wildlebender Wölfe, die in von Menschen frequentierten Landschaften, speziell im Umfeld von Großschutzgebieten und Nationalparks, Vertrautheit mit dem Menschen entwickeln, ohne dabei gefährlich zu sein“.

Ausdrücklich nimmt die NI die Menschen in Schutz, die nun als „Wolf-Touristen“ vom Ministerium verunglimpft wurden. Schon in der Stellungnahme vor Gericht habe man vorgetragen, dass die Anwesenheit von großen Beutegreifern in bestimmten Landschaften und Schutzgebieten in der ganzen Welt für den Tourismus fördernd sei. Unser Dank geht daher auch an die zahlreichen Menschen der Region, die sich Tag und Nacht für diesen Wolf als Symbol für eine friedliche Ko-Existenz zwischen Mensch und Wolf eingesetzt haben.“ Zitat Ende. 
Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. sind sicher, dass diese Verumglimpfungen Teil einer Strategie waren und zum einen als Argument für die Abschussverfügung selbst dienen sollten und zum anderen die Menschen aus dem Gebiet dort fernhalten sollte, um den Abschuss ungestört durchführen zu können. Mit im Boot waren die Medien, die dafür sorgten, dass das Narrativ durch ständiges Wiederholen bekannt gemacht wurde. Tatsächlich funktionierte diese Strategie so gut, dass sie die Menschen selbst teilweise übernahmen und sich gegeneinander aufhetzen ließen. Wir berichteten auch hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/02/28/nudging-gegen-den-wolf-wie-sanfte-manipulationen-die-oeffentlichkeit-in-die-irre-fuehren/

 

Machiavellis Prinzipien im Naturschutzkonflikt

Niccolò Machiavelli (geboren am 3. Mai 1469 in Florenz, gestorben am 21. Juni 1527) lehrte in seinem Werk „Der Fürst“ (1513), dass Herrscher den Schein der Tugend wahren sollten, während sie im Verborgenen Täuschung und Spaltung einsetzen, um die Macht zu erhalten. Im Fall Grindi spiegelt sich dies wider: Die Genehmigung wurde zunächst erteilt, um Interessengruppen zu befrieden und nun nicht verlängert, um öffentlichen Druck abzufedern – doch die Begründung lässt Raum für zukünftige Interventionen. Wolfsschutz-Deutschland e.V. kritisiert diese Taktik als Versuch, zu spalten und langfristig Kontrolle zu behalten. Der Konflikt entzündete sich an der Genehmigung im Januar 2026, basierend auf „kritischen Begegnungen“ während der Ranzzeit. Der Verwaltungsgerichtshof Mannheim bestätigte sie am 16. Februar 2026 mit Verweis auf eine „denkbare Gefährdung“. Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) klagte dagegen, während NABU und BUND sogar eine Verlängerung forderten. Wolfsfreunde, Tier- und Naturfreude sollten endlich erkennen, dass es kein „an einem Strang ziehen“ geben kann. Immerhin ist mittlerweile sehr gut erkennbar, welche Orga mit am Tropf der Lobbyisten hängt und welche nicht. 
Nach Ablauf der Verfügung treten politische Dynamiken in den Vordergrund, die den Schutz Grindis bedrohen. Der bevorstehende Wechsel des Umweltressorts zur CDU in der neuen Landesregierung (nach der Koalitionsbildung im Frühjahr 2026) könnte die Haltung verschärfen: Die CDU vertritt traditionell wolfskritischere Positionen und priorisiert oft Tötungen. Ergänzt wird dies durch das geänderte Bundesjagdgesetz: Der Bundestag stimmte am 5. März 2026 der Aufnahme des Wolfs ins BJagdG zu, der Bundesrat folgt voraussichtlich Ende März. Damit können Länder Wölfe nicht nur bei akuten Problemen, sondern auch zur Bestandsregulierung entnehmen – Klagen verlieren oft die aufschiebende Wirkung. Beispiele aus anderen Bundesländern unterstreichen das Risiko: In Niedersachsen wurden Genehmigungen intern erteilt und Abschüsse durchgeführt, ohne vorherige öffentliche Bekanntgabe. Solche „stillen“ Operationen könnten in Baden-Württemberg nach dem Ressortwechsel zur Norm werden, besonders bei neuen „Vorfällen“, ob echt oder nicht, die als Trigger dienen. Wir haben dazu mal die KI Grok befragt: Die Antworten sind tatsächlich erschreckend aufschlussreich:  KI-Befragung
Machiavellis Beobachtung trifft zu: „Die Menschen sind so einfältig und hängen so sehr vom Eindruck des Augenblicks ab.“

Unterwanderung und Diffamierung: Spaltung der Tierschutzszene

Wolfsschutz-Deutschland e.V. dokumentiert seit Anfang des Jahres Unterwanderungstaktiken in Grindis Territorium und auch im Nachbarterritorium Forbach: In „Laufgruppen“ auf Facebook und WhatsApp wurden Touren geplant und verteilt und und prompt an Behörden zuarbeitenden Orgas wie Taskfurz (Name geändert) gemeldet. Profile, die Daten weitergaben, sowie Behördenmitarbeiter und Grüne-Politiker in diesen Gruppen waren jederzeit über die Aktivitäten der wandernden Tierschützer informiert. Diffamierungen, wie der Vorwurf des „Wolfstourismus“, lenkten von Grindis Harmlosigkeit ab und spalteten die Szene: Unabhängige Aktive, die den Grundstein für Wanderungen legten, wurden isoliert und diffamiert, während die „Laufgruppenleitungen“ dafür sorgten, dass deren Schutzwanderungen marginal blieben und gleichzeitig Menschen gegeneinander aufgehetzt wurden. Gleichzeitig wurde Menschen eine Wolfsexpertenkompetenz eingeredet, die sie gar nicht haben konnten. So wurde aber dafür gesorgt, dass die Narrative „potentielle Gefährlichkeit“, „Dumme Wanderer, die sich Grindi näherten“, „Wegesperrungen“ und das „Unterbinden von Spaziergängen mit Hund“ die Runde machten. Gleichzeitg wurde den Wanderern eingeredet, dass man Behörden wie der FVA oder der Nationalparkverwaltung und der Polizei vertrauen könne. Die FVA ist weisungsgebunden und ist nach der neuesten Einschätzung in der Pressemitteilung des Umweltministeriums nicht auf Grindis Seite.
Die Change-Petitionsstellerin ging auf unsere Vorsitzende auf der ersten Mahnwache im Wald los und lauerte ihr einen Tag später im Wald auf, unterstellte ihr Mediengeilheit, während die Petitionsstellerin sich gleichzeitig selbst in einem Artikel der „BILD“ darstellte. Mit weitergereichtem und vor ihr erstelltem Foto von Grindi. Ein Tierhorter aus Niedersachsen warf unserer Vorsitzenden vor, sie hätte Grindi an die Jäger verraten und stellte unwahre Behauptungen zu Spenden auf, gleichzeitig ließ er sich Anreise und Unterkunft zu einer Mahnwache in Sand finanzieren. Er selbst teilt ständig Original-Fotos mit ziemlich genauen Standortangaben, die von Insidern auf jeden Fall Positionen zugeordnet werden könnten und gibt Standortdaten aus seinem Monitoring an die Jäger weiter, während Brigitte Sommer kein einziges Foto, das sie von Grindi erstellt hatte, veröffentlich hat.
Die Orga Taskfurz pöbelte in sozialen Netzwerken herum, dass man Anzeige gegen unsere Vorsitzende stellen würde, da sie auf einem Foto außerhalb von Wegen zu sehen gewesen sei. Tatsächlich ist Brigitte Sommer auf einem entsprechenden Bild auf dem Weg abgebildet, während, die Petitionsstellerin, die ihr im Wald aufgelauert und sie dort bedroht hatte, sich bei Erstellung des Fotos selbst außerhalb des Weges befand.
Mitglieder eines anderen Vereins forderten Mitglieder unseres Vereines auf, bei uns auszutreten und bei ihnen einzutreten, wegen des angeblichen „Vergehens“ ,  das in einem SWR-Artikel dargestellt worden sei. Dass dieser Artikel tendenziös und zudem falsch war, denn sie ist und war keine Wolfstouristin, schien nicht weiter interessieren. Es kursierten Karikaturen, auf denen Brigitte Sommer auf einem brennenden Scheiterhaufen abgebildet zu sehen war. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/02/11/offener-brief-an-ralf-hentschel-vorsitzender-des-freundeskreis-freilebender-woelfe-e-v-ihr-diffamierender-fb-post-vom-08-02-2026-zum-wolf-gw2672m-grindi-widersprueche/
Streckenposten der organisierten Wandertruppen hielten Fahrzeuge an und leuchteten hinein, um zu kontrollieren ob Brigitte Sommer darin sitzen würde. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich Konsequenzen vorzustellen.
Eine FB-Seite zum Thema Herrenwies beschimpfte Brigitte Sommer als „rote Zora“ und bezichtigte sie der „schlimmen“ Machenschaften.
„Man muß das Wahre immer wieder wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse,“ schrieb schon Johann Wolfgang von Goethe.
Deshalb geben wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. auch keine Ruhe und legen immer wieder den Finger in die Wunde, denn es ist immens wichtig zu begreifen, was hier passiert ist. Begreifen es diese „Täter“ nicht, dann kann eine solche Hexenjagd immer wieder stattfinden und die Menschen lassen sich wieder aufhetzen oder beteiligen sich sogar erneut an Hass und Hetze.
Dieser Vortrag von Prof. Maaz ist unbedingt empfehlenswert. Um zu verstehen, was gerade vor sich geht und um zu begreifen, warum sich so viele Menschen wie Schafe lenken lassen, muss man die Ursachen begreifen und Schutzmechanismen entwickeln. Eigenständiges Denken ist dabei ganz wichtig. https://www.youtube.com/watch?v=ef9gC3GB6T0

Aktueller Blick ins Territorium Hornigsgrinde

Leuchtmunition. Foto: privat.

 

Falle für Füchse. Von wegen Schutzgebiet für Wildtiere. Foto: privat.

 

Wanderweg. Foto: privat.

 

Wanderweg zum Sandsee. Foto: privat.

 

Besonders die Vollmondnächte waren nervenzehrend. Bild: privat.

 

Teilweise waren die Wege auch mit Plastikband oder Weidezäunen abgesperrt. Foto: privat.

 

 

Foto: privat.

 

Überall sind Wildkameras platziert. Foto: privat.

Dank an alle echten Wolfsfreunde

Wir freuen uns sehr, dass die Abschussgenehmigung nicht verlängert wurde und wir danken allen Tier- und Naturfreunden, die sich mit Wanderungen bis zur Erschöpfung für „Ihren“ Grindi eingesetzt haben. Auch ganz herzlichen Dank an ganz neue Mitglieder von uns, die sich dort ins Haifischbecken begeben hatten und sozusagen völlig alleine ins kalte Wasser geworfen wurden. Dieser Fall kann Schule für ganz Deutschland machen und zeigt, wie wichtig aktives Engagement und ziviler Ungehorsam ist. Deshalb müssen weiter vor Ort Spaziergänge stattfinden.
Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. fordern Transparenz von der Landesregierung und vom Umweltministerium. Wir beklagen, dass unsere UIG-Anfrage noch immer nicht beantwortet wurde. Gleichzeitig wollen wir unser vereinsinternes Wolfsmonitoring ausbauen und wir freuen uns hier über neue Mitglieder. Ebenso fordern wir einen Stopp der unsinnigen Vergrämungsmaßnahmen und eine EuGH-Prüfung der Genehmigungspraxis.

 

Quellen: Pressemitteilung des Umweltministeriums

https://um.baden-wuerttemberg.de/de/presse-service/presse/pressemitteilung/pid/artenschutzrechtliche-ausnahmegenehmigung-zum-abschuss-wird-nicht-verlaengert

Bericht der Naturschutzinitiative e. V.: https://naturschutz-initiative.de/aktuell/pressemitteilungen/grosser-erfolg-hornisgrinde-wolf-darf-auch-zukuenftig-nicht-abgeschossen-werden/?fbclid=IwY2xjawQeUOlleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEeGI3hCdLxvd2i41HbOGD_f3frpcU-bW04lnR3m9bGkrZuNReIuSXaSpOyjjQ_aem_HKTPb6KvUMiJbz81Meeh2A

Hier unser Artikel vom 08. Februar 2025, in dem wir dokumentierten, dass Grindi bei einer Zufallsbegegnung nicht auffällig war: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/02/08/wolfsschutz-deutschland-e-v-weist-nach-wolf-grindi-nicht-verhaltensauffaellig/

 

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Grindi, Romeo und die Wölfe, die etwas in uns berühren – Ein Plädoyer an Verstand und Wahrnehmung statt Hysterie

Seit Wochen dominiert ein einzelner Wolf die Schlagzeilen in Baden-Württemberg: GW2672m, inzwischen liebevoll Grindi genannt. Der Rüde aus österreichischer Abstammung lebt seit etwa drei Jahren friedlich im Gebiet der Hornisgrinde und des Nationalparks Nordschwarzwald. Er soll sich mehrmals Menschen und Hunden genähert haben – vor allem in der Paarungszeit –, doch es gibt bis heute keinen einzigen dokumentierten Vorfall von Aggression, Verletzung oder Bedrohung. Keine Nachweise für Anfütterung oder Fütterung durch Menschen, keine Belege für regelmäßiges Spielen mit Hunden. Dennoch drehen bestimmte Leute geradezu durch und forcieren einen regelrechten Tötungswahn, obwohl am 6. Februar scheues Verhalten dokumentiert wurde. 

Das grün geführte Umweltministerium stellte Anfang Februar 2026 eine Ausnahmegenehmigung zum Abschuss (bis 10. März) aus. Naturschutzverbände wie die Naturschutzinitiative (NI) legten Beschwerde ein – mit Erfolg: Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Mannheim stoppte den Abschuss vorerst per Hängebeschluss bis maximal 16. Februar 2026, um Beschwerden anzuhören und vollendete Tatsachen zu vermeiden. Wolfsschutz-Deutschland e. V. belegte durch eine zufällige Begegnung am 6. Februar: Grindi zog sich ruhig und distanziert zurück – kein Fixieren, kein Verfolgen, keine Aggression. Die anwesenden Hunde blieben entspannt. „Das ist vorbildliches Verhalten für Koexistenz in einem großen, dünn besiedelten Gebiet“, so Vereinsvorsitzende Brigitte Sommer. Hier unser Bericht mit Einblicken in die Region: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/02/08/wolfsschutz-deutschland-e-v-weist-nach-wolf-grindi-nicht-verhaltensauffaellig/

Grindi ist nicht Romeo – und genau das macht die Überreaktion noch unverständlicher

Der frei geborene und frei lebende Wolf Romeo spielte tatsächlich mit Hunden. Hier ist er links zu sehen mit seiner Hundefreundin Dakotah. ©Nick Jans – https://nickjans.com/shop/a-wolf-called-romeo-images

 

Romeo, der schwarze Wolf aus Alaska (2003–2009), war ein extremer Fall, der beweist, dass ein Leben Seite an Seite gelingen kann: Er spielte jahrelang aktiv mit Hunden (berühmt seine Freundschaft zur Labrador-Hündin Dakotah) und wurde zum Maskottchen von Juneau. Sechs Jahre lang null Zwischenfälle – bis illegale Wilderer ihn töteten. Der ganze Landstrich trauert bis heute. Grindi ist nicht wie Romeo. Es gibt keine Beweise zu vergleichbaren spielerischen Interaktionen, kein „Flirten“ mit Hunden, keine bewiesene Gewöhnung. Er nähert sich gelegentlich – und zieht sich zurück. Selbst wenn er weniger scheu wäre, wäre das kein Grund für die aktuelle Hysterie in einem riesigen Revier. Drei Jahre friedliches Zusammenleben sprechen klar gegen Panik. Der eigentliche Auslöser lag oft bei den Menschen: Viele Sichtungen wurden gemeldet und Bilder geteilt – was Aufmerksamkeit steigerte und das Thema politisch auflud. Statt Aufklärung (Hunde anleinen, Abstand halten) wurde daraus ein Wahlkampfthema: Grüne Politiker wollten „hart durchgreifen“, um konservative Wähler zu gewinnen. Was man unterschätzte: Selbst viele Konservative vor Ort lieben „ihren“ Grindi. Hüttenwirte, Skiliftbetreiber und Einheimische in der Region (z. B. am Mehliskopf) stellen sich gegen den Abschuss und berichten von friedlichen Sichtungen ohne Probleme.

Gudrun Pflüger: Die Kraft echter Wolfsbegegnungen

Die Biologin und Berglauf-Weltmeisterin Gudrun Pflüger (1972–2023) erlebte 2005 in British Columbia etwas Tiefgreifendes: Ein wildes Küstenwolf-Rudel umringte sie friedlich, spielte um sie herum. Diese Begegnung half ihr, einen aggressiven Hirntumor länger als prognostiziert zu überstehen. In ihrem Buch „Wolfspirit“ und der Doku „Auf der Spur der Küstenwölfe“ zeigt sie: Wölfe können uns nah sein, uns sogar berühren, Kraft geben – ohne zu gefährden. Grindi hat niemanden umringt oder gespielt – aber er hat drei Jahre lang niemanden gefährdet. Solche Tiere berühren etwas in uns: Neugier, Respekt, vielleicht sogar Sehnsucht nach Wildnis. Oder eine Erinnerung, die in der DNA von manchen sogar gespeichert sein könnte. Hier ein Bericht: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/01/08/der-kleine-wolf-von-stora-karlsoe-ein-praehistorisches-vorbild-fuer-moderne-koexistenz-mit-mutigen-jungwoelfen/

Was würde wohl Gudrun Pflüger sagen, wenn sie noch leben würde? Erinnern wir uns: Ein Wolf zeigt sich dir nur, wenn er dir etwas erzählen oder mitteilen will. Das hat ihr indigener Freund Chester gesagt, und sie hat es oft zitiert.

Wolf Grindi wollte unserer Vorsitzenden Brigitte Sommer wohl auch etwas bei seiner Begegnung erzählen. Niemand sonst hätte ihn wohl so unbeugsam in Schutz genommen und selbst schlimmste Shitstorms dafür in Kauf genommen und selbst eben keine Bilder von ihm veröffentlicht. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. bleiben dabei: Grindi hat sich absolut normal verhalten. Dokumentiert wurde dies unfreiwillig vom SWR. Aber dies bringt auch den Vorteil, dass die tatsächlichen Fakten reichweitenstark zu sehen waren, trotz der falschen Behauptungen zu  Wolfstouristen. Das normale Zurückweichen ist dokumentiert. Brigitte Sommer wäre nie auf die Idee gekommen, Grindi alleine mit diesen Fernsehleuten zu lassen. Hier der entsprechende offene Brief an den SWR: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/02/10/offener-brief-an-den-suedwestrundfunk-swr-betrifft-tendenzioese-berichterstattung-im-beitrag-die-suche-nach-dem-hornisgrinde-wolf-und-warum-sie-ihm-schadet/

Der Nationalpark als Chance – nicht als Problemzone

Der Nationalpark Nordschwarzwald (über 100 km², Grindi-Revier ca. 200–300 km²) ist oben auf den Bergen extrem dünn besiedelt: Grinden, Moore, dichte Wälder – ideal für einen Wolf (später vielleicht Paar/Rudel). Hier kann Koexistenz tatsächlich gelingen. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. sagen noch immer: Dort ist kein Wolfstourismus und zufällige Begegnungen wurden verzerrt dargestellt und instrumentalisiert. Auch die Folge einer Podcasterin wirkt oberlehrerhaft: Die Menschen vor Ort werden als dumm, beratungsresistent und leichtsinnig dargestellt – obwohl seit drei Jahren keinerlei Vorfälle passierten. Eine Privatperson ohne eigene Sichtung wird zur Expertin stilisiert, ein von ihr gegen den Abschuss verfasstes Strategiepapier hochgejubelt, am Ende doch von der Podcasterin „ritualisiertes Verhalten“ unterstellt und Abschuss geradezu gefordert. Die Privatperson musste sich am Ende vorgeführt fühlen, da sie nicht für einen Abschuss ist.  Dieser Podcast konstruiert ein Problem, das real nicht existiert und übt indirekt Druck aus – obwohl er vorgibt, gegen Abschuss zu sein. Das wirkt wie gesteuerte Opposition.
Grindi ist kein „Problemwolf“. Er ist ein Wolf, der drei Jahre friedlich lebt, sich zurückzieht und niemanden schädigt. Selbst wenn er tatsächlich weniger scheu wäre, wäre das kein Grund für Panik in einem so großen Gebiet. Die Debatte zeigt: Politik und Medien übertreiben, während die Menschen vor Ort gelassener und nicht naturentfremdet sind. Hierzu noch ein Meinungsartikel von Brigitte Sommer: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/01/30/die-angst-vor-dem-wolf-als-symptom-unserer-entfremdeten-seele/
Beispielfoto Wolf.
Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. sagen: Hier geht es um mehr als einen Wolf. Es geht darum, ob wir im 21. Jahrhundert mit Verstand, Herz und Fakten antworten – oder mit Hysterie und Gewalt. Grindi muss leben. Weil er zeigt: Friedliches Miteinander ist möglich. Weil er etwas in uns berührt. Und weil die Fakten für ihn sprechen.

Und immer daran denken: Echte Freunde verrät man nicht.

Die Petition auf Change können wir leider absolut nicht mehr empfehlen, denn der Petitionstext wurde abgeändert und in einer Aktualisierung wurden plötzlich Vergrämungsmaßnahmen mit Besenderung gefordert und zwischen den Zeilen selbst ein Abschuss nicht mehr ausgeschlossen zu sein scheint.

Nach der Abgabe der Petition im Umweltministerium informiert heute eine weitere Aktualiserung darüber, dass bestimmte Orte an das Umweltministerium gemeldet wurden, wo „Vergrämungen“ stattfinden sollten. Faktisch wurde Wolf Grindi nun, nachem die Petitionserstellerin selbst Bilder gepostet hatte und ihn an Behörden gemelden hatte, mit Angabe von konkreten Orten, noch einmal verraten, denn diese Daten werden mit Sicherheit, falls das Gericht der Behörde statt gibt, auch fürs Auflauern zum Töten des Wolfs verwendet.

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unse

Offener Brief an Ralf Hentschel, Vorsitzender des Freundeskreis freilebender Wölfe e.V. – Ihr diffamierender FB-Post vom 08.02.2026 zum Wolf GW2672m („Grindi“) – Widersprüche, Verleumdung und verpasste Chance für echten Wolfsschutz

Sehr geehrter Herr Hentschel,
als Vorsitzende von Wolfsschutz-Deutschland e.V., Brigitte Sommer, wende ich mich öffentlich und mit Nachdruck an Sie. Ihr Post auf der Facebook-Seite Ihres Vereins vom Februar 2026 („Liebe Wolfsfreunde, momentan arbeitet unsere gesamte Rechtsabteilung…“) stellt eine massive, faktenwidrige Diffamierung unseres Vereins dar und trägt aktiv zur Spaltung der Wolfsschutz-Szene bei – in einer Zeit, in der Einheit gegen den Abschuss dringend geboten wäre. Ihr Text nennt uns (als „Verein XYZ“) „blind“, „kurzsichtig“, „plan- und orientierungslos“, „hyperaktiv“ und wirft uns vor, „Wolfstourismus befeuert“ und eine Vergrämungschance verpasst zu haben. Das ist nicht nur falsch – es ist eine gezielte Rufschädigung, die reale Konsequenzen hatte: Hassnachrichten, Morddrohungen, tätliche Angriffe und Stalking gegen mich und unsere Mitglieder.
Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

Hier die harten Fakten, die Ihr Post ignoriert oder verdreht:

  1. Leak des Termins: Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wurde unser Treffen mit Einheimischen vor Ort durch ein Mitglied Ihres Vereins (oder enger Kooperationspartner) in einer WhatsApp-Gruppe bekannt gegeben, in der ein Ihnen nahestehender Kooperationspartner Admin ist. Das SWR-Team wartete genau deshalb am Parkplatz – ohne dass wir es eingeladen oder informiert hätten. Die Begegnung mit Grindi war rein zufällig in einem riesigen Gebiet. Statt das anzusprechen, nutzen Sie den Vorfall, um uns zu diffamieren.
  2. Vergrämung: Ich bin aktiv auf Grindi zugegangen und habe ihn verscheucht – Schwanz einklemmen, ruhiger Rückzug bei ca. 30 Metern. Das ist klassische, erfolgreiche Vergrämung. Der SWR hat diese entscheidende Sequenz herausgeschnitten. Wir fordern seit Tagen den Rohschnitt. Ihr Post suggeriert Passivität – das ist irreführend.
  3. Eigentlich müssten Sie aus eigener Erfahrung wissen, wie Reporter und Redakteure in ihren Berichten Tatsachen nach ihrem Gusto verdrehen oder einfach weglassen können. Dies war in diesem Fall besonders der Fall, was wir in unseren Stellungnahmen auch erläutert haben. Das Ganze hat sich eben nicht so zugetragen, wie Sie es dem SWR glauben.
  4. Keine Lebensgefahr in offiziellen Daten: Das Umweltministerium spricht von „auffälligem Verhalten“, „geringer Scheu“, „Nähe zu Hunden in der Ranzzeit“ und „Restrisiko“ – aber nirgends von akuter Lebensgefahr für Menschen. Kein Angriff, keine Aggression. Ihr Post impliziert durch die Formulierung („Lebensgefährdung des Menschen“ als Behauptung des Ministeriums) eine Gefährlichkeit, die die Daten nicht hergeben. Das entlastet Grindi nicht – es nährt genau die Narrative, die den Abschuss rechtfertigen sollen.
  5. Widerspruch in Ihrer Haltung: Einerseits klagt Ihr Verein (zu Recht!) gegen den Abschuss und erreicht einen vorläufigen Stopp bis ca. 16. Februar 2026. Andererseits posten Sie einen Text, der Grindi implizit als Problem darstellt („Lebensgefährdung“, verpasste Vergrämung durch uns). Das kann nur so verstanden werden: Sie argumentieren taktisch für eine Entnahme, während Sie juristisch dagegen klagen. Warum sonst diffamieren Sie einen Verein, der klar Nein zum Abschuss sagt, statt Grindi durch unsere Beobachtungen (scheues Verhalten, korrekte Reaktion) zu entlasten?
  6. Mobbing durch Ihre Reihen: Mitglieder Ihres Vereins (oder naher Kreise) haben öffentlich zum Shitstorm und Austritt bei uns aufgerufen. Das hat zu realen Bedrohungen geführt – aus dem Tierschutz-Lager gegen Tierschützer. Das ist inakzeptabel und schadet dem gesamten Wolfsschutz.
  7. Sie nennen uns absichtlich nicht beim Namen, um einer einstweiligen Verfügung zu entgehen. Ihnen ist es also bewusst, dass das was sie tun, nämlich das Diffamieren eines Vereines, den Sie augenscheinlich als Konkurrenz wahrnehmen, juristisch angreifbar wäre und nicht in Ordnung ist. Es ist aber auch charakterlich verwerflich.
  8. Zudem möchten wir Sie daran erinnern, dass wir Ihrem Verein für eine Klage 1000 Euro als Spende zukommen ließen, dieser Betrag von Ihnen aber nicht gewollt und zurücküberwiesen wurde. Dies zeigt, dass wir durchaus gewollt waren, in gewissen Bereichen zu kooperieren, Ihr Verein jedoch nicht.

Zu Ihrer Klagearbeit: Wir wissen, dass solche Verfahren auch beim Freundeskreis oft Jahre dauern  (z. B. in EuGH- oder langjährigen Verwaltungsverfahren). Wir existieren noch gar nicht so lange und soweit ich es in Erinnerung habe, hat auch Ihr Verein einige Jahre gebraucht, um Klagefähigkeit zu erreichen. Unsere Arbeit vor Ort ist ergänzend und unmittelbar wirksam. Statt uns zu diffamieren, sollten Sie das anerkennen. Zudem haben auch wir beim Bundesumweltamt den Antrag auf Klagerecht eingereicht. 

Meine klare Forderung:

  • Nehmen Sie den Post zurück oder korrigieren Sie ihn öffentlich: Streichen Sie die Diffamierungen und stellen Sie klar, dass unsere Begegnung zufällig war, wir Grindi verscheucht haben und keine Lebensgefahr vorliegt.
  • Erklären Sie den Widerspruch: Klagen Sie ernsthaft gegen den Abschuss, oder nähren Sie Narrative, die ihn begünstigen?
  • Entschuldigen Sie sich für die Folgen des durch Ihren Kreis angeheizten Mobbings.

Wenn Ihr Post so bleibt, wie er ist, trägt er aktiv dazu bei, dass ein unschuldiger Wolf getötet wird, während echte Täter ungeschoren bleiben. 

Quelle:

 

Mit der Hoffnung, dass Vernunft siegt – aber ohne Illusionen
Brigitte Sommer
Vorsitzende Wolfsschutz-Deutschland e.V.

Brigitte.Sommer@wolfsschutz-deutschland.de

Wolfsschutz-Deutschland e.V. weist nach: Wolf Grindi nicht verhaltensauffällig

Der Hornisgrinde-Wolf GW2672m („Grindi“) zeigt in der dokumentierten Begegnung vom 06. Februar 2026 kein verhaltensauffälliges Verhalten. Bei einer zufälligen Sichtung mit uns blieb der Wolf in über 100 Metern Entfernung stehen, beobachtete die Situation genau und zog sich anschließend ruhig zurück. Dies entspricht dem normalen Verhalten eines Wolfs. Denn Wölfe sind keine Fluchttiere, sondern prüfen zunächst die Lage, bevor sie sich entfernen. Ein SWR-Beitrag der auch auf der Tagesschauseite gebracht worden ist, zeigt diese Szene, lässt jedoch den entscheidenden Rückzug des Wolfs heraus und erweckt den Eindruck als wären Aktive unseres Naturschutzvereines als Wolfstouristen unterwegs gewesen und hätten ein SWR-Team extra bestellt.

Update 10.02.2026 – Die Naturschutzinitiative hat erneut einen Abschussstopp erreichen können: https://naturschutz-initiative.de/aktuell/neuigkeiten/zwischenentscheidung-vgh-stoppt-vorlaeufig-abschuss-von-grindi/?fbclid=IwY2xjawP3_jpleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEeDrDdTHyVytlgq7rkWPZ6Km_lhmg_2htpR-Xu6Ld6WZWCaWOss7yidw5k0tc_aem_9wfnjp-pbr3dUXxTY0-D_w

Weiteres Update 10.02.2026: Offener Brief von Wolfsschutz-Deutschland e. V. an den SWR: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/02/10/offener-brief-an-den-suedwestrundfunk-swr-betrifft-tendenzioese-berichterstattung-im-beitrag-die-suche-nach-dem-hornisgrinde-wolf-und-warum-sie-ihm-schadet/

Weiteres Update 11.02.2026: Offener Brief an Ralf Henschel wegen diffamierender Aussagen und Aufruf zum Shitstorm: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/02/11/offener-brief-an-ralf-hentschel-vorsitzender-des-freundeskreis-freilebender-woelfe-e-v-ihr-diffamierender-fb-post-vom-08-02-2026-zum-wolf-gw2672m-grindi-widersprueche/

Aktueller Stand: Jagd vorerst ausgesetzt – Koexistenz ist möglich

Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat den Abschuss grundsätzlich freigegeben, aber Naturschützer (Naturschutzinitiative e. V. ) legten Beschwerden beim VGH Mannheim ein. Aktuell gilt ein  vorläufiger Stopp.  Das VGH bat das Ministerium, bis mindestens 16. Februar 2026 abzuwarten (wegen anhängiger Beschwerden, noch nicht begründet). Das heißt erst einmal keinen Abschuss. 

Wolfsschutz-Deutschland e.V. bezweifelt ohnehin die in der Abschussbegründung des baden-württembergischen Umweltministeriums genannten extremen Annäherungen (teilweise auf sechs Meter) sowie die Vielzahl angeblicher Sichtungen. Die Unterrichtung und das Informationsgesuch (UIG) an das Ministerium blieben bislang unbeantwortet. Ohne transparente, nachvollziehbare Belege (Wer? Wann? Wo? Wie nah? Hunde frei? Fotos?) erscheinen diese Angaben stark übertrieben oder fehlinterpretiert.
Im Gegenteil: Grindi verhielt sich distanziert und vorbildlich bei einer Sichtung mit uns am 06.02.2026. Er bietet damit Koexistenz an. Die zwei Hunde unserer Gruppe zeigten ebenfalls ruhiges Verhalten. Dies ist genau das gewünschte Muster für ein friedliches, gelegentliches Zusammentreffen von Mensch und Wolf in der Natur. Ausführlich  begründet hatten wir das bereits hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/01/28/nein-zum-abschuss-des-wolfsrueden-gw2672m-paar-und-rudelbildung-im-nationalpark/
Leider gehen wir inzwischen nicht mehr davon aus, dass eine Fähe mit im Gebiet ist, denn dann wären die Wölfe zusammen unterwegs gewesen, wie im Höhepunkt der Paarungszeit üblich. Wir gehen davon aus, dass sich Sichtungen am Ende der Paarungszeit noch weiter minimieren werden. Wolfsrüden sind außerhalb dieser Zeit nicht an Vermehrung interessiert. Sie reagieren dann gar nicht mehr auf läufige Hündinnen, falls es eine solche Begegnung überhaupt gegeben hat.

 

Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer
Am Treffpunkt am Parkplatz lauerte ein TV-Team des SWR. Bekannt wurde der Termin in einer Whats-App-Gruppe gemacht, in der sich ganz offensichtlich Spione aufhalten. © Brigitte Sommer

Zufällige Begegnung – keine geplante Wolfsbeobachtung

Die Begegnung mit Grindi war reiner Zufall. Wolfsschutz-Deutschland e.V. war als anerkannter Naturschutzverein vor Ort, um mit einheimischen Wolfsfreunden zu sprechen, Spuren intern zu dokumentieren, mögliche Auslegungen von Fleisch oder Jagdfrevel zu prüfen und Material für einen eigenen Artikel zu sammeln, wie wir es immer tun – keine Wolfsnachstellung. Unser Spürhund Alba sollte lediglich Losung aufspüren, damit wir mit besserer Gebietsorientierung künftig mehr Schutz vor illegaler Verfolgung bieten können. Ein SWR-Team tauchte auf, nachdem es den Treffpunkt über eine WhatsApp-Gruppe (in der der Verein nicht Mitglied ist) erfahren hatte. Die Reporter seien beauftragt gewesen, eine Geschichte über „Wolfstouristen“ zu produzieren. Da keine Touristen am Parkplatz vor Ort waren, wurde die zufällige Begegnung instrumentalisiert. Das Angebot, im Interview klarzustellen, dass es dort keine Wolfstouristen und keine unvernünftigen Personen gibt, wurde nach der zufälligen Wolfsbegegnung nicht umgesetzt, sondern stattdessen eine stark tendenziöse Geschichte gebracht. Sämtliche Aufnahmen unseres Vereins dienen ausschließlich dem internen Monitoring. Es wurden keine Bilder oder Videos veröffentlicht, auf denen Grindi zu sehen ist – im Unterschied zu dem SWR-Beitrag anderen, die Sichtungen und Standorte öffentlich teilen und teilweise sogar an Behörden melden, was nun gegen den Wolf verwendet wird. Anfragen nach Bildern werden konsequent abgelehnt.
Videostellungnahme von Brigitte Sommer vom 07.02.2026 zum Vorfall mit dem TV-Team. Hier der Link zum tendenziösen Bericht. Der TV-Beitrag mit Fotos von Grindi, erstellt vom SWR-Team,  ist dort eingebaut: https://www.tagesschau.de/inland/regional/badenwuerttemberg/swr-die-suche-nach-dem-wolf-und-warum-sie-ihm-schadet-100.html?fbclid=IwY2xjawP1K4lleHRuA2FlbQIxMABzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEe5B3ipouzERG5t7qth0b_zqXF5sttzFoaFXMyVmHlJ2r1DNK4uwg2UX-5D-s_aem_L17zjzUA-9Vg_JsZj9CBoA

Brigitte Sommer dazu ergänzend: „Wäre der Wolf tatsächlich an den Hunden interessiert gewesen, wäre er uns auf unserer Wanderung, die erst stattfinden konnte, als das SWR-Team weg war, gefolgt. Dies tat er aber nicht. Die Hunde haben sich übrigens genauso vorbildlich verhalten wie Grindi. Das ist doch genau die Koexistenz, die angeblich so angestrebt wird. Auch sollten sich einige mal überlegen, wer davon profitiert, wenn dort keine Wolfsfreunde mehr wandern. Na, dämmerts? Vielleicht dämmerts auch, dass weisungsgebundene Wolfsexperten das sagen, was erwartet wird. Ich bin nicht weniger Experte, habe seit über 20 Jahren Erfahrung mit Wölfen.

Wie kann denn jemand ernsthaft glauben, dass wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. den SWR und auch noch den Wolf, wie uns jetzt vorgeworfen wird, gleich mit auf einen Termin bestellen? Die Reporter haben uns aufgelauert, sie bekamen den Tipp zu unserem Treffpunkt aus einer Whats-App-Gruppe. Sie waren beauftragt, eine Geschichte über Wolfstouristen zu machen. Um sie schnell wieder los zu werden, stimmte ich einem Interview zu, in dem ich sagen wollte, dass es dort keine Wolfstouristen gibt. Der Reporter wollte für bessere Aufnahmen einen Weg zirka 300 Meter in den Wald hinein. Dort kam uns dann plötzlich tatsächlich der Wolf entgegen. Ein unglaublicher Zufall, zu dem meine Ö-Töne – aber auch aus dem Zusammenhang gerissen – gebracht wurden. Der Wolf blieb in über 140 Metern Entfernung stehen und guckte. Ich machte Bilder für unser internes Monitoring. Ich habe nichts veröffentlicht, im Gegensatz zu denen, die ihre Bilder überall gepostet haben und dies teilweise immer noch tun und den Standort auch noch an Behörden gemeldet haben. Ich habe auch keine Bilder und Filme von den zwei vorherigen Wolfsbegegnungen innerhalb von 10 Jahren veröffentlicht und ich werde das auch nicht tun. Fotos werden vereinsintern verwendet.“

Hier noch ein Meinungsartikel von Brigitte Sommer zum Thema:

Es ist ein paradoxes Schauspiel, das sich in Foren, Petitionen und Social-Media-Kommentaren wiederholt: Menschen, die sich lautstark gegen jede Form von Tierquälerei stellen, gegen Massentierhaltung wettern, Zoos ablehnen und für den Schutz bedrohter Arten kämpfen – diese selben Menschen bekommen Panik, sobald ein Wolf mal sichtbar wird. Einer, der nicht angegriffen hat, nicht bedroht hat, einfach nur da ist: Ein grauer Schatten am Waldrand, ein flüchtiger Blick aus gelben Augen. Und sofort ertönt der chorale Ruf: Vergrämen, sofort! Mit Paintball, Gummigeschossen, Knallapparaten, Drohnen – Hauptsache, er verschwindet wieder aus unserem Sichtfeld. Das ist neurotisch. Und es ist zutiefst aufschlussreich. https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/01/30/die-angst-vor-dem-wolf-als-symptom-unserer-entfremdeten-seele/

Die Vorsitzende Brigitte Sommer hat auf Einsätzen fast immer ihre Profikamera dabei,um Qualitätsbilder für unsere Artikel zu machen.

Propaganda gegen Bürger vor Ort

Behörden und Teile der Medien zeichnen die Menschen in der Region wiederholt als unvernünftig, rücksichtslos oder schuldhaft. Diese Narrative werden teilweise von den Betroffenen selbst übernommen, was uns sehr schockiert hat. Viele lassen sich manipulieren und wiederholen die Vorwürfe, ohne die tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort zu prüfen. Dadurch entsteht Spaltung und Ablenkung von den eigentlichen Herausforderungen (z. B. illegale Eingriffe in Wolfsbestände). Die Realität vor Ort, die wir erlebten, zeigte hingegen vernünftige Einheimische und Wanderer, die respektvoll mit der Natur umgingen. Viele sind heute entsetzt darüber, dass sie im guten Vertrauen Begegnungen den Behörden gemeldet hatten. Wir sprachen auf unseren Wanderungen mit verschiedenen Bürgern. Viele wollen Sichtungen jetzt für sich behalten. Andere hatten gar nichts von einem Wolf gewusst. Ein christlicher Wanderverein war mit einem Ranger im Gebiet unterwegs. Auch einige in dieser Gruppe äußerten sich entsetzt. Allerdings konnten wir nur ein paar Stimmen einfangen, weil es sich um eine „Schweigewanderung“ handelte. Bei Sand nutzen Skifahrer noch die letzten Möglichkeiten. An Wölfen war man nur teilweise interessiert. Grindi war auch dort von einer begeisterten Mutter gesehen worden, die sich nichts dabei dachte, die Bilder zu posten. Ein Ehepaar feierte an einem Wanderparkplatz seinen 66sten Hochzeitstag. Von einem Wolf wusste man nichts. An der Hornisgrinde zeigten sich die meisten Touristen entsetzt. Die Geschäftsinhaber haben teilweise Angst, dass Touristen wegbleiben könnten, nicht aus Angst vor dem Wolf, sondern wegen der Vorgehen der Behörden, denn das Motto des Nationalparks lautet: „Eine Spur wilder.“ Man empfinde dies als Hohn.

Eskalation: Hassnachrichten, Verfolgung und körperliche Bedrohung

Nach dem SWR-Bericht und den öffentlichen Debatten hat Wolfsschutz-Deutschland e.V. eine Welle von Hassnachrichten erhalten – teils massiv beleidigend, teils bedrohlich. Bei einer Wanderung im Gebiet wurden Vereinsmitglieder von mehreren Männern verfolgt. Auf einer friedlichen Pro-Wolf-Kundgebung in Bühl wollten einzelne Personen körperlich auf Brigitte Sommer losgehen und machten sie persönlich für die drohende Tötung Grindis verantwortlich. Andere, wie z. B. ein Tierhorter, fordern in sozialen Netzwerken Mitglieder von uns auf, auszutreten und in einen anderen Verein einzutreten. Diese Vorfälle sind absolut inakzeptabel. Wolfsschutz-Deutschland e.V. ist ein anerkannter Naturschutzverein, der faktenbasiert für den Wolf eintritt. Hass, Bedrohungen, Verfolgung und körperliche Einschüchterung haben in einer sachlichen Debatte nichts zu suchen. 

Vergrämung und Gebietsabsperrung unrealistisch und unnötig


Der Pressesprecher eines anderen Vereins fordert Vergrämung des Wolfs und Absperrung des Gebiets. Der Bürgermeister von Forbach hat jedoch klargestellt, dass eine Absperrung in diesem stark touristisch genutzten Gebiet unmöglich ist. Grindi muss auch gar nicht vergrämt werden – er zeigt bereits das richtige Verhalten.
Was stattdessen beendet werden muss: Heimliche Beseitigung von Wolfsfähen durch einen bestimmten Personenkreis, die Grindi die Chance auf eine Partnerin bis zur nächsten Paarungszeit nimmt. Ein weiterer Wolfsexperte schlägt vor, Grindi zusammen mit einer Partnerin in ein Gehege zu sperren. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. sehen das kritisch, denn Grindi ist ein frei geborener Wolf, der sich nichts zu Schulden kommen gelassen hat, außer zu schauen. 
Wanderer an einem See. © Brigitte Sommer

Warum die Natur allen offen bleiben sollte

Waldstimmung im Kerngebiet. Foto: Brigitte Sommer

 

Der Aufenthalt in der Natur tut Körper und Seele gut – das ist wissenschaftlich vielfach belegt. Regelmäßige Spaziergänge im Wald senken Stresshormone (Cortisol), verbessern die Stimmung, stärken das Immunsystem und fördern die Konzentration. Kinder entwickeln in der Natur mehr Kreativität, Motorik und Umweltbewusstsein; Erwachsene reduzieren das Risiko für Depressionen, Burnout und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gerade in touristisch geprägten Regionen wie dem Nordschwarzwald ist die Natur ein Ort der Erholung, der Begegnung und der Achtsamkeit – für Menschen, Familien, Hunde und Wildtiere gleichermaßen. Der Fall Grindi zeigt: Bei gegenseitigem Respekt und Abstand ist Koexistenz möglich. Eine Absperrung oder das Verdrängen von Wanderern würde nicht nur dem Wolf schaden, sondern auch den Menschen die wichtigste Quelle für Gesundheit und Ausgeglichenheit nehmen sowie der von Tourismus abhängigen Bevölkerung Lebensgrundlagen entziehen. 

 

 

Bewegende Mahnwache

Brigitte Sommer und Gudrun Zimmermann von Wolfsschutz-Deutschland e. V. waren auch bei der Mahnwache vor Ort.

 

Am Freitag, 6. Februar 2026, fand auf dem Kirchplatz in Bühl eine beeindruckende Mahnwache für den Hornisgrinde-Wolf Grindi statt. Rund 300 Menschen – viele extra dafür angereist – versammelten sich friedlich, um gegen den geplanten Abschuss zu protestieren und ein klares Zeichen für das Leben des Wolfs zu setzen. Transparente mit Botschaften wie „Der Wolf soll leben“ unterstrichen die Stimmung. Die Mahnwache, initiiert von lokalen Wolfsfreunden und unterstützt von Organisationen wie der Naturschutzinitiative e. V., war eine der ersten ihrer Art in Deutschland: Eine öffentliche, stille Kundgebung, speziell für einen einzelnen Wolf. Sie zeigte eindrucksvoll, wie sehr das Schicksal Grindis viele Menschen bewegt und wie groß der Wunsch nach echter Koexistenz ist – statt Tötung als vermeintlich „einfacher“ Lösung. Trotz der friedlichen Atmosphäre kam es zu bedauerlichen Eskalationen: Einzelne Personen wollten körperlich auf Brigitte Sommer (Vorsitzende Wolfsschutz-Deutschland e.V.) losgehen und machten sie persönlich für die drohende Tötung verantwortlich. Solche Vorfälle unterstreichen, wie polarisierend das Thema geworden ist.
Auch Vorwürfe dort, wir hätten unseren Einsatz wegen des TV-Teams abbrechen sollen, sind absurd und zeugen von mangelnder Kenntnis der tatsächlichen Abläufe. Genau das Gegenteil war geplant und wurde auch umgesetzt: Wir wollten dem SWR-Team den Zahn vom angeblichen ‚Wolfstourismus‘ ziehen und klarstellen, dass es dort keine solchen Gruppen gibt und niemand unvernünftig handelt. Deshalb hat Brigitte Sommer – nachdem das Kamerateam plötzlich auftauchte – überhaupt erst einem kurzen Statement zugestimmt. Darüber hinaus bot sich durch die zufällige Begegnung mit Grindi die einmalige Möglichkeit, dem Team live und vor der Kamera die Ungefährlichkeit des Wolfs zu demonstrieren: Er blieb in über 140 m Entfernung stehen, schaute genau hin, zog sich dann ruhig zurück – normales, distanziertes Wolfsverhalten. Genau das mussten wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V.  in dem Moment zeigen. Wir konnten doch Grindi nicht mit diesem Team – der Redakteur gab gegenüber einem mit anwesenden Wolfsfreund sogar an, er hätte eine Petition für den Abschuss unterzeichnet –  alleine lassen. Kaum war der Wolf weg, ging auch das TV-Team seiner Wege. Warum in aller Welt hätten wir danach unsere geplante Wanderung abbrechen sollen? Wir waren nicht wegen des Wolfs da, sondern zur Recherche, Dokumentation und zum Gespräch mit Einheimischen, die Hilfestellung suchten. Die Wolfsbegegnung  war ein Zufall, den wir notgedrungenermaßen nutzen mussten, um Fakten zu liefern – nicht umgekehrt. Wer jetzt behauptet, wir hätten „abbrechen sollen“, ignoriert bewusst, dass wir genau das taten, was Wolfsfreunde tun sollten: vor Ort sein, dokumentieren, aufklären und die Realität gegen verzerrte Narrative verteidigen.

Blick ins Gebiet:

Zentral um die Hornisgrinde (1.164 m, höchster Berg im Nordschwarzwald) herum, hat sich Grindi sein Revier eingerichtet. Es umfasst große Teile des Nationalparks Schwarzwald (besonders den nördlichen Bereich), angrenzende Staatswaldflächen und Teile der umliegenden Gemeinden wie Baiersbronn, Seebach, Forbach, Bühlertal und Sasbachwalden. Typische Größe solcher Reviere im Schwarzwald: ca. 200–300 km² (je nach Beuteangebot und Überlappungen). Das Revier erstreckt sich über hügeliges bis bergiges Gelände mit dichten Wäldern, Hochmooren, Grinden (offene Heidelandschaften) und einigen Tälern.
Bachlauf © Brigitte Sommer

 

Forstmitarbeiterinnen beim Aufhängen neuer Kameras. Viele stimmen dem Abschuss auch nicht zu, wagen sich aber nicht, dies zu äußern. Die Info kam nicht von diesen Mitarbeiterinnen, sondern von einem Informanten.  © Brigitte Sommer
Bühlertal. © Brigitte Sommer

 

Muggelsee im Vordergrund, im Hintergrund der Gipfel der Hornisgrinde. © Brigitte Sommer
Das ganze Gebiet ist stark auf Touristen ausgelegt, was hier nachtürlich auch Wolfssichtungen etwas wahrscheinlicher macht als in anderen Gebieten, wo wenig bis gar nichts los ist. Schließlich kann sich ein Wolf nicht unsichtbar machen. Grindi geht aber mit der Situation vorbildlich um. © Brigitte Sommer

 

Blick von der Horninsgrinde in Richtung Süden. © Brigitte Sommer

 

Skipiste in der Nähe von Sand. .
Schwarzbachtalsperre. © Brigitte Sommer

 

Typisches Bild wie überall. Hier bei Herrenwies sind schottische Hochlandrinder hinter mehreren Litzen. Allerdings fehlt am Eingangstor der Untergrabschutz. Gut, dass Grindi sich bislang überhaupt nicht für Weidetiere interessiert hat.

 

In Herrenwies gibt es auch ein Naturschutzzentrum, das natürlich auch Touristen anlocken soll. © Brigitte Sommer

 

Nächste Schritte

  • Eine formelle Gegendarstellung geht am 09. Februar 2026 an den SWR und die Tagesschau.
  • Gegen einen „Möchtegernforcer“ wird eine Unterlassungsverfügung vorbereitet.
  • Wolfsschutz-Deutschland e.V. arbeitet weiter vor Ort überall – für Grindi und alle Wölfe. 

 

Zur aktuellen Medien- und Gruppendynamik (wie einseitige Berichte oder Schuldzuweisungen entstehen und warum viele blind folgen) empfehlen wir  dieses nachdenkliche Video von Dr. Jonas Tögel: „Warum folgen so viele wie Schafe der Herde? – Propaganda verstehen“
Quellen:

https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/01/28/nein-zum-abschuss-des-wolfsrueden-gw2672m-paar-und-rudelbildung-im-nationalpark/

 

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Nein zum Abschuss des Wolfsrüden GW2672m – Paar und Rudelbildung im Nationalpark?

Wolfsschutz-Deutschland e.V. lehnt die „artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung“ zur Tötung des Wolfsrüden GW2672m („Hornisgrindewolf“) entschieden ab. Wir fordern die sofortige Rücknahme der Genehmigung. Falls der Wolf erschossen werden sollte, kündigen wir eine Strafanzeige gegen Entscheider und Ausführende an. 

Update  31.02.2026: Gericht gibt Eilantrag der Naturschutzinitiative statt: 

Hier der Link: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/01/31/hornisgrinde-gericht-stoppt-gruenes-wolfskiller-kommando/

Die artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung zur „Entnahme“ des Wolfs GW2672m gilt bis zum 10. März 2026. Die Genehmigung sei einem spezialisierten, anonymen Jagd-Team erteilt worden.
Der Nationalpark Schwarzwald wurde erst vor wenigen Wochen flächig komplettiert: Durch einen Gebietstausch mit der privaten Murgschifferschaft konnte ein letzter trennender Streifen bereinigt und in das Schutzgebiet integriert werden. Viele Menschen in der Region hatten diesen Schritt als wichtigen Erfolg für den Schutz wildlebender Arten und natürlicher Prozesse gefeiert. Umso größer ist die Enttäuschung vieler Tierfreunde vor Ort. Ein O-Ton aus der Region bringt die Stimmung vieler Menschen auf den Punkt: „Erst vor wenigen Wochen wurde der Nationalpark komplettiert. Ein kleiner trennender Streifen gehörte der privaten und einst mächtigen Murgschifferschaft. Durch Gebietstausch wurde das bereinigt. Und nun das … Ein Abschuss im Nationalpark, einem Schutzgebiet für Arten und Tiere, ist so was von abscheulich. Mit viel Aufwand hatte man ja Schilder den Wolf betreffend aufgestellt. Hier in der Region sind viele Tierfreunde entsetzt.“
Es wurde sogar eine Petition gegen den Abschuss eröffnet: https://www.change.org/p/kein-abschuss-von-wolf-gw2672m-im-schwarzwald
Beispielfoto Wolfspaar.
In Baden-Württemberg ist das Wolfsmonitoring zentral organisiert und wird von einer offiziellen Stelle durchgeführt. Die verantwortliche Institution ist die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) mit Sitz in Freiburg. Sie führt das bundeslandweite Wolfsmonitoring im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg (UM) durch. Sie ist als Ressortforschungseinrichtung des Landes organisiert und dem Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) – bzw. seit den Zuständigkeitsänderungen teilweise auch dem Umweltministerium – direkt unterstellt. Die FVA ist das Betriebsforschungsinstitut der Landesforstverwaltung und damit eine Einrichtung der Landesverwaltung. Das bedeutet konkret: Sie unterliegt der Fach- und Dienstaufsicht des Ministeriums. Im Klartext: Im Falle von Abschussgenehmigungen werden Monitoringdaten dazu verwendet, einen Wolf für das Todesurteil aufzuspüren. 
Laut der Pressemitteilung des Umweltministeriums vom 27.02.2026 hätte der Wolf in der jüngeren Vergangenheit ein auffälliges Verhalten gezeigt, indem er sich während der Paarungszeit Hunden und deren Besitzerinnen und Besitzern teilweise bis auf wenige Meter genähert hätte. Er sei dabei nicht aggressiv gewesen, zeigte aber angeblich nur wenig Scheu vor Menschen. Generell liege im Wolfsmanagement des Landes der Fokus darauf, der Entwicklung von auffälligem Verhalten bei Wölfen vorzubeugen und eine beobachtete Entwicklung solcher Verhaltensweisen frühestmöglich zu unterbrechen. Die Sicherheit der Menschen stehe dabei an oberster Stelle.
Wenn Sicherheit an oberster Stelle stehen würde, müsste die Jagd verboten, aber nicht Wölfe getötet werden, denn 2024/25 passierten gleich mehrere Jagdunfälle mit verletzten Jägerkollegen (z. B. Heubach, im Ostalbkreis  (Kollege am Kopf getroffen, schwer verletzt).  2023 wurde ein Jäger angeschossen in Lauda-Königshofen. 2025 ereignete sich eine familiäre Gewalttat mit Jagdwaffe in Reutlingen (mehrere Tote, inkl. Selbsttötung).

Es gibt jährlich mehrere Fälle von Wildschweinangriffen,  meist auf Spaziergängern oder Hundebesitzern in städtischen Randgebieten oder Wäldern, oft ausgelöst durch Mütter mit Frischlingen oder enge Begegnungen (z. B. ein Bissvorfall in Stuttgart 2024, bei dem ein Mann ins Krankenhaus musste). Im Kontrast dazu gibt es keine Wolfsangriffe auf Menschen in Baden Württemberg und Deutschland. Wildschweine verursachen somit ein höheres reales Risiko für Begegnungen mit Verletzungspotenzial als Wölfe, die primär Nutztiere (Schafe, Ziegen) angreifen, nicht Menschen. Niemand käme auf die Idee, Menschen in Wäldern und Naturparks vor Wildschweinen schützen zu müssen. 

Das Umweltministerium hatte Mitte 2024 angeordnet, den Wolf zu fangen und zu besendern. Laut  Pressemitteilung hätte die Möglichkeit bestanden, ihm durch gezieltes Vergrämen eine wieder erhöhte Scheu vor Menschen anzutrainieren. Diese Versuche hätten aber nicht zum Erfolg geführt. Was doch darauf hindeutet, dass der Wolfsrüde zu scheu war.  Zugleich mehrten sich in jüngster Zeit Berichte über einen Wolfstourismus in der Region, da der Wolf im Gegensatz zu anderen Artgenossen deutlich häufiger gesichtet worden sei. Das Tier anzulocken, um Foto- und Filmaufnahmen zu tätigen, steigere jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass der Wolf die letzte Scheu vor Menschen verliert. Möglicherweise gefährliche Situationen ließen sich vor diesem Hintergrund nicht mehr ausschließen.
Beispielfoto 9 Monate alter Wolfswelpe.

Normales Lebensrisiko

Im Vergleich zu Alltagsrisiken wie Verkehrsunfällen (ca. 2.500 Tote pro Jahr in Deutschland) oder Haushaltsunfällen (über 8.000 Tote) ist das Risiko eines Angriffs durch Wölfe verschwindend gering und statistisch vernachlässigbar. Diese Schießgenehmigung, deren Vollstreckung auch noch von den Steuerzahlern finanziert werden soll, ist unter diesen Voraussetzungen weder logisch begründbar noch haltbar. 

Unsere Kritik an NABU und Grünen

Im Staatsanzeiger Baden-Württemberg (27. Januar 2026) äußert sich NABU-Landeschef Johannes Enssle: Er bedauert den Abschuss als „letztes Mittel“, fordert besseren Schutz vor Wolfstourismus und betont die Notwendigkeit von Prävention. Dennoch bleibt die Stellungnahme verhalten – es fehlt ein klarer Aufruf zur Rücknahme der Genehmigung oder zur Unterstützung rechtlicher Schritte. Wir kritisieren dies als unzureichend: Eine führende Naturschutzorganisation sollte in einem so sensiblen Fall aktiv gegen eine Entnahme vorgehen, insbesondere wenn die Begründung auf fragwürdigen Annahmen beruht. Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) hebt im selben Artikel den Wolfstourismus als Hauptursache hervor und priorisiert die Sicherheit von Menschen. Dies impliziert eine Unterstützung der Entscheidung. Wir kritisieren, dass die Grünen als umweltpolitische Kraft hier nicht stärker auf Alternativen und Prävention setzen, sondern die Entnahme als unvermeidbar darstellen. Das widerspricht einem konsequenten Naturschutzansatz.
Zur Zeit ist eine NABU nahe Petition im Umlauf, die genau dieses heuchlerische Verhalten widerspiegelt. Hier der Link zu unserer Kritik: https://www.facebook.com/share/p/1AVEbaBqhT/?mibextid=wwXIfr
Ein Tierfreund beschreibt dies so: „Unfassbar, was da aus dem Umweltministerium in Stuttgart kommt. Und beschämend, was der Landesvorsitzende BaWü vom NABU dazu sagt, ebenso die Politikerin der Grünen. Noch regieren sie ja hier mit der CDU. Deren „Landwirtschaftsminister“ ist aber eh für Bejagung. Denke mal, dass es ab dem 8.3. dann umgedreht Schwarz-Grün heißen wird.“

Zusammenfassung unserer Position

  • Die dokumentierten Nähe-Begegnungen des Wolfs zu Menschen und Hunden (bis auf wenige Meter) erfolgten ohne aggressives Verhalten.
  • Wir sehen keine ausreichenden Anhaltspunkte für eine signifikant reduzierte Scheu; der gescheiterte Fangversuch 2024 deutet eher auf natürliche Vorsicht hin.
  • Die Erwähnung eines „Wolfstourismus“ halten wir für übertrieben. In einer Region mit nur wenigen sesshaften Einzeltieren und sehr geringer Sichtungswahrscheinlichkeit ist ein gezieltes Anlocken unwahrscheinlich. Es erscheint plausibel, dass diese Argumentation vor allem dazu dient, Besucher aus dem Gebiet heraus zu halten. Tatsächlich hatte man erst im Sommer sogar Hinweistafeln mit Infos zum Wolf und seinem Territorium aufgestellt, also Tourismus sogar gefördert.
  • Wiederholte Verluste durch Verkehr (u. a. trächtige Wölfin 2024 auf der B500, Wolf in Lenzkirch, Welpe 2023 am Schluchsee) zeigen, dass der Schutz der wenigen Tiere bereits jetzt unzureichend ist.
Herrenwies, November 2025. Foto: privat.

 

Besonderer Punkt: Eine Fotofalle vom 11. Dezember 2025 zeigt eine mögliche Paarbildung

Eine Wildkamera in Forbach zeigte am 11. Dezember 2025 erstmals zwei Wölfe gemeinsam. Das Bild ist im Artikel sichtbar: http://Bild ist im Artikel sichtbar. Link: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/karlsruhe/wolf-foto-falle-rudel-100.html
Experten der FVA mutmaßten unmittelbar danach, es handle sich um ein Paar (Rüde und Fähe), da zwei fremde adulte Rüden sich normalerweise meiden – besonders kurz vor der Paarungszeit (Dezember/Januar). Micha Herdtfelder, Wolfsexperte der FVA, sagte damals wörtlich: „Da Wolfsrüden normalerweise nicht mit einem anderen männlichen Exemplar unterwegs seien, gehe er davon aus, dass es sich auf dem Foto der Wildkamera um eine Fähe handele.“ Später wurde das Foto plötzlich den sesshaften Rüden GW2672m und GW852m zugeordnet. Wir halten diese Zuordnung für nicht zwingend:
  • Das Einzelbild erlaubt keine visuelle Geschlechtsbestimmung.
  • Genetische Spuren (Kot, Urin) in der Nähe könnten von einem anderen Tag stammen – Reviere überlappen sich in Grenzbereichen wie Forbach.
  • Das Verhalten (zwei Wölfe gemeinsam unterwegs kurz vor der Paarungszeit) ist für zwei fremde Rüden außergewöhnlich und würde viel besser zu einem Paar passen.
Es lässt sich daher nicht ausschließen, dass eine Fähe beteiligt war oder ist. Diese Unsicherheit nährt den Verdacht, dass eine mögliche Rudelbildung in Baden-Württemberg bewusst verhindert werden soll – was die Entnahmeentscheidung in einem noch sensibleren Licht erscheinen lässt. Zur Aufklärung haben wir eine Anfrage nach dem Umweltinformationsgesetz (UIG) gestellt und fordern Einsicht in die vollständigen Begründungsunterlagen, Dokumentationen der Begegnungen, Vergrämungsprotokolle und Stellungnahmen – einschließlich aller Nachweise zum Foto vom 11. Dezember 2025. Es ist daher auch nicht auszuschließen, dass der „falsche“ Wolf getroffen werden könnte. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, selbst ein Wolfsexperte des Senckenberginstituts räumte ein, dass in Deutschland noch nie der „richtige“ Wolf totgeschossen worden wäre: https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/02/11/wolfsexperte-sagt-in-deutschland-ist-noch-nie-der-richtige-wolf-entnommen-worden/
Beispielfoto Wolfsrudel. Seit Jahren wird eine Paarbildung mit anschließender Rudelbildung in Baden Württemberg verhindert.

Rechtlicher und politischer Kontext:

Unter dem derzeit noch geltenden strengen Schutz (§ 44/45 BNatSchG) sind Ausnahmen nur bei „ernsthafter Gefahr“ und nach Ausschöpfung milder Mittel zulässig. Historisch wurden Abschüsse in 50–70 % der Fälle vorläufig gerichtlich gestoppt; wir schätzen die Chancen auf einen vorläufigen Stopp gut ein, obwohl die geplante Novelle zum Bundesjagdgesetz und Bundesnaturschutzgesetz (Drucksache 21/3546) vorsieht, den Wolf jagdbar zu machen. Es gibt einen laufenden Gesetzgebungsprozess, in dem eine Änderung des BNatSchG vorgeschlagen wird, um den Wolf aus dem „besonderen Artenschutz“ (§ 7 Abs. 2 Nr. 14 BNatSchG) herauszunehmen, doch dies ist noch nicht durch.
In Baden-Württemberg ist dies aufgrund der sehr geringen Anzahl sesshafter Wölfe und des fehlenden regionalen günstigen Erhaltungszustands jedoch unwahrscheinlich. Die Novelle zielt primär auf Regionen mit höheren Beständen ab. Hier ein Urteil aus Frankreich, das eine Klage stärken könnte: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/01/13/frankreichs-gerichtserfolg-fuer-den-wolf-lokaler-schutz-siegt-ein-hoffnungsschimmer/
Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. stellten am 27.02.2026 eine Anfrage nach dem Umweltinformationsgesetz.

Unsere Forderungen

  • Sofortige Rücknahme der Ausnahmegenehmigung
  • Vollständige Offenlegung der Unterlagen (einschließlich detaillierter Nachweise zum Foto vom 11. Dezember 2025)
  • tatsächliche Ermittlungen in Punkto illegaler Wolfstötungen
  • Verbesserter Schutz vor Verkehrsunfällen
  • Ausbau des Herdenschutzes
  • Ablehnung der geplanten Jagdgesetzesnovelle
  • Übergabe des Wolfsmonitoring an eine staatlich unabhängige NGO
Der Rüde GW2672m kam aus dem Gutenbrunn-Rudel in Österreich in sein neues Zuhause im Hornisgrind. Seine sinnlose und grausame Tötung würde damit einen genetisch wichtigen Vertreter einer Population entfernen,  die für die langfristige Vitalität der Art in Mitteleuropa entscheidend ist.

Aufruf an engagierte Menschen in der Region Nordschwarzwald

Die politisch gewollte Tötung des Hornisgrindewolfs hat in der Region große Betroffenheit ausgelöst. Viele Tierfreunde sind entsetzt und möchten aktiv etwas tun. Genau hier brauchen wir Euch. Wolfsschutz-Deutschland e.V. wird in den kommenden Wochen und Monaten verstärkt im Nordschwarzwald und im Umfeld des Nationalparks Schwarzwald unterwegs sein – für Aufklärung, Beobachtung und Vernetzung. Wir suchen neue Mitglieder, die direkt aus der Region kommen, und die mit uns aktiv werden möchten. https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden/
Weitere Quellen:

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Der Fluch von Schluchsee: Einzige Wölfin von Baden-Württemberg totgefahren

Die Wölfin mit dem offiziellen Kennzeichen GW2407f war zudem trächtig. Damit ist eine erneute Rudelbildung, wie wir sie uns erhofft hatten, Geschichte, denn auch die Welpen, die in ihr heran reiften und bald geboren worden wären, mussten sterben. Bereits im Dezember des vergangenen Jahres ist der einzige Welpe des dort ansässigen Paares überfahren worden. Raserei auf Bundesstraßen kostet vielen Wildtieren immer wieder das Leben. Wir fordern eine Geschwindigkeitsbeschränkung sowie Warnschilder auf der B 500 in sensiblen Bereichen. Am gleichen Tag musste auch ein Jungtier in Sachsen und eines in Niedersachsen sterben. Lesen Sie hier unseren Bericht.

Am Mittwoch lautete eine Polizeimeldung lapidar: „Der Unfall ereignete sich am Mittwoch kurz nach 7 Uhr auf der B500 zwischen Windgfällweiher und Schluchsee. Das Tier habe unvermittelt die Fahrbahn gekreuzt, der Fahrer konnte den Zusammenprall offenbar nicht mehr verhindern. Während der Mann unverletzt blieb, entstand an seinem Auto ein Sachschaden in Höhe von rund 1.500 Euro.“

Beispielfoto Wolfsmutter. © Brigitte Sommer

Die einzige bekannte Wölfin im Bundesland ließ am 17. April 2024 in Lenzkirch (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) auf der B 500 ihr Leben. Nicht weit entfernt war kurz vor Weihnachten 2023 auch ihr Welpe aus dem vergangenen Jahr totgefahren worden. Die dpa berichtete am Mittwoch zunächst, dass es unklar sei, ob es sich bei dem überfahrenen Tier überhaupt um einen Wolf handele. Kurze Zeit später bestätigte das Umweltministerium dies jedoch. Und es bestätigte auch die Trächtigkeit.

Eine Tragödie

Die Genetik des Tiers werde derzeit noch überprüft, Körpermerkmale sprächen jedoch stark dafür, dass es sich um die bekannte Fähe handeln würde. Ihr Partner, GW1129m, bleibt nun alleine zurück. Wölfe binden sich lebenslang an ihren Partner. Sie vermehren sich nur ein Mal im Jahr. Die Chance auf ein Rudel am Schluchsee ist ungewiss. Die Fähe war ursprünglich aus dem Territorium Billinghagen, der Rüde aus Schneverdingen in den Schwarzwald gewandert. Nicht einmal 30 Prozent der Jungtiere überleben die ersten Jahre. In ganz Baden-Württemberg sind nun nur noch drei Wolfsrüden gelistet. Es verschwanden auch bereits mehrere Wölfe aus dem Odenwald. Mit diesem Hintergrund ist das Getöne um Wolfsabschüsse geradezu grotesk in Baden-Württemberg

Laut Statistik ist GW2407f  schon der 44. Wolf, der in diesem Jahr überfahren wurde. Am gleichen Tag wurde auch noch ein Jungtier im Gebiet Königshainer Berge in Sachsen überfahren. Auch an der Bundesstraße 70 in Völlenerfehn in Niedersachsen wurde am gleichen Tag ein Wolf von einem Auto erfasst. In allen drei Gebieten wird Wölfen auch stark illegal nachgestellt.

Überfahren, verfolgt, erschossen

Im Jahr 2017 wurde ein erschossener Wolf aus dem Schluchsee geborgen. Seither verschwinden im Gebiet, genau wie in Ostsachsen, immer wieder Wölfe.

Auch werden Wölfe immer wieder von Fahrzeugen gehetzt und absichtlich überfahren. Schon 2011 wurde ein Lausitzer Wolf bei Rietschen im Kreis Görlitz durch einen Autounfall verletzt und ein zweiter an der Grenze zum Kreis Bautzen absichtlich gehetzt und überfahren. Ein junger Wanderwolf wurde bei Homberg Ohm in Hessen regelrecht bedroht. Meist ohne wirkliche Konsequenzen für die Täter. Auch im Internet kursieren immer wieder Videos, auf denen zu sehen ist, wie Fahrzeuge hinter Wölfen her rasen. Verfahren aufgrund unserer Strafanzeigen, wie bei einem Fall in Thüringen, werden regelmäßig eingestellt. Menschliche Abgründe lassen sich hier erahnen.

Im Ausland werden solche Fälle anders verfolgt. Ein Gericht in Annecy hat einen Autofahrer im vergangenen Jahr zu ca. 8000 Euro Schadensersatz verurteilt, nachdem er versucht hatte, einen Wolf zu überfahren.

In Westpolen ist es üblich, Geschwindigkeitsbeschränkungen in Gebieten auszuweisen, in denen Wölfe leben. Dort werden sogar zusätzliche Schilder aufgestellt, die Autofahrer mahnen, vorsichtig zu fahren. Wir fordern dies auch für besonders sensible Gebiete, wo mehrfach Wölfe überfahren wurden, in Deutschland.

 

Quellen:

https://www.bw24.de/baden-wuerttemberg/freiburg-alle-fakten-zur-stadt-im-breisgau-baden-wuerttemberg-92536621.html

https://www.dbb-wolf.de/totfunde/auflistung-nach-jahren

https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/02/18/selbstjustiz-toter-wolf-im-territorium-koenigshainer-berge/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2017/08/09/wir-stellen-anzeige-wegen-des-erschossenen-wolfs-in-baden-wuerttemberg/

https://www.saechsische.de/unbekannte-hetzen-einen-wolf-zu-tode-939421.html

https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/04/03/autoraser-verfolgt-wolf-in-thueringen-wolfsschutz-deutschland-e-v-stellt-strafanzeige/

https://www.schweizerbauer.ch/7600-franken-busse-weil-er-wolf-ueberfahren-wollte

https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/02/12/hessen-junger-wanderwolf-wurde-bei-homberg-ohm-bedroht/

https://www.oz-online.de/artikel/1463149/Toter-Wolf-bei-Voellenerfehn-hat-er-vorher-Pferde-aufgescheucht?utm_term=Autofeed&utm_medium=Social&utm_source=Facebook&fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTEAAR1ZhGaj0X-fhIzNjOGvOl_u8kHNebgsIokQsnDmC9yXHxntxY8scsV8zfw_aem_AZuHCksqFV0yPx8nTKn345aqmmp5J7BasEfLqmrrI6y8vK8puZsqz0B1nHqxl8xezjeV34ik9i11vC4W93fCjyYR#Echobox=1713441672

 

Wir freuen uns über Unterstützung

Es ist leider Fakt, dass der Schutz der Wölfe in Zukunft wohl immer mehr über Gerichte und Anwälte durchgesetzt werden muss. Deshalb brauchen wir auch dringend finanzielle Unterstützung. Unser Verein wird nicht staatlich gefördert, was uns zum einen tatsächlich auch sehr unabhängig macht, zum anderen aber natürlich auch unsere finanziellen Möglichkeiten begrenzt.

Schon kleine, regelmäßige Beiträge, wie z. B. ein monatlicher Dauerauftrag von 5 Euro können uns helfen. Seit Vereinsgründung vor fünf Jahren standen wir ohne wenn und aber und politische Winkelzüge auf der Seite der Wölfe.  Gerade in diesen schweren Zeiten ist ein Verein wie der unsere essentiell, der sagt, was ist und sich mutig Lobbyisten in den Weg stellt.

Wolfsschutz-Deutschland e.V.

Berliner Sparkasse

IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84

BIC BELADEBEXXX

Auch Paypal ist möglich: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Baden-Württemberg: Totes Tier bei Laichingen als Wolf identifiziert

Am 29. Mai war der Kadaver im Alb-Donau-Kreis entdeckt worden, aber er war bereits so stark verwest, dass erst jetzt nach genetischen Untersuchungen die Bestätigung gegeben werden konnte.

Das Ergebnis der genetischen Untersuchungen des Senckenberg-Instituts lautet auf den Wolfsrüden GW3317m. Die genaue Herkunft des Rüden sei allerdings nicht erfasst. Gemäß seines Halplotyps HW22, könne er aber aus der Alpenregion kommen. Haplotyp, eine Abkürzung von „haploider Genotyp“, wird eine Variante einer Nukleotidsequenz auf ein und demselben Chromosom im Genom eines Lebewesens bezeichnet. Ein bestimmter Haplotyp kann individuell-, populations- oder auch artspezifisch sein.

Beispielfoto stark verwester Wolf.

 

Durch die starke Verwesung sei eine Todesursache bisher nicht zu bestimmen, deshalb würde der Tierkörper weiter im Senckenberginstitut in Berlin untersucht werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Umweltministeriums.

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. behalten uns vor, Strafanzeige zu erstatten, falls eine illegale Tötung festgestellt werden sollte.

 

Quelle: https://um.baden-wuerttemberg.de/de/presse-service/presse/pressemitteilung/pid/in-laichingen-gefundenes-tier-ist-ein-wolf

Fixe Fakten Ausgabe 05/23 – Kurznachrichten aus Deutschland, Österreich, Schweden und Tschechien

In unseren Kurznachrichten beleuchten wir dieses Mal die von der Agrar- und Jagdlobby immer mehr angegriffene Wolfspolitik in Deutschland und Europa; wir berichten über tote Wölfe; es gibt Neuigkeiten von Wolf Bubla; Unterlassene Hilfeleistung bei einem Wolf in Sachsen; einen Spendenaufruf für ein autistisches Kind und wir suchen Aktive und einiges mehr. Es lohnt, hier herein zu klicken.

 

Wende in Wolfspolitik in Deutschland und EU?

Zufälle gibts! Anscheinend fressen sich die Wölfe wieder einmal durchs ganze Land, will man tendenziösen und im wahrsten Sinne des Wortes „reißerischen“ Berichten in Lokal- und Massenmedien Glauben schenken. Auffallend sind gleichzeitig erneute Angriffe der Jagd- und Bauernlobby auf den Schutzstatus der Wölfe. Wir warnen vor dieser Entwicklung bereits Anfang Januar. Siehe Link mit einem irritierenden Zitat aus einem Antwortschreiben der EU: https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/01/14/beginnt-das-grosse-wolfskillen-bald-auch-in-deutschland/

Will man erlauben, Wölfe abzuschießen ohne am Schutzstatus selbst etwas zu ändern?

Tatsächlich haben nur sechs von 16 Bundesländern auf der Agrarministerkonferenz in Büsum https://www.agrarministerkonferenz.de/Presse.html für eine Abschwächung des Schutzstatuses der Wölfe gestimmt.

Die EU-Kommission soll jetzt aber sogar gegenüber Europaparlamentariern der Volkspartei bestätigt haben, sie sie Wolfsentnahmen aufgrund Managementplänen nicht mehr grundsätzlich ablehne. Von der Leyen habe als Beispiel Schweden genannt. Allerdings verschwieg sie dabei wohl, dass gegen Schweden seit Jahren ein Verfahren der EU läuft.

Weitere Quelle: https://www.agrarheute.com/land-leben/wolf-duerfen-eu-laender-population-eingreifen-605335

Aber  die Verfahren der EU gegen Schweden schleppen sich dahin, ohne das etwas passiert, Nach vielen Beschwerden wurde nun ein Ombudsmann eingeschaltet.
Textübersetzung: WOLVETID HAT DEN EU-OMBASSADOR BEKOMMEN, EINEN FALL GEGEN DIE EU-KOMMISSION FÜR IHRE EINSAMHEIT IM FALL GEGEN DIE ILLLEGALE LIZENZJAGD DER SCHWEDEN
Der ursprüngliche Fall, der 2010 begann und mittlerweile über 12 Jahre gedauert hat, ist immer noch nicht abgeschlossen. Es hat vielen schwedischen Wölfen das Leben gekostet.
Ulvetid hat sich zweimal bei der Kommission über die illegale Lizenzjagd Schwedens beschwert. Beide Male haben sie angekündigt, unsere Beschwerde einzureichen, da sie sich noch mit dem Fall von 2010 befasst haben.
Wolvetid hält es für untragbar, dass ein Fall noch so viele Jahre weitergehen darf. Wir haben uns deshalb beim EU-Ombudsmann beschwert, der nun beschlossen hat, einen Fall gegen die Kommission einzuleiten. Ein Treffen zwischen der Kommission und dem Bürgerbeauftragten wird voraussichtlich in diesem Monat stattfinden. Wir warten gespannt darauf, wie das Treffen ausgeht.
Die schwedischen Wölfe sind auf Bruder/Schwester-Ebene inzucht, daher ist der Bestand sehr fragil. Eigentlich so fragil, dass die schwedische Professorin für Populationsgenetik an der Universität Stockholm, Linda Laikre, während eines Vortrags in Stockholm, den Helle und ich gesehen haben, erklärte, dass es in 10-20 Jahren wahrscheinlich keine Wölfe mehr in Schweden geben wird, wenn es keine Änderungen im schwedischen Wolfsmanagement.

Da kommt es doch gerade auch zupass, dass in Bayern in Baden-Württemberg scheinbar die Welt wegen jeweils eines Wolfspaares unterzugehen scheint. https://www.merkur.de/lokales/garmisch-partenkirchen/landrat-warnt-almbauer-sorge-wolf-paar-rudel-paarungszeit-garmisch-partenkirchen-ammertal-region-92180615.html?fbclid=IwAR2pa-LshcQQPkosKZNF6pedf1KohIz6Qs39VpjPHp8Ijd18OQskrRCMmF0

Dass er der Meinung ist, in den bayerischen Alpen und im Oberland müsse man sich entscheiden zwischen dem Wolf auf der einen Seite und Almwirtschaft, Viehhaltung und Kulturlandschaft auf der anderen, damit hat der Garmisch-Partenkirchner Landrat Anton Speer (FW) schon seit Monaten nicht hinter dem Berg gehalten. Nun hat Speer einen lange vorbereiteten Antrag auf Abschuss aller jetzt und in Zukunft im Landkreis lebenden Wölfe gestellt und dieses Schreiben am vergangenen Donnerstag höchstpersönlich der Regierung von Oberbayern zugestellt.

https://www.sueddeutsche.de/bayern/bayern-garmisch-partenkirchen-wolf-abschuss-1.5769525

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.baden-wuerttemberg-wolfspaar-gesichtet-kommt-es-zur-rudelbildung.f032b2ef-72ab-43a9-91b8-b7158d7c2c76.html#:~:text=In%20Baden%2DW%C3%BCrttemberg%20gelten%20derzeit,nach%20sechs%20Monaten%20gefunden%20wird.

Dass man der Lobby entgegenkommen will, scheint sich auch in Niedersachsen zu bestätigen. Zitat aus einer Pressemitteilung des Grünen Umweltministeriums:  „Im Koalitionsvertrag der rot-grünen Landesregierung wurde vereinbart, dass Niedersachsen an einem Konzept der Bundesregierung für ein europarechtskonformes und regional differenziertes Bestandsmanagement des Wolfes intensiv mitarbeiten will. In diesem Zusammenhang soll auch ein „Aktionsplan Weidetierhaltung und Wolf“ erarbeitet werden. https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/pi-006-dialogforum-weidetierhaltung-und-wolf-218972.html

Wir sehen hier überhaupt keinen Grund, Entwarnung zu geben, aber noch können Wölfe hier in Deutschland nicht so einfach „reguliert“ werden.

Ganz anders läuft es in

Österreich

Im österreichischen Bundesland Tirol können die in Europa eigentlich streng geschützten Wölfe künftig wesentlich leichter abgeschossen werden. Der Landtag beschloss mit breiter Mehrheit eine Änderung des Jagdgesetzes. https://www.allgaeuer-zeitung.de/oesterreich/wolf-abschuss-tirol-erleichtert-schiessen-von-woelfen-in-oesterreichischen-alpen_arid-532647

 

 

Diesen Spendenaufruf für den Sohn des verstorbenen Biologen Clemens Arvay unterstützen wir gerne

Spendenaufruf des österreichischen Psychiaters Dr. Bonelli
Clemens Arvays Sohn Jonny ist im Sommer 2014 geboren. Er ist autistisch, hat eine globale Entwicklungsverzögerung und eine Muskelhypotonie.
Er ist auf einer sehr hohen Pflegestufe und wird sein Leben lang von der Betreuung anderer abhängig sein. Die Mutter von Jonny ist auf Grund des hohen Pflegeaufwands von der Arbeit frei gestellt und lebt daher, im Moment, von der Mindestsicherung.
Wir wünschen uns für Jonny, dass er auch trotz Clemens‘ Tod, sein Leben lang bestmöglich versorgt sein wird und die Pflege und Therapien bekommt, die er verdient. Das könnt ihr unterstützen indem ihr entweder direkt für Jonnys Zukunft spendet, oder eines von Clemens‘ Büchern kauft. (Der Großteil des Geldes beim Kauf eines Buches geht allerdings an den Verlag.)
Arvay Rosa Maria , Bank Austria , AT02 1200 0100 2724 0307 (BIC: BKAUATWW) – bitte unbedingt den Vermerk „für Jonny“ angeben.
2. Zum Rufmord von Clemens
Wenn Sie Artikel, Twitter-Posts etc. mit abfälligen Äußerungen über Clemens haben, senden Sie uns diese bitte an: office@rpp-institut.com – https://www.youtube.com/watch?v=QH8fJ9Z8DRQ

Zäune wirken

Dieses anschauliche Video aus den Niederlanden belegt ganz deutlich, dass Wölfe eben nicht einfach mal so über die Zäune springen, wie Wolfshasser immer wieder behaupten. Dieser Wolf sieht sehr schnell ein, dass sich diese Beute nicht lohnt. Auf dem Zaun ist genug Spannung, die der Wolf zu spüren bekommt. Ein typisches Verhalten. Wölfe sind Opportunisten und sie wenden sich schnell lieber leichterer Beute zu. https://www.nu.nl/280759/video/elektrisch-hek-beschermt-schapen-tegen-wolf-op-de-veluwe.html?fbclid=IwAR1BdLZC20ln-xa57UWCYwn248mFNQ0IWsPDNTuh0wySAhhi8YIPnuoVjBc

 

Herdenschutzhunde zu verkaufen

Eine Betreiberin eines Gnadenhofes, die selbst Herdenschutzhunde züchtet, verkauft diese auch an interessierte Weidetierhalterinnen und Weidetierhalter: https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/herdenschutzhunde/2405126888-134-1496?utm_source=sharesheet&utm_medium=social&utm_campaign=socialbuttons&utm_content=app_android

 

Einblicke aus einer unserer Wildkameras

 

 

Sachsen

Krankem Wolf bei Kubschütz wird nicht geholfen. In Italien, Tschechien und Polen würde dieser Wolf eingefangen, aufgepäppelt und wieder frei gelassen werden. – https://www.saechsische.de/bautzen/kranker-wolf-kubschuetz-wohnhaeuser-5839895-plus.html?fbclid=IwAR3vMq9psKDixNb9rVv2kWAej15Jmst9iV5BYL6ME2gl4-VVhbDn2YZLDw0

Am 7. März wurde der Wolfsrüde GW1737m im Territorium Halbendorf im Landkreis  Görlitz tot aufgefunden. Die Todesursache ist unklar. Bundesweit gab es seit Anfang des Jahres bis heute 43 Totfunde. Davon 32 Verkehrsunfälle.

Sachsen-Anhalt

Bei einem in Magdeburg tot aufgefundenen Wolf, mit erst unklarer Todesursache stellten sich nun Bissverletzungen heraus.

Niedersachsen

Ein toter Wolf ist Ende März auf einem Parkplatz in Gifhorn gefunden worden. Das Tier habe schwere Verletzungen unter anderem am Kopf gehabt, teilte die Polizei in Gifhorn mit. Die Beamten zogen einen Wolfsberater hinzu – nach ersten Ermittlungen am Fundort des toten Tieres wurde ein Strafverfahren wegen Jagdwilderei und Verstoßes gegen das Naturschutzgesetz eingeleitet. Die Polizei sucht nun nach möglichen Zeugen.

Hier müssen wir das Ergebnis der Untersuchung des Leibnitz-Institutes abwarten. Wenn sich eine illegale Tötung heraus stellen sollte, stellen wir wieder Strafanzeige und loben eine Belohnung für Hinweise zur Ergreifung des Täters aus. https://www.msn.com/de-de/nachrichten/panorama/toter-wolf-mit-schweren-verletzungen-gefunden/ar-AA191Nt6?ocid=winp1taskbar&cvid=39bf76ee5e3f4ad1902753b5aa2e1d25&ei=87&fbclid=IwAR29Eikcfv9hTu-GE_xKFNGEb8YIIOTj4VD-F-4v2jjMXYLu6N5odZWwVTI

http://www.dbb-wolf.de

Tschechien

Zum geretteten Wolf Bubla gab es in den vergangenen Wochen widersprüchliche Nachrichten. Während Jäger ihn total abgemagert und entkräftet gesehen haben wollten, gibt ein Bericht vom 17. März aus Tschechien selbst Entwarnung. Hier Teile aus dem Bericht ins Deutsche übersetzt:

Bubla soll fit sein
„Den Bildern vom 24. Februar zufolge scheint der Wolf in guter Verfassung zu sein und sich für Duftmarken im Territorium seines Heimatrudels sowie für andere Individuen zu interessieren, die unabhängig voneinander vor und nach seinem Besuch eingefangen wurden“, schreiben die Naturschützer von Rainbow Movement auf ihrer den Raubtieren gewidmeten Website.

„Ich habe in der Vergangenheit wiederholt einige der Orte verifiziert, an denen sich die telemetrisch verfolgten Wölfe häufig aufhalten. Ich habe Überreste von Beutetieren, Blut, Knochen oder Kot gefunden. Obwohl es nicht einfach war, anhand der Spuren mit Sicherheit zu bestätigen, dass mehrere Wölfe anwesend waren, habe ich anhand der Beuteverzehrsraten geurteilt, dass der Wolf an diesen Orten nicht allein fraß. Außerdem bewegte er sich häufig in sehr unzugänglichem Gelände und es gab keine Anzeichen dafür, dass er in irgendeiner Weise körperlich behindert war. Die aktuellen Bilder aus den Fotofallen bestätigen, dass der Wolf in guter Verfassung ist und die Entscheidung, ihn freizulassen, richtig war“, sagt Štěpánka Kadlecová von der Bewegung „Regenbogen der Bestie“, die seit langem das Wolfsmonitoring im Erzgebirge koordiniert.

Die Redaktion von Deník wandte sich an Miroslav Kutal vom Institut für Waldökologie in MENDELU, den Leiter des multidisziplinären Teams, das die Mendel-Universität im Rahmen eines internationalen Projekts ins Leben gerufen hat. Das Team unter der Leitung von Kutal soll die Koordination des Projekts in der Tschechischen Republik übernehmen, bei dem es nicht nur um das Verständnis der Interaktionen zwischen Mensch und Wolf in europäischen Kulturlandschaften geht, sondern auch darum, potenziell kritische Situationen zu verhindern. Die Redakteure schickten ihm Fotos von Bubla, die von Jägern zur Verfügung gestellt wurden.

„Er ist ein rehabilitierter Wolf, den wir freigelassen haben. Er ist offensichtlich in guter Verfassung. Die Tatsache, dass er zu den Jägern geht, ist kein Hinweis darauf, dass er verwahrlost ist“, antwortet der Experte der Mendel-Universität. „Wir wissen, dass das Halsband eine Fehlfunktion hat. Es sendet seit einem Monat keine Daten mehr. Aber der Wolf ist nicht abgemagert und befindet sich in einem ähnlichen Zustand wie andere Tiere. Die Tatsache, dass er allein an den Fotofallen registriert wurde, bedeutet nicht, dass er allein läuft. Diese Bilder beweisen nicht, dass das Rudel ihn nicht akzeptiert hat. Der Wolf lebt seit zwei Monaten in freier Wildbahn und wir registrieren keine Probleme“, sagt er.

Bubla abzuschießen wäre das Schlimmste
Im Zusammenhang mit Bublas Auftauchen in der Nähe von Karlovy Vary und der Information, dass er dahinvegetiert, sind Theorien darüber aufgekommen, ob er in einem Gehege besser aufgehoben wäre, wo er reichlich Futter hätte. „Bubla hatte großes Glück, dass er gefunden wurde und dass ihm geholfen wurde. Er wurde wieder zum Leben erweckt und konnte dorthin zurückkehren, wo er hingehört, nämlich in die Wildnis. Einen in der Wildnis geborenen Wolf, der eine Präge- und Sozialisierungsphase in der Wildnis durchlaufen hat, einzusperren, wäre das Schlimmste, was dieser Kreatur passieren könnte. Selbst der Tod ist nur eine Frage der Zeit. Die Öffentlichkeit war aktiv an der Rettung beteiligt, und sie endete mit einem Happy End. Im Moment gibt es keinen Grund, dem Wolf dieses Geschenk und die Chance auf ein freies Leben vorzuenthalten“, sagt Tanja Askani, die im größten Wildpark Norddeutschlands mit Wölfen arbeitet.

Dieser Meinung sind wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. ebenfalls.

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version) – Hier der Bericht mit Fotos: https://sokolovsky.denik.cz/zpravy_region/vlk-bubla-prisel-k-varum-a-zivori-tvrdi-myslivci-duha-oponuje-ze-se-ma-dobre-202.html?utm_source=facebook&utm_medium=referral&utm_campaign=social_redirection&fbclid=IwAR1xbVrNPW666hi5PTCrNie9YBOPb7gY038TnZZr4fRd0wYQgDFYADXF4VQ

Hier unser Bericht. Wir hatten den Verein auch mit einer Spende unterstützt: https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/01/19/wolf-bubla-zurueck-in-der-freiheit-im-erzgebirge/

 

NRW/RLP

Hier ein kleiner Einblick, in den tagtäglichen Irrsinn und der Hysterie, mit denen auch Ämter und Behörden immer mehr konfrontiert werden. Das Wichtigste steht hier zwischen den Zeilen. Das Leuscheider Rudel scheint in Auflösung begriffen. Wir können uns kaum vorstellen, dass dies freiwillig passiert, Bereits ein zweites Rudel in der Nähe wurde von Kriminellen eliminiert. – https://www.msn.com/de-de/nachrichten/panorama/es-gibt-keine-guten-und-bösen-tiere-kölner-forstbehörde-prüft-ansiedlung-eines-wolfs-in-holweide/ar-AA191teT?ocid=winp1taskbar&cvid=d29180c6cf7b4e3aaf10e29a1c20c87f&ei=626&fbclid=IwAR0r5zrbyF0nQV1S_pHvdpwElkmPz796f7wZrv0_2tyudp8Ux5F_HGdsS28

 

Wir freuen uns über Unterstützung

Hier geht es zu unseren Mitgliedsanträgen: https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden/

 

Das Erstellen unserer Reportagen, die Richtigstellungen, die Bewertungen werden mit großem zeitlichen Aufwand und persönlichem Einsatz erstellt. Unser Verein wird nicht staatlich unterstützt, deshalb sind wir auf Spenden angewiesen. Ein monatlicher Beitrag  von fünf Euro in einem Abo hilft uns sehr, unsere Reportagen auch weiterhin werbefrei anbieten zu können und auch unsere aktive Arbeit in den Wolfsgebieten kann weiterhin stattfinden.

Wolfsschutz-Deutschland e.V.

Berliner Sparkasse

IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84

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Auch über Paypal sind Spenden möglich. Hier der Link: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurzmeldungen aus Niedersachsen, Hessen und Baden-Württemberg

Zur Zeit passiert so viel zum Thema Wolf gleichzeitig, dass wir uns entschlossen haben, ein neues Format herauszubringen. In unseren Kurzmeldungen bringen wir das Wichtigste in kompakter Form:

Niedersachsen – eine überraschende Wendung nimmt nun der Fall eines augenscheinlich illegal getöteten Wolfs bei Stubben. Statt Schussverletzungen hätte man nun in Berlin die überraschende Totesursache Bisse festgestellt. https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Stubben-Ursache-von-Tod-von-Wolf-steht-fest,aktuelloldenburg11090.html?fbclid=IwAR27pCy9JP7SA3kOq_QP86seUFr9eJuBUm356Jd-IJ1eBpC8BjgINVSIyLY

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. sind äußert überrascht und verwundert, zumal ein Zwischenergebnis „Schüsse“ und zwar sogar sehr genau „drei Schüse aus zwei verschiedenen Waffen“ gelautet hatte. Wir hatten Anzeige gestellt, die nun natürlich obsolet ist. Dies betrifft auch die Belohnung: https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/10/18/wolf-im-landkreis-cuxhaven-illegal-erschossen-wolfsschutz-deutschland-e-v-stellt-strafanzeige-und-setzt-belohnung-aus/

Niedersachsen – Umweltminister Meyer  (Grüne) nimmt die Beschwerde, die  sein Vorgänger Lies (SPD) gegen die Entscheidung des Gerichtes eingelegt hattte, zurück. Damit ist die Schießgenehmigung gegen den Friedeburger Wolf endlich vom Tisch. https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Beschluss-rechtskraeftig-Kein-Abschuss-von-Friedeburger-Wolf,wolf4682.html?fbclid=IwAR3QEcLQqucx9gXontt5jlroCVjlXpv9AdcdUv1PJ6uMcJv6lmuj3uadwvA

Hessen – Hessen stellt mehr Geld für Weidetierschutz zur Verfügung, doch nur ein geringer Betrag wurde überhaupt abgerufen. Lieber setzt man wohl auf Risse, damit dann der Abschuss der Wölfe gefordert werden kann? https://www.hna.de/lokales/rotenburg-bebra/verbaende-bemaengeln-foerderrichtlinie-des-umweltministeriums-zum-schutz-vor-woelfen-91932508.html?fbclid=IwAR39LMH1jNoT-9hNCm-kQxEt5CF8gMs4o3jgWZazR0ptv-v6ydzGkFNGfX4

Hessen – Das Stölzinger Rudel wurde bei Waldkappel gefilmt. https://www.facebook.com/watch/?ref=search&v=523160609389379&external_log_id=d1596435-59bf-4b0e-9fc6-84859c6b17a5&q=Waldkappel%20Video%20Wolf

Baden-Württemberg – Eine Aufnahme durch eine Wildtierkamera hat bestätigt, dass sich im Zollernalbkreis ein Wolf aufhält oder aufgehalten hat.

Am 11. November dieses Jahres lieferte eine Wildtierkamera in der Gemeindeebene von Burladingen ein Foto, das die Fachleute der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt FVA in Freiburg als sicheren Wolfsnachweis (sogenannter C1-Nachweis) bewerten.

Sichere Informationen über die Herkunft, das Geschlecht und die Identität des Wolfes können nur über weitere Nachweise und Untersuchungen gewonnen werden, die aber im Moment nicht vorliegen.

Die Frage, ob der Wolf weitergezogen ist, oder sich noch im Zollernalbkreis aufhält, kann nicht beantwortet werden. Im Land leben derzeit drei sesshafte Wolfsrüden. https://um.baden-wuerttemberg.de/de/presse-service/presse/pressemitteilung/pid/sicherer-wolfsnachweis-im-zollernalbkreis-1

 

 

 

Wieder Nachwuchs bei Familie Goldschakal in Baden-Württemberg

Erneut Nachwuchs beim Goldschakal-Pärchen im Schwarzwald-Baar-Kreis: Laut Fotofallenbildern hat das Goldschakalpaar mindestens vier Welpen, laut einer Presseinfo der Forstlichen Versuchsanstalt. Das ist nun bereits der zweite bestätigte Wurf. Im vergangenen Jahr war erstmals nachgewiesen worden, dass Goldschakale sich im Landkreis niedergelassen und Junge bekommen haben. 

Nach ersten Aufnahmen der Goldschakalfähe durch Wildtierkameras des Wildtierinstitutes der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA), die auf einen Nachwuchs hindeuten, folgten am 20. und 21. Juni nun Fotos, die jungen Goldschakale direkt bestätigen.

In Deutschland wurde der erste Goldschakal-Nachweis 1997 in Brandenburg dokumentiert. Das bekannte Verbreitungsgebiet des fuchsähnlichen Goldschakals erstreckt sich vor allem über den südostasiatischen Raum bis in den Westen nach Südosteuropa. Seit einigen Jahren werden jedoch auch in weiter nördlich und westlich liegenden Ländern Europas Goldschakal-Nachweise registriert.

Goldschakale sind etwas größer als Füchse und in der Nacht aktiv

Goldschakale leben in Familiengruppen, die in der Regel aus dem Elternpaar und dessen Nachkommen bestehen. Goldschakale sind etwas größer als Füchse, können jedoch auf Grund ihrer Färbung auch mit einem kleinen Wolf verwechselt werden. Auch ihre Reviergröße und ihre Ernährung sind mit denen eines Fuchses vergleichbar.

Goldschakalfamilie ©FVA

Als Hauptbeute des Goldschakals kommen kleinere Tiere wie Kleinsäuger oder Insekten in Frage. Auch Beeren und andere Früchte werden vom Goldschakal gefressen, selten werden größere Tiere wie Rehe erbeutet. Die Tiere nutzen als Rückzugsräume häufig dicht bewachsene Gebiete und sind vor allem in der Dämmerung und der Nacht aktiv. Hierdurch werden sie vom Menschen nur selten wahrgenommen.

Leider haben Goldschakale in Deutschland noch keinerlei Schutzstatus und die Jägerschaft hätte auch diese kleinen Cousins und Cousinen gerne im Jagdrecht und im Katalog des jagdbaren Wildes.

 

Hier die PM: https://um.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/goldschakal-paerchen-im-schwarzwald-baar-kreis-hat-erneut-nachwuchs/