Offener Brief an Umweltminister Albrecht (Grüne) in Schleswig-Holstein zur erweiterten Abschussverfügung gegen Wolf Dani

Sehr geehrter Herr Minister Albrecht,

Ihrer Pressemitteilung vom 28.10.2019 entnehmen wir, dass „die Allgemeinverfügung zur Entnahme des Wolfes GW924m (… )  im schleswig-holsteinischen Amtsblatt veröffentlicht worden und damit in Kraft getreten“ ist.

Dass hier knapp 200 Hobbyjäger auf zwei Wölfe losgelassen werden, verurteilen wir auf das Schärfste.  Warum zwei Wölfe, werden sich manche Leser nun fragen. Ganz einfach: Weil die Allgemeinverfügung nun auch noch auf Gebiete des Landkreises Segeberg ausgeweitet worden ist. In diesem Landkreis befindet sich eine Wölfin. Nur 12 Kilometer liegen beide Nachweise auseinander. Hier ist die Gefahr sehr hoch, auch die Wölfin zu treffen. Seltsamerweise sind Sie und ihr Amtskollege Lies aus Niedersachsen ja vor kurzem vor der EU vorstellig geworden, um sich in Punkto „Fehlschüsse“ abzusichern. Allerdings ist Richterin a. D. Almuth Hirt von der DJGT (Deutschen juristischen Gesellschaft für Tierrecht e. V.) der Ansicht, dass etwaige „Fehlschüsse“ von Jägern deutsches Recht und nicht EU-Recht betreffen, sie sich also keineswegs darauf verlassen können, nicht abgeurteilt zu werden. In einer Pressemitteilung der DJGT zum EuGH-Urteil heisst es sogar, dass weder die Änderung des Naturschutzgesetzes, noch Ihr Schießbefehl EU-rechtskonform sind.

http://www.djgt.de/system/files/291/original/311019_Stellungnahme_EuGH_Urteil_Wolf.pdf?fbclid=IwAR14JEvKcvgI9pnlrb-0YKwbU2dskjXjPiQYQ5C2LkE5qvmgXT2GDSaXRmU

Ein solches Verhalten wirft auf jeden Fall die Frage auf, ob Sie sich hiermit zum Erfüllungsgehilfen der Jäger- und Agrarlobby machen, denn deren erklärtes Ziel ist es ja, komplett Schleswig-Holstein „wolfsfrei“ zu halten. Bei nur vier Wolfsnachweisen und nur zwei bestätigten Wolfsterritorien wäre dies im Fall des Tötens von Wolf Dani und eines „Fehlschusses“ auf die benachbarte Wölfin ja sogar gelungen. Zudem würde die Bildung eines Wolfsrudels im nächsten Frühjahr verhindert werden. Zudem könnte auch noch ein drittes Tier unterwegs sein, da einige Risse keinem bestimmten Wolf zugeordnet werden können. Außerdem ist im Herbst auch noch der Start der alljährlichen Jungwolfwandersaison. Jedes durchwandernde Jungtier gerät nun in Lebensgefahr.

Bereits die immer wieder erfolgte Verlängerung der Abschussverfügung war rechtswidrig, wie hier auch die Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V. bestätigt. (Rechtsgutachten ging Ihrem Ministerium zu); die jetzt erweiterte Abschussverfügung spricht den Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes und EU-Recht, wonach der Wolf den höchsten Schutzstatus genießt, regelrecht Hohn. Die Gesetzeslage sieht erst einen vernünftigen Herdenschutz und dann eine vorherige Vergrämung des Wolfs vor. Diese müsste also unverzüglich in Angriff genommen werden.

Eine Vergrämung wird einfach abgelehnt

Genau das schreiben Sie ja auch in Ihrem Erlass. Doch dann erklären Sie, dass eine Vergrämung  „nicht als Alternative zu verstehen sei.“  Sie schreiben: „Hierfür müsste das entsprechende Individuum bei jedem Nutztierübergriff bereits während des Übergriffs durch die Vergrämung (z.B. durch Gummigeschosse) negativ auf Nutztierübergriffe konditioniert werden. Dies ist in der Praxis nicht möglich. Zudem ist durch praktische Schießversuche in Schleswig-Holstein nachgewiesen worden, dass sich die derzeit in Deutschland zugelassenen Gummigeschosse nicht für diesen Zweck eignen.“

Mit diesen völlig absurden Begründungen versuchen Sie, eine Vergrämung einfach abzuwürgen. Logischerweise ist eine Vergrämung nur möglich, wenn der Wolf sichtbar ist. Aber selbst diese gesetzlich niedergelegte Verordnung scheint Ihnen völlig egal zu sein. Ebenfalls sehr merkwürdig, dass Sie ausgerechnet jetzt erklären, die Gummigeschosse seien dazu nicht geeignet. Wäre das der Fall, hätte man sicherlich davon schon gehört, und selbst wenn dies so wäre – was wir aus gutem Grund nicht glauben – müsste man andere Möglichkeiten zur Vergrämung in Betracht ziehen, anstatt mit scharfen Geschossen loszuballern.

Und was veranlassen Sie?  Das Erschießen. Treu nach dem Motto, ist der Wolf erst mal tot, nutzt das  Gejammere der Tierschützer auch nichts mehr. Zumal Sie ja versichert hatten, dass die Abschussverfügung sofort aufgehoben werden würde, sobald ein zweiter Wolf in diesem Gebiet nachgewiesen werden würde. Da einige Risse zwar Wolf ergeben hatten, aber Dani nicht zugeordnet werden konnten, ist dies mit hoher Wahrscheinlichkeit ein zweiter Wolf dort unterwegs.

Dass Ihr unrechtmäßiges Handeln sehr  wohl  auch rechtliche Folgen haben wird, scheint Sie nicht zu interessieren.

Und jetzt kurz zu den Fakten, die Sie anscheinend bewusst einfach ignorieren.

Die amtliche Rissstatistik weist seit einem halben Jahr lediglich zwei Nutztierrisse aus, die Wolf Dani GW924m zugeordnet wurden, wovon nur eine Umzäunung als „wolfssicher“ eingestuft wurde. Wobei wir in diversen Zaunkontrollen nachgewiesen haben, dass auch mit so genannten wolfsabweisenden Zäunen getrickst wird. Bei dem Zaun, den Dani „überwunden“ haben soll, hatten wir Lücken festgestellt. Dem stehen 12 Nutztierrisse gegenüber, bei denen jegliche Zäunung fehlte. Noch ausstehend sind die Untersuchungsergebnisse zu Rissen mit insgesamt 12 Nutztieren, aber selbst wenn diese alle von GW924m stammen sollten, so bleibt festzuhalten, dass in keinem der Fälle auch nur irgendeine Art von Zaun existierte. (Im gleichen Zeitraum wurden von Hunden übrigens 7 Nutztiere gerissen.) Und überhaupt verblassen diese sowieso schon sehr geringen Zahlen gegenüber den ca. 20.000 (so eine Schätzung des BUND Schleswig-Holstein) Weidetieren, die Jahr für Jahr durch andere Faktoren zu Tode kommen, also nicht im Schlachthof landen („Falltiere“). Es ist uns völlig unverständlich, wie Sie angesichts dieser Datenlage überhaupt eine Abschussverfügung aufrechthalten können, ganz zu schweigen von der nun angeordneten Ausweitung eben dieser.  Wann verstehen Sie endlich, dass die Tötung von Wölfen ein blutiger Irrweg ist? Warum nehmen Sie die WeidetierhalterInnen nicht in die Pflicht, ihre Tiere adäquat zu schützen?

Die EU erlaubt es, wolfsabweisende Herdenschutzmaßnahmen zu 100% zu fördern, und Herdenschutz ist auch in schwierigem Gelände technisch möglich. Uns drängt sich der Eindruck auf, dass Risse von Weidetieren sogar provoziert werden, um lautstark den Abschuss von ‚Problemwölfen‘ fordern zu können. Warum geben ausgerechnet Sie als ‚grüner‘ Minister der Forderung nach Abschuss des ‚Problemwolfes‘ GW924m nach?  Sie werden auf diese Weise keine Befriedung der WeidetierhalterInnen erreichen; im Gegenteil werden die Forderungen in diese Richtung immer dreister werden.

Mit den besten Grüßen

Brigitte Sommer – Volker Vogel- Frank Dreyer – Jürgen Götz – Alexander Januskiewicz

Vorstand Wolfsschutz Deutschland e.V.

Faktencheck Niedersachsen – Zaunfrevel open end – How dare You, Olaf Lies und Frank Schmädeke?

In Niedersachsen geht der Abschusswahnsinn um das Rodewaldrudel in eine neue Runde. Wir zeigen in unserem neuen Faktencheck mit Fotoreportage, wie es vor Ort wirklich aussieht. Eine Geschichte von Märchenerzählern mit Pinocchiosydrom sowie Poltikern, die anscheinend faktenresistent sind und Weidtierhaltern, die sich nicht um ihre Tiere sorgen.

Jagd auf Roddy verstößt gegen EU-Recht

Umweltminister Lies hatte Ende September die Abschussverfügung auf Wolf Roddy erneut um einen Monat verlängert. Gleichzeitig waren Lies und sein Kollege Albrecht aus Schleswig-Holstein  bei der EU vorstellig geworden, um sich in Punkto Fehlschüsse absegnen zu lassen. In ganz Niedersachsen beträgt die Zahl der Wolfsrisse im Monitoringjahr 2018/19 ganze 403 Tiere! und die Zahl der „Falltiere“ – das sind die, die nicht im Schlachthof enden, sondern sonstwie „im üblichen Betrieb zu Tode kommen“ –  beträgt  17.000 „Stück“ Schafe und Ziegen und über 130.000 Rinder (die Totgeburten sind da noch nicht einmal eingerechnet). Quelle: kleine Anfrage der Grünen.

Hier die Rissliste in Niedersachsen zum Nachschauen. Im Landkreis Nienburg werden von den Wölfen Jungrinder gerissen, weil diese in den markierten Gebieten so gut wie ohne Schutz dastehen. Wie soll ein Wolf denn auch wissen, dass Rotwild erlaubt ist, aber ein Jungrind, das von Größe und Statur fast genauso wirkt wie ein Rothirsch, nicht erlaubt ist? https://www.umweltkarten-niedersachsen.de/Umweltkarten/?topic=Natur&lang=de&bgLayer=TopographieGrau&layers=alle_Nutztierschaeden_2019&X=5825000.00&Y=493000.00&zoom=5

Im Vergleich zum Schaden von unter 3.000 Euro, den Roddy nachweislich verursacht hatte, stehen die Kosten für die Jagd auf den Wolf in absolut keinem Verhältnis mehr. Inzwischen müssten 200.000 Euro sogar überschritten worden sein.

Die erneute Verlängerung der Abschussgenehmigung verstösst laut Urteil vom 10. Oktober gegen Finnland gegen europäisches Recht. Die von Umweltminister Lies behauptete Selbstverteidigung  von Rindern kann so nicht weiter aufrecht erhalten bleiben. Zitat: „Diese Begründungspflicht ist nicht erfüllt, wenn die Entscheidung über eine Ausnahme weder Angaben zum Fehlen einer anderen zufriedenstellenden Lösung enthält, noch auf die in diesem Zusammenhang relevanten technischen, rechtlichen und wissenschaftlichen Berichte verweist.“  Wir berichteten: https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/10/11/wolfsabschuss-nicht-leichter-eugh-urteil-gegen-finnland-mit-auswirkungen-auf-die-lex-wolf-und-abschussverfuegungen-in-deutschland/

Wir fordern: Überhaupt keine Abschussgenehmigungen aufgrund von Rissen!

Wenn den Weidetierhaltern, die sich absolut dem Schutz ihrer Herden verweigern, in Aussicht gestellt wird, einen Abschuss zu erlangen,  wird  man hier auch nichts unversucht lassen, einen solchen Abschussbefehl zu erreichen. Und sei es selbst damit lebende Tiere zur Wolfsanfütterung auf die Wiesen zu stellen, oder den Strom am Zaun abzustellen.

Von Mittwoch, den 16. Oktober, bis Freitag den 18. Oktober 2019, waren wir erneut im Gebiet des vom Abschuss gefährdeten Rodewalder Rüden „Roddy“ in Niedersachsen unterwegs. Dabei waren wir am Mittwoch Abend auch in der Gegend, in der angeblich laut Wolfsberater Wichmann der spektakulärste  Wolfsriss des Jahres stattgefunden haben soll. Das Foto des toten Rindes hatte gleich der CDU-Poltiker Schmädeke erstellt. Die Lokalzeitung Harke veröffentlichte am 18. Oktober einen Bericht vom Vorfall, der mit sehr seltsamen Fakten daherkommt. Angeblich soll das Rodewaldrudel ein 600 Kilo schweres, ausgewachsenes Rind in nur einer Nacht komplett aufgefressen haben. Im Fließtext heisst es weiter, dass es ein Rind im Alter von zwei Jahren gewesen wäre. Solche Jungrinder wiegen keine 600 Kilo. Weiter heisst es, dass der Rest der Herde nun nicht mehr da sei, da nach Ungarn abtransportiert.

Vereinsmitglied Klaus G. und die Vereinsvorsitzende Brigtte Sommer waren vom 16. bis 18. Oktober erneut vor Ort.

Wir haben diese unglaubwürdig erscheinende Geschichte gegenrecherchiert

Ebenso haben wir weitere Zäune in dem Gebiet des vom Abschuss bedrohten Wolfsrüden Roddy kontrolliert. Die Ergebnisse sind hier in unserer Foto-Reportage aufgeführt.

 

Zaunfrevel nördlich von Steimbke. Die Litze hat 85 Zentimeter Luft nach unten, ist ohne Spannung und diese Jungrinder ohne Hörner könnten sich auf keinen Fall selber gegen einen Wolf verteidigen. Die Jagd auf Roddy müsste nun bald 200.000 Euro an Kosten  erreichen, oder sogar schon überschritten haben. Geld für Zäune ist wohl keines mehr vorhanden, weil das Geld für die Weidetierhalter für die Jagd auf Roddy eingesetzt worden ist. Der NDR meldete, dass die  die Auszahlung der Förderbeträge Anfang des kommenden Jahres an das Landwirtschaftsministerium übergeben werde, doch ob jetzt endlich schneller und überhaupt Geld fließen wird, ist fraglich.

 

Von Mittwoch, den 16. Oktober, bis Freitag den 18. Oktober 2019, waren wir erneut im Gebiet des vom Abschuss gefährteten Rodewalder Rüden „Roddy“ in Niedersachsen unterwegs.

Vereinsmitglied Klaus G. und Vereinsvorsitzende Brigitte Sommer unterwegs im Landkreis Nienburg in Niedersachsen.

 

Medien und Politiker machen sich zu Erfüllungsgehilfen der Agrar- und Jägerlobby

 

How dare You, Frank Schmädeke?

Bei Sonnenborstel soll sich angeblich der spektakulärste Rissvorfall des Jahres ereignet haben Hier dazu ein Posting des CDU-Politikers Frank Schmädeke auf Facebook, mit der Tatsachenbehauptung, dass es erwiesen sei, dass das Rodewaldrudel für den Riss verantwortlich wäre. Dabei ist dies keinesfalls zum jetzigen Zeitpunkt gelärt. Pikant: Der Diplom-Agraringenieur ist stellvertretender Bezirksstellenleiter der Landwirtschaftskammer in Nienburg und Landwirt.

Screenshot von der FB-Seite des CDU-Poltikers Schmädeke
Ausriss eines Artikel in DIE HARKE von der Online-Ausgabe am Sonntag. Am Freitag war allerdings bereits ein Bericht in der gedruckten Ausgabe erschienen. Auf dem Bild, das Frank Schmädeke gemacht haben will, ist eine Wunde am Hals des Tieres zu erkennen, die auf den ersten Blick nicht wie ein Kehlbiss, sondern eher wie ein Schnitt wirkt.

 

Die WAZ dagegen brachte einen ausgewogenen Artikel im Konjunktiv, der zum Teil von der dpa übernommen worden war und in dem auch Lesern klar werden kann, weshalb nun das ganze Rudel ins Interesse dieses wolfskritischen Poltikers geraten ist. Man möchte wohl ganz augenscheinlich den Menschen weißmachen, dass Vater Roddy sein „unnatürliches“ Verhalten an seine Kinder weitergegeben hätte und nun versucht man zu erreichen, einen Abschuss für das komplette Rudel zu erlangen. https://www.haz.de/Nachrichten/Der-Norden/Problemwolf-koennte-erwachsenes-Rind-gerissen-haben

Dabei belegen wir seit Anfang des Jahres mit unseren Faktenchecks und Zaunkontrollen, dass sich die Wölfe des Rodewaldrudels überhaupt nicht unnatürlich verhalten. Zumal der von Roddy verursachte Schaden unter 3.000 Euro liegt.

 

Wir waren am Mittwoch Abend, den 16.10.19, ebenfalls vor Ort und haben Weiden kontrolliert. Neben einem Damwildgehege ohne Strom und Untergrabschutz, fiel uns eine Rinderweide ins Auge, auf der Jungrinder untergebracht waren, die dem toten Tier auf dem Foto in DIE HARKE ähneln.

Schwarzbunte Jungrinder im Alter von ein bis zwei Jahren auf einer Weide zwischen Steimbke und Sonnenborstel am Waldrand. Die Tiere sind zum großen Teil nur mit einer Stacheldrahtlitze als Zaun gesichert gewesen.

 

Am Eingang zur Weide ist eine Litze angebracht gewesen, die hätte Strom führen können. Es war allerdings keiner vorhanden. Die Litze hat Luft von 63 Zentimeter nach unten. Hier marschiert Hund oder Wolf einfach darunter hindurch.

 

Hier noch einmal die Lücke zum Boden dargestellt.

 

Damhirsche und Gänse im Gehege ohne Spannung und ohne Untergrabschutz in Sonnenborstel oberhalb der Gaststätte „Jägerkrug“

Damhirsche und Gänse waren hier untergebracht.
Der Wildzaun ist zwar zwei Meter hoch, ABER…
…es ist weder eine Stromlitze angebracht, noch steht der Wilddraht unter Spannung.
Am Boden ist der Wildzaun nicht verankert. D. h. es ist kein Untergrabschutz vorhanden. Hund oder Wolf können sich hier in wenigen Minuten durchgraben.

Weidekontrolle zwischem Steimbke und Lichtenhorst

Wolfsgegner  behaupten, dass wir keine wissenschaftlichen Belege für unsere Kontrollen hätten und wir Kontrollen faken würden. Welche wissenschaftlichen Beläge braucht man bitte für ein derart eindeutiges Bild vor Ort? Wie bitte soll man eine solche Weidekontrolle „faken“ können?

 

Auf dieser Weide sind Mutterkühe mit ihren Kälbern untergebracht. Das Umweltministerium behauptete, dass hier der „Schutz der Herde“ vor Wolfsangrifffen automatisch gegeben wäre. Wie bitte sollen Kühe ohne Hörner, denen jegliche Aggressivität zudem auch noch weggezüchtet worden ist, ihre Kälber verteidigen? Zumal Wölfe sehr schnell merken, wenn ein Tier nicht fit ist.
Stacheldraht, ohne Spannung.
Drei Litzen Stacheldraht, ohne Spannung. Die unterste Litze beginnt in 68 Zentimetern Höhe. Hier kommen Hund und Wolf einfach unten hindurch.

Waldweide im Waldgebiet zwischen Steimbke, Lichtenhorst und Rodewald

 

Stacheldrahtlitzen. Luft zum Boden 64 Zentimter.
Stacheldraht ohne Spannung.
Auf dieser Waldwiese sind Bullen mit dabei. Gefährlich ist diese Art der Unterbringung auf jeden Fall, nicht für Wölfe, aber für Spaziergänger, denn die Tiere können leicht ausbrechen und auf Menschen losgehen.
Ein Hochsitz direkt auf der Weide. Findet hier Weideschlachtung statt, oder stehen die Tiere hier, um die Wölfe zum Abschuss anzulocken?
Ein zweiter Hochsitz direkt neben der Weide. Gut zu sehen ist hier der miserable Zustand des Stacheldrahtzauns.
Hier liegt ein Teil des Stacheldrahtes sogar am Boden. Eine Gefahr für Mensch und Tier.

Immer wieder behaupten Politiker, dass man den Landkreis doch nicht komplett zum Boden einzäunen könne, da  Niederwild sich zwischen den Zäunen frei bewegen müsse. Seltsamerweise scheint dies bei Heidelbeersträuchern, die hier massenhaft im großen Stil eingezäunt sind, nicht mehr zu gelten.

Viele Quadratkilometer im Gebiet sind eingezäunte Obst- und Gemüsefelder.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg – Zwei positive Zaunbeispiele

Dieser Schafhalter hat seinen Festzaun wolfsabweisend gemacht. Er hält schon mehrere Jahre diese seltenen Soyschafe, aber er hatte noch keinen Rissvorfall zu beklagen. Außen ist die Anlage mit Büschen abgesichert. Der Zaun verfügt neben Flatterbändern auch über einen Untergrabschutz mit zwei Litzen, die eine Spannung von 10.000 Volt haben. Der Zaun ist 1,40 Meter hoch.

10.000 auf der oberen Litze.
Diese Schafe sind sicher.
Obere Stromlitze mit Spannung und Flatterband,  außen Büsche, die fest verwurzelt sind, unten Holz sowie eine weitere Stromlitze.
Auch unten messen wir 10.000 Volt.
Die Höhe des Zaus beträgt 1,40 Meter.
Wir wurden eingeladen, diesen Zaun zu kontrollieren.

Wolfsabweisend eingezäunte Rinderherde bei Steimbke

Diese Rinderherde ist wolfsabweisend eingezäunt.
Andere Wildtiere, wie diese Reiher hier, kommen mit den wolfsabweisenden Litzen ohne Probleme zurecht.

Machen hunderte von Hobbyjägern den Wildtieren im Landkreis Nienburg das Leben zur Hölle?

Über 400 Hobbyjäger sollen im Gebiet der Wolfsfamilie des Rodewaldrudels ihre Jagdpachten ausüben. Angeblich haben sie keine Erlaubnis, auf Roddy zu schießen. Wir sind uns aber sehr sicher, dass sie dem geheimnisvollen „Dienstleister“, der inzwischen 200.000 Euro einkassiert haben dürfte, zuarbeiten. Was uns auffiel: es sind zur Zeit sehr, sehr wenige Rehe, Hirsche und Wildschweine zu sehen. Füchse haben sich gar keine gezeigt. Lediglich Greifvögel und Reiher konnten wir beobachten. Haben die Jäger das Revier derart leer geschossen, dass die Wölfe inzwischen sogar gezwungen sind, sich an den Jungrindern zu bedienen?

 

Vereinsmitglied Klaus G. und Vereinsvorsitzende Brigitte Sommer auf Kontrolltour.
Im Revier des Rodewaldrudels befindet sich alle paar Meter mindestens ein Hochsitz. Eine solche Dichte haben wir sonst noch nirgendwo vorgefunden.
Eingestürzte Hochsitze werden als Müll im Wald liegen gelassen.
Kirrplatz zum Anlocken von Wildschweinen. Die blaue Tonne  hinten  dient als Futterautomat. Vorne rechts an der Birke wurde ein ehemaliger Eimer für Hundesnacks zum Aufbewahren von Buchenholzteer entfremdet. Jäger nutzen diesen zum Anlocken der Wildschweine indem sie ihn an die Bäume schmieren. Auf dem Bild sind Bäume zu sehen, die mit diesem Mittel bestrichen sind! Dies ist nur in Wasserschutzgebieten nicht erlaubt.
Der Eimer mit Buchenholzteer.
Auch hier auf diesem Platz sind Hochsitz, Leckstein und Buchenholzteer ausgebracht.
Leckstein und Buchenholzteer.
Durch Winterfütterung wird der Hirschbestand noch erhöht.
Neben Funkkameras der Häscher sollen auch noch Schlingfallen und Kastenfallen auf dem Gelände aufgestellt worden sein.
Nördlich der Bundesstraße zischen Nienburg und Steimbke ist der Hochsitzbestand am höchsten.
Dieser Hochsitz befindet sich inmitten einer Wegkreuzung.

 

Rückblick über Veranstaltungen – Über 600 Interessierte – Besucherrekord in der Wolfauffangsstation Sonsbeck

Unsere Standbesetzung: Wolfsteamleiterin NRW, Ulrike de Heuvel (links) und Syrke H.

Ein aufregendes Jahr neigt sich nun für unseren Verein Wolfsschutz Deutschland e. V. langsam dem Ende zu. Während unsere operative Arbeit mit dem Entlarven von Fake-News, dem Protest gegen die LEX-Wolf sowie Zaunkontrollen vor Ort in gleicher Stärke weitergeht, treten wir in Punkto Veranstaltung in diesem Jahr nur noch bei der nächsten FfF-Demo auf.  Unser Schwerpunkt ist die aktive Arbeit in den Wolfsgebieten, wir legen aber auch großen Wert darauf, darüber hinaus, Aufklärung zu bieten. Auch in diesem Jahr informierten wir wieder in einer Schule, auf Ständen in Baden-Würtemberg sowie Hessen und Rheinland-Pfalz. Desweiteten standen auch Mitglieder von uns – wie beispielsweise Dr. Holger Liste  bei Veranstaltungen anderer Organisationen Rede und Antwort, oder sie gaben Interviews für Zeitungen und Radio, wie Brigitte Sommer.

Veranstaltungshöhepunkt des Jahres

Über 600 Besucher – damit auch der Veranstaltungshöhepunkt des Jahres – wollten am 28. September – ganz nach dem Motto Information statt Medien- und Lobbyhetze – Neues über Wölfe lernen. Wolfskenner Jos de Bruin betreibt im nordrhein-westfälischen Sonsbeck die Auffangstation „wolves unlimited“ für in Not geratene Wölfe und Wolfshunde. Zusammen mit der gleichnamigen Stiftung und der Tierschutzpartei haben wir von Wolfsschutz Deutschland e. V. einen offenen Wolfstag angeboten, an dem Besucher auch Kontakt zu Wölfen und Wolfshunden aufnehmen konnten. Trotz des schlechten Wetters mit Regen und Sturm gab es einen regelrechten Besucherandrang mit Anreisenden von weit her. Teilweise standen die Menschen sogar Schlange vor Gehegen und Infoständen von der Tierschutzpartei und Wolfsschutz Deutschland e. V.

Das Interesse, einander kennen zu lernen, war auf beiden Seiten vorhanden.

Information statt Panikmache

Angst vor dem Wolf war nicht das Hauptthema des Tages. Ganz im Gegenteil. Die meisten Menschen freuten sich über die Rückkehr der Wölfe nach NRW und in ganz Deutschland. Heiß diskutiert wurde unter anderem die geplante Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes, gegen die wir protestieren und die Abgeordneten im Bundestag auffordern, dieser Lockerung des Wolfsschutzes nicht zuzustimmen. Viele Menschen zeigten sich entsetzt über die zu erwartenden Auswirkungen. Auch dass sich Wölfe hauptsächlich von Wild ernähren und komplette Landschaften renaturieren können, wussten viele Menschen nicht.

 

Liebevoll erstellte Aufklärung bot auch der Wolfscomic der Initiative „Menschen für Wölfe“ – http://www.menschen-fuer-woelfe.com, der kostenlos bei menschenfuerwoelfe@pr-nanny.de als PDF angefordert werden kann. Viele Menschen wussten beispeilsweise nicht, dass Wölfe hier keine große Rudel bilden, sondern dass sie – wie menschliche Familien auch –  zusammen mit Vater, Mutter und den Kindern leben. Die Initiative sucht noch eine Druckerei, die einen Druck des kleinen Comics sponsoren kann.

Aufklärung vom Wolfsexperten

In kleineren Gruppen wurden viele Interessierte zu den Gehegen geführt, wo ihnen Jos de Bruin und seine Assistentin Gaby Stegmann die „wölfischen Bewohner“ vorstellten und kompetent viele Fragen beantworteten. Dabei konnten die Teilnehmer ebenfalls auf Tuchfühlung mit der Wolfshündin SHY gehen, die sichtlich einige Streicheleinheiten genoss.

Großer Zuschauerandrang an den Gehegen.
Wolfsexperte Jos de Bruin war sichtlich in seinem Element.

In einem Vortragsraum, aber auch vor den Gehegen, hielten  Jos de Bruin ( wolves unlimited) und Ulrike De Heuvel ( Wolfsschutz Deutschland e.V.) im Wechsel ihre Vorträge. Ulrike de Heuvel:  „Diese wurden sehr interessiert angenommen und ein gut informiertes Publikum konnte sich anschließend am Cateringstand der Tierschutzpartei stärken. Auch unser Stand von Wolfsschutz Deutschland e.V. wurde an diesem Tag stark frequentiert. Unsere Mitglieder beantworteten viele Fragen rund ums Thema, sammelten Unterschriften und führten Gespräche mit sehr interessierten Menschen. Viele zufriedene Gesichter waren an diesem Tag zu sehen, es gab Lob für die engagierte Arbeit der Wolfschützer und Dank für die wichtigen Informationen zum Thema Wolf (vor allem zu unserer „Gloria von Wesel).
Resümee dieser Veranstaltung: Es war ein gelungener Tag, der sich für Beteiligte und Besucher gelohnt hat!“

Wölfin Gloria von Wesel sowie die Wölfe Senni und ein Wolfsrüde im Hohen Venn waren ebenfalls Gesprächsthema. Auch interessierten sich viele dafür, aktiv bei unserem Verein Wolfsschutz Deutschland e. V. mitzuwirken.
Wolfshündin Shy freute sich über die Besucher und genoss Steicheleinheiten.
Trotz Regen und Sturm kamen die Besucher in Scharen.
Assistentin Gabi Stegmann (rechts) klärte die Besucher auf und achtete auch darauf, dass die Wölfe nicht vom Andrang überfordert wurden.
Die Tierschutzpartei hatte den offenen Wolfstag mit organisiert.
Veranstalter: von rechts: Jörg Etgeton und Gabi Etgeton von der Tierschutzpartei NRW, Jos de Bruin und Gabi Stegmann von „wolves umlimited“ sowie Ulrike de Heuvel, Wolfsteamleiterin NRW von Wolfsschutz Deutschland e. V.
Über 600 Besucher kamen zum offenen Wolfstag.

 

Links: Ulrike de Heuvel
Wölfe und Wolfshunde, die in der Station ein Zuhause gefunden haben, waren die Stars des Tages.

Fridays for Future in Hanau

Zirka 2.000 Demonstranten zeigten in Hanau ihren Unwillen über die Klimapoltik. Wir von Wolfsschutz Deutschland e. V. demonstrieren seit Anfang an in Deutschland mit, denn Wolfsschutz ist auch Klimaschutz. Vereinsmitglieder können Flyer und Banner bei Frank.Dreyer@wolfsschutz-deutschland.de anfordern.

Fridays for Future Duisburg

Hier demonstrierten etwa 3.000 Menschen. Wir kämpfen darum, dass auch unsere frei lebenden Wölfe zusammen mit der FfF-Genation eine Zukunft haben.

Tierheimfest Mainz

Viele interessierte Besucher kamen auch zu unserem Stand im  September auf dem Tierheimfest. Allerdings bekamen wir als einziger Verein kein Dach über den Kopf gestellt und wir durften unsere Materialen nicht, wie andere Teilnehmer, beim Aufbau mit dem Fahrzeug auf den Stand fahren. Grund genug für uns, im nächsten Jahr an dieser Veranstaltung nicht teilzunehmen.

Von links: Angelika Zipper, Gudrun Zimmermann und Klaus Giar.

 

Umweltminister Lies außer Kontrolle? Kostenexplosion für Wolfsjagd in Niedersachsen auf fast 200.000 Euro

Die Tötungsjagd auf Roddy geht weiter und die Kosten explodieren.   

Ein nicht endender Skandal: Umweltminister Lies weiterhin auf dem „Tötungstrip“, oder wie ein niedersächsischer SPD-Minister Steuergelder in Höhe von mindestens 185.000 Euro vernichtet hat.

Wolfsrüde und siebenfacher Familienvater Roddy soll sterben. Dabei ist er nur seiner Natur nachgegangen. Die Kosten, die er verursacht haben soll,  stehen mit hochgerechnet rund 3.000 Euro in gar keinem Vergleich zur Hatz auf ihn, die nun fast 200.000 Euro erreicht hat. Das Geld wurde auch noch aus dem Etat für Zäune für Weidetierhalter verwendet. Für beantragte Zäune sei nun kein Geld mehr da, heisst es.

Zur Vorgeschichte:

Der Rodewalder Wolfsrüde Roddy ist seit dem 23. Januar 2019 vom niedersächsischen Umweltministerium, verantwortlich ist dafür der SPD-Umweltminister Lies,  zum Abschuss freigegeben.

In der Abschussgenehmigung werden zwei Fälle aufgeführt, in denen der Rodewalder Rüde (GW717m) laut Gutachten eindeutig als Verursacher von Angriffen auf zum Selbstschutz befähigte Rinderherden (so die Meinung des Umweltministerium) identifiziert werden konnte (NTS 678 und NTS 811). Dabei wurden ein Kalb und ein Rind getötet, nach Angaben des Umweltministeriums entstand dabei ein „Gesamtschaden“  von 1844 Euro.

Wir haben des Öfteren in Beiträgen auf der Wolfsschutz Deutschland e.V. –Webseite dokumentiert, dass die meisten Zäune in der Steimbker und Rodewalder Gegend nicht wolfsabweisend sind. Gleichzeitig hatte das Umweltministerium Rinder auch in die Förderkulisse aufgenommen. Dies interpretieren wir so, dass man mit Rissen von Rindern rechnete. Tierhalter konnten deswegen so genannte Billigkeitsleistungen – also Ausgleichzahlungen – beantragen. Pikant ist es, dass laut Umweltministerium (siehe vorherige kleine Anfrage der Grünen) für die Risse bislang kein Antrag eingereicht worden war.

Perfides Vorhaben mit einer Wolfsfalle

Bislang wird die Abschussgenehmigung jeweils um weitere vier Wochen verlängert, jetzt aktuell bis zum 30. September 2019.

Jetzt ist durch eine Antwort des Umweltministeriums  auf eine Anfrage https://www.fraktion.gruene-niedersachsen.de/fileadmin/docs/abgeordnete/christian_meyer/Anfragen/Wolfdienstleister_Antw_zu_4360.pdf an die Fraktion der Grünen https://www.fraktion.gruene-niedersachsen.de/presse/presseinfos/artikel/christian-meyer-land-soll-lieber-in-praevention-als-teure-wolfsjagd-investieren.html?fbclid=IwAR2vqFL46Od9uFvxOM9s5UG2jOdctInvpS5ICcxngzXqZGY4ID4kU_en-3M  im niedersächsischen Landtag bekannt geworden, dass die Tötungsjagd auf Roddy sogar bisher mindestens 185.000 Euro gekostet hat. Allein die Kosten für den Dienstleister betragen 150.000 Euro. Zur Erinnerung: die Kosten für den Dienstleister betrugen bis zum 15.5. 2019, also in den ersten vier Monaten 48.201,64 Euro. In den nächsten vier weiteren Monaten explodierten die Kosten für den Dienstleister um 100 Prozent. Was für ein Wahnsinn!

Das Umweltministerium ist auch nicht auf Nachfragen bereit, den Begriff  Dienstleister näher zu definieren. Ich vermute, dass unter dem Begriff Dienstleister Berufsjäger gemeint sind. Zwei Berufjäger hatten vor zwei Jahren eine Wolfsfalle entwickelt. Damals hatte das Umweltministerium allerdings wohl keinen Badarf, denn ein Ankauf dieser Falle wurde abgelehnt. Hat das Umweltministerium nun seine Meinung geändert? Unklar. Fakt ist, dass die einheimische Bevölkerung in Steimbke von drei Berufsjägern spricht, die dort als Häscher unterwegs wären. Angeblich sollen in diesen Fallen die Rodewälder Wölfe gefangen werden. Ist der Rodewalder Rüde dabei – feststellbar durch eine DNA-Probe – soll er dann anschließend erschossen werden. Dabei soll er in der Falle verharren, bis die DNA-Analyse ausgewertet ist? Ein solche Analyse kann Tage dauern. Tage in Angst und Agonie für das Tier! Wie pervers ist denn das? Auch hat Umweltminister Lies schon vor vielen Wochen erklärt, dass er weitere Wölfe aus diesem Rudel töten lassen will. Gegebenenfalls würde er das ganze Rudel auslöschen. Das Rodewalder Rudel soll sieben Welpen haben (Stand Anfang August 2019).

Im Waldgebiet von Steimbke sind mindestens fünf Funkkameras im Einsatz. Siehe gelbe Punkte auf der Karte. Wird eine Kamera unbeabsichtigt durch eine Person ausgelöst, sind innerhalb von 15 Minuten zwei einheimische Jäger vor Ort. Mindestens drei Mal sind die Kameras ausgelöst worden.  Und es ist so eindeutig, dass die einheimischen Jäger dem Umweltminister zuarbeiten. Lies hat ja immer wieder betont, dass er auf eine stärkere Beteiligung der örtlich ansässigen Jäger auf der Jagd nach Roddy angewiesen ist.

Im Vergleich zu den Kosten auf die Tötungsjagd, die bis Ende September sicherlich auf über 200.000 Euro ansteigen werden, nehmen sich die Ausgleichszahlungen des Landes Niedersachsen für die Nutztierrisse des Rüden sehr bescheiden aus. Für drei Fälle, in denen Roddy angeblich wolfsabweisende Zäune überwunden und Rinder angegriffen haben soll, wurden 2.458,60 Euro gezahlt. Bei einem weiteren Übergriff auf Schafe betrugen die Ausgleichszahlungen 429,10 Euro.  Ich frage mich, was sagt eigentlich der niedersächsische Rechnungshof dazu? Wie viele Weiden hätten mit dieser hohen Summe von  185. 000 Euro mit wolfssicheren Zäunen und mit Herdenschutzhunden ausgestattet werden können? Ich betone hier noch einmal, dass ca 80 Prozent der Bevölkerung für den Wolf ist. Etliche Nutztierhalter*innen haben einen Antrag gestellt, um ihre Weiden wolfssicher zu schützen. Doch werden diese Anträge einfach nicht vom Ministerium bearbeitet, bzw. ist das Geld, das eigentlich für die Weidetierhalter gedacht war, für die Jagd auf Wolf Roddy verwendet worden.

Mit der „Lex Wolf“ droht die erneute Ausrottung des Wolfs

Umweltminister Lies hofft wohl auf eine baldige für die Wolfsgegner und -hasser positive Entscheidung im Bundestag in der Sache „Lex Wolf“ flyer-lex-2. Dann wird es in Deutschland so richtig finster. Die Jagd bis zur erneuten Ausrottung der Wölfe wäre dann praktisch flächendeckend freigegeben. Es erweckt den Anschein, dass Umweltminister Lies alle Wölfe des Rodewalders Rudel töten lassen will. Dabei ist die Region für Wölfe gut geeignet. Weiter gedacht muss man hier unterstellen, dass auch das nächste, dort einwandernde Rudel getötet werden würde.

Ferner verbreitet Lies Fake-News über angelbliche Störer in den Wäldern von Steimbke. Seit Februar gehe ich sehr oft in dieser Gegend spazieren und sammle auch Müll ein. Mit mir sind weitere Wolfsschützer*innen, auch Einheimische, Tag für Tag unterwegs. Durch unsere Anwesenheit versuchen wir die Tötung von Roddy zu verhindern, was uns auch bislang dadurch gelungen ist, weil die Häscher nicht erkannt werden wollen.  Denn sie wollen in aller Stille ihr mörderisches Handeln umsetzen. Uns von Wolfsschutz Deutschland e.V. sind keine Menschen bekannt, die lärmend und störend durch den Wald ziehen. Dafür ist allerdings vor zirka drei Wochen in der Dämmerung ein Hubschrauer, der erheblichen Lärm verursacht hat, über den Wald um Steimbke gekreist. Wir zerstören keine Hochsitze, wie es die einheimischen Jäger und Lies immer wieder behaupten. Die Polizeidirektion Nienburg hat uns dies auf Nachfrage bestätigt. Es liegen keine Anzeigen wegen Zerstörungen vor. Im Gegenteil, Angelika Zipper, Brigitte Sommer und ich mussten im Sonnenborsteler Wald zur Seite springen, als ein Jäger mit seinem Auto im hohen Tempo bewusst auf uns zugerast ist, als er uns auf dem Weg sah.  Unsere Anzeige gegen den Fahrer ist eingestellt worden. So sieht die Realität in dieser Gegend aus.

Außerdem will Lies anscheinend immer noch nicht zur Kenntnis nehmen, dass das Hauptverfahren in dieser Sache immer noch läuft, also noch gar nicht entschieden ist, ob die Abschussgenehmigung überhaupt rechtens ist. Nur bei dem Antrag auf Aussetzung dieser Abschussgenehmigung sind Wolfsschützer (Freundeskreis frei lebender Wolfs e. V. der mit seiner Klage von Wolfsschutz Deutschland e. V. mit dem Beitrag von 1.000 Euro unterstüzt wurde) vor dem Oberlandesgericht nicht durchgekommen. Lies behauptet immer wieder in der Öffentlichkeit, dass die Tötung von Roddy vollkommen rechtssicher wäre.

Aktuell sind Kälber bei Steimbke und Heemsen gerissen worden. Ob Hunde oder Wölfe Verursacher sind, steht noch nicht fest. Fakt ist aber, dass inzwischen allgemein bekannt ist, dass eine erhöhte Gefahr von Weidetierrissen im Herbst besteht, da die Wolfswelpen jetzt schon fast so groß wie ihrer Eltern sind und mehr Fleisch benötigen. Gleichzeitig werden die Wölfe jetzt bei ihrer Jagd auf Wild durch den Beginn der Jagdsaison gestört. An die 400 Hobbyjäger treiben nun dort nämlich ihr Unwesen.

Ariane Müller, Wolfsteamleiterin Niedersachsen im Wolfsschutz Deutschland e.V.

 

Niedersachsen: Lies verlängert Schießbefehl auf Wolf Roddy erneut – wir sind weiter vor Ort – Tipps zum Mitmachen!

Umweltminister Lies ( https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/genehmigung-zur-totung-des-wolfsruden-gw717m-wird-nochmals-erneuert-180209.html ) aus Niedersachsen hat den Schießbefehl auf den Familienvater Roddy erneut verlängert, obwohl trotz verheerender Zäune so gut wie kein weiterer Riss mehr gemeldet worden ist. Die Kosten für Niedersachsen dürften nun 100.000 Euro überschreiten. Im Gegenzug ist aber kein Geld für Zäune mehr vorhanden? Wann hört dieser Wahnsinn endlich auf? Dieses Zitat hier wird Bertold Brecht zugeschrieben: „Wo RECHT zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.“  Dieser Satz steht etwas abgewandelt auch im Grundgesetz. Tun wir also weiter unsere Bürgerpflicht.

Im folgenden haben wir auf einer Fotoreportage wichtige Eckpunkte in dem Gebiet im Landkreis Nienburg zusammengestellt, so dass jede/r völlig unabhängig von uns, Wanderungen dort unternehmen kann. Hilfreich ist zudem Google Maps und Google Earth. Bitte nicht damit rechnen, Wölfe zu sehen. Das Rodewald-Rudel lebt sehr heimlich und es ist überaus scheu. Dafür haben wir auch wieder zwei Beispiele von Zaunfrevel und auch zwei gute Zaunbeispiele aufgeführt. Bitte uns Standorte von Funkwildkameras melden.

Wir brauchen aktive Hilfe vor Ort und wir freuen uns über Spenden.
Unsere Arbeit und unsere Faktenchecks sind überhaupt nur möglich, weil Sie uns regelmäßig mit Spenden unterstützen. Bitte helfen Sie uns auch weiterhin, damit wir Skandale auch weiter aufdecken können.

Außerdem suchen wir aktuell dringend aktive Hilfe von Menschen, die vor Ort in Niedersachsen LK Nienburg und in Schleswig-Holstein LK Pinneberg – Dithmarschen – Westermoor wohnen.

Wolfsschutz-Deutschland e.V.Berliner Sparkasse
IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84
BIC BELADEBEXXX
Auch paypal ist möglich:
https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

 

Kurze Pause vom Müllsammeln: Wolfsteamleiterin Niedersachsen, Ariane Müller (links) und Vereinsvorsitzende Brigitte Sommer.
Auch unsere Vorsitzende Brigitte Sommer hilt in allen Gebieten in Deutschland mit.
Glück gehabt. Das Rodewaldrudel ist so heimlich, dass man meistens nicht mal Spuren findet.
Könnte Wolf sein, ganz sicher ist es nicht.
Genauso entspannt wie die Anwohner sind die hiesigen Katzen. Diesen kleinen Räuber haben wir früh morgens beim Mäuse erbeuten getroffen.
Sanfter Wolfstourismus könnte die Region beleben. Zwischen Wäldern befinden sich immer wieder Lichtungen wie diese.
Sünden der Vergangenheit: Zahlreiche Moore sind zerstört worden und werden noch immer durch Torfabbau zerstört. Dies ist ein echtes Problem in der Region. Torfhaltige Blumen- oder Gartenerde sollte nicht gekauft werden.
Weil die Torfstücke noch voller Feuchtigkeit sind, wiegen sie unerwartet viel. Wir haben mal die „Hebeprobe“ gemacht.

 

Von Steimbke aus führt eine offiziell befahrbare Straße direkt in das Gebiet zwischen Rodewald, Sonnenborstel und Lichtenhorst, vorbei an Rinderweiden, an denen auch Risse passiert sind. Jede/r kann sich hier an Müllsammelaktionen beteiligen. Zudem ist das Gebiet sehr gut für Wanderungen per Fahrrad oder auch zu Fuß geeignet. Von Steimbke kommend, einfach dem Hinweis auf das Industriegebiet folgen und geradeaus auf der Straße bleiben. Hinter einer scharfen Kurve beginnt diese schmale Straße, die auf einen Schotterweg führt, der von Rodewald nach Steimbke führt. Von dort aus führen zahlreiche Wege in Wälder und Moorlandschaften hinein, die gut zu erwandern sind. Jetzt ist auch die ideale Zeit zum Pilze suchen. Wer in der Dämmerung dort unterwegs sein möchte, sollte eine Warnweste tragen und Stirnlampen dabei haben.

Kurz hinter Steimbke reiht sich eine ungeschützte Weide an die andere.
Hinter einer starken Kurve führt die Straße weiter ins Weidegebiet.
Für Wanderer gibt es viel zu entdecken, wie. z. B. dieses Sonnenblumenfeld.
Vom geschotterten Hauptweg, der befahren werden darf, führen zahlreiche weitere Wege ab, die per Rad oder zu Fuß erkundet werden können.
Diese Schotterpiste zwischen Rodewald und Steimbke darf befahren werden.
Zwischen Rodewald und Steimbke befindet sich diese einzigartige Heidelandschaft, die nicht betreten werden sollte.

 

Sollen dies die „sicheren Zäune“ darstellen?

Solche Zäune sind im Gebiet zwischen Steimbke und Lichtenhorst etliche zu finden. Zwar ist hier genug Strom auf den Litzen, doch die erste Litze ist in einer Höhe von 80 Zentimetern untergebracht. Hier spazieren Hund oder Wolf einfach darunter durch, ohne jeglichen Schlag zu erhalten. Hier eine dritte Litze anzubringen, kostet weder Unsummen noch ist es vom Arbeitsaufwand her unmöglich.

 

Ideales Gebiet für die Rodewalder Wolfsfamilie

 

Der See bei Stöckse ist bei den Einwohnern ein beliebter Treffpunkt. Niemand scheint sich hier vor Wölfen zu fürchten, den schon in der Dämmerung sind hier die ersten Spaziergänger mit Hunden unterwegs.
Eine Seltenheit. In dem Gebiet, das vor allem durch Monokulutren von Mais und eingezäunten Obstfeldern geprägt ist. Blühstreifen locken Falter an.

Wir sind auch nachts und in der Dämmerung unterwegs

Soll das waidmännisch angemessen sein? Erst gnadenlos erschossen und dann wie Müll im Wald entsorgt. Auch dieser Fuchs wollte leben, wie alle Tiere. Zudem sorgen Füchse auch noch für die Gesunderhaltung des Waldes, weil sie Mäuse fressen. Das ist auch mit ein Grund dafür, dass sie Zeckenplagen eindämmen können. Die sinnlose und grausame Fuchsjagd muss ein Ende haben.
Immer wieder finden wir Müll im Wald.
Wir sind mit verschiedenen Teams im Einsatz. Wir freuen uns über aktive Helfer.
Dieser Findling aus der letztren Eiszeit ist am Stöckser See zu finden.
Wir sind auch nachts und in der Dämmerung unterwegs und sammeln Müll.
Wanderung mit TWH-Dame Bella.
Die Anwohner in der Region walken, joggen, gehen spazieren, fahren Rad oder gehen anderen Freizeitaktivitäten nach. In zahlreichen Gesprächen hat uns noch niemand gesagt, dass er/sie Angst hätte.
Unterwegs auf Wanderung.
In einem Gebiet, das vom Krähenmoor über Steimkbe nach Sonnenborstel reicht, sind auffällig viele Wildkameras mit Funk untergebracht. Wird eine solche Kamera ausgelöst, steht spätestens 15 Minuten später ein erboster Jäger dort. Fakt ist aber, dass sich jede/r zu jeder Zeit im Wald aufhalten darf. Sogar abseits von Hauptwegen.
Eine ungesicherte Weide mit Ponys. Mitten im Wald zwischen Steimbke und Sonnenborstel.
Bei unseren Nachtwanderungen treffen wir immer öfter auf Einheimische, die sich immer mehr auch selber beteiligen.

 

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg

Diese beiden Zäune befinden sich bei Stöckse am Rande des Krähenmoors. Ein Argument der Wolfsgegner lautet ja, dass man nicht sicher einzäunen könne, da andere Tiere , wie Hasen oder Fasane Weiden nicht mehr passieren könnten. Seltsamerweise scheint dieser Gedanke bei Umzäunungen von Obstplantagen, Gemüse- oder Maisfeldern keine Rolle mehr zu spielen. Hinter diesem „wolfsabweisend“ eingezäunten Gemüsefeld sind Ziegen wolfsabweisend eingezäunt. In der Tat hatte es hier einen Riss gegeben und der Halter hatte reagiert und seitdem ist auch nichts mehr passiert. Auf dem zweiten Bild ist eine kleine Zuchtschafherde im gleichen Gebiet zu sehen, die auch wolfsabweisend eingezäunt zu sein scheint. Eine Stromkontrolle konnten wir hier nicht durchführen, weil wir das Gelände hätten betreten müssen.

Auf diese Art des Zaun-hinter-Zaun-Prinzips könnten auch Schafe auf Deichen eingezäunt werden, wenn dies denn gewollt wäre. Dieser Halter hat aber alles richtig gemacht, das wolfsabweisende Netz steht auf gemähtem Grund und kein Gras oder Gestrüpp wächst hinein.

Faktencheck/Zaunkontrolle: Von Problembauern, Problemministern, Problemmedien und Kniefällen vor der Agrarlobby in Schleswig-Holstein

Es gab nach unseren letzen Zaunkontrollen in Schleswig-Holstein eine sehr unschöne Korrespondenz mit einem NABU-Verantwortlichen in Schleswig-Holstein. Herr Heydemann meinte, mir eine Mail schicken zu müssen, deren Tenor war, doch künftig den Mund zu halten. Zur Erinnerung: der NABU ist mit dem Schießbefehl auf Wolf Dani einverstanden. Wir von Wolfsschutz Deutschland e. V. nicht, weil wir der Meinung sind, dass Dani keinesfalls ein so genannter Problemwolf ist, sondern dass das Problem an nicht geschützten Weidetieren und täuschenden Weidetierhaltern liegt. In einer Mail an mich warf mir Herr Heydemann vor, wir würden unsere Zaunkontrollen faken, dabei muss er als Mann vor Ort doch ganz genau wissen, wie dort die Zäune aussehen. Ferner bezeichnete mich Herr Heydemann als dämlich und er unterstellte mir eine Nähe zur Pegida, bzw. bezeichnete Wolfsschutz Deutschland e. V. als Pegida. Ich erstattete daraufhin Anzeige wegen Verleumdung und Beleidigung.  Es dürfte inzwischen doch sehr klar sein, dass viele Wolfsberater nicht neutral sind und solange eben andere Vereine und auch die Medien die Zaunrealität in Deutschland nicht darstellen, müssen wir dies weiter tun. Die Öffentlichkeit hat ein Anrecht darauf, gezeigt zu bekommen, wie Weidetierhaltung in Wolfsgebieten wirklich aussieht. Wir beweisen immer wieder, dass eben nicht geschützt, sondern getrickst wird, was das Zeug hält. Warum sollte es unethisch sein, Weidetierhalter zu kontrollieren? Wer nichts zu verbergen hat, kann seine Zäune doch zeigen, oder? Schließlich finden (bzw. sollten stattfinden) auch in Ställen etc. regelmäßige Kontrollen durch Behörden statt. Wenn Behörden hier versagen, müssen hier andere Institutionen eingreifen. Siehe auch Stallkontrollen durch Tierschützer.

Zweiter Wolf im Gebiet unterwegs?

In einem Interview mit KN-Online  https://www.kn-online.de/Nachrichten/Schleswig-Holstein/Problemwolf-ist-noch-in-Schleswig-Holstein-sagt-Minister-Jan-Philipp-Albrecht?fbclid=IwAR0PEmgz-j2k8TL53ys08MOhUszuIOGSjyzNovMySUvKLulFDJGvwUPVLtg   sagte Umweltminister Albrecht von den GRÜNEN, dass „Problemwolf“ Dani noch vor Ort wäre und dass sehr wenig Weidetiere gerissen worden seien. Wir fragen uns, weshalb dieser Schießbefehl nicht endlich eingestellt wird. Zumal es laut Rissliste sein könnte, dass ein weiterer Wolf in diesem Gebiet unterwegs ist. Müsste dies nicht die Aufhebung des Schießbefehls bedeuten?

Schießbefehl auf Dani müsste eingestellt werden

Hier ist der Link zur öffentlich einsehbaren Rissliste. Die gelben Punkte stellen Risse dar, die zwar Wolf ausweisen, aber keinem bestimmten Wolf zugeordnet werden können. Ergo könnte neben Dani auch ein weiterer Wolf in diesem Gebiet unterwegs sein. https://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/A/artenschutz/Wolf_Karte.html

Ferner sagte Minister Albrecht der Zeitung, dass in Schleswig-Holstein nur große Betriebe nur in einem bestimmten Umkreis Zaunmaterial bezahlt bekommen würden. Warum wird hier nicht ganz Schleswig-Holstein in die Förderkulisse aufgenommen?  Die Rissliste zeigt auf, dass Weidetierhalter in ganz Schleswig-Holstein betroffen sein können.

 

Zaunrealitäten im Landkreis Pinneberg am 20.08.19

 

Diese Weide hier war Thema eines TV-Berichtes des NDR für die Sendung Panorama. Hier der Link zum Beitrag: https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2019/Maerchenhaft-Der-Wolf-die-Angst-und-der-Wahlkampf,woelfe622.html?fbclid=IwAR1C28IWQjp6it3vwmvpeaCY9ZFCFhr7fK3UYnWCXFw_ibGUxFOkoYLZ3tY Vor Erstellen des Beitrages telefonierte der zuständige Redakteur mehrmals mit mir. Ich wies ihn ausdrücklich darauf hin, dass Weidetierhalter bei Zäunen tricksen und täuschen und gab ihm den Tipp, sich doch mit dem TV-Team   selber mal über die Weidezäune vor Ort einen Eindruck zu beschafften. Dies war aber ganz offensichtlich nicht gewollt, denn stattdessen gab es sehr viel Raum  für ein Interview mit zwei Jungbauern, die einen Wolf nach einem Riss mit dem Traktor verjagt hatten. Wir berichteten: https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/06/21/faktencheck-schleswig-holstein-bild-jungbauer-und-schaefer-verschweigen-dass-zaun-zum-wasser-offen-war/

Der betroffene Schäfereibetrieb erhält fast 100.000 Euro im Jahr an EU-Subventionen, kann sich aber keine Zäune leisten? Unglaubwürdig. Mit dieser Höhe an Subventionen dürfte dieser Betrieb zudem zu den größeren Betrieben gehören, die Zäune finanziert bekommen. Skandalös ist es, dass sich an der Zaunsituation nichts geändert hat und wir bei unserer Kontrolle am 20.08.19 erneut Schafe auf der ungesicherten Weide vorgefunden haben. Die Tür zum Deich ist einfach aufzuschieben. Zum Wasser hin ist die Weide noch immer komplett offen. Zudem kam hinzu, dass einige der Tiere einen gesundheitlich sehr schlechten Eindruck machten und eines sogar unter einem sehr schlimm anmutenden Husten litt.

 

Die Türe zur Deichweide lässt sich einfach aufschieben
Nicht einmal einen Meter hoch ist der Wildzaun und zudem auch noch völlig ohne Strom. Auf der anderen Seite zum Wasser hin, ist überhaupt kein Zaun vorhanden.

Auch dieser Schäfer behauptet stets, dass es nicht möglich wäre, Schafe auf den Deichen fachgerecht einzuzäunen. Dass dies sehr wohl möglich ist, zeigt eine Broschüre der Firma http://www.weidezaun.info

Es genügt einfach lesen zu können, um hier zu sehen, welche Möglichkeit es gibt, Zäune auch an Wasserflächen und Deichen einzubauen.

Auch diese Ziegenherde ist lediglich mit Wildzaun ohne Strom eingezäunt.

Kein Strom auf der Litze.
Wie sollte man eine solche Kontrolle bitte faken? Wir geben jedem, der sich selber überzeugen möchte, gerne die GPS-Daten.
Knapp 90 Zentimeter hoch und ohne Strom. Hier werden Wölfe zum Springen erzogen.

Viele Gebiete in Schleswig-Holstein sind ideales Wolfsgebiet. Wölfe brauchen weder dichte Wälder, noch totale Wildnis. In solchen Räumen fühlen sie sich wohl.

 

So sehen in Danis Gebiet so genannte „wolfsabweisende Netze“ aus. Weil Dani angeblich mehrmals ein solches Netz überwunden hatte, stellte Umweltminister Albrecht den Schießbefehl Anfang des Jahres aus. Besonders skandalös: Dieser Schießbefehl gilt nun zeitlich unbegrenzt. Dieses Netz hier ist ohne Strom. Deshalb zweifeln wir auch die Behauptung stark an, dass Dani wirklich jemals tatsächlich wolfsabweisende Zäune „überwunden“ hat. Ich habe mich mit Menschen vor Ort unterhalten und auch auf einem Bauernhof übernachtet. Dort brachte man die üblichen Argument vor. Geld (zu teuer) und Arbeit (keine Lust zu viel zu schuften). Nachdem diese Argumente durch Fakten (Zäune werden bezahlt und es gibt ehrenamtliche Hilfe)  widerlegt worden waren, kam stets der Satz „Wir wollen hier keine Wölfe haben. Sie sind schließlich aus gutem Grund ausgerottet worden.“

Es geht den Bauern dort in dem Gebiet also gar nicht um einen einzelnen so genannten „Problemwolf“. Man will sich hier einfach nicht mit Beutegreifern arrangieren. Dass es in SH auch weitaus mehr Hunderisse als Wolfsrisse gibt – was kein Wunder bei den Zäunen ist – mag man nicht hören. Es würde sich höchstwahrscheinlich nach dem Abschuss von Dani der nächste Wolf in diesem Gebiet ansiedeln und schon würden Bauern dort den nächsten „Problemwolf“ kreieren.

Kein Strom auf dem Netz.
Im Hintergrund ist erkennbar, wie stark der Zaun ins Grün hineingewachsen ist. Auf der Wiede sind sehr junge Lämmer untergebracht.
Ideales Wolfsgebiet.
Kein Strom auf dem Netz.
Kein Strom auf dem Netz. Auf dem Bild ist zu sehen, wie weit das Grün in den Zaun hineinragt. Dadurch kann die Spannung auf Null gehen. Auch die innere Litze war nicht unter Strom.

 

Hier ist das nächste so genannte wolfsabweisende Netz zu sehen. Dieses Netz hier umspannt eine sehr große Weide. Der Vorteil hier ist, dass ein Wolf sich hier evtl. nur ein Tier holen wird und die anderen Schafe könnten flüchten. Dennoch ist auch hier teilweise gar keine Spannung vorhanden, bzw. an manchen Stellen konnten wir 2000 V messen. Viel zu wenig.

Kein Strom.

 

Skandalös: Eine Lücke zum Boden von fast 20 Zentimetern. Ein Hund oder ein Wolf kommt hier problemlos unten durch, da auch keine Spannung zu messen war. Waren es Risse auf ähnlich arrangierten Weiden, die den Schießbefehl nach sich zogen?

Kein Strom.
Auch hier wächst Gras in den Zaun hinein. Er kann dadurch an Spannung verlieren.

Brigitte Sommer, Vorsitzende Wolfsschutz Deutschland e. V.

Unterstützen Sie bitte unser Projekt „Menschen für Wölfe“

 

Bei den Dreharbeiten mit Toni Seiler (Mitte): Brigitte Sommer und Volker Vogel

 

Und hier der erste Trailer zum nicht kommerziellen Dokumentarfilm „Menschen für Wölfe“

In ihrem nicht kommerziellen Dokumentarfilm „Menschen für Wölfe“ gehen die Journalistin und Fotografin Brigitte Sommer und der Journalist Volker Vogel auf Spurensuche und besuchen Prominente und „ganz normale“ Menschen, die sich über die Wiederkehr des Beutegreifers freuen. Brigitte Sommer: „Sollten wir mit dem Film einen Gewinn erwirtschaften, spenden wir ihn dem Verein Wolfsschutz-Deutschland e.V.“

 Als vor etwa 150 Jahren der letzte Wolf in Deutschland getötet und die Raubtiere damit ausgerottet waren, kursierte der Wolf nur noch als böse Bestie im Märchen „Rotkäppchen“. Mit der Öffnung der Grenzen zum Osten Europas suchte sich der Wolf vor über 20 Jahren auch bei uns wieder ein Zuhause.

Volker Vogel: „Gerade jetzt, da die Bundesregierung mit der „Lex Wolf“ beschlossen hat, dass künftig praktisch auf jeden Wolf geschossen werden kann, wollen wir versuchen, den Politikern und Lobbyisten Paroli zu bieten.“  Ziel ist es, den Dokumentarfilm auch in die Kinos zu bringen, doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. Volker Vogel: „Wir haben keinen Zeitdruck, denn unser Filmprojekt ist ja nicht kommerziell.“

Volker Vogel führt die Regie und ist zugleich Produzent des Films,  die erfahrene Fotografin Brigitte Sommer führt die Kamera und agiert als Co-Produzentin. Allein die Vorarbeiten zu diesem Dokumentarfilm haben eine lange Zeit beansprucht. Volker Vogel: „Wir haben einige Wolfsgegenden in Deutschland abgefahren und nach passenden Drehorten gesucht und auch ein vorläufiges Treatment, also eine Art Drehbuch, geschrieben.“

In den kommenden Monaten werden Brigitte Sommer und Volker Vogel  mit ihrem Filmbus in ganz Deutschland unterwegs sein, um Interviews zu führen. Der Zeitaufwand dabei sei immens.  „Wenn man ein solches Projekt umsetzen will, dann muss man sich voll und ganz darauf konzentrieren. Ohne Professionalität in allen relevanten Bereichen geht das nicht“, erklärt Volker Vogel. Um das alles zu verwirklichen, benötigen die Beiden noch Spenden und Sponsoren.

Aufgrund der zahlreichen Nachfragen ist aus „Menschen für Wölfe“ inzwischen eine Initiative entstanden. Eines der Projekte daraus ist ein kleiner Comic, der das erste Lebensjahr von Wölfen erklärt und u.a. kostenlos Kindergärten zur Verfügung gestellt werden soll.

Spenden werden dringend benötigt

Da dieses Projekt sehr aufwendig ist und die Filmemacher für ihren Film keine Förderung erhalten, da der Film ja nicht kommerziell ist, gibt es hierzu ein Crowndfunding-Projekt  unter https://www.gofundme.com/Menschen-fur-wolfe über das gespendet werden kann. Gespendet werden kann auch über den Link PayPal.Me/menschenfuerwoelfe. Wer per Banküberweisung spenden will, schickt einfach eine E-Mail an menschenfuerwoelfe@pr-nanny.de

Vogel: “ Menschen für Wölfe“ hat sich somit auch als Initiative entwickelt, die nicht nur den Dokumentarfilm erfasst, sondern alle relevanten Bereiche der Öffentlichkeitsarbeit.“ Wie aufwendig eines solches Filmprojekt ist, kann man hier nachlesen: https://www1.wdr.de/kultur/film/dokmal/ein-film-entsteht/finanzierung-100.html

Um alle Interessierte auf dem Laufenden zu halten, gibt es unter  www.menschen-fuer-woelfe.com einen Blog unter https://www.facebook.com/MenschenfuerWoelfe/ eine Facebookseite. Vogel und Sommer berichten dort kontinuierlich über ihr Projekt. Ein kurzer Trailer (siehe Beginn des Textes) zum Film ist auch auf dem Youtube-Kanal „Menschen für Wölfe“ zu sehen.

Mit „Wolfsblut“ haben Brigitte Sommer und Volker Vogel einen Sponsoren gefunden, der mit seinem Konzept BEAa (Beobachten, Empathie entwickeln und dadurch Ängste abbauen) in der Wolfslandschaft im Nationalpark Hunsrück-Hochwald ihren Vorstellungen von wissenschaftlichem Engagement widerspiegelt.

Jeder, der Teil dieses Films werden will und selbst etwas darüber erzählen will, warum er für und nicht gegen Wölfe ist, kann sich über das eingerichtete Kontaktformular auf www.menschen-fuer-woelfe.com oder per E-Mail an menschenfuerwoelfe@pr-nanny bei den Filmemachern melden.

Ferienzeit ist Lesezeit: Buchverlosung unter allen Spendern

Brigitte Sommer beschäftigt sich schon seit ihrer Kindheit mit dem Wolf.  Im Wildpark „Alte Fasanerie“ in Hanau durfte sie das erste Lebensjahr von Polarwölfen begleiten. Daraus entstanden ist ein kleiner Bildband, den es übrigens als kleines Dankeschön für Wolfsfreunde gibt, die für das Projekt etwas spenden. Weil die Ferienzeit immer auch Lesezeit ist, gibt es aktuell bis Ende Juli 2019 eine Verlosungsaktion von „Menschen für Wölfe“ unter https://www.menschen-fuer-woelfe.com/blog/b%C3%BCcherverlosung-unter-allen-spendern

„Wo der Wolf ist, wächst der Wald“… lautet ein russisches Sprichwort.  Wie Brigitte Sommer erklärt, habe das auch einen wahren Charakter, denn der Wolf sei in der Lage, Schäden in der Natur zu heilen.  Anders als menschliche Jäger, sei der Wolf nicht auf Trophäen aus. Er töte, um seinen Hunger zu stillen. Dabei wähle er nicht die stärksten Tiere aus, sondern die Schwachen und Alten. Wo Wölfe leben würden, hätten auch andere, seltene Tiere und Pflanzen wieder eine Chance.

Als kleines Dankeschön gibt es für Spender und Sponsoren u.a. auch diese T-Shirts.

In ihrem Dokumentarfilm wollen Brigitte Sommer und Volker Vogel  aufklären über den Wolf. „Wölfe sind keine Kuscheltiere, man muss sie als die Beutegreifer, die sie sind, akzeptieren.“ Zugleich sei der Wolf sehr scheu, er meide die Menschen, die überhaupt nicht seinem Beuteschema entsprechen würden. Auch hierüber werden Experten im Film Auskunft geben.

Eines der ersten Interviews führten die beiden Filmemacher mit Toni Seiler. Er war Weggefährte des international bekannten Wolfs-und Hundeforschers Erik Zimen, der leider schon verstorben ist. Seiler zog in einem Gehege im Westerwald unter wissenschaftlicher Begleitung zahlreiche Wölfe auf. Auch Toni Seiler räumte auf mit den Angstszenarien über die Wölfe. Kein Wolf habe in den vergangenen 150 Jahren in Deutschland einen Menschen  angegriffen.  Er selbst hatte in zahlreichen Vorträgen in Schulen und anderen Einrichtungen über den Wolf aufgeklärt. Mit dabei war seine handaufgezogene Wölfin Inge.

Vogel: „Wir müssen dem Wolf helfen, damit er bleiben kann. Unser Film und unsere Initiative sollen dazu beitragen.“

Umweltminister Lies verlängert Schießbefehl auf Roddy erneut – Bitte hingehen: Veranstaltung am 02.07. in Sonnenborstel

Umweltministerium Niedersachsen verlängert Schießbefehl auf Wolf Roddy erneut

Unglaublich: Umweltminister Lies verweigert Angaben über die Kosten der Wolfshatz (laut Insider weit über 100.000 Euro), gleichzeitig kommt das Land mit der Genehmigung von Zaunanträgen nicht nach, bzw. es würde den Weidetierhaltern gesagt werden, dass kein Geld mehr im Topf vorhanden wäre. Die Tierhalter bekommen so also keine Zäune. Die Begründung für den Schießbefehl ist es aber, dass weiter Gefahr von Rissen bestünde. „Ende Mai hatte der Verein Freundeskreis freilebender Wölfe“ beim Verwaltungsgericht Oldenburg erneut Klage gegen den Abschuss eingereicht. Dieses Verfahren sei noch nicht abgeschlossen. „Da es sich um Hauptsacheverfahren handelt, wurden längere Stellungnahmefristen gesetzt, die noch nicht abgelaufen sind“, sagte ein Sprecher des Verwaltungsgerichtes NDR.de. Auch eine weitere Klage sei eingegangen – den Kläger benannte der Sprecher mit Verweis auf Datenschutzgründen aber nicht,“ schreibt der NDR. https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Jetzt-reichts-Lies-diskutiert-ueber-Wolf,rodewalderwolf100.html?fbclid=IwAR0iJnxkfIXScfxAYs2UWOx7ub5Oz23z8XlS-aLeA8IZxqeNRXmEvdfJt-Q

Weiter schreibt der NDR dazu, Zitat: „Der Streit um den geplanten Abschuss führte nicht nur zu heftigen Diskussionen – auch Aktionen von Tierschützern sorgten bereits für Aufsehen. Sie waren nachts in Wäldern unterwegs, um Jäger beim Abschuss des Tieres zu stören.“ Wir von Wolfsschutz Deutschland e. V. werden weiter sämtliche legale Mittel dazu verwenden, um das Leben von Roddy, der inzwischen erneut Vater geworden ist, zu schützen. Am Ende des Beitrages sind Fotos zu finden, die wir auf unseren Patrouillen und Müllsammelaktionen gemacht haben. Was der NDR verschweigt ist, dass wir von Menschen, die wie Jäger oder Polizisten gekleidet waren, bedroht worden sind und wir fast auf einem Waldweg von einem Fahrer, der Gas gab, als er uns erblickte, niedergemäht worden wären. Wir haben Strafanzeige bei der Polizei erstellt. 

Hier die PM des Umweltministeriums:
Genehmigung zur Tötung des Wolfsrüden GW717m wird nochmals erneuert

Pressemitteilung Nr. 81/2019

Die bis Ende Juni befristete artenschutzrechtliche Genehmigung zur Entnahme des Wolfsrüden GW717m wird bis zum 31.07.2019 verlängert und das Verfahren zur Entnahme weiter unter Hochdruck vorangetrieben.
Die Gefahr weiterer Risse von geschützten Nutztieren und der Weitergabe problematischer Jagdtechniken besteht unverändert fort.

https://www.umwelt.niedersachsen.de/…/genehmigung-zur-totun…

Diskussionsrunde zum Thema mit Umweltminister Olaf Lies

Morgen, am 2. Juli, ab 20 Uhr, findet im Jägerkrug Sonnenborstel (Am Kaarbusch 2, 31643 Steimbke) eine Diskussionsrunde mit Umweltminister Lies statt. Der Eintritt ist frei, Einlass ist um 19.30 Uhr. Unsere Wolfsteamleiterin Ariane Müller wird mit einigen Mitgliedern unseres Vereines auch vor Ort sein. Kontakt: wolfsschutz.niedersachsen@t-online.de Aufgezeichnet wird eine Diskussion mit dem Thema „Jetzt Reichts“ Streit über den Wolf im Kreis Nienburg“, für einen Beitrag, der  am Donnerstag, den 04. Juli 2019, von 20 bis 21 Uhr im NDR 1 gesendet wird.

 

Rücksichtslos werden die Felder abgemäht. Ob diese Ricke ihr Kitz lebend wiedergefunden hat, wissen wir nicht.
Dieser Fasan lebt gefährlich, denn auf den Straßen und Wegen rund um Lichtenmoor, Steimbke und Stöckse wird gerast, was das Zeug hält. Auf der Bundesstraße zwischen Steimbke und Nienburg markieren unzählige pinkfarbene Kreuze Unfälle, bei denen Rehe ums Leben gekommen sind. Dennoch scheint es hier kein Einsehen zu geben.
Oft heisst es, Wölfe, die hinter Traktoren herlaufen würden, hätten ihre Scheu verloren. Dabei haben die Wölfe nicht Appetit auf den Landwirt, sondern auf vom Traktor überfahrene Kleintiere, wie dieser Storch hier.
Unsere Kamera hat den Storch aufgeschreckt.
Treffpunkt für Aktive aller Vereine und Gruppierungen ist das Culinario in Steimbke.
Angelika Zipper-Hüttges (links) und Brigitte Sommer auf Patrouille und Zaunkontrolle im LK Nienburg
Pferdeweide zwischen Steimbke und Lichtenmoor.
Zwischen Steimbke und Sonnenborstel wurden zahlreiche Wildkameras mit Funk angebracht. Direkt gegenüber, in zirka 400 Meter Entfernung, steht ein Hochsitz.
Ariane Müller (links) und Angelika Zipper-Hüttges. Umweit dieser Stelle zwischen Steimbke und Sonnenborstel hielt ein Fahrzeug auf uns zu und beschleunigte. Wir mussten uns mit einem Sprung in den Wald in Sicherheit bringen.
Wir sind nach wie vor auch nachts unterwegs. Dabei achten wir darauf, keinen Lärm zu machen.
Wir waren es nicht.
Es gibt kaum ein Gebiet in Deutschland mit höherem Jagddruck als dieses. Naturbegeisterte Wanderer haben kaum die Möglichkeit, Wildtiere wie dieses Reh zu sehen. Dabei wirbt der Landkreis gerade mit Naturelebnissen wie diesen.
Am Waldkindergarten in Rodewald sind nun Flatterbänder zum Schutz der Kinder angebracht. Dabei erzählen uns Anwohner, dass sie dies ziemlich hysterisch finden und auch darüber lachen würden.
Im ganzen Gebiet liegen einsame Waldweiden, umzingelt von Hochsitzen.
Die Schildaufschrift „Wildruhezone“ könnte kaum ironischer sein, denn alle paar hundert Meter befindet sich hier ein Hochsitz.
Auf dieser Lichtung stehen sechs Hochsitze und es sind zwei Wildfunkkameras angebracht. Bei einer Kontrolle von uns am 29.05 waren alle Hochsitze besetzt.

 

 

 

 

Mit Mahnfeuern direkt zurück ins Mittelalter!

In Deutschland brennen wieder Feuer. Sie zeugen von nichts anderem als von rückwärts gerichtetem und naturfeindlichem Gedankengut, von dem man glaubte, dass es im Mittelalter ausgestorben wäre. Damals wurden Hexen und Andersdenkende verbrannt. Die Symbolkraft so genannter „Mahnfeuer“ von Weidetierhaltern könnte nicht exemplarischer dafür sein, dass einfach kein Wille vorhanden ist, sich mit Wölfen und der Natur zu arrangieren. 

Im Mahnfeuer-Aufruf fordert Wendlin Schmücker vom „Förderverein der deutschen Schafhaltung“ das „Regulieren der Bestände“ und ein Raumplanungskonzept, „das  Wolfsrudel in urbanen Gebieten oder in Gebieten mit Weidetierhaltung grundsätzlich nicht mehr duldet“. Wegen zunehmender Wolfsschäden „infolge des ungehemmten, unkontrollierten Populationswachstums“ stünden immer mehr Betriebe vor immer größeren Problemen. Wölfe würden durch „ihre rasante Vermehrung und Ausbreitung“ zur Bedrohung für die artgerechte Weidetierhaltung, so der Schäfer aus Niedersachsen. Schmücker hat auch schon mit einem erfolglos gebliebenen Waffenschein-Antrag zum Schutz der Herden Aufsehen erregt,“ schreibt die Südwestpresse.   Hier der komplette Artikel mit einem Kurzkommentar von uns:  https://www.swp.de/suedwesten/mahnfeuer-gehen-den-wolf-30918870.html?fbclid=IwAR2_0Z_x3VqWW1PUy3ktOffwTxQQ87E2ReO7xbpGQYIKkhh7W5v-V3yydBQ

Kommentar von Brigitte Sommer, Vorsitzende Wolfsschutz Deutschland e. V.

Von Herrn Schmücker sind wir leider solche alternativen Fakten gewohnt. Vergangenes Jahr wollte er sich schon eine Waffe zulegen und selber auf Wölfe schießen zu können. Das scheiterte aber schon daran, dass er keine Waffenbesitzkarte erhielt. Abgesehen davon, wäre ein Abschuss auch strafbar gewesen. Um ihn davor zu bewahren, haben wir ihm eine Seifenblasenpistole geschenkt. Sie macht keinen Krach, ist auf natürliche Weise wiederauffüllbar und liegt gut in der Hand. Außerdem würden die Schafe nicht durch den Krach einer wirklichen Pistole erschreckt und traumatisiert werden. Sie passe auch zu den vielen Seifenblasen, die er zum Thema Wolf verbreitet, haben wir in einem Begleitschreiben vermerkt.

Wolfsbestand in Deutschland nach wie vor gefährdet

Dass sich Wölfe rasant vermehren würden, gehört zum gleichen Seifenblasenrepertoire des Herrn Schmücker. Die EU hat erst im September 2018 erneut bestätigt, dass sich die Wölfe in Deutschland noch immer nicht in einem sicheren Erhaltungszustand befinden. Auch hat die EU bestätigt, dass Fachleute des LUPUS-Instituts eine Sättigung des Wolfsbestandes in Sachsen nachgewiesen haben. Im Klartext: Wo kein Platz mehr vorhanden ist, vermehren sich die Wölfe auch nicht weiter. Entweder Herr Schmücker will sich nicht mit der Biologie des Wolfes auseinandersetzen, oder er verbreitet absichtlich alternative Fakten. Der Bestand an Wölfen richtet sich nach dem jeweiligen Nahrungsangebot, das bei uns in Deutschland unglaublich hoch ist. Der hohe Bestand an Rehwild und Hirschen wurde auch durch ganzjährige Fütterungsaktionen von Jägern mit verursacht. Wölfe sind also vor rund 20 Jahren zurück nach Deutschland gekommen, weil die Wälder und Kulturlandschaften voller Wild sind. So genannte Nutztiere machen nur 1,1 Prozent in der Ernährung des Wolfs aus. Waren es vor zwanzig Jahren offiziell zwei Wölfe in Sachsen, sind es nun zirka 700 Tiere, die hauptsächlich in Sachsen, Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt leben. Große Teile von Deutschland sind noch völlig unbesiedelt, bzw. es ziehen dort nur vereinzelte Jungwölfe durch. So genannte Rudel in Deutschland sind kleine Familienverbände mit den Elterntieren und den einjährigen Welpen, die oft noch mit der Aufzucht der aktuellen Welpen helfen, die immer Ende April, Anfang Mai geboren werden. Zweijährige Jungtiere wandern ab, um sich ein neues, eigenes Revier zu suchen. Und hier kommt der Knackpunkt. Unterbricht man diese Wanderung der Jungwölfe oder schießt gar Wölfe in Gebieten ab, wird der Vermehrungszyklus unterbrochen. Dies ist ein erster Schritt zur Ausrottung der Wölfe. Es ist nicht möglich, Wölfen Reservate zur Verfügung zu stellen und sie in so genannten Wolfsfreien Zonen zu erschießen, ohne dass ihre Bestände gefährlich zurück gehen. Das Ergebnis sieht man gerade in Nordamerika, wo der Bestand in den Nationalparks Denali, Yellow-Stone und BANF dramatisch zurückgeht, weil Wölfe außerhalb dieser Schutzgebiete erschossen werden dürfen. Auch verteidigen Wölfe ihr Revier gegen andere Wölfe. Eine Wolfsfamilie braucht mindestens 250 Quadratkilometer. Ein Zuviel an Wölfen in einem Gebiet kann es also auch nicht geben.

Weidetierhalter erhalten alles bezahlt

Weidetierhalter in den meisten Wolfsgebieten erhalten jetzt sogar 100 Prozent Förderung und 100 Prozent Erstattung von Schäden, also von Zäunen bis hin zum Kauf von Herdenschutzhunden. Es gibt also gar keinen Grund, Mahnfeuer gegen Wölfe zu errichten. Dass Herdenschutz wirkt, wurde beispielsweise in Niedersachsen sogar statistisch nachgewiesen. Schaut man sich die so genannten Nutztierrisslisten an, wie z. B. in Sachsen, fällt auf, dass unter den Bemerkungen sehr oft aufgeführt ist, dass die Tiere nur unzureichend oder gar nicht geschützt waren. Genau das weisen wir immer wieder mit Zaunkontrollen nach. Speziell in Sachsen wird sogar auch noch die tierschutzrechtlich bedenkliche Anpflockhaltung praktiziert. Wir von Wolfsschutz Deutschland e. V. werfen Herrn Schmücker vor, dass bei ihm und vielen Weidetierhaltern einfach kein Wille vorhanden ist, sich endlich darauf einzulassen, was eine Mehrheit der Bürger in Deutschland möchte. Anscheinend fühlen die Weidetierhalter sich in ihren Forderungen von der Politik unterstützt, und es erscheint ihnen einfacher, nach Wolfsabschuss zu schreien, als zu schützen. Tatsächlich werden sie von der Politik und von den Bauernverbänden aber gar nicht unterstützt. So blockiert die GroKo weiterhin Weidetierprämien und auch in Brüssel wurde vor Kurzem keine Agrarwende, von der kleine Schäfereibetriebe profitieren würden, beschlossen. Stattdessen bleibt alles beim Alten. Subventioniert werden vor allem die Großen, die immer größer werden müssen, um zu verdienen. Was wiederum die Massentierhaltung und die damit verbunden Umweltprobleme wie Gülle und Nitratbelastung, vorantreibt. Herr Schmücker hätte also in Wirklichkeit alle Hände voll zu tun, um tatsächlich für seine Verbandmitglieder etwas zu erreichen. Doch stattdessen sucht er einen Sündenbock, den er in dem wehrlosen Tier Wolf zu finden glaubt. Doch am Wolf liegt es nicht, dass immer mehr Schäfereien schließen müssen. Wolle wird billig aus Australien importiert und Fleisch ist in Deutschland nicht gefragt. Auch hier ist die Gefrierware aus dem Ausland billiger.

Mahnfeuer sind Tierquälerei und Umweltsünde zugleich

Außerdem sind Mahnfeuer, gerade in Bezug auf die immer trockener werdenden Jahreszeiten geradezu fahrlässig, was die Brandgefährdung betrifft. Zudem verbrennen viele Kleintiere, die im aufgeschichteten Reisig Schutz suchen jämmerlich und unter fürchterlichen Qualen. Auch die CO2-Bilanz von solchen Feuern ist eine Umweltsünde.

 

Wolfsschutz-Deutschland e. V. zeigt sich mit Kundgebung in Halberstadt gegen Jäger-Symposium zufrieden

René Stolte

Symposium zum Wolf in Halberstadt

Wir sind mit der Wirkung unserer Kundgebung und der damit vorausgegangen Berichterstattung zum Jäger-Wolfssymposium im vergangen Wochenende zufrieden. Wir hatten eine Genehmigung für höchstens 60 Demonstranten. Da unser Verein bundesweit rund 160 Mitglieder hat und unsere Mitglieder weiterhin aktiv in Schleswig-Holstein und Niedersachsen für die Wölfe Dani und Roddy unterwegs sind, sind wir mit elf Leuten, die vor Ort waren, gut aufgestellt gewesen. Solidarität für den Wolf und ein Statement gegen die Jagd hatte auch die Tierschutz Allianz gezeigt.

Gut angenommen wurde auch unsere Presseinformationen, die wir vor der Kundgebung versendet hatten. Sogar die dpa hatte die Meldung aufgegriffen, so dass in Zeitungsberichten über das Symposium auch eine Gegenstimme vorhanden war und nicht, wie so oft, einseitig berichtet wurde.

 

Hier ein Beispiel aus der Volksstimme. Zitat: „Wir wollen keine Großdemo veranstalten, sondern ein Zeichen setzen“, sagt Brigitte Sommer. Die freie Journalistin aus Hanau (Hessen) ist Vorsitzende und Sprecherin der Wolfsschützer. Für sie und ihre Mitstreiter fehlt es an stichhaltigen Argumenten für die Jagd auf Wölfe. Sommer betont: „Die Gefahr, die von Wölfen ausgehen soll, ist herbeigeredet.“ Kein gesunder Isegrim würde einem Menschen zu nahe kommen, geschweige denn, ihn angreifen. Auch seien Fälle, in denen nachweislich ein Wolf Weidetiere gerissen hat, selten. Und das liege dann an unzureichenden Barrieren wie zu niedrigen Zäunen, die wie eine Einladung auf den Wolf wirken. Ihrer Ansicht nach halte Jagd Wildtiere nicht von Weiden und aus Orten fern. Im Gegenteil. „Der Jagddruck treibt Tiere geradezu in die Städte.“ Ein Beispiel dafür seien Wildschweine.

Der Behauptung, dass der Wolf den Wildtierbestand gefährde, fehle es an Substanz. „Wie viele Rehe und Wildschweine werden denn von Jägern erschossen?“, fragt Sommer. „Im Gegensatz zum Jäger suchen sich Wölfe keine Trophäen. Sie suchen alte, schwache und kranke Tiere aus“, betont sie. Ihr Verein Wolfsschutz-Deutschland wurde im Januar 2018 gegründet und zählt bundesweit rund 150 Mitglieder. Auch wenn es der Name vermuten lässt, engagieren sie sich nicht nur für den Wolf. Sie plädieren für eine Abschaffung der allgemeinen Jagd in Wäldern, Auen, Wiesen und Feldern. Es sei ethisch nicht vertretbar, „in Familienverbände reinzuschießen“. Tiere seien sensibel, handeln sozial und empfinden Schmerz, was Forschungen immer wieder belegen würden. https://www.volksstimme.de/lokal/halberstadt/raubtier-wolf-debatte-erreicht-halberstadt?fbc=fb-shares&fbclid=IwAR1ouiBXSL5i2vUVVKYDGl0DXtXvh6jfXIj79EAGn7Y3jaEXRwwRpYcXPiU

 

Hier die Zusammenfassung unseres Wolfsteamleiters Sachsen-Anhalt, René Stolte vor Ort:

Unter dem Titel „Der Wolf in Europa – Utopie und Wirklichkeit“ fand in Halberstadt ein „Internationales Symposium“ statt. Veranstalter war die „Gesellschaft für Wildtier- und Jagdforschung e.V.“ Mitveranstalter waren die Universität Zagreb (Kroatien) – Fakultät für Forstwissenschaften, die Landesjagdverbände Sachsen-Anhalt,  Sachsen und Bayern.

Wie man schnell vermuten kann, handelt es sich um keinen Veranstalter, der dem Wolf besonders zugetragen ist. Warum habe ich (René Stolte) als Wolfsschützer die Veranstaltung besucht?  Der Politiker wie D. Gürth von der CDU und Landtagsmitglied in Sachsen Anhalt musste sich vor einigen Wochen meinen kritischen Fragen stellen, als er eine Umfrage der CDU mit mehreren Suggestivfragen zum Wolf in Sachsen-Anhalt in das Internet stellte.

Bei unseren hitzigen E-Mail-Diskussionen erwähnte er ein Symposium „Der Wolf in Europa – Utopie und Wirklichkeit“, welches in Halberstadt stattfand. Bei diesem könnte ich mit Ihm über den Wolf diskutieren und vieles lernen zum Thema Wolf. Nach eigener Recherche stellte sich für mich schnell heraus, dass er einfach Unterstützung suchte und nicht mit mir alleine live im Radio sich auseinander setzen wollte, wie ich es Ihm vorgeschlagen hatte.

Mit bei der Kundgebung dabei waren Kay Metzroth von der Stiftung life for nature und die Tierschutz Allianz

Mein Gedanke zu diesem Zeitpunkt:

Um sich Ihm und den Schießwütigen zu stellen, gibt es nur eine Möglichkeit: Hingehen. Ich hielt es für enorm wichtig einen Gegenpol in einer solchen Veranstaltung zu bilden und die quadratischen Rechenmodelle zum Wachstum der Wolfspopulation die mir D. Gürth zu erläutern probierte, platzen zu lassen.

Ein weiterer Gegenpol könnte eine kleine Demo sein, was der Vorstand von Wolfsschutz-Deutschland e.V. dann auch so beschlossen hat.

Bei der problemlosen Anmeldung zum Symbosium schrieb ich, dass die Veranstaltung für mich als Umweltschützer ein Pflichttermin sei. Man war also vorbereitet. Die Veranstaltung zog sich über mehrere Tage hin. Die Begrüßung am Donnerstag und die Übernachtung in Halberstadt wollte ich mir ersparen und das war auch gut so.

Am Freitag begann die Veranstaltung mit einem Vortrag von Prof. Dr. M. Stubbe, einem ehemaligen Dozenten aus Halle. Er ist auch Vorsitzender und Geschäftsführer der gastgebenden Gesellschaft, bei der es sich um kein wissenschaftliches Institut oder An-Institut einer Hochschule oder Forschungsanstalt handelt. Er betitelte Wolfsfreunde und Umweltschützer als „Gutmenschen“ und verwendete eine Rhetorik, wie man sie von Wahlkampfveranstaltungen extremer Parteien kennt. Er stellte alle im Umgang mit dem Wolf als unwissenschaftlich hin. Zahlen und Fakten mit Quellen kamen in seinem Vortrag nicht vor, wie ich wissenschaftliche Vorträge sonst aus meiner Studienzeit kannte. Mein Gefühl sagte mir, hier handelt es sich um einen Demagogen, wie ich es aus einer anderen Zeit kenne. Es ging einfach nur darum, Angst vor dem Fremden zu verbreiten und unsachlich zu reden.

Danach folgte ein Vortrag über die Verbreitung des Wolfes in Europa in der Vergangenheit. Es wurde erwähnt, dass es sich heute ja um eine Kulturlandschaft handle. Dazu stellte ich nach dem Vortrag die Frage: „Gab es im Mittelalter nicht auch schon Kulturlandschaften in Deutschland? Wann hat sich denn Ihrer Meinung nach diese so verändert, dass es zur heutigen einen Unterschied gibt und angeblich nicht mehr so viel Platz für den Wolf vorhanden sei, wie früher?“ Ich wusste, dass es im Harz im Hochmittelalter weniger Bäume gab als heute und man durch das fehlende Holz für Holzkohle anfing im Boden nach Kohle zu graben und Stollen anzulegen. Die Antwort war, dass es fließend sei ein solcher Übergang.

Bei fast allen folgenden Vorträgen, die sich klar zur Bejagung des Wolfes aussprachen, fehlte leider die Zeit um Fragen zu stellen, vielleicht ein Zufall?

Der erste wissenschaftliche Vortrag zum Thema Wolf kam vom Wolfskompetenzzentrum. Er enthielt Zahlen, Fakten und Beweisfotos. Er war vollkommen neutral zum Wolf. Interessant am Vortrag war, dass die meisten Wölfe zwar durch den Automobilverkehr sterben, aber viele Wölfe alte Schussverletzungen tragen.

Die erste Frage hier aus dem Publikum war eigentlich mehr eine Bemerkung. Die Arbeit des Kompetenzzentrums wurde als „stümperhaft“ bezeichnet und ob man sich denn wenigstens von der Arbeitsweise überzeugen könne? Antwort war simpel und glaubhaft, ja man könne es und es haben auch schon mehrere Leute getan.

Bei einem Vortrag über die Verträglichkeit des Damwildes mit dem Wolf in Jagdrevieren mit Zahlen und Fakten, bei dem sich herausstellte, dass es kaum einen Einfluss des Wolfes auf die Population gibt, erwähnte der Vortragende R. Möckel, dass die Mufflons im Flachland Huferkrankungen hatten und vom Wolf gerissen worden. Auf Nachfragen ob Mufflons als Hochgebirgstiere vor dem Wolf fliehen können im Flachland, hieß es als Antwort „Nein“. Ein Raunen ging durch den Saal. Eine weitere Frage begann mit dem Satz: „So einen Blödsinn habe ich ja noch nie gehört.“ Eine leichte Erwärmung des Raumklimas wurde fühlbar.

Als ein schwedischer Beamter mit seinem Vortrag die Träume der anwesenden Jäger dämpfte, Schweden könne das Vorbild für Deutschland und die Bejagung des Wolfes sein, bot sich wieder eine Frage für mich zur Wolfsfreien Zone in Schweden an. „Ob es ein Zufall sei, dass die Genehmigung der Abschüsse von Wölfen, mit der Wiedereröffnung von Erzmienen in der Region der Rentierhalter zeitgleich sei? Oder eine Befriedung eines geopolitischen Problems?“ Die Antwort war, es gebe dort Probleme nicht nur wegen der Mienen, sondern auch wegen neuer Windräder und Wasserkraftwerken in der Region. Gegen den Wolf könne man aber was machen.

Beim letzten Vortrag des Tages stellte sich ein Scharfmacher der CDU, welcher den Rechtsstaat und seine Justiz in Frage stellte, dem Publikum. Ein Kommunalpolitiker aus Ostsachsen. Sein Namen möchte ich zum persönlichen Schutz nicht nennen. Insgesamt waren drei Politiker der CDU anwesend. Handelte es sich hier um ein Symposium zum Wolf oder worum? Die Teilnahme am nächsten Vormittag wollte ich mir ersparen, da mir schon an diesem Tag vom Publikum geraten wurde, den Raum doch zu verlassen.

Für den nächsten Tag, hatten wir ja eine Demo geplant und angekündigt. Die Vorbereitungszeit war natürlich sehr knapp bemessen, weil uns die Idee spontan kam, aber wir haben uns  in einer kleinen Runde mit elf Wolfsschützern der Masse der Menschen gestellt, die den Wolf unbedingt als Jagdtrophäe in ihrer Vitrine haben möchten. Lautstark forderten wir von den Jagdbegeisterten „Herdenschutz statt Wolfsabschuss“. Auch eine kleine, unangemeldete Gegendemo, zahlenmäßig unterlegen, fand statt.

Als ich mich mit ein paar Worten an die Demonstranten wendete, unterbrach mich eine wütende Frau mit Kaffeetasse in der Hand. „Also eins muss ich Ihnen mal sagen“…..oh, dachte ich, bekommst Du jetzt gleich eine Tasse mit heißem Kaffee an den Kopf?…“Ich bin hier zu dieser Veranstaltung gefahren,“ sie zeigte auf das Hotel, in dem das Symposium stattfand „weil es um den Wolf gehen sollte, stattdessen treten ständig irgendwelche Politiker auf und halten Reden, die gar nicht im Programm stehen. Ich will nachher mindestens die Hälfte meines Teilnahmebeitrages wieder“.

Hiermit möchte ich mich bei allen Bedanken, die an unserer Kundgebung teilgenommen haben. Die Mitstreiter haben unsere Meinung vertreten und dabei große Mühen, wie eine Anreise aus Berlin oder Frankfurt am Main auf sich genommen. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken!

 

Die Wolfssituation in Sachsen-Anhalt

Screenshot von www.dbb-wolf.de – Wie wenig Sachsen-Anhalt frequentiert ist und wie viel Platz es in Deutschland für Wölfe noch gibt, sieht man an dieser Wolfsnachweiskarte der DBB Wolf. In Sachsen-Anhalt wurden im vergangenen Wolfsmonitoringjahr nur ELF Rudel nachgewiesen. Für dieses Jahr gibt es noch gar keine aktuellen Zahlen.

Neues Wolfsrudel nachgewiesen

Ein Wolfsrudel lebt seit mindestens 2018 im Steckby-Lödderitzer Forst zwischen Aken und Barby. Das hat das Wolfskompetenzzentrum (WZI) des Landesamtes für Umweltschutz anhand von DNA-Proben im März nachweisen können.

Erste Hinweise auf Wölfe gab es in den angrenzenden Gebieten Mosigkauer und Kühnauer Heide bereits 2016. Seitdem wurde das Gebiet im Rahmen des Monitorings vom Wolfskompetenzzentrum, vom Bundesforstbetrieb Sachsen-Anhalt und vom Biosphärenreservat Mittelelbe beobachtet. Mit Hilfe von Fotofallen und der DNA-Analyse wurden nun das männliche Elterntier sowie zwei ebenfalls männliche Welpen – geboren im Mai 2018 – bestätigt; außerdem ein weiteres Nachwuchstier, welches im Dezember tot aufgefunden wurde. Das Tier starb vermutlich an einer Lungenentzündung.

Neu nachgewiesen wurden auch Rudelterritorien in der Altmärkischen Höhe und der Stresower Heide. Ein Paarterritorium wurde bei Tangerhütte festgestellt. Die neuen Informationen gehen in den Monitoringbericht des laufenden Monitoringjahres 2018/19 ein. Dieser wird Ende 2019 veröffentlicht.

https://lau.sachsen-anhalt.de/wir-ueber-uns-publikationen/pressemitteilungen/pressemitteilung-nr-62019-weitere-wolfsrudel-in-sachsen-anhalt-nachgewiesen/