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Schießbefehle auf Wolf Dani und Wolf Roddy verlängert – gleichzeitig wächst der Widerstand in Schleswig-Holstein und in Niedersachsen

Umweltminister Lies und Umweltminister Albrecht teilten fast zeitgleich mit, dass die Schießbefehle auf die beiden Wölfe verlängert worden sind. Weitere vier Wochen sollen dazu dienen, den Wölfen den Garaus zu machen. Während es in Niedersachsen höchstwahrscheinlich ein Polizeischütze ist, sollen in Schleswig-Holstein Jäger zum Killerkommando  zählen.

Ein Bericht zur Situation in Schleswig-Holstein erschien heute in den Lübecker Nachrichten. Zitat: Die Chance, „ein bestimmtes, scheues und intelligentes Tier zu erlegen“, werde nun mal „durch die Aktivität von unterschiedlichsten Personen an den Sichtungsorten des Wolfs nicht unbedingt gesteigert“.

Unterschiedlichste Personen? Auf LN-Nachfrage spricht ein Mitarbeiter des Ministeriums Klartext: Tierschützer hätten etwa auf Facebook zu Störaktionen aufgerufen, um den Wolf nicht vor die Flinten der Jäger laufen zu lassen. Außerdem fürchteten die Jäger selber, dass sie bei der Jagd erkannt werden könnten, wenn sich andere Personen im Wald aufhielten – und dass sie dann später womöglich Belästigungen durch Tierschützer erdulden müssten.

Wolfsschützerin: „Der Widerstand wächst“

Von organisierten Störaktionen durch Vereine oder Verbände wisse sie zwar nichts, sagt Brigitte Sommer, die Vorsitzende des Vereins „Wolfsschutz-Deutschland. Ihr Verein habe kürzlich nur einmal zufällig parallel zu einer Jagd eine Müllsammel-Aktion in einem Wald der Region durchgeführt. Aber ganz sicher gebe es „viele Leute, die da was von sich aus machen“. Immer mehr Menschen nämlich könnten es einfach nicht mehr nachvollziehen, weshalb der Wolf GW924m sterben solle. „Der Widerstand wächst.“ Verantwortlich für die Risse seien schließlich ja wohl eher die Schafhalter in der Region, die ihre Herden oftmals viel zu schlecht gesichert hätten. Hier geht es weiter http://www.ln-online.de/Nachrichten/Norddeutschland/Verhindern-Tierschuetzer-den-Abschuss-von-Wolf-GW924m-einem-angeblichen-Problemwolf-in-Schleswig-Holstein?fbclid=IwAR27Z5DEh-sVJCgUOGpl51xOjDrB5u_8r2A65Nd-81s8n47nMO-K6Ex5UdA

Im Fall von Familienvater Roddy heisst es heute knapp in einer Pressemitteilung des Umweltministerium Niedersachsen…

Genehmigung zur Tötung des Wolfsrüden GW717m wird erneuert

Pressemitteilung 19/2019
Die bis Ende Februar befristete artenschutzrechtliche Genehmigung zur Entnahme des Wolfsrüden GW717m wird bis zum 31.03.2019 verlängert. Nachdem seit dem unanfechtbaren Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg vom 22.02.2019 gerichtlich ausdrücklich bestätigt ist, dass der Rüde entnommen werden darf, wird das Verfahren weiter unter Hochdruck vorangetrieben.
Die Gefahr weiterer Risse von geschützten Nutztieren und der Weitergabe problematischer Jagdtechniken besteht unverändert fort. Die Erwartung ist, dass die Tötung zügig erfolgt.

Übersteigen die Verwaltungskosten um die beiden Abschüsse inzwischen die Kosten, die durch die Risse entstanden sind?

Interessant dazu wären kleine Anfragen der Oppositionsparteien. Auch hier können immer mehr Menschen nicht mehr nachvollziehen, weshalb ein Haupternährer erschossen werden soll, wenn die Risse doch durch die Förderrichtlinie erstattet werden könnten. Immer mehr Menschen sind sich sicher, dass hier ein Exempel statuiert werden soll. Dazu passt auch eine Forderung des Landvolkverbandes Mittelweser: „Wir fordern den Abschuss des gesamten „Rodewalder Rudels“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landvolk-Kreisverbandes Mittelweser. Solche Art von Populismus dürften immer weniger Leute wirklich nachvollziehen können, denn die EU hat mitgeteilt, dass 100 % Entschädigung und 100 % Förderung erstattet werden. Hier ist einfach kein Wille vorhanden, sich mit dem Wolf zu arrangieren. Ist das eine Wolfsrudel eliminiert, würde sich das nächste ansiedelnd, dass dann wieder weg müsste, ginge es nach dem Willen dieser Leute.

Spazierengehen auf öffentlichem Gelände in Wald in Flur und dabei noch Müll einsammeln ist ausdrücklich erlaubt

Wir rufen die Menschen ausdrücklich dazu auf, sich weiter im Sinne der Allgemeinheit zu betätigen. Auch als Bürgerreporter können sich Menschen engagieren und Fotos von unzureichenden Zäunen machen und diese Bilder an Zeitungen senden. Genaue Info siehe hier: https://www.change.org/p/wolf-pumpak-muss-weiterleben/u/24213911

 

 

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19 Gedanken zu „Schießbefehle auf Wolf Dani und Wolf Roddy verlängert – gleichzeitig wächst der Widerstand in Schleswig-Holstein und in Niedersachsen

  1. wenn ich in dieser Gegend wohnen würde, dann würde ich sehr lange Spaziergänge machen. Es heißt doch immer, geht in den Wald um Euch zu erholen. Ich finde diese Verlängerung eine absolute Frechheit, diese Minister sind Wolfshasser und denen sind die Vorschriften der EU egal, Hauptsache sie haben veranlasst, dass Wölfe getötet werden. Die Worte Gerechtigkeit, Respekt vor anderen Lebewesen, Empathie und Anständigkeit fehlen in deren Vokabular. Solche Politiker gehören entfernt.

    1. Danke für den tollen Beitrag über Lettland und das Verhältnis der Letten zum Wolf.
      Ausdrucken und den schiessgeilen Trophäenjägern an die Stirn tackern.

  2. Genau wie die Hexenjagd im 17. Jahrhundert. Da hat sich wirklich nichts geändert. Geistig weiterentwickelt haben sich die Nachfahren jedenfalls nicht, dazu gehören auch Herrschaften aus Politik und Justiz!

    1. Kann man eigentlich irgendwie feststellen, ob einer oder mehrere der an den Urteilen beteiligten Richter selbst Jäger ist? Wäre doch mal interessant zu wissen!

  3. Für mich grenzt das schon an Besessenheit und Verfolgungswahn seiten der UM. und trägt in der Bevölkerung eher dazu bei, sich auf Seiten der Wölfe zu stellen. Die Minister schießen sich mit diesen Kampagnen eher selbst ins Aus.

  4. Allen Waldspaziergängern und Müllsammlern viel Erfolg und Grüße aus dem äußersten Norden Schleswig-Holsteins! – Zu wissen, dass da jemand der Anti-Wolfs-Mafia ihr Spiel verdirbt, bereitet mir großes Vergnügen.

  5. Ich frage mich die ganze Zeit, wie viel ihm die schiesswütige Lobby der hirntoten kranken alten Pfeffersäcke bezahlt hat….
    Geht in die Wälder Leute!!
    Die nächste Wahl wird kommen.
    Für mich gibt’s nur noch Parteien, für die die Rechte der Tiere eine ebenso grosse Rolle spielen, wie Menschenrechte.

  6. Tja nix Demokratie, eine Verwaltungsdiktatur gibt den Ton an. Mich schüttelt es mittlerweile, wenn ich „die Politik, die Behörde, das Ministerium“ höre. Da sitzen Lebewesen, die sich zur Gattung Mensch zählen, sich aber benehmen wie Ausserirdische, weltfremd setzen sie sich anscheinend nachmittags in ihre Ufos, um in der Milchstrasse zu übernachten und morgens wieder in ihre Büros einzufallen. Diese offensichtlich „spezielle Gattung Mensch“ hat zwar die gleichen Bedürfnisse und Zipperlein wie jeder andere Zweibeiner, aber wo bleibt Zukunftsorientiertes Denken und Handeln? Wo sind die kognitiven Fähigkeiten? Politiker, als Personen des öffentlichen Lebens, sollten Vorbildfunktion besitzen, aber was wird diskutiert: der Wolf ist eine Gefahr für die Öffentlichkeit und muß weg, aber jetzt wird überlegt, dass deutsche IS-Kämpfer, die aus freien Stücken zum Töten in Kriegsgebiete abgewandert sind, wieder mit ihren Familien nach Deutschland einreisen dürfen? Das ist für mich keine Politik sondern Muppets-Show.

  7. Diese widerwärtigen Wolfshinrichtungen gehört Einhalt geboten. Ich hoffe sie bekommen Roddy nicht! Da er doch angeblich soviel Schafe etc reißt hätte man ihn doch schon bekommen müssen.
    Bitte liebe Wolfsfreunde sammelt Pilze, Müll egal was immer schön laut! Damit sie Roddy nicht bekommen. Mir ging es am Donnerstag auch nicht gut. Ich habe die Stunden gezählt. Ich dachte dann ist Roddy sicher. Die schieben den Hinrichtungstermin, für ein Tier das nur aus Hunger tötet, einfach unbegrenzt weiter. Dazu haben sie kein Recht mir egal nicht meine Minister. Aber unser aller Natur und Wildbestand. Dazu gehört auch der Wolf wir müssen ihn schützen. Vor Menschen die sich nicht arrangieren wollen. Umweltministerin Schulze will Wöfsabschüsse noch erleichtern. Es reicht wehrt euch! Traurige Zeiten für viele Tiere das Leid ist unerträglich.

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