Österreichs Jagd auf besenderte Forschungswölfe entlarvt das grausame System

Die Wolfspolitik in Österreich hat eine neue, erschreckende Eskalationsstufe erreicht. Allein im ersten Halbjahr wurden in Österreich laut offiziellen Daten des WWF bereits mindestens 23 Wölfe auf Basis der umstrittenen Länder-Verordnungen geschossen – im Schnitt wird damit alle acht Tage ein Wolf getötet. Bei einer fragilen Gesamtpopulation von nur rund 120 nachgewiesenen Individuen im Land ist das ein massiver, unionsrechtswidriger Eingriff.  Unter den Opfern befinden sich innerhalb weniger Monate auch gleich zwei besenderte Forschungswölfe – „Andrea“ und „Mirco“ – aus italienischen Universitätsprojekten.

Die Vorfälle zeigen schonungslos, wie willkürlich, mutwillig und grausam das dortige Abschusssystem agiert. Nachträgliche GPS-Datenanalysen des WWF bewiesen im Fall des im Juni in Tirol getöteten Rüden „Mirco“: Der Wolf war völlig unauffällig im hochalpinen Gelände unterwegs, ernährte sich von Wild und war zum Zeitpunkt des Abschussbeschlusses noch gar nicht im Land.
    • Wolf „Andrea“: Der junge Rüde wurde am 1. Februar 2026 im kärntnerischen Mölltal (Bezirk Spittal an der Drau) geschossen.
    • Wolf „Mirco“: Der Tiroler Abschuss im Bezirk Schwaz erfolgte am 21. Juni 2026.

Beispielfoto Wölfe.

Protestbriefe an die EU reichen nicht mehr aus

Nach solchen Skandalen ist der Aufschrei in den sozialen Netzwerken stets groß. Aktuell haben zwar 25 internationale Natur- und Tierschutzorganisationen eine offizielle Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht. Doch wir müssen der Realität ins Auge blicken: Reine Protestbekundungen in Brüssel verpuffen wirkungslos. Während die Mühlen der EU-Bürokratie monate- oder jahrelang mahlen, schaffen Länder wie Österreich tagtäglich vollendete Tatsachen.
Was es jetzt braucht: konsequenter juristischer Widerstand. Große, finanzstarke Organisationen wie der WWF dürfen sich nicht auf Pressemitteilungen und nachträgliche Analysen beschränken – sie müssen alle rechtlichen Hebel in Bewegung setzen und diese Abschüsse direkt vor Ort stoppen. Es braucht aber auch den persönlichen Einsatz von Wolfsfreunden vor Ort in den Wolfsterritorien.

Der juristische Rechentrick: Wie Österreich bislang Klagen blockiert

Dass Naturschutzverbände schwer dazwischengrätschen können, liegt an einer bewussten Sabotage des Rechtsschutzes durch die österreichische Politik. Eigentlich hat der WWF vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) längst ein Grundsatzurteil erstritten, das Abschüsse in Österreich für illegal erklärt.
Um dieses Urteil und die lästigen Klagen der Naturschützer zu umgehen, nutzen Bundesländer wie Tirol, Kärnten und Salzburg einen juristischen Trick: Sie erlassen keine behördlichen Einzelfallentscheidungen (Bescheide) mehr, gegen die Verbände sofort vorgehen könnten. Stattdessen heben sie pauschale Verordnungen mit Gesetzescharakter aus der Taufe.
Gegen solche Verordnungen gibt es für Umweltverbände im österreichischen Recht keinen direkten, schnellen Rechtsschutz. Der einzige Weg führt über den langwierigen Verfassungsgerichtshof. Ein solches Verfahren dauert Monate – die Abschussverordnung gilt jedoch sofort. Jäger dürfen schießen (wie die aktuellen Meldungen über fünf neue Abschüsse allein in Kärnten zeigen). Dennoch müssten Klagen von den großen Verbänden wie WWF angegangen werden. Wenn das Gericht die Verordnung Monate später kippt, sind die bislang zur Jagd freigegebenen Wölfe zwar längst tot, das System muss aber darin gebremst werden, unumkehrbare Fakten zu schaffen.
Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

Der kritische Blick auf Besenderungen: Ein wandelndes Todesurteil?

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. sehen die Praxis der Besendung von Wölfen zu Forschungszwecken schon lange mit großer Skepsis. Die aktuellen Tragödien in Österreich bestätigen unsere Befürchtungen: Die vermeintliche Wissenschaft wird für die Tiere oft zum Verhängnis.
Sobald ein Wolf ein GPS-Halsband trägt, sind seine Bewegungsdaten im System. In einer aufgeheizten politischen Landschaft, in der Behörden und Teilen der Jägerschaft jedes Mittel recht ist, um Abschüsse zu rechtfertigen, werden diese Daten zur Gefahr. Anstatt die Tiere zu schützen, erleichtern die Ortungssignale im schlimmsten Fall das gezielte Aufspüren und Töten.
Dass dies kein rein österreichisches Problem ist, zeigt der Blick vor die eigene Haustür. Auch in Deutschland endeten Besenderungen in der Vergangenheit viel zu oft tödlich:
    • Sachsen: Hier wurden besenderte Wölfe mehrfach Opfer von illegalen Abschüssen oder starben unter ungeklärten Umständen, nachdem ihr Aktionsradius bekannt war.
    • Niedersachsen (Fall Wolf „Alster“): Auch hier zeigt sich, wie ein besendertes Tier durch die behördliche Überwachung und die damit einhergehende öffentliche Debatte extrem verwundbar wird und im Fadenkreuz der Abschusspolitik landet

Wissenschaftlicher Erkenntnisgewinn oder attraktive Forschungsgelder – zudem ist bereits bekannt, dass Wölfe weite Strecken wandern –  dürfen nicht auf Kosten des Überlebens der Individuen gehen. Wenn Besenderungen in der Praxis nicht absolut geheim gehalten werden können und den Behörden als Navigationshilfe für den Abschuss dienen, müssen sie ausgesetzt werden.

 

Quellen und weiterführende Informationen

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Weitere grausam hingerichtete Wölfe in Italien – Jetzt bis zu 21 Tote

Seit unserem Bericht vom 20. April hat sich die schreckliche Bilanz weiter dramatisch verschlechtert. Statt zehn sind inzwischen mindestens 18 bis 21 Wölfe innerhalb weniger Tage im und um den Parco Nazionale d’Abruzzo, Lazio e Molise qualvoll an vergifteten Ködern gestorben. Dazu kommen mehrere Füchse und mindestens ein Mäusebussard. Wieder einmal haben feige ausgelegte Pestizid-Köder ganze Familien ausgelöscht. Aber es wurde auch ein Täter in einem anderen Fall verurteilt. In zwei weiteren Fällen wurden abgetrennte Wolfsköpfe drapiert. 

Beispielfoto Wölfe.

Die Staatsanwaltschaft von Sulmona ermittelt

In Wolfs- und Tierschutzkreisen wird derzeit folgender Text massiv geteilt, der auf eine baldige Wende hoffen lässt: „Wir sind einer Wende bei den vergifteten Wölfen in den Abruzzen nahe. Von Stunde zu Stunde zieht sich die Schlinge um die Kriminellen enger, die 18 Wölfe in den Abruzzen vergiftet haben. Die Ermittlungen, die von den Carabinieri Forestali in Zusammenarbeit mit spezialisierten Einheiten für wissenschaftliche Untersuchungen geführt werden, könnten eine bedeutende Wende genommen haben. Die Ermittler analysieren das, was als mögliche ‚rauchende Pistole‘ bezeichnet wird – also das entscheidende Element, das zu den Verantwortlichen führen könnte. Unter Untersuchung stehen mögliche biologische und umweltbezogene Spuren auf Verpackungen, Plastiktüten und den vergifteten Ködern selbst. Diese Erkenntnisse werden dann mit dem Telefonverkehr und weiteren Umfelddaten abgeglichen und dürften bald zu den Schuldigen führen.“

Ob diese „rauchende Pistole“ wirklich bald zuschlägt, bleibt abzuwarten. Dennoch zeigt allein die Intensität der Ermittlungen einen klaren Unterschied zu Deutschland. Italien gibt sich deutlich mehr Mühe als Deutschland.

Unabhängig von der aktuellen Gift-Serie wurde kürzlich in der Provinz Belluno (Venetien) der Jäger Alessandro Paluselli, ehemaliges Mitglied des Comitato Cacciatori Bellunese, verurteilt. 

Er hatte einen Wolf mit einer illegalen Drahtschlinge getötet und eine Hirschkarkasse als Köder benutzt. Das Urteil ist allerdings lächerlich gering: 2 Monate Freiheitsstrafe und 1.700 Euro GeldstrafeDie Überführung gelang durch DNA-Vergleiche – ein Beweis, der in Deutschland bei Wolfsfällen extrem selten zum Erfolg führt. Während Italien in Wolfsgebieten, besonders in Nationalparks, regelmäßig forensische Methoden (DNA-Analysen, Handy-Daten, spezialisierte Einheiten der Carabinieri Forestali) einsetzt und dadurch immer wieder Täter überführt, passiert in Deutschland nahezu nichts. Seit der Rückkehr der Wölfe wurden hierzulande über 130 Wölfe illegal getötet – durch Schuss, Gift oder Fallen. Die bittere Bilanz: Es gibt praktisch keine Verurteilungen. In den allermeisten Fällen wurden keine Täter ermittelt. Die wenigen Ausnahmen betreffen fast ausschließlich Personen, die sich selbst gestellt hatten.
Beispielfoto Wolf.
Vorsätzliche, kaltblütige Wolfsabschüsse bleiben in Deutschland in der Regel straffrei. Italien zeigt zumindest ansatzweise, dass man es ernst meint: Man ermittelt intensiver, nutzt moderne Forensik und bringt vereinzelt Täter vor Gericht. In Deutschland hingegen herrscht weitgehende Straffreiheit – ein fatales Signal.

Geköpfte Wölfe

In der Toskana wurden im Frühjahr 2026 mindestens zwei Wölfe enthauptet aufgefunden, wobei die Köpfe teilweise demonstrativ an Straßenschildern oder Pfosten präsentiert wurden – ein Vorgehen, das als bewusste Provokation und Einschüchterung gewertet wird. Vergleichbare Fälle sind auch aus anderen Ländern bekannt: In Spanien (Asturien) wurden 2023 die abgetrennten Köpfe zweier Wölfe „mafia-style“ vor dem Rathaus von Ponga abgelegt. https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/04/28/grenzenloser-hass-schon-wieder-zwei-gekoepfte-woelfe/
In Deutschland gibt es wiederholt Berichte über illegal getötete undauch geköpfte , wenngleich öffentlich zur Schau gestellte Köpfe seltener dokumentiert sind. Hier ein Fall aus Niedersachsen: https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/04/07/gekoepfter-wolf-in-niedersachsen-abgelegt-wolfsschutz-deutschland-e-v-stellt-strafanzeige-und-setzt-belohnung-aus/
Psychologisch gesehen kann die gezielte Enthauptung und Zurschaustellung von Tieren auf eine Form von instrumenteller Grausamkeit hinweisen – die Tat dient nicht nur der Tötung, sondern der symbolischen Machtdemonstration und der Kommunikation von Wut an die Gesellschaft oder Behörden. Forschung zum Zusammenhang zwischen Tierquälerei und Gewalt gegen Menschen (u. a. Studien des FBI und der Massachusetts SPCA) zeigt, dass wiederholte schwere Tierquälerei ein Risikofaktor für zwischenmenschliche Gewalt sein kann. Personen, die Tiere systematisch und mit hoher Brutalität misshandeln, weisen statistisch ein erhöhtes Risiko auf, auch gegenüber Menschen aggressiv oder gewalttätig zu werden.

Fazit

Die vergifteten Wölfe in den Abruzzen und die geköpften Wölfe in der Toskana sind die brutale Konsequenz einer europaweiten Hetze gegen den Wolf, die durch die Rückstufung des Schutzstatus weiter angeheizt wird. Solange Politiker den Wolf zum Abschuss freigeben und Behörden bei illegalen Tötungen beide Augen zudrücken, wird sich die Gewaltspirale weiterdrehen – in Italien, in Deutschland und überall. Die Wölfe brauchen tatsächlich eine Strafverfolgung, die ihren Namen verdient.

Quellen:

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EU-Wolfsherabstufung: Italien jagt, Spanien widersteht – doch der wahre Konflikt liegt woanders

Der Wolf reguliert sich selbst – er braucht keine Quoten, kein überbordendes Monitoring. Dennoch wird er in technokratische Schemata gepresst: Daten, Expertenberichte und Pläne dominieren, wie James Corbett es als „Wissenschaft der Sozialingenieurie“ beschreibt. Die EU-Herabstufung des Schutzstatus seit 2025 öffnet Türen für Abschüsse, obwohl Risszahlen marginal sind (unter 0,3 % in Deutschland, 0,6–1 % EU-weit). Italien setzt aggressiv um, Spanien widersteht – doch in beiden Ländern dient der „Wolfs-Konflikt“, genau wie überall, als Ablenkung von den echten Agrarkrisen: Höfesterben, Konzernmacht und Preisdiktat. Ein Vergleich.

Italien und Spanien, mit den größten Wolfspopulationen in Südeuropa (Italien ca. 3.300–3.500, Spanien ca. 2.500–3.000), zeigen unterschiedliche Umsetzungen – doch in beiden Ländern dient der „Wolfs-Konflikt“, genau wie bei uns in Deutschland und EU-weit, als Ablenkung von tieferen Problemen in der Landwirtschaft.
Beispielfoto Wolf.

Italien: Aggressives Management – Abschüsse als technokratische „Lösung“

Italien hat die EU-Lockerung sofort umgesetzt: Seit Januar 2026 erlaubt ein Dekret bis zu 160 Abschüsse pro Jahr (3–5 % der Population), verteilt auf Regionen wie Lazio (bis 15) oder Veneto (bis 4). Das ISPRA-Institut rechtfertigt das mit Konflikten in Alpen und Apennin, doch die Risszahlen sind marginal: Nur 0,6–1 % der Nutztierverluste gehen auf Wölfe zurück. Ein Vorfall wie der am Flughafen Rimini-Fellini im Januar 2026 (ein Rudel jagte Hasen) wird hochgespielt, um Abschüsse zu legitimieren – statt Prävention zu fordern. Das Ganze wirkt orchestriert: Der Wolf wird in Schemata gepresst (DNA-Analysen, Monitoring, Quoten), um ein System der Kontrolle zu etablieren. Organisationen wie Green Impact und WWF Italia klagen dagegen vor dem EuGH (z. B. Az. T-563/25), mit mittelhohen Erfolgschancen (50–70 %), da Präzedenzen ökologische Standards priorisieren. Aber die Technokratie rollt weiter: Abschüsse destabilisieren Rudel, ohne Konflikte zu lösen. Ein solches Desaster kann auch uns in Deutschland drohen. 

Spanien: Aktueller Widerstand – aber Jagd droht bei „günstigem Erhaltungszustand“

Spanien stemmt sich gegen die Herabstufung: Als eines der wenigen EU-Länder votete es dagegen und hält national strengere Regeln. Bis 2021 war Jagd nördlich des Duero möglich; seit 2021 galt landesweit strenger Schutz im LESPRE. Im März 2025 hob der Kongress den Schutz nördlich des Duero auf – theoretisch erlaubt das kontrollierte Jagd. Praktisch bleibt Jagd blockiert: EuGH-Urteile (z. B. Az. C-436/22, Juli 2024) fordern, dass der nationale Erhaltungszustand berücksichtigt wird – und der ist in Spanien oft „ungünstig-unzureichend“ (Bericht 2019). Regionale Pläne wurden gekippt, das Verfassungsgericht prüft. Südlich des Duero gilt strenger Schutz unverändert. Für 2026 gibt es keine systematischen Jagden. Doch das könnte sich ändern: Wenn der Erhaltungszustand als „günstig“ festgestellt wird – basierend auf technokratischen Bewertungen (Daten, Berichte im 6-Jahres-Turnus, die der EuGH 2024 als unzureichend kritisierte) – könnte die Jagd losgehen. Das ist wieder Technokratie pur: Der Status wird durch Experten und Modelle „bestimmt“, oft ignoriert, dass der Iberische Wolf fragmentiert und bedroht bleibt. Organisationen wie Ecologistas en Acción warnen: Solche „Zahlen-Spielchen“ öffnen Türen für Abschüsse, ohne echte Notwendigkeit.
Spielende Wölfe.

Der herbeigeredete Konflikt: Niedrige Risszahlen als Ablenkung von realen Problemen

Die Risszahlen sind niedrig: EU-weit unter 0,1–0,5 % der Nutztiere, in Deutschland unter 0,3 %. Mit effektivem Herdenschutz (Elektrozäune, Herdenschutzhunde) sinken sie noch weiter. Dennoch wird der Wolf als „Bedrohung“ hochgespielt – ein herbeigeredeter Konflikt, der von den wahren Krisen der Landwirtschaft ablenkt: Sinkende Erzeugerpreise, Höfesterben, Klimafolgen, Preisdiktate durch Konzerne. Das passt in ein größeres Bild: Die Landwirtschaft der Zukunft wird von Großkonzernen dominiert (z. B. Bayer, Corteva kontrollieren Märkte). Kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe verschwinden – vielleicht sogar gewünscht? Skaleneffekte, Digitalisierung und EU-Politik (GAP) begünstigen Große, während Extensive (wie Schafhalter) marginalisiert werden. Der Wolf dient als Sündenbock: Statt gegen Konzerne zu protestieren, wettern Bauern gegen Wölfe – eine klassische Ablenkungsstrategie.
Italien nutzt die Herabstufung für Abschüsse, Spanien widersteht – aber selbst dort lauert Jagd bei technokratisch „günstigem“ Status. Der Wolf braucht keine Verwaltung: Er reguliert sich selbst. Stattdessen: Flächendeckender, unbürokratischer Herdenschutz, um Risse zu vermeiden. Die Bürokratie dient nicht dem Wolf oder den Bauern, sondern einem System der Kontrolle. Lasst uns den Fokus auf die echten Krisen legen – und den Wolf genauso wie andere Wildtiere  in Frieden lassen, EU- und weltweit.
Quellen:

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Findet Nemo: Wolf in Not wurde von der Feuerwehr bei Mailand aus einem Kanal gerettet

Am Morgen des 22. Februar 2025 ereignete sich in der Nähe von Mailand ein ungewöhnliches Drama: Ein Wolf war in den Naviglio Grande, einem historischen Schifffahrtskanal, geraten und drohte zu ertrinken. Dank des schnellen Einsatzes der örtlichen Feuerwehr konnte das Tier jedoch gerettet werden.

 
In Gaggiano, einer Gemeinde südwestlich von Mailand, bemerkten Passanten am Samstagmorgen ein Tier, das verzweifelt im Wasser des Kanals schwamm. Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass es sich um einen Wolf handelte – ein seltener Anblick so nah an einer Großstadt. Der erschöpfte Beutegreifer schien in einer Ausbuchtung des Kanals festzusitzen und war nicht in der Lage, sich selbst zu befreien. Sofort wurde die Feuerwehr alarmiert.
„Nemo, so wurde der junge Wolf getauft, der am Samstag im Kanal von Gaggiano geborgen wurde. Er ist jetzt im Cras di Monte Adone in Sicherheit: In den nächsten Tagen wird das Personal der Einrichtung ihn auf Unterkühlung untersuchen und alles tun, um ihn zu rehabilitieren. Sobald Nemo wieder zu Kräften gekommen ist, wird die Region Lombardei mit Unterstützung von Experten die im Einsatzprotokoll vorgesehene Freilassung vornehmen. Nemo, wir alle drücken dir die Daumen!“, schreibt Gianluca Comazi auf Facebook: Quelle: https://www.facebook.com/profile.php?id=100050196682315
 
Die Feuerwehrleute, die auf Rettungseinsätze in schwierigem Gelände spezialisiert sind, rückten mit Booten und spezieller Ausrüstung an. Die Rettung gestaltete sich jedoch als Herausforderung: Der Wolf war natürlich von Natur aus misstrauisch und versuchte mehrfach, den Helfern schwimmend zu entkommen. Nach mehreren Anläufen gelang es den Einsatzkräften schließlich, das Tier mit einer Schlinge zu sichern und aus dem kalten Wasser zu ziehen. Augenzeugen berichteten von einem beeindruckenden Einsatz, bei dem Geduld und Geschick gefragt waren.
 
Experten vermuten, dass der Wolf auf der Suche nach Nahrung – möglicherweise Biberratten – in einen der Zuflüsse des Naviglio Grande geraten war, die Wasser aus dem nahegelegenen Tessin transportieren. Von der Strömung mitgerissen, wurde er bis nach Gaggiano gespült, etwa 15 Kilometer vom Stadtzentrum Mailands entfernt. Der „Parco del Ticino“, ein Naturpark nordwestlich der Stadt, gilt als Lebensraum für eine wachsende Wolfspopulation. Wissenschaftler der Universitäten Mailand und Pavia bestätigen, dass Wölfe dort seit etwa acht Jahren regelmäßig gesichtet werden.
 
Nach seiner Befreiung wurde der Wolf von Tierärzten untersucht. Trotz der Strapazen – er hatte mehrere Stunden im Wasser verbracht – schien das Tier unverletzt, wenn auch erschöpft. Anschließend wurde er in die Obhut von Wildtierexperten gegeben und Nemo sei auf dem Weg zum Center for Wildtier Recovery von Monte Adone, spezialisiert auf die Pflege von Wölfen: https://www.facebook.com/centrotutelafauna
Gleichzeitig zeigt die gelungene Rettung, wie wichtig gut ausgebildete Einsatzkräfte mit Herz für den Schutz von Mensch und Tier sind. Für die Feuerwehrleute aus Mailand war es ein Einsatz, der noch lange in Erinnerung bleiben wird – und für den Wolf ein zweiter Start ins Leben.

 

 

In Italien werden Wölfe gerettet, in Deutschland oft getötet

Behörden in Italien und ihre Rollen bei Wolfsrettungen
  1. Feuerwehr (Vigili del Fuoco)
    Wie im Fall vom 22. Februar 2025 bei Mailand zeigt die Feuerwehr ihre Kompetenz bei akuten Notlagen, etwa wenn Wölfe in Kanälen oder anderen gefährlichen Situationen festsitzen. Solche Einsätze sind selten, aber dokumentiert – etwa 1–2 bekannte Fälle kommen so zusammen, besonders in urbanen Randgebieten.
  2. Polizei (Carabinieri Forestali)
    Die Forstpolizei, die 2016 das Corpo Forestale übernahm, ist für Wildtierkriminalität und -schutz zuständig. Sie rettet Wölfe, die in illegalen Fallen gefangen sind oder nach Verkehrsunfällen verletzt wurden. Ein Beispiel ist die Bergung eines Wolfs nach einem Autounfall in Südtirol 2024. Da Verkehrsunfälle eine häufige Todesursache sind (ca. 50–100 Wölfe pro Jahr), könnten 5–10 Wölfe jährlich durch die Carabinieri Forestali gerettet worden sein
  3. Nationalpark-Ranger und örtliche Behörden
    In Nationalparks wie dem Parco Nazionale d’Abruzzo, Lazio e Molise oder dem Parco del Ticino sind Ranger aktiv, die Wölfe nach Naturkatastrophen (Waldbrände, Überschwemmungen) oder bei Verletzungen retten. Ein Fall aus 2018 beschreibt die Rettung eines Wolfs nach einem Brand in den Abruzzen durch Ranger und Feuerwehr. In den letzten zehn Jahren könnten 5–15 solcher Einsätze stattgefunden haben, da Wölfe hier häufiger vorkommen und geschützt werden.
  4. Veterinärbehörden (ASL – Aziende Sanitarie Locali)
    Lokale Gesundheitsbehörden kümmern sich um verletzte Wildtiere, oft in Zusammenarbeit mit anderen Stellen. Nach der Rettung eines Wolfs werden sie zur Behandlung hinzugezogen, wie im Mailänder Fall 2025.
  5. Umweltschutzorganisationen mit behördlicher Unterstützung
    Italienische Naturschutzorgas arbeiten oft mit Behörden zusammen, um Wölfe zu retten, etwa bei illegalen Schussverletzungen oder Vergiftungen. Ein Beispiel ist die Reaktion auf die Vergiftung von vier Wölfen in Trentino im Februar 2025, wo Ermittlungen und Rettungsversuche Hand in Hand gingen. Solche Kooperationen könnten 2–5 Rettungen pro Jahr ermöglichen.

Vergleich mit Deutschland

In den vergangenen fünf Jahren (Februar 2020–Februar 2025) wurden nach Schätzungen vermutlich zwischen 83 und 125 Wölfe in Deutschland nach Verkehrsunfällen oder anderen Vorfällen euthanasiert. Eine genaue Zahl bleibt aber leider spekulativ, da sie von DBB-Wolf nicht separat dokumentiert wird. Es gibt nur wenige Wolfsauffangstationen in Deutschland und in Deutschland darf verunfallten Wölfen nicht geholfen werden.

  1. Gesamtschätzung (2020–2025):
    • Verkehrsunfälle: 63–88 (4 Jahre) + 15–22 (2024/25) = 78–110 Euthanasien.
    • Andere Vorfälle: 1–3 pro Jahr × 5 Jahre = 5–15 Euthanasien.
    • Total: 83–125 Wölfe könnten in den letzten fünf Jahren euthanasiert worden sein.
  • Die DBBW unterscheidet nicht explizit zwischen „sofort tot“ und „nach Verkehrsunfall euthanasiert“, deshalb können wir hier nur schätzen.
Datengrundlage
  • Monitoringjahre (1. Mai bis 30. April des Folgejahres), Quelle Statistig der DBB-Wolf:
    • 2020/21: 138 Totfunde, davon 107 durch Verkehrsunfälle.
    • 2021/22: 157 Totfunde, davon 126 durch Verkehrsunfälle.
    • 2022/23: 159 Totfunde, davon 121 durch Verkehrsunfälle.
    • 2023/24: 193 Totfunde, davon 150 durch Verkehrsunfälle.

Für besonders ethisch untragbar bleibt uns von Wolfsschutz-Deutschland e. V. die Tötung von Mischlingswelpen in Erinnerung: https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/08/13/ethisch-untragbar-schon-wieder-mischlings-wolfswelpentoetungen-in-thueringen/

Immer wieder werden in Deutschland auch Wölfe aufgrund einer Räudeerkrankung getötet: https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/02/04/herzloses-deutschland-zwei-wolfswelpen-wegen-raeude-umgebracht/

Über gerettete Wölfe in Deutschland gibt es auch keine verlässliche Datenlage. Spektakuläre Rettungen von Welpen gab es in Sachsen – https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/09/17/happy-end-in-sachsen-verirrter-wolfswelpe-aus-einer-misslichen-lage-befreit/

in NRW https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/07/30/nrw-wolfsbaby-nach-kurzem-ausflug-in-menschenobhut-wieder-zuhause-dennoch-bleiben-fragen-offen/

und der bayerischen Rhön: https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/07/04/bayern-welpe-nuka-ist-sohn-der-illegal-verfolgten-rhoenwoelfin-frigga/

Gerade in Ländern mit einer Vergangenheit wie Österreich und Deutschland sie haben, wäre ein Umdenken unbedingt notwendig.

Weitere Quellen:

https://www.facebook.com/reel/931217445498691

http://www.dbb-wolf.de

https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/02/22/wolfsschutz-deutschland-e-v-fordert-verletzte-woelfe-retten-statt-toeten/

https://www.mimikama.org/verletzter-wolf-deutschland-keine-hilfe/

Wolfsschutz-Deutschland e. V. fordert: Verletzte Wölfe retten, statt töten

In Sachsen-Anhalt wurde am vergangenen Sonntag ein verletzter Wolf durch einen Tierarzt notgetötet. Das Tier soll an einem offenen Bruch gelitten und unterernährt gewirkt haben. Die Anzahl an Wölfen, die hier in Deutschland in der Vergangenheit gerettet wurden, ist nicht einmal an einer Hand abzuzählen. Ganz anders geht Italien mit verletzten Wölfen um.  Dort gibt man sich alle Mühe, die Tiere aufzupäppeln um sie wieder in die Freiheit zu entlassen. Warum funktioniert dies in Deutschland nicht? Auch werden in Italien illegale Wolfstöter regelmäßig ermittelt. In Deutschland ebenso regelmäßig Verfahren eingestellt. Ein Vergleich.

Es gibt Päppelstellen für Wölfe in Deutschland und in Niedersachsen sogar einen Krankenwagen. Trotzdem werden verunfallte und verletze Wölfe immer wieder eingeschläfert, statt behandelt. Beispielbild © Brigitte Sommer

In der Nähe von Bindfelde hätte am Sonntag ein schwer verletzter Wolf getötet werden müssen, teilte das Landesamt für Umweltschutz am Montag mit. Ein Anwohner des Ortsteiles von Stendal hätte am Vormittag das Wolfskompetenzzentrum (WZI) über die Sichtung des Tieres informiert. Zwei Mitarbeiter des WZI hätten gemeinsam mit dem zuständigen Jagdpächter und einem Tierarzt in der Gegend nach dem Wolf gesucht. Den Angaben nach wurde das Tier kurz darauf in der Nähe des Beobachtungsortes gefunden. Es sei zunächst narkotisiert worden.

Bei der anschließenden Untersuchung habe der Tierarzt einen offenen Knochenbruch sowie starke Anzeichen von Abmagerung festgestellt. Entsprechend der Leitlinie Wolf wurde der Vierbeiner im Rahmen einer Nottötung direkt vor Ort durch den Tierarzt eingeschläfert. Wir fordern, dass auch endlich in Deutschland ein Umdenken stattfinden muss. Schließlich gibt es ausgewiesene Päppelstellen und in Niedersachsen sogar einen Krankenwagen für Wölfe.

Ähnlich miserabel ist die Aufklärungsrate bei illegalen Wolfstötungen in Deutschland. Bis 2018 konnte ein Täter konnte bisher nur in drei Fällen ermittelt werden. Das auch nur, weil es sich um Jäger handelte, die sich selbst anzeigten und angaben, sie hätten aus versehen getötet.

Wölfe werden in Italien immer wieder gerettet

Diese schöne Geschichte erzählt von der Genesung zweier Wölfe, die in verschiedenen Gegenden gefunden wurden. Beide wurden gerettet und aufgepäppelt.  So gehen sie den Genesungsweg gemeinsam, denn wie sagt es sich so schön: Geteiltes Leid ist halbes Leid.
Der Wolfsrüde wurde in Umbrien geborgen und in das Monte Adone Recovery Centre in der Emilia Romagna versetzt: Hier traf er auf Gea, eine Fähe, mit dem er jetzt den Behandlungs- und Rehabilitationsprozess teilt.

 

 

 

Wildtierkriminelle werden in Italien dingfest gemacht

Nach Monate andauernden Untersuchungen der Forest Carabinieri und mit der Hilfe ballistischer Analyse des RIS von Parma konnte ein Wilderer vor Kurzem dingfest gemacht werden. Es war möglich durch die Spuren einen Wilderer zurückzuverfolgen, der für die Tötung eines jungen Wolfes im vergangenen Winter in der Provinz Cuneo verantwortlich war.
Der Angeklagte, ein in Peveragno (CN) ansässiger Jäger wurde wegen Tiertötung vor Gericht gestellt (Kunst. 544 bis C.P.), für die er eine Haft von vier Monaten bis zu zwei Jahren riskiert. Er wurde auch wegen weiterer Vergehen im Zusammenhang mit Waffenhaft und Keulung besonders geschützter Arten vor Gericht gerufen (art. 2 und 30 L. 157/’92).
Der Fall ereignete sich im Januar 2021. Der tote Körper des Wolfes wurde in der Nähe der Provinzstraße gefunden, die Peveragno mit Chiusa Pesio verbindet.

 

Quelle: https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/stendal/stendal/wolf-bindfelde-schwer-verletzt-getoetet-100.html?fbclid=IwAR1vdVfMkNr39QP3PVl7F3jKvr6c_9itbX-x9eyipyAytXy_0DXe2FkIWbk