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Happy End in Sachsen – verirrter Wolfswelpe aus einer misslichen Lage befreit

Die Fachstelle Wolf des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) informierte gestern in einer Pressemitteilung darüber, dass sich ein Wolfswelpe in den Dresdner Ortsteil Langebrück verirrt hätte. Als der Wolfswelpe Menschen wahrgenommen hätte, hätte er versucht, in ein Grundstück zu flüchten und wäre aber in einem Zaun stecken geblieben. Daraufhin sei die Polizei informiert worden. Ein herbei gerufener Tierarzt hätte den Welpen aber schließlich aus dem Zaun befreien können.

Anscheinend hat der Tierarzt den Welpen wieder frei gelassen, denn das Sächsische Umweltministerium schreibt weiter in seiner Pressemitteilung, dass es danach allerdings unklar gewesen wäre, ob der Welpe den Weg zurück in die zirka 200 Meter entfernte Dresdner Heide gefunden hatte. Zwischenzeitlich seien in der Fachstelle auch weitere Sichtungsmeldungen eingegangen. Deshalb hätte gestern Vormittag ein Mitarbeiter nachgeschaut, ob sich der Welpe noch im Ort befindet. Das Jungtier sei jedoch nicht mehr auffindbar gewesen. Die Experten der Fachstelle würden vermuten, dass der Welpe wieder in der Dresdner Heide zurück gefunden hat, heisst es weiter in der Pressemitteilung.

Wolfswelpen sind jetzt vier bis fünf Monate alt und sie gehen auch schon mal alleine auf Entdeckung. Gerade wenn Eltern und Geschwister auf der Jagd sind, kann es auf einem so genannten Rendevouvplatz, auf dem sich die Familie wieder trifft, langweilig werden. Allerdings suchen zur Zeit auch jede Menge Menschen den Wald nach Pilzen ab. Vielleicht ist der Welpe auch erschreckt worden. Das Wolfspaar in der Dresdner Heide hat in diesem Jahr mindestens sieben Welpen.

Generell kommen Wölfe bei ihren Streifzügen auch immer wieder an Ortschaften vorbei oder durchqueren diese. Dabei kann es passieren, dass sich ein Wolf in einen Ort verläuft. Wölfe sind sehr vorsichtige Tiere. Sie nehmen Menschen mit ihren gut ausgebildeten Sinnen meist frühzeitig wahr und weichen meist bereits aus, bevor sie überhaupt bemerkt werden. Wer dennoch einem Wolf begegnet, sollte sich ruhig verhalten und das Tier nicht in die Enge treiben. Grundstücksbesitzer, auf deren Grundstück sich ein Wolf befindet, sollten dem Tier eine Fluchtmöglichkeit anbieten und es nicht bedrängen. In der Regel dreht sich der Wolf um und zieht von dannen.

Hier geht es zur Pressemitteilung: https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/586086?fbclid=IwAR2h3Tgs4maCGZP147-QAtpQ17sQV2L6wB_p_JG2o7rP_kxOikEiszBpn1c

Weitere Quelle: https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/territorien/karte-der-territorien

 

8 Gedanken zu „Happy End in Sachsen – verirrter Wolfswelpe aus einer misslichen Lage befreit

  1. „Problemwölfe gehören getötet!“
    Die Zahl der Nutztierrisse durch Wölfe ist in Niedersachsen stark gestiegen. Umweltminister Olaf Lies (SPD) warnt im Landtag vor einem Akzeptanzproblem der streng geschützten Art und findet deutliche Worte.

    Hannover /Oldenburg Niedersachsen optimiert sein Wolfs-Management: Die 105 ehrenamtlich tätigen Wolfsberater sollen entlastet werden und stärker Bürger aufklären. Die Begutachtung von Tierrissen soll künftig in die Hände der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK, Oldenburg) gelegt werden. Das kündigte Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Mittwoch vor dem Landtag in Hannover an.
    39 Rudel im Land

    Der Minister bezeichnete die Entwicklung der Wolfspopulation als „hochdynamisch“. Die Population steige exponentiell um 30 Prozent. Das leiste sich kein weiterer Staat in Europa. In Niedersachsen gebe es aktuell 39 Rudel, ein Wolfspaar und zwei Einzelgänger. Nahbegegnungen zwischen Menschen und Wolf würden zunehmen.

    Die Zahl von Übergriffen auf Weidetiere im Land sei von acht im Jahr 2012 auf etwa 230 Übergriffe in diesem Jahr angestiegen. Lies betonte: „Problemwölfe gehören getötet!“ Andernfalls sei die Weidetierhaltung gefährdet. „Da wir auf der einen Seite den Wolf schützen wollen, müssen wir auf der anderen Seite alles dafür tun, dass die Stimmung gerade auch in den ländlichen Regionen nicht kippt.“

    Die emotionale Belastung bei der Aufnahme von Tierrissen sei dem Ehrenamt nicht mehr zuzumuten. Die Verteilung der Übergriffe sei nicht gleichmäßig über Niedersachsen verteilt: Gut zehn Prozent der Wolfsberater betreuen mehr als zehn Risse pro Jahr.
    Wolf ins Jagdrecht

    Der Landtag hatte im Rahmen einer „Aktuellen Stunde“ auf Antrag der FDP über das Thema beraten. Ihr Agrarexperte Hermann Grupe beklagte, dass die SPD/CDU-Koalition den Wolf noch immer nicht ins Jagdrecht aufgenommen habe. Karin Logemann (SPD) wies auf den strengen Schutzstatus. Der ändere sich mit der Aufnahme ins Jagdrecht nicht. Wichtige Erkenntnisse würden von einem Gutachten zur Untergrenze der Wolfspopulation erwartet, das Minister Lies in Auftrag gegeben hat. Christian Meyer (Grüne) warf dem Land eine rechtswidrige Wolfspolitik vor. Die EU-Kommission prüfe bereits. Die Aufnahme ins Jagdrecht sei lediglich ein „Placebo“.

    Dem widersprach CDU-CDU-Fraktionsvize Helmut Dammann-Tamke: Sachsen habe den Wolf längst im Jagdrecht. Das sei nicht beklagt worden. Und selbst in Kiel erteile ein grüner Umweltminister Genehmigungen für die Entnahme einzelner Tiere.

  2. Wölfe gehören hierher und damit müssen sich alle auseinandersetzen.
    Warum gibt es so viele Risse?- weil die Tierhalter ihre Herdentiere nicht ausreichend schützen. Aber das Jammern sollten sie lassen, denn sie sind ja auch bereit ihre Tiere ins Ausland zu verschiffen wo sie geschächtet werden. Also Schluss mit dieser Polemik! Und die Journalisten sollten mal überlegen, wie neutral sie berichten sollten!

  3. Dem kleinen Welpen und seinen Eltern wünsche ich ein langes unbeschwertes Leben.
    Den Menschen wünsche ich mehr Empathie und weniger Gleichgültigkeit unseren Mitlebewesen gegenüber. Wölfe haben das gleiche Recht auf Leben wie wir und die Jagd ist in meinen Augen nichts anderes als vorsätzlicher Mord an ebenbürtigen Lebewesen!

  4. Liebe Frau Spors,
    letzteres ganz toll geschrieben,und mir auch aus der Seele.
    Besser kann man es nicht formulieren.
    Danke dafür. Musste ich loswerden.

  5. Liebe Frau Silvia B.
    es ist schön und macht glücklich, wenn man erlebt, dass es Menschen gibt, die auch für unsere Mitlebewesen so fühlen. Danke für Ihre Empathie.

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