Sachsen – Jungwölfin vergnügt sich mit Hundepool und klaut Solarleuchte

Von Füchsen ist das Verhalten bekannt, aber auch Jungwölfe können auf verrückte Ideen kommen. Eine Tochter aus dem Rudel Gohrischheide schaute sich nachts auf einem offenen an ein Feld grenzendes Gartengrundstück um, vergnügte sich mit dem Hundepool und klaute eine Solarleuchte. Ein ungewöhnliches Verhalten? Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. finden das nicht.

Eine junge Wölfin hatte wohl Langeweile und sie schlich sich nachts in einen nicht eingezäunten Garten. Beispielbild. Das Orinalbild in in der verlinkten PM zu sehen.

Um es gleich vorweg zu sagen. Die Situation konnte dadurch entspannt werden, in dem einfach ein Zaun das Grundstück nun abschließt.

Die Fachstelle Wolf schreibt am 07. Juli 2022 in ihrer Pressemitteilung, dass ein vergleichbarer Fall bisher nicht bekannt und das Verhalten für Wölfe eher untypisch wäre. Dies verwundert uns, denn die Welpen des Milkeler Rudels hatten vor ein paar Jahren ein ähnlihces Verhalten gezeigt. Sie klauten einem Waldarbeiter einen Helm. Auch ein Tierfilmer hatte in einer seiner Dokumentationen nachgewiesen, dass Jungwölfe dafür verantwortlichen waren, dass Baustellenkegel verschwunden waren. Ein in einen Kegel eingebaute Wildkamera belelgte schließlich das leicht kriminelle Verhalten von Jungtieren, die dabei aufgenommen wurden, wie sie den Plastikkegel zerlegten.

Wölfin sucht keinen Kontakt zu Menschen

Dass der Wolf jeweils nachts in den Garten gegangen ist, als keine Menschen zugegen waren, deute allerdings darauf hin, dass er nicht den Kontakt zu Menschen suchen würde. Das Wasser aus dem Hundepool oder auch die Fährte des Hundes könnten ihn angelockt haben, heisst es weiter in der Einschätzung der Fachstelle Wolf.  Die Gemeinde Liebschützberg liegt inmitten von Landwirtschaftsflächen und grenzt an einen Wald. Ein Ball, der eigentlich dem Hund gehörte wurde von ihr zerlegt und sie fand eine Solarleuchte wohl so interessant, dass sie sie mitnehmen wollte. Das Teil sei mehrere hundert Meter weit weg auf einem Feld gefunden worden. Auch einen Gartenschlauch hätte das Tier zerlegt.

Zur Einordnung: In der Region der Gemeinden Liebschützberg und Strehla gab es in den letzten Monaten wiederholt Wolfssichtungen sowie Übergriffe auf Weidetiere und Wildgatter. Bislang war unklar, welche Wölfe in der Region aktiv sind. Mit den jetzt vorliegenden Ergebnissen der genetischen Untersuchungen wird deutlich, dass die Wölfe des Rudels, dessen Kerngebiet im Naturschutzgebiet Gohrischheide Zeithain nördlich von Riesa liegt, auch linkselbisch unterwegs sind. Bei dem Tier, das jüngst wiederholt den Garten aufsuchte, handelt es sich um eine ein- oder zweijährige Tochter dieses Rudels. Zudem konnte sie auch bei einem Riss am 25. April 2022 in einem Wildgatter in der Gemeinde Liebschützberg nachgewiesen werden. Bei weiteren Rissen wären auch ihre Eltern, die alte Fähe des Rudels Gohrischheide sowie der aktuelle Rüde des Rudels, beteiligt.

Es liegt also an den Anwohnern und Tierhaltern ihre Gärten zu schließen und ihre Tiere zu sichern.

Hier die PM mit Foto der Wölfin: https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/1049406

Sachsen: Wolfsschutz-Deutschland e. V. protestiert gegen den Abbau von Kletterhilfen über ASP-Zäune für Wölfe

Hunderte Kilometer lange Zäune an der Grenze von Polen und Deutschland sollen vor der Afrikanischen Schweinepost schützen. Sie sorgten aber bereits in Brandenburg in Hochwassergebieten für unvorstellbares Leid, denn hunderte Wildtiere ertranken grausam, weil sie vor dem Hochwasser nicht fliehen konnten. Eine gute Idee setzte nun der Bundesforstbetrieb Lausitz an der sächsischen Grenze zu Polen um. Er baute Kletterhilfen für Wölfe und andere Tiere. Auf Druck der Agrar- und Jagdlobby sollen die Kletterhilfen nun wieder abgebaut werden. Wir protestieren! Lasst den Wölfen Raum zum Wandern.  Mit Mitmachaktion.

Wolfsschutz-Deutschland e. V. wies schon mehrmals auf das Problem hin, dass abwandernde Jungwölfe und Wölfe aus Polen sowie andere Wildtiere an der Passage durch den Zaun gehindert wurden. Umso erfreulicher war es für uns zu hören, dass der Bundesforst Lausitz mit Sitz in Weißkeißel endlich auf die Problematik reagierte und Kletterhilfen für Wölfe gebaut hatte.

Doch kaum waren die Hilfen installiert, erregten sie auch schon die Aufmerksamkeit von Jägern.

So sehen Kletterhilfen für Wölfe und weitere Tiere aus.  Foto © Kurt R.
Diese Röhren sind für Füchse, Marder, Hasen und weitere kleinere Bewohner des Waldes gedacht. Foto © Kurt R.
Bei einem Durchmesser von 40 Zentimeter passen auch Wölfe hindurch. Foto © Kurt R.
Durch diese Röhren passen auch Wölfe. Foto © Kurt R.
Gute Sache vom Bundesforst Lausitz: Kletter- und Durchkriechhilfen. Foto © Kurt R.

Franz Graf von Plettenberg vom Bundesforstbetrieb gab dem Bauernblatt agrarheute Auskunft.

Bundesforstbetrieb hat die Rampe errichtet

Tatsächlich zeichne seine Institution für die Errichtung der Zaunpassagen verantwortlich, so von Plettenberg. Auch sei der Wolf in der Tat einer der Hauptadressaten der neuen Rampe über den Zaun, doch auch Tierarten wie Hase, Otter, Fuchs und Biber sollen so die ASP-Zäune queren können. „Wir gehen davon aus, dass Huftiere wie Wildschweine und Rehwild nicht über so eine Rampe laufen,“ so von Plettenberg zu agrar heute.

Von Plettenberg dazu: „Wir haben in den ehemaligen Truppenübungsgebieten einen hohen Wolfsbesatz, der Jahr für Jahr noch anwächst. Diesen nachrückenden Tieren müssen wir eine Möglichkeit geben, sich eigene Territorien außerhalb ihres Rudels zu suchen. Spuren entlang der Zäune haben gezeigt, dass die Wölfe dort patrouilleren, offenbar auf der Suche nach einer passierbaren Stelle.“ Die Errichtung sei in Abstimmung mit der Bundeswehr geschehen.

Auch mit den zuständigen Veterinärbehörden sei das Vorgehen abgesprochen, so von Plettenberg. Für die ehemaligen Truppenübungsplätze ist die Bundeswehr zuständig, genauer die Überwachungsstelle für öffentlich-rechtliche Aufgaben des Sanitätsdienstes der Bundeswehr Ost, Abteilung Veterinärwesen. In Zusammenarbeit mit dieser wurden sowohl die ASP-Zäune als auch die Übergänge in der Region errichtet.

Agrar und Jagdlobby will die Zäune wieder abbauen lassen

Landwirte beschwerten sich beim Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt (SMS). Das Ministerium hätte nun angeordnet, die Übersteighilfen für Wölfe wieder abzubauen.

Lasst den Wölfen Raum zum Wandern

Der Wolf steht in Deutschland unter dem höchsten Schutzstatus. Es ist ebenso verboten ihm nachzustellen, wie ihn am Vermehren zu hindern. Und nichts anderes machen diese Zäune ohne Übersteighilfe. Wölfe wandern spätestens im Alter von zwei Jahren aus ihrem elterlichen Revier ab, um sich ein eigenes Revier zu suchen. Dabei legen sie oft tausende Kilometer zurück. Der Populationsaustausch und damit auch Gen-Austausch zwischen Polen und Deutschland und auch das Verlassen von grenznahen Truppenübungsplätzen ist durch diese ASP-Zäune nicht mehr gewährleistet. Deshalb sind Kletterhilfen, wie sie der Bundesforst Lausitz errichtet hatte, im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes unbedingt notwendig. Deshalb müssen die Brücken bleiben! 

Schicken Sie ihren Protest an Staatsministerin Petra Köpping: 

poststelle@sms.sachsen.de

 

Quellen:

https://www.nordkurier.de/uckermark/zaun-wird-zur-todesfalle-fuer-wildtiere-video-0446582301.html

https://www.agrarheute.com/land-leben/rampen-ueber-asp-zaeune-kletterhilfen-fuer-wolf-co-589913

https://moderner-landwirt.de/uebersteighilfen-ueber-asp-zaun-fuer-wolfswanderung-in-der-oberlausitz-werden-wieder-abgebaut/?fbclid=IwAR3sZT9CbIMlchBD1_HX2BlytUxb4sPR6XXy04sMg4yQ09y1bC5soac8lW8

 

Keine rasante Vermehrung: Neue Wolfszahlen für Sachsen entlarven alte Probleme

Das Lupus-Institut glaubt an eine hohe Dynamik unter Sachsens Wolfsrudeln, wie heute in einer aktuellen Pressemitteilung des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie bekannt wird. Wolfsschutz-Deutschland e. V. zweifelt allerdings daran, dass bestimmte Wolfsrudel durch hohen Konkurrenzdruck verschwunden sind. Vielmehr sehen wir einen enorm hohen Jagddruck sowie die ASP-Wildschweinzäune an der Grenze zu Polen als Ursache für das Verschwinden des Neusorge- und des Biehain- sowie des Weißwasser-Rudels.

Neue Territorien nur östlich der Elbe

Im abgeschlossenen Monitoringjahr 2020/2021 konnten in Sachsen 34 Territorien nachgewiesen werden. Dabei handelt es sich um 29 Rudel, drei Paare und zwei territoriale Einzeltiere. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 29 Territorien (28 Rudel und ein Paar).
Die Wolfsterritorien konzentrieren sich auf die bisher bekannten Gebiete. Während das Geschehen in Nordsachsen zu stagnieren scheint, lassen die Daten in Ostsachsen eine hohe Dynamik erkennen. Alle neuen sächsischen Territorien liegen östlich der Elbe. Hier sind im Laufe des letzten Jahres sowohl neue Territorien entstanden als auch bestehende wieder verschwunden, was auf einen hohen Konkurrenzdruck unter den Wölfen hinweisen würde, so das Lupus Institut.
Verteilung der Wolfsrudel in Sachsen. ©Lupus Institut.
Hinzugekommen sind die Rudel Halbendorf und Weißwasser. Auch in der Gohrischheide konnte ein Rudel nachgewiesen werden, nachdem der Status im Monitoringjahr 2019/2020 unklar war. Zudem konnte das Wolfspaar Hammerstadt sowie jeweils ein Einzeltier in den Territorien Niesky II und Sagar nachgewiesen werden. Es wird vermutet, dass es sich bei den Einzeltieren in den Territorien Niesky II und Sagar um Rudel handeln könnte. Die Datenlage reichte jedoch bisher nur aus, um Einzeltiere zu bestätigen.
Die neuen Territorien liegen teilweise in Gebieten, die zuvor von anderen Wölfen besetzt waren. So konnten die beiden Rudel Neusorge und Biehain/Niesky im Monitoringjahr 2020/2021 nicht mehr nachgewiesen werden. Auch das Vorkommen Elstra und das vor Kurzem neu nachgewiesene Rudel Weißwasser waren zum Ende des Monitoringjahres 2020/2021 bereits erloschen. Dieser rasche Wechsel verdeutliche, dass die Territorien in der Lausitz unter den Wölfen hart umkämpft wären, heisst es in der Pressemitteilungen weiter.
Bilder aus unseren Forschungskameras Ostsachsen.

Wir freuen uns über neue Vereinsmitglieder in Sachsen

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. sehen andere Ursachen für das Verschwinden von Wolfsrudeln nahe an der polnischen Grenze. Wir haben in diesen Gebieten ebenfalls Forschungswildkameras untergebracht, da wir daran forschen, welche Beutetiere und welche anderen kleinen Beutegreifer, wie z. B. Fuchs und Goldschakal ebenfalls im Wolfsrevier leben. Mit unserer Langzeitstudie wollen wir nachweisen, dass Wölfe im Gegensatz zur Behauptung vieler Jäger, eben keineswegs ihr Revier leerfressen. Bisherige Ergebnisse bestätigen, dass sowohl die Beute, wie Rothirsch oder Wildschein, als auch andere kleinere Beutegreifer sehr entspannt mit Wölfen „Tür an Tür“ leben. Nach unseren Beobachtungen sind es vor allem praktisch wöchentlich stattfindende Treibjagden auf Wildschweine, die auch die Wölfe in den Gebieten Ostsachsen erheblich stören. Als Begründung dieser Treibjagden wird die Vorbeugung der Schweinepest angegeben. Wir befürchten allerdings, dass bei diesen Treibjagden nicht nur auf Wildschweine geschossen wird. Erschwerend kommt hinzu, dass die Schonzeit des Rotwilds aufgehoben wurde und gerade in der Region Neusorge und Bihain intensivst  gejagt wird. Wir beobachten dies sogar in einem so genannten Prozeßschutzgebiet, in dem normalerweise gar nicht gejagt werden dürfte.
Bilder aus unseren Forschungskameras Ostsachsen.
Wir suchen dringend naturbegeisterte Menschen, die uns in Sachsen, Schwerpunktmäßig gerade auch in Ostsachsen unterstützen möchten. Wir sichern Anonymität zu. Hier unsere Hotline: 0176 48732612. Mitgliedsanträge gibt es hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden/

Zwei Wolfsmütter pro Rudel bleiben eine Ausnahme

In den Rudeln Nochten, Neustadt/Spremberg, Knappenrode/Seenland und Dauban wurden Doppelreproduktionen nachgewiesen, die das Lupus Institut ebenfalls als Folge des Konkurrenzdrucks deutet. Bei einer Doppelreproduktion sind zwei Wolfsfähen des Rudels gleichzeitig trächtig, sodass sich die Zahl des Nachwuchses im Rudel zusätzlich erhöht. Normalerweise bekommen nur die Elterntiere eines Rudels ein mal im Jahr Nachwuchs.
Eine andere Entwicklung beobachtet das Lupus Institut westlich der Elbe. In Nordsachsen sind keine neuen Rudel nachgewiesen worden. Die drei bereits bekannten Rudel Delitzsch, Authausener Wald und Dahlener Heide konnten erneut bestätigt werden. Im nördlich von Leipzig gelegenen Delitzscher Rudel hat sich die Wolfsfähe mit ihrem Sohn gepaart, was auf das Fehlen eines geeigneten Partners hindeutet und damit auf die fehlende Zuwanderung neuer Tiere. Wir von Wolfsschutz-Deutschland sehen dies ebenfalls als Indiz dafür an, dass Wölfe dort heimlich beseitigt werden.
Das Lupus-Institut hat weiter herausgefunden: Auf dem Erzgebirgskamm gibt es drei grenzübergreifende Wolfsterritorien, die ihren Schwerpunkt auf tschechischer Seite bei Prebuz, Výsluni und Fláje haben. Das im Monitoringjahr 2019/2020 südlich von Marienberg mit dem Status »unklar« beschriebene Gebiet wird im Monitoringjahr 2020/2021 für Sachsen nicht mehr aufgeführt, da Wolfshinweise aus diesem Gebiet dem tschechischen Rudel Výsluní zuzuordnen sind. In der Böhmischen Schweiz sowie dem Lausitzer Gebirge befinden sich ebenfalls zwei grenzüberschreitende Rudel, bei Luzické hory východ und Luzické hory zapad, die ihren Schwerpunkt auf tschechischer Seite haben.
Auch im Raum Moritzburg und im Nationalpark Sächsische Schweiz wurden Wölfe durch das Lupus Institut nachgewiesen. Es konnte jedoch nicht abschließend geklärt werden, ob es sich dabei um eigenständige Vorkommen handelt oder ob diese Gebiete von benachbarten Rudeln mitgenutzt werden. Der Status blieb in diesen Gebieten daher unklar.
Insgesamt konnten im Monitoringjahr 2020/2021 87 Welpen in Sachsen nachgewiesen werden, davon sechs westlich und 81 östlich der Elbe. In den grenzübergreifenden Rudeln wurden die Welpen alle auf tschechischer Seite nachgewiesen und werden dort mitgezählt.
Tot aufgefunden wurden in Sachsen 23 Wölfe: 14 Wölfe sind bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen, bei sieben Fällen handelte es sich um natürliche Todesursachen, bei einem Fall um eine illegale Tötung, bei einem weiteren Fall bleibt die Todesursache unklar. Der Schwerpunkt der Totfunde liegt in den Gebieten mit hohen Wolfsvorkommen in Ostsachsen.
Von einer rasant steigenden Entwicklung der Wolfspopulation, wie es Jäger, Weidetierhalter und Wolfsgegner immer wieder behaupten, kann also auch in diesem Jahr überhaupt keine Rede sein. Im Gegenteil sehen wir klare Indizien dafür, dass Wölfe heimlich beseitigt werden. Die Täter scheinen wenig Furch vor einer Aufdeckung zu haben, obwohl illegale Abschüsse schwere kriminelle Taten darstellen und mit Gefängnis von bis zu fünf Jahren bestraft werden können.

Happy End in Sachsen – verirrter Wolfswelpe aus einer misslichen Lage befreit

Die Fachstelle Wolf des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) informierte gestern in einer Pressemitteilung darüber, dass sich ein Wolfswelpe in den Dresdner Ortsteil Langebrück verirrt hätte. Als der Wolfswelpe Menschen wahrgenommen hätte, hätte er versucht, in ein Grundstück zu flüchten und wäre aber in einem Zaun stecken geblieben. Daraufhin sei die Polizei informiert worden. Ein herbei gerufener Tierarzt hätte den Welpen aber schließlich aus dem Zaun befreien können.

Anscheinend hat der Tierarzt den Welpen wieder frei gelassen, denn das Sächsische Umweltministerium schreibt weiter in seiner Pressemitteilung, dass es danach allerdings unklar gewesen wäre, ob der Welpe den Weg zurück in die zirka 200 Meter entfernte Dresdner Heide gefunden hatte. Zwischenzeitlich seien in der Fachstelle auch weitere Sichtungsmeldungen eingegangen. Deshalb hätte gestern Vormittag ein Mitarbeiter nachgeschaut, ob sich der Welpe noch im Ort befindet. Das Jungtier sei jedoch nicht mehr auffindbar gewesen. Die Experten der Fachstelle würden vermuten, dass der Welpe wieder in der Dresdner Heide zurück gefunden hat, heisst es weiter in der Pressemitteilung.

Wolfswelpen sind jetzt vier bis fünf Monate alt und sie gehen auch schon mal alleine auf Entdeckung. Gerade wenn Eltern und Geschwister auf der Jagd sind, kann es auf einem so genannten Rendevouvplatz, auf dem sich die Familie wieder trifft, langweilig werden. Allerdings suchen zur Zeit auch jede Menge Menschen den Wald nach Pilzen ab. Vielleicht ist der Welpe auch erschreckt worden. Das Wolfspaar in der Dresdner Heide hat in diesem Jahr mindestens sieben Welpen.

Generell kommen Wölfe bei ihren Streifzügen auch immer wieder an Ortschaften vorbei oder durchqueren diese. Dabei kann es passieren, dass sich ein Wolf in einen Ort verläuft. Wölfe sind sehr vorsichtige Tiere. Sie nehmen Menschen mit ihren gut ausgebildeten Sinnen meist frühzeitig wahr und weichen meist bereits aus, bevor sie überhaupt bemerkt werden. Wer dennoch einem Wolf begegnet, sollte sich ruhig verhalten und das Tier nicht in die Enge treiben. Grundstücksbesitzer, auf deren Grundstück sich ein Wolf befindet, sollten dem Tier eine Fluchtmöglichkeit anbieten und es nicht bedrängen. In der Regel dreht sich der Wolf um und zieht von dannen.

Hier geht es zur Pressemitteilung: https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/586086?fbclid=IwAR2h3Tgs4maCGZP147-QAtpQ17sQV2L6wB_p_JG2o7rP_kxOikEiszBpn1c

Weitere Quelle: https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/territorien/karte-der-territorien

 

Große Exklusivreportage: Faktencheck und Zaunkontrollen in Sachsen

Beispielbild Wolf ©Brigitte Sommer

Wie sieht es eigentlich aktuell in Sachsen aus? Dieser Frage sind Lara und Brigitte Sommer sowie Jürgen Götz nachgegangen. Zur Unterstützung des Sachsen-Teams waren sie vor Ort und sind der Frage nachgegangen, wie gut eigentlich die Weidetiere in Ostsachsen und beim Kamenzer/Rosenthaler Rudel geschützt sind. Und es wurde der Frage nachgeprüft, ob Wildtiere, die Traktoren auf Ackerflächen hinterherlaufen, die Scheu verloren haben könnten. Diese und weitere spannende Themen werden hier in unserer großen Sachsen-Reportage geklärt.

 

Dramatischer Sonnenuntergang beim Neusorge-Rudel. Hier auch im Film:

 

Auf der Suche nach Wolfsspuren und Jagdfrevel.
Lara und Brigitte Sommer auf den Spuren der Wölfe in Ostsachsen. Sehen lassen sie sich allerdings nur auf unseren Wildkameras.

 

Hier eine Auswahl von unseren Wildkameraaufnahmen aus den Gebieten in Ostsachsen: Die Kameras betreut unser Wolfsteamleiter Sachsen, Kurt R. Seine Verbundenheit zu Natur- und Tierwelt zeigt sich an der Platzierung unserer Kameras. Wir haben weitaus weniger Kameras als die anderen Vereine im Einsatz, doch Kurt R. hat ein besonderes Händchen.

 

 

Wölfe nutzen in der Dämmerung auch gerne Waldwege zum schnelleren Vorankommen.

 

Wildtiere auf Ackerflächen haben nicht die Scheu verloren

Wir kennen ja alle die Videos von Bauern, in denen sie Wölfe zeigen, die hinter ihren Traktoren herlaufen. In schöner Regelmäßigkeit behaupten viele dieser Bauern dann, die Wölfe hätten die Scheu verloren.
Leider wird diese Aussage oft ungeprüft von Medien übernommen. Hier ein Beispiel auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=5WYGD65GK8Y Hier zeigen wir, dass diese Aussagen falsch sind.
Haben Wölfe ihre Scheu vor Menschen verloren, wenn sie hinter Traktoren herlaufen? Nein, und mit diesem Video aus dem Gebiet des Rosenthaler Rudels in Sachsen, erklären wir auch, anhand eines Storchs und eines Greifvogels, die eben auch hinter Traktoren herlaufen, bzw. fliegen 😉 warum dies nicht so ist. Hier ein Filmbeitrag mit Traktor, Greifvogel und Storch auf unserer FB-Seite: https://fb.watch/6tz5EOd2Pl/

 

 

Ich war mir nicht sicher, ob ich hier an einem gemähten Feld einen Goldschakal oder Fuchs vor der Linse hatte. Beim Bearbeiten des Fotos ist es dann klar geworden. Ein toller, großer Fuchsrüde. Aufgenommen mit 600 mm Brennweite. Geht gerade noch so Freihand.

 

Auch eine Hauskatze bedient sich gerne an einem abgemähten Feld.
Ein Bussard verschmäht auch überfahrene Kleintiere nicht.
Ein Bussard hofft auf leichte Beute über einem abgemähtem Feld.
Dieser Storch läuft sogar direkt hinter dem Traktor her. Nach der Maht findet er sowohl aufgescheuchte als auch überfahrene Beutetiere. Auch Wölfe, die hinter Traktoren herlaufen, hoffen auf Snacks zwischendurch. Sie haben keinesfalls ihre Scheu vor dem Menschen verloren.

Hier auch als Film:

 

„Bienenweide“ bei Rietschen.

 

Auf den Spuren des Bihain-Rudels.

 

Teichgebiete bei Hähnichen: Hier tummeln sich Höcker- und Singschwäne.

 

Sonnenuntergang über Ostsachsen.
Singschwäne im Teichgebiet Niederspree.
Abendstimmung bei den Singschwänen im Teichgebiet Niederspree.
Hier fühlen sich Wölfe wohl. Wälder wechseln sich ab mit Lichtungen.
Aktiv vor Ort in Sachsen. Von links: Lara, Brigitte Sommer, Jürgen Götz und Kurt R., der ein Händchen für die Platzierung unserer Wildkameras hat, wie kein anderer. Der Wildschwein-Zaun, siehe Hintergrund, macht unserer Ansicht nach keinen Sinn. Er soll die Wildschweine wegen der ASP daran hindern, von Polen nach Deutschland zu kommen, aber er kann auch andere Wildtiere am Grenzwechsel hindern, darunter auch die die Wölfe am Wechsel.

 

Zaunkontrolle auf dem Gebiet des Rosenthaler und des Neusorger Rudels

Auch in Sachsen ist es wie fast überall in Deutschland. Man muss die Weidetiere regelrecht suchen. Das Narrativ, dass Wölfe die Weidetierhaltung gefährden würden, ist einfach kompletter Unsinn. Hier ein Blick ins Gebiet des Kamenzer/Rosenthaler Rudels: https://fb.watch/6tyWoYOenv/

 

Hier ein Film über unsere Zaunkontrolle bei Neusorge: https://fb.watch/6tyKr7Y5MI/

Der Zaun, der um diese Schafe bei Eutrich herum gebaut wurde, hatte am Tag unserer Kontrolle keine Spannung.
Die Schafe haben sich in den Schatten verzogen.
Schafszaun ohne Spannung.
Die Höhe des Zaunes misst knapp über einen Meter.
Auf sämtlichen Litzen war keine Spannung.
Keine Spannung.

Hier die Zaunkontrolle auch noch mal als Film auf unserer FB-Seite: https://fb.watch/6tyui3SzlY/

Hier der zweite Teil des Films: https://fb.watch/6tyDJ31Da7/

 

Teichgebiet bei Kreba.
Wölfe hinterlassen ihren Kot oft auf Wegkreuzungen um Reviergrenzen zu markieren.
Verlassene Dachsbauten werden gerne auch von Wölfe als Geburtshöhle übernommen.
Schon oft von weitem zu erkennen: Das Kraftwerk Boxberg.

 

In diesem See bei Mortka wurde eine ermordete und schlimm zugerichtete Wölfin gefunden. Der Fall wurde bis heute nicht aufgeklärt Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2018/07/09/7-000-euro-kopfgeld-soll-zur-ergreifung-des-wolfsmoerders-am-mortkaer-see-in-sachsen-fuehren/

Von Januar 2021 bis heute wurden schon wieder zwei Wölfe illegal getötet aufgefunden. Am 28.01.2021 der Rüde GW 269m bei Neustadt/Spremberg aus dem Rudel Neustadt/Spremberg und am 20.05.2021 die Wölfin GW 781f in der Dresdner Heide. Sie stammte aus dem Massenei-Rudel- Dieses Rudel hat in diesem Jahr auch besonders viele Verkehrsopfer zu beklagen.

Hier ein aktueller Blick in die Rudellage der Wölfe in Sachsen. Das Rudel in Niesky ist nicht mehr vorhanden und auch das Bihain-Rudel hat sich verlagert. Aktuell machen wir  von Wolfsschutz-Deutschland e. V. uns auch große Sorgen um das Rudel bei Neusorge und Neiße. Hier die Daten des LUPUS-Institutes: https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/territorien/karte-der-territorien

Auf der interaktiven Karte kann in die Territorien hinein geklickt werden.

Hier der Statusbericht des LUPUS-Institutes zum Wolfsmonitoring 2019/2020:

Der Bericht gibt einen Überblick über das Wolfsvorkommen im Freistaat Sachsen im Monitoringjahr 2019/20. Das Monitoringjahr 2019/20 umfasst den Zeitraum vom 1. Mai 2019 bis zum 30. April 2020. Informiert wird unter anderem über die Anzahl der Tiere und die Vorkommensgebiete. Dabei werden die bestätigten 28 Rudel und ein Paar detailliert beleuchtet. Thematisiert werden besondere Vorkommnisse und neuere Entwicklungen in den sächsischen Wolfsfamilien, wie z. B. Doppelreproduktionen. Dargestellt werden auch die Gefährdungen, denen die Wölfe in Sachsen ausgesetzt sind. Der Statusbericht erscheint jährlich und fasst die Ergebnisse des sächsischen Wolfsmonitorings für das zurückliegende Monitoringjahr zusammen. Der Bericht richte sich an Fachleute sowie interessierte Bürger, so das LUPUS-Institut.

Statusbericht_W_lfe_in_Sachsen_Montioring_2019_2020_LfULG_Berichtdocx

Schon 73 Totfunde von Wölfen seit Janauar 2021 bis jetzt. In Sachsen wurden zwei Wölfe illefal getötet aufgefunden: https://www.dbb-wolf.de/totfunde/auflistung-nach-jahren

Sachsen – Wolfsschutz-Deutschland e. V. stellt Strafanzeige nach Autojagd auf verängstigten Wolf

Der Fachstelle Wolf des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) ist heute Mittag durch die Polizeidirektion Dresden gemeldet worden, dass sich ein Wolf in Riesa verirrt hat. Ein Handyvideo zeigt, wie ein PKW-Fahrer den Wolf mit seinem Auto gezielt verfolgt. Das verängstigt wirkende Tier flüchtete in eine Sackgasse und ist durch einen Zaun auf das Betriebsgelände einer Firma gelangt. Wolfsschutz Deutschland e. V. stellt Anzeige gegen den Fahrer.

Beispielbild ängstlicher Wolf ©Brigitte Sommer

Die Fachstelle Wolf steht mit dem Unternehmen in Kontakt, hiesst es in einer aktuellen Pressemitteilung. Es wurden Maßnahmen besprochen, unter anderem, dass die Mitarbeiter informiert werden und dem Tier nicht nachgestellt werden soll. Zudem wurden für den Fall einer Begegnung Verhaltensregeln abgestimmt. Das Betriebsgelände ist großräumig eingezäunt und weist Flächen auf, die Rückzugsmöglichkeiten bieten. Derzeit besteht kein Sichtkontakt zu dem Tier. Die Experten der Fachstelle gehen aktuell davon aus, dass der Wolf im Schutz der Dunkelheit seinen Weg in die Freiheit suchen wird.

Generell kommen Wölfe bei ihren Streifzügen auch immer wieder an Ortschaften vorbei oder durchqueren diese. Selten kommt es vor, dass sich ein Wolf in einen Ort verläuft. Wölfe sind sehr vorsichtige Tiere. Sie nehmen Menschen mit ihren gut ausgebildeten Sinnen meist frühzeitig wahr und weichen meist bereits aus, bevor sie überhaupt bemerkt werden. Wer dennoch einem Wolf begegnet, sollte sich ruhig verhalten und das Tier nicht in die Enge treiben. In der Regel dreht sich der Wolf um und zieht von dannen.

Hier die Pressemitteilungen: https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/248744?fbclid=IwAR2Q-cWFmMKjAgf0FdIjfKnNHZu3ie1sRC9gLYQ3eE2Z4p2A-phSOPZqdbI

Eilmeldung: Wolf in Sachsen illegal erschossen – merkwürdige Informationspolitik

Beispielbild toter Wolf

Bei einem Blick auf die Statistik von DBB-Wolf ist uns von Wolfsschutz-Deutschland e. V. aufgefallen, dass seit Anfang des Jahres 2021 bis heute schon zehn Wölfe umgekommen sind. Alleine davon fünf Tiere in Sachsen. Ein Altwolf aus dem Territorium Neustadt/Spremberg wurde bereits am 28. Januar tot aufgefunden. Er ist als illegal getöteter Wolf markiert.

Ein Mitarbeiter von der Fachstelle Wolf in Sachsen gab uns heute die telefonische Auskunft, dass ein Gutachten belegen würde, dass der Wolf erschossen worden sei, und auch bereits Ermittlungen laufen würden, er uns aber keine weitere Auskunft geben wolle. Für uns eine ziemliche Merkwürdigkeit, denn es war bislang immer üblich, zu illegal erschossenen oder getöteten Wölfen eine Presseinformation zu erhalten. Wir sind gespannt, was Printmedien in den nächsten Tagen über diesen Fall bringen werden. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. werden auch in diesem Fall Anzeige gegen Unbekannt erstatten. Die Informationspolitik hat aber auch jeden Fall ein „Geschmäckle“. Hier kann auf jeden Fall der Eindruck entstehen, dass eine Augenmerk auf illegale Wolfstötungen verhindert werden soll, bzw. die Aufklärung solcher Taten nicht Ernst genug genommen werden könnte. Gar nicht eingetragen in die Liste, ist die „Entnahme“ der Wölfin, die auf Geheiß des Niedersächsischen Umweltminister Lies stattgefunden hat. Früher waren solche Abschüsse in der Liste als „Managementmaßnahme“ gekennzeichnet.

Laut DBB-Wolf leben außer den zwei Elterntieren auf dem Gebiet des Rudels auch sechs Welpen. Falls wirklich der Altwolf erschossen worden sein sollte, könnte die Altwölfin bereits wieder trächtig sein. In diesem Fall wird sie es schwer haben, ihre Welpen alleine großzuziehen. Es könnte aber auch sein, dass durch den Abschuss des Vaterwolfs neuer Nachwuchs verhindert werden sollte und das Rudel zerschossen werden sollte. Wir beobachten in Sachsen momentan erneut besorgniserregende Tendenzen.

 

Quelle: www.dbb-wolf.dehttp://www.dbb-wolf.de

Wolfsschutz Deutschland e. V. wünscht frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2021

Liebe Wolfsfreundinnen und Wolfsfreunde,

der Vorstand von Wolfsschutz Deutschland e. V. wünscht allen lieben Wolfs- und Naturfans ein frohes Fest und einen guten Rutsch in das Jahr 2021. Es war ein schweres Jahr voller Herausforderungen und wir hoffen sehr, dass es im nächsten Jahr wieder einfacher für uns alle werden wird.

Die Corona-Krise ging auch an uns nicht spurlos vorüber. Während die Jäger in den meisten Bundesländern als systemrelevant klassifiziert worden sind, hatten es unsere Aktiven und auch unsere Vorsitzende nicht immer einfach. Eine der größten Herausforderungen im nächsten Jahr wird weiterhin der Lobbyismus bleiben. So ist es immens wichtig, dass unser kleiner Verein weiterhin ein beständiges Sprachrohr für die Wölfe und auch für eine Abschaffung der Jagd bleiben muss.

Auch in diesem Jahr haben wir wieder viele Hürden genommen und sind am Ball geblieben. Wir haben sowohl Mauscheleien bei der Agrar- und Jagdlobby aufgedeckt, als auch bei den anderen Verbänden. Auch wir sind von Unterwanderungsversuchen, inklusive Verleumdung und Mobbing, betroffen gewesen.  Auch haben wir uns wieder erfolgreich gewehrt. Wir setzen uns auch weiterhin für erweiterte Debattenräume ein. Der Slogan, „alle müssen mit einer Stimme sprechen“ ist unserer Ansicht in dieser Diskussion nicht zielführend, da die Verbände und Vereine sehr unterschiedliche Ziele und Vorstellungen haben. Wir müssen weiter Vereinen, die zum großen Teil Jäger als Mitglieder haben bzw. bei denen sogar ein Jäger als Präsident sitzt, Paroli bieten können. Wo andere „ja“ zu Abschüssen sagen, bleiben wir ganz klar beim „nein“. Eine lebendige Demokratie braucht Diskussion, Streit und Konsens, wie die Luft zum Atmen.

Wir danken allen sehr für Spenden und Mitgliedschaften und wir freuen uns auch weiter über jede Unterstützung:

Wolfsschutz-Deutschland e.V.

Berliner Sparkasse

IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84

BIC BELADEBEXXX

Auch Paypal ist möglich: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Mit herzlichen Grüßen

Wolfsschutz Deutschland e. V.

Brigitte Sommer

Ulrike de Heuvel

Jürgen Götz

Volker Vogel

Sachsen – Senderwölfin Lotta wurde wohl durch Bisse getötet

Neues von den besenderten Wölfen in Sachsen

© LUPUS
Aktuell sind drei sächsische Wölfe am Sender, meldete die Fachstelle Wolf des Landesumweltamtes Sachsen (LfULG) am 21.04.2020 in einer Pressemitteiluung: die beiden Rüden »Hans« und »Peter« sowie die Fähe »Juli«. Der Sender der Wolfsfähe »Lotta« sei allerdings verstummt. Sie wäre am 24. März tot aufgefunden worden.  Die routinemäßige Autopsie des Kadavers im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin habe ergeben, dass die Wölfin an den Folgen massiver Bissverletzungen starb. Der Fundort befand sich im Grenzgebiet zwischen dem Neustädter und Mulkwitzer Wolfsterritorium in der Lausitz.
In den sozialen Netzwerken entbrennen seither heiße Diskussionen über die Hintergründe dieser Beißerei, die uns sinnlos erscheinen. In der Tat dulden Wölfe fremde Wöfe in ihrem Territorium normalerweise nicht. Es ist also gut möglich, dass andere Wölfe Lotta getötet haben. Es besteht auch die Möglichkeit, wie von vielen vermutet, dass Hunde die Wölfin totgebissen haben. Einige vermuten sogar, dass Jäger ihre Hunde illegal auf die Wölfin gehetzt haben könnten. Solange diesbezügliche Beweise aber fehlen, sind solche Vermutungen reine Spekulation und führen damit zu nichts.

Neun Monate sei es her, dass die beiden Schwestern »Lotta« (FT11) und »Juli« (FT12) im Abstand von einer Woche besendert wurden. Anders als ihre große Schwester, die sehr heimattreu gewesen war, hätte »Juli« – FT12 bereits im Herbst 2019 damit begonnen, immer wieder und immer weitere Ausflüge in alle Himmelsrichtungen zu unternehmen. Im Februar sei sie letztmalig in ihr elterliches Territorium in der Lausitz zurück gekehrt. Seitdem würde sie sich in der Nähe des Truppenübungsplatzes Hintersee in Mecklenburg-Vorpommern aufhalten.

Aus der sächsischen Lausitz würden jetzt noch die beiden Wolfsrüden Daten senden. Einer davon sei »Peter« – MT8, welcher erst Anfang April besendert worden wäre. Seine ersten Senderdaten würden daraufhin weisen, dass er der Vaterwolf des neuen Mulkwitzer Rudels ist. Dieses Rudel wurde im Sommer 2019 erstmals bestätigt, als ein toter Welpe gefunden wurde, welcher der neuen Verpaarung zugeordnet wurde. Das Mulkwitzer Territorium befindet sich zwischen den Neustädter, Nochtener und Milkeler Wolfsterritorien.

Bei dem zweiten männlichen Wolf am Sender handele es sich um »Hans« – MT7. Er hätte am 30. Dezember 2019 für Aufsehen gesorgt, als er sich in Görlitz in einen Hinterhof verirrt hatte und durch ein Kellerfenster eines der dortigen Häuser gesprungen sei. Nachdem der Wolf von einem Tierarzt betäubt und untersucht worden war, beschloss man, ihn aufgrund der sehr geringfügigen Schnittverletzungen wieder in die Freiheit zu entlassen, so das LfULG). Vorher sei er noch mit einem Halsbandsender ausgestattet worden, um seine Aktivität überwachen zu können. Kurz nach seiner Freilassung in einem ruhigen Waldstück wäre sich »Hans« (MT7) mitten ins Kerngebiet des Daubaner Rudels gelaufen hätte dort die nächsten acht Tage verbracht. Die genetischen Untersuchungen zeigten später, dass »Hans« ein fast drei Jahre alter Sohn dieses Rudels ist.

Das neue, mehrjährige sächsische Landesprogramm »Besenderung Wolf« startete 2019 im Auftrag des LfULG. Auftragnehmer ist das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland. Die mittels Telemetrie gewonnenen Daten von möglichst vielen Wölfen sächsischer Rudel sollen dabei helfen, bessere Informationen über das Leben von Wölfen in der sächsischen Kulturlandschaft zu erhalten. Die so gewonnenen Daten seien eine wertvolle Ergänzung zum herkömmlichen Wolfs-Monitoring, besonders in einer Region wie der sächsischen Oberlausitz, in der der Wolfsbestand in den letzten Jahren nicht nur gewachsen ist, sondern sich auch weiter verdichtet hätte, schreibt das LfULG abschließend.

Wir von Wolfsschutz Deutschland e. V. sehen die Besenderung von Wölfen eher kritisch, weil viele Wölfe diese Besenderung nicht überlebt haben. Leider können die Signale der Halsbänder wohl nicht nur die Forscher sondern wohl auch Kriminelle orten, die Wölfe abschießen wollen. Prominentes und trauriges Beispiel hierfür ist u. a. Wolf Arno. Hier ein Bericht aus 2016 https://www.welt.de/regionales/mecklenburg-vorpommern/article160468353/Wolf-Arno-wurde-erschossen.html

Man weiß schon lange, dass Wölfe wandern. Tourenkarten von Wolfswanderungen dürften also wohl kaum in erster Linie neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen dienen.

Hier die Pressemitteilung mit Bewewungskarten: https://medienservice.sachsen.de/medien/news/235573

 

Mutterwölfin des Rudels Knappenrode II in Sachsen erschossen und verscharrt – Wolfsschutz Deutschland e. V. erstattet Anzeige und lobt Kopfgeld aus

Beispielbild eines toten Wolfs

Am 14.12.19 wurde die Mutterwölfin das Rudels Knappenrode II tot in Sachsen im Landkreis Bautzen aufgefunden. Laut telefonischer Rücksprache mit Vanessa Ludwig von der Fachstelle Wolf in Sachsen wurde die Mutterwölfin illegal abgeschossen und verscharrt. Vom Täter sei keine Spur zu finden. Zurück bleiben der Wolfsvater sowie fünf Welpen. Wölfe sind nach EU-Recht und Bundesnaturschutzgesetz eine streng geschützte Art. Ihre unerlaubte Tötung stellt eine Straftat dar.  Wir von Wolfsschutz Deutschland e. V. verurteilen diese hinterhältige, feige und hochkriminelle Tat zutiefst und stellen Anzeige. Gleichzeitig loben wir eine Belohnung zur Ergreifung des Täters von 3.000 Euro aus.

Screeshot von der Seite www.dbb-wolf-de ©dbb-wolf.de

Verbindung zum Fall Mortka?

Bereits vor eineinhalb Jahren wurde wohl ebenfalls eine Wölfin aus diesem Rudel auf besonders grausame Art und Weise getötet. Bei der Bergung des Kadavers sei festgestellt worden, dass der Brustraum des Wolfes Löcher aufgewiesen hätte und um den Bauch des toten Wolfes ein Strick gebunden gewesen wäre. Am anderen Ende des Strickes soll ein Betongewicht befestigt gewesen sein, mit dem der Kadaver im Tagebausee versenkt worden ist.  Wir lobten damals eine Summe von 7.000 Euro zur Ergreifung des Täters aus. https://www.radiolausitz.de/beitrag/neues-wolfsrudel-in-der-lausitz-559161/

Die Zeit beendete einen Artikel über den Fall so: „Kaum jemand kennt die Wälder besser als diese Jäger, die mitbekommen, wer sich wann in welchem Revier bewegt. Aber einen Wolfskiller? Nein, nie gesehen. Ausdruckslos schauen die Männer einander an. Dann fragt einer: „Sie kennen doch die drei S, oder?“ Jeder in der Gegend kennt die drei S. Schießen, schaufeln, schweigen.“ Dies mag ja für eine bestimmte Zeit so funktionieren, doch sicher sind diese Personen nicht. Irgendwann kommt die Wahrheit immer heraus.

Quellen: https://www.dbb-wolf.de/totfunde/aktuelle-ereignisse

https://www.radiolausitz.de/beitrag/neues-wolfsrudel-in-der-lausitz-559161/

https://www.zeit.de/2019/01/woelfe-deutschland-illegale-toetung-jagd-artenschutz?wt_zmc=sm.ext.zonaudev.facebook.ref.zeitde.share.link.x&utm_medium=sm&utm_source=facebook_zonaudev_ext&utm_campaign=ref&utm_content=zeitde_share_link_x&fbclid=IwAR3Q1LWztfDZ9lRg2-uJ_Iv9WCj5LmB7X2FhR7KByJ724jvXRkZuHWjq3Nw