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Schlagwort: Wolfsschutz-Deutschland e.V.

3. Dezember 20213. Dezember 2021Allgemein

Moderater Zuwachs: 29 Wolfsrudel mehr als im Vorjahr leben in Deutschland

Kaum wurden die neuesten Zahlen zum Wolfsvorkommen in Deutschland vom Bundesministerium für Naturschutz bekannt gegeben, geht der übrliche Trara auch schon los. Statt sich darüber zu freuen, dass Wölfe ihre Plätze zurückerobern, erscheinen wie jedes jahr wieder zahlreiche Artikel in den Massenmedien mit Panik schürenden Überschriften und haltlosen Forderungen der Agrar und Jagdlobby. Wolfsschutz-Deutschland e. V. freut sich über die positiven Zahlen, doch wir beobachteten auch, dass Rudel und Einzelwölfe plötzlich verschwanden.

Statt wolfsfreie Zonen oder eine allgemeine Jagd auf Wölfe zu fordern, sollte endlich unsere Forderung nach einem einheitlichen Förder- und Forderkatalog für die Weidetierhaltung mehr Aufmerksamkeit finden. Da sich die Wölfe nach dem offiziellen Wolfsmonitoring tatsächlich mehr auszubreiten scheinen, sollten endlich Fördermaßnahmen für das gesamte Bundesgebiet geschaffen werden und überall entschädigt und gefördert werden. Dies würde auch einen Teil der Bürokratie abbauen und WeidetierhalterInnen könnten auch für Risse von durchwandernden Jungtieren entschädigt werden.

Beispielbild. © Brigitte Sommer

EU-Förderung ignoriert?

Dennoch darf nicht vergessen werden, dass der Anteil an Weidetieren in der Ernährung von Wölfen so gut wie keine Rolle spielt und nur knapp über einem Prozent beträgt. Anders als Deutschland haben mehrere EU-Mitglieder einen Fonds der EU  zur Finanzierung von Herdenschutz über den Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) schon seit 2014 genutzt. In Deutschland dagegen versäumten es die Länder, die für den Herdenschutz verfügbaren Mittel über europäische Zuschüsse aufzustocken. Auch der Sondertopf, der von der EU geschaffen worden ist, wurde wohl nicht in Anspruch genommen. Wir fragen uns natürlich warum nicht? Setzt man auf SChießen statt auf Schützen?

Die Monitoringzahlen

Im Monitoringjahr 2020/2021 gab es 157 Wolfsrudel in Deutschland. Das geht aus den Erhebungen der Bundesländer hervor, die hierfür mehr als 27.000 Hin- und Nachweise ausgewertet haben. Die amtlichen bestätigten deutschen Wolfszahlen haben das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) jetzt in Abstimmung mit den Ländern veröffentlich

Das Wolfsvorkommen konzentriert sich wie in den Vorjahren auf das Gebiet von Sachsen in nordwestlicher Richtung über Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern nach Niedersachsen. Weitere Wolfsterritorien wurden in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen nachgewiesen. Die meisten Wolfsrudel leben im Wolfsjahr 2020/2021 (1. Mai 2020 bis zum 30. April 2021) in Brandenburg (49), gefolgt von Niedersachsen (35) und Sachsen (29).

Neben den 157 Rudeln sind 27 Wolfspaare sowie 19 sesshafte Einzelwölfe für das Monitoringjahr 2020/2021 bestätigt. Im vorhergehenden Monitoringjahr 2019/2020 wurden 131 Rudel, 45 Paare und neun Einzelwölfe nachgewiesen (aktualisierter Stand vom 30.11.2021).

Im Vorjahr lauteten die Zahlen wie folgt. Neben den 128 Rudeln sind 35 Wolfspaare sowie zehn sesshafte Einzelwölfe für das Monitoringjahr 2019/20 bestätigt. Im vorhergehenden Monitoringjahr 2018/19 wurden 105 Rudel, 41 Paare und zwölf Einzelwölfe nachgewiesen (aktualisierter Stand vom 30.10.2020).

BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm wird folgendermaßen zititert: „Ich danke den Bundesländern für die wertvolle Ermittlung zu den Wolfsbeständen im Rahmen ihres Wolfsmonitorings. Die amtlich geprüften Daten aus den Ländern zur Anzahl der Territorien und zu den Vorkommen zeigen: der Wolfsbestand in Deutschland nimmt zu. Die meisten Wolfsterritorien verteilen sich von Ostsachsen bis an die Nordsee. Aber auch außerhalb dieser Vorkommen konnten in den mittel- und süddeutschen Bundesländern einzelne Wolfsterritorien nachgewiesen werden.“

Alleine vier tote Wölfe durch geheime Jagden in Niedersachsen

Die Anzahl aufgefundener toter Wölfe (Totfunde) lag bei 138 Tieren, davon sind 107 durch Verkehrsunfälle gestorben. Bei 13 Wölfen war die Todesursache natürlichen Ursprungs, neun Wölfe wurden illegal getötet, bei fünf Wölfen war die Todesursache nicht zu ermitteln und vier Wölfe wurden im Rahmen von Managementmaßnahmen im Monitoringjahr 2020/2021 entnommen, laut Pressemitteilung. Diese unter „Managementmaßnahmen“ aufgeführten erschossenen Tiere sind allesamt auf die geheimen Schießbefehle des Niedersächsischen Umweltminister Lies zurückzufähren. Ausgestellt waren sie auf die Elterntiere, erschossen worden waren allesamt Jungtiere. Wolfsschutz-Deutschland e. V. hatte daraufhin Strafanzeigen erstatten. Wie zu erwarten war, wurden keine Ermittlungen aufgenommen, bzw. Ermittlungen eingestellt. Wir berichten auch hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/12/03/schluss-mit-geheimen-wolfsjagden-in-niedersachsen/

Verschwundene Wölfe in Sachsen und Rheinland-Pfalz

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. beklagen, dass das komplette Neusorge-Rudel, sowie auch das Weißwasserrudel in Ostsachsen verschwunden ist. In Niesky und Bihain beobachteten wir nur noch Einzeltiere. Eine der Ursachen könnten praktisch wöchentlich stattfindende Treibjaggden sein, die sogar in so genannten Prozessschutzgebieten stattfinden, in denen normalerweise gar nicht gejagt werden darf. Als Ausnahme gilt die Bekämpfung der Schweinepest. Ebenso wurde die Schonzeit für Rotwild aufgehoben, was den Jagddruck auf die gesamte Tierwelt noch erhöht. Hinzu kommt noch ein zig Kilometer langer unter Strom stehender Zaun, der die Wildschweine hindern soll über die Grenze von Polen nach Deutschland zu gelangen. Wir sehen hier auch Hinweise darauf, dass auch Wölfen der Übergang erschwert bis unmöglich gemacht wird. Offiziell heisst es, dass die Wölfe sich selbst dort Konkurrenzdruck machen würden, doch dies zweifeln wir an, weil in den westliche gelegeren Gebieten mindestens genauso viele Wolfsrudel sind. Auffalldend ist , dass von Weißwasser bis Neusorge ein wolfsfreier „Korridor“ zu sehen ist.

 

Wildschweinzaun zwischen Polen und Deutschland behindert Wildtiere.

Das komplette Neusorge-Rudel, hier noch auf unserem Film mit Welpen zu sehen, ist verschwunden.

 

Auch in Rheinland-Pfalz beklagt ein anderer kleiner Naturschutzverein, das Verschwinden von Wölfen aus der Region des Leuscheider Rudels.

Einheitliche Standarts im Wolfsmonitoring

„Die Daten, die das Bundesamt für Naturschutz jährlich im Herbst veröffentlicht, werden von den Bundesländern nach einheitlichen Standards jeweils für ein Monitoringjahr erhoben. Dieses erstreckt sich vom 1. Mai bis zum 30. April des darauffolgenden Jahres und deckt sich zeitlich mit einem biologischen „Wolfsjahr“, von der Geburt der Welpen bis zum Ende des ersten Lebensjahres. Grundlage des Wolfsmonitorings sind eindeutige Wolfsnachweise, wie etwa durch Lebendfang, genetische Nachweise (auch aus Kotproben) oder Fotos. Auch bestätigte Hinweise, etwa von einer erfahrenen Person überprüfte Spuren, werden für das Monitoring herangezogen. Die von den Bundesländern erhobenen Daten werden anschließend überprüft und durch das BfN und die DBBW bundesweit im Rahmen des Treffens der im Monitoring erfahrenen Personen von Bund und Ländern zusammengeführt,“ heisst es weiter in der Pressemitteilung des Bundesamtes für Naturschutz.

 

 

Pressemitteilung des Bundesamtes für Naturschutz: https://www.bfn.de/pressemitteilungen/aktuelle-wolfszahlen-bundesweit-157-rudel-bestaetigt

Zum direkten Vergleich die Meldung aus 2020: https://wolfsschutz-deutschland.de/2020/11/06/bundesamt-fuer-naturschutz-bfn-gibt-zahlen-fuer-das-akutelle-wolfsmonotoringjahr-bekannt/

Dazu interessanter Bericht von 3Sat nano: https://www.3sat.de/wissen/nano/211202-wolf-nano-100.html#xtor=CS5-54

Pressemitteilung der Naturschutzinitiative e. V. RLP über „verschwundene Wölfe“ https://naturschutz-initiative.de/pressemitteilungen/1071-12-10-2021-pm-wohin-verschwinden-die-woelfe-im-westerwald

Unsere Info über verschwundene Wölfe in Sachsen: https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/10/28/keine-rasante-vermehrung-neue-wolfszahlen-fuer-sachsen-entlarven-alte-probleme/

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3. Dezember 20213. Dezember 2021Allgemein

Schluss mit geheimen Wolfsjagden in Niedersachsen?

Die Niedersächsischen Grünen hatten gegen die geheimen Wolfsabschussverfügungen von Umweltminister Lies (SPD) geklagt. Nach der Verhandlung am 1. Dezember 2021 zeigte sich der stellvertretende Fraktionschef Christian Meyer optimistisch. Die offizielle Entscheidung wird aber erst am 8. Februar 2022 verkündet werden.

Beispielbild ©Brigitte Sommer – Auf zehn Wölfe in Niedersachsen sind geheim gehaltene Abschussverfügungen ausgestellt. Getroffen wurden allerdings die falschen Wölfe. Lies´Geheimhaltung erschwert Klagen.

 

(dpa) – Darf die rot-schwarze Landesregierung Informationen über zum Abschuss freigegebene Wölfe geheimhalten? Mit dieser Frage hat sich der Niedersächsische Staatsgerichtshof in Bückeburg am Mittwoch beschäftigt. Drei Grünen-Abgeordnete hatten zu den Abschussgenehmigungen im Februar eine Kleine Anfrage im Landtag gestellt, doch das Umweltministerium verweigerte Auskünfte zu einzelnen Fällen. Zur Begründung hieß es, dass das grundrechtlich geschützte Geheimhaltungsinteresse Dritter das Informationsinteresse der Abgeordneten überwiege. Weil die Grünen dies anders sehen, zogen sie vor das höchste Verfassungsgericht im Land.
Wölfe stehen unter strengem Naturschutz und dürfen nur unter bestimmten Bedingungen zum Abschuss freigegeben werden – etwa wenn sie Menschen zu nahe gekommen sind oder wolfsabweisende Zäune mehrfach überwunden und Schafe, Rinder oder Pferde gerissen haben.
In einer zweieinhalbstündigen Verhandlung stellten die Richter den Vertretern der Landesregierung, darunter Umweltstaatssekretär Frank Doods, zahlreiche Fragen.  Unter anderem ging es nach Auskunft eines Gerichtssprechers darum, warum nach dem Abschuss eines Wolfes das Umweltministerium sehr wohl Details etwa zum ungefähren Ort der Tötung des Tieres mitgeteilt hatte. Seine Entscheidung will der Staatsgerichtshof am 8. Februar (10.00 Uhr) verkünden.
Die Grünen zeigten sich zufrieden mit dem Verlauf der Verhandlung. Ihnen gehe es um mehr Transparenz und Überprüfbarkeit von Wolfsabschüssen, sagte der stellvertretende Fraktionschef Christian Meyer der dpa. «Wir wollen nicht wissen, wer der Jäger ist. Wir wollen wissen, warum soll dieser Wolf getötet werden.» Nur so könnten die Genehmigungen mit Klagen von Umweltverbänden rechtlich überprüft werden. Die Geheimniskrämerei sei verfassungswidrig.
Im Internet gebe es Hass und Drohungen auf beiden Seiten, also von Wolfsgegnern und Wolfsbefürwortern, sagte Meyer. «Ich wurde auch schon bedroht.» Diese Taten müssten individuell strafrechtlich verfolgt werden. Die Landesregierung dürfe auch in bestimmten anderen Fällen nicht Informationen verheimlichen, um mögliche Straftaten zu verhindern – etwa bei Atommülltransporten.
Dem Grünen-Politiker zufolge wurden in Niedersachsen bisher zehn Wölfe offiziell zum Abschuss freigeben. Kein einziger der gesuchten Leitwölfe sei getötet worden, stattdessen habe es vier Fehlabschüsse von Jungtieren gegeben, kritisierte der frühere niedersächsische Agrarminister.
Hier die Pressemitteilungen dazu: https://www.fraktion.gruene-niedersachsen.de/presse/pressemeldungen/artikel/meyer-verhandlung-bestaetigt-unsere-rechtsauffassung-mehr-transparenz-und-ueberpruefbarkeit-von-wolf.html
Wolfsschutz-Deutschland e. V. hatte Strafanzeigen gegen Umweltminister und beteiligte Personen gestellt. Im Gegensatz zu den Grünen geht es uns nicht nur darum, die Öffentlichkeit im Rahmen des Gesetzes zu informieren sondern wir stellen die Berechtigung dieser Abschüsse generell infrage. Unserer Meinung nach sind sie nicht mit geltendem EU-Recht vereinbar.

 

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25. Oktober 202125. Oktober 2021Allgemein

Weitere tote Ponys in NRW: Alle Warnungen zu Rissgefahren ab August ignoriert

Die Situation im Wolfsgebiet Schermbeck um gerissene bzw. verletzte Ponys nimmt derzeit immer unverständlichere Ausmaße an.  Dabei könnten alle Ponys noch leben, hätte man auf  Warnungen von Wolfsschutz-Deutschland e. V. gehört. Laut aktuellem DNA-Ergebnis ist der erste Riss Wölfin Gloria nicht nachzuweisen.

Shetland-Ponys und andere Kleinpferde können sehr wohl ins Beuteschema von Wölfen passen. Vor allem, wenn sie alt, wie bei allen Rissen im Schermbecker Wolfsgebiet, oder nicht fit sind. Beispielbild Shetty Pixabay

Auch nach dem Riss des 20jährigen Therapieponys „Rebell“ in der Nacht vom 10. auf den 11.10.21 in Hünxe wurden dort erneut weitere Ponys und Pferde sich selbst überlassen. Das Drama nahm auf einer ungeschützten Weide am Kirchhellen – Wesel  Weg seinen Lauf. Ein ebenfalls älteres Shetlandpony wurde vermutlich in der Nacht vom  19. auf den 20.10.21 gerissen. Seltsamerweise wurde das tote Tier erst am nächsten Tag in der Mittagszeit von Spaziergängern entdeckt, da die Besitzer außerhalb des Gebietes wohnen. Am 22. Oktober wurde schleißlich Pony Max ebenfalls tot aufgefunden.

Zum Pony Rebell gibt es jetzt ein Ergebnis der DNA-Analyse. Es war tatsächlich ein Wolf, doch der Verursacher ist nicht zuordnenbar. https://wolf.nrw/wolf/de/nachweise

Zur Zeit beginnt die Wandersaison von jungen Wölfen, die ihr Rudel verlassen, um ein eigenes Revier zu suchen. Es ist also anzunehmen, dass das Schermbecker Rudel gar nicht für die aktuellen Risse verantwortlich ist.

Totes Pony einfach unter Plane liegen gelassen

Unsere anschließenden Recherchen ergaben, das dieses tote Pony weiterhin, mit einer Plane bedeckt, auf genau dieser Weide verblieb. Grund  dafür war, dass erst die Besitzer des Tieres ausfindig gemacht werden mussten. Das ist bis dahin auch durchaus verständlich, aber warum dieser Zustand nach dem Eintreffen der Eigentümer nicht umgehend geändert wurde ist für uns nicht nachvollziehbar.  Tatsache ist, das das Pony wohl noch die ganze Nacht dort gelegen haben muss (dieses bestätigten uns Anwohner). Auf dieser Wiese befand sich zu diesem Zeitpunkt auch noch die etwa 40 Jahre alte Stute, die schon seit über 20 Jahren mit dem Shetlandpony zusammen dort gehalten wurde. Was dann passierte konnte man dann am nächsten Tag wieder in der Zeitung lesen: der nächste Wolfsangriff ging durch die Presse. Jene betagte Stute wurde dabei verletzt. Wenn man diese Hintergründe bedenkt, war das leider fast zu erwarten. In unseren Augen ist das nicht nur fahrlässig, sondern skrupellos und einfach ungeheuerlich!

Das gescheckte Pony ist tot, das andere wurde in der darauf folgenden Nacht verletzt, während das tote Pony einfach unter einer Plane liegen gelassen wurde. Erst im September hatten wir diese Weide kritisiert.
Weide des Ponyrisses von vorne betrachtet. Gut sichtbar die nicht funktionstüchtigen Zäune, die vor gar nichts schützen. Beide Pferden waren hochbetagt.

Und da wundern sich tatsächlich die Weidetierhalter, das wir eine Anfütterungstaktik durchaus für denkbar halten und diese auch in den medialen Raum stellen? Was wären wir denn für Wolfsschützer, wenn wir das nicht in Erwägung ziehen würden?

Und um hier keine falsches Bild aufkommen zu lassen, uns tut es um jedes tote Tier genauso leid. Einige von uns hatten bzw. haben ebenfalls Pferde, manche auch Ziegen und Schafe. Aber, wer seine Tiere liebt, der schützt diese eigeninitiativ und wartet nicht auf Fördergelder für wolfsabweisende Zäune.

Die Vernetzung der Weidetierhalter läuft doch ansonsten auch recht unproblematisch, da kann man sich doch untereinander sicher auch mit Notunterbringungen behilflich sein, wenn der eine oder andere so schnell keinen sicheren Stall zur Verfügung hat.

Die dringende Bitte, Ponys ab August nachts einzustellen, wird seit Jahren ignoriert

Anhand des Rodenthaler Rudels in Sachsen hatten wir bereits vor drei Jahren aufgezeigt, dass Risse ab August wahrscheinlicher werden. Diese Statistik ist auf alle Rudel in Deutschland übertragbar: https://wolfsschutz-deutschland.de/2017/11/22/liegt-es-am-mangelnden-willen-der-hobbytierhalter-wir-haben-uns-die-rissstatistik-des-rosenthaler-rudels-mal-genauer-angesehen/

Dabei sind vermehrte Risse ab August absolut logisch nachvollziehbar. Denn die im Frühjahr geborenen Welpen sind nun fast schon so groß wie ihre Eltern und brauchen nun mehr Fleisch. Auch ältere Geschwister, die noch mit auf die Welpen aufgepasst haben, müssen bevor sie abwandern, noch mitversorgt werden. Dazu kommen bereits abgewanderte Jungtiere, die unterwegs ebenfalls Beute benötigen. Da Wölfe Opportunisten sind, wählen sie den einfachsten Weg, Beute zu machen.

Nicht umsonst wurde bereits seit dem Riss von Pony „Rebell“ durch die Behörden die dringende Empfehlung an die Weidetierhalter ausgesprochen, ihre Ponys und Kleinpferde nachts einzustallen. Es sei wichtig, „die Weiden mit potenziell gefährdeten Haus- und Nutztieren, das sind neben Schafen, Ziegen und Gatterwild auch Kleinpferde, wolfsabweisend zu zäunen“ und die Tiere „in den dunklen Tag- und Nachtstunden in einen Stall zu verbringen“, wird der Staatssekretär Heinrich Bottermann in einer Mitteilung des Ministeriums zitiert. „Bei der Landwirtschaftskammer haben wir für die Herdenschutzberatung eine Hotline eingerichtet, die unter anderem auch zu wolfsabweisenden Zäunen berät.“

Ganz aktuelles Foto aus dem Kerngebiet des Schermbecker Rudels, nicht weit von den toten Ponys entfernt, die nur mit Stacheldraht, bzw. zwei oder nur einer Litze eingezäunt gewesen waren. Der Mais ist besser geschützt als Weidetiere. Und hier beschwert sich neimand darüber, dass keine Wildtiere hindurch können.

Hotline für Weidetierhalter *innen

Die Durchwahl der Servicehotline Herdenschutz der Landwirtschaftskammer ist 02945 989898. Weitere Informationen zum Thema gibt es auf der Internetseite der Organisation.

Bislang werden solche Schutzmaßnahmen aber für die Pferdehaltung nicht öffentlich bezuschusst. Landesumweltministerin  Ursula Heinen Esser hat Mitte des Monats angekündigt, das sich das ändern soll.  Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/10/19/nrw-wolfsschutz-deutschland-e-v-klagt-an-provozieren-pferdehalter-innen-absichtlich-wolfsrisse-um-eine-abschussgenehmigung-zu-erhalten/

Das scheint aber noch nicht jeder als notwendig zu erachten, denn auch am 22.10.21 gab es erneut eine Rissmeldung. Auf dem Gehöft schwarze Heide in Hünxe soll eine Ponyherde von fünf Kleinpferden von ihrer Weide in die Nähe von Stallungen gejagt worden sein. Dabei wurde das 22 Jahre alte Shetland Pony „Max“ getötet. Die Tiere leben in einer Offenstallhaltung, der Zaun war nicht wolfsabweisend, und sollte in Stand gebracht werden.

Eine der Stromlitzen sei durchtrennt gewesen, weitere Infos gibt es dazu nicht.

Wir können nur immer wieder betonen, dass  wir vor diesen Entwicklungen eindringlich gewarnt haben, so wie schon im August diesen Jahres in unserem großen NRW-Faktencheck https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/09/01/exklusiv-faktencheck-fotoreportage-und-zaunkontrollen-aus-dem-wolfsgebiet-schermbeck-nrw/ :  sollten die Weidezaunsituationen, bzw. die Haltebedingungen der dort stehenden Tiere nicht adäquat angepasst werden, sind weitere Übergriffe vorprogrammiert. Präventivmaßnahmen heißt das Zauberwort, wer dazu nicht bereit ist, sollte nicht die Schuld bei den Wölfen suchen, sondern einfach nur mal in den Spiegel schauen. In unseren Augen stellt das ignorante und fahrlässige Verhalten der Tierhalter einen Skandal ohne gleichen dar. Unsere Warnungen werden vehement in den Wind geschlagen, und die Schuld immer bei den Wölfen oder den Behörden gesucht. Sich allerdings anschließend immer als „Opfer“ darzustellen und sich dann anschließend dramatisch in Szene zu setzen, ist einfach nur dreist und irgendwann auch unglaubwürdig.

Es sind mittlerweile haarsträubende Zustände, die man im Gebiet des Schermbecker Wolfrudels vorfindet.

Weiter unbequem und schonungslos ehrlich

Selbst uns von Wolfsschutz Deutschland e. V. verschlägt es bei soviel Dreistigkeit die Sprache!

Auch wir bleiben weiter unbequem, aber dafür schonungslos ehrlich – so wie man es von Wolfsschutz-Deutschland e. V. kennt.

Hier unser Statement auf unserer FB-Seite:

Pferderipper, die unbeachtete Gefahr

„Spätestens, wenn ein Pferd verletzt wurde, ist dies auch für die Polizei keine Bagatelle mehr, betont Dr. Helga Ihm, Kriminalpsychologin beim Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz. Denn das Potenzial von Menschen, die Tiere quälten, ist bedeutsam für mögliche spätere Delikte, bei denen gewalttätige Verhaltensmuster auch gegen Menschen umgesetzt werden.“ Wir haben uns mal die Statistik angeschaut. Statistiken zeigen, dass Menschen als Haupttäter für Gewalt an Pferden verantwortlich sind. Sind also Krokodilstränen von Haltern sowie Forderungen nach Abschuss von Wölfen nach wirklich extrem seltenen Angriffen berechtigt?

https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/01/14/angriffe-auf-pferde-280-irren-rippertaten-stehen-nur-16-wolfsangriffe-gegenueber-abschussforderungen-von-pferdehaltern-unverhaeltnismaessig/

 

Hobbyjäger erschießen regelmäßig Pferde

Alleine in diesem Jahr sind schon wieder mindestens zehn Fälle bekannt, in denen Hobbyjäger Pferde mit Wildtieren verwechselt haben und diese erschossen haben. Seltsamerweise findet man hier keinen einzigen Bericht darüber, dass Halter und Halterinnen großartig in der Presse darüber wehklagen. Hier das neuestes Beispiel: https://www.swr3.de/aktuell/nachrichten/jaeger-erschiesst-pferde-100.html

Weitere Quelle: https://rp-online.de/nrw/staedte/dinslaken/wolfs-angriffe-in-huenxe-auch-ponys-sollen-jetzt-nachts-in-den-stall_aid-63680307?fbclid=IwAR2KYMEJw9q9JokxfFcUlbWp1wvR0y_MphVlY4IOQPsMuv44YadI4Och6rE

 

 

 

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23. Oktober 202123. Oktober 2021Allgemein

Ausflugstipp: Auf den Spuren der Wölfe in Berlins wildem Südwesten

Wildtiere kann man in Berlin vielerorts bewundern. Füchse, Wildschweine, Waschbären, Marder, seltene Wasservögel und sogar seltene Insekten wie die Gottesanbeterin zieht es wegen des enormen Jagddrucks im Umland immer mehr in die Großstadt. Und die Berliner gehen meistens ganz entspannt mit ihren wilden Mitbewohnern um. Jetzt ist allerdings im Speckgürtel von Berlin eine kleine Sensation entdeckt worden. Ein Wolfsrudel hat sich in der Döberitzer Heide niedergelassen. Hier unser Freizeit-Ausflugstipp von Jürgen Götz

Am vorletzten Wochenende (Sa. und So.) habe ich vor Ort die Gegend um das vor kurzem neu entdeckte Wolfsgebiet in Brandenburg in der Döberitzer Heide etwas in Augenschein genommen.

Das Wolfsgebiet Döberitzer Heide liegt nur zirka 25 Kilometer von der Berliner Innenstadt entfernt. ©Jürgen Götz

Ein Fotograf hat unlängst entdeckt, dass sich auf dem für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Naturschutzgelände, das die Heinz Sielmann Stiftung 2004 erworben hat, ein Wolfsrudel samt Welpen befindet! Auf diesem 3442 Hektar großen Gelände, die als Wildniskernzone bezeichnet wird, leben (zwar unter Beobachtung aber durch menschliches Zutun unbeeinflusst) seit 2010 Wisente, die europäischen Bisons (anfangs 11), die seit 100 Jahren in freier Wildbahn ausgerottet sind (bis auf wenige, die wieder ausgewildert wurden) und Przewalski-Pferde (anfangs 7), die als die Nachkommen der Urwildpferde gelten und die eigentlich als ausgestorben galten aber durch Exemplare, die sich noch in Zoos befanden wieder ausgewildert werden konnten. Heute sollen in dieser Wildniskernzone um die 90 Wisente, 30 Przewalski-Pferde und 100 Tiere Rotwild leben – und mitten drin ein neues Wolfsrudel (Elternpaar mit 4 Welpen). Die Wildniskernzone ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich und geschützt durch ein dreifaches Zaunsystem (außen ein hüfthoher Maschendrahtzaun, als nächstes ein zwei Meter hoher Elektrozaun und innen ein weiterer 1,5 m hoher Elektrozaun). Die Zäune sollen natürlich in erster Linie die Wisente und Przewalski-Pferde daran hindern, das Gelände zu verlassen. Kleinere Wildtiere wie z. B. der Wolf haben aber die Möglichkeit unbeschadet über Schleusen, die sich im Abstand von meistens ca. 50 m rund um das Gelände befinden, in das Gebiet zu gelangen und es auch wieder zu verlassen!

Die Wildniskernzone ist mit Zäunen umrundet, damit die Wisente und Przewalski-Pferde nicht hinaus können.
Für kleinere Tiere sind Schleusen eingebaut. So können auch die Wölfe hinein und heraus. ©Jürgen Götz

 

Wildniskernzone für Menschen tabu

Die öffentich nicht zugängliche „Wildniskernzone“ grenzt zum Teil an die sogenannte „Naturerlebnis-Ringzone“, die für Menschen eher zugänglich ist.

Die Döberitzer Heide befindet sich innerhalb des „Berliner Rings“, dem Autobahnring, der die gesamte Stadt umschließt. Die Entfernung nach Berlin-Mitte (Alexanderplatz) beträgt ca. 20 km Luftlinie. Dieses Gebiet befand sich seit 1713 ununterbrochen unter militärischer Nutzung (vor und während des Kaiserreichs, während der Nazizeit und zur DDR-Zeit durch die „Rote Armee“ und nach deren Abzug 1991 zum Teil immer noch durch die Bundeswehr.

Der Wanderweg um die nicht zugängliche Kernzone besteht meist aus Sandpisten. Gutes Schuhwerk und oder Mountainbikes sind erforderlichl ©Jürgen Götz

 

Ich habe mich entschlossen am Samstag meine Erkundung in Elstal, dem größten Ortsteil der Gemeinde Wustermark, zu beginnen. Elstal ist mir sehr vertraut als beliebtes Ziel von vielen meiner Klientenkindern aus meiner sozialpädagogischen beruflichen Tätigkeit! Dort befindet sich eines der „Karls-Erlebnis-Dörfer“. Hier können sich die Kids mit vielerlei Aktivitätsmöglichkeiten austoben. Elstal ist aus Berlin mit Regionalbahn innerhalb von 30 Min. sehr gut erreichbar. Nicht weit von dem besagten Erlebnis-Dorf, das mit dem Bus gut vom Bahnhof aus erreichbar ist, ist ein Eingang zum Rundwanderweg um die Wildniskernzone „Döberitzer Heide“. Für PKWs ist am Eingang Endstation, da dort absolutes Fahrzeugverbot gilt (außer Fahrrädern). Ich bewegte mich dann weiter auf „Schusters Rappen“. Gleich am Eingang befand sich ein Gelände des Naturschutz-Fördervereins „Döberitzer Heide“ e. V. Die Einfahrt war durch ein Tor gesperrt. Der Naturschutz-Förderverein setzt sich seit 1992 nach eigenen Worten für Artenvielfalt ein.

Paradies zum Wandern und Radfahren

Man muss nun wissen, dass der Rundweg um die Wildniskernzone ca. 22 km umfasst! Wacker machte ich mich auf den Weg. Ich musste feststellen, dass der Weg weitgehend sehr sandig ist und entsprechend körperlich anstrengend zu bewältigen ist (alle haben dies sicherlich schon mal festgestellt: auf festem Waldboden kommt man bedeutend schneller und weniger anstrengend voran als z. B. auf einem Sandstrand)! Oft hat man das Gefühl, es geht zwei Schritte voran und einen wieder zurück! Weiterhin festzustellen bleibt: entweder man entscheidet sich für die volle Länge des Rundweges oder man geht eine gewisse Strecke und muss diese dann in voller Länge wieder bis zum Ausgangspunkt zurückgehen, da es keine Abkürzungen, öffentlichen Verkehrsmittel o. ä. zum Start zurück gibt! Nach vorliegenden Berichten benötigen Menschen, die zu Fuß unterwegs sind, sechs bis sieben Stunden für den gesamten Rundweg. Nach zirka fünf Kilometern entschloss ich mich dann umzukehren und zu meinem Ausgangspunkt zurückzukehren (was unterm Strich die zehn Kilometer meines Fußweges komplett machten). Auf dieser Strecke gibt es zwei Aussichtspunkte, von denen man einen guten Blick in die Kernzone hat. In erster Linie ist dies der höher gelegene und überdachte Aussichtspunkt „Wolfsberg“. Leider konnte ich weder von dort noch auf meinem Weg entlang der Wildniskernzone weder Wisente, noch Przewalski-Pferde, noch Rotwild, geschweige denn Wölfe wahrnehmen. Auch konnte ich keine Spuren oder Hinterlassenschaften von Wölfen außerhalb der Umzäunung entdecken. Trotzdem konnte ich die Wanderung bei blauem Himmel und Sonnenschein genießen.

Blick vom Aussichtstrum Wolfsberg in die Kernzone. ©Jürgen Götz

Neuer Versuch am nächsten Tag (Sonntag). Diesmal habe ich mir einen anderen Ausgangspunkt ausgesucht (etwas weiter südlich) und bin von der Speckdammbrücke bis zum Finkenberg (höchste Erhebung in der Döberitzer Heide) marschiert auf dem ein Aussichtsturm steht von dem man einen guten Blick sowohl in die Kernzone bekommt als auch bis nach Berlin (Fernsehturm am Alex und andere markante Punkte sind deutlich zu sehen). Diesmal waren es drei Kilometer (hin und zurück also sechs Kilometer) aber diesmal habe ich mich unterwegs etwas länger an einigen Stellen aufgehalten. Habe Spuren von Wild entdeckt. Höhepunkt des Tages war, als ich beim Aussichtsturm ankam und dort eine große grasende Schafs- und Ziegenherde sah (außerhalb des Zauns um die Kernzone)! Im Hintergrund sah ich sitzend einen Schäfer mit Hund, der aber weitgehend passiv und beobachtend schien! Die Herde zog dann am Zaun entlang weiter. Irgendwann danach habe ich ein einsames zurückgelassenes Lamm auf dem ursprünglichen Weideplatz gesehen, das blökend hin und her lief und offenbar verzweifelt den Rest der Herde suchte. Irgendwann bewegte es sich in die Richtung, in die auch die Herde abgezogen ist und ich hoffe, dass es wieder Anschluss gefunden hat! Meine Einschätzung: in einem Wolfsgebiet sollte sich der Schäfer etwas aktiver und weniger sorglos um seine Herde kümmern!

Zwischendurch habe ich den Aussichtsturm bestiegen von dem aus man einen guten Blick in die Kernzone als auch in die weitere Umgebung bis hin nach Berlin hat! Leider konnte ich auch vom Turm aus keines der dort lebenden Wildtiere entdecken.

Demnächst werde ich mich einmal daran wagen, den gesamten Rundweg per Mountainbike in einem Rutsch zu bewältigen.

Mein Fazit: Ein landschaftlich reizvolles und lohnendes Ausflugsziel und mit etwas Glück (das mir bisher leider noch nicht beschieden war) kann man von irgendwo auf diesem Rundweg vielleicht faszinierende Wildtiere beobachten.

Einsames zurückgelassenes Lamm, das blökend und suchend auf einer Fläche auf der 20 Minuten vorher noch eine Schaf- und Ziegenherde geweidet hat umherläuft.
Die Herde ist mit dem Schäfer inzwischen weiter gezogen und das Lamm wurde offenbar vergessen. Wir hoffen, dass das Lamm wieder den Anschluss an seine Herde findet. Zu bedenken ist, dass sich das unmittelbar an der Grenze zur Wildniskernzone „Döberitzer Heide“ in Brandenburg, in der vor Kurzem ein neues Wolfsrudel entdeckt wurde, abgespielt hat. Es bleibt zu wünschen, dass künftig die Ziegen- und Schafe in diesem Gebiet durch die Verantwortlichen besser geschützt werden denn wenn sich die Wölfe an diesem Angebot bedienen, ist das Geschrei wieder groß!
(Weil einige Leute anscheinend nicht in der Lage sind, Antworten auf Fragen in den Kommentaren zu lesen, hier noch einmal: das Lämmchen ließ sich nicht einfangen. Mit mehreren Leuten zusammen trieben wir schließlich das Tier hinter der Herde her.)
Schafe sollen das Gelände offenhalten. © Jürgen Götz

 

Quelle: https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/10/06/grosse-ueberraschung-wolfsrudel-innerhalb-des-berliner-rings-entdeckt/

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6. Oktober 20216. Oktober 2021Allgemein

Große Überraschung: Wolfsrudel innerhalb des Berliner Rings entdeckt

Dass Wölfe keine absolute Wildnis brauchen, sondern in unserer Nähe und in unseren Kulturlandschaften wunderbar zurecht kommen, zeigt eine überraschende Meldung der Deutschen Presseagentur von heute. Ein Fotograf, der für die Heinz Sielmann Stiftung Fotos machen wollte, entdeckte die Wölfe in der Döberitzer Heide, von der man dachte, dass sie zu klein für Wölfe wäre.

Beispielfoto ©Brigitte Sommer

Das hätte es laut Aufzeichnungen des Landesumweltamtes noch nie gegeben. Nur 30 Kilometer vom Alexanderplatz entfernt hätte sich ein Wolfsrudel niedergelassen, heisst es weiter in der dpa-Meldung. Die zwei Elterntiere und vier Welpen seien in der Döberitzer Heide in Brandenburg westlich von Berlin gesichtet worden, teilte die Heinz Sielmann Stiftung bereits am Dienstag mit. Am Dienstag bestätigte auch das Landesumweltamt (LfU) der Deutschen Presse-Agentur, dass es sich bei den Tieren um Wölfe handelt. Innerhalb des Berliner Rings hatten sich andere Wolfsrudel nach der Karte der Wolfsnachweise des LfU noch nicht niedergelassen.

Das Rudel war vor rund zwei Wochen einem Fotografen, der in dem rund 4500 Hektar großen Naturschutzgebiet an den Toren Berlins und Potsdams für die Stiftung unterwegs war, vor die Linse gelaufen. Die sechs Tiere hätten sich laut Stiftung insbesondere in einem eingezäunten Gebiet von etwa 1800 Hektar etwa in der Mitte des Areals niedergelassen – dort seien sie vom Menschen weitestgehend ungestört. Die Zäune, in denen sich Wildklappen befinden, sollen dort lebende Wisente und Wildpferde davor schützen, auf die umliegenden Bundesstraßen 2 und 5 und die A 10 im Westen zu laufen.

Rückkehr der Wölfe ist Erfolg für den Artenschutz

Eigentlich sei das Gebiet zu klein für ein Rudel, sagte Stiftungs-Sprecherin Nora Künkler der dpa. Aber die Tiere hätten dort aufgrund hohen Wildbestandes viel Nahrung. Rehe und Wildschweine reichten den Tieren dennoch nicht aus: Im August und September seien bereits Risse von dort weidenden Ziegen und Schafen gemeldet worden. „Die Schäfer respektieren den Schutz des Wolfes und versuchen sich auf die neue Situation einzustellen“, sagte Künkler. Als erste Maßnahme seien Zäune auf Schlupflöcher überprüft und mehr Strom draufgegeben worden.

Die Stiftung sieht die Rückkehr der Wölfe als Erfolg für den Artenschutz. „Der Wolf gehört in Deutschland als Baustein zum ökologischen Gesamtsystem. Unter anderem sorgt er für einen gesunden Wildbestand“, heisst es von weiter der Stiftung.

Diese Einstellung der Stiftung freut uns von Wolfsschutz-Deutschland e. V. natürlich sehr.

Quelle: Artikel in der Berliner Zeitung mit Original-Foto des Fotografen: https://www.berliner-zeitung.de/news/wolfsrudel-erstmals-innerhalb-des-berliner-rings-entdeckt-li.187139

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30. September 202130. September 2021Allgemein

Dritter Wolf erschossen: Wolfsschutz-Deutschland e. V. stellt erneut Strafanzeige und setzt weitere Belohnung aus

Nachdem am Dienstag zwei illegal getötete Wolfswelpen in der Elbe im Landkreis Ludwigslust-Parchim gefunden worden waren, teilte das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern gestern Abend mit, dass bereits am Sonntag ein weiterer erschossener Wolf gefunden worden war und zwar 300 Kilometer vom Fundort der zuerst bekannt gegebenen Fälle entfernt. Wolfsschutz-Deutschland e. V. stellt auch in diesem Fall eine Strafanzeige und setzt eine weitere Belohnung von 1.000 Euro aus.

Erste Untersuchungen durch Tiermediziner hätte ergeben, dass alle drei Wölfe an Schussverletzungen verendet seien, wie ein Sprecher des Umweltministeriums in Schwerin dem NDR erklärte. Eine Wolfsleiche war demnach bereits am Sonntag bei der Ernte in einem Maisfeld bei Plöwen (Vorpommern-Greifswald) entdeckt worden. Nach bisherigen Erkenntnissen war das Tier schon vor etwas längerer Zeit angeschossen worden. Plöwen liegt unweit der Grenze zu Polen.

Umweltminister Backhaus (SPD) betroffen?

Umweltminister Backhaus (SPD) zeigt sich in einem Bericht des NDR betroffen über die kriminelle Energie. Er weist darauf hin, dass solche Taten keine Kavaliersdelikte seien. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. machen dem Umwelt- und Agrarminister allerdings den Vorwurf, dass schwammige Aussagen in Punkto Schutz der Wölfe, Kriminelle dazu angeregt haben könnten, in Wild-West-Manier  Selbstjustiz zu begehen. Denn die SPD und CDU streiten sich seit Monaten darum, den Wolf ins Jagdrecht in Mecklenburg-Vorpommern aufzunehmen. So wird Backhaus in einem Zeit-Artikel zitiert, dass er Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner (CDU) gebeten habe, in Brüssel zu erwirken, den „günstigen Erhaltungszustand“ der Wolfspopulation als erreicht zu erklären um damit Abschüsse möglich zu machen. Um solche Interessenskonflikte zu vermeiden, sollte das Amt des Umwelt und des Agrarministers normalerweise getrennt sein. Dass eine Trennung dennoch nicht vor Lobbyismus schützt, zeigt sich allerdings am Negativbeispiel von Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD).

Verfahren der EU gegen Deutschland

Von der EU gibt es allerdings ganz andere Signale als Wolfsabschüsse. So soll das Pilotverfahren gegen Deutschland nun in ein reguläres Verfahren wegen so genannten „legalen“ Abschüssen und diversen Wolfsverordnungen mehrerer Bundesländer übergegangen sein. Bundesumweltministerin Schulze  (SPD) soll dies kürzlich auf einer Veranstaltung in Niedersachsen betont haben. Haben nun Jagende aus Frust vollendete Tatsachen geschaffen? Unklar. Fakt ist aber, dass hier kein bis wenig Unrechtsbewusstsein vorhanden zu sein scheint und geradezu eine Enthemmung stattfinden könnte. Dies ist der elfte Fall von einer Entdeckung eines illegal getöteten Wolfs in Deutschland in diesem Jahr. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. schätzen die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher ein.

Wir beklagen auch eine oft mangelnde Motivation, solche Umweltkriminellen dingfest zu machen. Grund könnte hier auch die Tatsache sein, dass in Ämtern, Polizei und Gerichtswesen überproportional viele Hobbyjäger sitzen.

Quellen: https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Drei-tote-Woelfe-in-MV-entdeckt-sie-wurden-offenbar-erschossen,wolf4578.html

https://www.zeit.de/news/2021-08/18/debatte-um-bejagung-von-woelfen?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

 

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17. September 202117. September 2021Allgemein

Happy End in Sachsen – verirrter Wolfswelpe aus einer misslichen Lage befreit

Die Fachstelle Wolf des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) informierte gestern in einer Pressemitteilung darüber, dass sich ein Wolfswelpe in den Dresdner Ortsteil Langebrück verirrt hätte. Als der Wolfswelpe Menschen wahrgenommen hätte, hätte er versucht, in ein Grundstück zu flüchten und wäre aber in einem Zaun stecken geblieben. Daraufhin sei die Polizei informiert worden. Ein herbei gerufener Tierarzt hätte den Welpen aber schließlich aus dem Zaun befreien können.

Anscheinend hat der Tierarzt den Welpen wieder frei gelassen, denn das Sächsische Umweltministerium schreibt weiter in seiner Pressemitteilung, dass es danach allerdings unklar gewesen wäre, ob der Welpe den Weg zurück in die zirka 200 Meter entfernte Dresdner Heide gefunden hatte. Zwischenzeitlich seien in der Fachstelle auch weitere Sichtungsmeldungen eingegangen. Deshalb hätte gestern Vormittag ein Mitarbeiter nachgeschaut, ob sich der Welpe noch im Ort befindet. Das Jungtier sei jedoch nicht mehr auffindbar gewesen. Die Experten der Fachstelle würden vermuten, dass der Welpe wieder in der Dresdner Heide zurück gefunden hat, heisst es weiter in der Pressemitteilung.

Wolfswelpen sind jetzt vier bis fünf Monate alt und sie gehen auch schon mal alleine auf Entdeckung. Gerade wenn Eltern und Geschwister auf der Jagd sind, kann es auf einem so genannten Rendevouvplatz, auf dem sich die Familie wieder trifft, langweilig werden. Allerdings suchen zur Zeit auch jede Menge Menschen den Wald nach Pilzen ab. Vielleicht ist der Welpe auch erschreckt worden. Das Wolfspaar in der Dresdner Heide hat in diesem Jahr mindestens sieben Welpen.

Generell kommen Wölfe bei ihren Streifzügen auch immer wieder an Ortschaften vorbei oder durchqueren diese. Dabei kann es passieren, dass sich ein Wolf in einen Ort verläuft. Wölfe sind sehr vorsichtige Tiere. Sie nehmen Menschen mit ihren gut ausgebildeten Sinnen meist frühzeitig wahr und weichen meist bereits aus, bevor sie überhaupt bemerkt werden. Wer dennoch einem Wolf begegnet, sollte sich ruhig verhalten und das Tier nicht in die Enge treiben. Grundstücksbesitzer, auf deren Grundstück sich ein Wolf befindet, sollten dem Tier eine Fluchtmöglichkeit anbieten und es nicht bedrängen. In der Regel dreht sich der Wolf um und zieht von dannen.

Hier geht es zur Pressemitteilung: https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/586086?fbclid=IwAR2h3Tgs4maCGZP147-QAtpQ17sQV2L6wB_p_JG2o7rP_kxOikEiszBpn1c

Weitere Quelle: https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/territorien/karte-der-territorien

 

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9. September 202110. September 2021Allgemein

Wolfsschutz-Deutschland e. V. klagt an: Niedersächsische Bauern provozieren Wolfsrisse

In der großen Niedersachsen-Faktencheck- Reportage von Jürgen Götz und Brigitte Sommer weist Wolfsschutz-Deutschland e. V. erneut nach, dass Weidetiere auf dem Gebiet des Rodewaldrudels und dem Gebiet des Rehburger Rudels nicht geschützt sind. Wir werfen der Landesregierung, Weidetierhalter *innen und der Jägerschaft ein Arbeiten Hand in Hand vor, um Wölfe anzulocken damit sie Nutztiere reißen, um Abschussforderungen zu kreieren. Nach Willen der SPD soll der Wolf jetzt sogar ins Jagdrecht. Außerdem haben wir traumhafte Bilder aus beiden Revieren und auch positive Beispiele von Weidezäunen. Wir erwischten wildernde Jagdhunde und bringen neue Beispiele von Jagdfrevel.

Zu den schönsten deutschen Wolfsrevieren gehört sicherlich das Gebiet in dem das Rodewaldrudel lebt. Heidelandschaften wechsen sich hier mit dichten Wäldern, Lichtungen, kleinen Tümpeln und Moorgebieten ab. Wölfe finden hier reichlich Beutetiere, wie Rehe, Damhirsche und Wildschweine. Dabei ist die Landschaft so mystisch schön, dass man sich glatt neben Wölfen auch Elfen und Trolle vorstellen könnte. Das Wolfsrudel lebt hier sehr heimlich. Nur Kenner *innen finden Losung und Spuren.Vielleicht mag es auch daran liegen, dass in diesem Jahr zwar sieben Welpen offiziell bestätigt wurden, aber die Landesjägerschaft, die das Wolfsmonitoring in Niedersachsen betreibt, die beiden Elterntiere bisher noch nicht identifizieren konnte. Wir befürchten allerdings, dass man die Elterntiere auch erschossen haben könnte. Auf unsere Nachfrage konnte LJV-Chef Raol Reding  diese Befürchtung jedenfalls nicht dementieren. Seitens der Jägerschaft wären aber keine „legalen“ Abschüsse vorgenommen worden, da sich nur das Umweltministerium mit der Umsetzung von Abschussverfügungen befassen würde. Fakt ist, dass auf den Vaterwolf noch immer eine solche besteht und Umweltminsiter Lies schon mehrmals keine Pressemitteilung herausgegeben hatte.

In der Lichtenheide wohnt ein Zauber inne.
Spektakuläres Licht während eines Sonnenunterganges über der Lichtenheide. ©Brigitte Sommer
Mystisch ist das Gebiet des Rodewaldrudels auch im Dauerregen. Wir sind jedenfalls im Einsatz bis auf die Knochen nass geworden. Das Wasser floss sogar von oben in die Gummistiefel hinein. © Brigitte Sommer
Ein Erlebnis für Nase und Augen. Duftende Heideblüte. © Brigitte Sommer
In Regenpausen suchen Schmetterlinge die Disteln nach Necktar ab. © Brigitte Sommer
Spektakuläre Baumformationen.
Blick ins Rehburger Rudelgebiet. © Brigitte Sommer

Hier noch weitere märchenhafte Bilder im Bericht von Jürgen Götz auf seinem FB-Profil

Unterwegs in Niedersachsen, um unsere Aktiven vor Ort zu unterstützen: Jürgen Götz und Brigitte Sommer

Zaunfrevel im Bereich des Rodewaldrudels

Weide zwischen Steimbke und Lichtenmoor

Sehr rudimentäre Begrenzung einer Weide mit Mutterkühen und Kälbchen.
Blick auf die Weide.
Hinter dem Plastikband befindet sich noch eine Litze.
In 90 Zentimter Höhe.
Trotz Spannung gelanden sowohl Hunde als auch Wölfe oder auch die Kälber leicht unter der Litze durch.
Die Mutterkühe mit Kälbern auf dieser Weide mit Zoom fotografiert.
Dies ist ein weiterer Eingang zu dieser Weide.

Diese Weide hier auch noch einmal im Film:

Niedersachsen – Rodewaldrudel. Ungeschützte Mutterkühe und Kälber, Teil 1. Auf den Vaterwolf des Rudels ist seit mehreren Jahren im Auftrag des Umweltminister Lies (SPD) ein „Schießbefehl“ ausgestellt. Einer der angeblichen Gründe: Rinderrisse. In diesem Jahr wurde ein Welpe des Rudels auf seinen Geheiß „legal“ erschossen. Auf unsere Strafanzeigen wurden keine Ermittlungen aufgenommen. Weitere Hintergrüde zu diesem Rudel findet Ihr unter dem Suchbegriff „Rodewaldrudel“ auf unserer Page.

Dieser Kommentar auf unserer Facebookseite unter dem Video zu dieser Zaunkontrolle kann die Lage vor Ort nicht besser erfassen:

 

 

 

 

Weide in den Steimbker Kuhlen

 

Rundum nur Stacheldraht mit einer Litze innen.
Hier kommen Hunde und Beutegreifer problemlos durch.
Auf dem Video sind diese Kühe nur undeutlich zu erkennen, da sie sich im hinteren Teil der Weide befinden. Deshalb dieses Fotos mit Zoom.

Diese Weide auch noch einmal im Film

 

 

Jagdfrevel und Kirrplätze

Einer der Hauptgründe, dass Jäger Spaziergänger aus dem Wald heraushaben wollen, ist dass solche Kirrplätze nicht gefunden werden sollen. Eigentlich darf Mais nur in kleinen abgedeckten Holzkästen zum Anlocken von Wildschweinen verwendet werden. Dieser Kirrplatz hier bedindet sich bei Steimbke.

 

Wildernde Jagdhunde vor einer unserer Forschungswildkameras.
Buchenholzteer ist in Wasserschutzgebieten verboten.
Buchenholzteer wird zum Anlocken von Wildschweinen verwendet und er ist in Wasserschutzgebieten verboten.
Mais muss normalerweise in Behältnisse gefüllt werden.

Postive Beispiele von Weidetierhaltung und Negatives von der Politik

Nicht alle Weidetierhalter *innen wollen ihre Tiere nicht schützen. Es gibt auch immer wieder positive Beispiele, auf die wir ebenfalls hinweisen möchten. Viele Halter *innen beklagen zudem, dass die Fördergelder für Zaunmaterial und Herdenschutzhunde erst nach Monaten bezahlt werden würden. Wölfe als Sündenböcke für eine verfehlte Agrarpolitik. Möglich ist das mit einem Umweltminister Olaf Lies (SPD), der sich nicht einmal mehr die Mühe gibt, Neutralität vorzutäuschen, sondern die Interessen der Lobby gegen die Wünsche der Wählerschaft durchsetzt.

Doch nicht nur CDU und SPD dienen sich der Jagd und Agrar-Lobby an. Auch die FDP fordert die Regulierung von Wölfen. Zitat des Vorsitzenden Stefan Birkner aus einem Artikel aus dem Lokalblatt „DIE HARKE“: Birkner spricht sich für eine Bejagung und Begrenzung der Population aus. „Sonst haben wir bald keine Weidetierhaltung mehr…..Ohne Begrenzung der Population werde es zu einer tiefen Spaltung der Gesellschaft kommen….Die Akzeptanz des Wolfs würde durch eine gezielte Bejagung gesteigert und dies sei langfristig gut für den Wolf…Wir müssen verhindern, dass die Akzeptanz für den Wolf auf Null sinkt.“ Der komplette Artikel kann in unserer Gruppe in Facebook als Screenshot gelesen werden: https://www.facebook.com/photo?fbid=4594196897260157&set=gm.1681620872021794

Die Argumentation von Stefan Birkner verkehrt die Realität ins komplette Gegenteil um. Es mag ja sein, dass das Landvolk in Niedersachsen sich nicht mit Wölfen arrangieren will (siehe beauftragte Umfrage von Umweltminister Lies, Link in den Quellen) , doch eine Mehrheit der Deutschen begrüßt noch immer den Wolf. Auch wenn es zu Problemen kommen kann. Dass eine Bejagung der Wolfspopulation helfen würde, darf getrost ins Repertoire des Jägerlateins. Wölfe vermehren sich nur ein Mal im Jahr. Die Größe einer Wolfsfamilie richtet sich nach der Zahl der Beute in einem Revier. In diesem Jahr hat die EU-Kommision und 2020 das Bundesamt für Naturschutz erneut festgestellt, dass es in Deutschland sogar noch zu wenige Wölfe für eine stabile Population gibt. Eine Bejagung würde den Wolf erneut an die Grenze der Ausrottung bringen. Dies scheint mit einer Herauszögerung von Fördergeldern und der Forderung, den Wolfs ins Jagdrecht zu übernehmen, vielleicht sogar gewollt. Fast alle Wolfsrisse der letzten Monate sind auf unzureichende Herdenschutzmaßnahmen zurückzuführen. Grundsätzlich war in 80% der Risse der Mindestschutz nicht gegeben, wie wir auch immer wieder durch unsere Zaunkontrollen nachweisen.

Doch auch die SPD will den Wolf im Jagdrecht haben. Die CDU zeigt sich empört, weil wohl über den Gesetzesentwurf nicht abgestimmt wurde. Der Vorsitzende des Fördervereins der Deutschen Schafthaltung, Wendelin Schmücker, behauptete vor kurzem in einer NDR-Reportage sogar, dass es unmöglich wäre, Schafe einzuzäunen. Dieses Beispiel hier beweist das Gegenteil.

Es gibt rund 1,5 Millionen Schafe in Deutschland. Darauf umgerechten machen Wolfsrisse gerade mal 0,24% aus. Dass heutzutage weder Wolle noch Schaffleisch in Deutschland beliebt sind, und deshalb viele Schäfer *innen in eine präkere Lage bringt, liegt nicht in der Verantwortung von Wölfen. Statt die EU-Agrar-Politik zu kritisieren und auch deutsche Poltiker in die Verantwortung zu nehmen, lassen sich anscheinend viele Bauern *innen darauf ein, den Wolf als Schuldenbock serviert zu bekommen. Dabei liegt es an Subventionen, die die Großen immer reicher werden lassen und die Kleinbauern, zu denen viele Weidetierhalter *innen gehören, kaum bis wenig fördert. Mit Wolfsabschüssen macht es sich die Politik einfach. Nichts würde sich für Bauern ändern, wenn die Wölfe nicht mehr da wären.
Diese Schafe bei Steimbke stehen hinter einem wolfsabweisenden Zaun, der genug Spannung hat.
Wolfsabweisend eingezäunt.
10.000 Volt Spannung waren auf allen Litzen.

Diese Weide noch einmal im Film

Wolfsabweisend eingezäunte Rinderweide

 

Rehburger Rudel

Das Gebiet des Rehburger Rudels liegt Südwestlich in der Nachbarschaft zum Rodewaldrudel. Seit 2018 gibt es dort offiziell Wölfe. Im vergangen Jahr wurden fünf Welpen nachgewiesen und in diesem Jahr bislang einer.

Das Gebiet des Rehburger Rudels reicht bis ans Steinhuder Meer.
Eingeschlossen auch ein Truppenübungsplatz und weite Moorgebiete.
Zwischendrin immer wieder Felden. Viele Weiden gibt es hier nicht. Die meisten Nutztiere müssen ihr Leben im Stall verbringen. Dass Wölfe die Weidetierhaltung gefährden würden, ist geradzu Irrsinn.
In diesem Jahr gibt es in allen Wolfsrevieren genug Wasser.

Wir lieben nicht nur Wölfe, wir mögen auch Kühe. Sie haben es nicht verdient, ohne gute Zäune auf abelegenen Weiden zu stehen. ©Jürgen Götz

 

Ausblicke ins Gebiet des Rodewaldrudels durch unsere Forschungswildkameras:

Die Elterntiere des Rudels konnten in diesem Jahr noch nicht genetisch zugeordnet werden. Auf den Vaterwolf des Rudels besteht eine Abschussverfügung.  Es finden aber auch noch auf andere Rudel geheim gehaltene Wolfsjagden statt. Auch Burgdorf, Ebstorf und Herzlake sind betroffen. Wir stellen in allen Fällen Strafanzeige. Einige Anzeigen laufen noch, bei anderen wurde nicht ermittelt.

Posender Marder vor einer unserer Forschungswildkameras.
Damhirsche gibt es hier zuhauf und in allen Farben, von weiß bis schwarz.

Umweltschützer *innen oder Jagende: Vom wem geht tatsächlich Gefahr aus?

Umweltminister Lies (SPD)  hat auch in diesem Jahr in diversen Zeitungsberichten, Naturschützern *innen vorgeworfen, dass sie Jagende und Weidetierhalter *innen und auch ihn selbst bedrohen würden. Hier ein Beispiel: https://www.bild.de/regional/hannover/hannover-aktuell/politik-und-jaeger-werden-bedroht-350-woelfe-und-ganz-viel-hass-76666114.bild.html

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e.V. weisen solche Vorwürfe stets strikt von uns, denn wir dokumentieren statt zu zerstören oder auch noch jemanden zu bedrohen. Es ist sogar so, dass wir bislang bei fast allen Einsätzen von Jägern bedroht worden sind. Vor zwei Jahren raste ein Jägerfahrzeug auf Spaziergänger im Wald zu. Unsere Aktiven mussten uns durch einen Sprung ins Gebüsch retten. Eine Strafanzeige wurde eingestellt. Vergangenen Winter bedrängte uns ein Fahrzeug mit Lichthupe  auf der Straße zwischen Lichtenmoor und Steimbke. Jetzt aktuell versuchte ein Fahrzeug unsere Vorsitzende Brigitte Sommer auf der B6 zwischen Nienburg und Neustadt am Rübenberge zu schneiden und von der Straße zu drängen. Sie erkannte die Leute nicht, aber Carola T. gab den Vorfall selbst auf ihrem FB-Profil zu. Hilfe von der Polizei vor Ort ist übrigens nicht zu erwarten. Im April stoppte uns eine Streife aus Steimke und versucht uns unter Druck zu setzen, dass wir aus dem Gebiet nach Hause fahren sollten. Desweiteren machte man uns völlig aus der Luft gegriffene Vorwürfe, wir hätten irgend etwas mit dem Auslegen von Nagelbrettern zu tun. Vielleicht sollten unsere „Freunde und Helfer“ hier lieber einmal auf der anderen Seite ermitteln?

Wir sichern Aktiven, neuen Mitgliedern vor Ort und Tippgebern 100 %-ige Anonymität zu

Wir haben den Vorteil, in den Gebieten in denen Wölfe von Abschüssen bedroht werden, nicht dauerhaft zu wohnen. Da wir aber selbst bei kurzen Aufenthalten immer wieder Angriffen ausgesetzt werden, müssen wir Aktive vor Ort schützen. Dies funktioniert auch sehr erfolgreich. Aktive erhalten jede Unterstützung von uns. Mehrmals im Jahr auch vor Ort. Unter der Telefonnummer 0176 48732612 ist jederzeit jemand von unserem Vorstand zu erreichen. Wir sichern Informantenschutz zu.

 

Quellen: https://www.facebook.com/landvolkniedersachsen/posts/2926902307433249

https://www.hna.de/lokales/goettingen/niedersachsen-wolf-bestand-schaefer-schafe-nutztiere-gefahr-schafhaltung-tierschutz-hna-zr-90960367.html?utm_medium=Social&utm_source=Facebook&fbclid=IwAR3SsQyRN24mkOr8-UO8SSf01htgc2IHYVVzbltE7ZVyeyukeR_3t09f95w#Echobox=1630687459

https://wolfsschutz-deutschland.de/2020/10/10/rote-liste-der-wolf-gilt-in-deutschland-noch-immer-als-gefaehrdete-art/

https://www.nabu.de/news/2021/04/29860.html

https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/themen_im_fokus/der_wolf_in_niedersachsen/informationen-zu-wolfsentnahmen-in-niedersachsen-197937.html

https://landvolk.net/lpdartikel/ja-zum-wolf-aber-nicht-um-jeden-preis/

https://www.wolfsmonitoring.com/monitoring/wolfsterritorien/territorium-rehburg

 

 

 

 

 

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1. September 2021Allgemein

Exklusiv: Faktencheck, Fotoreportage und Zaunkontrollen aus dem Wolfsgebiet Schermbeck NRW

Brauchen Wölfe eigentlich Wildnis? Und wie sieht es denn in einem Wolfsrevier überhaupt aus? Diesen und weiteren Fragen sind wir hier in unserer aktuellen Reportage von Ulrike de Heuvel, Jürgen Götz und Brigitte Sommer, nachgegangen. Und wir geben hier auch den Namen für den verirrten Wolfswelpen bekannt.

Nein, Wölfe brauchen keine Wildnis. Sie kommen in unserer Kulturlandschaft wunderbar zurecht, wenn man sie lässt. Wölfe werden auch nicht durch Naturschützer künstlich angesiedelt, sondern sie suchen sich ihr Zuhause selber aus. Die Qualiät eines guten Reviers richtet sich nach der Anzahl von Beutetieren, wie Reh, Hirsch oder Wildschweinen darin aus. Eine Wolfsfamilie braucht mindestens 250 Quadratkilometer für sich. Das besetzte Gebiet wird gegen fremde Wölfe verteidigt. Wölfe, die einmal begriffen haben, dass Weidetiere nicht für ihren Speiseplan geeignet sind, schützen diese Tiere auch vor anderen Wolfsrudeln.

Eines der kleinen, aber sehr feinen Reviere ist das Gebiet um Schermbeck, in das sich zuerst Wölfin Gloria 2018 niedergelassen hatte. Später gesellte sich ihr Partner Ingolf dazu. Beide Wölfe stammen aus Niedersachsen aus dem Rudel Schneverdingen.

 

Ulrike de Heuvel, zweite Vorsitzende und Wolfsteamleitung NRW.

 

Zur Unterstützung des aktiven Teams vor Ort: von vorne: Ulrike de Heuvel, Brigitte Sommer, Jürgen Götz.

 

Blick ins Revier von Wölfin Gloria und ihrer Familie.

Diese Karte zeigt einen Teil des Reviers des Schermbecker Rudels.

 

Ein ideales Gelände für Wölfe mit genug Wasser, Moorbereichen und auch Sandböden.

Blick ins Revier von Wölfin Gloria und ihrer Familie rund um Schermbeck. Pferdehaltung dominiert das Gebiet. Bis auf zwei Berufsschäfer gibt es hier nur wenige Hobbyhalter, die ihre Tiere direkt beim Haus halten. Die Höfe liegen weit auseinander. Man sieht, dass es sich in diesem Gebiet um hauptsächlich wohlhabende Bauern handelt. Abgelegene Weiden sind hier eine Ausnahme. Das mag auch mit ein Grund dafür sein, dass es von Anfang an nur wenige Risse gab. Seltsamerweise fanden diese Risse auch immer bei den gleichen Haltern statt. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Unsere Berichte zu den Rissen und Zaunkontrollen bei Weidetierhalter *innen sind unter dem Suchbegriff Faktencheck NRW zu finden.

 

Weiterer Blick ins Revier des Schermbecker Rudels in NRW. Von den Hauptwegen aus erscheint der Eindruck, dass hier weniger gejagt werden würde. Doch Nebenwege zeigen die Realität.

 

Obst und Gemüsefelder können eingezäunt werden, Weiden nicht?

Ein Argument einiger Weidetierhalter *innen lautet, dass man große Weiden nicht einzäunen könne, weil sich Tiere in den Zäunen verfangen würden. Dem widerspricht die gängige Praxis, große Planzenbereiche komplett im sicheren Stromzäunen abzutrennen.

Dieses Maisfeld, genauso groß wie viele Weiden, kann seltsamerweise komplett eingezäunt werden, ohne dass sich „Tiere“ darin verfangen.
Ein Blick von der anderen Seite auf das Maisfeld. Mehrere Litzen, voll mit Spannung, aber bei Weiden soll dies nicht gehen?

Zaunkontrolle hinter dem Sportflughafen

Solche abgelegenen Weiden gibt nur wenig im Wolfsgebiet Schermbeck. Diese Rinder hier stehen nur hinter Stacheldraht.

 

50 Zentimeter Platz zur unteren Stacheldrahtlitze. Hier können Hunde und auch Wölfe problemlos durch.

 

Hier sind es 48 Zentimeter Luft zwischen Stacheldrahtlitze und Boden.

 

Auf dem Gebiet des Rudels befinden sich auch alte Bunkeranlagen. Abends ein beliebter Treffpunkt für Schermbecks Jugend.

 

Vorstandsmitglieder unterstützen das NRW-Team vor Ort. Von Links: Jürgen Götz, Brigitte Sommer und Ulrike de Heuvel. Zu ihrem Schutz werden unsere aktiven Mitglieder, die vor Ort wohnen, nicht gezeigt. Neuen Mitgliedern und Informanten *innen sichern wie ebenfalls Anonymität zu.

 

Diesen kleinen Molch fanden wir leider überfahren vor.

 

Viele Wanderwege führen durch das abwechslungsreiche Gelände.

 

 

Auch eine Deponie grenzt an das Wolfsrevier.

 

Wölfe graben sich nur für die Geburt ihrer Welpen Höhlen. Die aktuellen Höhlen sind zu dieser Jahreszeit verlassen. Eltern und Welpen treffen sich jetzt auf einem so genannten Rendevouzplatz.

 

An nicht abgemähten Wegerändern finden jetzt zahlreiche Insekten noch genug Nahrung.

 

Diese Wolfslosung ist schon älter. Man kann sie gut von Hundekot unterscheiden. Es befinden sich immer Fell- und Knochenreste darin. Außerdem riecht sie intensiver als Hundekot.

 

Mögliche Wolfsspur.

 

Der Wald gehört allen Bürgern und Bürgerinnen. Aktuell versuchen Hobbyjäger Wandernde aus ihren Revieren zu vertreiben. Doch Drohungen sind nicht gerechtfertigt, solange Wandernde Rücksicht auf die Tiere des Waldes nehmen und keinen Müll herum liegen lassen. Selbst außerhalb von Wegen dürfen sich die Leute aufhalten. Ausgenommen sind Privatwälder.

 

Diese Wolf haben wir nur knapp verpasst. Mit ihrem Kot markieren Wölfe ihr Revier. Gut sicht- und riechbar sollen andere Wölfe darauf hingewiesen werden, dass bereits ein Rudel dieses Gebiet für sich beansprucht. Deshalb ist die Losung auch oft mitten auf Wegen zu finden.

 

An dieser Losung haben bereits die Mistkäfer ganze Arbeit geleistet.

Kirrplätze: diese sollen wohl Spaziergänger nicht finden

 

In der Nähe des Kirchhellen Wesel Weges geht links vor dem Mühlbach ein Trampelpfad in den Busch hinein. Hier fiel uns ein seltsamer Stromdraht auf der in ungefähr Meter Höhe gespannt ist auf. Dann kamen noch zwei Hochsitze und eine Kirrung. Wozu brauchen Jäger dort Strom?

 

Schussfeld in alle Richtungen.

 

In diesen Holzkästen befindet sich Mais zum Anlocken von Wildschweinen.

 

 

Hier noch ein allgemeiner Bericht über Kirrungen und Luderplätze: https://wolfsschutz-deutschland.de/2020/10/07/faktencheck-jaegerlatein-todesterrorzone-statt-wildruhezone/

 

Mitten im Wald wurden in die Jahre gekommene Schutzzäune für ursprunglich mal junge Bäume nicht entfernt. Wildtiere können sich in diesen Ruinenzäunen in der Tat schlimm verfangen.

Die einen wollen, die anderen nicht

Einige Weidetierhalter haben doch dazugelernt und sind jetzt bereit, sich mit dem Wolfsrudel zu arrangieren. Hier z. B. Schäferin R., die Herdenschutzhunde im Einsatz hat.

 

Diese Ponyzäune am Kirchhellen-Wesel-Weg, bieten auch keinen Schutz vor dem Ausbruch der Tiere. Im Gegensatz zu Großpferden können Ponys schon ins Beuteschema von Wölfen passen, sofern sie nicht fit sind.

 

Dieses Pony ist nicht gut geschützt.
Gleiche Weide von einer anderen Blickrichtung.

Seit Monaten stehen diese Schafe so auf ihrer Weide

Seit Monaten unverändert: Drei Schafe mitten im Wald. Baum, der umgekippt über den Zaun hängt. DICKERSTR-OBERLOHBERG, DINSLAKEN.

Ein Name für das verirrte Wolfsbaby ist gefunden; doch lebt es überhaupt noch?

Am 27.06.2020 war ein Wolfswelpe, der hilflos erschien und zudem wohl verkotet gewesen war, von Spaziergängern mitgnommen worden. Nach einigem Hind und Her sei der Welpe wieder an der Fundstelle ausgesetzt worden, heiß es von Seiten des LANUV. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/07/30/nrw-wolfsbaby-nach-kurzem-ausflug-in-menschenobhut-wieder-zuhause-dennoch-bleiben-fragen-offen/

Am 04. Juli wurde erneut ein Welpe von einer Wildkamera des Monitorings aufgenommen. Dies ist leider nicht unbedingt ein Beleg dafür, dass die kleine Wölfin ihren Ausflug überlebt hat, denn es ist nicht bekannt, wie viele Welpen Gloria und Ingolf in diesem Jahr aufgezogen haben. Ein Insider berichtete uns sogar, dass die kleine Lupia kurz nach dem Aussetzen mit einem Baseballschläger erschlagen worden wäre. Wir können diese Behauptung nicht belegen. Es bleibt also abzuwarten, ob sich weitere genetische Spuren der Kleinen finden lassen. Doch selbst wenn sich keine weiteren Spuren mehr finden, kann die junge Wölfin danach auch auf natürliche Weise zu Tode gekommen sein. Eine sehr seltsame Geschichte, die wohl nie richtig aufgeklärt werden kann. Allerdings ist in der Statistik bislang für dieses Jahr nur ein Welpe aufgeführt. Bleibt also zu hoffen, dass es sich bei der Sichtung am 04. Juli wirklich um Lupia gehandelt hat.

Dennoch hat das Wolfsmädchen nun den Namen Lupia, ausgewählt unter vielen Namensvorschlägen, erhalten. Wir hoffen sehr, dass dieser Name ihr Glück bringen wird. Der Gewinner wurde benachrichtigt.

Lupia war am 27.06.2021 hilflos in Menschenhände geraten.

Und hier noch ein Blick durch eine unserer Forschungswildkameras:

 

Quellen:

https://wolf.nrw/wolf/de/nachweise

https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/territorien/status-und-reproduktion

https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/territorien/entwicklung-der-rudel

 

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25. August 202126. August 2021Allgemein

Hessen: zweites Wolfspaar hat sich gefunden

In Hessen lebt neben einer Wolfsfamilie im Rheingau-Taunus-Kreis nun auch ein Wolfspaar im Landkreis Hersfeld-Rotenburg: Eine Videoaufnahme zeige, wie zwei Tiere unmittelbar nacheinander mit Urin markieren, gibt des Hessische Umweltministerium heute in einer Pressemitteilung bekannt.

Beispielbild Wolfspaar ©Brigitte Sommer

Nach bundesweit einheitlichen Standards für das Wolfsmonitoring gilt dies als Nachweis für eine Paarbildung. Ob es sich bei den Tieren um die Fähe mit dem Kürzel GW1142f, die in der Region als sesshaft gilt, sowie den mehrfach in der Umgebung nachgewiesenen Rüden GW1939m handelt, kann anhand des Videos nicht geklärt werden.

Unabhängig von dem Nachweis eines Wolfspaares wurde bei Gelnhausen im Main-Kinzig-Kreis ein einzelner Wolf von einer Wildtierkamera fotografiert. In diesem Landkreis kam in den Jahren 2015 und 2019 je ein weibliches Tier im Straßenverkehr ums Leben. Weitere Wolfsnachweise gab es dort bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht, jedoch sei in ganz Hessen mit durchziehenden Wölfen zu rechnen, schreibt das Hessische Umweltministerium heute in einer Pressemitteilung.

Hier die Pressemitteilung: https://www.hlnug.de/presse/pressemitteilung/zweites-wolfspaar-in-hessen-bestaetigt?fbclid=IwAR0UOfJAQrVWkpENUtnoY-JqmUlJelbWXMxaApwins8ykPtH-IBDt8CGPFI

Hier der Link zum Video: https://www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/wolfszentrum/fotonachweise

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