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Riss in Brandenburg – Zaun zur Elbe offen! Schäfer Mennle fordert dennoch den Abschuss eines ganzen Wolfsrudels!

Seit Tagen macht ein Riss im Nordwesten von Brandenburg nun sogar schon in der überregionalen Presse die Runde. Was war geschehen? Angeblich seien mindestens drei Tiere trotz der Anwesenheit von Herdenschutzhunden zu Tode gekommen. Schäfer Marc Mennle gibt seither Tageszeitungsjournalisten ein Interview nach dem anderen und fordert den Abschuss des in der Nähe lebenden Wolfsrudels. Im ersten von zahlreichen Artikeln räumte er allerdings ein, dass er seine Herde sowieso verkleinern müsse – wegen der langen Hitze- und Dürreperiode. In den vergangenen Jahren war der Schäfer auch in der Presse. Allerdings mit einem ganz anderen Thema. Es ging um Vernachlässigung seiner Schafe. Tierfreunde hatten sich darüber beschwert, dass die Tiere bei Hitze nichts zu Trinken erhielten. Der Rissgutachter Uwe Schanz, der zugleich NABU-Mitglied ist und der unserem Verein für unsere Blogzeitung keinerlei Auskunft geben wollte, tat bei anderen Medien nicht derart spröde. Der PNN läge sogar exklusiv das Rissgutachten vor, schreibt die Tageszeitung. Darin würde Schäfer Mennle unterstellt werden, dass er Entschädigung für einen Riss haben wollte, der nicht von einem Wolf verursacht worden sei. Ein Pressesprecher des Umweltamtes gab uns die Auskunft, dass nach Rissgutachten (DNA läge noch nicht vor) zwei Mal der Wolf anerkannt worden sei und ein Mal nicht und dass hier Entschädigungszahlungen in Vorbereitung seien. Ein Antrag auf Entnahme des Rudels läge nicht vor, so der Pressesprecher. Dabei war auch der Bauernbund mit auf den Zug aufgesprungen und forderte die Entnahme des Rudels.

Die Wasserseite zur Elbe hin war offen und Wölfe sind gute Schwimmer!

Weiter erklärt das Umweltamt, dass die Zaunhöhe 90 Zentimeter betragen hätte und dass 4000 V Spannung auf diesen gewesen wären. Die Mindestvoraussetzungen waren also erfüllt? Nach unserer Ansicht ganz klar nein, denn das Amt bestätigte uns auf Anfrage, dass die Flussseite nicht geschlossen gewesen war. Auch wenn in der Brandenburger Verordnung steht, dass bei Einsatz von HSH der Zaun zur Wasserseite hin nicht geschlossen werden muss. https://mlul.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.414160.de Seit dem Vorfall im Schwarzwald sollte doch jedem Schäfer in Deutschland klar sein, dass es grob fahrlässig ist, Zäune nicht komplett zu schließen. Auch die Anwesenheit eines Herdenschutzhundes kann hier einen Angriff nicht 100 %-ig ausschließen. Zumal Brandenburg seit Jahren offizielles Wolfsgebiet ist. Der Riss im Süden von Baden-Württemberg mag ja auf die Unerfahrenheit des Hobbyschäfers dort zurückzuführen sein. Aber doch nicht in Brandenburg. Sollten hier wieder einmal Schafe als Fast-Food-Angebot für Wölfe herhalten, um endlich einen Erstfall für die Brandenburger Wolfsverordnung zu kreieren, die vorsieht, dass ein Wolf nach mehrmaligem Überwinden von Zäunen getötet werden darf? Unklar. Fakt ist allerdings dass diese Regel nur für ordnungsgemäß erstellte Zäune gilt. Wir haben eine Petition gegen die Brandenburger Wolfsverordnung eröffnet, die solchen  (Un)Taten leider Tür und Tor eröffnet. http://www.change.org/brandenburgwoelfe

Es sei kein Strom auf dem Zaun gewesen!

Dazu auch noch ein Zitat aus einer Pressemitteilung des NABU: „Deshalb war es völlig wirkungslos, dass der Zaun noch knöcheltief in das Wasser hineingebaut worden war. Soweit der Zaun elektrisch geladen war, hat der Kontakt mit Wasser darüber hinaus die elektrische und damit abschreckende Wirkung unbrauchbar gemacht. Auch die Herdenschutzhunde hatten es auf dieser Weide äußerst schwer. Die Weide war für die Hunde sehr unübersichtlich. Teilweise standen Gras und Schilf brusthoch, was gleichzeitig Deckung für den Wolf bewirkte. Auch hatte der Schäfer eine sehr große Fläche eingezäunt, ca. fünf Hektar. Die Einzäunung auf kleineren Flächen bedeutet zwar häufigeres Umsetzen des mobilen Weidezauns, aber der Schutz durch Herdenschutzhunde ist auf kleineren Flächen effektiver.“

Quellen:

http://www.pnn.de/brandenburg-berlin/1310746/

http://www.maz-online.de/Brandenburg/Trotz-Huetehund-Wolf-reisst-Schafe-bei-Lenzen

https://www.svz.de/lokales/prignitz/3000-liter-fuer-die-herde-id10175766.html

http://www.maz-online.de/Lokales/Prignitz/Lenzener-Schaefer-beteuert-Unschuld

https://www.lifepr.de/inaktiv/naturschutzbund-deutschland-nabu-landesverband-brandenburg-ev/Wolfsriss-an-der-Elbe-unzureichender-Herdenschutz/boxid/717678

 

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6 Gedanken zu „Riss in Brandenburg – Zaun zur Elbe offen! Schäfer Mennle fordert dennoch den Abschuss eines ganzen Wolfsrudels!

  1. Manometer ,lasst doch endlich mal die Tiere in Ruhe ,man kann es nicht mehr hören – Überall nur noch töten ,schrecklich diese Menschen -die so denken !

  2. Ich war vor 14 Tagen in Brandenburg ,manche Menschen sind sehr inteligent– andere leicht gestrickt , dieser Jäger gehört wohl zur letzteren sorte ,aber Dumme gab es schon immer !!!

  3. Ich wäre dafür, daß man Hetzer, Dummschwätzer und Populisten auf die Entnahmeliste setzt. Dann wären hoffentlich noch ein paar intelligente Menschen übrig, mit denen man sinnvoll eine Einigung für die angesprochene Tierwelt finden könnte.

  4. Es wird Zeit das in den Tierhaltungen allgemein umgedacht wird und hier sollten sich Verwaltungen im Sinne des Tierschutzes bewegen. In den hintersten Winkel stehen Pferde, Rinder, Schafe, Hunde etc. ob die dort, wo sie stehen immer adäquat versorgt und im Winter regelmäßig Wasser bekommen wage ich zu bezweifeln. Wohnen möchte man näturlich eher im allgemeinen Wohngebiet, man liebt den Luxus. Es sollten Wohgebiete ausgewiesen werden, in denen Hobbytierhalter in Ruhe ihre Tiere Wohnungsnah versorgen können. Wer kommerziell Tiere hält, hat sie sowie so nur für die Schlachtung und soll den Mund halten, wenn er entschädigt wird. Bei allen Tierschutzfragen muß ein gemischtes Gremium aus unabhängigen Fachleuten und Tierschützern mit entscheiden und nicht nur Verwaltungsleute und es dürften nur Richter für solche Rechtsfragen zugelassen werden, die sich im Tierschutzgesetz UND in der Tierhaltung auskennen. Ich habe selber den Satz eines Richters zu hören bekommen: man kenne diese Verwaltungsbeamtin seit Jahren.. und prompt hatte der Gegener einer Kreisverwaltung schon als unbekanntes Blatt verloren, eine Verwaltungsrichter/in, die den Verwaltungsvorgang bewerten und von der Sache „Tierschutz, Tierhaltung, Animalbehavior“ keine Ahnung haben, sollten keine so emotionalen und komplexen Themen beurteilen. Ich suche noch den demokratischen Rechtsstaat, hoffe aber, dass wir noch die Meinungsfreiheit in einer Demokratie ausüben dürfen, denn ansonsten ist meine Meinung: wir haben mittlerweile eine „Verwaltungsdiktatur“.

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