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Heimlicher Abschuss einer Wölfin in Niedersachsen – Wolfsschutz Deutschland e. V. stellt Strafanzeige gegen Umweltminister Lies und Ausführende

Presseinfomation 12.02.2021

Eine Wölfin wurde in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag im Gebiet des Herzlaker Rudels heimlich erschossen. Wie Umweltminister Lies in einer Pressekonferenz von gestern sagte, hätte eigentlich eine Abschussgenehmigung auf einen Rüden seitens des Umweltministeriums vorgelegen, getroffen worden wäre allerdings eine Fähe.  „Wolfsschutz-Deutschland e. V. hat bereits bei Bekanntwerden der heimlichen Wolfsjagd in Niedersachsen überaus heftig gegen derartige Praktiken, die an Wild-West-Methoden erinnern, protestiert. Nun werden wir, wie angekündigt, Anzeige gegen den Umweltminister und die ausführenden Personen erstatten,“ so Vorsitzende Brigitte Sommer.

Symbolbild.

 

Der Kadaver werde aktuell routinemäßig vom NLWKN geborgen, heisst es in der Pressemittelung des Umweltministeriums von gestern.  Eine genetische Untersuchung zur Identifizierung des Wolfs werde eingeleitet. Der Vollzug wäre vor Ort von den zuständigen Kreisjägermeistern koordiniert worden. Um die mit dem Vollzug befasste Person vor Übergriffen zu schützen, will Lies die Identität der Schützen nicht preisgeben.

Wir freuen uns auf neue Mitglieder aus folgendem Gebiet:

Die Jagd sei beschränkt  gewesen auf fest definierte Teile des Territoriums des Herzlaker Rudels. Sie umfassen:
· den Landkreis Cloppenburg: Stadt Löningen, Gemeinde Lastrup
· den Landkreis Osnabrück: Die Gemeinden Berge, Bippen, Menslage
· den Landkreis Emsland: Die Gemeinden Herzlake, Dohren, Lähden, Hüven, Lahn.
Aus Gründen des Tierschutzes ist sie zeitlich befristet bis zum 15. Apr. 2021.
Wir rufen Naturfreunde dazu auf, in diesen Gebieten besonders wachsam zu sein. Neue Mitglieder aus diesen Gebieten werden von uns unterstützt.

Heimliche Schießgenehmigung

Als Rechtliche Grundlage für die Tötung wird folgendes vorgebracht:
Im Territorium des Rudels Herzlake seien seit Ende 2018 angeblich ca. 500 Schafe von Wölfen getötet worden. Dabei hätten mehrere Tiere des Rudels mehrfach im Sinne der Rechtslage zumutbaren Herdenschutz (z.B. 120er Zäune, Herdenschutzhunde) überwunden. Zudem wäre es nachweislich zu zahlreichen, weiteren Rissen in Deichnähe gekommen. Dabei soll alleine bei einem Schäfer ein Schaden von bislang 50.ooo Euro entstanden sein. Letzte Risse an Nutztieren sollen am 10. Oktober und 12. November 2020 stattgefunden haben, heisst es in der Pressemitteilung.
Sommer: „Damit allein ist damit belegt, dass weder ein zeitlicher, noch räumlicher Zusammenhang hergestellt werden kann. Laut Rissliste bestand nur bei einem einzigen Zaun ein Grundschutz. Beim Rest der Vorfälle war kein Schutz vorhanden. Wir erahnen hier sogar eine böswillige Anfütterung. Zur Zeit ist nicht nur Paarung bei den Wölfen, sondern wir befinden uns auch noch mitten in der Jungwolfwandersaison. Es könnte also nicht nur der falsche Wolf des Rudels erschossen worden sein, sondern auch ein durchwanderndes Jungtier. Wir von Wolfsschutz Deutschland können allerdings auch keinen Grund erkennen, den Wolfsrüden GW 1111m zu einem Problemwolf zu stilisieren. Vielmehr werfen wir Umweltminister Lies vor, zum wiederholten Male Lobbypolitik auszuführen und zu betreiben. Weidetierhaltern werfen wir vor, nicht schützen zu wollen, sondern voll auf den Abschuss des ganzen Rudels zu setzen, denn Umweltminister Lies kündigte in der Pressekonferenz von gestern an, nach einer Pause mit Überprüfung solange schießen zu lassen, bis Risse aufhören würden.“
Auf Grund dieser Schadensereignisse sei vom NLWKN am 20. März 2020 eine Ausnahmegenehmigung zur Tötung eines weiblichen Wolfs (Fähe) des Rudels Herzlake erteilt worden. Diese Ausnahmegenehmigung war befristet bis zum 15. Apr. 2020 aus Gründen des Tierschutzes.

Erneute Schießgenehmigung soll bereits seit dem 11. September 2020 bestanden haben

Aufgrund fortgesetzter Schadensereignisse, die nunmehr genetisch überwiegend einem männlichen Wolf des Rudels (Kennung GW 1111 n) zugerechnet werden konnten, wurde wiederum vom NLWKN am 11. Sep. 2020 eine erneute Ausnahmegenehmigung erteilt. Die Ausnahmegenehmigung ist bezogen auf den Wolf GW 1111 n.

Einfach irgendeinen Wolf erschossen

„Da eine sichere Identifizierung eines Wolfs-Individuums bei Vollzug im Gelände nicht zweifelsfrei möglich ist, kann eine Identifizierung nur über den räumlich-zeitlichen Zusammenhang in Anknüpfung an die Schadensereignisse erfolgen. Hieraus folgt:
Die heute gemeldete Tötung des weiblichen Wolfs aus dem Herzlaker Rudel ist vollumfänglich gedeckt von der geltenden Rechtslage nach dem Bundesnaturschutzgesetz (§ 45a) ,“ zeigte sich Umweltminister Lies siegessicher.
„Wir zweifeln die rechtliche Grundlage zu dieser Schießgenehmigung an, die durch die vorherige Geheimhaltung auch nicht gerichtlich überprüft werden konnte, da kein Verband oder Verein ohne Wissen um Details gegen diese Abschussgenehmigung klagen konnte. Umweltminister Lies hat dadurch nicht mehr Sicherheit, sondern weniger Rechtssicherheit für die ausführenden Jäger geschaffen. So wird auch deren Identität früher oder später bekannt werden. Uns von Wolfsschutz Deutschland e. V. stellt es sich so dar, als ob man einfach auf irgendeinen Wolf geschossen hätte. Sicherlich kam hier noch hilfreich hinzu, dass im Schnee Spuren gelesen werden konnten. Hat ein Hobbyjäger einfach die Gelegenheit genutzt, weil er sich durch die Versprechungen des Umweltministers sicher fühlte? Unklar. Fakt ist aber, dass sich Jäger selber stets sehr gerne als Menschen mit „grünem Abitur“ bezeichnen. Mit derartiger Bildung sollte aber schon verlangt werden können, vor einer Schussabgabe einen Rüden von einer Fähe unterscheiden zu können.

Angeblich sollen einem Schäfer bei Löningen durch Wölfe ein Schaden von 50.000 Euro entstanden sein. Wir zweifeln stark an, dass dieser Betrag – falls überhaupt korrekt – trotz Handhabe von Herdenschutzhunden oder wolfsabweisenden Zäunen entstanden ist. Vielmehr ist es bekannt, dass Weidetierhalter aus der Region eben keine Herdenschutzmaßnahmen angewendet hatten. Insofern haben wir es eher mit Problemschäfern, als mit Problemwölfen zu tun. Vor einem Jahr sagte ein Regierungssprecher dem NDR nämlich auch noch etwas ganz anderes. Zitat: „Forderungen aus der Region, die Wölfe abzuschießen, weist das Umweltministerium zurück. Es sei noch zu früh, um über eine Entnahme zu sprechen, sagte ein Sprecher von  NDR 1 Niedersachsen. Bislang stehe auch nicht fest, ob es dieselben Wölfe waren, die mehrmals in geschützte Schafherden eingefallen seien. Ohnehin sei es selbst bei einer Genehmigung schwierig, die streng geschützten Wölfe zu entnehmen, da sie nicht leicht zu identifizieren seien und den Jägern bei einem Irrtum Strafen drohten, so der Sprecher.“ Wollten hier jetzt die Bürgerinitiative Lönigen und Schäfer Ostermann den langersehenten Abschuss durch zahlreiche Rissprovokationen erreichen?

Seitens der EU läuft bereits ein Pilotverfahren wegen der Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes (LEX Wolf).  Wir berichteten hier:  https://wolfsschutz-deutschland.de/2020/05/24/eu-eroeffnet-pilotverfahren-gegen-deutschland-wegen-der-aenderung-des-bundesnaturschutzgesetzes-lex-wolf/

Davon kann auch die Niedersächsische Wolfsverodnung nicht ausgenommen werden. Wir gehen davon aus, dass dieser heimliche Abschuss sowohl gegen EU- als auch gegen Deutsches Recht verstößt und wir erstatten Strafanzeige gegen Minister und Beteiligte.

Hier die Pressemitteilung des Umweltministeriums: https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/abschuss-eines-wolfes-aus-dem-rudel-herzlake-bei-loningen-197198.html?fbclid=IwAR3YuteZL53qlhiD5dZShJYOoeEeTMMl5pahw5kwzGAJEYBAurwHPfYeszU

Information über das Rudel: https://www.wolfsmonitoring.com/monitoring/wolfsterritorien/territorium_herzlake/

NDR-Bericht zum Zitat: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Loeningen-Vier-Schafe-offenbar-von-Woelfen-gerissen,loeningen202.html?fbclid=IwAR38QOmIc2iAh7eec0qJ5qSqIJP6ABxUN0ucvQScKUF0fwmerdfSBtqwPaw

Rissliste: Rissliste-NS (1)

Unser Protest gegen das heimliche Abschießen von Wölfen in Niedersachsen https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/01/28/umweltminister-lies-will-in-niedersachsen-heimlich-woelfe-abschiessen-wolfsschutz-deutschland-e-v-kuendigt-strafanzeigen-an/

33 Gedanken zu „Heimlicher Abschuss einer Wölfin in Niedersachsen – Wolfsschutz Deutschland e. V. stellt Strafanzeige gegen Umweltminister Lies und Ausführende

    1. Der Wolf gehört zu Deutschland. Habe ich auch mal (leider) unterzeichnet, stehe ich immer noch zu. Aber nur, wo er keinen Schaden anrichtet, Wildpark Lüneburger Heide z. B. Informiert Euch mal über die Schäden, die Landwirte und Schäfer erleiden. Da kommen auch staatliche Hilfen nicht geg enan. Was soll aus den
      Heideflächen und Deichen werden, wenn die Schäfer aufgeben????
      In Kanadas Weiten und Sibirien ist die Fortpflanzung der Raubtiere ok, aber in Deutschland gibt die Infrastruktur das nicht her.
      Denkt nicht quer oder irgendwie anders, sondern richtig.

      1. Ich denke, dass Sie hier ein grundsätzliches Dilemma ansprechen. Wir sind hier in Deutschland und darüber hinaus auch in ganz Europa so dicht besiedelt, dass vieler Orts nicht nur nicht der Wolf „passt“, sondern extrem viele Tiere und Pflanzen bzw. den dort lebenden Menschen ganze Biotope nicht in deren Konzepte passen. Die Überbevölkerung unserer Art zerstört unserem Planeten. Harald Lesch (Er ist ein deutscher Astrophysiker, Naturphilosoph, Wissenschaftsjournalist, Fernsehmoderator und Hörbuchsprechersagt) sagt, der Mensch ist dabei sich selbst abzuschaffen! Wenn es dem Menschen gelänge seine eigene Art zahlenmäßig deutlich zu reduzieren, wäre auch wieder Platz für Pflanzen und Tiere. Was wollen wir nun eigentlich? Eine funktionierende Natur als Grundlage auch der menschlichen Spezies oder doch lieber eine von störender Natur befreite und weitgehend tote Landschaft?

        1. Sie haben vollkommen recht,mit dem,was Sie schreiben.Leschs Kosmos ist übrigens sehr interessant,sehe ich ebenso;-)
          Ich bin der Meinung,das man genügend Platz hat,für Wölfe,Füchse,Dachse etc…Ich nenne jedes Tier bei seinem Namen,leider reicht dies hier nicht.
          Warum ist der Mensch so egoistisch und muss sich so dermaßen ausbreiten? Wälder roden…um hier etwas zu bauen,was eh nicht fertig wird,und-oder auf Eis gelegt wird.Diese Projekte sehe ich zu oft im TV.Doch die Wölfe vergraulen.
          Neulich war ich sehr entsetzt,wie man einen Wolf entnehmen will.
          Warum nicht gleich das unliebsame Wort „töten“ sagen?
          Glaubt man etwa,das dies keiner versteht?
          Ich hoffe,das der Mensch von seinem Egotrip runter kommt,und die Jagd abgeschafft wird-alles unnütze!!!

      2. Das ist ja wirklich mal ein Unsinn! Dieses ,,Argument“ kann ich nicht mehr hören: Wolf ja gern, aber nicht bei mir! Nach der Logik ist ja nirgends Platz für den Wolf. Der Russe redet so, der Ami redet so, der Skandinavier redet so. Was wir nicht können bzw. wollen (den Wolf an unserer Seite dulden), sollen mal lieber andere hinkriegen, ja? Für die Rechte der Wildtiere in Afrika kämpfen aber zuhause ist kein Platz für die so dringend benötigten Beutegreifer, die helfen, Wald und Wild gesund zu halten. Tut mir Leid, aber richtig gedacht haben Sie auch nicht.
        Lies ist eine Schande für Niedersachsen und für das ganze Land.

      3. Ich kann Ulli leider nicht beipflichten, denn er sollte außer seinem Zeitungswissen, bitte auch einmal mit Experten vor Ort sprechen. Natürlich sollte und muss man die „Sorgen“ der Schäfer berücksichtigen. Jedoch gibt es nicht nur Schäfer, sondern auch viele Hobby Schäfer, die gleichzeitig Jäger sind. Was Jäger vom Wolf halten, brauchen wir hier nicht zu diskutieren. Ich stehe mit dem Wildbiologen Jan Olsson aus Vechta wegen der „Problem Gegend“ Lüneburger Heide/Heidekreis in Verbindung. Der kann „ein Lied singen“ über immer noch fehlende Weideschutzmaßnahmen in der Umgebung. Z.B. kann er belegen, dass im Jahr 2019 in den Gebieten Cloppenburg/Löningen , dort, wo besonders viele Risse statt gefunden haben, alle Weiden ohne Schutz waren außer einer, welche lediglich den Grundschutz aufwies. Leider gibt es noch sehr viele Nutz Tier Halter, auch Hobby Tier Halter, die Weideschutz generell ablehnen und die müssten gesetzlich dazu gezwungen werden, Über einen Jahr nirgends Weidetierschutz bedeutet, dass den dort lebenden Wolfsrudeln täglich ein gedeckter Tisch vorgesetzt wurde und sie sich im Schlaraffenland befanden. Dass dadurch ganze Rudel zum Reißen von Nutz Tieren aufgefordert werden, brauche ich wohl nicht betonen. Die unschuldigen Tiere bezahlen es mit ihrem Leben! Und die Aussage, dass wir in Deutschland in einer „Kulturlandschaft“ leben, kann ich schon nicht mehr hören. Der Wolf war von Anbeginn an ein Kulturfolger und passt sich den Gegebenheiten an, taucht also auch mal dort auf, wo menschliche Behausungen sind. Die Probleme machen nur die Menschen mit ihren Medien, die permanent den Wolf zum Sündenbock abstempeln. Schauen wir doch mal ins östliche Europa z.B. nach Polen. Dort haben sich die Menschen mit dem Wolf engagiert und es macht ihnen gar nichts aus, dass ein Wolf (wie auf einem Video über Wölfe in Polen) unweit neben zwei auf Pferden reitenden Mädchen her trottet. Und wenn ein Wolf einmal bei einem Schäfer zuschlägt, dann ist das für den „Natur“, obwohl es sich hierbei wie in Rumänien, um arme Leute handelt. Bitte erzählen Sie nicht, dass auch nur ein Schäfer wegen der Wölfe aufgeben muss, denn das ist ein Märchen aus Grimms Zeiten. Ich weiß genau und aus Erfahrung, dass es den Schäfern schon lange nicht gut geht, denn für die Felle bekommen sie lediglich ein Taschengeld und für das Fleisch nicht viel mehr. Von Vater Staat jedoch, wenn es sich um vorschriftsmäßig geschützte Tiere handelt, ein gutes Geld. Da ich Jahrzehnte aktiv im Tierschutz tätig war, habe ich leider- immer wieder Schäfer kennengelernt, die ihre kranken Tiere nicht behandeln ließen, weil angeblich das Geld fehlte. Bei Schäfern war stets eine Anzahl dabei, deren Tierhaltung mehr, als miserabel war und deshalb aus Sicht des Tierschutzes zu beanstanden waren. Außerdem stirbt auf Grund der natürlichen Auslese jährlich ein bestimmter Prozentsatz (Krankheit, Schwäche) das wird als „normal“ angesehen. Nicht zu vergessen, dass Schäfer seit Jahren über Nachwuchs klagen. Wer will denn heute noch „Schäfer“ werden. Also, die Menschen haben schon Probleme nur, diese jetzt auf den Wolf um zu wälzen und das Tier als Sündenbock ab zu stempeln, ist mehr unfair und verantwortungslos. Dann soll man schon ehrlicher Weise bei der Wahrheit bleiben!

      4. Dazu fällt mir ein: „Der Mensch ist das einzige Lebewesen auf diesem Planeten, welches seinen eigenen Lebensraum vernichtet“ Der Planet gehört allen Lebewesen und nicht nur denen, die sich als „Gott in der Natur“ aufspielen und alles an Pflanzen und Tieren vernichten, was dringend in unserem Ökosystem Flora und Fauna zum Überleben für die Menschheit gebraucht wird.

    2. Hallo Kai,
      deine Worte sind hier nicht angebracht, das ist ja schon AfD Niveau. solche Worte haben zum Tod von einem Politker geführt.Ich bin auch Wolfschützer,aber das geht einfach zu weit.

      1. Ja, ich verstehe was Sie meinen. Man kann meinen Text tatsächlich als eine für die AFD-typische Drohung, die Gewalt mit einbezieht, verstehen …. so war diese Äußerung aber nicht gemeint! Dennoch bin ich davon überzeugt, dass die vielen hier ausgesprochenen Worte der Empörung nicht das Geringste bewirken. Der Minister Lies braucht massiven „Druck“ in Form von legalen Aktionen (nicht nur vor seinem Ministerium, sondern auch vor seiner Haustür), um etwas im Sinne des Naturschutzes bewirken zu können.

  1. Es wäre nicht das erste Mal, dass Deutschland EU Recht bricht, das gilt in seinen Augen nur für die anderen. Und Jäger, ja, das ist nunmal ein feiger mordslustiger Abschaum, der leider aufs Engste mit den Machtträgern verfilzt ist.

  2. Ich bin der Meinung, dass der Wolfstöter Lies eindeutig gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstößt. Darin heißt es im §45a: (2) 1§ 45 Absatz 7 Satz 1 Nummer 1 gilt mit der Maßgabe, dass, wenn Schäden bei Nutztierrissen keinem bestimmten Wolf eines Rudels zugeordnet worden sind, der Abschuss von einzelnen Mitgliedern des Wolfsrudels in engem räumlichem und zeitlichem Zusammenhang mit bereits eingetretenen Rissereignissen auch ohne Zuordnung der Schäden zu einem bestimmten Einzeltier bis zum Ausbleiben von Schäden fortgeführt werden darf.

    Abgesehen davon, dass dieser Paragraf gegen EU-Recht verstößt, heißt es in „engem räumlichem und zeitlichem Zusammenhang“! Beides ist hier nicht der Fall. Bei den aufgeführten Gemeinden kann man nicht von einem engen Raum sprechen, seit dem letzten Riß am 12.11.2020 sind 3 Monate vergangen. Da kann man nicht mehr von einem zeitlichen Zusammenhang sprechen.

    Wie kann man eine solche Tötung eigentlich anordnen, wenn ein Pilotverfahren der EU in dieser Sache gegen das eigene Land läuft?! Mir völlig unverständlich. Der Herr Lies scheint die EU nicht besonders ernst zu nehmen. Ich bin weiterhin gespannt, ob sich noch herausstellen wird, dass die Fähe tragend war, es ist nämlich die Zeit dafür. Das wäre dann eine um so größere Sauerei.

    Ich werde Wolfsschutz-Deutschland mit einer Spende von 100 € bzgl. der angekündigten Klage gegen den Minister und den Jäger unterstützen.

    1. Sehr geehrter Herr Wempe, Sie haben klar das Fehlverhalten der Politik und damit die verbotene Anwendung der Waffe beschrieben. Wer bei Rot eine Ampel überfährt, auch nachts und bei keinem Verkehr, muss mit einere Strafe rechnen. Das wäre im Falle des widerrechtlich erschossenen Wolfes der Fall. Doch wer soll da nun Recht sprechen in einer Gesellschaft, die sich das Recht auch nach Gutdünken hinbiegt oder gar beugt, ist man doch meist auch vor Gericht ganz unter sich? Der Grüne Rock darf keine Flecken haben… .

      1. Sehr geehrter Herr Ludwig,
        noch bin ich im Glauben, dass wir in einem Rechtsstaat leben und Mitglied der Europäischen Union sind;-)
        Daher muss sich auch ein deutscher Minister an geltendes Europäisches Recht halten. Ich habe soeben den zuständigen Kommissar diesbzgl. angeschrieben und um dringende Intervention gebeten. Ein Pilotverfahren der EU in dieser Sache läuft ja bereits.

    2. Was Herrn Lies und sein Wolfsabschußmanagement betrifft, kommt mir spontan der Gedanke zu den Herren Dobrindt und Scheuer mit ihren „EU-konformen“ MAUT-Plänen.

      1. Ulli, ich glaube, Ihre Kommentare sind in diesem Block unerwünscht, denn hier geht es um ein illegal getötetes Tier. Deshalb sollten die Kommentare entsprechend thematisiert werden. Es wäre unschön, wenn dieser Block “ dadurch entgleitet“, dass Beschimpfungen oder Unterstellungen geäußert werden.

    1. Hallo Ulli, ich bin ganz Deiner Meinung. Es geht nicht an was Monika Deppe schreibt. Wolfschutz-Deutschland wird damit in den Dreck gezogen und unsere Motivation,Wölfe zu schützen, beschädigt.

  3. Liebe Mitstreiter/innen, das können wir nicht einfach so hinnehmen und deshalb die Bitte an Euch:“ Schreibt alle fleißig eine Email an die EU, in der Ihr dieses Dilemma schildert. Diese (wahrscheinlich) in Angriff genommene Massentötung von Wölfen in Niedersachsen“ Hier die Email Adresse:
    Schreibt Herrn Sinkevicius, das Minister Olaf Lies Wölfe illegal hat töten lassen und weiter töten lassen will!

    Hier die Contact-Emailadresse von Herrn Sinkevicius
    cab-sinkevicius-contact@ec.europa.e
    bitte bleibt höflich, denn nur dieser Mensch kann uns und den Wölfen helfen und den Wolfstötungsminister endlich stoppen.

    1. Gute Idee, damit die EU informiert ist, dass viele Leute hinter den Wölfen stehen und wegen der Beschwerde, die schon läuft. Aber zuständig für diesen Fall, ist das deutsche Gericht. Deshalb selber klagen, wir müssen nur noch herausfinden, wie und wo?
      Ich glaube auch, dass Herr Lies gegen das Gesetz verstößt. Der glaubt, dass er tun kann, was er will.

  4. Wurde der Übeltäter dingfest gemacht? Ich glaube aber leider nicht! So manch ein bissigder Kommentar schwirrt durch meinen Kopf. ABER diese behalte ich lieber für mich.

  5. Verbrecher im Frack ! Ich habe soeben auch eine Mail an die EU geschrieben. Die Klage von Wolfsschutz gegen diesen gezielten Tiermord an der Wölfin unterstütze ich auch mit einer Geldspende. Außerdem gebe ich diese Infos in meinem Status per Handy weiter, das erfahren sonst zu wenig Menschen. Darf gar nicht dran denken, welchen Schaden die damit in diesem Rudel angerichtet haben…..

  6. Beim Lesen der zahlreichen Informationen fällt mir folgendes auf: Das gesamte Herzlaker Rudel steht auf der Abschussliste des Wolftöters. Für eine Fähe dieses Rudels war vom NLWKN eine Ausnahmegenehmigung zum Abschuss erteilt, welche befristet bis zum 15.April 2020 galt. Nun hatte man – leider – keine Fähe abschießen können – aber – man könnte ja nachdem einige Zeit ins Land gegangen ist, einen Rüden auf die Abschussliste setzen. Ganz einfach, dann „verwechselt“ man eben mal schnell einen Rüden mit einer Fähe – und – schon hat man das gewünschte Ergebnis!!! Wie verfroren, infam und intrigant müssen Menschen sein, die solch einen „Plan“ aushecken???? Ich überlege :Ob ich lediglich einen „schlechten“ Traum hatte? — Oder — sollte wirklich schon wieder ein Jäger auf dem Hochsitz thronen, dessen Augen nicht richtig funktionieren – oder ihm vielleicht als Entschuldigung die fachlichen Kenntnisse fehlen???

  7. Ich möchte Empfehlen den Umgangston mit den Minister und anderen Amts -Personen sowie Jägern zu ändern. In der Sache Tierschutz klar und konsequent bleiben. Beide Seiten
    anhören und zuhören ,um gemeinsame Lösungen zu finden. Ihr dürft nicht vergessen das die Bedingungslose Liebe im ganzen Universum die stärkste Kraft ist. Verdammen und Verurteilen vertieft die Gräben auf beiden Seiten mehr und mehr. Negative aussagen vervierfachen sich und kommen immer zu dem Absender zurück. Mit positiven ist es dasselbe. Mein Junge schreibt gerade für seine Übergangsarbeit über Wölfe. Mit lieben Grüßen von Rolf Brokmeier

  8. nach meinem Wissen aus den Medien:
    der Abschuss ist nicht EU-Konform
    die gerissenen Nutztiere: wie waren die gesichert?
    Schaden (bei Einhaltung der vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen): Erstattung, also keiner!
    Schutzzäune für Nutztiere: Höhe 1,10 m bis 1,20 m vorgeschrieben. ABER: für Haushunde gilt: Zaunhöhe = 3 x Hundhöhe (gilt nicht für Dackel, die graben sich drunter durch), ein Wolf wird 50-60-70 cm groß. Mal nachrechnen: 3 x 60 cm = … JA 1,80 m Zaunhöhe …. nicht diese politischen 1,20 m „Schutz“Zaun. Auf den Trainingsplätzen für z.B. Schäferhunde zu sehen: ein Herder springt auch schon mal über 1,90 m.
    Die 1,20 m sind lediglich politisch, nicht sinnvoll oder gar schützend.

  9. Einige Thesen vom RND:
    – Immer wieder gibt es Debatten um den Abschuss von Wölfen, um Nutztiere besser schützen zu können.
    Meine Antwort:
    Da bei Abschüssen neue Wölfe zuwandern bzw. vorhandene sich reproduzieren würden, sind Abschüsse keine Lösung. Der einzige Schutz besteht im Schützen der Nutztiere durch entsprechende Zäune und/oder Herdenschutzhunde.
    – Niedersachsens Ministerpräsident Weil sagt nun: “Wenn es nach Umweltminister Olaf Lies und mir ginge, hätten wir schon viel mehr Abschüsse.”
    Meine Antwort:
    Am Besten die Sozis abwählen. Mir persönlich gegenüber hat MP Weil einmal bzgl. dem Problem Infraschall bei WKA geäußert, er wisse nichts von diesem Problem. Ich frage mich, ob er beim Thema Wolf über ähnlich qualifiziertes Know-How verfügt. MP Weil weiter: “Wölfe, die auf Pferde und Rinder gehen, verhalten sich nicht artgerecht”. Ein MP, der solchen Unsinn von sich gibt (augenscheinlich hat er keinerlei Wissen über Wölfe), macht mir persönlich erheblich mehr Angst als irgendein Wolf!
    – MP Weil: Man dürfe das Verhalten mancher Wölfe nicht verharmlosen: “So mancher Städter spricht über den Wolf wie von einem Kuscheltier. Die Realität sieht anders aus.”
    Meine Antwort:
    Ich glaube, unser MP hat in seiner Kindheit zu viel Rotkäppchen gelesen. Er sollte sich dringendst mit Wolfsexperten zusammen setzen und sich dort über das hochintelligente, hochsozialisierte Wesen des Wolfes informieren lassen:-)

    1. Also, der Nieders.-Ministerpräsident Weil scheint keine eigene Meinung zu haben. Schauen wir mal auf die Zeit zurück, in der Barbara Hendricks UM Ministerin war. Da hat er noch gemeinsam – mit der wirklichen guten und willensstarken Frau zusammen in ein Horn geblasen und vom Schutz der Wölfe gesprochen. Wenn man ihm heute schreibt, wird der Brief – wahrscheinlich – ungelesen an Lies weiter gereicht und man bekommt noch nicht einmal eine Antwort. Man kann nur hoffen, dass die „Genossen“ bei der nächsten Wahl in Niedersachsen eine richtig dicke Ohrfeige in Form von merklichem Wähler Schwund bekommen. Dann würde dieses schändliche, scheinheilige und ungerechtfertigte TUN gegen die Wölfe (hoffentlich) ein Ende haben. Übrigens, meinen Informationen zufolge, wird Lies von der EU (Herrn Sinkevicius) verklagt, weil er immer noch nicht die von der EU geforderten FHH Gebiete ausgezeichnet hat und total hinterher hinkt. Herr Sinkevicius ist auch für die Wölfe in der EU zuständig, Da liegt es nahe, dass jetzt der Weg für eine Klage in Sachen „Wolf“ gegen Lies frei wird. Jetzt wird sich etwas bewegen, denn es haben tausende Menschen an die EU wegen der illegalen Tötungen seitens des Nieders. UM geschrieben und das hat Eindruck gemacht. Irgendwo muss doch ein Verantwortlicher sein, der sich für das Recht der Wölfe einsetzt.

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