Ein Wolfswelpe aus dem Rudel Großhennersdorf, MT15, kommt in Sachsen im Herbst 2025 immer wieder Menschen oder Landmaschinen zu nah. 19 dokumentierte Annäherungen wurden zwischen Mitte Oktober und Mitte November notiert. Allerdings auch kein Angriff, keine Gefahr, nur ein Tier, das offensichtlich Vertrauen zu Menschen gelernt hatte. Nun feiert ein Influencer eine anschließende „Hard-Release-Vergrämung“ als Erfolg, doch eine Antwort des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie auf unsere Anfrage nach dem Umweltinformationsgesetz lässt unserer Ansicht nach einen ganz anderen Schluss zu.
Rückblick:
Paintball-Aktion zeigte wirklich Erfolg
Fast wie eine PR-Abteilung der Behörden
Der Zeitraum vom 19. Oktober bis 17. November umfasst genau 30 Tage (19.10. bis 31.10. = 13 Tage + 1.–17.11. = 17 Tage). Damit ergibt sich für die 19 Ereignisse vor der Maßnahme:
- 19 Ereignisse in 30 Tagen
- Durchschnitt: 0,633 Ereignisse pro Tag
Nach der Hard-Release-Vergrämung (22.11. bis 10.12.2025):
- 12 Ereignisse in 19 Tagen
- Durchschnitt: 0,632 Ereignisse pro Tag
Die Rate ist also praktisch identisch (Unterschied < 0,2 %). Es gibt keinen nennenswerten Rückgang – erst die Paintball-Nachvergrämung ab 15.12. hat das Verhalten spürbar verändert. Das unterstreicht noch stärker, dass die Hard-Release-Maßnahme allein keinen messbaren Effekt hatte und die Behauptung eines „deutlichen Erfolgs“ durch die UIG-Daten widerlegt wird. Die Zahlen lügen nicht: 0,633 vs. 0,632 – das ist statistisch kein Unterschied.
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2 Gedanken zu „Influencer-Erfolgsstory entzaubert: UIG-Antwort zeigt – Hard Release war unnötig, Paintball brachte den Durchbruch“
sollen sich schämen gefangene Tiere noch dazu Wolf Welpen zu ärgern und zu verletzen. Nein nein geht gar nicht.
ich verstehe grundsätzlich nicht, warum/wieso man/ich einen wolfswelpen oder auch einen erwachsenen wolf, der selbst und aktiv die nähe zu mensch sucht abwehren, vegrämen usw sollte. wölfe sind (zb vergleich zu igeln) hochintelligente familien-tiere, die an sich durchaus gerne aus unterschiedlichen gründen bei anderen tieren und tiergruppen spionieren gehen, und das ist alles in allem ganz simple INTER-artliche kommunikation, nicht mehr, nicht weniger, und insbesondere NICHT bedrohlich oder gefährlich. gefährlich wird diese kommunikation immer erst, und zwar für den wolf alleine, wenn die gefahr solcher begegnungen vom (böse-meinenden oder ängstlich-verblödeten) menschen ausgeht, denn wölfe/hundeartige riechen die von menschen ausgehenden emotionen über die von der haut, vom schweiss, und vom atem ausgedünsteten/sezernierten sog. pherhomone – ich jedenfalls sähe keinen grund, einen mir folgenden oder nähe suchenden wolf besonders „zu vergrämen“, solange er mir nicht systematisch „auf den keks“ gehen würde (obwohl ich hammel heisse = schaf, und bei wolfsbegegnungen also in höchster gefahr schweben sollte, hihi)