Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat sich mit seiner eilig zurückgezogenen „Basisschulung Wolf“ bis auf die Knochen blamiert und gleichzeitig sein wahres Gesicht gezeigt. Nach massiven Protesten wurde das skandalöse Webinar vom Verband zwar gelöscht, doch im Netz schlägt das Material weiterhin hohe Wellen. Das Video sollte Jäger angeblich auf „rechtssichere Abschüsse“ vorbereiten, doch hinter der vermeintlich sachlichen Fassade kam eine erschreckende Dynamik ans Licht. Es wird deutlich, dass es der Jagdlobby hinter den Kulissen nicht um den Schutz von Weidetieren geht: Es geht um die gezielte Gier nach der Trophäe und die skrupellose Abwälzung aller Kosten auf die Allgemeinheit. Im Netz wurde das Video nun wieder veröffentlicht und jeder kann sich selbst ein Bild machen. Wir haben es in unserem Artikel verlinkt.
Wer zahlt für diesen Wahnsinn?
Sobald der Abschuss von Wölfen durch dubiose Landesverordnungen legalisiert oder erleichtert wird, geht es im Hintergrund sofort um die Sicherung des Aneignungsrechts. Für viele Jäger ist das geschützte Wildtier ein begehrtes Statussymbol: Es geht um das Fell, den Schädel oder das gesamte Tier für das heimische Jagdzimmer. Das ist das egoistische Beutemachen einer privilegierten Minderheit auf Kosten des Natur- und des Tierschutzes. Das Aneignen des totgeschossenen Wolfs wird im Video ausführlich thematisiert und tatsächlich ist dies auch laut Bundesjagdgesetz gestattet. Nur Weitergabe und Verkauf sind nicht erlaubt. Die Steuerzahler bewahren die Jägermeister damit auch noch vor teuren Jagdreisen ins Ausland, wie es bisher der Fall war.
Das Absurde daran: Der Steuerzahler darf diesen blutigen Wahnsinn auch noch finanzieren! Millionen Euro an Steuergeldern fließen in bürokratische Ausnahmegenehmigungen, juristische Schlammschlachten, staatliche „Managementpläne“ und die Organisation von fragwürdigen Drückjagden. Während der Schutz der Natur finanziell ausgehöhlt wird, bereichert sich die Jagdlobby auf Kosten der Allgemeinheit an unserer heimischen Natur.
Ein gefährliches Déjà-vu: Damals der Adel, heute die Funktionärs-Elite
In diesem DJV-Video wurde mit technokratischer Distanz und einer erschreckenden emotionalen Taubheit besprochen, wie man faktisch ganze Wolfsfamilien inklusive Welpen gezielt auslöschen kann. Für diese Funktionäre sind hochentwickelte, soziale Familienverbände keine schützenswerten Lebewesen, sondern bloße Abschussobjekte. Diese moralische Verrohung verkleidet sich in der politischen Debatte als „Bestandsmanagement“.
Es ist ein geschichtliches Lehrstück, das sich vor unseren Augen wiederholt: In früheren Jahrhunderten war es die adlige Elite, die die Ausrottung des Wolfes aus purem Machtanspruch diktierte, Panik schürte und die Landbevölkerung als Treiber für ihre blutigen Vernichtungsfeldzüge instrumentalisierte. Heute beobachten wir genau dieselbe Dynamik: Eine gut vernetzte Lobby-Elite aus Jagdfunktionären und Agrarpolitikern schürt gezielt Ängste, um die Bevölkerung erneut für ihre rückschrittliche Agenda aufzuhetzen und den Wolf zum Sündenbock für strukturelle Probleme in der Landwirtschaft zu machen.
Die Anatomie der Inkompetenz: Die fachliche Kritik des Wolfsberaters
Dass das gelöschte Schulungsvideo vor Fehlern strotzte, beweist inzwischen auch die öffentliche Kritik aus den eigenen Reihen der Jägerschaft. Der bekannte akademische Jagdwirt und offizielle Wolfsberater Michael Ohlhoff hat die Schulungsinhalte des Verbandes inzwischen öffentlich scharf kritisiert und fachlich zerlegt. Während wir als Wolfsschutz-Deutschland e. V. aus einer klaren jagdkritischen Haltung heraus argumentieren und viele Positionen von Jägern naturgemäß nicht teilen, zeigt Ohlhoffs detaillierte Richtigstellung vor allem eines: Das offizielle Ausbildungsmaterial des DJV basierte auf biologischer und rechtlicher Inkompetenz!
Tatsächlich wurden in dem Webinar hochgefährliche rechtliche Falschinformationen verbreitet, die Jäger im Revier direkt in die Kriminalität treiben können. Die FB-Seite Human Pretiose hat das Video erneut veröffentlicht. Wir haben die Seite verlinkt.
- Falsche Altersklassen: Der DJV erfand im Webinar kurzerhand eine eigene Wolfs-Spezies und behauptete, Welpen seien ab dem vierten Monat „Jungwölfe“. Nach den bundesweiten Monitoring-Standards ist ein Welpe jedoch ein Wolf im gesamten ersten Lebensjahr.
- Falsche Geschlechtsreife: Es wurde behauptet, Wölfe seien bereits mit zehn Monaten geschlechtsreif. Biologischer Fakt ist: Wölfe werden in der Regel erst mit etwa 22 Monaten geschlechtsreif.
- Rechtlich brisanter Fehler beim Elterntierschutz: Der DJV datierte den Elterntierschutz pauschal „ab Mitte Juli“. Ein fataler Fehler! Bei Rudeln mit Jährlingen gilt der Elterntierschutz bis zum 31. Juli, bei Rudeln ohne Jährlinge sogar bis zum 1. November. Wer vorher ein Elterntier abschießt, handelt strafbar.
- Das Märchen von den Massen-Wölfen: Im Video wurde fantasiert, die Zahlen würden heute ein Wachstum auf bis zu 2.800 Tiere belegen. Fakt ist: Die offiziellen Zahlen der DBBW zeigten zuletzt erstmals eine Stagnation der Territorien. Ein solches Riesenwachstum ist schlichtweg erfunden.
Besonders peinlich: Eine laktierende Mutterfähe, die einen Welpen im Fang trägt, wurde im Video als angeblicher Welpe mit Fleischstücken deklariert, um zu suggerieren, dass das Tier bejagt werden dürfe.
Foltermethode Lappjagd und das „Polen-Fake“
Dass in diesem Schulungsvideo ernsthaft die Lappjagd (das „Einlappen“) als reguläre Jagdoption diskutiert wird, entlarvt die absolut rückschrittlichen Denkmuster der Jägerschaft. Bei dieser mittelalterlichen Methode werden kilometerlange Leinen mit flatternden Stoffen gespannt, um die Tiere in panische Todesangst zu versetzen und sie direkt vor die Gewehre zu treiben. Diese Methode ist in Deutschland nach § 19 Bundesjagdgesetz für die reguläre Jagd aus gutem Grund verboten.
Um das brutale Vorgehen vor den eigenen Mitgliedern zu legitimieren, behauptete der DJV im Video dreist, in Polen würde die Lappjagd erfolgreich zur Wolfstötung praktiziert. Das ist eine glatte Falschinformation! In Polen ist der Wolf streng geschützt. Polnische Experten nutzen Lappenleinen (Fladry) ausschließlich als friedliche Barriere zum Herdenschutz, um Wölfe von Schafweiden fernzuhalten. Die Jägerschaft verdreht echten Artenschutz in ein Tötungswerkzeug.
Schluss mit dem staatlich legitimierten Töten.
Das Problem in unser Landschaft sind nicht die Wölfe. Das Problem ist ein System, das die gesellschaftliche Hemmung vor Grausamkeit abbaut. Dieses Video des DJV war keine „Schulung“, es war eine moralische und fachliche Grenzüberschreitung.
Wir als Wolfsschutz-Deutschland e. V. fordern das sofortige und endgültige Ende dieser Ausrottungsphantasien. Wir brauchen wieder Respekt vor dem Leben.
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