Meldungen über neue Territorien wie in Reichmannsdorf sollen in Thüringen das Bild einer rasant wachsenden Wolfspopulation zeichnen. Doch hinter den Kulissen hat die Wolfspolitik im Freistaat eine Richtung eingeschlagen, die aus Sicht des Naturschutzes besorgniserregend ist. Vieles deutet auf ein folgenschweres Zusammenspiel aus mangelhafter Datenerhebung, politischem Opportunismus von links bis rechts und dem massiven Druck der Jagdlobby hin. Ob lückenhafte Risslisten, emotionale „Grimms Märchen“, die geografische Instrumentalisierung eines Rehrisses oder unangekündigte Drückjagden am Kalmberg, bei denen Spaziergänger gefährdet und das ansässige Rudel massiv gestört wurden: Aus Sicht von Wolfsschutz-Deutschland e. V. wird hier gezielt eine Kulisse des Schreckens aufgebaut, um den Boden für Abschüsse zu bereiten. Lesen Sie hier unsere Foto- und Filmreportage.
Der Sündenfall der Politik: Wenn Schutzgaranten einknicken
Intransparenz im System: Die lückenhafte Rissliste

Politische Instrumentalisierung im Ilm-Kreis: Die Geografie der Angst
Jagden und „Grimms Märchen“: Mediale Kampagnen zur Angstschürung

Der Fall Rudolstadt: Transparenz bei Abschussverfahren gefordert


Phantom-Rudel? Zweifel am Monitoring
„Im Frühjahr 2026 wurden durch das Fotofallenmonitoring des Projektes „Luchs Thüringen“ erste Nachweise generiert, welche auf eine Wolfspräsenz im Bereich Gräfenthal hinwiesen. Kurze Zeit danach konnten mit Hilfe von lokalen Jägern weitere Wolfsnachweise erbracht werden, diesmal im Bereich Aßberg-Hasenleite. Im Laufe des Jahres gab es nur wenige weitere Hin- und Nachweise. Dies änderte sich im Herbst 2026 als weitere Sichtungen und Fotofallenaufnahmen der Wölfe durch die Jägerschaft entstanden. Nach den nationalen Monitoringstandards kann demnach davon ausgegangen werden, dass ein Wolfspaar in der Region sesshaft ist. Daraus ergibt sich ein neues Wolfsterritorium in Thüringen, welches den Namen Reichmannsdorf trägt und mit RMD abgekürzt wird,“ schreibt das Kompetenzzentrum Wolf in einer Pressemitteilung.
- Fehlende DNA-Belege: Mehrere der neuerdings deklarierten Territorien sind unseres Wissens nach bis heute nicht lückenlos auf genetischer Basis (Speichelproben, Kot) zweifelsfrei bestätigt worden. Die Einstufung basiert maßgeblich auf Sichtungen und Bildern von Wildkameras.
- Methodische Mängel: Dass das Monitoring primär in den Händen der lokalen Jägerschaft liegt, halten wir für methodisch bedenklich. Ein offizielles Schulungsvideo des Deutschen Jagdverbandes (DJV) legte bereits unfreiwillig offen, dass erhebliche Defizite beim Wissen über Wölfe bestehen könnten.
- Verwechslungen plausibel: Aufgrund dieser potenziellen Defizite liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei dem „neuen Wolfsrudel“ bei Reichmannsdorf um eine Fehlinterpretation handeln könnte. Es ist biologisch vollkommen plausibel, dass weit umherziehende Tiere der benachbarten Rudel aus Neustadt am Rennsteig oder vom Kalmberg dort in Fotofallen liefen und fälschlicherweise als eigenständiges, neues Territorium verbucht wurden.
Eskalation am Kalmberg: Lebensgefahr für Spaziergänger und massive Störung des Rudels


Weiterer Jagdfrevel in Laufe des Jahres 2026: https://fb.watch/KD2um6Bh_Q/

Politische Lähmung im Freistaat: Alle Parteien gegen den Wolf
Unsere Forderungen
- Eine Rückkehr zu einem unabhängigen, rein wissenschaftlichen Monitoring unter Ausschluss von Interessensverbänden.
- Die unverzügliche Wiedereinführung der Herdenschutz-Dokumentation in den öffentlichen Risslisten.
- Die lückenlose Offenlegung des aktuellen Sachstands bezüglich möglicher Abschussverfahren im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt.
Quellen:
Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:
Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr – und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich.
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