Baden-Württemberg: Viel Geschrei um wenig Wölfe

Nachdem seit dem Jahr 2015 auch in Baden-Württemberg einzelne Wölfe nachgewiesen wurden, haben sich inzwischen drei Wölfe im Schwarzwald, nämlich in der Region Enztal (GW852m), Feldberg (GW2103m) und Schluchsee (GW1129m) niedergelassen. Ein vierter Wolf in der Region Odenwald (GW1832m) ist verschwunden. Es leben also im gesamten Bundesland gerade einmal drei Wolfsrüden, dennoch ist das Geschrei der Weidetierhalterinnen und -halter groß. Nun hat sich bestätigt, dass der Schluchseewolf wohl vier Rinder bzw. Kälber gerissen hat. Hier unser Bericht.

Die Landesregierung suche wegen der Rückkehr der Wölfe gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Jagd, Landwirtschaft, Naturschutz, Verwaltung und Wissenschaft nach pragmatischen Lösungen für die Herausforderungen, die die Rückkehr des Wolfes mit sich bringen. Innerhalb eines „Fördergebietes Wolfprävention“ fördere das Land die Anschaffung und den Unterhalt von Weidezäunen und Herdenschutzhunden, heisst es auf der Seite des Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg.

Beispielfoto Wolf.

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. plädieren seit Jahren dafür, doch ganz Deutschland zum Wolfsgebiet zu erklären und überall zu fördern aber auch zu fordern. Damit gäbe es keinen bürokratischen Aufwand, erst Wolfsgebiete zu benennen und auch die Schäden von wandernden Jungwölfen könnten gleich bezahlt werden.

Die Forstliche Versuchs und Forschungsanstalt (FVS) bestätigte nun in allen vier Fällen, in denen Rinder auf der Gemeindeebene von Bernau im Landkreis Waldshut tot oder verletzt aufgefunden wurden, den Wolf als Verursacher.

Die Proben, die am 26. August 2022 an einem verletzten Kalb und am 28. August 2022 an einem toten Kalb genommen wurden, hätten ergeben, dass der resi­dente Wolfsrüde GW1129m für die Angriffe verantwortlich wäre. Beide Kälber seien zehn Monate alt gewesen.

„Am 11. und am 16. August waren ein Kalb (10 Monate) und drei sechs Monate alte Kälber tot aufgefunden worden. Die Ergebnisse würden ebenfalls einen Wolf bestätigen. Eine genaue Zuordnung sei allerdings nicht bekannt. Es wäre aber davon auszugehen, dass auch diese Ereignisse mit dem Wolf GW1129m zusammenhängen,“ lautet eine Pressemitteilung.

Die Wolfsrisse fanden im Fördergebiet Wolfsprävention Schwarzwald statt, in dem sich der männliche Wolf mit der Bezeichnung GW1129m seit Juni 2020 nie­dergelassen hat. In dem Fördergebiet unterstützt das Land Nutztierhalterinnen und -halter bei der Finanzierung von Herdenschutzmaßnahmen.

Leider ist in der Pressemitteilung nicht die Information enthalten, ob der Halter oder die Halterin denn das Angebot der Förderung von Zäunen angenommen hat und entsprechend entschädigt wird.

Und wieder einmal war es kein Wolf

Am 11. August 2022 war auf Gemeindeebene Ottenbach im Landkreis Göppingen ein totes Kalb mit Verdacht auf Wolfsriss gemeldet worden. Nach Angaben der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt sei das erst einen Tag alte Kalb nicht durch einen Wolf gerissen worden. Die Todesursache sei nicht feststell­bar gewesen; der Einfluss eines Wolfes konnte dennoch ausgeschlossen werden. Das Ergebnis der genetischen Probe, die an der Fraßstelle genommen wurde, weise einen Hund nach.

Leider ist von Seiten der Nutztierhalterinnen und Nutztierhalter wenig bis gar nichts zu vernehmen, wenn das Ergebnis „Hund“ statt „Wolf“ lautet. Entsprechende Zäune sind aber gegen beide wirksam. Teilweise waren auch in diesen Fällen erneut Forderungen nach Abschuss und tendenziöse Zeitungsberichte vorausgegangen.

 

Quellen: https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/kalb-in-ottenbach-nicht-von-wolf-getoetet-1/

https://um.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/untersuchungen-bestaetigen-wolfsverdacht-in-bernau/

https://www.hlnug.de/presse/pressemitteilung/neues-laenderuebergreifendes-wolfsterritorium

https://um.baden-wuerttemberg.de/de/umwelt-natur/naturschutz/biologische-vielfalt/artenschutz/wolf/nachweise/

Infos zur Förderung: https://um.baden-wuerttemberg.de/de/umwelt-natur/naturschutz/biologische-vielfalt/artenschutz/wolf/hinweise-nutztierhalter/

Wolfsmonitoring: Zwölf Rudel in Niedersachsen verschollen?

Zum Ende des Sommers können für Niedersachsen 44 Wolfsrudel und 4 residente Einzelwölfe bestätigt werden, geben die Niedersächsischen Jäger, die für das Wolfsmonitoring zuständig sind, jetzt bekannt. Es kommen zwar wahrscheinlich noch Nachmeldungen, doch von 12 Rudeln fehlen allerdings bisher Daten. Hier unser Bericht…

In 30 Rudeln konnte bislang Reproduktion nachgewiesen werden, dabei wurden mindestens 63 Welpen registriert. In zwei weiteren Rudeln wurde der Status durch den Nachweis von mind. 3 Wölfen bestätigt. Für 12 Rudel fehlt noch die diesjährige Statusbestätigung. In 4 weiteren Gebieten sind residente Einzelwölfe unterwegs. Dieses Zwischenfazit bestätige den Wachstumstrend der letzten Jahre, heisst es weiter.

Beispielfoto Wölfe. ©Brigitte Sommer

Die Jägerschaft deutet einen neuen Höchststand an Territorien aus den Daten. Ganz so optimistisch wie die Jägerschaft sehen wir den Wachstumstrend in Niedersachsen nicht. Zumal man nicht weiß, wie viele geheime Schießgenehmigungen von Umweltminister Olaf Lies noch offen stehen. Schaut man sich die Wachtumskurve für Niedersachsen, aber auch von ganz Deutschland auf einem Diagramm auf DBB-Wolf an, verlangsamt sich das Wachstum im Vergleich zu den Anfangsjahren der Rückkehr der Wölfe deutlich. Der Straßenverkehr ist noch immer die größte Gefahr für Wölfe. Erst im August wurde ein Altwolf aus dem Territorium Rodewald totgefahren.

Bislang nicht bestätigte Rudel

Rodewald

Bad Bodenteich

Herzlake

Nordhorn

Ostenholzer Moor

Sulingen

Rehden

Uchte

Wedemark

Werlte

Wietze

Buchholz

 

Hoher Anteil von Rissen nicht vom Wolf verursacht

Insgesamt seien im II. Quartal wurden insgesamt 192 Tiere getötet oder so stark verletzt worden, dass sie eingeschläfert werden mussten. Die Anzahl der Übergriffe sei imVergleich zum letzten Quartal (73Fälle) um 6,85 Prozent gestiegen. Bei 55 Fällen wurde der Wolf als Verursacher amtlich bestätigt, in keinem Fall hätte der Wolf als Verursacher ausgeschlossen werden können. In 14 Fällen wäre eine sichere Feststellung des Verursachers nicht möglich gewesen. Neun weitere Fälle befänden sich noch in Bearbeitung. Die meisten Übergriffe (45) hätte es auf Schafe gegeben, davon hätten 36 Übergriffe dem Wolf zugeschrieben werden können. Am zweitstärksten seien Rinder betroffen gewessen, hierbei sei es zu 24 Übergriffen gekommen, von denen elf auf den Wolf als Verursacher zurückzuführen gewesen wären. Weiterhin hätte es Übergriffe auf Gatterwild, Pferde und Ziegen gegeben.

Wir können es nur immer wieder wiederholen, dass der Schutz der Weidetiere die beste Versicherung vor Angriffen von Wölfen und auch anderen Tieren ist.

Kurz vor den Landtagswahlen wird noch einmal Stimmung gegen Wölfe gemacht

Wolf reisst Pony von Familie von der Leyen hieß es vor ein paar Tagen in der Klatschpresse. Die EU-Kommisionschefin sei „fürchterlich mitgenommen“. Auch der NDR brachte zeitnah einen Bericht von den Weidenachbarn der Familie von der Leyen heraus. Man schaue sich im verlinkten Bericht doch mal die angeblich wolfssicheren Zäune der ersten Protagonistin im Hintergrund bei der Szene an, in der sie die Fohlen streichelt. Die zweite Protagonistin sieht sich erst gar nicht in der Verantwortung ihre Tiere zu schützen und vergleicht den Tod ihres Pony mit wildernden Hunden, die Rehe und Hirsche töten. Ihrer Ansicht nach wäre es wohl nur recht und billig, wenn der Jäger auch Wölfe abschießen dürfte. Noch steht das Ergebnis, ob es tatsächlich ein Wolf war, noch gar nicht fest, dennoch werden Abschüsse gefordert. Auch dass das Pony hochbetagt war, wird kaum erwähnt. Und auch Umweltminister Olaf Lies meldete sich wieder einmal zu Wort. Er würde wohl gerne noch schneller und noch geheimer schießen lassen.

 

Quellen: https://www.wolfsmonitoring.com/monitoring/wolfsterritorien

https://www.dbb-wolf.de/totfunde/aktuelle-ereignisse

https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/territorien/entwicklung-diagramm?Bundesland=Niedersachsen&Mitwlp=0

https://www.wolfsmonitoring.com/fileadmin/dateien/wolfsmonitoring.com/Berichte_und_Literatur/2022_II_Quartalsbericht_Wolfsmonitoring.pdf

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/Wie-Pferdehalter-gegen-den-Wolf-aufruesten,hallonds75330.html?fbclid=IwAR1__unC4Zs-H9fkf55-IJXdxe7x3XpJszO6w304WYmnD2p-qxRmRH7vKys

https://www.nord24.de/der-norden/umweltminister-fordert-mehr-eingriffsmoeglichkeiten-nach-wolfsrissen–85428.html?fbclid=IwAR06u98YV1EFKQvJUEx6Qe-aMTQMYso8QHXYnS-Gb4qTdjOylN8h9GEmjCY

NRW: Neue Nachbarn bei Gloria von Wesel und eine Klatsche für Wolfshasser

Es gibt gleich zwei gute Nachrichten aus dem Landkreis Wesel aus NRW. Zum Einen könnte sich ein neues Wolfspaar direkt in der Nachbarschaft angesiedelt haben und zum Anderen gibt es eine sehr deutliche Ansage an diejenigen, die meinen, für Wölfe in NRW gäbe es keinen Platz.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt heute in einer Pressemitteilung neue Wolfsnachweise in Schermbeck (Kreis Wesel).

Beispielbild. ©Brigitte Sommer

Sie sind wahrscheinlich schon länger dort, aber mittels genetischer Analysen von Kotproben im Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen konnten zwei neue Wölfe im Wolfsgebiet Schermbeck, außerhalb des Streifgebietes des bekannten Rudels um Gloria von Wesel, identifiziert werden. Die in einem Waldgebiet im Raum Schermbeck gefundenen Losungen vom 04. und 12. Juli 2022 konnten dem bislang unbekannten Rüden mit der Kennung GW2889m zugeordnet werden. Eine am 09. Juli 2022 gefundene Losung stammt von dem ebenfalls bislang unbekannten Weibchen mit der Kennung GW2890f. In beiden Fällen ist das Herkunftsrudel nicht bekannt, genetisch zählen diese Wölfe aber unzweifelhaft zur Mitteleuropäischen Flachlandpopulation. Anhand der DNA-Ergebnisse sei belegt, dass die beiden Wölfe nicht mit Gloria und ihrer Familie verwandt sind. Ob sich die beiden neuen Wölfe in Schermbeck ansiedeln oder bereits wirklich ein Paar sind, könne noch nicht geklärt werden, so das LANUV.

Das LANUV empfiehlt den Halterinnen und Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Schermbeck und in der umgebenden Pufferzone, ihre Tiere mit geeigneten Zäunen wolfsabweisend zu sichern. In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden Präventionsmaßnahmen wie beispielsweise die Anschaffung wolfsabweisender Elektrozäune zu 100 Prozent gefördert. Im Wolfsgebiet Schermbeck können gemäß Förderrichtlinien Wolf vom 03. Februar 2017, zuletzt geändert am 06. Dezember 2021, nur dann Entschädigungsleistungen für nachweislich von einem Wolf getöteten Schafe, Ziegen oder Gehegewild gewährt werden, wenn ein wolfsabweisender Grundschutz vorhanden ist.

Klatsche für die Wolfshasser

NRW hat übrigens einen neuen Umweltminister und der hat gleich klar gemacht, dass Wölfe eine Daseinsberechtigung in NRW haben.

Oliver Krischer (Grüne) verweist in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der SPD, die dem WDR vorläge, so die Tagesschau, auf die strengen EU-Vorgaben. Diese sicherten dem Wolf, der hierzulande knapp 200 Jahre lang als ausgestorben galt, einen umfangreichen Schutzstatus zu. Für Krischer bedeutet das, „dass ein Bestandsmanagement mit Regulierungsabschüssen von Wölfen (…) nicht zulässig ist“. Er sieht für NRW „weder eine fachliche Rechtfertigung noch eine Aussicht auf Erfolg, den Schutzstatus des Wolfes in Deutschland zu ändern“.

Und dem WDR sagte Krischer, der Abschuss von Wölfen sei keine Lösung: „Das würde auch der Wolf nicht mit sich machen lassen. Das ist eine Art, die von alleine hier hin kommt. Und wenn wir einen Wolf abschießen, dann wird es sicherlich bald so sein, dass der nächste auftaucht. Und wo soll das enden?“ Wichtig sei, die Herden zu schützen.“

Ein gutes Zeichen für die neuen Wölfe und auch für Glorias Familie, denn auch bei den aktuellen Rissen war nicht wolfsabweisend gezäunt. Und auch für einen neuen Wolf bei Paderborn eine gute Nachricht. Bekannte Rudel gibt es bei Leuscheid im Grenzgebiet zu NRW und ein Einzelwolf in der Hohen Mark. Wolfsschutz-Deutschland e. V. freut sich auf weiteren Zuwachs.

 

Presseinformation LANUV: https://www.wolf.nrw/wolf/de/aktuelles/2022-08-29?fbclid=IwAR2w7txm19kxfShfW4CPYi1mH4eQXKT1iswJCq9NiwX9hBu2l41PpdmQ-L4

Weitere Quelle:

https://www.tagesschau.de/inland/regional/nordrheinwestfalen/wdr-story-50083.html?fbclid=IwAR2UnHEWWaPedAKB5aqS3SUl-aZAWZSik5n3ekcUxua_qf0NyvTuWckKECA

https://wolf.nrw/wolf/de/aktuelles/2022-08-23?fbclid=IwAR2gAZpQ_CePOch88c_55YT2HHpH94vKvI0UhChAcBgbZLaOpGVxlKZfheg

Schlappe für UM Lies (SPD): Hannover-Wolf darf nicht getötet werden

Gute Nachrichten aus Niedersachsen. Die untere Naturschutzbehörde der Region Hannover hat jetzt entschieden, dass das Jungtier, das sich Anfang August in Hannover verirrt hatte, nicht getötet werden darf. Damit wendet sich die Behörde ganz klar gegen die Wünsche des Niedersächsischen Umweltministers. Hier unser Bericht.

Mit entscheidend waren mit Sicherheit auch die von Wolfsschutz-Deutschland e. V. initiierten Protestmails gegen die drohende Schießgenehmigung. Eine Userin hatte uns informiert, dass eine der Mailadressen gesperrt worden sei. Es kam wohl mehr Post an, als dem Umweltminister gefallen hat.

Beispielbild verängstigter Wolf ©Brigitte Sommer

Acht Kilometer lief das verängstigte Tier durch Hannover. In den Folgetagen sei es angeblich noch weitere Male gesichtet worden. Allerdings wurde dies nicht offiziell bestätigt. „Eine Ausnamahmegenehmigung zur letalen Entnahme des Tieres wird auf Basis der aktuellen Erkenntnisse zum jetzigen Zeitpunkt nicht erteilt,“ heisst es offziell. Weiter: „Voraussetzungen für eine solche Genehmigung wären, dass der Wolf einen Menschen verletzt, ohne provoziert worden zu sein, oder dass der Wolf sich einem ungeschützten Menschen auf weniger als dreißig Meter nähert und sich nicht vertreiben lässt. Auch in den beschriebenen Fällen muss zunächst versucht werden – möglichst in Absprache mit dem zuständigen Wolfsberater oder der Wolfsberaterin – den Wolf zu vergrämen.“ Inzwischen ist der Jungwolf längst über alle Berge. Jungtieren können auf ihren Wanderungen tausende Kilometer zurücklegen.

Allerdings kann die Polizei in Niedersachsen bei „Gefahr im Verzug“ jederzeit auch ohne Ausnahmegenehmigung eingreifen. Dies halten wir für einen Skandal, denn dieses Handling hat vor Kurzem zwei ausgebüxten Wolfshunden, die bereits wieder auf dem Rückweg waren, das Leben gekostet. Unserer Meinung nach ist die Polizei nicht in diesem Sinne ausgebildet und hat zu wenig Sachkenntnis. Überreaktionen und Fehleinschätzungen sind so Tür und Tor geöffnet.

Lies zeigte sich erstaut über die Entscheidung der unteren Naturschutzbebehörde. Er hätte aus guten Gründen zu einer Ausnahmegenehmigung angeraten. Die Gründe lassen sich erahnen. Aber ob er kurz vor den Landtagswahlen noch einmal den starken Antiwolfsminister geben wollte um sich Stimmen von der Agrar- und Jagdlobby zu sichern, wissen wir nicht.

Hier unser erster Bericht mit Video, das den Wolf zeigt: https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/08/11/verirren-toedlich-lies-will-hannover-wolf-abknallen-lassen/

 

 

Ethisch untragbar: schon wieder Mischlings-Wolfswelpentötungen in Thüringen

Es sind fünf kerngesunde, erst drei Monate alte Tiere, die nach dem Willen des Thüringer Umweltministeriums kein Recht auf Leben haben. Es soll sich bei den Welpen angeblich um so genannte Hybriden, Mischlinge zwischen Wolf und Hund handeln. Während man solche Tiere in Italien sterilisiert und wieder in die Freiheit entlässt, kennt man in Deutschland anscheinend nur eine Lösung: töten. Und weil der Schutzstatus von Mischlingen in der Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes (Lex-Wolf) geändert worden ist, könnten in diesem Fall wohl auch weder Anzeigen noch Klagen helfen.  Außer es stellt sich nach Abschuss heraus, dass es doch reinrassige Wölfe waren. Warum es ethisch auf keinen Fall vertretbar ist, derart mit Mitgeschöpfen umzugehen, ganz gleich ob reinrassig oder nicht, erklären wir hier in unserem Beitrag.

Nicht etwa durch eine Pressemitteilung, sondern durch einen Artikel im MDR und über die dpa erfährt die Öffentlichkeit überhaupt vom Vorhaben des grünen Umweltministeriums in Thüringen. Umweltstaatssekretär Burkhard Vogel wird in dem MDR-Bericht folgenderweise zitiert: „Auf einem Foto von der Nacht auf Montag sind vier Welpen zu erkennen – in verschiedenen Grau- und Schwarztönen. Schwarz sind die Wölfe aber eigentlich nicht.“

Beispielbild Wolfsmutter mit Nachwuchs.

Zwei Fachstellen hätten dem Ministerium bestätigt, dass es sich bei den insgesamt fünf Jungtieren um Hybride handeln würde. Es wurden keine weiteren Gründe für die Annahme, dass es sich um Hybriden handelt, veröffenlicht. Ebenso monieren wir, dass sich Umweltstaatssekretär Vogel selber widerspricht. Sind die Welpen nun schwarz oder sind sie es nicht? Welche Kriteterien wurden überhaupt angewendet bei der Beurteilung, dass es sich um Hybriden handelt? Ging man alleine anhand von Fotos aus, wie der MDR berichtete? Die Fotos wurden übrigens bislang nicht veröffentlicht.

Reinrassig und schwarz

Eine schwarze Fellfarbe alleine reicht nicht aus, um einen Wolf als „nicht reinrassig“ zu beurteilen. In Italien lebt auf dem Appenin ein Wolfspaar. Der Rüde ist dunkel/schwarz. Die Fähe ist grau. Joe Black, so wurde der Rüde genannt, sei trotz seiner dunklen Fallfarbe ein hundert prozentiger reinrassiger Wolf. Die Übersetzung ist unten unter den Quellen zu finden. In diesem und weiteren Videos des Wolfsfreundes aus Italien ist es zu sehen, wie sehr sich dieser Rüde um seine behinderte Partnerin kümmert. Wer will diesen Tieren Gefühlen wie Zuneigung, ja Liebe und Verantwortung absprechen? Wer will diesen Mitlebewesen das Recht auf Leben absprechen? Zwar gibt es in Italien inzwischen auch Stimmen von Wolfsforscherinnen und Wolfsforschern, die Mischlinge und schwarze Wölfe am liebsten ebenso wie in Deutschland beseitigen würden, dennoch werden hier die Mischlinge in den allermeisten Fällen sterilisiert und wieder in die Freiheit entlassen. Und im Gegensatz zu Deutschland hat man in Italien wirklich ein Problem mit zu vielen freilaufenden Hunden, die sich mit Wölfen paaren.

Kein Hybridenproblem in Deutschland

Dieser neue Wurf in Thüringen um den Dermbacher Ortsteil Zella im Wartburgkreis ist nun die vierte Verpaarung von einer Wölfin mit einem Hund, die bekannt geworden ist. Der erste Fall geschah vor Jahren in Sachsen. Auch hier ging man empathielos vor und verfolgte die Tiere gnadenlos. Die nächsten beiden Würfe gelangen von Wölfin Ohrdri (Truppenübungplatz Ohrdurf, Thüringen) an die Öffentlichkeit. Mangels eines geeigneten Wolfsrüden brachte sie zwei Mal hintereinander schwarze Mischlingswelpen zur Welt. Die Kleinen wurden mit Kopfschüssen regelrecht hingerichtet. Wolfsschutz-Deutschland e. V. protestierte und stellte Strafanzeige gegen die grüne Umweltminsiterin Siegesmund, während die anderen Umweltorgas- und Verbände zustimmten. Alle Verfahren wurden eingestellt. Wir schlossen uns einem Protest der DJGT an. Info in den Quellen. Fünf Mischlingswelpen können schon einmal rechnerisch die Wolfspopulation in Deutschland nicht gefährden. Zumal nur zirka 30 % des Wolfsnachwuchses ein vermehrfähiges Alter erreicht.

Hanebüchene Begründung

Im MDR-Beitrag wird weiterhin ausgeführt, dass der Nachwuchs laut Gesetz „entnommen werden müsse“, damit er sich nicht fortpflanzt und die Wolfspopulation genetisch gefährde. Weil die Tiere aber mit zwölf Wochen schon zu alt seien, um in einem Gehege in Gefangenschaft zu leben, sollten sie getötet werden. Dabei stimme sich das Ministerium zusammen mit Thüringen-Forst und dem Landesamt für Umwelt ab, wer den Jungtieren den Garaus machen dürfe. Alleine die Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes (Lex Wolf) macht diesen Schritt möglich. Und diese Änderung geschah unserer Meinung nach genau in der Absicht, mit Abschüssen in Zukunft durchzukommen.

Auch wird die Wolfsmutter für angeblich vermehrte Risse verantwortlich gemacht, da sie ihren Nachwuchs alleine großziehen müsse. In Niedersachsen argumentierte man bei Abschüssen von Elterntieren genau anders herum, anstatt die Weidetierhaltenden, die nicht schützen, für Risse verantwortlich zu machen.

Auch Wolfsmütter lieben ihre Kinder

Immer mehr Forschungsergebnisse weisen nach, dass Tiere genauso Gefühle empfinden wie wir Menschen. Wie unmenschlich ist also unser Tun, völlig gesunde Welpen umzubringen, nur weil sie unserer Vorstellung von „Reinrassigkeit“ nicht entsprechen? Dies hört sich nicht nur gruselig an, es ist auch so. Gerade in Deutschland sollten sich Politiker nicht auf einen solchen unmenschlich erscheinenden Weg begeben, solange es Alternativen gibt. Wolfsschutz-Deutschland e. V. appeliert an Anständigkeit und Menschlichkeit. Dieser Schießbefehl darf nicht ausgeführt werden. Dies wäre ohne jegliche Ethik und Moral und auch wissenschaftlich nicht begründbar.

 

Quellen:

Hier der Bericht des MDR:  https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/west-thueringen/wartburgkreis/wolf-nachwuchs-welpen-hund-hybrid-100.html?fbclid=IwAR2uMo4o775L4b2MNPKhnCKEkPQmzjub2xKX_UdIGkba7Y3FEuVPFAvWWKg

Zum Umgang mit so genannten Hybriden in Italien:

Artikel zur Tierethik: https://www.geo.de/natur/tierwelt/17442-rtkl-wissenschaftler-bricht-ein-biologie-tabu-wir-muessen-tiere-vermenschlichen?fbclid=IwAR1h1-RoVj-iJVGTUCx0lyNzwRuWHfeOohKLLWBO7RUY9KjrndyTvqqFXXM

Artikel zur Entstehung von schwarzen Wölfen: https://www.scinexx.de/wissen-aktuell-9489-2009-02-10.html?fbclid=IwAR3JXhp1GBvvTx5UEp_kAKf3HVRFrFZOu6W_qE5cNz6xE9sqyhrLNskg-fg

Die Wolfspopulation in Deutschland ist nicht durch Hybridisierung gefährdet: https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/08/18/studie-zeigt-auf-in-deutschland-gibt-es-kein-wolfshybridenproblem/

Zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes: https://wolfsschutz-deutschland.de/2020/03/13/schwarzer-tag-fuer-woelfe-und-andere-wildtiere-seit-heute-ist-die-aenderung-des-bundesnaturschutzgesetzes-lex-wolf-in-kraft/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/12/04/thueringen-500-000-euro-fuer-die-toetung-von-woelfen-beschwerde-der-djgt-gegen-verfahrenseinstellung-wolfsschutz-deutschland-e-v-schliesst-sich-an/

Übersetzung zum Video John Black:

Hier die Übersetzung: Ligurischer Apennin,
Sonntagabend, 12. Juni 2022, 23.38 Uhr.
Die Hartnäckigkeit, mit der sich dieses Wolfspaar durchschlägt, ist rührend.
Das Video zeigt, wie Joe Black sich langsam vorwärts bewegt, anhält, sich umdreht, auf seine Gefährtin wartet (eine unserer Quellen nannte sie Joanna) und wieder losgeht, während sie vor sich hin stapft: lahm.
Joe Black hat sich als Superwolf erwiesen.
Aber er ist schwarz.
Und einige Experten und das technische Gremium des Minsitero wollen die schwarzen Wölfe erlegen.
Sie führen nicht zuerst die genetische Analyse durch.
Zuerst wird der Wolf getötet und erst danach werden Gentests durchgeführt.
Bis vor einigen Jahren war die Beantragung eines DNA-Tests bei einer Einrichtung ein zeitaufwändiges Unterfangen mit manchmal uninterpretierbaren Ergebnissen.
Aber die Elite der Wolfsgelehrten“ hat es immer als eine Operation betrachtet, zu der gewöhnliche Sterbliche keinen Zugang haben und die daher von hohem Ansehen ist.
Wie ahnungslos sie sind.
Ich habe bereits zwei Tests mit Joe Blacks DNA durchgeführt und siehe da, wissen Sie was?
Er ist zu 100 % ein Wolf.
Das ist nicht seltsam.
Es geht darum, dass man die Wissenschaft mit Felddaten untermauern muss.
Und die vor Jahren durchgeführten Studien zur schwarzen Pigmentierung basierten auf Markern und Protokollen von nordamerikanischen Wölfen, die nicht mit Canis lupus italicus kompatibel waren.
Sicherlich stimmen einige Teile des Allels mit dem heutigen überein, aber einen Wolf pauschal als Hybrid zu bezeichnen, nur weil er heute im Jahr 2022 schwarz ist, ist nicht korrekt.
Die Dinge ändern sich.
Im Jahr 2001 hatten wir einen oder höchstens zwei schwarze oder weiße Damhirsche: melanistisch oder leuzistisch.
Heute kommt auf 6/8 Geburten ein melanistischer Damhirsch.
Selbst bei Damwild ist es einfach, einen Gentest mit einem Haarabstrich oder aus dem Kot zu machen.
Es gibt eine italienische Firma mit Sitz in den USA, die das alles für 118 Dollar anbietet.
Und – bis zum Beweis des Gegenteils – ist das Sammeln von Wolfskot derzeit keine Straftat.
Zusammen mit Joe und Joanna gibt es den „Smilzo“ (meine Freunde haben diesen Namen gewählt), der in diesem Video nicht vorkommt, den ich aber in den nächsten Tagen in einem ihm gewidmeten Beitrag mit Fotos von Jagdszenen vorstellen kann.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
Ugo de Cresi
Naturbeobachter

 

 

Erfolg unserer Strafanzeige: Jäger muss Strafe zahlen

Eine unserer Strafanzeigen hatte jetzt Erfolg. Ein Jäger (Name ist uns bekannt) aus Mecklenburg-Vorpommern muss 500 Euro Strafe für die „Erlösung“ eines Wolfs zahlen, dessen Verletzungen wohl von selbst abgeheilt wären.

Beispielbild toter Wolf.

Dem Täter ist von der Staatsanwaltschaft Schwerin auferlegt worden, 500 Euro zu zahlen, sonst wird das Verfahren gegen Erhebung der öffentlichen Klage fortgesetzt. Berücksichtigt worden sei, dass der sich der Beschuldigte selbst angezeigt habe. Angeblich wollte der Mann einen schwer verletzten Wolf „erlösen“. Die Staatsanwaltschaft Schwerin teilt nun aber mit, dass der Laufapparat von rechts stark und von hinten links leicht eingeschränkt gewesen war. Die Verletzungen wären aber mit hoher Wahrscheinlichkeit von selbst weiter abgeheilt.

Lage falsch eingeschätzt

Unserer Meinung nach hat dieser Jäger also nicht die Sachkenntnis bewiesen, um die Lage richtig einzuschätzen. Die Strafe halten wir als viel zu mild. Wir sehen diesen schlimmen Vorfall als weiteres Indiz dafür, dass die Hobbyjagd endlich verboten werden sollte.  Jäger sollten auch keinesfalls die Entscheidung, wie z. B. in Niedersachsen,  erhalten dürfen, Wölfe vor Ort zu „erlösen“. Wie an diesem Fall zu sehen, ist eine umfangreiche Sachkenntnis über Tiere nicht unbedingt vorhanden.

Trotzdem darf man froh sein, dass überhaupt mal eine Staatsanwältin/Staatsanwalt da etwas unternommen hat.  Bislang landeten solche Anzeigen immer im Papierkorb. Anders als z.B. in Italien geht die Polizei solchen Vergehen so gut wie nicht nach. Wäre der Täter nicht bekannt gewesen, wäre auch hier wohl wieder alles im Sande verlaufen. Das rührt auch daher, weil viele Staatsanwälte und Richter selbst Jäger sind, oder sich der Lobby gesteuerten Politik brav unterordnen.

Es gibt verschiedene Päppelstellen auch in Deutschland. Doch im Gegensatz zu Italien, wo Tierschützerinnen und Tierschützern immer wieder teils aussichtslos erscheinende Fälle retten,  wird sich hier kaum die Mühe gemacht, ein verletztes Tier zu retten.

Hier ganz aktuelle Beispiele aus Italien:

 

Wir berichteten hier über den Fall: https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/01/04/schon-wieder-vier-woelfe-illegal-getoetet-wolfsschutz-deutschland-e-v-stellt-strafanzeigen/

 

Wir brauchen Unterstützung:

Durch das Stellen von Strafanzeigen, die wir über einen Anwalt tätigen müssen, weil wir sonst keine Akteneinsicht bekämen, haben wir hohe Kosten. Um diese auch weiter tragen zu können, brauchen wir Unterstützung:

Wolfsschutz-Deutschland e.V.

Berliner Sparkasse

IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84

BIC BELADEBEXXX

Auch über Paypal können Sie uns helfen: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

NRW – Neuer Riss? Pressehetze gegen das Schermbecker Rudel

„Wolf tötet Schafe und Ziege in Östrich“. So macht ein Artikel des Lokalblattes Schermbeck Online auf. Und wieder einmal auch mit einer Tatsachenbehauptung in der Headline von Autorin CELAWIE alias Bosse. In der Einleitung steht nämlich nur noch „vermutlich“. Wer nur die Headline liest, und dies ist leider üblich, erhält einen falschen Eindruck. Rissdrama im Gehege am Gartencenter? Wir schauten nach.

Wenn das berühmte Sommerloch in den Medien naht, wird bekanntermaßen gerne mal eine Meldung hochstilisiert. Das Angst und Panikmache zur Zeit gut funktioniert, sieht man nicht zuletzt immer wieder, wenn es um die Berichterstattung zum Thema Wolf geht. So berichtete gestern Schermbeck-Online von einem vermeintlichen Wolfsriss in Dorsten/Östrich, in einem Gehege nahe eines Gartencenters. Der Vorfall soll sich in der Nacht vom 13.7. 22 auf den 14.7.22 ereignet haben.

Beispielbild Wolf.

Was nützen viele Zäune, wenn sie durch Zwischenräume durchlässig sind? Wir haben dazu folgendes recherchieren können: zunächst wurde laut des Berichtes ein Maschendrahtzaun untergraben, was anscheinend mit großem Erstaunen als Nachweis für die Intelligenz der Wölfe betrachtet wird.

Die ist nun wirklich keine neue Erkenntnis. Es sollte doch nun mittlerweile bekannt sein, daß der Wolf sich eher unter dem Zaun durchgräbt, als darüberzuspringen. Es spart Energie, und mindert die Verletzungsgefahr. In der Vergangenheit wurde aber immer wieder genau das Gegenteil behauptet. Nun wandelt sich der Wolf also vom Springpferd zum Maulwurf? Nicht zuletzt haben auch wir immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig daher ein Untergrabschutz ist. Dieser war hier definitiv nicht vorhanden. Man muss das Rad also nun wirklich nicht neu erfinden, um für spektakuläre Schlagzeilen zu sorgen. Im weiteren Verlauf der Ereignisse soll das Tier einen 1,80 m hohen Maschendrahtzaun überwunden haben (zusätzlich mit zwei oberen Stacheldrähten und einem inneren Stabgitterzaun versehen).

Wir haben mit Insidern gesprochen. Diese halten es allerdings für fraglich, ob es einen ominösen, 1,80 Meter hohen Zaun überhaupt gibt. Auf unseren Fotos am Ende des Artikels ist dieser Zaun nicht zu sichten. Auch der Doppelstabmattenzaun kann nicht 1,80 Zentimeter hoch sein. Diese Zäune sind genormt und bei 1,80 Meter hohen Zäunen sind mehr als sechs Querstreben. Wir vermuten, dass sich das Tier unter dem äußeren Maschendrahtzaun durchgegraben hatte und dann direkten Zugang zum Innengehege hatte und dass dort keine Spannung auf dem Zaun war.

Gahlener Märchenforum?

Die WAZ brachte folgenden Aufmacher: „Ein schrecklicher Anblick für Tobias H.“ Er ist dort im Gartencenter Geschäftsführer, Eigentümer des Unternehmens könnte Familie V. sein. Direkt daneben residiert eine Firma für Reitböden unter gleichen Namen.  Gibt es einen Interessenkonflikt, da ein Familienmitglied selbst beim Gahlener Forum aktiv ist? Das Gehege kann aber auch kein Streichelzoo sein. Gartenmarktkunden können die Tiere durch einen hüfthohen Zaun nur anschauen. Füttern ist verboten. Streichelzoo weckt natürlich wieder die falschen Assoziationen. Spielende Kinder und der böse Wolf. Auch die Behauptung, dass der Wolf erstmalig den Zaun untergraben hat, ist ja fast niedlich. Bastelt das Gahlener Märchenforum bastelt weiter an seinen Legenden?

Unseren Informationen nach gibt es dort einen Zaun aus Knotengeflecht, was ein Überspringen gar nicht notwendig macht. Dennoch lautet eine weitere Headline “ Wildzaun übersprungen“, was ebenfalls als eine Mutmaßung zu bewerten ist. Ob dieser Riss wirklich Wölfen zuzuordnen ist, wird die DNA- Analyse zeigen, Mitarbeiter des LANUV entnahmen vor Ort entsprechende Proben. Sollte Wolf nachgewiesen werden, ist auch noch unklar, ob es sich dabei um Gloria’s Rudel handelt.  In der Gegend gab es bereits Rissvorfälle. Warum also war das Gegege nicht wolfsabweisend eingezäunt? Und es bleiben auch in diesem Fall noch weitere Fragen offen. Wo war die Sicherung der Zäune durch entsprechende Stromzufuhr? Warum gibt es keinen Untergrabschutz? Nach fast vier Jahren offiziell ausgewiesenem Wolfsgebiet müsste doch nun wirklich jeder Tierhalter wissen, das dieses zwei der Hauptkritieren für wolfsabweisende Zäune sind. Traurig, dass auf Grund von menschlichem Fehlverhalten wieder Tiere sterben mussten.

Hier unsere Fotos:

Hinter den Eseln Schafe und Ziegen abgetrennt.
Im Vordergrund Doppelstabmattenzaun mit 1,20 Meter. In voller Größe im Artikel von Schermbeck Online zu sehen. Im Hintergrund ist das Netz zu sehen, auf dem wohl keine Spannung war.
Dieser Doppelstabmattenzaun kann nur 1,20 Meter hoch sein, da die Abstände der Querstreben genormt sind und 20 Zentimeter betragen.
Ob hier hinter dem Gebüsch überhaupt noch eine Umzäunung ist, ist nicht erkennbar.
Kein Streichelzoo.
Im Hintergrund sind Hühner und Gänse zu sehen. Deren Umzäunung kann ein Stabmattenzaun von 1,80 Meter sein. Doch warum sollten Hund oder Wolf erst duch das Gegege der Hühner?
Sollte dieser Erdhaufen als Sprungschanze dienen? Man weiß es nicht. 😉

 

Quelle:

Screenshot vom Artikel. Wir haben übrigens einen zweiten Screenshot archiviert, auf dem das Datum des Shots zu erkennen ist, falls der Artikel nachträglich geändert werden sollte.

 

 

https://schermbeck-online.de/wolf-toetet-zwei-schafe-in-oestrich/?fbclid=IwAR31l9sxWAeO7d7szYhSE3mDEt80q3nALur3ewVCXvHCfr3AeVvM4vONc6Q

Weitere Hetz-Artikel:

https://www.bild.de/bild-plus/regional/ruhrgebiet/ruhrgebiet-aktuell/nur-die-esel-verschonte-das-raubtier-wolf-massaker-im-streichelzoo-80715852.bild.html?fbclid=IwAR2g-lVPWYUdRUV38Fmy99g7gJn1w9nppE31XUv6DwWqg8vZu-sKsXSs_6o

Niedersachsen – Populationsstudie Wolf bedeutet nichts anderes als Beginn erneuter Ausrottung

Gestern stellte der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies gemeinsam mit dem Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft (IWJ) der Universität für Bodenkultur Wien eine neue Populationsstudie zum Wolf in Niedersachsen vor. Wolfsschutz-Deutschland e. V. ist der Meinung, dass illegale Abschüsse damit legalisiert werden sollen. Eine erneute Ausrottung könnte die Folge sein. Wir protestieren auf das Schärfste und fordern Umweltminister Lies (SPD) auf, sich endlich um Herdenschutzmaßenahmen zu kümmern.

Vor einem Jahr hatte das Land Niedersachsen die Studie in Auftrag gegeben, scheinbar um sich den „günstigen Erhaltungszustand des Wolfs“ endlich bestätigen zu lassen. So geht  Umweltminister Lies (SPD)  davon aus, dass sich der Wolf unter den gegenwärtigen Bedingungen bis 2030 in Niedersachsen und in Deutschland in allen potenziellen Lebensräumen niedergelassen haben wird. Die Studie zeige seiner Meinung nach aber auch, dass der Abschuss einzelner Wölfedas Wachstum der Gesamtpopulation nur verlangsame, aber nicht bedrohe.

Hier liegt genau der Knackpunkt und hier zeigt sich wieder einmal mehr, dass der Umweltminister der Agrar- und Jagdlobby mehr gewogen zu sein scheint, als seiner Aufgabe als Umweltminister. Hierzu passt auch, dass der Wolf in Niedersachsen ins Jagdrecht aufgenommen worden ist. Die Jäger scheinen darauf zu pochen, dass Wölfe nun auch endlich in den Katalog des „jagdbaren Wildes“ aufgenommen werden könnten. Wie gelegen kommt hier eine Studie, die aufzeigt, dass Regulierung gar nicht so schlimm sein soll?

Beispielbild Wolf.

Macher der Studie aus dem Jagdumfeld

Die Macher der Studie sind keinesfalls neutral zu nennen. „Das Institut beschäftigt sich in Forschung und Lehre mit der Ökologie und dem Management von Wildtieren und deren Lebensräumen. Dazu gehören vor allen Dingen jene Säugetiere und Vögel, die im Fokus verschiedener Interessensgruppen stehen (Jagd, Fischerei, Naturschutz, Tourismus, Land-, Forst- und Wasserwirtschaft, Raumplanung etc.).“, ist auf der Webseite zu lesen. Gleichzeitig ist dessen Leiter Klaus Hackländer auch Leiter der Jägerstifitung „Deutsche Wildtierstiftung“.  Könnten solche Ergebnisse auch und gerade deswegen zustande kommen? Unklar. Fakt ist aber, dass als Grundlage für alle Berechnungen von einem so genannten exponentiellen (unbegrentes, freies) Wachstum ausgegangen wurde. Dies entspricht aber nicht der Realität, denn die Wolfspopulation wächst deutlich geringer. Alleine vier von 23 möglichen Szenarien ergaben ein erneutes Aussterben des Wolfes bis 2030.

Nutztierrisse gehen trotz mehr Wölfen zurück

Dass Herdenschutz wirkt, ist durch Statistiken belegbar, denn in Niedersachsen gingen die Zahlen von Nutztierrissen in den vergangenen drei Jahren deutlich zurück. Warum also will Lies Wölfe schießen lassen? Seiner Aussage nach, damit die Population langsamer wächst. Warum sollte sie langsamer wachsen, wenn doch die Risszahlen zurück gehen Hier stellt sich erneut die Frage, ob die Jägerschaft einfach keine Lust mehr hat, für Trophäen ins Ausland zu reisen?

Desweiteren zeigt die Rissliste Niedersachsen auf, dass Risse vor allem dort aufreten, wo nicht geschützt wird. Ein Abschuss von Wölfen verringert die Angriffe auf Nutztiere nicht, wie auch das Beispiel Frankreich zeigt, wo jährlich Wölfin sinnlos abgeschlachtet werden.

Und da die Wiederbesiedlung des Wolfes in seine natürlichen Lebensräume noch nicht abgeschlossen ist, bewerten EU und Bundesregierung den Erhaltungszustand weiter als ungünstig. Wir fordern Herrn Lies auf, sich endlich mit den Realitäten zu befassen und uns würde auch interessieren, wie viel diese Studie die Steuerzahlenden gekostet hat.

 

Hier die Pressemitteilung dazu: https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/pi-92-populationsstudie-wolf-213564.html?fs=e&s=cl&fbclid=IwAR2cHWAj_dYpUd2uD_1FMDEKp48_SGSU_NRLAVHVnWwubB9qBe5TkJT4oiI

Hier die Studie: 220713_Studie_Final (1)

https://www.senckenberg.de/de/institute/senckenberg-gesellschaft-fuer-naturforschung-frankfurt-main/abt-fliessgewaesseroekologie-und-naturschutzforschung/das-cewolf-konsortium/#content-0003_2

https://boku.ac.at/dib/iwj/institutsprofil

https://www.deutschewildtierstiftung.de/aktuelles/prof-dr-klaus-hacklaender-wird-mit-wirkung-zum-1-januar-2021-zum-vorstand-der-deutschen-wildtier-stiftung-ernannt

Bayern – Wolfsnachwuchs auch im Veldensteiner Forst

Fotoaufnahme einer Wölfin im Veldensteiner Forst

Reproduktionsnachweis im dortigen Wolfsterritorium
Beispielbild Wölfin mit Gesäuge.

Bei der Auswertung einer Fotofalle im Veldensteiner Forst wurden zwei Wölfe dokumentiert. Eines der abgebildeten Tiere ist eine Wölfin mit erkennbarem Gesäuge. Damit handelt es sich um einen erneuten Reproduktionsnachweis für das Wolfsterritorium im Veldensteiner Forst. Die Aufnahme stammt vom 23.06.2022.

Chronik des Rudels: https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/territorien/karte-der-territorien

 

Hier die PM: http://www.lfu.bayern.de/pressemitteilungen/c/1693438/34-22-fotoaufnahme-einer-woelfin-im-veldensteiner-forst?fbclid=IwAR0y3kKx0y20YT1oVu-R_tMmwwt1iiLZw61nbwiPYdUhQlzeCmQTtXS7mGo

Niedersachsen: erneut kaum Beteiligung bei Wolfshasserdemo in Hannover

Die Diskrepanz zwischen Realität und medialer Wahrnehmung bzw. der Einschätzung von Relevanz, zeigte sich wieder einmal deutlich bei einer Demonstration am 29. Juni  von Weidetierhaltenden in Hannover. Lediglich ein kleines Grüppchen präsentierte wieder einmal die gleichen Parolen. Da prangte auf einem Banner: „Wölfe fressen kein Gras“. Menschen übrigens auch nicht.

Da ist selbst dieser Tierparkwolf nicht amüsiert.

Der Aufzug, der von Wendelin Schmücker, dem Vorsitzenden des Fördervereins der deutschen Schafhaltung, organisiert wurde, schleppte diverse Weidetiere vom Bahnhof bis zum Landtag bei Temperaturen von über 30 Grad hinter sich her. Man wolle die Bevölkerung üer das Problem mit Wölfen aufklären hieß es. Allerdings ließ das Interesse der Bevölkerung wohl zu wünschen übrig. Denn zu den zirka 40 Demonstrierenden gesellten sich kaum Zuschauer. Lediglich der SPD-Politiker Olaf Lies nahm am Ende der Veranstaltung einen Forderungskatalog in Empfang. Klaus Oelmann, ein Hobbyschäfer aus Giesen wollte die Menschen nun endlich darüber aufklären, dass Wölfe in der hoch verdichteten Welt, die wir uns aufgebaut hätten, nicht zu suchen hätten. Dumm nur, dass ihm außer der Reporterin von Land und Forst kaum jemand zuhören wollte. In keiner anderen Branche in Deutschland ist es üblich, dass Menschen derart dreiste Forderungen an Steuerzahlende stellen, ihr Hobby nicht nur voll finanziert zu bekommen, sondern die Mehrheit soll wegen eines Hobbys von Einzelnen auch anscheinend noch auf mehr Wildnis und mehr Naturschutz verzichten. In vielen Bundesländern werden sogar Hobbyhaltern inzwischen Zäune voll erstattet, aber man hat wohl überhaupt keine Lust, sich mit einer neuen Situation zu arrangen. Eine Situation, die übrigens gar nicht so neu ist. Schließlich ist es über 20 Jahre her, dass Wölfe in ihre ursprünglichen Gebiete zurück gekehrt sind. Genug Zeit also, um sich auf ein Zusammenleben einzustellen.

Der Schutz der Wölfe wurde europaweit ratifiziert https://link.springer.com/article/10.1007/s10357-022-4001-0?fbclid=IwAR3pk5uX0mKpYhGInSNBEOq6cnvIYQ4iKTrOu_vg_dd616IytHCfgcaMsj4  doch ein kleines Grüppchen iognoriert seit Jahren die Gesetzeslage. Wie konnte es sowei kommen?

Schäfer fressen auch kein Gras

Die Mehrheit der Bevölkerung heisst nämlich nach wie vor die Wölfe in Deutschland willkommen, selbst wenn Konflikte die Folge sind.  Dass Herdenschutz wirkt, zeigen Statistiken. Andere Teilnehmende forderten mehr Tierschutz für die Weidetiere, was wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. wirklich unterstützen, denn es kommen viel mehr Tiere durch Krankheiten und Vernachlässigung schon vor dem Schlachten ums Leben, als Wölfe jemals reißen könnten. Außerdem interessiert es uns, wie der Tierschutz in Bezug auf das Schlachten zu verstehen sein soll. Hier sind also die Tierhaltenden selbst in der Pflicht den Tierschutz zu verbessern. Nein, Wölfe fressen kein Gras. Schäfer übrigens auch nicht. Und für das Ende des Lebens der allermeisten Schafe sind nicht die Wölfe, sondern die Schäfer selbst verantwortlich.

Wolfshass als Kult?

Auch Halter B. aus Schwanewede beklagte sich  auf der Demo über Risse.  Allerdings waren seine Tiere ohne Schutz: https://www.facebook.com/WolfsschutzDeutschland/photos/a.1083885521710210/5015092298589493/

Die NOZ hatte kurz vorher allen Ernstes die ungesicherte Weide als „Hochsicherheitsgehege“ betitelt und Umweltminister Lies bereits den nächsten Abschuss in Aussicht gestellt. Arbeitet man jetzt dort eben genau auf den nächten Abschussbefehl hin?  Ein Film auf Youtube zeigt wie ein Wolf nachts von einem Auto gehetzt wird. Hier dürfte es sich um einen Straftatbestand handeln. Das Video soll in Schwanewede entstanden sein.  https://www.youtube.com/watch?v=10pdb5fI97I

Die Rissliste des NLWKN belegt, dass die Risse im Mai und Juni 2022 durch fehlenden Mindestschutz passierten. Dabei ist dieses Gebiet seit mehreren Jahren Wolfsgebiet.  Solche Menschen, die einfach nicht schützen wollen, werfen ein schlechtes Licht auf alle Weidetierhaltenden. Tatsächlich ist es nämlich so, dass der Anteil an toten Weidetieren in den vergangenen Jahren, trotz mehr Wölfen. kontinuierlich herunter gegangen ist.  https://www.wolfsmonitoring.com/nutztierrisse
Reiterinnen fabulieren über Risse, die gar nicht stattgefunden hatten. Eine völlig irrationale Angst scheint sich breitgemacht zu haben. Während Taten von Rippern weitestgehend verdrängt werden, macht man sich mit teilweise gefakten gruseligen Bildern und Fake-News in sozialen Netzwerken gegenseitig Angst vor Wölfen. Und dies ohne jegliche realistische Grundlage. Mit verantwortlich für diese Hysterie sind auf jeden Fall auch Medien, die reißerisch berichen.

Quellen: https://www.landundforst.de/landwirtschaft/tier/woelfe-reissen-weidetiere-tierhalter-demonstrieren-hannover-567608?fbclid=IwAR1zEAbwTlYmkZTg9oMD_1LuO92ciAyEI9Ol7xoqY1ckf7Ur7Fsz-BSqEdM

https://www.noz.de/deutschland-welt/niedersachsen/artikel/schwanewede-olaf-lies-erklaert-die-wolfspolitik-und-scheitert-42356464

https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/01/14/angriffe-auf-pferde-280-irren-rippertaten-stehen-nur-16-wolfsangriffe-gegenueber-abschussforderungen-von-pferdehaltern-unverhaeltnismaessig/