NRW – Wolfsgebiet Schermbeck: Normale Wölfe unter crazy Menschen?

Es klingt unglaublich. Je verrückter die Lobby agiert, desto wohler fühlen sich Wölfe? Ja, es scheint fast so zu sein, südlich und nördlich des Raumes Schermbeck. Hassattacken von Bauern und Jägern, eine wild gewordene Bürgerwehr sowie eine schwer tendenziöse auf Panik programmierte Berichterstattung in den Medien scheinen die Wölfe nicht wirklich zu verunsichern und zu vertreiben, denn in Glorias Nachbarschaft haben sich vielleicht sogar zwei weitere Wölfe dauerhaft niedergelassen. Grund genug, uns einmal wieder persönlich in der Region umzusehen. Herausgekommen sind neben schönen Bildern und Ausflugstipps auch wieder Zaunfrevel und es gab auch wieder einen Angriff auf uns. Auch wie Sie bei uns mitmachen können, wird erklärt. Hier unser Bericht.

Nachdem es lange ruhig war um die Wölfe nördlich des Ruhrgebietes in NRW, kommt es jetzt im Herbst, wie übrigens jedes Jahr, wieder zu mehr Sichtungen und auch wieder zu mehr Rissen. Vor dem Winter sind die Wolfswelpen schon fast so groß wie ihre Eltern und sie brauchen deshalb jetzt auch mehr Fleisch. Oft müssen die Welpen aus dem Vorjahr, bevor sie abwandern und sich ein eigenes Revier suchen, auch noch mitversorgt werden. Der Bedarf an Fleisch ist in dieser Jahreszeit also besonders hoch. Ungeschützte Weidetiere sind gerade jetzt deshalb in größerer Gefahr als sonst. Eigentlich sollten dies die Weidetierhalterinnen und Weidetierhalter längst wissen, doch sie reagieren einfach nicht. Warum, wissen wohl nur sie selbst. Aber ein solches Verhalten kann kaum noch anders interpretiert werden, als dass Risse in Kauf genommen werden, um danach den Abschuss der Wölfe zu fordern. Unter den Quellen haben wir eine Statistik aus dem Sächsischen Rosenthaler Rudel verlinkt, die die Aussagen untermauert.

In unserem Bericht zeigen wir auch wieder mystisch anmutende Fotos aus dem Dämmerwald und aus dem Bereich Hünxe. Viele Wandertouren führen mitten durch die Wolfsgebiete. Man wird kaum ein Tier zu Gesicht bekommen, dennoch ist ein Ausflug lohnenswert. Auch die Hotellerie würde sich vielleicht überlegen, ob Wolfsfreundinnen und Wolfsfreunde nicht besser die Kassen füllen, als der Druck von wolfshassenden Jägern und Bauern.

 

Damwild im Mondlicht. Im Revier des Schermbecker Rudels und seiner neuen Nachbarn gibt es genug Wild. © Brigitte Sommer

 

 

Der Wald bei Hünxe. Mystisch gerade auch im Dauerregen. Oft heisst es von Seiten der Bauern, dieses Gebiet sei für Wölfe nicht geeignet. Unsere Bilder zeigen das Gegenteil.

 

Brigitte Sommer und Ulrike de Heuvel, 1. und 2. Vorsitzende Wolfsschutz-Deutschland. e. V. unterwegs bei Hünxe und im Dämmerwald.

 

 

Seit 2018 ist bekannt, dass dort Wölfe leben. Auch sehr betagte Ponys und nicht fitte Pferde sind dort ins Beuteschema gefallen. Inzwischen werden auch Zäune für Pferde bezahlt. Warum also sind immer noch Einzeltiere, die nicht fit aussehen, so untergebracht?

 

Wer bringt es übers Herz, solche Mitlebewesen, wie hier Herrn Damhirsch, zu sehen mit zwei seiner Damen,  hinterhältig abzuschießen? Fotoaufnahmen sind doch die viel schöneren Throphäen. Neben Damwild leben im Gebiet auch große Herden von Rothirschen und viele Wildschweine.

Märchenhafte Pfade durch den Dämmerwald, der hier zu Recht diesen Namen trägt.

Die Wölfe sind äußerst scheu und vorsichtig. Fotografieren lassen sie sich nur von den Wildkameras.

 

Auf den Wanderwegen stehen Infotafeln.

 

Hirschgehege am Rand des Dämmerwaldes. Dieses Damwild wird gehalten, um es zu schlachten. Aber wehe, der Wolf holt sich mal ein Tier. Am Wanderweg sieht der Zaun top aus, doch ein Blick in den hinteren Bereich macht auch hier Mängel deutlich. Das Bild wurde mit Tele aufgenommen. Wir haben die Weide nicht betreten.

 

Gut gelaunt, trotz Dauerregen. Ulrike de Heuvel, 2. Vorsitzende und Teamleitung NRW und Lara.

 

Wir ergänzen: Erst wenn auch die Hobbyjagd aufhört, bekommt die Vielfalt eine Chance.

 

Mystische Baumdurchsichten im Dämmerwald. Die Region ist ein Ausflugsziel für die ganze Familie.

 

 

Reiher im Dauerregen. Da hat sich bestimmt keine Maus blicken lassen.

 

Spuren des Kindergartenwaldtages.

 

Schönes Ausflugsziel mit tollen Wanderwegen und Erklärungstafeln. Der Dämmerwald bei Schermbeck. Weitere Informationen gibt es hier: https://naturpark-hohe-mark.de/ziel/neue-wildnis-daemmerwald/

 

Und immer wieder Problemzäune, Problemjäger und Problembauern, und Problemgemauschele

 

Hier Schafe von Schäfer O. auf einer Weide bei Dinslaken. Er scheint gelernt zu haben, denn sein Zaun war dieses Mal in Ordnung und es lag auch genug Spannung darauf. Dieser Schäfer stellte bereits mehrere Abschussanträge und versuchte den Abschuss von Wölfin Gloria auch bei Gericht durchzusetzen. Er scheiterte natürlich. Dennoch erhält er noch immer Hilfe beim Aufbau von seinen Zäuen von Menschen, die sich als Wolfsfreunde bezeichnen, obwohl er selber Zäune verkauft und als Spezialist auftritt. Hier liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei solchen Einsätzen eher um WeidetierhalterInnen handelt, die sich gegenseitig Vorteile zuschustern wollen. https://www.instagram.com/zwirnerpatura/

Hier in diesem Video über die „selbstlose Hilfe“ ist auch das Fahrzeug von Schäfer O. zu sehen. Das gleiche Fahrzeug, das unser Auto im Sommer eingekeilt hatte. https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=3Xk0JXNXSQA&fbclid=IwAR0LGpV3udG0Gwpxik58Jry3PIdCsHfs1LdQ6Z2M7n2QHhp214_M55t63gE

Erneuter Angriff auf uns

Kurz nachdem dieses Foto entstand, ist unser Fahrzeug erneut verfolgt worden. Da wir vollkommen nassgeregnet waren, mussten wir uns im Auto umziehen. Dabei keilte uns erneut ein Auto ein. Der Fahrer stieg aus und beschimpfte uns. Vom Duktus und Kleidungsstil könnte der Mann ein Jäger gewesen sein. Er fuhr einen Ford mit Fließheck, graumetallic, DU-Kennzeichen. Unsere Reaktion darauf: Wir lassen uns auch durch solche Angriffe nicht vertreiben und werden auch weiterhin mit voll beschriftetem Fahrzeug in das Gebiet kommen.

 

Dämmerwald: Nur Milchkühe werden in der Regel abends in den Stall geholt, da sie gemolken werden müssen. Rinder bleiben oft draußen. Ist so ein Tier krank, kann es selbstvertändlich auch gerissen werden. Warum solche Zäune noch immer Normalität sind, ist kaum erklärbar. Zumal es sogar mehr Hunde- als Wolfsrisse gibt.

 

Im Herbst, wenn die Felder abgemäht sind, werden auch darüber laufende Wölfe leichter gesehen. Oft wird dies mit mangelnder Scheu erklärt. Dabei ist einfach nur ein Teil der Deckung nicht mehr vorhanden. Die Jungtiere werden jetzt mobiler und sie haben auch noch nicht die Erfahrung, sich zu verstecken.

 

 

Dieses einzelne Pferd in der Nähe des Dämmerwaldes ist nicht geschützt. Die untere Litze ist so hoch angebracht, dass, selbst wenn Spannung darauf sein sollte, alles unter der Litze durch gelangen kann.

In der Nähe von Gahlen. Bei diesen Ponys ist die untere Litze viel zu hoch angebracht.

 

Riss bei Voerde?

 

 

Riss bei Voerde. Die Tiere waren nicht mehr auf der Weide, als wir die Bilder machten. Dass ein Schaf weg war, merkte der Halter erst Tage später. Wildkameraaufnahmen, die in einem Artikel in der RP-Online gebracht wurden, zeigten lediglich einen Wolf vor dem Zaun, nicht aber, wie behauptet mit Schaf im Maul über den Zaun springend. Quelle:

Weiterer Schafsriss in Voerde_ Weidezaun wohl überwunden – nrz.de  

 

In direkter Nachbarschaft zur Schafsweide befindet sich auch eine Pferdekoppel. Die untere Litze ist hier viel zu hoch angebracht. Ein Einzelpferd kann, wenn es nicht fit ist, ins Beuteschema fallen.

 

Schermbecker Rudel im Gebiet Oberlohberg. Dies befindet sich in der Nähe des Rissgeschehens bei Kirchhellen.
Eine Litze, Stacheldraht teilweise bis zu 50 Zentimeter von unterstem Stacheldraht bis Boden. An einigen Stellen ist hier verbessert worden, aber eben nicht überall. Genug Möglichkeiten, falls da ein Hund, Raubtier hinein möchte. Auf den unter dem Film geposteten Fotos ist die Situation im Detail zu sehen.
Die Heuraufe stand bis dato immer in der Mitte der Weide. Warum wurde sie nun näher an den ungenügenden Zaun gerückt?

Wir suchen Wolfsfreundinnen und Wolfsfreunde, die aktiv werden wollen

Brigitte und Lara Sommer im Wald bei Hünxe. Wassergekühlt von oben und von unten.

Wir waren wieder unterwegs, um zu dokumentieren, was nicht in den Massenmedien gebracht wird.

Lust uns zu helfen? Wir freuen uns sowohl über Informanten und Informantinnen, als auch über neue aktive Mitglieder aus dem Raum des Schermbecker Rudels und dem Gebiet der beiden zugegzogenen Wölfe und aus dem Raum Haltern. Einfach Email an Volker.Vogel@wolfsschutz-deutschland.de

Wir stehen zu 100 Prozent auf der Seite der Wölfe. Dies schließt nicht aus, dass auch wir beim Zaunbau helfen, jedoch lassen wir uns vertraglich absichern, dass nach der Hilfe keine Abschussanträge gestellt oder medial gegen Wölfe gehetzt wird. Unser Schwerpunkt liegt im Schutz und in der Dokumentation. Alle dazu erforderlichen Gerätschaften bekommen Mitglieder gestellt.

Wir sichern Anonymität zu, deshalb müssen weder Informanten und Informantinnen mit Angriffen und Beleidigungen rechnen, noch neue Vereinsmitglieder, die ja nicht wie der Vorstand von Wolfsschutz-Deutschland e. V., im voll beschrifteten Auto herumfahren.

Der Dauerregen ist eine Wohltat für die Baumwurzeln.

Wir sind nicht die Feinde der Weidetierhalterinnen und Weidetierhalter

Ganz im Gegenteil, denn wir fordern bereits seit Jahren, dass ganz Deutschland zum Wolfsgebiet erklärt wird, und überall Zaunmaterial und auch Herdenschutzhunde gefördert, aber auch von den HalterInnen ein Schutz ihrer Tiere gefordert wird. Wo nicht erst, wie bisher, bürokratisch Wolfsgebiete ausgewiesen werden müssen, könnte so auch sofort geschützt und entschädigt werden. Gerade die Schäden von durchwandernden Jungtieren könnten so abgeglichen werden und den Wölfen von vorne herein der Appetit auf Weidetiere erschwert werden. Und auch gegen Hunderisse wären die Tiere besser geschützt.

Wir brauchen Unterstützung

Bitte unterstützen Sie uns mit Spenden, damit wir weiterhin solche Faktenchecks machen können:

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Auch Paypal ist möglich: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

 

 

Quellen:

Und wie ein seriöser Artikel mit Informationen aussieht, mit denen sich Leserinnen und Leser ihre Meinung bilden können, ist hier zu lesen. Wie immer, waren auch dieses Mal die Schafe bei Kirchhellen nicht geschützt. Es gibt also auch keine Entschädigung.

https://bottroper-zeitung.de/wolf-toetet-erneut-ein-schaf-in-kirchhellen/?fbclid=IwAR0K7-avj2KaJPOPHnztuDQt_p-xxuo4pFuN7xG61F0cHmVAFaWdD9vY8GE

Ein Pakt des Grauens: das Gahlener Märchenforum und die passende tendenziöse Rechtsrheinische Provinzposse dazu. Man hat wohl mitnichten den Wolf mit Schaf im Maul auf den Kamerabildern. Ein weiterer Halter möchte angeblich nicht namentlich genannt werden, weil er Anfeindungen von Wolfsbefürwortern fürchtet? Das ist lächerlich, schließlich sind es die Bauern, Schäfer und Jäger, die in der Vergangenheit und erst vor kurzen wieder, handgreiflich geworden sind. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/06/26/nrw-schermbecker-rudel-bedrohtes-paradies/ Es genügt auch bereits, die Kommentare auf den entsprechenden Seiten durchzulesen, um festzustellen, dass Aggressionen auf der anderen Seite überhand nehmen. Vielmehr möchten solche Leute wohl nicht, dass ihre Zäune näher angeschaut werden. https://rp-online.de/info/consent/legacy.html

Neues Rudel in der Nachbarschaft von Gloria und Co.

https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/08/30/nrw-neue-nachbarn-bei-gloria-von-wesel-und-eine-klatsche-fuer-wolfshasser/

Hier die Liste der Nutztierschäden. Auffällig sind erneut massenweise Falschmeldungen. Außerdem waren fast die Hälfte der tatsächlichen Risse durch Haushunde verursacht: https://wolf.nrw/wolf/de/management/nutztierrisse

Gewohnt tendenziöse Zeitungsberichte über aktuelle Risse:

Weiterer Schafsriss in Voerde_ Weidezaun wohl überwunden – nrz.de

Neuer Wolfsriss in Voerde__ Hat Wolf Schaf von Weide geholt_

Wölfe verschleppen gerissenes Zwergschaf in Voerde – Radio K.W_

Hier die Rissstatistik des Rosenthaler Rudels: https://wolfsschutz-deutschland.de/2017/11/22/liegt-es-am-mangelnden-willen-der-hobbytierhalter-wir-haben-uns-die-rissstatistik-des-rosenthaler-rudels-mal-genauer-angesehen/

 

 

Niedersachsen – Umweltminister Lies (SPD) unterschreibt 15. Todesurteil für Wölfe

Abschussgenehmigung wegen Rinderrissen. Jetzt soll es auch ein Tier in der Nähe von Wittmund treffen. Hobbyjäger hätten bereits grünes Licht bekommen. Wolfsschutz-Deutschland e. V. zeigt sich entsetzt über diese populistische Propaganda in Niedersachsen.

Dies ist nun die 15. Wolfsfamilie, über die Leid und Schmerz gebracht werden soll. Denn das Drama endet nicht mit einem toten Wolf. Zerschossene Rudel kämpfen selbst ums Überleben. Etwaige Welpen sind in diesem Alter noch nicht fähig selber zu jagen. In einem Artikel wirt zitiert, dass die restlichen Rudelmitgieder aus dem Abschuss „lernen“ sollten. Wie bitte? Sind wir nun wieder im Zeitalter der Vendetta angekommen? Es gibt keinen einzigen wissenschaftlichen Beleg darüber, dass Wölfe weniger Nutztiere reißen, wenn ihre Familien zerschossen werden. Ganz im Gegenteil. Unerfahrende Jungtiere werden mehr statt weniger reissen.

Diese sinnlosen Tötungen von Mitlebewesen helfen somit auch keinem einzigen Halter dort. Schaut man sich die geografische Lage an, wird erkennbar, dass Herdenschutz dort noch immer ein Fremdwort zu sein scheint. Darüber hinaus bleiben Kühe oft in den die Weiden abtrennenden Entwässerungsgräben stecken und können dadurch leicht zur Beute werden.

Wir werfen den betroffenen Kuhbauern vor, sich nicht ausreichend um ihre Tiere zu kümmern. Es ist eben keine artgerechte Haltung, Tiere dort im Sommer auf den Weiden ihrem Schicksal zu überlassen. Es ist auch keine artgerechte Haltung, die Tiere nur hinter Stacheldraht oder einer Litze unterzubringen. Und nein, die gemeine schwarzbunte Milchkuh ist nicht in der Lage, sich selber zu verteidigen, nur weil sie im Herdenverband steht.

Wann endlich, wird das Thema Herdenschutz ernsthaft angegangen? Oder ist dies etwa erst gar nicht angedacht? Bald sind Landtagswahlen und dann wird sich zeigen, ob die Bevölkerung diesen Stellvertreterkrieg gegen wehrlose Lebewesen weiter möchte. Wolfsschutz-Deutschland e. V. wird erneut Anzeige gegen Minister und ausführende Personen stellen, sollten hier Wölfe zu Tode kommen. Wer dort die Jagdpacht inne hat, ist nicht sehr schwer herauszufinden. Auf Anonymität sollten die Jäger also immer weniger vertrauen.

Quellen: http://www.radio-jade.de/alle-beitraege/normalbeitraege/politik/2022/09/umweltminister-lies-zur-wolf-thematik-in-niedersachsen/?fbclid=IwAR1NGj0DSdfUbB5IBBueSacMpxweqVv2jnrRFtKeY-AON95uWYd5ZgHkWz4

http://www.radio-jade.de/nachrichten/2022/09/ausnahmegenehmigung-fuer-wolfsabschuss-in-friesland-und-wittmund/

Schon heute die Zukunft der nächsten Wolfsbeschützer sichern

Heute, am 13. September, ist der Tag des Testaments. Für einen wirklich unabhängigen und gemeinnützigen Verein wie Wolfsschutz-Deutschland e. V., sind Menschen, die den umfassenden Schutz der Wölfe in Deutschland in ihrem Nachlass bedenken, sehr wichtig.

Wir setzten uns für einen hundert prozentigen Schutz der Wölfe ein. Für uns ist jedes Wolfsleben wichtig. Und das hat auch einen Grund. Als wir uns vor vier Jahren gegründet haben, wollten wir einen Ausgleich zu anderen Vereinen und Orgas schaffen, die entweder von staatlicher Unterstützung abhängig sind und deshalb nicht unabhängig sein können und solchen Vereinen, die selbst Krompromisse mit Lobbysten eingehen.

Nachwuchsbetreuerin und aktives Mitglied Lara (21) vor einer Wolfshöhle. Ende Oktober sind die Höhlen verlassen und die Wölfe in ihrem gesamten Gebiet zusammen unterwegs.

2011 wurde der internationale Tag des Testaments ausgelobt, um möglichst viele Menschen auf die Möglichkeiten einer Testamentsspende aufmerksam zu machen. Selbstverständlich stehen EhepartnerInnen und Kinder bei der Nachlassüberlegung oft an erster Stelle. Viele Menschen machen sich aber auch darüber Gedanken, zusätzlich Organisationen und Projekte, die ihnen im Leben Herzensangelegenheit waren, über den Tod hinaus zu unterstützen. So kann deren Zukunft mitgestaltet und nachhaltig unterstützt werden. Andere Menschen haben vielleicht selbst keine Angehörigen mehr, die sie berücksichtigen können.

Ein Erbe zu spenden, ist eine ganz besondere Art der Unterstützung. Vor mehr als zwanzig Jahren kehrten die ersten Wölfe nach Deutschland zurück. Nach anfänglicher Freude ist deren Zukunft ungewiss, haben sich Lobbyverbände, wie die Agrarindustrie und Jägerschaft, regelrecht auf die Beutegreifer eingeschossen. Sie sollen in einem Stellvertreterkrieg herhalten.  Dabei können Wölfe dabei helfen, ganze Landschaften zu renaturieren. Ein russisches Sprichtwort lautet nicht umsonst, „wo der Wolf ist, wächst der Wald.“ Heute sind die Wölfe in Deutschland erneut von der Ausrottung gefährdet. Immer lockerer sitzt die Hand von Politikern und Politkerinnen, Abschussgenehmigungen für einzelene Wölfe zu unterschrieben. Außerdem werden jede Menge Wölfe illegal umgebracht.

Wolfsmutter mit ihrem Welpen. Auch sie haben ein Recht auf ein Leben in Frieden.

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. stellen uns immer wieder vor die Wölfe und gegen eine Lobby, die über ungleich mehr Macht, Einfluss und Geld verfügt. Um hier in Zukuft nicht nur im Gegenwind, sondern auch im Sturm standzuhalten und noch mehr Paroli bieten zu können, müssen auch wir größer werden. Bitte helfen Sie uns dabei.

Weiteregehende anwaltliche Informationen zum Thema Erbe und Stiftungen: https://www.raklinger.de/testament/erbe-spenden-stiften/

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Hessen: Verweigert eine Halterin im Taunus den Schutz ihrer Tiere?

Wir bringen, was Lokalzeitungen und die Massenmedien lieber verschweigen. In unserem neuen Faktencheck beleuchten wir die Hintergründe zu einem Rissvorfall in der Nähe von Kransberg bei Usingen. Ein Schaf soll dabei schwer verletzt gewesen sein, ein anderes komplett ausgeweidet. Die Halterin der Tiere gab in einem Artikel in der FNP zu, dass ihre Tiere ohne Zaun gehalten worden seien. Dennoch scheint sie nicht sich selbst für das tragische Schicksal ihrer Tiere, sondern einen Wolf verantwortlich machen zu wollen. Hier unser Bericht.

Wir fanden eine Weidensituation mit einem Bachlauf vor, der sich sowohl zwischen der Bundesstraße, als auch zwischen dem Gebäude und den naheliegenden Wald schlängelt. So wird es auch klar, warum hier Schafe wohl ohne Zaun auf einer Wiese untergebracht werden konnten. Schafe laufen nicht durch einen Bach, deshalb stellt dies eine natürliche Begrenzung dar. Allerdings ist die Überquerung eines Bachs weder für Hunde, noch für Wölfe ein Problem. Immer wieder wurden auch bereits in der Vergangenheit, Schafe und Ziegen Opfer von Rissen, weil ein Zaun an der Bachseite fehlte.  Die Halterin wird in der FNP folgendermaßen zitiert. Die kleine restliche Gruppe an Schafen zeige sich seit dem Vorfall völlig aufgelöst. „Ich komme gar nicht mehr an sie ran,“ sagt P. Zudem dürften die Tiere bei ihr frei laufen, es gebe keinen Zaun. „Und ein kleiner Zaun, oder diese Netze bringen ja gegen einen Wolf nichts. Mal sehen wie sich das in den nächsten Tagen darstellt.“

So sieht die Weidensituation vor Ort aus. Ein Bachlauf kann ohne Probleme von einem Hund, oder auch Wolf durchschwommen werden. Hier erleichtert das Ganze noch ein Übergang aus Holzbohlen.

Dies sind Aussagen, die wirklich schockieren, sollte die Halterin wirklich richtig zitiert worden sein. Solchen Menschen muss es doch klar sein, dass sie mit ihrem eigenen Verhalten Risse geradezu provozieren, ganz gleich ob nun ein Hund, oder ein Wolf hier die Gelegenheit wahrgenommen hat. Angeblich hätte ein herbei gerufener Förster sofort auf einen Wolfsriss getippt. Kein Wort im gesamten Artikel über das grob fahrlässige Verhalten der Halterin. Schließlich können Schafe, die frei laufen, auch auf die naheliegende Bundesstraße geraten und sie hätten auch dort einen schweren Unfall verursachen können.

Vorsitzende Brigitte Sommer mit Wolfshündin Liv, der Spürnase, die oft etwas findet.

Statt hier bei der Halterin nachzuhaken, beschäftigt sich die FNP weiter damit, wilde Vermutungen über Wolfssichtungen im Taunus anzustellen. Wir haben zusammen rund 25 Kilometer der Wege rund um das Gebiet mit unserer Wolfshündin Liv erwandert. Liv findet sehr gut Spuren und Losungen. Wir haben aber dieses Mal keinerlei Spuren eines Wolfs gefunden und auch keinerlei Losung. Dafür haben wir aber mehrere Hundehalter gesehen und wie schon oben geschrieben, scheint der betroffene Hof selbst auch Hunde zu halten. Sind etwa die eigenen Hunde für die Risse verantwortlich?

Hier unser Fazit:

Keine Wolfslosung, sondern Pferdeäppel sprießen hier, genau wie Hochsitze, wie Pilze aus dem Boden.
Ganz ungeniert am Wegesrand aufgebaut dies hier. Hier war Liv äußerst interessiert. Sehr wahrscheinlich befindet sich dahinter auch noch ein Luderplatz, denn ein Greifvogel und mehrere Raben stritten sich um irgend etwas.

Nach 25 Kilometern Fußmarsch über sehr viele Wege im Gebiet haben wir keinerlei Wolfsspuren und auch keine Losung gefunden. Es ist natürlich nicht unmöglich, dass es ein Wolf gewesen sein könnte, doch wir halten Hunde für wahrscheinlicher.

Hier ist die Situation oberhalb der Weide zu sehen. Am Waldrand führt ein Wander- und Radweg vorbei, den auch selbstverständlich Wölfe gerne benutzen würden. Direkt von diesem Weg führen  Trampelpfade in Richtung Weiden. Der Bachlauf dazwischen stellt nur für Schafe ein Hindernis dar. Wölfe können hier sowohl durchwaten und bei hohem Wasserstand auch schwimmen.

Hier eine Weide in der Nachbarschaft mit Ziegen nur mit Wilddraht und ohne Untergrabschutz. Allerdings veranstalten auch hier Hunde in der Nähe ein lautstarkes Gebell.

Hier der Anfang der Wiesenweiden zwischen Bundesstraße und Wald.

Hier ist einer der Trampelpfade zu sehen, die vom Wanderweg am Waldrand auf die Wiese führen.

Kurios: Ein Wasserreservoir kann mit Untergrabschutz versehen werden, aber Weiden nicht?

Wir sind wirklich nicht die Feinde von Weidetierhalterinnen und Weidetierhaltern. Schließlich fordern wir seit Jahren, doch ganz Deutschland zum Wolfsgebiet zu erklären und überfall zu fördern, aber auch zu fordern. Gerade die Schäden von durchwandernden Tieren könnten hier von vorne herein verhindert, oder aber unbürokratisch ersetzt werden. Voraussetzung dafür wäre natürlich, dass bei Haltern ein Wille vorhanden ist, Weidetiere verantwortungsvoll zu schützen. Leider scheint dieser Fall wieder einmal zu bestätigen, dass lieber Risse provoziert werden, als sich um seine Tiere zu kümmern.

Wir sind 25 Kilometer Wanderwege rund um den Rissort abgelaufen und suchten nach Spuren.

 

Aktuell sind in Hessen folgende Wölfe offiziell als standorttreu bestätigt: Ein Tier im Stölziger Gebirge, ein Rudel bei Rüdesheim mit drei bestätigten Welpen, ein Paar in Ludwigsau sowie ein Paar in Wildflecken. Hier wurde die Fähe auch mit Milchleiste aufgenommen. Ein Rüde aus dem Odenwald und auch eine Wölfin aus dem Vogelsberg sind verschwunden.

Ein Jungtier aus dem Leuscheider Rudel in NRW wurde in der Nähe von Butzbach gesichtet. Darüber hinaus gilt ganz Hessen als Transitgebiet für wandernde Jungtiere. Es macht also tatsächlich überall Sinn, seine Tiere zu schützen. Ein Jungtier war im Frühjahr bei Alsfeld regelrecht von Bauern gehetzt worden. Auch bei Schotten wurde ein Wolf nachgewiesen.

Update: Laut Ergebnis der Laboruntersuchung war es tatsächlich ein Wolf gewesen. Dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Tiere überhaupt keinen Schutz hatten. Auch vor einem Hund wären sie nicht geschützt gewesen. Die Anzahl der gerissenen Tiere wurde laut PM auch von zwei Schafen auf ein Schaf korrigiert. https://www.hlnug.de/presse/pressemitteilung/wolfs-dna-an-drei-nutztierschaeden-im-september-nachgewiesen?fbclid=IwAR3p-3Y0jRuPA3xU8xHAgCuaheLYOAsWwJMqDeh3yDtIAm6gkiKTl1NHeUU

Quelle: https://www.fnp.de/lokales/hochtaunus/der-wolf-ist-wohl-zurueck-im-taunus-kransberg-schaf-attackiert-verletzt-getoetet-91770013.html?fbclid=IwAR1wPC3b287tO11rivTf0gMc6xbCwRnD3CNJBc3EFWzWQrlL0FfOZ36COwM

https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/territorien/karte-der-territorien

 

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Sachsen – Neues Wolfspaar im Erzgebirge

Landesumweltamt bestätigt Wolfsterritorium »Marienberg«

Im Raum Marienberg hat sich erstmals ein Wolfspaar angesiedelt. Das neue Wolfsterritorium wird unter dem Namen »Marienberg« geführt, wie das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) heute in Dresden mitteilte.
Beispielbild Wölfe © Brigitte Sommer

Es handelt sich um ein Wolfspaar. Nachwuchs konnte bei dem Paar aktuell nicht bestätigt werden. Die Wolfsfähe ist eine Tochter des benachbarten Rudels Výsluni, dessen Territorium hauptsächlich in Tschechien liegt und bei Jöhstadt nach Sachsen reicht. Die Herkunft des Wolfsrüden ist unbekannt. Er konnte bisher keiner genetisch bekannten Verpaarung in Deutschland oder angrenzenden Ländern zugeordnet werden.

Hier sind die beiden Tiere auf einem Video der FB-Seite Wolf Westsachsen zu sehen.

Quelle: https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/1054040?fbclid=IwAR2Via7aofp7UMpbn7RXlJMpJYivy8_scS_f15b-lfRw8uieXgt1pFzX950

Schäfer Schmücker darf weiter nur mit einer Seifenblasenpistole auf Wölfe schießen

Ganz noch dem Motto „Alle vier Jahre wieder“ wollte sich Schäfer Wendelin Schmücker damit durchsetzen, selbst mit einer scharfen Waffe auf Wölfe zu schießen. Gestern war Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg. Wie es zu erwarten war, sind Schmückers Abschussfantasien wie eine Seifenblase zerplatzt. Schmücker, der auch auch Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung ist, ist natürlich vor Gericht abgeblitzt. Hoffentlich hat er unsere Seifenblasenpistole noch. Hier unser Bericht.

Die Klage richtete sich gegen die Stadt Winsen (Luhe), die entsprechende Anträge von Schmücker auf Erteilung der Erlaubnisse auf Wölfe zu schießen, abgelehnt hatte. Schmücker behauptete, dass Wölfe in der Vergangenheit trotz Schutzvorkehrungen wiederholt Schafe aus seiner Herde gerissen hätten. Schmücker sah durch die Wolfsübergriffe seine Existenzgrundlage gefährdet und wollte in der Lage sein, seine Schafe mithilfe einer Flinte zu verteidigen.

Schmückers Abschussfantasien sind wohl wie eine Seifenblase zerplatzt.

Schon vor vier Jahren machte Schmücker mit entsprechend populistischen Äußerungen auf sich aufmerksam. Natürlich ohne Erfolg. Als Trost schenkten wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. ihm damals eine Seifenblasenpistole, die er hoffentlich noch hat. Denn damit kann er weiter auf Wölfe schießen, ohne Schaden anzurichten. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2018/09/10/kein-waffenschein-notwendig-wir-schenken-herrn-schmuecker-eine-seifenblasenpistole/

In der Begründung des Gerichts heisst es: „Der Kläger habe das für die Erteilung der beantragten Erlaubnisse erforderliche waffenrechtliche Bedürfnis nicht nachgewiesen (§ 8 Nr. 1 Nds. Waffengesetz). Er gehöre weder zu den privilegierten Nutzergruppen wie Jäger, Sportschützen usw., denen das Gesetz dieses Bedürfnis ausdrücklich zubillige, noch bestehe bei ihm ein besonders anzuerkennendes persönliches oder wirtschaftliches Interesse. Dem Kläger sei zwar in tatsächlicher Hinsicht zuzugeben, dass er durch die Wolfsübergriffe in der Vergangenheit persönlich und wirtschaftlich betroffen sei. Ein Interesse des Klägers, Wölfe zum Schutz der Herde mit einer Schusswaffe zu töten oder zu verletzen, sei im Rahmen der Prüfung der waffenrechtlichen Erlaubnis nach der derzeitigen Rechtslage aber nicht anzuerkennen. Der Wolf stehe sowohl europarechtlich als auch national nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) unter strengem Schutz. Nach dem Niedersächsischen Jagdgesetz (NJagdG) unterliege er zudem einer ganzjährigen Schonzeit, so dass ihm auch von Jägern grundsätzlich nicht nachgestellt werden dürfe. Angesichts dieser bewussten gesetzgeberischen Entscheidungen sei das Interesse eines Weidetierhalters, zum Schutz seiner Tiere einen Wolf verletzen oder töten zu dürfen, nicht anzuerkennen. Insoweit sei auch zu berücksichtigen, dass sich das Land nach der „Richtlinie Wolf“ (Nds. MBl. 2021, S. 1823) verpflichtet habe, den Wolf zu schützen und anteilige finanzielle Ausgleichsleistungen bei Nutztierrissen leiste sowie Präventionsmaßnahmen finanziell unterstütze.“

 

 

Quelle: https://verwaltungsgericht-lueneburg.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/schafer-darf-seine-schafe-nicht-mit-der-flinte-gegen-den-wolf-schutzen-215088.html?fbclid=IwAR0h97yqN-Xf4Glyge2gHG9DaeJyKEynIitBsL29iOpXwsRx2en5v3NfQvY

Baden-Württemberg: Viel Geschrei um wenig Wölfe

Nachdem seit dem Jahr 2015 auch in Baden-Württemberg einzelne Wölfe nachgewiesen wurden, haben sich inzwischen drei Wölfe im Schwarzwald, nämlich in der Region Enztal (GW852m), Feldberg (GW2103m) und Schluchsee (GW1129m) niedergelassen. Ein vierter Wolf in der Region Odenwald (GW1832m) ist verschwunden. Es leben also im gesamten Bundesland gerade einmal drei Wolfsrüden, dennoch ist das Geschrei der Weidetierhalterinnen und -halter groß. Nun hat sich bestätigt, dass der Schluchseewolf wohl vier Rinder bzw. Kälber gerissen hat. Hier unser Bericht.

Die Landesregierung suche wegen der Rückkehr der Wölfe gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Jagd, Landwirtschaft, Naturschutz, Verwaltung und Wissenschaft nach pragmatischen Lösungen für die Herausforderungen, die die Rückkehr des Wolfes mit sich bringen. Innerhalb eines „Fördergebietes Wolfprävention“ fördere das Land die Anschaffung und den Unterhalt von Weidezäunen und Herdenschutzhunden, heisst es auf der Seite des Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg.

Beispielfoto Wolf.

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. plädieren seit Jahren dafür, doch ganz Deutschland zum Wolfsgebiet zu erklären und überall zu fördern aber auch zu fordern. Damit gäbe es keinen bürokratischen Aufwand, erst Wolfsgebiete zu benennen und auch die Schäden von wandernden Jungwölfen könnten gleich bezahlt werden.

Die Forstliche Versuchs und Forschungsanstalt (FVS) bestätigte nun in allen vier Fällen, in denen Rinder auf der Gemeindeebene von Bernau im Landkreis Waldshut tot oder verletzt aufgefunden wurden, den Wolf als Verursacher.

Die Proben, die am 26. August 2022 an einem verletzten Kalb und am 28. August 2022 an einem toten Kalb genommen wurden, hätten ergeben, dass der resi­dente Wolfsrüde GW1129m für die Angriffe verantwortlich wäre. Beide Kälber seien zehn Monate alt gewesen.

„Am 11. und am 16. August waren ein Kalb (10 Monate) und drei sechs Monate alte Kälber tot aufgefunden worden. Die Ergebnisse würden ebenfalls einen Wolf bestätigen. Eine genaue Zuordnung sei allerdings nicht bekannt. Es wäre aber davon auszugehen, dass auch diese Ereignisse mit dem Wolf GW1129m zusammenhängen,“ lautet eine Pressemitteilung.

Die Wolfsrisse fanden im Fördergebiet Wolfsprävention Schwarzwald statt, in dem sich der männliche Wolf mit der Bezeichnung GW1129m seit Juni 2020 nie­dergelassen hat. In dem Fördergebiet unterstützt das Land Nutztierhalterinnen und -halter bei der Finanzierung von Herdenschutzmaßnahmen.

Leider ist in der Pressemitteilung nicht die Information enthalten, ob der Halter oder die Halterin denn das Angebot der Förderung von Zäunen angenommen hat und entsprechend entschädigt wird.

Und wieder einmal war es kein Wolf

Am 11. August 2022 war auf Gemeindeebene Ottenbach im Landkreis Göppingen ein totes Kalb mit Verdacht auf Wolfsriss gemeldet worden. Nach Angaben der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt sei das erst einen Tag alte Kalb nicht durch einen Wolf gerissen worden. Die Todesursache sei nicht feststell­bar gewesen; der Einfluss eines Wolfes konnte dennoch ausgeschlossen werden. Das Ergebnis der genetischen Probe, die an der Fraßstelle genommen wurde, weise einen Hund nach.

Leider ist von Seiten der Nutztierhalterinnen und Nutztierhalter wenig bis gar nichts zu vernehmen, wenn das Ergebnis „Hund“ statt „Wolf“ lautet. Entsprechende Zäune sind aber gegen beide wirksam. Teilweise waren auch in diesen Fällen erneut Forderungen nach Abschuss und tendenziöse Zeitungsberichte vorausgegangen.

 

Quellen: https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/kalb-in-ottenbach-nicht-von-wolf-getoetet-1/

https://um.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/untersuchungen-bestaetigen-wolfsverdacht-in-bernau/

https://www.hlnug.de/presse/pressemitteilung/neues-laenderuebergreifendes-wolfsterritorium

https://um.baden-wuerttemberg.de/de/umwelt-natur/naturschutz/biologische-vielfalt/artenschutz/wolf/nachweise/

Infos zur Förderung: https://um.baden-wuerttemberg.de/de/umwelt-natur/naturschutz/biologische-vielfalt/artenschutz/wolf/hinweise-nutztierhalter/

Wolfsmonitoring: Zwölf Rudel in Niedersachsen verschollen?

Zum Ende des Sommers können für Niedersachsen 44 Wolfsrudel und 4 residente Einzelwölfe bestätigt werden, geben die Niedersächsischen Jäger, die für das Wolfsmonitoring zuständig sind, jetzt bekannt. Es kommen zwar wahrscheinlich noch Nachmeldungen, doch von 12 Rudeln fehlen allerdings bisher Daten. Hier unser Bericht…

In 30 Rudeln konnte bislang Reproduktion nachgewiesen werden, dabei wurden mindestens 63 Welpen registriert. In zwei weiteren Rudeln wurde der Status durch den Nachweis von mind. 3 Wölfen bestätigt. Für 12 Rudel fehlt noch die diesjährige Statusbestätigung. In 4 weiteren Gebieten sind residente Einzelwölfe unterwegs. Dieses Zwischenfazit bestätige den Wachstumstrend der letzten Jahre, heisst es weiter.

Beispielfoto Wölfe. ©Brigitte Sommer

Die Jägerschaft deutet einen neuen Höchststand an Territorien aus den Daten. Ganz so optimistisch wie die Jägerschaft sehen wir den Wachstumstrend in Niedersachsen nicht. Zumal man nicht weiß, wie viele geheime Schießgenehmigungen von Umweltminister Olaf Lies noch offen stehen. Schaut man sich die Wachtumskurve für Niedersachsen, aber auch von ganz Deutschland auf einem Diagramm auf DBB-Wolf an, verlangsamt sich das Wachstum im Vergleich zu den Anfangsjahren der Rückkehr der Wölfe deutlich. Der Straßenverkehr ist noch immer die größte Gefahr für Wölfe. Erst im August wurde ein Altwolf aus dem Territorium Rodewald totgefahren.

Bislang nicht bestätigte Rudel

Rodewald

Bad Bodenteich

Herzlake

Nordhorn

Ostenholzer Moor

Sulingen

Rehden

Uchte

Wedemark

Werlte

Wietze

Buchholz

 

Hoher Anteil von Rissen nicht vom Wolf verursacht

Insgesamt seien im II. Quartal wurden insgesamt 192 Tiere getötet oder so stark verletzt worden, dass sie eingeschläfert werden mussten. Die Anzahl der Übergriffe sei imVergleich zum letzten Quartal (73Fälle) um 6,85 Prozent gestiegen. Bei 55 Fällen wurde der Wolf als Verursacher amtlich bestätigt, in keinem Fall hätte der Wolf als Verursacher ausgeschlossen werden können. In 14 Fällen wäre eine sichere Feststellung des Verursachers nicht möglich gewesen. Neun weitere Fälle befänden sich noch in Bearbeitung. Die meisten Übergriffe (45) hätte es auf Schafe gegeben, davon hätten 36 Übergriffe dem Wolf zugeschrieben werden können. Am zweitstärksten seien Rinder betroffen gewessen, hierbei sei es zu 24 Übergriffen gekommen, von denen elf auf den Wolf als Verursacher zurückzuführen gewesen wären. Weiterhin hätte es Übergriffe auf Gatterwild, Pferde und Ziegen gegeben.

Wir können es nur immer wieder wiederholen, dass der Schutz der Weidetiere die beste Versicherung vor Angriffen von Wölfen und auch anderen Tieren ist.

Kurz vor den Landtagswahlen wird noch einmal Stimmung gegen Wölfe gemacht

Wolf reisst Pony von Familie von der Leyen hieß es vor ein paar Tagen in der Klatschpresse. Die EU-Kommisionschefin sei „fürchterlich mitgenommen“. Auch der NDR brachte zeitnah einen Bericht von den Weidenachbarn der Familie von der Leyen heraus. Man schaue sich im verlinkten Bericht doch mal die angeblich wolfssicheren Zäune der ersten Protagonistin im Hintergrund bei der Szene an, in der sie die Fohlen streichelt. Die zweite Protagonistin sieht sich erst gar nicht in der Verantwortung ihre Tiere zu schützen und vergleicht den Tod ihres Pony mit wildernden Hunden, die Rehe und Hirsche töten. Ihrer Ansicht nach wäre es wohl nur recht und billig, wenn der Jäger auch Wölfe abschießen dürfte. Noch steht das Ergebnis, ob es tatsächlich ein Wolf war, noch gar nicht fest, dennoch werden Abschüsse gefordert. Auch dass das Pony hochbetagt war, wird kaum erwähnt. Und auch Umweltminister Olaf Lies meldete sich wieder einmal zu Wort. Er würde wohl gerne noch schneller und noch geheimer schießen lassen.

 

Quellen: https://www.wolfsmonitoring.com/monitoring/wolfsterritorien

https://www.dbb-wolf.de/totfunde/aktuelle-ereignisse

https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/territorien/entwicklung-diagramm?Bundesland=Niedersachsen&Mitwlp=0

https://www.wolfsmonitoring.com/fileadmin/dateien/wolfsmonitoring.com/Berichte_und_Literatur/2022_II_Quartalsbericht_Wolfsmonitoring.pdf

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/Wie-Pferdehalter-gegen-den-Wolf-aufruesten,hallonds75330.html?fbclid=IwAR1__unC4Zs-H9fkf55-IJXdxe7x3XpJszO6w304WYmnD2p-qxRmRH7vKys

https://www.nord24.de/der-norden/umweltminister-fordert-mehr-eingriffsmoeglichkeiten-nach-wolfsrissen–85428.html?fbclid=IwAR06u98YV1EFKQvJUEx6Qe-aMTQMYso8QHXYnS-Gb4qTdjOylN8h9GEmjCY

NRW: Neue Nachbarn bei Gloria von Wesel und eine Klatsche für Wolfshasser

Es gibt gleich zwei gute Nachrichten aus dem Landkreis Wesel aus NRW. Zum Einen könnte sich ein neues Wolfspaar direkt in der Nachbarschaft angesiedelt haben und zum Anderen gibt es eine sehr deutliche Ansage an diejenigen, die meinen, für Wölfe in NRW gäbe es keinen Platz.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt heute in einer Pressemitteilung neue Wolfsnachweise in Schermbeck (Kreis Wesel).

Beispielbild. ©Brigitte Sommer

Sie sind wahrscheinlich schon länger dort, aber mittels genetischer Analysen von Kotproben im Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen konnten zwei neue Wölfe im Wolfsgebiet Schermbeck, außerhalb des Streifgebietes des bekannten Rudels um Gloria von Wesel, identifiziert werden. Die in einem Waldgebiet im Raum Schermbeck gefundenen Losungen vom 04. und 12. Juli 2022 konnten dem bislang unbekannten Rüden mit der Kennung GW2889m zugeordnet werden. Eine am 09. Juli 2022 gefundene Losung stammt von dem ebenfalls bislang unbekannten Weibchen mit der Kennung GW2890f. In beiden Fällen ist das Herkunftsrudel nicht bekannt, genetisch zählen diese Wölfe aber unzweifelhaft zur Mitteleuropäischen Flachlandpopulation. Anhand der DNA-Ergebnisse sei belegt, dass die beiden Wölfe nicht mit Gloria und ihrer Familie verwandt sind. Ob sich die beiden neuen Wölfe in Schermbeck ansiedeln oder bereits wirklich ein Paar sind, könne noch nicht geklärt werden, so das LANUV.

Das LANUV empfiehlt den Halterinnen und Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Schermbeck und in der umgebenden Pufferzone, ihre Tiere mit geeigneten Zäunen wolfsabweisend zu sichern. In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden Präventionsmaßnahmen wie beispielsweise die Anschaffung wolfsabweisender Elektrozäune zu 100 Prozent gefördert. Im Wolfsgebiet Schermbeck können gemäß Förderrichtlinien Wolf vom 03. Februar 2017, zuletzt geändert am 06. Dezember 2021, nur dann Entschädigungsleistungen für nachweislich von einem Wolf getöteten Schafe, Ziegen oder Gehegewild gewährt werden, wenn ein wolfsabweisender Grundschutz vorhanden ist.

Klatsche für die Wolfshasser

NRW hat übrigens einen neuen Umweltminister und der hat gleich klar gemacht, dass Wölfe eine Daseinsberechtigung in NRW haben.

Oliver Krischer (Grüne) verweist in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der SPD, die dem WDR vorläge, so die Tagesschau, auf die strengen EU-Vorgaben. Diese sicherten dem Wolf, der hierzulande knapp 200 Jahre lang als ausgestorben galt, einen umfangreichen Schutzstatus zu. Für Krischer bedeutet das, „dass ein Bestandsmanagement mit Regulierungsabschüssen von Wölfen (…) nicht zulässig ist“. Er sieht für NRW „weder eine fachliche Rechtfertigung noch eine Aussicht auf Erfolg, den Schutzstatus des Wolfes in Deutschland zu ändern“.

Und dem WDR sagte Krischer, der Abschuss von Wölfen sei keine Lösung: „Das würde auch der Wolf nicht mit sich machen lassen. Das ist eine Art, die von alleine hier hin kommt. Und wenn wir einen Wolf abschießen, dann wird es sicherlich bald so sein, dass der nächste auftaucht. Und wo soll das enden?“ Wichtig sei, die Herden zu schützen.“

Ein gutes Zeichen für die neuen Wölfe und auch für Glorias Familie, denn auch bei den aktuellen Rissen war nicht wolfsabweisend gezäunt. Und auch für einen neuen Wolf bei Paderborn eine gute Nachricht. Bekannte Rudel gibt es bei Leuscheid im Grenzgebiet zu NRW und ein Einzelwolf in der Hohen Mark. Wolfsschutz-Deutschland e. V. freut sich auf weiteren Zuwachs.

 

Presseinformation LANUV: https://www.wolf.nrw/wolf/de/aktuelles/2022-08-29?fbclid=IwAR2w7txm19kxfShfW4CPYi1mH4eQXKT1iswJCq9NiwX9hBu2l41PpdmQ-L4

Weitere Quelle:

https://www.tagesschau.de/inland/regional/nordrheinwestfalen/wdr-story-50083.html?fbclid=IwAR2UnHEWWaPedAKB5aqS3SUl-aZAWZSik5n3ekcUxua_qf0NyvTuWckKECA

https://wolf.nrw/wolf/de/aktuelles/2022-08-23?fbclid=IwAR2gAZpQ_CePOch88c_55YT2HHpH94vKvI0UhChAcBgbZLaOpGVxlKZfheg

Schlappe für UM Lies (SPD): Hannover-Wolf darf nicht getötet werden

Gute Nachrichten aus Niedersachsen. Die untere Naturschutzbehörde der Region Hannover hat jetzt entschieden, dass das Jungtier, das sich Anfang August in Hannover verirrt hatte, nicht getötet werden darf. Damit wendet sich die Behörde ganz klar gegen die Wünsche des Niedersächsischen Umweltministers. Hier unser Bericht.

Mit entscheidend waren mit Sicherheit auch die von Wolfsschutz-Deutschland e. V. initiierten Protestmails gegen die drohende Schießgenehmigung. Eine Userin hatte uns informiert, dass eine der Mailadressen gesperrt worden sei. Es kam wohl mehr Post an, als dem Umweltminister gefallen hat.

Beispielbild verängstigter Wolf ©Brigitte Sommer

Acht Kilometer lief das verängstigte Tier durch Hannover. In den Folgetagen sei es angeblich noch weitere Male gesichtet worden. Allerdings wurde dies nicht offiziell bestätigt. „Eine Ausnamahmegenehmigung zur letalen Entnahme des Tieres wird auf Basis der aktuellen Erkenntnisse zum jetzigen Zeitpunkt nicht erteilt,“ heisst es offziell. Weiter: „Voraussetzungen für eine solche Genehmigung wären, dass der Wolf einen Menschen verletzt, ohne provoziert worden zu sein, oder dass der Wolf sich einem ungeschützten Menschen auf weniger als dreißig Meter nähert und sich nicht vertreiben lässt. Auch in den beschriebenen Fällen muss zunächst versucht werden – möglichst in Absprache mit dem zuständigen Wolfsberater oder der Wolfsberaterin – den Wolf zu vergrämen.“ Inzwischen ist der Jungwolf längst über alle Berge. Jungtieren können auf ihren Wanderungen tausende Kilometer zurücklegen.

Allerdings kann die Polizei in Niedersachsen bei „Gefahr im Verzug“ jederzeit auch ohne Ausnahmegenehmigung eingreifen. Dies halten wir für einen Skandal, denn dieses Handling hat vor Kurzem zwei ausgebüxten Wolfshunden, die bereits wieder auf dem Rückweg waren, das Leben gekostet. Unserer Meinung nach ist die Polizei nicht in diesem Sinne ausgebildet und hat zu wenig Sachkenntnis. Überreaktionen und Fehleinschätzungen sind so Tür und Tor geöffnet.

Lies zeigte sich erstaut über die Entscheidung der unteren Naturschutzbebehörde. Er hätte aus guten Gründen zu einer Ausnahmegenehmigung angeraten. Die Gründe lassen sich erahnen. Aber ob er kurz vor den Landtagswahlen noch einmal den starken Antiwolfsminister geben wollte um sich Stimmen von der Agrar- und Jagdlobby zu sichern, wissen wir nicht.

Hier unser erster Bericht mit Video, das den Wolf zeigt: https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/08/11/verirren-toedlich-lies-will-hannover-wolf-abknallen-lassen/