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Schlagwort: Wolfsschutz-Deutschland e.V.

4. Januar 20226. Januar 2022Allgemein

Schon wieder vier Wölfe illegal getötet: Wolfsschutz-Deutschland e. V. stellt Strafanzeigen

Seit Ende Oktober sind schon wieder vier illegal getötete Wölfe zu beklagen. Die  Vorfälle ereigneten sich in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und in Niedersachsen. Bei dem Fall in Mecklenburg-Vorpommern behauptete ein „Jungjäger“ einen kranken Wolf „erlösen“ zu wollen. Der jüngste Fall ereignete sich an Silvester. Woffsschutz-Deutschland e. V. stellt in allen Fällen Strafanzeigen.

UPDATE 06.01.22 – DER WOLF IN NIEDERSACHSEN SOLL NUN DOCH NICHT ERSCHOSSEN, SONDERN AN BISSVERLETZUNGEN GESTORBEN SEIN. HIER KOMMEN ALLERDINGS NICHT NUR WÖLFE, SONDERN AUCH JAGDHUNDE IN BETRACHT.
Beispielbild toter Wolf.

Was dieses unschuldige Tier an unvorstellbaren Schmerzen erlitten haben muss kann man sich kaum vorstellen. Anwohnende hätten ein qualvolles Heulen gehört, schreibt der NDR in einer Meldung von gestern. Kurz danach sei an Silvester ein toter Wolf auf einem Acker bei der Gemeinde Eimke (Landkreis Uelzen) gefunden worden und er würde höchstwahrscheinlich Schussverletzungen aufweisen. Dieser Landkreis ist berüchtigt für illegale Wolfstötungen. Seltsamerweise konnte bislang in keinem Fall ein Täter ermittelt werden. Umweltminister Lies wird in der BILD dahingehend zitiert, dass er Selbstjustiz nicht hinnehmen würde, falls es sich herausstellen sollte, dass das Tier tatsächlich illegal erschossen worden sei. Eine Abschusserlaubnis bestünde für diesen Bereich nicht. Wolfsschutz-Deutschland e. V. erkennt in dieser Aussage durchaus eine Doppelmoral, denn die ständige Hetze gegen Wölfe könnte Jagende absolut dazu verleiten, anzunehmen, dass es sich im eine Art Kavaliersdelikt handeln würde. Schließlich fordert die Jägerschaft in Niedersachsen seit Jahren, dass man Wölfe anonym erschießen und am Straßenrand platzieren dürfe.

Ähnlich Unausgegorenes erfährt man vom Landwirtschaftsminister Backhaus in Mecklenburg-Vorpommern. Dort will angeblich ein Jungjäger am 18. Dezember einen kranken Wolf mit einem Schuss „erlöst“ haben. Der Mann soll sich danach selbst angezeigt haben. Für uns von Wolfsschutz-Deutschland e. V. ist dies ein dreister Versuch, den hohen Schutzstatus des Wolfs aufzuweichen und man schaut halt, wie weit man damit kommt. Bislang musste noch kein Hobbyjäger wirklich ernsthafte Konsequenzen fürchten. Wir hoffen hier mit unserer Strafanzeige auf einen Präzedensfall, denn auch im Originalfoto des toten Tieres sind keinerlei „Erkrankungen“ sichtbar.

Zu den anderen Fällen gab es wieder einmal keinerlei Presseinformationen, so dass wir uns die Vorfälle mühsam aus der Liste der Totfunde der DBB-Wolf suchen mussten.

 

Ausriss aus der Statistik der DBB-Wolf – © wwwdbb-wolf.de

 

Ausriss aus dem Hagenower Tageblatt. Quelle ist unten verlinkt.

 

 

Quellen: www.dbb-wolf.de

https://www.svz.de/lokales/hagenower-kreisblatt/Wolfsschuetze-zeigt-sich-selbst-an-id34790472.html

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/Erschossen-Jaeger-findet-Wolfs-Kadaver-auf-Feld-bei-Uelzen,aktuelllueneburg6686.html

https://www.bild.de/regional/hannover/hannover-aktuell/landkreis-uelzen-wolf-illegal-abgeschossen-78712782.bild.html

 

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31. Dezember 202131. Dezember 2021Allgemein

Wolfsschutz-Deutschland e. V. wünscht einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr 2022

Liebe Wolfsfreundinnen und Wolfsfreunde, UnterstützerInnen, Mitglieder unseres Vereines und BlogleserInnen,

Angst ist ein Gefühl, das in den vergangenen Jahren immer mehr um sich gegriffen hat. Wölfe kennen auch dieses Gefühl. Sie haben eine so große Angst vor uns Menschen, dass sie einen großen Bogen um uns machen. Dennoch lassen sich Wölfe von ihrer Angst nicht die Freiheit nehmen. Sie sind vor über 20 Jahren aus freien Stücken nach Deutschland zurück gekommen und sie haben auch genauso ein Recht wie jedes andere Lebewesen auch, auf ein Leben in Freiheit und Würde. Mutig machen sich jetzt die Jungwölfe wieder auf den Weg, ein eigenes Revier zu suchem, um eine eigene Familie zu gründen. Sie lassen sich weder von Städten noch von widrigen Wetterumständen aufhalten. Wir wünschen allen, ganz egal wie die momentanen äußeren Umstände auch sind, einen guten Rutsch und ein erfolgreiches neues Jahr. Wir wünschen allen, dass sie es schaffen, dank innerer Freiheit, Angst, vor was oder wem auch immer, nicht ihr Leben bestimmen lassen. Wie sagte schon der Schriftsteller Erich Kästner: „Wirds besser? Wirds schlimmer? fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich.“ Machen wir es also den Jungwölfen nach und suchen mutig unseren Weg.

Großer Dank für Eure Hilfe

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den vielen UnterstützerInnen. Ohne diese Hilfe wäre unsere Arbeit gar nicht möglich, denn wir werden nicht staatlich unterstützt. Was aber auch den Vorteil mit sich bringt, dass wir wirklich unabhängig arbeiten können. Keines unserer Vorstandsmitglieder ist in einer Partei. Wir arbeiten absolut frei von Interessenkonflikten und auch keine Lobby hat Einfluss auf unsere Arbeit. Ziel unserer Gründung vor knapp vier jahren war es ja, dem immer stärker werdenden Lobbyeinfluss auf den Natur- und Umweltschutz etwas entgegen setzten zu können. Wir sind noch immer ein kleiner Verein, aber wir wachsen und mit unseren Faktenchecks und Enthüllungen ereichen wir einen immer größeren LeserInnenkreis.

Dazu betreiben wir Forschungsarbeit in den Wolfsgebieten. Anhand unserer Wildkameraaufnahmen konnten wir beispielsweise Jägerlatein, dass in Wolfsgebieten keine Füchse mehr leben würden, entkräften. Es sind die Hobbyjäger selbst, die die Füchse töten. Erst vor Kurzem fanden erneut die so genannten Fuchswuchen statt, bei denen die Jäger einen Wettbewerb darum veranstalten, wer den meisten Füchsen den Gar ausmacht.

Lobbyismus, eine Geißel unserer Zeit

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. haben schon vor Jahren den starken Lobbyeinfluss der Jagd- und Agrarindustrie auf Verbände, Vereine und die Politik bemerkt. Wolfsschutz-Deutschland e. V. wurde ja gerade auch deswegen gegründet, um diesen Tendenzen etwas entgegen zu setzen. Viele Natur- und Tierfreunde erkennen aber bis heute diesen Einfluss nicht, und sie sind fragen immer wieder ganz erstaunt, was Wolfsschutz mit Politik zu tun hat. Dass der Wolf politisiert wurde, zeigen aktuell ganz deutlich die Vorgänge in Niedersachsen wo sich die Lobby komplett durchzusetzen scheint. In Niedersachsen will Umweltminister Lies (SPD) weiter heimlich Wölfe abschießen. Dieses Mal trifft es Elterntiere aus dem Cuxlandgebiet. Das eine Rudel führt ausgerechnet auch noch Nachwuchs des Rodewaldrudels im Landkreis Nienburg. Ein Umweltminister auf einem privaten „Rachefeldzug“? Unklar. Fakt ist aber, dass Lies für seine geheimen Wolfsjagden schon Unsummen ausgegeben hat. Er selber ist Weidetierhalter und höchstwahrscheinlich auch Hobbyjäger. Also bestehen hier schon Umstände, die die Frage erlauben, ob hier Interessenkonflikte bestehen. Vor ein paar Jahren wollte Lies ja bereits in die Privatwirtschaft wechseln. Man darf gespannt sein, wo er nach seiner Politikerkarriere wieder auftauchen wird. Die Niedersächsischen Grünen hatten gegen Lies´ Verweigerung der Informationspflicht geklagt. Das Urteil wird aber erst im Febraur 2022 erwartet. Lies will außerdem wolfsfreie Zonen und Obergrenzen für Wölfe schaffen. Dass dies nicht mit EU-Richtlinien vereinbar ist, scheint nicht weiter zu stören. Es wird nun einfach Druck auf die EU selber gemacht.

In Niedersachsen hat nun der dritte Wolfsberater seinen Job hingeschmissen. Man muss nicht glauben, Wolfsberater seien dort uneingeschränkt „für“ den Wolf. Nein, die meisten kommen aus der Jägerschaft, die ausgerechnet auch noch das Wolfsmonitoring, also die Überwachung des Wolfsbestandes übertragen bekommen hat. Ergebniss dessen ist trotz ständiger Behauptung, dass man neutral agiere, Wölfe „verschwinden“ und man gleichzeitg lauthals danach schreit, den Wolf als jagdbares Wild in den Jagdkatalog aufzunehmen. Der scheidende Wolfsberater und Jäger Pohlmann fordert unter anderem sogar ganz ungeniert,  dass junge Wölfe zum Abschießen auf Drückjagden freigegeben werden sollten. Eine Ungeheuerlichkeit, die man in Sachsen wohl schon einfach umgesetzt hat, denn dort sind in der Nähe unseres Sitzes drei Wolfsrudel verschwunden. Dem vorausgegangen sind wöchentlich stattfindente Drückjagden, die sogar vor Vollnaturschutzgebieten, so genannten Prozessschutzgebieten nicht Halt gemacht haben.

Konzerne bestimmen in der Landwirtschaft, wo es lang geht. Deutlich zu erkennen bei der ehemaligen Bundeslandwirtschaftsminiterin Julia Klöckner. Doch nicht immer liegen die Interessen von Konzernen so klar auf der Hand. Wo beginnt Lobbyismus? Schon, wenn ein Umweltverband dessen Präsident selber Jäger ist, einem Naturfotografen einen Buchdruck finanziert? Ja, der Verdacht liegt nahe, wenn in dem Buch die offizielle Politik des Verbandes, nämlich „ja“ zum Abschuss von so genannten „Problemwölfen“ zu sagen, vertreten wird. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. vertreten den Standpunkt, dass es keine „Problemwölfe gibt, sondern dass, wenn sich einmal auf eine solche Forderung eingelassen wird, dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet sein wird. Und genau so kam es ja auch. Seit dem Abschuss des Jungwolfes „Kurti“ (siehe auch eigener Unterpunkt auf unserer Homepage) fordern WeidetierhalterInnen ständig den Abschuss von Tieren. Dabei scheuen sie auch nicht davor zurück, genau solche Situationen selber zu kreieren, die Wölfe dann zum Problem erscheinen lassen. Statt die Tiere zu schützen, provozieren sie Risse. Diese Situation eskaliert aktuell beim Schermbecker Rudel in NRW. HalterInnen setzten hier ihre betagten Ponys den Wölfen aufs Tablett, wie wir immer wieder in unseren Faktenchecks nachweisen.

In Bayern will Landwirtschaftsministerin Kaniber einen Antrag auf Abschuss eines Wolfs stellen, obwohl die gerissenen Tiere nicht geschützt waren. Die gleiche Situation wie im Cuxlandgebiet.

Was können wir tun?

Weiter  „nein“ zu betreutem Denken sagen. Es ist klar, dass diese Haltung uns weiterhin nicht nur FreundeInnen einbringt. Schon in der vergangen knapp vier Jahren wehte uns manchmal nicht nur Wind, sondern auch Sturm um die Nase. Dennoch und gerade deswegen werden wir unseren Weg weiter gehen. Wir sind weiterhin auch auf Spenden und Naturalien, wie Ausrüstung und Wildkameras angewiesen. Unser großer Wunsch wäre ein Wohnmobil, gerne ein älteres Modell, denn wir brauchen keinen Luxus. Unsere Arbeit wäre aber wesentlich leichter möglich. Wir arbeiten weiterhin ausschließlich im legalen Rahmen und wir freuen uns auch über neue aktive Mitglieder.

Frei nach dem Zitat des Dalei Lama werden wir auch im kommenden Jahr agieren:

„Falls du glaubst, dass du zu klein bist, um etwas zu bewirken, dann versuche mal zu schlafen, wenn ein Moskito im Zimmer ist.“

Alles Liebe und Gute für 2022 wünscht der Vorstand von Wolfsschutz-Deutschland e. V.

Jürgen Götz, Kassenwart

Volker Vogel, Schriftführer

Ulrike de Heuvel, 2. Vorsitzende

und

Brigitte Sommer, 1. Vorsitzende

 

 

 

 

 

 

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23. Dezember 202124. Dezember 2021Allgemein

Große Exklusivreportage NRW: Wölfe im Fadenkreuz zwischen Rotkäppchenhysterie, Anfütterung, Fake-News und geplanter Wolfsverordnung

Die Hysterie in Nordrhein-Westfalen scheint kaum mehr Grenzen zu kennen. In unserem neuesten Faktencheck berichten wir über PonyhalterInnen, die mutmaßlich lieber ihre alten Tiere opfern, als sie zu schützen, von Landräten, die ungeniert Abschüsse fordern, obwohl Weidetiere nicht geschützt waren, von einer Bürgerwehr gegen Wölfe in Schermbeck und von einer Umweltministerin, die plant auch für NRW eine Wolfsverordnung nach Niedersächsischem Vorbild zu kreieren. Und das, bei gerade mal zwei Wolfsrudeln im Land. Alle Kosten für Zäune werden sogar zukünftig komplett übernommen. Warum sind ProblemtierhalterInnen trotzdem nicht zufrieden? Wir waren erneut in einigen Gebieten unterwegs um uns selbst einen Eindruck zu verschaffen und um unsere Aktiven zu unterstützen.

 

Vereinsvorsitzende Brigitte Sommer in NRW zur Unterstützung unserer Aktiven unterwegs.

 

 

Patrouille NRW im Gebiet des Leuscheider Rudels Teil 1. Wir hatten gehofft, dass unser Wolfshündin Liv ein paar Spuren finden, aber an dem Tag hatten wir kein Glück. Der Neuwieder Landrat Achim Hallerbach fordert den Abschuss des Rudels. Fachleute lehnen dies jedoch ab. Das Gebiet ist weitläufig und teilweise sehr unzugänglich und bergig. Das Leuscheider Rudel wechselt zwischen NRW und RLP hin und her und war bislang nicht weiter auffällig. Jetzt verlangt die Lobby allerdings den Abschuss einzelner Tiere, was überhaupt nichts bringen würde.

 

Faktencheck – Patrouille NRW im Gebiet des Leuscheider Rudels Teil 2.

Hohe fünfstellige Beträge als Subvention, dennoch wird Abschuss gefordert

 

Bei fast allen Wolfsabschussforderungen von WeidetierhalterInnen betonen diese oft ihre Liebe zu den ihnen verantworteten Tieren. Wölfe dagegen werden oft als grausame Bestien dargestellt, doch wie es um die Liebe von vielen HalterInnen wirklich zu ihren aussieht, offenbart sich wieder einmal hier.
Diese beiden Zwergziegen, wie oben im Film zu sehen, sind eindeutig krank. Der Halter ist von uns benachrichtigt worden. Er alleine hatte hier also die weitere Sorge zu tragen.
Wir haben uns noch mit einigen HalterInnen vor Ort unterhalten können. Im Gegensatz zu den Hassattacken im Netz sind hier tatsächlich Gespräche auf Augenhöhe möglich. Viele sind der Ansicht, ein Anrecht darauf zu haben, von Naturschutzvereinen oder der Allgemeinheit finanziert zu werden, wenn sich Wölfe in der Gegend ansiedeln. Schließlich wollten sie die Wölfe nicht, müssten aber damit leben. Dass sie ihre Betriebe oder ihr Hobby in eigener Verantwortung betreiben, wollen sie nicht gelten lassen. Wie bei ganz vielen anderen Tierhaltern ist hier eine Unselbstständigkeit und wie gesagt, eine starke Erwartungshaltung zu erkennen. Sie lieben angeblich Tiere, aber Wölfe und andere Beutegreifer eben nicht. Sie sind der Meinung, dass Wölfe, die Weidetiere reißen, abgeschossen werden sollten. Von uns von Wolfsschutz-Deutschland e. V. will sich eigentlich keiner beim Zaunbau helfen lassen, weil dann unterschreiben werden müsste, nicht in der Öffentlichkeit gegen Wölfe zu hetzen. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. halten solche Almosen auch nicht für zielführend. Eher müssten die HalterInnen in die Lage gebracht werden, selber für Zäune zu sorgen und Firmen für deren Bau zu beantragen, was auch der Wirtschaft zugute käme. Die so genannte „selbstlose“ Hilfe von TierschützerInnen, ist oft nur dazu da, das eigene narzisstische Ego in den Vordergrund zu stellen. Es macht sich halt gut, wenn man die Bildchen immer wieder posten kann. Einige HalterInnen sind der Meinung, dass ein Verein wie unserer Druck auf Politiker ausüben sollte, damit die WeidetierhalterInnen ordentlicher von Staat, bzw. der Gesellschaft bezahlt werden. Dass sie sich selber von der Politik und Medien auf Abschussforderungen lenken lassen, die ihre Situation überhaupt nicht verbessern, erkennen sie anscheinend nicht. Auch, dass es die Aufgabe der WeidetierhalterInnen selber wäre, der Politik Druck zu machen, sehen viele nicht so.
Schäfer D. hat beispielsweise über 50.000 Euro an Subventionen erhalten, selbst keinen Riss zu beklagen und er fordert trotzdem Wolfsabschüsse.

 

 

Blick ins Revier des Leuscheider Rudels. Wanderschäfer am der Sieg bei Eitorf. Angeblich soll dort auch ein Riss stattgefunden haben.

 

 

Faktencheck und Zaunkontrolle bei Schäfer Simon D. an der Grenze des Leuscheider Rudels. Teil 1
Schäfer D. hat aufgerüstet, nachdem er nach eigener Aussage, Wolfsrisse auf einer wohl nicht ausreichend geschützten Weide zu beklagen hatte. Wir haben die Zaunkontrolle genehmigt bekommen und haben uns auch mit ihm unterhalten. Nur Fotos durften wir nicht von ihm machen. D. fordert den Abschuss von Einzeltieren, die für Risse verantwortlich sind. Er beklagt, dass die Schäden von wandernden Jungwölfen, die in Gebieten reißen, die kein Fördergebiet sind, nicht entschädigt werden. Hier geben wir ihm sogar Recht. Wir fordern schon lange, dass ganz Deutschland zum Wolfsgebiet erklärt wird, und überall gefördert und gefordert wird. Allerdings sehen wir gar keinen Grund, hier einen Wolf abzuschießen. Vor allem: was für einen Lerneffekt sollte dies auf das verbleibende Rudel haben? Rachegedanken und Strafgedanken haben nur wir Menschen. Wölfen ist dies fremd.
Faktencheck/Zaunkontrolle Teil 2, bei Schäfer D. Diesen Film hatten wir vor dem Treffen mit dem Schäfer gedreht. Bei der Messung in seiner Anwesenheit hatte sich ergeben, dass das Netz hinter Stacheldrahtzaun überall 10.000 Volt aufweist.
Allerdings könnte man mit bösem Willen hier eine „Überwindung“ eines wolfsabweisenden Zauns kreieren, indem man die HSH wegnimmt. Dieses Gebüsch ist auf jeden Fall als Kletterhilfe geeignet. Natürlich wollen wir diesem Schäfer dies nicht unterstellen, doch beim Schermbecker Rudel kamen solche Tricks bereits vor.
Dieser Zaun ist ein Kandidat für Schlagzeilen wie „Wölfe haben zwei Meter hohen Zaun überwunden.“ Vorne ist dieser Zaun tatsächlich knapp 1,80 Meter hoch und doppelt mit Wildzaun gelegt. Allerdings komplett ohne Spannung. Etwas weiter hinten gelangt man zu einer Böschung, die den Zaun von 1,80 auf 1,40 „erniedrigt“. Dort könnten sowohl Hunde als auch Wölfe drüber gelangen. Zu sehen in Teil 2 des Videos.
Damwildgehege im Gebiet des Leuscheider Rudels. Teil 2. Hier ist zu erkennen, wie der Zaun durch die Böschung im hinteren Teil niedriger wird.

Blick ins Gebiet des Schermbecker Rudels

Hier der Link zum Video: https://schermbeck-online.de/drei-woelfe-auf-einen-streich-in-gahlen/?fbclid=IwAR0n0FVWVxTR6Ef6wR8VGwJiS-F-z23ZWgcYotUU6rriYWrXFJiUhY4WFtU

Aktueller Blick ins Schermbecker Wolfsgebiet

Nachtfröste lassen den Wald wie im Märchen wirken.

Blick aus einer unserer Forschungskameras, irgendwo in NRW
In allen Wolfsrevieren in NRW gibt es reichlich Beutetiere. Neben den Rudelgebieten in Schermbeck und Leuscheid, gibt es auch aktuelle Nachweise bei Haltern, im hohen Venn in der Eifel, bei Coesfeld und bei Minden-Lübecke.
In der bundesweiten Wolfsverbreitungskarte sind auch die Nachweise NW oben links gut zu erkennen. Das Leuscheider Rudel wechselt zwischen NRW und RLP.
Ab 2022 werden in dem besonders betroffenen Wolfsgebiet Schermbeck Schutzmaßnahmen jetzt auch für Kleinpferde (Ponys), Fohlen und Jungpferde finanziell gefördert. Zudem wird ab 2022 die Landwirtschaftskammer NRW die Prüfung und Förderung von Herdenschutzmaßnahmen vollständig übernehmen.

Zaunkontrolle beim Schermbecker Rudel: Angeblicher Ponyriss noch nicht in Rissliste NRW aufgenommen

Die Gegend in der Nähe des angeblich neuesten Ponyrisses müsste eigentlich „Auf der Pferderanch“ heißen. Hier reiht sich eine Koppel an die Nächste. Dort wo mutmaßlich am 14.12.21 das 35 Jahre alte Pony „Lilly“ gerissen wurde, sieht ähnlich aus. Alles in Allem sind die Pferdekoppeln links und rechts der schmalen Straße nicht gut geschützt bzw. gar nicht. Die Weide ist allerdings hier in einem verlinkten Filmbeitrag von RTL zu sehen: https://www.stern.de/gesellschaft/wolf-in-deutschland–rudel-reisst-pony-auf-weide—besitzer-schockiert-31429540.html?fbclid=IwAR0iKYlAwq6ZO03-b-h-JVBj5xyFMHQ01txI6Mt_RvcuybIzQt0LrRythXg
Wir alle gerissenen Ponys war auch dieses Tier über 30 Jahre alt und damit hochbetagt. Inwzwischen müsste es sich doch eigentlich bei PonyhalterInnen herumgesprochen haben, alte und schwache Tiere zu schützen, indem sie beispielsweise nachts eingestallt werden. Doch nun behaupten die HalterInnen, dass Ihnen das Umweltministerium nicht erklärt hätte, wie sie ihre Tiere schützen könnten. Stattdessen patrouilliert dort jetzt nach eigenen Aussagen eine vermummte Bürgerwehr.
Quellen:
PM Wolfsnachweise bei Minden-Lübecke
https://wolf.nrw/wolf/de/nachweise?fbclid=IwAR30L3uEfvXkEon4HPlMkVOaW1IIFcdy8C9OmvYX7b_Lvvv9S-TzhFe8-FQ
Link zur Rissliste:
https://wolf.nrw/wolf/de/aktuelles/2021-12-17
PM 100-%ige Finanzierung von Schutzmaßnahmen:
https://www.umwelt.nrw.de/presse/detail/woelfe-in-nordrhein-westfalen-land-finanziert-schutzmassnahmen-auch-fuer-kleinere-pferde-und-fuehrt-beratung-und-foerderung-zusammen-1640079272?fbclid=IwAR3YmRS5XxAtgO6GmrYY7F3xJbWHnuJs6bdwAv1Iqs7nu6a5o1temrNlXZw
PM Wolfsnachweis im Kreis Coesfeld:
https://wolf.nrw/wolf/de/aktuelles/2021-12-16?fbclid=IwAR3Uyo5Z999FWnBZl1sykxfZkxKDOnIKd4NRDS2uQRcUokjLlrkbZaNOmwA
PM Wolfsnachweis im Hohen Venn:
https://wolf.nrw/wolf/de/aktuelles/2021-12-14?fbclid=IwAR3GcXn1g-BF4M7WcI49X0UPn6RFnlIpNTcVY6L-qfCvCRAnaXyi8o-DtGw
Bericht zur geplanten Wolfsverordnung:
https://www.gmx.net/magazine/regio/nordrhein-westfalen/nrw-plant-wolfsverordnung-regelungen-abschuesse-36452796?fbclid=IwAR1pipOUdnfmZoKXBI7f_kuNq7zl1L6S6x68jk-ai1j9v1yJVyEMnG8Is3s
Bericht über Schäfer D.´s Abschussforderung Leuscheider Rudel:
https://ga.de/region/sieg-und-rhein/hennef/schafe-gerissen-schaefer-aus-hennef-fordert-abschuss-von-wolf_aid-64488099?fbclid=IwAR2DD7zhQleXmf8ABykPCjS3WWp_wtTtiYwJe4N_L5c62yUtqgBMsg6gvys
Bericht über Landrat zur Abschussforderung Leuscheider Rudel:
https://www.nr-kurier.de/artikel/107600-landrat-hallerbach–problemwoelfe-muessen-abgeschossen-werden-duerfen
Radiobeitrag über die Bürgerwehr gegen Wölfe im Bereich Schermbeck:
https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-westblick-aktuell/audio-herdenschutz-im-ruhrgebiet-100.html
Info über das Leuscheider Rudel:
https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/02/06/nachwuchs-bei-den-woelfen-des-leuscheider-rudels-im-westerwald-nachgewiesen/
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14. Dezember 202115. Dezember 2021Allgemein

Niedersachsen: Umweltminister Lies (SPD) will Wölfe aus zwei Rudeln im Cuxland totschießen lassen

Obwohl es im Kreistag keine Mehrheit für einen Abschussantrag gab, will Umweltminister Lies (SPD) laut einem Artikel in Nord24 jeweils einen Wolf wegen Weidetierrissen aus dem Schiffdorfer Rudel und aus dem Garlstedter Rudel erschießen lassen. Erneut ging dieser Info keine Pressemitteilung voraus. Angeblich wären die Jäger im Umkreis beider Rudel schon informiert worden. Wolfsschutz-Deutschland e. V. protestiert auf das Schärfste. Wir werfen Minister, Medien und betroffenem Schäfer Tricksereien und Täuschungsmanöver vor.

Die Zäune waren wohl nicht, wie in der Rissliste angegeben, wolfsabweisend gewesen und die Rissen sollen nicht direkt am Deich, wo Umweltminister Lies zu einem Pressetermin eingeladen hatte stattgefunden haben, sondern im Deichhinterland auf einer nur rudimentär eingezäunten Weide, die zudem auch noch Sturmschäden aufgewiesen hätte. Umweltminister Lies setzt damit seine Lobbypolitik fort und führt damit seine Aufgabe als Umweltminister ad absurdum. Die Grünen in Niedersachsen hatten bereits gegen seine geheim gehaltene Wolfsjagden geklagt, wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. hatten Strafanzeigen gestellt, die jedoch nicht weiter verfolgt werden.

Schlimme Zeiten für Wölfe in Deutschland. Beispielbild © Brigitte Sommer

Will Lies wolfsfreie Zonen durch die Hintertür durchsetzen?

Mit den Schießgenehmigungen auf diese beiden weiteren Rudel, dürfte nun das elfte Rudel in Niedersachsen von Abschuss gefährdet sein. Dabei ist WeidetierhalternInnen damit rein gar nicht geholfen, denn wie man sieht, siedeln sich in den leer geschossenen Gebieten immer wieder neue Wölfe an. Das Zerschießen der Rudel zerstört die Familienstrukturen und es folgen nicht weniger, sondern mehr Risse, weil sie verbleibenden Jungtiere noch unerfahren im Jagen sind. So wählen sie den leichteren Weg eines Weidetierrisses. Fakten, die weder Schäfer Krüger noch den Umweltminister Lies zu interessieren scheinen, nutzte er doch die Gelegeneheit beim Pressetermin auf dem Deich, der Agrarlobby „wolfsfreie Zonen“ in Aussicht zu stellen. So war das vorausgegangene Cuxlandrudel illegal beseitigt worden.

 

Wir suchen dringend aktive WolfsfreundeInnen aus dem Cuxland

Wir brauchen aktive Hilfe im Gebiet der beiden vom Abschuss betroffenen Rudel. Hier Info: https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden/

Wir bleiben mit unseren Aktionen stets im legalen Bereich und wir sichern neuen Mitgliedern und aktiven Mitgliedern Anonymität zu.

Screenshot von der Seite wolfsmonitoring.com. Die beiden von Abschüssen gefährdeten Rudel sind rot eingekringelt. Aus dieser Region suchen wir dringend Menschen, die aktiv werden wollen.

Schlechte Aussichten in der neuen Regierungskolation für Wölfe

Es scheint sogar, dass Niedersachsen Rückendeckung vom Bund erhalten könnte, denn anscheinend versucht man den strengen Schutz der Wölfe aufzuweichen. Die Ampel bricht schon jetzt etliche Wahlversprechen, obwohl sie noch nicht einmal richtig mit dem Regieren angefangen hat.

Zitat aus dem Koalitionsvertrag:
„Unser Ziel ist es, das Zusammenleben von Weidetieren, Mensch und Wolf so gut zu gestalten, dass trotz noch steigender Wolfspopulation möglichst wenige Konflikte auftreten.“
Konkret heißt es, man wolle den zuständigen Bundesländern „europarechtskonform ein regional differenziertes Bestandsmanagement ermöglichen.“
Was nichts anderes heisst, als künftig Wolfsabschüsse noch weiter zu erleichtern. Dennoch werden wir, falls hier erneut Wölfe aus diesen beiden Rudeln getötet werden sollten, Strafanzeige stellen. Denn noch ist es bisherige EU-Recht gültig.

Quellen: https://www.nord24.de/landkreis-cuxhaven/kreistag-keine-mehrheit-fuer-dringlichkeitsantrag-zum-wolf-70684.html?fbclid=IwAR0uJmlKEbEOsW0kyPW590zfzup6tSVvDKRpCIRD-QseuJtBpC1POcXBczA

https://www.nord24.de/landkreis-cuxhaven/wenn-woelfe-zum-abschuss-freigegeben-werden-70936.html?fbclid=IwAR0Yd1UYx7bcLBJkdQHP2IaOt4u6BievvBRHSd0JhDVZurCQ16WmAhn-Nws

https://www.bild.de/regional/bremen/bremen-aktuell/31-schafe-tot-es-war-der-wolf-78502172.bild.html?fbclid=IwAR2MNS4f6c2kbBWw417_GzOTKFTMqxk84oI7c2_mE8b099g9OaB4CWYvahU###wt_ref=https%3A%2F%2Fl.facebook.com%2F&wt_t=1639491608502

Info Rudel Schiffdorf: https://www.wolfsmonitoring.com/monitoring/wolfsterritorien/territorium-schiffdorf

Info Rudel Garlstedt: https://www.wolfsmonitoring.com/monitoring/wolfsterritorien/territorium-garlstedt

Aus das vorangegangene Cuxlandrudel war der Agrarlobby im Weg und sollte „legal“ erschossen werden. Bevor es dazu kam, wurde es allerdings illegal beseitigt: https://www.noz.de/deutschland-welt/niedersachsen/artikel/958469/notfalls-sollen-ganze-wolfsrudel-geschossen-werden

Wir berichteten unter anderem hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2017/08/22/nazijargon-herr-wotschikowsky-spricht-von-moeglicher-endloesung-fuer-das-cuxhavener-rudel/

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10. Dezember 202111. Dezember 2021Allgemein

Skandal in Sachsen-Anhalt: Ließ das Wolfskompetenzzentrum absichtlich einen Jungwolf erfrieren?

Die Wolfsmonitoringzahlen für Sachsen-Anhalt liegen nun vor. Mit 22 Rudeln und drei Paaren hat sich die Zahl der Wölfe im Vergleich zum Vorjahr mit 19 Rudeln und vier Paaren leicht erhöht. So weit, so erfreulich ist es auch, dass die Risse an Weidetieren abgenommen haben. Herdenschutz wirkt also. Doch auch einen Skandal geben die Daten des Monitorings preis. Ein unter Räude leidendes Jungtier ließ man wohl erfrieren und verhungern, obwohl es mehrere Medikamente zur Behandlung von Räude gibt. Wolfsschutz-Deutschland e. V. zeigt sich entsetzt über die Herzlosigkeit. Denn es hätte relativ einfach geholfen werden können.

Beispielbild Jungwolf, zirka vier Monate alt.

Gegen Räude gibt es drei sehr wirksame Medikamente, die sowohl bei Hunden als auch bei Wölfen eingesetzt werden könnten. Es gibt sogar Tabletten, die in Köderform verabreicht werden könnten.

Zitat aus dem Monitoringbericht:

Rudel Oranienbaumer Heide (OH)

„Wieder wurden schwere Räudefälle bei mehreren Tieren des Rudels bekannt. In der Umgebung wurden im Januar/Februar 2021 bei strengen Nachfrösten (-18°C) zwei Fälle von schutzsuchenden Wölfen in privaten Pferde-Offenställen bekannt. In beiden Fällen gab es keine Nutztierübergriffe, vielmehr suchten die von Räude gekennzeichneten Jungwölfe in selbst angelegten Strohnestern Witterungs- und Kälteschutz. Beide Vorfälle wurden sofort dem WZI gemeldet. Eines der Tiere erfror unweit des zuvor aufgesuchten Pferdestalles, der Verbleib des zweiten Tieres ist unklar.“

Dass die Natur oft unerbittlich und grausam ist und man nicht eingreifen dürfe, wird oft auch als Erklärung für eine solche „unterlassene Hilfeleistung“ hergenommen. Dabei wurde vor ein paar Jahren noch ein Tierfilmer frenetisch gefeiert, der sich über dieses ungeschriebene Gesetz hinweggegsetzt hatte und statt nur mit der Kamera draufzuhalten, den Tieren geholfen hatte. Siehe Bericht in der Welt: https://www.welt.de/kmpkt/article191244587/Tierfilmer-retten-Pinguine-vor-dem-Tod.html

Unserer Ansicht nach, hätte nach Kenntnis dieser beiden in Not geratenen Jungtiere, die ja geradezu in einem Stall „um Hilfe gebeten hatten“, auch eine Hilfe erfolgen müssen. Uns ist auch die Kaltschnäuzigkeit der StallinhaberInnen unerklärlich. Wie kann man es verantworten, dass Tiere praktisch in der Haustüre leiden und erfrieren? Solche entkräftigten Tiere hätten bestimmt auch betäubt und eingefangen werden können. Es gibt mehrere Päppelstationen in Deutschland. Aus Italien und anderen benachbarten Ländern werden immer wieder Erfolgsgeschichten gemeldet, während sich in Deutschland eine erschreckende Kaltherzigkeit immer mehr auszubreiten scheint.

Hier ist ein Wolf mit einer fast ausgeheilten Räude zu sehen.

Mehr Wölfe, weniger Risse

„In diesem Jahr bemerkenswert ist die positive Entwicklung bei den Nutztierrisszahlen. Sowohl die Zahl der Übergriffe als auch die Anzahl getöteter/verletzter Tiere ging trotz steigender Wolfspopulation spürbar zurück. Mindestens teilverantwortlich sind neben möglichen unbekannten Faktoren die Wahrnehmung der Fördermöglichkeiten des Landes für Maßnahmen des Herdenschutzes vor dem Wolf durch die Nutztierhalter, aber auch eine intensivierte Beratung/Begleitung durch alle Akteure, die sich mit dem Thema Herdenschutz beschäftigen. Bei den meisten Vorfällen waren trotzdem fehlender Untergrabungsschutz bzw. Mängel in Zaunführung und Elektrifizierung auszumachen, so dass ein Eindringen von Wölfen in die Herden zu einfach möglich war.“

Karte der Wolfsterritorien.

ß

 

 

 

Hier der komplette Monitoring-Bericht aus Sachsen-Anhalt: https://lau.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MLU/LAU/Naturschutz/WZI/Dateien/Monitoringbericht_2020-21.pdf

Hier auch noch einmal Zahlen zum Vergleich auf DBB-Wolf: https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/territorien/status-und-reproduktion?Bundesland=&Jahr=2020

 

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3. Dezember 20213. Dezember 2021Allgemein

Moderater Zuwachs: 29 Wolfsrudel mehr als im Vorjahr leben in Deutschland

Kaum wurden die neuesten Zahlen zum Wolfsvorkommen in Deutschland vom Bundesministerium für Naturschutz bekannt gegeben, geht der übrliche Trara auch schon los. Statt sich darüber zu freuen, dass Wölfe ihre Plätze zurückerobern, erscheinen wie jedes jahr wieder zahlreiche Artikel in den Massenmedien mit Panik schürenden Überschriften und haltlosen Forderungen der Agrar und Jagdlobby. Wolfsschutz-Deutschland e. V. freut sich über die positiven Zahlen, doch wir beobachteten auch, dass Rudel und Einzelwölfe plötzlich verschwanden.

Statt wolfsfreie Zonen oder eine allgemeine Jagd auf Wölfe zu fordern, sollte endlich unsere Forderung nach einem einheitlichen Förder- und Forderkatalog für die Weidetierhaltung mehr Aufmerksamkeit finden. Da sich die Wölfe nach dem offiziellen Wolfsmonitoring tatsächlich mehr auszubreiten scheinen, sollten endlich Fördermaßnahmen für das gesamte Bundesgebiet geschaffen werden und überall entschädigt und gefördert werden. Dies würde auch einen Teil der Bürokratie abbauen und WeidetierhalterInnen könnten auch für Risse von durchwandernden Jungtieren entschädigt werden.

Beispielbild. © Brigitte Sommer

EU-Förderung ignoriert?

Dennoch darf nicht vergessen werden, dass der Anteil an Weidetieren in der Ernährung von Wölfen so gut wie keine Rolle spielt und nur knapp über einem Prozent beträgt. Anders als Deutschland haben mehrere EU-Mitglieder einen Fonds der EU  zur Finanzierung von Herdenschutz über den Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) schon seit 2014 genutzt. In Deutschland dagegen versäumten es die Länder, die für den Herdenschutz verfügbaren Mittel über europäische Zuschüsse aufzustocken. Auch der Sondertopf, der von der EU geschaffen worden ist, wurde wohl nicht in Anspruch genommen. Wir fragen uns natürlich warum nicht? Setzt man auf SChießen statt auf Schützen?

Die Monitoringzahlen

Im Monitoringjahr 2020/2021 gab es 157 Wolfsrudel in Deutschland. Das geht aus den Erhebungen der Bundesländer hervor, die hierfür mehr als 27.000 Hin- und Nachweise ausgewertet haben. Die amtlichen bestätigten deutschen Wolfszahlen haben das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) jetzt in Abstimmung mit den Ländern veröffentlich

Das Wolfsvorkommen konzentriert sich wie in den Vorjahren auf das Gebiet von Sachsen in nordwestlicher Richtung über Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern nach Niedersachsen. Weitere Wolfsterritorien wurden in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen nachgewiesen. Die meisten Wolfsrudel leben im Wolfsjahr 2020/2021 (1. Mai 2020 bis zum 30. April 2021) in Brandenburg (49), gefolgt von Niedersachsen (35) und Sachsen (29).

Neben den 157 Rudeln sind 27 Wolfspaare sowie 19 sesshafte Einzelwölfe für das Monitoringjahr 2020/2021 bestätigt. Im vorhergehenden Monitoringjahr 2019/2020 wurden 131 Rudel, 45 Paare und neun Einzelwölfe nachgewiesen (aktualisierter Stand vom 30.11.2021).

Im Vorjahr lauteten die Zahlen wie folgt. Neben den 128 Rudeln sind 35 Wolfspaare sowie zehn sesshafte Einzelwölfe für das Monitoringjahr 2019/20 bestätigt. Im vorhergehenden Monitoringjahr 2018/19 wurden 105 Rudel, 41 Paare und zwölf Einzelwölfe nachgewiesen (aktualisierter Stand vom 30.10.2020).

BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm wird folgendermaßen zititert: „Ich danke den Bundesländern für die wertvolle Ermittlung zu den Wolfsbeständen im Rahmen ihres Wolfsmonitorings. Die amtlich geprüften Daten aus den Ländern zur Anzahl der Territorien und zu den Vorkommen zeigen: der Wolfsbestand in Deutschland nimmt zu. Die meisten Wolfsterritorien verteilen sich von Ostsachsen bis an die Nordsee. Aber auch außerhalb dieser Vorkommen konnten in den mittel- und süddeutschen Bundesländern einzelne Wolfsterritorien nachgewiesen werden.“

Alleine vier tote Wölfe durch geheime Jagden in Niedersachsen

Die Anzahl aufgefundener toter Wölfe (Totfunde) lag bei 138 Tieren, davon sind 107 durch Verkehrsunfälle gestorben. Bei 13 Wölfen war die Todesursache natürlichen Ursprungs, neun Wölfe wurden illegal getötet, bei fünf Wölfen war die Todesursache nicht zu ermitteln und vier Wölfe wurden im Rahmen von Managementmaßnahmen im Monitoringjahr 2020/2021 entnommen, laut Pressemitteilung. Diese unter „Managementmaßnahmen“ aufgeführten erschossenen Tiere sind allesamt auf die geheimen Schießbefehle des Niedersächsischen Umweltminister Lies zurückzufähren. Ausgestellt waren sie auf die Elterntiere, erschossen worden waren allesamt Jungtiere. Wolfsschutz-Deutschland e. V. hatte daraufhin Strafanzeigen erstatten. Wie zu erwarten war, wurden keine Ermittlungen aufgenommen, bzw. Ermittlungen eingestellt. Wir berichten auch hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/12/03/schluss-mit-geheimen-wolfsjagden-in-niedersachsen/

Verschwundene Wölfe in Sachsen und Rheinland-Pfalz

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. beklagen, dass das komplette Neusorge-Rudel, sowie auch das Weißwasserrudel in Ostsachsen verschwunden ist. In Niesky und Bihain beobachteten wir nur noch Einzeltiere. Eine der Ursachen könnten praktisch wöchentlich stattfindende Treibjaggden sein, die sogar in so genannten Prozessschutzgebieten stattfinden, in denen normalerweise gar nicht gejagt werden darf. Als Ausnahme gilt die Bekämpfung der Schweinepest. Ebenso wurde die Schonzeit für Rotwild aufgehoben, was den Jagddruck auf die gesamte Tierwelt noch erhöht. Hinzu kommt noch ein zig Kilometer langer unter Strom stehender Zaun, der die Wildschweine hindern soll über die Grenze von Polen nach Deutschland zu gelangen. Wir sehen hier auch Hinweise darauf, dass auch Wölfen der Übergang erschwert bis unmöglich gemacht wird. Offiziell heisst es, dass die Wölfe sich selbst dort Konkurrenzdruck machen würden, doch dies zweifeln wir an, weil in den westliche gelegeren Gebieten mindestens genauso viele Wolfsrudel sind. Auffalldend ist , dass von Weißwasser bis Neusorge ein wolfsfreier „Korridor“ zu sehen ist.

 

Wildschweinzaun zwischen Polen und Deutschland behindert Wildtiere.

Das komplette Neusorge-Rudel, hier noch auf unserem Film mit Welpen zu sehen, ist verschwunden.

 

Auch in Rheinland-Pfalz beklagt ein anderer kleiner Naturschutzverein, das Verschwinden von Wölfen aus der Region des Leuscheider Rudels.

Einheitliche Standarts im Wolfsmonitoring

„Die Daten, die das Bundesamt für Naturschutz jährlich im Herbst veröffentlicht, werden von den Bundesländern nach einheitlichen Standards jeweils für ein Monitoringjahr erhoben. Dieses erstreckt sich vom 1. Mai bis zum 30. April des darauffolgenden Jahres und deckt sich zeitlich mit einem biologischen „Wolfsjahr“, von der Geburt der Welpen bis zum Ende des ersten Lebensjahres. Grundlage des Wolfsmonitorings sind eindeutige Wolfsnachweise, wie etwa durch Lebendfang, genetische Nachweise (auch aus Kotproben) oder Fotos. Auch bestätigte Hinweise, etwa von einer erfahrenen Person überprüfte Spuren, werden für das Monitoring herangezogen. Die von den Bundesländern erhobenen Daten werden anschließend überprüft und durch das BfN und die DBBW bundesweit im Rahmen des Treffens der im Monitoring erfahrenen Personen von Bund und Ländern zusammengeführt,“ heisst es weiter in der Pressemitteilung des Bundesamtes für Naturschutz.

 

 

Pressemitteilung des Bundesamtes für Naturschutz: https://www.bfn.de/pressemitteilungen/aktuelle-wolfszahlen-bundesweit-157-rudel-bestaetigt

Zum direkten Vergleich die Meldung aus 2020: https://wolfsschutz-deutschland.de/2020/11/06/bundesamt-fuer-naturschutz-bfn-gibt-zahlen-fuer-das-akutelle-wolfsmonotoringjahr-bekannt/

Dazu interessanter Bericht von 3Sat nano: https://www.3sat.de/wissen/nano/211202-wolf-nano-100.html#xtor=CS5-54

Pressemitteilung der Naturschutzinitiative e. V. RLP über „verschwundene Wölfe“ https://naturschutz-initiative.de/pressemitteilungen/1071-12-10-2021-pm-wohin-verschwinden-die-woelfe-im-westerwald

Unsere Info über verschwundene Wölfe in Sachsen: https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/10/28/keine-rasante-vermehrung-neue-wolfszahlen-fuer-sachsen-entlarven-alte-probleme/

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3. Dezember 20213. Dezember 2021Allgemein

Schluss mit geheimen Wolfsjagden in Niedersachsen?

Die Niedersächsischen Grünen hatten gegen die geheimen Wolfsabschussverfügungen von Umweltminister Lies (SPD) geklagt. Nach der Verhandlung am 1. Dezember 2021 zeigte sich der stellvertretende Fraktionschef Christian Meyer optimistisch. Die offizielle Entscheidung wird aber erst am 8. Februar 2022 verkündet werden.

Beispielbild ©Brigitte Sommer – Auf zehn Wölfe in Niedersachsen sind geheim gehaltene Abschussverfügungen ausgestellt. Getroffen wurden allerdings die falschen Wölfe. Lies´Geheimhaltung erschwert Klagen.

 

(dpa) – Darf die rot-schwarze Landesregierung Informationen über zum Abschuss freigegebene Wölfe geheimhalten? Mit dieser Frage hat sich der Niedersächsische Staatsgerichtshof in Bückeburg am Mittwoch beschäftigt. Drei Grünen-Abgeordnete hatten zu den Abschussgenehmigungen im Februar eine Kleine Anfrage im Landtag gestellt, doch das Umweltministerium verweigerte Auskünfte zu einzelnen Fällen. Zur Begründung hieß es, dass das grundrechtlich geschützte Geheimhaltungsinteresse Dritter das Informationsinteresse der Abgeordneten überwiege. Weil die Grünen dies anders sehen, zogen sie vor das höchste Verfassungsgericht im Land.
Wölfe stehen unter strengem Naturschutz und dürfen nur unter bestimmten Bedingungen zum Abschuss freigegeben werden – etwa wenn sie Menschen zu nahe gekommen sind oder wolfsabweisende Zäune mehrfach überwunden und Schafe, Rinder oder Pferde gerissen haben.
In einer zweieinhalbstündigen Verhandlung stellten die Richter den Vertretern der Landesregierung, darunter Umweltstaatssekretär Frank Doods, zahlreiche Fragen.  Unter anderem ging es nach Auskunft eines Gerichtssprechers darum, warum nach dem Abschuss eines Wolfes das Umweltministerium sehr wohl Details etwa zum ungefähren Ort der Tötung des Tieres mitgeteilt hatte. Seine Entscheidung will der Staatsgerichtshof am 8. Februar (10.00 Uhr) verkünden.
Die Grünen zeigten sich zufrieden mit dem Verlauf der Verhandlung. Ihnen gehe es um mehr Transparenz und Überprüfbarkeit von Wolfsabschüssen, sagte der stellvertretende Fraktionschef Christian Meyer der dpa. «Wir wollen nicht wissen, wer der Jäger ist. Wir wollen wissen, warum soll dieser Wolf getötet werden.» Nur so könnten die Genehmigungen mit Klagen von Umweltverbänden rechtlich überprüft werden. Die Geheimniskrämerei sei verfassungswidrig.
Im Internet gebe es Hass und Drohungen auf beiden Seiten, also von Wolfsgegnern und Wolfsbefürwortern, sagte Meyer. «Ich wurde auch schon bedroht.» Diese Taten müssten individuell strafrechtlich verfolgt werden. Die Landesregierung dürfe auch in bestimmten anderen Fällen nicht Informationen verheimlichen, um mögliche Straftaten zu verhindern – etwa bei Atommülltransporten.
Dem Grünen-Politiker zufolge wurden in Niedersachsen bisher zehn Wölfe offiziell zum Abschuss freigeben. Kein einziger der gesuchten Leitwölfe sei getötet worden, stattdessen habe es vier Fehlabschüsse von Jungtieren gegeben, kritisierte der frühere niedersächsische Agrarminister.
Hier die Pressemitteilungen dazu: https://www.fraktion.gruene-niedersachsen.de/presse/pressemeldungen/artikel/meyer-verhandlung-bestaetigt-unsere-rechtsauffassung-mehr-transparenz-und-ueberpruefbarkeit-von-wolf.html
Wolfsschutz-Deutschland e. V. hatte Strafanzeigen gegen Umweltminister und beteiligte Personen gestellt. Im Gegensatz zu den Grünen geht es uns nicht nur darum, die Öffentlichkeit im Rahmen des Gesetzes zu informieren sondern wir stellen die Berechtigung dieser Abschüsse generell infrage. Unserer Meinung nach sind sie nicht mit geltendem EU-Recht vereinbar.

 

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25. Oktober 202125. Oktober 2021Allgemein

Weitere tote Ponys in NRW: Alle Warnungen zu Rissgefahren ab August ignoriert

Die Situation im Wolfsgebiet Schermbeck um gerissene bzw. verletzte Ponys nimmt derzeit immer unverständlichere Ausmaße an.  Dabei könnten alle Ponys noch leben, hätte man auf  Warnungen von Wolfsschutz-Deutschland e. V. gehört. Laut aktuellem DNA-Ergebnis ist der erste Riss Wölfin Gloria nicht nachzuweisen.

Shetland-Ponys und andere Kleinpferde können sehr wohl ins Beuteschema von Wölfen passen. Vor allem, wenn sie alt, wie bei allen Rissen im Schermbecker Wolfsgebiet, oder nicht fit sind. Beispielbild Shetty Pixabay

Auch nach dem Riss des 20jährigen Therapieponys „Rebell“ in der Nacht vom 10. auf den 11.10.21 in Hünxe wurden dort erneut weitere Ponys und Pferde sich selbst überlassen. Das Drama nahm auf einer ungeschützten Weide am Kirchhellen – Wesel  Weg seinen Lauf. Ein ebenfalls älteres Shetlandpony wurde vermutlich in der Nacht vom  19. auf den 20.10.21 gerissen. Seltsamerweise wurde das tote Tier erst am nächsten Tag in der Mittagszeit von Spaziergängern entdeckt, da die Besitzer außerhalb des Gebietes wohnen. Am 22. Oktober wurde schleißlich Pony Max ebenfalls tot aufgefunden.

Zum Pony Rebell gibt es jetzt ein Ergebnis der DNA-Analyse. Es war tatsächlich ein Wolf, doch der Verursacher ist nicht zuordnenbar. https://wolf.nrw/wolf/de/nachweise

Zur Zeit beginnt die Wandersaison von jungen Wölfen, die ihr Rudel verlassen, um ein eigenes Revier zu suchen. Es ist also anzunehmen, dass das Schermbecker Rudel gar nicht für die aktuellen Risse verantwortlich ist.

Totes Pony einfach unter Plane liegen gelassen

Unsere anschließenden Recherchen ergaben, das dieses tote Pony weiterhin, mit einer Plane bedeckt, auf genau dieser Weide verblieb. Grund  dafür war, dass erst die Besitzer des Tieres ausfindig gemacht werden mussten. Das ist bis dahin auch durchaus verständlich, aber warum dieser Zustand nach dem Eintreffen der Eigentümer nicht umgehend geändert wurde ist für uns nicht nachvollziehbar.  Tatsache ist, das das Pony wohl noch die ganze Nacht dort gelegen haben muss (dieses bestätigten uns Anwohner). Auf dieser Wiese befand sich zu diesem Zeitpunkt auch noch die etwa 40 Jahre alte Stute, die schon seit über 20 Jahren mit dem Shetlandpony zusammen dort gehalten wurde. Was dann passierte konnte man dann am nächsten Tag wieder in der Zeitung lesen: der nächste Wolfsangriff ging durch die Presse. Jene betagte Stute wurde dabei verletzt. Wenn man diese Hintergründe bedenkt, war das leider fast zu erwarten. In unseren Augen ist das nicht nur fahrlässig, sondern skrupellos und einfach ungeheuerlich!

Das gescheckte Pony ist tot, das andere wurde in der darauf folgenden Nacht verletzt, während das tote Pony einfach unter einer Plane liegen gelassen wurde. Erst im September hatten wir diese Weide kritisiert.
Weide des Ponyrisses von vorne betrachtet. Gut sichtbar die nicht funktionstüchtigen Zäune, die vor gar nichts schützen. Beide Pferden waren hochbetagt.

Und da wundern sich tatsächlich die Weidetierhalter, das wir eine Anfütterungstaktik durchaus für denkbar halten und diese auch in den medialen Raum stellen? Was wären wir denn für Wolfsschützer, wenn wir das nicht in Erwägung ziehen würden?

Und um hier keine falsches Bild aufkommen zu lassen, uns tut es um jedes tote Tier genauso leid. Einige von uns hatten bzw. haben ebenfalls Pferde, manche auch Ziegen und Schafe. Aber, wer seine Tiere liebt, der schützt diese eigeninitiativ und wartet nicht auf Fördergelder für wolfsabweisende Zäune.

Die Vernetzung der Weidetierhalter läuft doch ansonsten auch recht unproblematisch, da kann man sich doch untereinander sicher auch mit Notunterbringungen behilflich sein, wenn der eine oder andere so schnell keinen sicheren Stall zur Verfügung hat.

Die dringende Bitte, Ponys ab August nachts einzustellen, wird seit Jahren ignoriert

Anhand des Rodenthaler Rudels in Sachsen hatten wir bereits vor drei Jahren aufgezeigt, dass Risse ab August wahrscheinlicher werden. Diese Statistik ist auf alle Rudel in Deutschland übertragbar: https://wolfsschutz-deutschland.de/2017/11/22/liegt-es-am-mangelnden-willen-der-hobbytierhalter-wir-haben-uns-die-rissstatistik-des-rosenthaler-rudels-mal-genauer-angesehen/

Dabei sind vermehrte Risse ab August absolut logisch nachvollziehbar. Denn die im Frühjahr geborenen Welpen sind nun fast schon so groß wie ihre Eltern und brauchen nun mehr Fleisch. Auch ältere Geschwister, die noch mit auf die Welpen aufgepasst haben, müssen bevor sie abwandern, noch mitversorgt werden. Dazu kommen bereits abgewanderte Jungtiere, die unterwegs ebenfalls Beute benötigen. Da Wölfe Opportunisten sind, wählen sie den einfachsten Weg, Beute zu machen.

Nicht umsonst wurde bereits seit dem Riss von Pony „Rebell“ durch die Behörden die dringende Empfehlung an die Weidetierhalter ausgesprochen, ihre Ponys und Kleinpferde nachts einzustallen. Es sei wichtig, „die Weiden mit potenziell gefährdeten Haus- und Nutztieren, das sind neben Schafen, Ziegen und Gatterwild auch Kleinpferde, wolfsabweisend zu zäunen“ und die Tiere „in den dunklen Tag- und Nachtstunden in einen Stall zu verbringen“, wird der Staatssekretär Heinrich Bottermann in einer Mitteilung des Ministeriums zitiert. „Bei der Landwirtschaftskammer haben wir für die Herdenschutzberatung eine Hotline eingerichtet, die unter anderem auch zu wolfsabweisenden Zäunen berät.“

Ganz aktuelles Foto aus dem Kerngebiet des Schermbecker Rudels, nicht weit von den toten Ponys entfernt, die nur mit Stacheldraht, bzw. zwei oder nur einer Litze eingezäunt gewesen waren. Der Mais ist besser geschützt als Weidetiere. Und hier beschwert sich neimand darüber, dass keine Wildtiere hindurch können.

Hotline für Weidetierhalter *innen

Die Durchwahl der Servicehotline Herdenschutz der Landwirtschaftskammer ist 02945 989898. Weitere Informationen zum Thema gibt es auf der Internetseite der Organisation.

Bislang werden solche Schutzmaßnahmen aber für die Pferdehaltung nicht öffentlich bezuschusst. Landesumweltministerin  Ursula Heinen Esser hat Mitte des Monats angekündigt, das sich das ändern soll.  Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/10/19/nrw-wolfsschutz-deutschland-e-v-klagt-an-provozieren-pferdehalter-innen-absichtlich-wolfsrisse-um-eine-abschussgenehmigung-zu-erhalten/

Das scheint aber noch nicht jeder als notwendig zu erachten, denn auch am 22.10.21 gab es erneut eine Rissmeldung. Auf dem Gehöft schwarze Heide in Hünxe soll eine Ponyherde von fünf Kleinpferden von ihrer Weide in die Nähe von Stallungen gejagt worden sein. Dabei wurde das 22 Jahre alte Shetland Pony „Max“ getötet. Die Tiere leben in einer Offenstallhaltung, der Zaun war nicht wolfsabweisend, und sollte in Stand gebracht werden.

Eine der Stromlitzen sei durchtrennt gewesen, weitere Infos gibt es dazu nicht.

Wir können nur immer wieder betonen, dass  wir vor diesen Entwicklungen eindringlich gewarnt haben, so wie schon im August diesen Jahres in unserem großen NRW-Faktencheck https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/09/01/exklusiv-faktencheck-fotoreportage-und-zaunkontrollen-aus-dem-wolfsgebiet-schermbeck-nrw/ :  sollten die Weidezaunsituationen, bzw. die Haltebedingungen der dort stehenden Tiere nicht adäquat angepasst werden, sind weitere Übergriffe vorprogrammiert. Präventivmaßnahmen heißt das Zauberwort, wer dazu nicht bereit ist, sollte nicht die Schuld bei den Wölfen suchen, sondern einfach nur mal in den Spiegel schauen. In unseren Augen stellt das ignorante und fahrlässige Verhalten der Tierhalter einen Skandal ohne gleichen dar. Unsere Warnungen werden vehement in den Wind geschlagen, und die Schuld immer bei den Wölfen oder den Behörden gesucht. Sich allerdings anschließend immer als „Opfer“ darzustellen und sich dann anschließend dramatisch in Szene zu setzen, ist einfach nur dreist und irgendwann auch unglaubwürdig.

Es sind mittlerweile haarsträubende Zustände, die man im Gebiet des Schermbecker Wolfrudels vorfindet.

Weiter unbequem und schonungslos ehrlich

Selbst uns von Wolfsschutz Deutschland e. V. verschlägt es bei soviel Dreistigkeit die Sprache!

Auch wir bleiben weiter unbequem, aber dafür schonungslos ehrlich – so wie man es von Wolfsschutz-Deutschland e. V. kennt.

Hier unser Statement auf unserer FB-Seite:

Pferderipper, die unbeachtete Gefahr

„Spätestens, wenn ein Pferd verletzt wurde, ist dies auch für die Polizei keine Bagatelle mehr, betont Dr. Helga Ihm, Kriminalpsychologin beim Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz. Denn das Potenzial von Menschen, die Tiere quälten, ist bedeutsam für mögliche spätere Delikte, bei denen gewalttätige Verhaltensmuster auch gegen Menschen umgesetzt werden.“ Wir haben uns mal die Statistik angeschaut. Statistiken zeigen, dass Menschen als Haupttäter für Gewalt an Pferden verantwortlich sind. Sind also Krokodilstränen von Haltern sowie Forderungen nach Abschuss von Wölfen nach wirklich extrem seltenen Angriffen berechtigt?

https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/01/14/angriffe-auf-pferde-280-irren-rippertaten-stehen-nur-16-wolfsangriffe-gegenueber-abschussforderungen-von-pferdehaltern-unverhaeltnismaessig/

 

Hobbyjäger erschießen regelmäßig Pferde

Alleine in diesem Jahr sind schon wieder mindestens zehn Fälle bekannt, in denen Hobbyjäger Pferde mit Wildtieren verwechselt haben und diese erschossen haben. Seltsamerweise findet man hier keinen einzigen Bericht darüber, dass Halter und Halterinnen großartig in der Presse darüber wehklagen. Hier das neuestes Beispiel: https://www.swr3.de/aktuell/nachrichten/jaeger-erschiesst-pferde-100.html

Weitere Quelle: https://rp-online.de/nrw/staedte/dinslaken/wolfs-angriffe-in-huenxe-auch-ponys-sollen-jetzt-nachts-in-den-stall_aid-63680307?fbclid=IwAR2KYMEJw9q9JokxfFcUlbWp1wvR0y_MphVlY4IOQPsMuv44YadI4Och6rE

 

 

 

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23. Oktober 202123. Oktober 2021Allgemein

Ausflugstipp: Auf den Spuren der Wölfe in Berlins wildem Südwesten

Wildtiere kann man in Berlin vielerorts bewundern. Füchse, Wildschweine, Waschbären, Marder, seltene Wasservögel und sogar seltene Insekten wie die Gottesanbeterin zieht es wegen des enormen Jagddrucks im Umland immer mehr in die Großstadt. Und die Berliner gehen meistens ganz entspannt mit ihren wilden Mitbewohnern um. Jetzt ist allerdings im Speckgürtel von Berlin eine kleine Sensation entdeckt worden. Ein Wolfsrudel hat sich in der Döberitzer Heide niedergelassen. Hier unser Freizeit-Ausflugstipp von Jürgen Götz

Am vorletzten Wochenende (Sa. und So.) habe ich vor Ort die Gegend um das vor kurzem neu entdeckte Wolfsgebiet in Brandenburg in der Döberitzer Heide etwas in Augenschein genommen.

Das Wolfsgebiet Döberitzer Heide liegt nur zirka 25 Kilometer von der Berliner Innenstadt entfernt. ©Jürgen Götz

Ein Fotograf hat unlängst entdeckt, dass sich auf dem für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Naturschutzgelände, das die Heinz Sielmann Stiftung 2004 erworben hat, ein Wolfsrudel samt Welpen befindet! Auf diesem 3442 Hektar großen Gelände, die als Wildniskernzone bezeichnet wird, leben (zwar unter Beobachtung aber durch menschliches Zutun unbeeinflusst) seit 2010 Wisente, die europäischen Bisons (anfangs 11), die seit 100 Jahren in freier Wildbahn ausgerottet sind (bis auf wenige, die wieder ausgewildert wurden) und Przewalski-Pferde (anfangs 7), die als die Nachkommen der Urwildpferde gelten und die eigentlich als ausgestorben galten aber durch Exemplare, die sich noch in Zoos befanden wieder ausgewildert werden konnten. Heute sollen in dieser Wildniskernzone um die 90 Wisente, 30 Przewalski-Pferde und 100 Tiere Rotwild leben – und mitten drin ein neues Wolfsrudel (Elternpaar mit 4 Welpen). Die Wildniskernzone ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich und geschützt durch ein dreifaches Zaunsystem (außen ein hüfthoher Maschendrahtzaun, als nächstes ein zwei Meter hoher Elektrozaun und innen ein weiterer 1,5 m hoher Elektrozaun). Die Zäune sollen natürlich in erster Linie die Wisente und Przewalski-Pferde daran hindern, das Gelände zu verlassen. Kleinere Wildtiere wie z. B. der Wolf haben aber die Möglichkeit unbeschadet über Schleusen, die sich im Abstand von meistens ca. 50 m rund um das Gelände befinden, in das Gebiet zu gelangen und es auch wieder zu verlassen!

Die Wildniskernzone ist mit Zäunen umrundet, damit die Wisente und Przewalski-Pferde nicht hinaus können.
Für kleinere Tiere sind Schleusen eingebaut. So können auch die Wölfe hinein und heraus. ©Jürgen Götz

 

Wildniskernzone für Menschen tabu

Die öffentich nicht zugängliche „Wildniskernzone“ grenzt zum Teil an die sogenannte „Naturerlebnis-Ringzone“, die für Menschen eher zugänglich ist.

Die Döberitzer Heide befindet sich innerhalb des „Berliner Rings“, dem Autobahnring, der die gesamte Stadt umschließt. Die Entfernung nach Berlin-Mitte (Alexanderplatz) beträgt ca. 20 km Luftlinie. Dieses Gebiet befand sich seit 1713 ununterbrochen unter militärischer Nutzung (vor und während des Kaiserreichs, während der Nazizeit und zur DDR-Zeit durch die „Rote Armee“ und nach deren Abzug 1991 zum Teil immer noch durch die Bundeswehr.

Der Wanderweg um die nicht zugängliche Kernzone besteht meist aus Sandpisten. Gutes Schuhwerk und oder Mountainbikes sind erforderlichl ©Jürgen Götz

 

Ich habe mich entschlossen am Samstag meine Erkundung in Elstal, dem größten Ortsteil der Gemeinde Wustermark, zu beginnen. Elstal ist mir sehr vertraut als beliebtes Ziel von vielen meiner Klientenkindern aus meiner sozialpädagogischen beruflichen Tätigkeit! Dort befindet sich eines der „Karls-Erlebnis-Dörfer“. Hier können sich die Kids mit vielerlei Aktivitätsmöglichkeiten austoben. Elstal ist aus Berlin mit Regionalbahn innerhalb von 30 Min. sehr gut erreichbar. Nicht weit von dem besagten Erlebnis-Dorf, das mit dem Bus gut vom Bahnhof aus erreichbar ist, ist ein Eingang zum Rundwanderweg um die Wildniskernzone „Döberitzer Heide“. Für PKWs ist am Eingang Endstation, da dort absolutes Fahrzeugverbot gilt (außer Fahrrädern). Ich bewegte mich dann weiter auf „Schusters Rappen“. Gleich am Eingang befand sich ein Gelände des Naturschutz-Fördervereins „Döberitzer Heide“ e. V. Die Einfahrt war durch ein Tor gesperrt. Der Naturschutz-Förderverein setzt sich seit 1992 nach eigenen Worten für Artenvielfalt ein.

Paradies zum Wandern und Radfahren

Man muss nun wissen, dass der Rundweg um die Wildniskernzone ca. 22 km umfasst! Wacker machte ich mich auf den Weg. Ich musste feststellen, dass der Weg weitgehend sehr sandig ist und entsprechend körperlich anstrengend zu bewältigen ist (alle haben dies sicherlich schon mal festgestellt: auf festem Waldboden kommt man bedeutend schneller und weniger anstrengend voran als z. B. auf einem Sandstrand)! Oft hat man das Gefühl, es geht zwei Schritte voran und einen wieder zurück! Weiterhin festzustellen bleibt: entweder man entscheidet sich für die volle Länge des Rundweges oder man geht eine gewisse Strecke und muss diese dann in voller Länge wieder bis zum Ausgangspunkt zurückgehen, da es keine Abkürzungen, öffentlichen Verkehrsmittel o. ä. zum Start zurück gibt! Nach vorliegenden Berichten benötigen Menschen, die zu Fuß unterwegs sind, sechs bis sieben Stunden für den gesamten Rundweg. Nach zirka fünf Kilometern entschloss ich mich dann umzukehren und zu meinem Ausgangspunkt zurückzukehren (was unterm Strich die zehn Kilometer meines Fußweges komplett machten). Auf dieser Strecke gibt es zwei Aussichtspunkte, von denen man einen guten Blick in die Kernzone hat. In erster Linie ist dies der höher gelegene und überdachte Aussichtspunkt „Wolfsberg“. Leider konnte ich weder von dort noch auf meinem Weg entlang der Wildniskernzone weder Wisente, noch Przewalski-Pferde, noch Rotwild, geschweige denn Wölfe wahrnehmen. Auch konnte ich keine Spuren oder Hinterlassenschaften von Wölfen außerhalb der Umzäunung entdecken. Trotzdem konnte ich die Wanderung bei blauem Himmel und Sonnenschein genießen.

Blick vom Aussichtstrum Wolfsberg in die Kernzone. ©Jürgen Götz

Neuer Versuch am nächsten Tag (Sonntag). Diesmal habe ich mir einen anderen Ausgangspunkt ausgesucht (etwas weiter südlich) und bin von der Speckdammbrücke bis zum Finkenberg (höchste Erhebung in der Döberitzer Heide) marschiert auf dem ein Aussichtsturm steht von dem man einen guten Blick sowohl in die Kernzone bekommt als auch bis nach Berlin (Fernsehturm am Alex und andere markante Punkte sind deutlich zu sehen). Diesmal waren es drei Kilometer (hin und zurück also sechs Kilometer) aber diesmal habe ich mich unterwegs etwas länger an einigen Stellen aufgehalten. Habe Spuren von Wild entdeckt. Höhepunkt des Tages war, als ich beim Aussichtsturm ankam und dort eine große grasende Schafs- und Ziegenherde sah (außerhalb des Zauns um die Kernzone)! Im Hintergrund sah ich sitzend einen Schäfer mit Hund, der aber weitgehend passiv und beobachtend schien! Die Herde zog dann am Zaun entlang weiter. Irgendwann danach habe ich ein einsames zurückgelassenes Lamm auf dem ursprünglichen Weideplatz gesehen, das blökend hin und her lief und offenbar verzweifelt den Rest der Herde suchte. Irgendwann bewegte es sich in die Richtung, in die auch die Herde abgezogen ist und ich hoffe, dass es wieder Anschluss gefunden hat! Meine Einschätzung: in einem Wolfsgebiet sollte sich der Schäfer etwas aktiver und weniger sorglos um seine Herde kümmern!

Zwischendurch habe ich den Aussichtsturm bestiegen von dem aus man einen guten Blick in die Kernzone als auch in die weitere Umgebung bis hin nach Berlin hat! Leider konnte ich auch vom Turm aus keines der dort lebenden Wildtiere entdecken.

Demnächst werde ich mich einmal daran wagen, den gesamten Rundweg per Mountainbike in einem Rutsch zu bewältigen.

Mein Fazit: Ein landschaftlich reizvolles und lohnendes Ausflugsziel und mit etwas Glück (das mir bisher leider noch nicht beschieden war) kann man von irgendwo auf diesem Rundweg vielleicht faszinierende Wildtiere beobachten.

Einsames zurückgelassenes Lamm, das blökend und suchend auf einer Fläche auf der 20 Minuten vorher noch eine Schaf- und Ziegenherde geweidet hat umherläuft.
Die Herde ist mit dem Schäfer inzwischen weiter gezogen und das Lamm wurde offenbar vergessen. Wir hoffen, dass das Lamm wieder den Anschluss an seine Herde findet. Zu bedenken ist, dass sich das unmittelbar an der Grenze zur Wildniskernzone „Döberitzer Heide“ in Brandenburg, in der vor Kurzem ein neues Wolfsrudel entdeckt wurde, abgespielt hat. Es bleibt zu wünschen, dass künftig die Ziegen- und Schafe in diesem Gebiet durch die Verantwortlichen besser geschützt werden denn wenn sich die Wölfe an diesem Angebot bedienen, ist das Geschrei wieder groß!
(Weil einige Leute anscheinend nicht in der Lage sind, Antworten auf Fragen in den Kommentaren zu lesen, hier noch einmal: das Lämmchen ließ sich nicht einfangen. Mit mehreren Leuten zusammen trieben wir schließlich das Tier hinter der Herde her.)
Schafe sollen das Gelände offenhalten. © Jürgen Götz

 

Quelle: https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/10/06/grosse-ueberraschung-wolfsrudel-innerhalb-des-berliner-rings-entdeckt/

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6. Oktober 20216. Oktober 2021Allgemein

Große Überraschung: Wolfsrudel innerhalb des Berliner Rings entdeckt

Dass Wölfe keine absolute Wildnis brauchen, sondern in unserer Nähe und in unseren Kulturlandschaften wunderbar zurecht kommen, zeigt eine überraschende Meldung der Deutschen Presseagentur von heute. Ein Fotograf, der für die Heinz Sielmann Stiftung Fotos machen wollte, entdeckte die Wölfe in der Döberitzer Heide, von der man dachte, dass sie zu klein für Wölfe wäre.

Beispielfoto ©Brigitte Sommer

Das hätte es laut Aufzeichnungen des Landesumweltamtes noch nie gegeben. Nur 30 Kilometer vom Alexanderplatz entfernt hätte sich ein Wolfsrudel niedergelassen, heisst es weiter in der dpa-Meldung. Die zwei Elterntiere und vier Welpen seien in der Döberitzer Heide in Brandenburg westlich von Berlin gesichtet worden, teilte die Heinz Sielmann Stiftung bereits am Dienstag mit. Am Dienstag bestätigte auch das Landesumweltamt (LfU) der Deutschen Presse-Agentur, dass es sich bei den Tieren um Wölfe handelt. Innerhalb des Berliner Rings hatten sich andere Wolfsrudel nach der Karte der Wolfsnachweise des LfU noch nicht niedergelassen.

Das Rudel war vor rund zwei Wochen einem Fotografen, der in dem rund 4500 Hektar großen Naturschutzgebiet an den Toren Berlins und Potsdams für die Stiftung unterwegs war, vor die Linse gelaufen. Die sechs Tiere hätten sich laut Stiftung insbesondere in einem eingezäunten Gebiet von etwa 1800 Hektar etwa in der Mitte des Areals niedergelassen – dort seien sie vom Menschen weitestgehend ungestört. Die Zäune, in denen sich Wildklappen befinden, sollen dort lebende Wisente und Wildpferde davor schützen, auf die umliegenden Bundesstraßen 2 und 5 und die A 10 im Westen zu laufen.

Rückkehr der Wölfe ist Erfolg für den Artenschutz

Eigentlich sei das Gebiet zu klein für ein Rudel, sagte Stiftungs-Sprecherin Nora Künkler der dpa. Aber die Tiere hätten dort aufgrund hohen Wildbestandes viel Nahrung. Rehe und Wildschweine reichten den Tieren dennoch nicht aus: Im August und September seien bereits Risse von dort weidenden Ziegen und Schafen gemeldet worden. „Die Schäfer respektieren den Schutz des Wolfes und versuchen sich auf die neue Situation einzustellen“, sagte Künkler. Als erste Maßnahme seien Zäune auf Schlupflöcher überprüft und mehr Strom draufgegeben worden.

Die Stiftung sieht die Rückkehr der Wölfe als Erfolg für den Artenschutz. „Der Wolf gehört in Deutschland als Baustein zum ökologischen Gesamtsystem. Unter anderem sorgt er für einen gesunden Wildbestand“, heisst es von weiter der Stiftung.

Diese Einstellung der Stiftung freut uns von Wolfsschutz-Deutschland e. V. natürlich sehr.

Quelle: Artikel in der Berliner Zeitung mit Original-Foto des Fotografen: https://www.berliner-zeitung.de/news/wolfsrudel-erstmals-innerhalb-des-berliner-rings-entdeckt-li.187139

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