Illegal getöteter Wolfswelpe in Niedersachsen – Wolfsschutz-Deutschland e.V. erstattet Strafanzeige und setzt 1.000 Euro Belohnung aus

Ein weiterer Fall illegaler Wolfstötung in Niedersachsen unterstreicht die anhaltenden Defizite bei der Aufklärung solcher Straftaten. Der Wolfswelpe mit der Kennung GW5093m, geboren im Territorium Amt Neuhaus, wurde am 24. September 2025 tot an der Böschung des Elbeseitenkanals bei Artlenburg (Landkreis Lüneburg) angespült. Das teilte das Niedersächsische Umweltministerium auf Anfrage mit.

 

Der Kadaver sei von der Polizei aufgefunden worden und hätte diverse unklare Verletzungen aufgewiesen. Nach der amtlichen Sektion gehe das Wolfsbüro davon aus, dass es sich um eine illegale Tötung handle. In der öffentlichen Liste der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) war der Fall zunächst lange Zeit als „unklar“ geführt – erst Endes Jahres 2025 erfolgte die Änderung auf „illegal getötet“. „Solche Statusänderungen ohne jede öffentliche Bekanntgabe sind in Niedersachsen leider Standard“, kritisiert Brigitte Sommer, Vorsitzende von Wolfsschutz-Deutschland e.V. „Es gibt keine regelmäßigen Pressemitteilungen zu Verdachts- oder bestätigten Fällen illegaler Tötungen. Die Öffentlichkeit und Organisationen wie wir müssen die DBBW-Liste quasi selbst überwachen, um Veränderungen überhaupt mitzubekommen. Antworten auf Anfragen kommen entweder gar nicht oder erst Wochen später – das behindert die Aufklärung massiv und ist nicht akzeptabel.“
Beispielfoto Wolfswelpe im Alter von sechs Monaten. © Brigitte Sommer
Das Rudel Amt Neuhaus im Landkreis Lüneburg war einst eines der bekanntesten und konfliktbeladensten Wolfsrudel in Niedersachsen – und es ist nun spurlos verschwunden. Seit 2017 verursachte es wiederholt Nutztierrisse, was zu massiver Kritik führte. Statt den Herdenschutz konsequent zu verbessern, entschieden sich Behörden für den radikalen Weg: Legale Abschüsse. Im Januar und Februar 2022 wurden zwei Wölfe aus dem Rudel getötet – darunter der Rüde GW1532m und die Fähe GW872f. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e.V. verurteilten diese Entnahmen scharf: Sie zerstörten nicht nur Individuen, sondern rissen Familien auseinander, verhinderten natürliches Lernen und trugen letztlich zur Destabilisierung bei, anstatt echte Lösungen zu fördern. Doch das war nicht das Ende. Das Territorium litt weiter unter Verlusten – und unter illegalen Tötungen, die in der Region Lüneburg leider häufig vorkommen.
Der jüngste bekannte Fall: Der Welpe GW5093m aus genau diesem Rudel, der am 24. September 2025 tot an der Elbeseitenkanalböschung bei Artlenburg angespült wurde. Dieser junge Wolf war vielleicht einer der Letzten, der noch Hoffnung auf Fortbestand gab. Aktuell, im Monitoringjahr 2025/2026, meldet das offizielle Wolfsmonitoring: Wolfsanzahl gesamt „Null“. Keine adulten Tiere, keine Jährlinge, keine Jungtiere mehr nachweisbar. Das Rudel Amt Neuhaus existiert wahrscheinlich nicht mehr – ausgelöscht durch eine fatale Kombination aus legalen Abschüssen, die wir ablehnen, und illegalen Tötungen, die straflos bleiben. Ein ganzes Rudel, eine ganze Familie, einfach weg. Solange Behörden Abschüsse genehmigen und illegale Taten nicht konsequent aufklären, werden weitere Rudel dasselbe Schicksal erleiden.
Beispielfoto Wolfsrudel.

Belohnung von 1.000 Euro

Wolfsschutz-Deutschland e.V. stellt auch zu diesem Fall Strafanzeige und setzt eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro aus für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung und Verurteilung des oder der Täter führen. Hinweise können vertraulich direkt an den Verein gemeldet werden: Mail: Brigitte.Sommer@wolfsschutz-deutschland.de
Oder Hotline: 0176 48732612
Wir leiten alle eingehenden Informationen umgehend und anonymisiert an die zuständige Polizei weiter. Wir sichern auch Quellenschutz und Anonymität zu. 

Hintergrund: Illegale Wolfstötungen in Niedersachsen

In Niedersachsen häufen sich besonders brutale Fälle illegaler Wolfstötungen: Seit etwa 2023 wird eine Serie von Taten dem sogenannten „Wolfsripper“ zugeschrieben, bei der Wölfe in den Regionen Gifhorn, Uelzen und Burgdorf präzise zerstückelt wurden – oft mit Herausschneiden von Zunge, Abtrennen von Köpfen oder Entfernen von Zähnen, was auf anatomische Kenntnisse hindeutet und Wolfsschutz-Deutschland e.V. zu mehreren Strafanzeigen veranlasste. Besonders schockierend war der Fund eines abgetrennten Wolfskopfs, der am Karfreitag, den 7. April 2023, vor dem NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde (Kreis Gifhorn) abgelegt wurde – eine makabre, provokante Zurschaustellung, die als Einschüchterung gegen Naturschützer gewertet wurde und damals mit einer hohen Belohnung von bis zu 15.000 Euro belegt war. Der Fall reiht sich ein in ähnliche Grausamkeiten in der Gegend, darunter der Fund einer toten Wölfin in der Aller bei Celle am 28. März 2025: Das Tier trieb im Fluss, war erschossen (mit Schusswunden) und nicht ertrunken, was Wolfsschutz-Deutschland e.V. als mögliches Wiederaufflammen der „Wolfsripper“-Serie einstuft – auch hier erstattete unser Verein Strafanzeige und setzte 1.000 Euro Belohnung aus. In Niedersachsen wurden seit der Rückkehr der Wölfe (ca. 2000–2003 bis Ende 2025) insgesamt 314 tote Wölfe tot aufgefunden. Davon waren 22 illegal getötet (bestätigt durch Sektion/Genetik/Beweise wie Schussverletzungen, Köder etc.). Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. gehen von einer Dunkelziffer aus, die fünffach höher liegt. Weitere Ursachen: Überwiegend Verkehrsunfälle (die Mehrheit), natürliche Tode (ca. 18), Management-Entnahmen (8) und unklare Fälle.
Niedersachsen gehört zu den Bundesländern mit den höchsten Wolfsbeständen – und leider auch zu denen mit den meisten bestätigten illegalen Tötungen. Dutzende Fälle der letzten Jahre sind dokumentiert, bei denen Wölfe erschossen, vergiftet oder anderweitig getötet und oft versteckt oder in Gewässern entsorgt wurden. Die Dunkelziffer liegt vermutlich deutlich höher. „Jede illegale Tötung stellt einen schweren Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz (§ 44 BNatSchG) dar und ist strafbar“, betont der Verein. „Wenn Behörden Informationen nur zögerlich oder gar nicht herausgeben, entsteht der Eindruck, dass solche Taten nicht mit der nötigen Konsequenz verfolgt werden. “Wolfsschutz-Deutschland e.V. fordert daher dringend:
  • Regelmäßige und transparente Pressemitteilungen zu allen bestätigten oder verdächtigen Fällen illegaler Wolfstötungen durch die Länder und das Wolfsbüro.
  • Schnelle, vollständige und proaktive Beantwortung von Informationsanfragen.
  • Stärkere Priorisierung der Aufklärung durch Polizei und Staatsanwaltschaft, inklusive konsequenter Strafverfolgung.

 

Quellen:

http://www.dbb-wolf.de

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

8 Gedanken zu „Illegal getöteter Wolfswelpe in Niedersachsen – Wolfsschutz-Deutschland e.V. erstattet Strafanzeige und setzt 1.000 Euro Belohnung aus

  1. Durch die Herabstufung des Wolfes von streng geschützt auf geschützt, die gesetzlichen Vorhaben unserer Regierung sowie den Wolf diskreditierende Aussagen von Politikern werden illegale Abschüsse von Wölfen verharmlost, wenn nicht sogar gefördert.

  2. Immer die Tiere.
    Der Mensch zerstört doch alles. Vereinnahmen Lebensräume ob notwendig oder nicht. Hinterlässt überall seine Abdrücke und ja tötet scheinbar such nicht ungern 🤬🤬🤬

  3. Mir kam da so ein Gerät… es sollte Wolfbeschützer geben, die vor Ort bei den Wölfen auch bei der Jagtbund sich vor das Rudel stellen. Die illegalenbTötungen nehmen überhand. Das Besendern von Wölfen wird für die Wolfsjagt nur ausgenutzt um die Wölfe dann ausfindig zu machen um sie abzuknallen. Mit Unterschriften sammeln erreicht man nichts mehr. Obwohl die meisten Menschen gegen die Wolfbejagung war, wurden in Finnland weiterhin Wölfe gejagt

    1. mit nur „petionen“ (bitten und betteln) erreicht man da meiner meinung nach garnichts, man müsste und sollte stattdessen -dringend- auf derselben ebene agieren wie die gegenseite: auf der politischen ebene, um wirklich etwas und auch nachhaltig für wolf, fuchs + co. erreichen zu können, denn die gültige offizielle politische lesart ist nach wie vor: wald als holz-wirtschaftsraum vor wild, profit vor naturschutz, antiquierte jägerei statt einsicht, menschliche gier vor wildtiere-auf-augenhöhe. schon „den wolf“ alleine als schützenswert besonders zu exponieren und nicht nur als beispiel zu nehmen, ist ein sehr grober fehler, denn es geht um ALLE wildtiere und um generellen naturschutz !

  4. recht hast du waldemar…die politik ist nach wie vor verbrecherisch krikminell wie die wirtschaft menschenrechtswidrig-kapitalistisch.
    nur politisch etwas u bewirken ist recht schwer…es fehlen uns die aktiven und daher auch die struckturen.
    heute am 18 jan.26 hatte der dlf einen beitrag von der sendung information und musik.darin wurde ein absolut hörenswerter beitrag eines philosophie prof. der oldenburger carl von ossieztky universität über die rechte der natur und der diesen rchten intrinsischen nachhaltigkeit vorgstellt. es wurde berichtet,daß man im internationalen recht bereits dazu übergegangen ist natur eigene rechte einzuräumen. so hat es z.b. einen fluß der sich selbst gehört.niemand darf ihn derartig nutzen das er oder andere nutzer geschädigt werden. das gilt auch für die tiere im fluß wie für die tiere die vom fluß leben…auch für die pflanzen im und am fluß.es ist also ein rechtszustand der die achtsamkeit im umgang mit der natur bereits impliziert…den rechtlich gehört der fluß niemanden.d.h. es handelt sich um fremdes eigentum.die nutzung fremden eigentums unterliegt wiederum bestimmten auch bereits festgelegten rechtlichen grundlagen.
    was also für flüsse gilt gilt auch für alle anderen landschaftsbestandteile und somit auch für individuelle tiere.d.h. wölfe haben ein eigenes lebensrecht,daß ihnen rechtlich nicht genommen werden kann.schon garnicht aus antiökologischer anthro-
    zentrischer rudimentärer ud retardierter geistes haltung.
    es geht ja nicht an das immer wieder diese antiquierten rudimentierten u. retardierten raktionärkonservativen evolutions und ethischen vortschritt verhindernden personalien ihre dummdreistigkeiten politisch durchsetzen. meine
    tiefe abneigung hier übrigens noch einmal allen parteien und umweltminister+innen..für ihre unethische inkompetenz.für die bereitschaft individuen das lebensrecht abzusprechen ohne zureichend wissenschaftlichkeit und juristische plausibilität. ich erachte sie alle zusammen als rechtsbrüchige personalien..
    und harre auf die hinreichende objektive unabhängige juristische aufarbeitung
    ihrer verwerflichen handlungen und aufgenötigten geistesreduzierungen.
    u.das nicht nur in diesem fall.
    es braucht einen europäischen europarechtlichen untersuchungsausschuß ohne die beteiligung der korruptions und rechtsunterdrückungsverdächtigen politischen personalien. das in etwa wäre evtl. politich zureichend..ob es hinreichend sein wird bliebe abzuwarten.
    der philosoph der das thema rechte der natur an sich selbst vorgestellt hatte
    arbeitet an der oldenburger cvo.uni.im f.-bereich philosophie.
    z meiner zeit gab es diese rechtsphilosophischen fortschritte noch nicht. hätte mir gut ins studium gepasst.ein missing link..sozusagen.. aber erfreulich das es diese nun endlich universitär hat.. und ich hoffe nicht nur in oldenburg.
    das recht der lebewesen auf sich selbst..ist ja eines ,das selbst die politische praxis den mnschen des souveränes immer mehr aberkennt…. s.a. organspendenspahnferkel,menschenrechtswidrige zwangsdatenerhebungen für derartige zwangsdienste.. ja selbst so ein reichenheini sauerland merz hätte das recht nach unserer menschenrechtswidrigen verfssung.. uns an der ausreise zu hindern bzw. hindern zu lassen um für reichenheinis ..dieses land gegen andere herrscher zu verteidigen..m.r. demokratie geht ganz anders und hinreichende verfassungsjustiz ebenso.
    wohin uns diese beschränkte verblödende athropozentrische weltsich gebracht hat,
    ist in die kapitalistische entrechtung… die wirtschaftskontrolle für behindernde bürokratie hält und menschenrechtsinternität für einen nachteil im wirtschaftsstandort…die reichen können nicht immer ärmer wrden schwätzte die wirtschaftsfachprsonalie der cdu im öffentlich rechtlichen noch vor der wahl.
    und gnügend ethisch minderwertige fanden die cvdu dann ja auch als wälbar..
    dabei hat gerade die cdu sich immer auf steuerzahlerkosten und sozialstaatskosten nachweisbar bereichert.. .u.s.w.
    es braucht eine zumindest inoffizielle koordinierung in sachen hinreichenden wolfsartenschutz. soetwas könnten ökologiestudentinnen in permanenz als studienbegleitendes projekt machen..das ganze in 4 regionen geteilt… fürdie brd.. für europa wären das mehr..gäbe immerhin ein gutes forsvhungsbeispielfeld
    auch für die philosophishen fakultäten, in wie weit die ethische würde des natürlichen lebens mit dem recht auf eigenes selbstleben in der brd u. europa
    realisiert und rechtlich geschützt werden muß.denn der räuberische und mörderische zugriff auf die ökologische natur ist eineindeutig de jure u. de facto strafrechtsrelevant. mithin auch die das begünstigenden politiker+innen verwerflich handelnde sind..

Antworte auf den Kommentar von wolfenen + quo vadis Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert