Wolfsschutz-Deutschland e.V. weist nach: Wolf Grindi nicht verhaltensauffällig

Der Hornisgrinde-Wolf GW2672m („Grindi“) zeigt in der dokumentierten Begegnung vom 06. Februar 2026 kein verhaltensauffälliges Verhalten. Bei einer zufälligen Sichtung mit uns blieb der Wolf in über 100 Metern Entfernung stehen, beobachtete die Situation genau und zog sich anschließend ruhig zurück. Dies entspricht dem normalen Verhalten eines Wolfs. Denn Wölfe sind keine Fluchttiere, sondern prüfen zunächst die Lage, bevor sie sich entfernen. Ein SWR-Beitrag der auch auf der Tagesschauseite gebracht worden ist, zeigt diese Szene, lässt jedoch den entscheidenden Rückzug des Wolfs heraus und erweckt den Eindruck als wären Aktive unseres Naturschutzvereines als Wolfstouristen unterwegs gewesen und hätten ein SWR-Team extra bestellt.

Update 10.02.2026 – Die Naturschutzinitiative hat erneut einen Abschussstopp erreichen können: https://naturschutz-initiative.de/aktuell/neuigkeiten/zwischenentscheidung-vgh-stoppt-vorlaeufig-abschuss-von-grindi/?fbclid=IwY2xjawP3_jpleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEeDrDdTHyVytlgq7rkWPZ6Km_lhmg_2htpR-Xu6Ld6WZWCaWOss7yidw5k0tc_aem_9wfnjp-pbr3dUXxTY0-D_w

Weiteres Update 10.02.2026: Offener Brief von Wolfsschutz-Deutschland e. V. an den SWR: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/02/10/offener-brief-an-den-suedwestrundfunk-swr-betrifft-tendenzioese-berichterstattung-im-beitrag-die-suche-nach-dem-hornisgrinde-wolf-und-warum-sie-ihm-schadet/

Weiteres Update 11.02.2026: Offener Brief an Ralf Henschel wegen diffamierender Aussagen und Aufruf zum Shitstorm: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/02/11/offener-brief-an-ralf-hentschel-vorsitzender-des-freundeskreis-freilebender-woelfe-e-v-ihr-diffamierender-fb-post-vom-08-02-2026-zum-wolf-gw2672m-grindi-widersprueche/

Aktueller Stand: Jagd vorerst ausgesetzt – Koexistenz ist möglich

Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat den Abschuss grundsätzlich freigegeben, aber Naturschützer (Naturschutzinitiative e. V. ) legten Beschwerden beim VGH Mannheim ein. Aktuell gilt ein  vorläufiger Stopp.  Das VGH bat das Ministerium, bis mindestens 16. Februar 2026 abzuwarten (wegen anhängiger Beschwerden, noch nicht begründet). Das heißt erst einmal keinen Abschuss. 

Wolfsschutz-Deutschland e.V. bezweifelt ohnehin die in der Abschussbegründung des baden-württembergischen Umweltministeriums genannten extremen Annäherungen (teilweise auf sechs Meter) sowie die Vielzahl angeblicher Sichtungen. Die Unterrichtung und das Informationsgesuch (UIG) an das Ministerium blieben bislang unbeantwortet. Ohne transparente, nachvollziehbare Belege (Wer? Wann? Wo? Wie nah? Hunde frei? Fotos?) erscheinen diese Angaben stark übertrieben oder fehlinterpretiert.
Im Gegenteil: Grindi verhielt sich distanziert und vorbildlich bei einer Sichtung mit uns am 06.02.2026. Er bietet damit Koexistenz an. Die zwei Hunde unserer Gruppe zeigten ebenfalls ruhiges Verhalten. Dies ist genau das gewünschte Muster für ein friedliches, gelegentliches Zusammentreffen von Mensch und Wolf in der Natur. Ausführlich  begründet hatten wir das bereits hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/01/28/nein-zum-abschuss-des-wolfsrueden-gw2672m-paar-und-rudelbildung-im-nationalpark/
Leider gehen wir inzwischen nicht mehr davon aus, dass eine Fähe mit im Gebiet ist, denn dann wären die Wölfe zusammen unterwegs gewesen, wie im Höhepunkt der Paarungszeit üblich. Wir gehen davon aus, dass sich Sichtungen am Ende der Paarungszeit noch weiter minimieren werden. Wolfsrüden sind außerhalb dieser Zeit nicht an Vermehrung interessiert. Sie reagieren dann gar nicht mehr auf läufige Hündinnen, falls es eine solche Begegnung überhaupt gegeben hat.

 

Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer
Am Treffpunkt am Parkplatz lauerte ein TV-Team des SWR. Bekannt wurde der Termin in einer Whats-App-Gruppe gemacht, in der sich ganz offensichtlich Spione aufhalten. © Brigitte Sommer

Zufällige Begegnung – keine geplante Wolfsbeobachtung

Die Begegnung mit Grindi war reiner Zufall. Wolfsschutz-Deutschland e.V. war als anerkannter Naturschutzverein vor Ort, um mit einheimischen Wolfsfreunden zu sprechen, Spuren intern zu dokumentieren, mögliche Auslegungen von Fleisch oder Jagdfrevel zu prüfen und Material für einen eigenen Artikel zu sammeln, wie wir es immer tun – keine Wolfsnachstellung. Unser Spürhund Alba sollte lediglich Losung aufspüren, damit wir mit besserer Gebietsorientierung künftig mehr Schutz vor illegaler Verfolgung bieten können. Ein SWR-Team tauchte auf, nachdem es den Treffpunkt über eine WhatsApp-Gruppe (in der der Verein nicht Mitglied ist) erfahren hatte. Die Reporter seien beauftragt gewesen, eine Geschichte über „Wolfstouristen“ zu produzieren. Da keine Touristen am Parkplatz vor Ort waren, wurde die zufällige Begegnung instrumentalisiert. Das Angebot, im Interview klarzustellen, dass es dort keine Wolfstouristen und keine unvernünftigen Personen gibt, wurde nach der zufälligen Wolfsbegegnung nicht umgesetzt, sondern stattdessen eine stark tendenziöse Geschichte gebracht. Sämtliche Aufnahmen unseres Vereins dienen ausschließlich dem internen Monitoring. Es wurden keine Bilder oder Videos veröffentlicht, auf denen Grindi zu sehen ist – im Unterschied zu dem SWR-Beitrag anderen, die Sichtungen und Standorte öffentlich teilen und teilweise sogar an Behörden melden, was nun gegen den Wolf verwendet wird. Anfragen nach Bildern werden konsequent abgelehnt.
Videostellungnahme von Brigitte Sommer vom 07.02.2026 zum Vorfall mit dem TV-Team. Hier der Link zum tendenziösen Bericht. Der TV-Beitrag mit Fotos von Grindi, erstellt vom SWR-Team,  ist dort eingebaut: https://www.tagesschau.de/inland/regional/badenwuerttemberg/swr-die-suche-nach-dem-wolf-und-warum-sie-ihm-schadet-100.html?fbclid=IwY2xjawP1K4lleHRuA2FlbQIxMABzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEe5B3ipouzERG5t7qth0b_zqXF5sttzFoaFXMyVmHlJ2r1DNK4uwg2UX-5D-s_aem_L17zjzUA-9Vg_JsZj9CBoA

Brigitte Sommer dazu ergänzend: „Wäre der Wolf tatsächlich an den Hunden interessiert gewesen, wäre er uns auf unserer Wanderung, die erst stattfinden konnte, als das SWR-Team weg war, gefolgt. Dies tat er aber nicht. Die Hunde haben sich übrigens genauso vorbildlich verhalten wie Grindi. Das ist doch genau die Koexistenz, die angeblich so angestrebt wird. Auch sollten sich einige mal überlegen, wer davon profitiert, wenn dort keine Wolfsfreunde mehr wandern. Na, dämmerts? Vielleicht dämmerts auch, dass weisungsgebundene Wolfsexperten das sagen, was erwartet wird. Ich bin nicht weniger Experte, habe seit über 20 Jahren Erfahrung mit Wölfen.

Wie kann denn jemand ernsthaft glauben, dass wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. den SWR und auch noch den Wolf, wie uns jetzt vorgeworfen wird, gleich mit auf einen Termin bestellen? Die Reporter haben uns aufgelauert, sie bekamen den Tipp zu unserem Treffpunkt aus einer Whats-App-Gruppe. Sie waren beauftragt, eine Geschichte über Wolfstouristen zu machen. Um sie schnell wieder los zu werden, stimmte ich einem Interview zu, in dem ich sagen wollte, dass es dort keine Wolfstouristen gibt. Der Reporter wollte für bessere Aufnahmen einen Weg zirka 300 Meter in den Wald hinein. Dort kam uns dann plötzlich tatsächlich der Wolf entgegen. Ein unglaublicher Zufall, zu dem meine Ö-Töne – aber auch aus dem Zusammenhang gerissen – gebracht wurden. Der Wolf blieb in über 140 Metern Entfernung stehen und guckte. Ich machte Bilder für unser internes Monitoring. Ich habe nichts veröffentlicht, im Gegensatz zu denen, die ihre Bilder überall gepostet haben und dies teilweise immer noch tun und den Standort auch noch an Behörden gemeldet haben. Ich habe auch keine Bilder und Filme von den zwei vorherigen Wolfsbegegnungen innerhalb von 10 Jahren veröffentlicht und ich werde das auch nicht tun. Fotos werden vereinsintern verwendet.“

Hier noch ein Meinungsartikel von Brigitte Sommer zum Thema:

Es ist ein paradoxes Schauspiel, das sich in Foren, Petitionen und Social-Media-Kommentaren wiederholt: Menschen, die sich lautstark gegen jede Form von Tierquälerei stellen, gegen Massentierhaltung wettern, Zoos ablehnen und für den Schutz bedrohter Arten kämpfen – diese selben Menschen bekommen Panik, sobald ein Wolf mal sichtbar wird. Einer, der nicht angegriffen hat, nicht bedroht hat, einfach nur da ist: Ein grauer Schatten am Waldrand, ein flüchtiger Blick aus gelben Augen. Und sofort ertönt der chorale Ruf: Vergrämen, sofort! Mit Paintball, Gummigeschossen, Knallapparaten, Drohnen – Hauptsache, er verschwindet wieder aus unserem Sichtfeld. Das ist neurotisch. Und es ist zutiefst aufschlussreich. https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/01/30/die-angst-vor-dem-wolf-als-symptom-unserer-entfremdeten-seele/

Die Vorsitzende Brigitte Sommer hat auf Einsätzen fast immer ihre Profikamera dabei,um Qualitätsbilder für unsere Artikel zu machen.

Propaganda gegen Bürger vor Ort

Behörden und Teile der Medien zeichnen die Menschen in der Region wiederholt als unvernünftig, rücksichtslos oder schuldhaft. Diese Narrative werden teilweise von den Betroffenen selbst übernommen, was uns sehr schockiert hat. Viele lassen sich manipulieren und wiederholen die Vorwürfe, ohne die tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort zu prüfen. Dadurch entsteht Spaltung und Ablenkung von den eigentlichen Herausforderungen (z. B. illegale Eingriffe in Wolfsbestände). Die Realität vor Ort, die wir erlebten, zeigte hingegen vernünftige Einheimische und Wanderer, die respektvoll mit der Natur umgingen. Viele sind heute entsetzt darüber, dass sie im guten Vertrauen Begegnungen den Behörden gemeldet hatten. Wir sprachen auf unseren Wanderungen mit verschiedenen Bürgern. Viele wollen Sichtungen jetzt für sich behalten. Andere hatten gar nichts von einem Wolf gewusst. Ein christlicher Wanderverein war mit einem Ranger im Gebiet unterwegs. Auch einige in dieser Gruppe äußerten sich entsetzt. Allerdings konnten wir nur ein paar Stimmen einfangen, weil es sich um eine „Schweigewanderung“ handelte. Bei Sand nutzen Skifahrer noch die letzten Möglichkeiten. An Wölfen war man nur teilweise interessiert. Grindi war auch dort von einer begeisterten Mutter gesehen worden, die sich nichts dabei dachte, die Bilder zu posten. Ein Ehepaar feierte an einem Wanderparkplatz seinen 66sten Hochzeitstag. Von einem Wolf wusste man nichts. An der Hornisgrinde zeigten sich die meisten Touristen entsetzt. Die Geschäftsinhaber haben teilweise Angst, dass Touristen wegbleiben könnten, nicht aus Angst vor dem Wolf, sondern wegen der Vorgehen der Behörden, denn das Motto des Nationalparks lautet: „Eine Spur wilder.“ Man empfinde dies als Hohn.

Eskalation: Hassnachrichten, Verfolgung und körperliche Bedrohung

Nach dem SWR-Bericht und den öffentlichen Debatten hat Wolfsschutz-Deutschland e.V. eine Welle von Hassnachrichten erhalten – teils massiv beleidigend, teils bedrohlich. Bei einer Wanderung im Gebiet wurden Vereinsmitglieder von mehreren Männern verfolgt. Auf einer friedlichen Pro-Wolf-Kundgebung in Bühl wollten einzelne Personen körperlich auf Brigitte Sommer losgehen und machten sie persönlich für die drohende Tötung Grindis verantwortlich. Andere, wie z. B. ein Tierhorter, fordern in sozialen Netzwerken Mitglieder von uns auf, auszutreten und in einen anderen Verein einzutreten. Diese Vorfälle sind absolut inakzeptabel. Wolfsschutz-Deutschland e.V. ist ein anerkannter Naturschutzverein, der faktenbasiert für den Wolf eintritt. Hass, Bedrohungen, Verfolgung und körperliche Einschüchterung haben in einer sachlichen Debatte nichts zu suchen. 

Vergrämung und Gebietsabsperrung unrealistisch und unnötig


Der Pressesprecher eines anderen Vereins fordert Vergrämung des Wolfs und Absperrung des Gebiets. Der Bürgermeister von Forbach hat jedoch klargestellt, dass eine Absperrung in diesem stark touristisch genutzten Gebiet unmöglich ist. Grindi muss auch gar nicht vergrämt werden – er zeigt bereits das richtige Verhalten.
Was stattdessen beendet werden muss: Heimliche Beseitigung von Wolfsfähen durch einen bestimmten Personenkreis, die Grindi die Chance auf eine Partnerin bis zur nächsten Paarungszeit nimmt. Ein weiterer Wolfsexperte schlägt vor, Grindi zusammen mit einer Partnerin in ein Gehege zu sperren. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. sehen das kritisch, denn Grindi ist ein frei geborener Wolf, der sich nichts zu Schulden kommen gelassen hat, außer zu schauen. 
Wanderer an einem See. © Brigitte Sommer

Warum die Natur allen offen bleiben sollte

Waldstimmung im Kerngebiet. Foto: Brigitte Sommer

 

Der Aufenthalt in der Natur tut Körper und Seele gut – das ist wissenschaftlich vielfach belegt. Regelmäßige Spaziergänge im Wald senken Stresshormone (Cortisol), verbessern die Stimmung, stärken das Immunsystem und fördern die Konzentration. Kinder entwickeln in der Natur mehr Kreativität, Motorik und Umweltbewusstsein; Erwachsene reduzieren das Risiko für Depressionen, Burnout und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gerade in touristisch geprägten Regionen wie dem Nordschwarzwald ist die Natur ein Ort der Erholung, der Begegnung und der Achtsamkeit – für Menschen, Familien, Hunde und Wildtiere gleichermaßen. Der Fall Grindi zeigt: Bei gegenseitigem Respekt und Abstand ist Koexistenz möglich. Eine Absperrung oder das Verdrängen von Wanderern würde nicht nur dem Wolf schaden, sondern auch den Menschen die wichtigste Quelle für Gesundheit und Ausgeglichenheit nehmen sowie der von Tourismus abhängigen Bevölkerung Lebensgrundlagen entziehen. 

 

 

Bewegende Mahnwache

Brigitte Sommer und Gudrun Zimmermann von Wolfsschutz-Deutschland e. V. waren auch bei der Mahnwache vor Ort.

 

Am Freitag, 6. Februar 2026, fand auf dem Kirchplatz in Bühl eine beeindruckende Mahnwache für den Hornisgrinde-Wolf Grindi statt. Rund 300 Menschen – viele extra dafür angereist – versammelten sich friedlich, um gegen den geplanten Abschuss zu protestieren und ein klares Zeichen für das Leben des Wolfs zu setzen. Transparente mit Botschaften wie „Der Wolf soll leben“ unterstrichen die Stimmung. Die Mahnwache, initiiert von lokalen Wolfsfreunden und unterstützt von Organisationen wie der Naturschutzinitiative e. V., war eine der ersten ihrer Art in Deutschland: Eine öffentliche, stille Kundgebung, speziell für einen einzelnen Wolf. Sie zeigte eindrucksvoll, wie sehr das Schicksal Grindis viele Menschen bewegt und wie groß der Wunsch nach echter Koexistenz ist – statt Tötung als vermeintlich „einfacher“ Lösung. Trotz der friedlichen Atmosphäre kam es zu bedauerlichen Eskalationen: Einzelne Personen wollten körperlich auf Brigitte Sommer (Vorsitzende Wolfsschutz-Deutschland e.V.) losgehen und machten sie persönlich für die drohende Tötung verantwortlich. Solche Vorfälle unterstreichen, wie polarisierend das Thema geworden ist.
Auch Vorwürfe dort, wir hätten unseren Einsatz wegen des TV-Teams abbrechen sollen, sind absurd und zeugen von mangelnder Kenntnis der tatsächlichen Abläufe. Genau das Gegenteil war geplant und wurde auch umgesetzt: Wir wollten dem SWR-Team den Zahn vom angeblichen ‚Wolfstourismus‘ ziehen und klarstellen, dass es dort keine solchen Gruppen gibt und niemand unvernünftig handelt. Deshalb hat Brigitte Sommer – nachdem das Kamerateam plötzlich auftauchte – überhaupt erst einem kurzen Statement zugestimmt. Darüber hinaus bot sich durch die zufällige Begegnung mit Grindi die einmalige Möglichkeit, dem Team live und vor der Kamera die Ungefährlichkeit des Wolfs zu demonstrieren: Er blieb in über 140 m Entfernung stehen, schaute genau hin, zog sich dann ruhig zurück – normales, distanziertes Wolfsverhalten. Genau das mussten wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V.  in dem Moment zeigen. Wir konnten doch Grindi nicht mit diesem Team – der Redakteur gab gegenüber einem mit anwesenden Wolfsfreund sogar an, er hätte eine Petition für den Abschuss unterzeichnet –  alleine lassen. Kaum war der Wolf weg, ging auch das TV-Team seiner Wege. Warum in aller Welt hätten wir danach unsere geplante Wanderung abbrechen sollen? Wir waren nicht wegen des Wolfs da, sondern zur Recherche, Dokumentation und zum Gespräch mit Einheimischen, die Hilfestellung suchten. Die Wolfsbegegnung  war ein Zufall, den wir notgedrungenermaßen nutzen mussten, um Fakten zu liefern – nicht umgekehrt. Wer jetzt behauptet, wir hätten „abbrechen sollen“, ignoriert bewusst, dass wir genau das taten, was Wolfsfreunde tun sollten: vor Ort sein, dokumentieren, aufklären und die Realität gegen verzerrte Narrative verteidigen.

Blick ins Gebiet:

Zentral um die Hornisgrinde (1.164 m, höchster Berg im Nordschwarzwald) herum, hat sich Grindi sein Revier eingerichtet. Es umfasst große Teile des Nationalparks Schwarzwald (besonders den nördlichen Bereich), angrenzende Staatswaldflächen und Teile der umliegenden Gemeinden wie Baiersbronn, Seebach, Forbach, Bühlertal und Sasbachwalden. Typische Größe solcher Reviere im Schwarzwald: ca. 200–300 km² (je nach Beuteangebot und Überlappungen). Das Revier erstreckt sich über hügeliges bis bergiges Gelände mit dichten Wäldern, Hochmooren, Grinden (offene Heidelandschaften) und einigen Tälern.
Bachlauf © Brigitte Sommer

 

Forstmitarbeiterinnen beim Aufhängen neuer Kameras. Viele stimmen dem Abschuss auch nicht zu, wagen sich aber nicht, dies zu äußern. Die Info kam nicht von diesen Mitarbeiterinnen, sondern von einem Informanten.  © Brigitte Sommer
Bühlertal. © Brigitte Sommer

 

Muggelsee im Vordergrund, im Hintergrund der Gipfel der Hornisgrinde. © Brigitte Sommer
Das ganze Gebiet ist stark auf Touristen ausgelegt, was hier nachtürlich auch Wolfssichtungen etwas wahrscheinlicher macht als in anderen Gebieten, wo wenig bis gar nichts los ist. Schließlich kann sich ein Wolf nicht unsichtbar machen. Grindi geht aber mit der Situation vorbildlich um. © Brigitte Sommer

 

Blick von der Horninsgrinde in Richtung Süden. © Brigitte Sommer

 

Skipiste in der Nähe von Sand. .
Schwarzbachtalsperre. © Brigitte Sommer

 

Typisches Bild wie überall. Hier bei Herrenwies sind schottische Hochlandrinder hinter mehreren Litzen. Allerdings fehlt am Eingangstor der Untergrabschutz. Gut, dass Grindi sich bislang überhaupt nicht für Weidetiere interessiert hat.

 

In Herrenwies gibt es auch ein Naturschutzzentrum, das natürlich auch Touristen anlocken soll. © Brigitte Sommer

 

Nächste Schritte

  • Eine formelle Gegendarstellung geht am 09. Februar 2026 an den SWR und die Tagesschau.
  • Gegen einen „Möchtegernforcer“ wird eine Unterlassungsverfügung vorbereitet.
  • Wolfsschutz-Deutschland e.V. arbeitet weiter vor Ort überall – für Grindi und alle Wölfe. 

 

Zur aktuellen Medien- und Gruppendynamik (wie einseitige Berichte oder Schuldzuweisungen entstehen und warum viele blind folgen) empfehlen wir  dieses nachdenkliche Video von Dr. Jonas Tögel: „Warum folgen so viele wie Schafe der Herde? – Propaganda verstehen“
Quellen:

https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/01/28/nein-zum-abschuss-des-wolfsrueden-gw2672m-paar-und-rudelbildung-im-nationalpark/

 

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

8 Gedanken zu „Wolfsschutz-Deutschland e.V. weist nach: Wolf Grindi nicht verhaltensauffällig

  1. genauso wie im artikel geschildert, kenne ich wölfe: sie beobachten oft auf beträchtliche entfernung, und verschwinden dann wieder aus dem blickfeld (lautlos wie geister), und ich möchte nicht wissen, wie oft wölfe menschen in wald und flur kurz beobachten, ohne dass mensch das überhaupt mitbekommt — und ein ganz dringender rat von mir: falls jemand irgendwo oder irgendwie einen freilaufenden wolf sieht, NIEMANDEM mitteilen sondern die begegnung einfach „vergessen“ und darüber schweigen, sonst ist das risiko sehr groß, dass schindluder damit getrieben wird („monitoring“, behörden, jäger, wilderer, touristen) …, einem wolf in freier wildbahn zu begegnen ist wirklich nichts anderes, als einem beliebigen anderen wildlebenden tier zufällig zu begegnen

  2. Ganz ehrlich, als ich den Beitrag in den
    SWR Nachrichten gesehen hatte, ist mir die WUT über Sie aufgestiegen. Ich dachte, wenn das Wolfschützerinnen sein sollen, verstehe ich die Welt nicht mehr. Ihre Klarstellung war jetzt eine Beruhigung für mich. Dies sollte auch vom SWR entsprechend kommuniziert werden.

    1. Liebe Frau Büchert, ja, dies ging nicht nur Ihnen so. Dem SWR muss es bewusst gewesen sein, dass das Thema ohnehin schon emotional aufgehetzt gewesen ist. Man hat wohl bewusst in Kauf genommen, dass Menschen wütend auf mich und nicht auf die Regierung werden sollten. Nach dem Bericht fand ich nicht nur jede Menge Droh- und Hassnachrichten in meinem Email-Eingang, nein ich wurde auch ganz real und tatsächlich vor Ort bedroht. Die Change-Petitionserstellerin ging mit mehren Frauen bei der Mahnwache in Bühl auf mich los. Ich bekam anonyme Anrufe mit Morddrohungen. Am nächsten Tag lauerte uns bei einer Wanderung wieder die Petitionserstellerin auf. Später verfolgten uns zwei Männer. Ein anderer Verein trat einen Shitstorm gegen mich in sozialen Netzwerken los, es wurde so dargestellt, als wäre ich nicht nur eine „Wolfstouristin“ sondern auch noch illegal dort im Wald unterwegs. Fakt ist: Dort ist nichts abgesperrt. Wanderer und normale Touristen sind wie immer, unterwegs. Hier wurde eine großartige Chance verpasst, Grindi zu entlasten, denn die Fakten stehen ja deutlich da: TV-Team lauerte Vereinsvorsitzenden auf, die mit Einheimischen wandern und dabei besprechen wollte, wie Grindi vor Ort nach der Schießgenehmigung geschützt werden kann. 200 Meter vom Parkplatz entfernt – der Reporter wollte in den Wald für besseren Hintergrund-, tauchte Grini auf. Ich wollte einen O-Ton abgeben, dass wir keine Wolfstouristen sind, damit die wieder verschwinden und plötzlich….tauchte Grindi auf dem Weg den wir hoch gingen auf seinem Weg nach unten auf. Statt eines Interviews wurden meine überraschten O-Töne aufgenommen. Ich kann absolut nichts dafür, dass Grindi zufällig in einem riesigen Gebiet den gleichen Weg daher kam, den wir gehen wollten. Ich machte somit das Beste aus der Situation. Ich konnte den Leuten nicht verbieten, zu filmen. Weil: Dort ist nicht abgesperrt und auch diese Leute hatten das gleiche Recht dort zu sein, wie jeder andere. Ich machte also Foto für uns intern, wie es ich immer mache. und dann ging ich auf Grindi zu, um ihn zu verscheuchen. Auf einer Höhe von 30 Metern klemmte er den Schwanz ein, und zog sich wolfstypisch ohne Hast zurück. Dieses Verscheuchen wurde vom SEnder nicht gezeigt. Bei unserer anschließenden Wanderung ohne das Staatsfernsehen, haben wir ihn nicht mehr gesehen, aber den Einheimischen Tipps geben können, was sie machen können, falls die Schießgenehmigung doch durch geht. Hündin Alba ist kastriert und ausgebildet, Wolfslosung zu finden, keinen Wolf. Das „Staatsfernsehen“ hat die zufällige Begegnung ganz offensichtlich instrumentalisiert und die Leser manipuliert. Jedoch haben die tätlichen Angriffe die Leute selbst zu verwantworten. Es handelt sich nicht um Jäger, sondern Tierschützer, die auf uns los gegangen sind. Das Ganze ist in eine Art Hexenverfolgng ausgeartet, gegen Naturschützer zum Vorteil der Jäger, die freiere Hand haben, wenn dort kein Schützer mehr unterwegs ist. In diesen bitteren Zeiten werden Wahrnehmung und Wahrhaftigkeit und ein reflektierendes Verhalten der Menschen entscheidend sein. Was kann man daraus lernen: Immer alle Seiten betrachten. Viele Grüße und danke für Ihren ehrlichen Kommentar. Brigitte Sommer

      1. es ist gut das die vorsitzende brigitte sommer selbstens dort mit hunden anwesend war und wolf grindi gerade wegs den waldweg auf sie zu kam.
        so konnte der beweis der völligen normalität und distanzwahrung des
        zum opfer degradierten freilebenden wolfes widerlegt werden.
        wir sehen aber auch,daß anscheinend die stuttgarter verwaltungsrichter ohne jede reale sachkenntnis von diesemwolf geurteilt haben. also nur auf grund von hörensagen sachverhalten. und das sie dem wolf grindi kein eigenes lebensrecht an sich selbst eingeräumt hatten.sonst hätten sie eigene zumindest aber eidestattliche aussagen von sachverständigen die grindi live erlebt hatten
        berücksichtigen müssen.immer noch wird anscheinend einlebendes tier de jure als sache und nicht wie hier,als lebendes säugetier gehändelt. ethisch minderwertig wird das schon de facto von lobbyisten,medienmacher, schlachtviehhaltern und politikern betrieben.. auch solchen die diese verwerflichkeiten der politiker nur darum gutheißen,weil sie wollen das sie im wahlkampf keine schlechtere figur
        wegen dem ja zum abschuss abgeben. o.k. eine person ist nur so rechtsintern wie sie keinunrecht gutheißt..wer formelle rechtsfehler begeht macht sich evtl des fehlurteils schuldig. wir müssen aber zwingend notwendig von der juristerei erwarten,daß sie eben gerade fehlurteile und besonders formfehler bzw. verfahrensfehler hinreichend ausschließt.das ist aber anscheinend nicht der fall.und auch immer weniger der fall.in anderen sachverhalten der res publica.
        das kann aber nicht mit personalmangek begründet werden.das wäre strafrechtsrelevant…in jeder hinsicht.
        dazu kommt hier noch,das es sich nicht in erster linie um einen erholungspark für menschen,sondern um einen deutschennationalpark handelt in dem grundsätzlich die natur,also die ökologische flora und fauna geschützt und erhalten werden soll unddasprimär.insofern wäre eine absperrung mit flatterbändern oder seilen mit zusätzlichen hinweisen kein zutritt wolfsrevier..zuwiederhandlungen werdenstrafrechtlich hart bestraft..die zumindest lebensnähere administrative handlung gewesen.und sind es immer noch…und werden es auch bleiben.
        den richtern in stuttgart kan vorgeworfen werden sich nicht hinreichend mit dem sachverhalt und der wahrheitsprüfung beschäftigt zu haben.und in der berufungsverhandlung ein regressgeld zum schutz der wölfe abverlangt werden. ebenso den miesen rportern eines offentlich rechtlichen rundfunks.auch diese haben gegen die wölfe und grindi insbesondere einen großen schaden in der öffentlichkeit der zuschauer angerichtet.
        man möchte fast sagen.. das kostet mindestens eie wolfsdenkmal aus bronze.. für den lebenden grindi…manche lebewesen sind eben schon zu lebzeiten ein denkmal wert… nun diese wolfsstatue könnte dann ja bei den parlplätzen
        der touristischen einrichtungen stehn… mit dem verweis auch .den zu absoluten recht dort weiterhin lebenden wolf grindi..der nach einer partnerin zur rudelbildung sucht.. und man in nicht belästigen oder stalken sollte..
        wildtiere stalken ist auch so ein sachverhalt..für sich..ein anthropozentrischer sachverhalt.
        wollen wir hoffen das die richter dr nächsten instanz die wahrheirtsfindung hinreichender betreiben und die frage wozu nationalparke seien… nicht prioritär für die erholung der zu stark belasteten gesellschaft ausfällt .sondern eben für die reichlich zurückgedrängte ökologische natur und ihrer kreisläufe.
        so daß ein zugangsverbot für wolfsreviere zumindest im mittlerenbereich
        standart sein kann. damit spekulative mutmassungen nicht zu rechtsgültigen wiederholungsfällen werden können…evtl. könnten auch entsprechende parkplätze zeitlich gesperrt werden…keine touristische bewirtschaftung
        haben.
        besten dank auf jeden fall unserer vorsitzenden. sie war zur richtigen zeit am richtigen ort. das ist eine kunst für sich… ja und schadensersatz kommt ihr logisch und natürlich ebenso hinreichend zu.schon allein aus der rechtlichkeit der gg art.1 u. 2.
        schlimm wird es immer wenn die justiz nicht die bereits vorhandenen strafrechtlichkeiten ahndet undstatt dessen diese unzureichend richtig behandelt und obendrein nochweitere hinzufügt.

  3. Es ist auch meine Meinung, wenn man einen Wolf sieht, sich darüber freuen und SCHWEIGEN!
    Viele Menschen sind so naturentfremdet und manipuliert, dass sie Angst vor Wölfen haben und es dann in alle Welt posaunen. Wölfe sind vorsichtig und trauen den Menschen nicht. Also halten sie Abstand. Jungwölfe sind einfach oft nur neugierig, also auch hier respektvoll Abstand halten.
    Ich denke, Brigitte hat mehr Wissen über die Wölfe als die meisten sogenannten Experten! Ich habe große Hochachtung vor Euch, Ihr seid wertvoll für die Wölfe!

    1. richtig! über zufällige wofsbegegnungen in freier wildbahn einfach schweigen, schweigen, schweigen, sonst droht aller möglicher missbrauch. und dass freilaufende wildtiere einem menschen ein stück weit hinterhertrotten oder hinterherlaufen oder gar hinterherfliegen, ist mir selbst schon mit wildschweinjungen („frischlingen“), rehen, fuchsjungen, eulen, rabenvögeln passiert, das ist nichts besonderes, und würde auch mit jungwölfen passieren, wenn es genügend davon gäbe, zudem laufen erwachsene wölfe ihre reviere ab und markieren deren grenzen ständig neu, wenn ich dann als mensch in ein wolfsrevier hineingehe, ist der wolf gerade bei der revierarbeit und wird mich zwangsläufig beobachten (müssen) mögliche beute?, feind? konkurrent? und nochwas: ich laufe auf zwei beinen, für mich normal, aber nicht für die wahrnehmung von wolf, der darin eine zumindest indirekte drohgebärde sehen kann, wie bei bären, die sich aufstellen, sodass sich wolf dann zurückzieht und „unsichtbar“ macht, oft ohne mich aus der weiteren distanzierten beobachtung zu entlassen und/oder meine spuren riechend zu verfolgen, denn hundeartige wie wolf sind primär riechtiere, keine primären augentiere wie mensch, der gegenüber wolf glattweg geruchsblind ist

Antworte auf den Kommentar von wolfenen Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert