Uckermark: Das Pilotprojekt zum Wolfsabschuss ist bittere Realität – Wir haben seit Februar davor gewarnt

Der Landkreis Uckermark setzt weiter konsequent auf sein umstrittenes Pilotprojekt. Nach Rissen an Weidetieren erteilt die Untere Naturschutzbehörde nun deutlich schneller Ausnahmegenehmigungen zum Abschuss von Wölfen. Bereits innerhalb von 48 Stunden kann ein Wolf als „Problemwolf“ eingestuft und mit Nachtsichtgeräten gejagt werden – auch Elterntiere von Rudeln sind betroffen. Genau diese Entwicklung haben wir von Wolfsschutz-Deutschland e.V. bereits seit Februar 2026 öffentlich angeprangert.

Wir haben frühzeitig und wiederholt vor dem Pilotprojekt gewarnt und es als gefährliche Abkürzung des geltenden Artenschutzrechts bezeichnet. Was sich jetzt in der Uckermark abspielt, war für uns daher keine Überraschung, sondern eine vorhersehbare Folge der politischen Weichenstellung. Hier unser Bericht vom 16.02.2026: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/02/16/uckermark-neues-pilotprojekt-zum-toeten-von-woelfen-bereits-im-einsatz-wir-sagen-nein/

Unbeantwortete UIG-Anfrage: Intransparenz der Behörden

Ein eklatantes Beispiel für die mangelnde Kooperationsbereitschaft und die Intransparenz beim Wolfsmanagement in der Uckermark zeigt der Umgangmit Bürgeranfragen. Bereits im Februar dieses Jahres haben wir eine offizielle Anfrage nach dem Umweltinformationsgesetz (UIG) gestellt. Bis heute – Monate später – liegt uns keine Antwort vor. Diese Verschleppungstaktik ist nicht nur rechtlich fragwürdig, sie blockiert auch eine sachliche, auf Fakten basierende Debatte. Wenn Behörden kritische Daten unter Verschluss halten, entziehen sie den Akteuren vor Ort die Grundlage für eine konstruktive Zusammenarbeit.
Beispielfoto Wolfsmutter mit Welpen. © Brigitte Sommer

Klagen sind wichtig – aber nicht ausreichend

Inzwischen hat ein Verband juristische Schritte gegen die Abschussgenehmigungen eingeleitet. Eine anderer Verband kündigt eine weitere Klage an, obwohl eine Klage eigentlich ausreichen würde, dies erweckt den Eindruck, dass hier vor allem PR-Strategien umgesetzt werden. Keine Frage,  solche Klagen sind notwendig und wichtig und wir sind dankbar, dass klagefähige Verbände diesen Schritt tun.  Doch wer glaubt, mit Gerichtsverfahren allein sei der Wolf geschützt, irrt sich. Der reale Schutz findet vor Ort statt – durch Menschen, die in den Revieren präsent sind, die Situation dokumentieren und die Öffentlichkeit mit einbeziehen.
Leider setzt ein Teil der Wolfs-Schutzszene vor allem auf zentrale juristische und politische Arbeit und vermittelt in der Außendarstellung häufig das Motto: „Überlasst das uns, wir kümmern uns darum.“  Diese Haltung führt nach unserer langjährigen Beobachtung dazu, dass viele Menschen passiv bleiben und sich nicht selbst aktiv vor Ort engagieren. 
Kritisch zu betrachten ist diese Strategie anderer Verbände, die suggerieren, man solle das Thema ihnen überlassen. Diese Haltung führt in der Praxis zu einer gefährlichen Dynamik: In den sozialen Netzwerken entsteht dadurch oft der Eindruck, digitaler Protest und Empörung in Kommentarspalten reichten aus, um echten Einfluss zu nehmen. Das ist ein fataler Irrglaube. Politischer Druck und nachhaltige Veränderungen entstehen nicht durch Likes und Shares, sondern durch kontinuierliche, fachliche Arbeit und Präsenz an den entscheidenden Verhandlungstischen. Reiner Online-Aktivismus greift hier viel zu kurz und verkennt die Realität des Konflikts.

Behinderung aktiver Arbeit

Wolfsschutz-Deutschland e.V. setzt bewusst auf aktive Präsenz vor Ort. Das führt jedoch immer wieder zu Konflikten. Besonders deutlich wurde dies im Schwarzwald: Dort wurden wir als unabhängiger Verein durch andere Verbände faktisch aus der Region herausgedrängt. Das Gros der Aktiven wurde von einem Verband wie bei einer Pauschalreise organisiert, abweichende Meinungen diffamiert und – nach unseren Recherchen – die Routen dieser organisierten Spaziergänge gezielt an die Behörden gemeldet.
Solche Vorgänge kosten viel Kraft, erzeugen tiefes Misstrauen und lassen Gedanken an Lobbyismus und Zweifel an der Unabhängigkeit anderer Verbände aufkommen  und schaden am Ende vor allem den Wölfen.
Wolfsmutter mit Welpen. Eine einjährige Tochter hilft bei der Aufzucht. © Brigitte Sommer

Der Wolf braucht Menschen vor Ort

Nach erfolgreichen Klagen bleibt die Gefahr illegaler Verfolgung bestehen, wenn keine starke bürgernahe Präsenz in den Regionen existiert. Wir sind fest überzeugt, dass nur die Verbindung aus juristischem Widerstand und konsequenter aktiver Arbeit vor Ort langfristig wirksam ist. Deshalb unser Appell an alle Wolfsfreundinnen und Wolfsfreunde: Werdet selbst aktiv! Geht raus in die Wälder, dokumentiert und zeigt Präsenz dort, wo die Wölfe leben. Die Wölfe brauchen keine weiteren Alleinvertretungsansprüche von Verbänden, die sich oft allzu nah am Regierungswillen orientieren – es braucht mutige Menschen und unabhängige Vereine, die sich vor Ort für sie einsetzen.
Quelle:

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Wolf gegen Kuh: Absurde Einordnung von Risiken in den Medien

Während der Wolf Grindi (GW2672m) aus dem Schwarzwald und der verirrte Jungwolf Alster in Hamburg seit Wochen für Schlagzeilen, Dramatisierung und Abschussforderungen sorgen, ereigneten sich fast zeitgleich schwere Vorfälle mit Weidetieren. Zwei aktuelle Beispiele: In Osttirol wurde am 17. Mai 2026 eine 67-jährige Wanderin von einer Herde Mutterkühe getötet, ihr 65-jähriger Ehemann schwer verletzt. Im Main-Kinzig-Kreis (Hessen) brach ein Jungbulle aus, griff in Brachttal-Hellstein ein Auto an und wurde kurze Zeit später von einem Jäger erschossen.

Der Vorfall mit der Kuhherde ereignete sich am Sonntag, dem 17. Mai 2026, in der Gemeinde Oberlienz im Bezirk Lienz (Osttirol). Ein einheimisches Ehepaar war auf einem offiziell ausgeschilderten Wanderweg im Talboden neben dem Fluss Isel unterwegs, als eine Herde von rund 50 Kühen plötzlich in Aufruhr geriet und das Paar attackierte. Die Frau erlitt durch die Attacke der Tiere so schwere Verletzungen, dass sie noch direkt auf der Weide verstarb. Ihr 65-jähriger Ehemann wurde ebenfalls schwer verletzt und mit einem Notarzthubschrauber in die Klinik geflogen. Anders als bei vielen früheren Zwischenfällen in den Alpen spielte nach ersten Erkenntnissen der Polizei diesmal kein mitgeführter Hund eine Rolle. Zudem soll sich nur Stunden zuvor ein weiterer Vorfall ereignet haben. 

Das Bild wurde mit KI generiert und ähnlich dramtisch orchestriert wie es sonst Aufmacherfotos mit Wölfen sind.

Die Realität der Risiken

In den letzten fünf Jahren (2021–2026) gab es vor allem in Österreich mehrere schwere Vorfälle:

  • Österreich: Mindestens drei tödliche Angriffe auf Wanderer (Osttirol Mai 2026, Steiermark September 2025, Salzburg Sommer 2024). Zwischen 2011 und 2021 gab es bereits 69 gemeldete Verletzungen durch Weidevieh, davon zwei tödlich.
  • Deutschland: Die Berufsgenossenschaft für Land- und Forstwirtschaft (SVLFG) verzeichnet jährlich mehrere tausend meldepflichtige Arbeitsunfälle mit Rindern.
  • Schweiz: Eine Studie dokumentierte zwischen 2012 und 2021 94 Verletzungen durch Rinder. https://smw.ch/index.php/smw/article/download/3229/5424?inline=1

Keine Angriffe wildlebender Wölfe auf Menschen

Diese sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit der Rückkehr der Wölfe nicht existent. Es gibt keine dokumentierten tödlichen Wolfsangriffe auf Menschen in Mitteleuropa in den letzten Jahrzehnten.

Fehlende Verhältnismäßigkeit

In Österreich wurden in den letzten Jahren mindestens 60 bis 70 Wölfe über behördliche Abschussverordnungen getötet, nachdem sie von den Bundesländern als sogenannte „Risikowölfe“ oder „Schadwölfe“ eingestuft worden waren.

Mediale Stimmungsmache und Lobbygefälligkeit

Trotz dieser klaren statistischen Unterschiede fällt die mediale und politische Behandlung extrem unterschiedlich aus. Wölfe wie Grindi und der Alster-Wolf werden mit gefletschten Zähnen, düsteren Aufnahmen und alarmistischen Überschriften als Bedrohung inszeniert. Beim ausgebrochenen Jungbullen im Main-Kinzig-Kreis sendete die Sendung „Maintower“ hingegen einen minutenlangen, verharmlosenden O-Ton einer Weidetierhalterin. Die offensichtlich lasche Zäunung in der Gegend dort, oft mit nur zwei dünnen Elektro-Litzen, wurde komplett unter den Tisch fallen gelassen. Ausbrüche von Rindern und Kühen werden in den Medien häufig als harmlos oder sogar lustig dargestellt.
Die 98 Tage lange Flucht der Kuh Yvonne im Sommer 2011 gilt als Paradebeispiel für die gefährliche Verharmlosung von Tierausbrüchen in den Medien. Während Boulevardzeitungen und Fernsehteams das Geschehen wochenlang als amüsantes „Sommerloch-Abenteuer“ inszenierten und Yvonne humorvoll als „die Kuh, die ein Reh sein wollte“ romantisierten, blendete die Berichterstattung das reale Risiko weitgehend aus: Ein panisches, 700 Kilogramm schweres Nutztier im öffentlichen Raum stellt eine unberechenbare Gefahr für den Straßenverkehr und Menschen dar. Das vermeintliche Medienspektakel war in Wahrheit die Tragödie eines verängstigten, hormonell bedingt dauergestressten Tieres. Für Yvonne gab es letztlich ein Happy-End: Sie wurde vom Gnadenhof Gut Aiderbichl freigekauft, wo sie nach fast überstandener Odyssee friedlich bis zu ihrem Tod im Jahr 2019 lebte. Der Fall zeigt eindringlich, wie Medienberichte die Sicherheitsrisiken zu einer harmlosen Posse verzerren, während sie andere viel harmlosere Vorfälle mit Wölfen dramatisieren.
Die einseitige Berichterstattung schürt gezielt Angst vor dem Wolf und beeinflusst die öffentliche Meinung massiv. Viele große deutsche Medienhäuser haben traditionell enge Verbindungen zur Landwirtschafts- und Jagdlobby. Diese Verflechtungen sind kein Zufall – sie sorgen dafür, dass bestimmte Narrative bevorzugt und andere heruntergespielt werden.
In Baden-Württemberg liegt bereits ein Erlass vor, der den Umgang mit Wölfen ab Herbst neu regelt soll– auch mit Blick auf Tiere wie Grindi. Gleichzeitig gibt es keinen vergleichbaren Erlass für Rinder und Mutterkühe, obwohl deren Angriffe auf Menschen in den letzten Jahren deutlich schwerere Verletzungen und Todesfälle verursacht haben. Allerdings sterben die meisten Kühe ohnehin im Schlachthof. Ihr Schickal ist von vorne herein besiegelt. 
Beispielfoto Wolf. Die Fellzeichnung bietet pefekte Tarnung im Wald. © Brigitte Sommer

Kein Leben mit Null-Risiko

Es geht deshalb auch nicht darum, Kühe gegen Wölfe oder Landwirte gegen Naturschützer auszuspielen. Es geht darum, dass wir als Gesellschaft wieder lernen müssen, Risiken verhältnismäßig selbst einzuschätzen. Uns wird heute suggeriert, ein Leben mit nahezu Null-Risiko sei möglich und erstrebenswert. Doch ein solches Leben wäre kein echtes Leben mehr. Erich Kästner brachte es bereits 1950 auf den Punkt: „Wird’s besser? Wird’s schlimmer?, fragt man alljährlich. Aber seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich.“

Statt bei jedem Wolfsnachweis Panik zu schüren und Wölfe zu dämonisieren,  müssen wir eine ehrliche, ausgewogene Berichterstattung erwarten können und auch fordern. Wer ständig Angst schürt, wie Teile der Medien und der Politik, zerstört nicht nur die Akzeptanz für die Rückkehr unserer Wölfe, sondern auch unsere Fähigkeit, mit der Natur respektvoll und mit Gefahren realistisch umzugehen. Die Leser haben allerdings auch die Möglichkeit zu entscheiden, ob sie sich durch tendenziöse Berichterstattung beeinflussen lassen oder ob sie ihre Wahrnehmung selbst in die Hand nehmen möchten. Auch Leserbriefe an entsprechende Medien und Politker machen mit Sicherheit Sinn, auch wenn sie nicht veröffentlicht werden sollten, merken die Redaktionen oder die PR-Teams der Politker doch, dass sich Leser und Bürger  nicht für dumm verkaufen lassen wollen. Auch Bezahlartikel nicht zu kaufen, und auf sensantionslüsternde  Artikel nicht zu klicken oder sie nicht zu verbreiten, kann helfen.

Quellen:

Wolfstourismus: Die große Chance für ländliche Regionen

Wölfe sind nicht nur ein wichtiger Teil gesunder Ökosysteme – sie sind auch ein echter Wirtschaftsfaktor. In vielen Regionen der Welt hat die Rückkehr des Wolfs zu einem regelrechten Boom beim sanften Naturtourismus geführt. Besonders eindrucksvoll zeigt sich das im Yellowstone National Park. Aber ginge das nicht auch bei uns? Wir beleuchten noch mal die Situation im Territorium Hornisgrinde und kündigen einen „Wolfswalk“ im Sommer an. 

Die Erfolgsgeschichte Yellowstone

Wolfsbeobachter in den USA. Das Bild wurde mit KI erstellt.

Seit der Wiedereinführung der Wölfe 1995 hat sich der Park zu einer internationalen Attraktion für Wolfsbeobachter entwickelt. Studien der University of Montana und des National Park Service kommen zu folgenden Ergebnissen:

  • Allein durch wolf-spezifischen Tourismus fließen jährlich ca. 82 Millionen US-Dollar in die umliegenden Gateway-Gemeinden.
  • Bereits 2005/2006 lagen die direkten Einnahmen bei über 35 Millionen Dollar – mit stark steigender Tendenz.
  • Mehr als 150.000 Besucher pro Jahr kommen gezielt wegen der Wölfe.
  • Der gesamte Tourismus rund um Yellowstone generierte 2023 über 828 Millionen Dollar an wirtschaftlichem Nutzen und sicherte Tausende Arbeitsplätze.

Wolfstourismus schafft Einkommen besonders in den ruhigen Nebensaisonen und macht die lokale Wirtschaft unabhängig von der Jagd.

Auch in Europa ein großes Potenzial

In Regionen wie den Abruzzen (Italien), Asturien (Spanien) oder den Karpaten entwickelt sich verantwortungsvoller Wolfstourismus ebenfalls positiv. Er schafft Arbeitsplätze für lokale Guides, Hotels und Gastronomie und fördert gleichzeitig tatsächlich die Akzeptanz gegenüber dem Wolf.

Besipielfoto Wolf.

Der absurde Kontrast: Hornisgrinde im Schwarzwald

Während in Yellowstone und anderen Regionen der Wolf aktiv als wirtschaftliche Chance gesehen wird, reagieren deutsche Behörden oft mit Ablehnung und sogar mit Propaganda.  Im Fall des Hornisgrinde-Wolfs (GW2672m – „Grindi“) wurde der Begriff „Wolfstourismus“ regelrecht zum Schmähbegriff gemacht. Behörden und Teile der Politik warnten öffentlich davor, dass „Wolfstourismus“ dem Wolf schade und die Sicherheit der Menschen gefährde. Aktivisten, die Grindi vor einem Abschuss bewahren wollten, wurden in Medien und sozialen Netzwerken als Störer und radikale „Wolfstouristen“ dargestellt. Es gab sogar Befürchtungen einer regelrechten Massenbildung mit „Bürgerwehr“ speziell dort gegen Touristen allgemein. Statt das enorme Potenzial für sanften Naturtourismus im Schwarzwald zu nutzen, wurde der Wolf lieber zum Abschuss freigegeben – angeblich auch, um „Wolfstourismus zu unterbinden“. Damit schadet man nicht nur dem Wolf, sondern auch der eigenen Region: Dem Tourismus, den lokalen Betrieben und der Attraktivität des Nationalparks. Glücklicherweise ist es für Grindi dank seiner Schlauheit bislang gut ausgegangen. Er zeigt eben typisches Nationalparkverhalten, guckt ab und an, aber zeigt keinerlei Aggression, genau das, was man sich von einem Wolf in einem Nationalpark wünscht. Wir befürchten allerdings unter der neuen Regierungskoalition eine neue Abschussverfügung: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/04/23/wolf-grindi-in-akuter-gefahr-wolfsschutz-deutschland-e-v-befuerchtet-neue-abschussverfuegung-unter-cdu-verantwortung/
Auf eine weitere UIG erhielten wir am 4. Mai 2026 vom Umweltminisiterium die Antwort, dass derzeit keine weitere Verfügung in Planung sei. Allerdings wurden weitere Meldungen von Begegnungen am 6. April und 7. April als „kritisch“ eingestuft. Bei den Begegnungen waren Hunde dabei. Allerding zeigt sich in der Liste auch, dass sich Grindi durch lautes Rufen und dominantes Auftreten verscheuchen lässt. Er hat Angst vor Menschen, wie wir ja auch bereits dokumentiert hatten: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/02/08/wolfsschutz-deutschland-e-v-weist-nach-wolf-grindi-nicht-verhaltensauffaellig/
Die Antwort zeigt auch, dass Sichtungen weiter gemeldet werden. Wir haben eine weitere UIG an das Landwirtschaftsministerium gestellt, die heute folgendermaßen beantwortet wurde:
  1. Welche Maßnahmen (Vergrämung, Besenderung, intensiviertes Monitoring, etc.) wurden seit Ablauf der alten Genehmigung ergriffen?

Momentan keine, aufgrund der Tatsache, dass sich der Wolf wohl aufgrund der massiven Beunruhigung durch den Publikumsverkehr aus Anlass der ersten Abschussgenehmigung durch das Umweltministerium BW und Ende der Ranzzeit erheblich zurückgezogen hat.

Hohe Kosten und Nachteile der Wolfsjagd

Die Jagd auf Wölfe ist nicht nur ökologisch sinnlos und ethisch abzulehnen, sondern auch teuer. Ein einzelner Abschuss kann mehrere tausend bis über 30.000 Euro kosten (Personal, Ausrüstung, Genehmigungsverfahren, Gerichtsverfahren). Dazu kommen hohe laufende Ausgaben für das „Wolfsmanagement“. Im Vergleich dazu sind präventive Herdenschutzmaßnahmen langfristig deutlich günstiger und nachhaltiger. Studien zeigen zudem, dass Abschüsse die Zahl der Nutztierrisse nicht verringern – im Gegenteil: Durch die Störung von Rudelstrukturen können sich überlebende Wölfe stärker auf leichte Beute (Weidetiere) konzentrieren.
Zusätzlich geht wertvolles Tourismuspotenzial verloren, während die Einnahmen aus Jagd-Lizenzen minimal sind.
Spielende Wölfe.

Fazit: Chance statt Angst

Der Wolf kann sogar auch ein wirtschaftlicher Gewinn sein – wenn man ihn lässt. Statt ihn zu dämonisieren und zu töten, sollten Politik und Behörden endlich auf die erfolgreichen internationalen Beispiele schauen. Wolfstourismus schafft Einnahmen, Arbeitsplätze und ein positives Naturimage.

Die Hornisgrinde zeigt exemplarisch, wie verpasste Chancen und ideologische Blockaden der eigenen Bevölkerung schaden. Es ist Zeit, vom amerikanischen und europäischen Erfolgsmodell zu lernen, das würde auch in Thüringen, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und weiteren Gebieten gut funktionieren können. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. werden im Sommer einen Termin zu einem Wolfswalk in der Langen Rhön in Bayern anbieten. Selbstverständlich lauern wir dabei keinem Wolf auf und wir provozieren auch keine Sichtung, sondern wir informieren in lockerer Art und Weise über das Territorium und die Wölfe. Die Teilnahme wird kostenfrei sein. 

Mit Glück findet sich eine Hinterlassenschaft, eine Losung des Wolfs.

Quellen:

  • Duffield et al., University of Montana (Studien zu Yellowstone)
  • National Park Service Yellowstone Economic Impact Reports
  • Outside Online & Rewilding Academy

Einige unserer Berichte zum Hornisgrinde-Wolf „Grindi“:

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Oder:

Wolfsschutz-Deutschland e.V.
Berliner Sparkasse
IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84
BIC BELADEBEXXX

 

 

Wolf Grindi durch Ablauf der Abschussgenehmigung tatsächlich gerettet? Politische Fallen lauern

Das Umweltministerium Baden-Württemberg hat am 10. März 2026 die artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung zum Abschuss des Hornisgrinde-Wolfs GW2672m („Grindi“) nicht verlängert. Diese Entscheidung könnte nur einen vorläufigen Aufschub markieren, denn sie birgt zahlreiche offene Fragen und potenzielle Fallstricke. Wolfsschutz-Deutschland e.V. beleuchtet in diesem Artikel die politischen Winkelzüge, die nach Ablauf der Verfügung wirksam werden könnten.  Basierend auf Dokumentationen, Gutachten und Beobachtungen vor Ort wird bei aller Freude klar: Der Schutz Grindis ist keineswegs dauerhaft gesichert.

So schreibt das unter Thekla Walker (Grüne) geführte Umweltministerium folgendes: „Nach Einschätzung der FVA wird durch das Ende der aktuellen Ranzzeit das Interesse des Wolfs GW2672m an Hunden erfahrungsgemäß abnehmen. Tatsächlich sind die Sichtungsmeldungen 2026 bereits im Februar im Vergleich zum vorherigen Monat deutlich zurückgegangen. Im Jahr 2025 war dies erst Mitte März der Fall. Auf dieser fachlichen Basis wird die Ausnahmegenehmigung zum Abschuss nicht verlängert.

Nach Einschätzung der FVA-Experten wird sich allerdings am grundsätzlichen Verhalten des Wolfes ohne Eingriffe voraussichtlich nichts ändern. Da die potentielle Gefährdung von Menschen zur nächsten Ranzzeit ohne nachhaltige Verhaltensänderung des Wolfes wieder eintreten wird, beauftragt das Umweltministerium die FVA, aktualisierte Konzepte zur Vergrämung des Wolfes auszuarbeiten.

 

Beispielfoto Wolf.

 

Die Pressemitteilung des Ministeriums vom 10. März 2026 begründet die Nicht-Verlängerung mit abnehmenden Sichtungen und dem Ende der Ranzzeit. Gleichzeitig warnt sie vor einer „potentiellen Gefährdung“ in der nächsten Ranzzeit und kündigt intensiviertes Monitoring sowie neue Vergrämungskonzepte durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) an. Wolfsschutz-Deutschland e.V. deutet dies als machiavellistische Täuschung ein: Vergrämung erscheint als mildere Maßnahme, könnte jedoch als Vorwand für erneute Abschussversuche dienen, da Investitionen in solche Konzepte fachlich fragwürdig sind – Grindi benötigt keine Verhaltensänderung, wie auch unsere Vorsitzende Brigitte Sommer bereits gestern erläutert hat. 

 

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. stimmen hier dem Gutachten von Dr. Epple von der Naturschutzinitiative zu, das Grindi ein typisches Verhalten eines Nationalparkwolfes zuschreibt. Er weiß genau zwischen Häschern und harmlosen Wanderern zu unterscheiden. Zuweilen zeigt er sich, ohne auch nur annähernd aggressives Verhalten. Von den Häschern hält er sich dagegen fern.

Die Naturschutzinitiative schreibt heute folgendes in einem eigenen Artikel. Zitat: „Nationalparkvertrautheit zur Kenntnis nehmen und Naturliebende nicht verunglimpfen, dazu gehören nach unbestreitbarer fachlicher Einschätzung auch weltweit gesammelte Erkenntnisse zum Verhalten wildlebender Wölfe, die in von Menschen frequentierten Landschaften, speziell im Umfeld von Großschutzgebieten und Nationalparks, Vertrautheit mit dem Menschen entwickeln, ohne dabei gefährlich zu sein“.

Ausdrücklich nimmt die NI die Menschen in Schutz, die nun als „Wolf-Touristen“ vom Ministerium verunglimpft wurden. Schon in der Stellungnahme vor Gericht habe man vorgetragen, dass die Anwesenheit von großen Beutegreifern in bestimmten Landschaften und Schutzgebieten in der ganzen Welt für den Tourismus fördernd sei. Unser Dank geht daher auch an die zahlreichen Menschen der Region, die sich Tag und Nacht für diesen Wolf als Symbol für eine friedliche Ko-Existenz zwischen Mensch und Wolf eingesetzt haben.“ Zitat Ende. 
Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. sind sicher, dass diese Verumglimpfungen Teil einer Strategie waren und zum einen als Argument für die Abschussverfügung selbst dienen sollten und zum anderen die Menschen aus dem Gebiet dort fernhalten sollte, um den Abschuss ungestört durchführen zu können. Mit im Boot waren die Medien, die dafür sorgten, dass das Narrativ durch ständiges Wiederholen bekannt gemacht wurde. Tatsächlich funktionierte diese Strategie so gut, dass sie die Menschen selbst teilweise übernahmen und sich gegeneinander aufhetzen ließen. Wir berichteten auch hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/02/28/nudging-gegen-den-wolf-wie-sanfte-manipulationen-die-oeffentlichkeit-in-die-irre-fuehren/

 

Machiavellis Prinzipien im Naturschutzkonflikt

Niccolò Machiavelli (geboren am 3. Mai 1469 in Florenz, gestorben am 21. Juni 1527) lehrte in seinem Werk „Der Fürst“ (1513), dass Herrscher den Schein der Tugend wahren sollten, während sie im Verborgenen Täuschung und Spaltung einsetzen, um die Macht zu erhalten. Im Fall Grindi spiegelt sich dies wider: Die Genehmigung wurde zunächst erteilt, um Interessengruppen zu befrieden und nun nicht verlängert, um öffentlichen Druck abzufedern – doch die Begründung lässt Raum für zukünftige Interventionen. Wolfsschutz-Deutschland e.V. kritisiert diese Taktik als Versuch, zu spalten und langfristig Kontrolle zu behalten. Der Konflikt entzündete sich an der Genehmigung im Januar 2026, basierend auf „kritischen Begegnungen“ während der Ranzzeit. Der Verwaltungsgerichtshof Mannheim bestätigte sie am 16. Februar 2026 mit Verweis auf eine „denkbare Gefährdung“. Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) klagte dagegen, während NABU und BUND sogar eine Verlängerung forderten. Wolfsfreunde, Tier- und Naturfreude sollten endlich erkennen, dass es kein „an einem Strang ziehen“ geben kann. Immerhin ist mittlerweile sehr gut erkennbar, welche Orga mit am Tropf der Lobbyisten hängt und welche nicht. 
Nach Ablauf der Verfügung treten politische Dynamiken in den Vordergrund, die den Schutz Grindis bedrohen. Der bevorstehende Wechsel des Umweltressorts zur CDU in der neuen Landesregierung (nach der Koalitionsbildung im Frühjahr 2026) könnte die Haltung verschärfen: Die CDU vertritt traditionell wolfskritischere Positionen und priorisiert oft Tötungen. Ergänzt wird dies durch das geänderte Bundesjagdgesetz: Der Bundestag stimmte am 5. März 2026 der Aufnahme des Wolfs ins BJagdG zu, der Bundesrat folgt voraussichtlich Ende März. Damit können Länder Wölfe nicht nur bei akuten Problemen, sondern auch zur Bestandsregulierung entnehmen – Klagen verlieren oft die aufschiebende Wirkung. Beispiele aus anderen Bundesländern unterstreichen das Risiko: In Niedersachsen wurden Genehmigungen intern erteilt und Abschüsse durchgeführt, ohne vorherige öffentliche Bekanntgabe. Solche „stillen“ Operationen könnten in Baden-Württemberg nach dem Ressortwechsel zur Norm werden, besonders bei neuen „Vorfällen“, ob echt oder nicht, die als Trigger dienen. Wir haben dazu mal die KI Grok befragt: Die Antworten sind tatsächlich erschreckend aufschlussreich:  KI-Befragung
Machiavellis Beobachtung trifft zu: „Die Menschen sind so einfältig und hängen so sehr vom Eindruck des Augenblicks ab.“

Unterwanderung und Diffamierung: Spaltung der Tierschutzszene

Wolfsschutz-Deutschland e.V. dokumentiert seit Anfang des Jahres Unterwanderungstaktiken in Grindis Territorium und auch im Nachbarterritorium Forbach: In „Laufgruppen“ auf Facebook und WhatsApp wurden Touren geplant und verteilt und und prompt an Behörden zuarbeitenden Orgas wie Taskfurz (Name geändert) gemeldet. Profile, die Daten weitergaben, sowie Behördenmitarbeiter und Grüne-Politiker in diesen Gruppen waren jederzeit über die Aktivitäten der wandernden Tierschützer informiert. Diffamierungen, wie der Vorwurf des „Wolfstourismus“, lenkten von Grindis Harmlosigkeit ab und spalteten die Szene: Unabhängige Aktive, die den Grundstein für Wanderungen legten, wurden isoliert und diffamiert, während die „Laufgruppenleitungen“ dafür sorgten, dass deren Schutzwanderungen marginal blieben und gleichzeitig Menschen gegeneinander aufgehetzt wurden. Gleichzeitig wurde Menschen eine Wolfsexpertenkompetenz eingeredet, die sie gar nicht haben konnten. So wurde aber dafür gesorgt, dass die Narrative „potentielle Gefährlichkeit“, „Dumme Wanderer, die sich Grindi näherten“, „Wegesperrungen“ und das „Unterbinden von Spaziergängen mit Hund“ die Runde machten. Gleichzeitg wurde den Wanderern eingeredet, dass man Behörden wie der FVA oder der Nationalparkverwaltung und der Polizei vertrauen könne. Die FVA ist weisungsgebunden und ist nach der neuesten Einschätzung in der Pressemitteilung des Umweltministeriums nicht auf Grindis Seite.
Die Change-Petitionsstellerin ging auf unsere Vorsitzende auf der ersten Mahnwache im Wald los und lauerte ihr einen Tag später im Wald auf, unterstellte ihr Mediengeilheit, während die Petitionsstellerin sich gleichzeitig selbst in einem Artikel der „BILD“ darstellte. Mit weitergereichtem und vor ihr erstelltem Foto von Grindi. Ein Tierhorter aus Niedersachsen warf unserer Vorsitzenden vor, sie hätte Grindi an die Jäger verraten und stellte unwahre Behauptungen zu Spenden auf, gleichzeitig ließ er sich Anreise und Unterkunft zu einer Mahnwache in Sand finanzieren. Er selbst teilt ständig Original-Fotos mit ziemlich genauen Standortangaben, die von Insidern auf jeden Fall Positionen zugeordnet werden könnten und gibt Standortdaten aus seinem Monitoring an die Jäger weiter, während Brigitte Sommer kein einziges Foto, das sie von Grindi erstellt hatte, veröffentlich hat.
Die Orga Taskfurz pöbelte in sozialen Netzwerken herum, dass man Anzeige gegen unsere Vorsitzende stellen würde, da sie auf einem Foto außerhalb von Wegen zu sehen gewesen sei. Tatsächlich ist Brigitte Sommer auf einem entsprechenden Bild auf dem Weg abgebildet, während, die Petitionsstellerin, die ihr im Wald aufgelauert und sie dort bedroht hatte, sich bei Erstellung des Fotos selbst außerhalb des Weges befand.
Mitglieder eines anderen Vereins forderten Mitglieder unseres Vereines auf, bei uns auszutreten und bei ihnen einzutreten, wegen des angeblichen „Vergehens“ ,  das in einem SWR-Artikel dargestellt worden sei. Dass dieser Artikel tendenziös und zudem falsch war, denn sie ist und war keine Wolfstouristin, schien nicht weiter interessieren. Es kursierten Karikaturen, auf denen Brigitte Sommer auf einem brennenden Scheiterhaufen abgebildet zu sehen war. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/02/11/offener-brief-an-ralf-hentschel-vorsitzender-des-freundeskreis-freilebender-woelfe-e-v-ihr-diffamierender-fb-post-vom-08-02-2026-zum-wolf-gw2672m-grindi-widersprueche/
Streckenposten der organisierten Wandertruppen hielten Fahrzeuge an und leuchteten hinein, um zu kontrollieren ob Brigitte Sommer darin sitzen würde. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich Konsequenzen vorzustellen.
Eine FB-Seite zum Thema Herrenwies beschimpfte Brigitte Sommer als „rote Zora“ und bezichtigte sie der „schlimmen“ Machenschaften.
„Man muß das Wahre immer wieder wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse,“ schrieb schon Johann Wolfgang von Goethe.
Deshalb geben wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. auch keine Ruhe und legen immer wieder den Finger in die Wunde, denn es ist immens wichtig zu begreifen, was hier passiert ist. Begreifen es diese „Täter“ nicht, dann kann eine solche Hexenjagd immer wieder stattfinden und die Menschen lassen sich wieder aufhetzen oder beteiligen sich sogar erneut an Hass und Hetze.
Dieser Vortrag von Prof. Maaz ist unbedingt empfehlenswert. Um zu verstehen, was gerade vor sich geht und um zu begreifen, warum sich so viele Menschen wie Schafe lenken lassen, muss man die Ursachen begreifen und Schutzmechanismen entwickeln. Eigenständiges Denken ist dabei ganz wichtig. https://www.youtube.com/watch?v=ef9gC3GB6T0

Aktueller Blick ins Territorium Hornigsgrinde

Leuchtmunition. Foto: privat.

 

Falle für Füchse. Von wegen Schutzgebiet für Wildtiere. Foto: privat.

 

Wanderweg. Foto: privat.

 

Wanderweg zum Sandsee. Foto: privat.

 

Besonders die Vollmondnächte waren nervenzehrend. Bild: privat.

 

Teilweise waren die Wege auch mit Plastikband oder Weidezäunen abgesperrt. Foto: privat.

 

 

Foto: privat.

 

Überall sind Wildkameras platziert. Foto: privat.

Dank an alle echten Wolfsfreunde

Wir freuen uns sehr, dass die Abschussgenehmigung nicht verlängert wurde und wir danken allen Tier- und Naturfreunden, die sich mit Wanderungen bis zur Erschöpfung für „Ihren“ Grindi eingesetzt haben. Auch ganz herzlichen Dank an ganz neue Mitglieder von uns, die sich dort ins Haifischbecken begeben hatten und sozusagen völlig alleine ins kalte Wasser geworfen wurden. Dieser Fall kann Schule für ganz Deutschland machen und zeigt, wie wichtig aktives Engagement und ziviler Ungehorsam ist. Deshalb müssen weiter vor Ort Spaziergänge stattfinden.
Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. fordern Transparenz von der Landesregierung und vom Umweltministerium. Wir beklagen, dass unsere UIG-Anfrage noch immer nicht beantwortet wurde. Gleichzeitig wollen wir unser vereinsinternes Wolfsmonitoring ausbauen und wir freuen uns hier über neue Mitglieder. Ebenso fordern wir einen Stopp der unsinnigen Vergrämungsmaßnahmen und eine EuGH-Prüfung der Genehmigungspraxis.

 

Quellen: Pressemitteilung des Umweltministeriums

https://um.baden-wuerttemberg.de/de/presse-service/presse/pressemitteilung/pid/artenschutzrechtliche-ausnahmegenehmigung-zum-abschuss-wird-nicht-verlaengert

Bericht der Naturschutzinitiative e. V.: https://naturschutz-initiative.de/aktuell/pressemitteilungen/grosser-erfolg-hornisgrinde-wolf-darf-auch-zukuenftig-nicht-abgeschossen-werden/?fbclid=IwY2xjawQeUOlleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEeGI3hCdLxvd2i41HbOGD_f3frpcU-bW04lnR3m9bGkrZuNReIuSXaSpOyjjQ_aem_HKTPb6KvUMiJbz81Meeh2A

Hier unser Artikel vom 08. Februar 2025, in dem wir dokumentierten, dass Grindi bei einer Zufallsbegegnung nicht auffällig war: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/02/08/wolfsschutz-deutschland-e-v-weist-nach-wolf-grindi-nicht-verhaltensauffaellig/

 

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

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Nudging gegen den Wolf: Wie sanfte Manipulationen die Öffentlichkeit in die Irre führen

Nudging ist keine neutrale Hilfestellung – es ist ein gezieltes Instrument der Verhaltenslenkung, das Menschen ohne ihr bewusstes Nachdenken in eine bestimmte Richtung „anstupst“. Die Methode nutzt kognitive Verzerrungen, verdrehte Standards und Framing, um Entscheidungen zu beeinflussen, ohne dass die Betroffenen es merken oder Alternativen aktiv abwägen. Wir von Wolfschutz-Deutschland e. V. sehen darin eine subtile Form der Manipulation, die Autonomie untergräbt, Transparenz vortäuscht und letztlich Machtstrukturen zementiert – besonders wenn der Staat, Behörden oder Medien sie einsetzen.

Im Wolfsschutz-Kontext wird Nudging (oder ähnliche Techniken) derzeit massiv gegen den Wolf instrumentalisiert: Es schafft Akzeptanz für Abschüsse, indem es Bürger dazu bringt, selbst Maßnahmen zu fordern, die dem Tier schaden – und das alles unter dem Deckmantel von „Schutz“ oder „Verantwortung“. Medien spielen eine Schlüsselrolle dabei, indem sie Narrative unkritisch verstärken und so die Öffentlichkeit nudgen. Hier einige aktuelle Beispiele aus Deutschland, die zeigen, wie das funktioniert und warum wir es sehr kritisch sehen.
Beispielfoto Wölfe. © Brigitte Sommer

Das Framing „Wolfstourismus schadet dem Wolf“ – ein perfekter Nudge zur Selbstzensur, verstärkt durch Medien

Im Fall von Grindi (GW2672m) im Nordschwarzwald wird das Narrativ „Zu viele neugierige Menschen stören den Wolf – also Wege sperren!“ massiv gepusht: Schilder, Pressemitteilungen des Umweltministeriums, Statements von Ministerin Thekla Walker (Grüne) und Medienberichte warnen vor „Fackelläufen, Mahnwachen und Hundebesitzerinnen“, die den Wolf gefährden. Viele Anwohnerinnen und Spaziergänger übernehmen das unkritisch und fordern selbst Sperrungen – in dem guten Glauben, sie täten etwas Gutes, dabei wollen die Behörden nur den Abschuss. 
Diese Sperrungen (z. B. um Herrenwies) schaffen vor allem ruhige Zonen für das Wolfskillerteam, das noch immer aktiv sucht (Genehmigung bis 10. März). Der „Wolfstourismus“-Hype entstand durch behördliches Framing, mediale Dramatisierung, die dann als Begründung für die Tötung diente („denkbare Gefährdung“ reicht). Das ist klassisches Framing-Nudging: Man setzt „Schutz vor Störung“ als moralischen Standard, lenkt von der Frage ab, wer wirklich profitiert (Jäger, Abschussinteressen) und nudgt Bürger , selbst zu fordern, was dem Wolf schadet – ohne dass sie merken, wie sie instrumentalisiert werden. Im Fall von Grindi führte dies sogar so weit, dass sie auf unsere Vorsitzende Brigitte Sommer losgingen und sie des Wolfstourismus bezichtigten. Ironischerweise wurden Menschen aus diesem Kreis nun selbst Opfer von Medienframing. 
Medien übernehmen hier aktiv das Nudging: Wolfsfreunde wurden überzeugt, dass der Einsatz von Profikameras und Teleobjektiven schlecht für den Wolf sei – um „Grindi zu schützen“, indem man ihn nicht zu nah filmt oder fotografiert. Tatsächlich hätten solche Geräte es ermöglicht, Jäger abseits der Wege aufzunehmen, ohne selbst die markierten Pfade zu verlassen – und so illegale Aktivitäten zu dokumentieren. Stattdessen profitieren die Jäger von der Selbstzensur: Weniger Beobachterinnen mit starken Optiken bedeuten weniger Zeugen für ihre Operationen. Gleichzeitig werden professionelle Kameras und Teleobjektive bei Organisationen, die Drückjagden dokumentieren, als notwendig und wichtig bewertet – ein klarer Fall von kognitiver Dissonanz: Die gleiche Technik ist „schädlich“ beim Wolfsschutz, aber „essentiell“ bei der Jagddokumentation. Die Leute leiden darunter, ohne es zu merken, und übernehmen unkritisch Narrative, die letztlich den Abschuss fördern.

Technikgläubigkeit und Monitoring: „Daten schützen“ – aber sie dienen der Jagd

Stories wie der Wolf, der Seen durchschwimmt, werden genutzt, um Monitoring als „unverzichtbaren Schutz“ oder „wissenschaftliche Sensation“ zu framen. Viele akzeptieren das kritiklos und fordern mehr Monitoring. Realität: Dieselben Daten (KORA, DBBW) werden systematisch für Lokalisierung und „Entnahme“ (Abschuss) verwendet. Nudging hier: Technik als positiver Default präsentieren, die Kehrseite (Überwachung gleich Jagdhilfe) ausblenden – Menschen werden so zu Unterstützer eines Systems, das gegen den Wolf arbeitet.

Das Framing „Kein Hund im Wald – wegen Wolf“ und saisonale Panikmache

In Gruppen und Foren kursiert: „Lasst Hunde zu Hause, sonst provoziert ihr den Wolf!“ Viele übernehmen das aus Sorge. Realität: Angeleinte Hunde bei Spaziergängen stören vor allem Jäger und Jagdhunde. Wölfe reagieren defensiv, aber das Hauptproblem für sie sind die Jäger. Außerhalb der Paarungszeit (die gerade endet: Januar–März, Höhepunkt Februar) sind Rüden nicht paarungsbereit – saisonale Aggressionsängste werden künstlich geschürt, um die Abwesenheit von Hunden als Standard zu etablieren und Störungen für die Jagd zu minimieren.

Das unkritische Narrativ „Grindi ist verhaltensauffällig“ – falsche Expertise und Selbstüberschätzung

Medien und Behörden pushen das Framing, dass Grindi verhaltensauffällig sei – er suche gezielt die Nähe zu Menschen, was zu Gefahren führe. Viele übernehmen das unkritisch, obwohl immer mehr echte und unabhängige Experten, wie zum Beispiel auch Andreas Kieling, betonen: „Das Verhalten liegt im Bereich der unterschiedlichen Wolfscharaktere.“ Dennoch wird Leuten Expertise zugetraut, die sie nicht haben – z. B. eine Petitionsstellerin, die sich vorher nie mit Wölfen beschäftig hat. Viele leiden nach starker Manipulation, wie z. B. durch eine Podcasterin, an Selbstüberschätzung und trauen sich Expertise zu, die sie nicht besitzen, was das Nudging verstärkt: Man folgt „Autoritäten“ und vermeintlichen „Experten“, die in Wahrheit weisungsgebunden sind, ohne zu prüfen und am Ende kommt der Abschuss heraus. 

Die Illusion der Einflussnahme: Politiker-Accounts und „pro-Wolf“-Gruppen als Falle

In manchen FB-Gruppen glaubt man ernsthaft, man könne Ministerin Walker (oder ähnliche Politiker) als Gruppenmitglied per Kommentar überzeugen, vom Abschuss abzusehen. Das ist naiv: Solche Accounts werden fast nie persönlich geführt, sondern von Mitarbeiterinnen oder Agenturen. Kommentare dienen eher der Beobachtung und Identifikation – wer laut wird, kann verklagt oder beobachtet werden (z. B. bei Mahnwachen). Noch kritischer: Es gibt Seiten und Gruppen, die nach außen pro-Wolf tun, in Wahrheit aber Behörden oder jagdnahen Interessen zuarbeiten. Sie streuen gezielte Narrative („Tourismus schadet“, „Monitoring rettet“), säen Spaltung in der Schutzszene und behindern echte Aktionen. Solche verdeckten Agentur-Strategien sind bekannt aus anderen Kontexten – im Wolfsschutz lenken sie Energie in falsche Bahnen und nudgen Aktive, sich selbst zu schaden.

Fazit: Nudging entlarven – Manipulation ablehnen

Nudging ist keine harmlose „Hilfe“, sondern ein Machtinstrument, das Bewusstsein umgeht und Kritik erschwert. Im Wolfskontext dient es derzeit dazu, Abschüsse gesellschaftlich akzeptabel zu machen – indem Bürger selbst die Narrative übernehmen und fordern, was Jäger und Behörden nutzt. Medien verstärken das, kognitive Dissonanz sorgt für Blindheit und falsche Expertise täuscht. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e.V. sehen das sehr kritisch. Wir setzen auf Fakten und offene Debatte und selber Denken. 
Hier noch mal kurz erklärt von Brigitte Sommer

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Der Kampf um Grindis Leben: Lokale Stärke und die Wahrheit hinter den Kulissen

Das ist der aktuelle Stand: Der Abschuss des Wolfs GW2672m, von einem unserer Mitglieder von vor Ort, „Grindi“ getauft, ist seit dem 16. Februar 2026 juristisch freigegeben. Das Umweltministerium Baden-Württemberg hat die Tötung bis zum 10. März 2026 genehmigt und das „Killerkommando“ ist im Einsatz. Doch der Widerstand bricht nicht ab. Wolfsschutz-Deutschland e.V. begrüßt die Ankündigung der Naturschutzinitiative e.V. (NI), die Hauptsacheklage fortzusetzen und den Fall dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) vorzulegen. Dieser Schritt könnte zukünftige Tötungen erschweren und zeigt, wie wichtig beharrlicher Rechtsschutz ist.

Wir danken der NI für ihren unermüdlichen Einsatz und ihre fundierten Argumente, die auf EU-Recht und fehlenden Alternativen zum Abschuss pochen.

Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer
Allerdings muss man realistisch bleiben: Unsere Einschätzung ist, dass die laufende Klage Grindi selbst nicht mehr helfen kann. Der Prozess – von der ersten Instanz am Verwaltungsgericht Stuttgart über den VGH Mannheim bis hin zum Bundesverwaltungsgericht und potenziell dem EuGH – wird Monate, wenn nicht Jahre dauern. Bis dahin könnte Grindi längst erschossen worden sein, wenn das „Killerteam“ ungestört operieren kann. Die NI zielt auf eine grundsätzliche Klärung ab, die zukünftige Fälle beeinflussen könnte, aber für Grindi kommt das zu spät, die Verfügung ist bis zum 10. März in Kraft und könnte sogar in Verlängerung gehen, da das Ressort an die CDU übergeht. Die Grünen haben sozusagen als Steigbügelhalter fungiert.
Das unterstreicht einmal mehr: Juristische Kämpfe sind essenziell, doch sie allein reichen nicht aus, um akute Bedrohungen abzuwenden. Vor allem auch in Bezug auf den neuesten Gesetzesentwurf der Bundesregierung, der das Verbandsklagerecht schwächen will.  https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/02/19/gesetzentwurf-21-4146-ein-weiterer-schlag-gegen-das-verbandsklagerecht/

Aktueller Stand und was die NI plant

  • Das Eilverfahren ist verloren: Der VGH hat die artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung des Umweltministeriums Baden-Württemberg (erteilt am 23. Januar 2026, gültig bis 10. März 2026) als rechtmäßig und sofort vollziehbar bestätigt. Der Abschuss ist damit erlaubt – das Tötungsteam (Jäger) ist bereits im Einsatz.
  • Aber die Hauptsacheklage läuft weiter: Die NI hat bereits im Januar 2026 eine Anfechtungsklage beim Verwaltungsgericht Stuttgart eingereicht (plus Eilantrag, der nun abgewiesen ist). Diese Klage geht nun durch die Instanzen:
    • Verwaltungsgericht Stuttgart (erste Instanz)
    • Verwaltungsgerichtshof Mannheim (zweite Instanz)
    • Bundesverwaltungsgericht Leipzig (dritte Instanz)
  • Ziel: Vorlage an den Europäischen Gerichtshof (EuGH): Die NI will bei den Gerichten beantragen, dass der Fall unmittelbar dem EuGH zur Vorabentscheidung vorgelegt wird. Das soll klären, ob ein Abschuss in diesem Fall (Nähe zu Menschen ohne Aggression) mit EU-Recht (FFH-Richtlinie, Art. 12 und 16) vereinbar ist.
  • Zeitlicher Horizont: Es handelt sich um einen langen Prozess (Monate bis Jahre), der den Abschuss nicht mehr stoppen kann, aber eine Fortsetzungsfeststellungsklage oder grundsätzliche Klärung ermöglichen soll. Ziel ist es, eine höchstrichterliche Entscheidung zu erzwingen, die zukünftige Abschüsse erschweren könnte.

Wichtigste Argumente der NI (aus der PM vom 18.02.2026 – unten verlinkt)

  • Die Entscheidung des VGH sei europarechtswidrig und verstoße gegen nationales Naturschutzrecht.
  • Alternativen seien nicht ausgeschöpft; das Gericht habe die individuellen Verhaltensbeobachtungen der NI nicht ausreichend gewürdigt.
  • Über 180 Sichtungen seit 2024: Keine Gefahr für Menschen – der Wolf ist scheu gegenüber dem „Spezialteam“, aber neugierig gegenüber harmlosen Wanderern („Nationalpark-Vertrautheit“, nicht Fehlkonditionierung).
  • Kritik an der Bundesregierung: Der Bericht 2025 an die EU-Kommission stuft den Erhaltungszustand als „günstig“ ein, aber ein Schreiben der EU-Kommission (August/September 2025) widerspricht: Im Süden und Südosten Deutschlands ist das Verbreitungsgebiet unzureichend besiedelt.
  • Ein Gutachten von Biologe Dr. Wolfgang Epple (Wissenschaftlicher Beirat der NI) untermauert die Rechtswidrigkeit der Ausnahme.

 

Hier auch noch einmal unsere Ansicht in unserem Artikel. Besonders problematisch ist die zentrale Begründung des Gerichts: Eine „denkbare Gefährdung für die öffentliche Sicherheit“ soll bereits ausreichen, um die Tötung eines streng geschützten Tieres zu rechtfertigen. Diese Schwelle ist extrem niedrig. Eine „denkbare“ Gefahr lässt sich bei nahezu allen Alltagssituationen konstruieren – von Treppenstufen über Haushaltsgegenstände bis hin zur Teilnahme am Straßenverkehr. Würde diese Logik konsequent angewandt, käme es zu einer erheblichen Einschränkung von Freiheitsrechten und zu einer Tendenz hin zu präventiver Überwachung. Solche Urteile bergen die Gefahr, dass der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz ausgehöhlt wird und Eingriffe ohne konkrete, nachweisbare Bedrohung gerechtfertigt werden. https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/02/17/toetung-von-grindi-genehmigt-gericht-rechtfertigt-abschuss-mit-blosser-denkbarer-gefaehrdung/

Trotz dieser juristischen Front bleibt der Schlüssel zum Wolfsschutz die aktive Arbeit vor Ort. Wolfsschutz-Deutschland e.V. ist seit Jahren präsent in den Territorien – wir dokumentieren, analysieren und klären Bürger auf. Im Fall Grindi haben wir gezeigt, dass drei Jahre friedliches Zusammenleben möglich sind, ohne Aggression oder Gefahr. Unsere Teams sind in den Wäldern. Durch diese Basisarbeit schützen wir Wölfe ganz praktisch und sorgen für echte Koexistenz.
Sandsee. © Brigitte Sommer

Intrigen und falsche Freunde der Wölfe

Doch nicht alle, die sich als Wolfsschützer ausgeben, handeln auch so. Es ist entscheidend, dies wahrzunehmen: Gruppen wie eine „Taskfurz“ haben in einem Facebook-Posting zwischen den Zeilen mehr als deutlich gemacht, dass sie in Wirklichkeit eng mit den Behörden kooperieren, die den Abschuss vorantreiben. Statt den Wolf zu schützen, behindern solche Akteure oft die echten Bemühungen vor Ort – etwa durch Diffamierung lokaler Initiativen oder Kooperation mit Jägern und Behörden. Viele glauben fälschlich, dass Ranger im Nationalpark Nordschwarzwald oder die Forstwirtschaftliche Versuchsanstalt (FVA) sich für Grindis Leben einsetzen. Tatsächlich hat die FVA das Verhalten als problematisch eingestuft und unterstützt damit indirekt den Abschuss. Ranger durchsetzen Regeln, die Schutzaktivisten behindern, während das Abschuss-Team ungestört operieren kann.
Ein weiteres Missverständnis: Es wird behauptet, Hunde seien im gesamten Gebiet verboten. Tatsächlich sind nur bestimmte Wege um Herrenwies abgesperrt – genau dort, wo die Hauptverfolgung von Grindi stattfindet. Diese Sperrungen dienen nicht dem Wolfsschutz, sondern erleichtern dem „Killerteam“ die Arbeit, ohne Störungen durch Spaziergänger.
Aktueller Blick auf einen Weg zwischen Herrenwies und den Sandsee, der plötzlich gesperrt wurde. Hie findet wohl die Hauptgemengelage statt. Foto: privat.
Hier noch ein Statement von unserer Vorsitzenden zu den Vorgängen vor Ort. Wir warnen vor erneuter Manipulation in Facebook- und WhatsApp Gruppen. Wolfsfreunde werden getäuscht und in Wirklichkeit wird ihr Engagement missbraucht.

Neues Framing

Hinzu kommt ein neues Medien-Framing: Nach dem Mythos vom „Wolfstourismus“, der nie existierte – es gab keine organisierten Touren, sondern nur zufällige Begegnungen –, wird nun vorgeworfen, Schutzaktivisten würden die Auerhähne stören. Doch wer stört wirklich? Das Abschuss-Team mit seinen nächtlichen Einsätzen und schweren Ausrüstung trampelt durch sensible Habitate. Unsere Beobachtungen vor Ort zeigen: Die wahren Störer sind die Jäger, nicht diejenigen, die friedlich dokumentieren und für Koexistenz werben.
Wolfsschutz-Deutschland e.V. ruft auf: Lasst euch nicht täuschen. Der Schutz von Grindi und anderen Wölfen hängt vor allen Dingen auch von ehrlicher, lokaler Arbeit ab. Unterstützt Vereine die klagen können und gleichzeitig beweisen, dass sie es ehrlich meinen und uns von Wolfsschutz-Deutschland e. V. durch Mitgliedschaften und Spenden  – nur so können wir ganzheitlich gegen falsche Narrative und echte Bedrohungen ankämpfen.
Eine weitere Mahnwache für Grindi findet am 28 Februar um 15.17 Uhr amParkplatz Hundseck statt.  Sie wird von Einheimischen organisiert. Bleibt zu hoffen, dass sich die Menschen vor Ort nicht erneut das Ruder aus der Hand nehmen lassen.
Quellen:
Hier alle Artikel von uns büer Grindi: https://wolfsschutz-deutschland.de/?s=Grindi

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Tötung von Grindi genehmigt – Gericht rechtfertigt Abschuss mit bloßer „denkbarer Gefährdung“

Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg hat am 16. Februar 2026 die Beschwerden der Naturschutzverbände gegen die artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung zur Tötung des Hornisgrinde-Wolfs GW2672m („Grindi“) abgewiesen. Die Genehmigung des Umweltministeriums ist damit vollziehbar und gilt bis zum 10. März 2026. Wolfsschutz-Deutschland e.V. teilt die scharfe Kritik der Naturschutzinitiative e.V. an diesem Beschluss. Und uns ist noch mehr aufgefallen.

Besonders problematisch ist die zentrale Begründung des Gerichts: Eine „denkbare Gefährdung für die öffentliche Sicherheit“ soll bereits ausreichen, um die Tötung eines streng geschützten Tieres zu rechtfertigen. Diese Schwelle ist extrem niedrig. Eine „denkbare“ Gefahr lässt sich bei nahezu allen Alltagssituationen konstruieren – von Treppenstufen über Haushaltsgegenstände bis hin zur Teilnahme am Straßenverkehr. Würde diese Logik konsequent angewandt, käme es zu einer erheblichen Einschränkung von Freiheitsrechten und zu einer Tendenz hin zu präventiver Überwachung. Solche Urteile bergen die Gefahr, dass der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz ausgehöhlt wird und Eingriffe ohne konkrete, nachweisbare Bedrohung gerechtfertigt werden.
Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer
Ähnliche Argumentationsmuster gab es bereits in der Coronakrise: Auch dort rechtfertigten einige Gerichte weitgehende Freiheitseinschränkungen zunächst mit „abstrakter“ oder „potenzieller“ Gefahr. Spätere Urteile des Bundesverfassungsgerichts und anderer Instanzen zeigten jedoch, dass eine zu niedrige Gefahrenschwelle zu unverhältnismäßigen Maßnahmen führten.
Der Wolf Grindi GW2672m lebt seit drei Jahren sesshaft im Nordschwarzwald und hat in dieser Zeit keine Auffälligkeiten gezeigt, die eine konkrete Gefährdung für Menschen belegen würden. Es gab keinen Angriff, keine Verletzung und keine Verhaltensweisen, die über normales Wolfsverhalten hinausgehen. Auch bei einer zufälligen Begegnung am 6. Februar 2026 – dokumentiert durch fünf Zeugen, unabhängig vom SWR – hielt der Wolf Abstand von über 100 Metern, beobachtete kurz und zog sich dann ruhig zurück (Schwanz eingeklemmt, ohne Fixieren oder Annäherung). Der SWR-Beitrag vom 7. Februar 2026 ließ diesen entscheidenden Rückzug aus und erweckte den Eindruck von „Wolfstourismus“, obwohl die Anwesenheit der Beteiligten dem Zweck diente, Schutzmaßnahmen für den Wolf zu erörtern. Hier unser offener Brief an den SWR: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/02/10/offener-brief-an-den-suedwestrundfunk-swr-betrifft-tendenzioese-berichterstattung-im-beitrag-die-suche-nach-dem-hornisgrinde-wolf-und-warum-sie-ihm-schadet/
Wolfsschutz-Deutschland e.V. lehnt weitere Eingriffe wie Besenderung, intensiveres Monitoring oder zusätzliche Vergrämungsversuche ab. Der Wolf hat sich bisher allen Vergrämungsmaßnahmen entzogen, weil sein Verhalten unauffällig und scheu war und ist. Eine Notwendigkeit für derartige Maßnahmen ist nicht erkennbar.
Leider haben Mitglieder des Freundeskreises freilebender Wölfe e.V. bzw. ihnen nahestehende Personen zur Verschärfung der Situation beigetragen. Es kam zu Manipulationen vor Ort, Störungen der Schutzaktivitäten, Verfolgung der Beteiligten und Angriffe auf Beteiligte sowie zur Verbreitung von Falschinformationen und Diffamierungen in der öffentlichen Debatte. Die Diffamierungen und nach unserer Ansicht nach gezielten Manipulationen finden in einer WhatsApp-Gruppe weiter statt, deren Admin ein selbst ernanntes Naturschutzsonderkommando zu führen angibt. Allerdings mit Maßnahmen, die Grindi nicht schützen, sondern ihm schaden. Hier unser offener Brief an den Vorsitzenden des Freundeskreises: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/02/11/offener-brief-an-ralf-hentschel-vorsitzender-des-freundeskreis-freilebender-woelfe-e-v-ihr-diffamierender-fb-post-vom-08-02-2026-zum-wolf-gw2672m-grindi-widersprueche/
Wolfsschutz-Deutschland e.V. unterstützt die laufenden rechtlichen Schritte der Naturschutzinitiative e.V. (einschließlich möglicher Hauptsacheklage und Beschwerde bei der EU-Kommission) und fordert eine sachliche, evidenzbasierte Auseinandersetzung mit dem Thema. Weiterhin werden wir eine eigene EU-Beschwerde einreichen. Aktuell prüfen wir auch Strafanzeigen gegen bestimmte Personen.  Präventive Tötungen auf Basis abstrakter Risiken gehören nicht zu solch einer Auseinandersetzung. Auch folgen wir der Argumentation der Naturschutzinitiative darin, dass Schüsse auf Grindi auch ein Wolfspaar im Nachbarterritorium gefährden, da sich die Bereiche überlappen.
Wir rufen zu verstärkter Präsenz auf, um Vorgänge rund um den Mehliskopf, Badener Höhe, Herrenwies, Sandsee und Hundseck zu dokumentieren. Fotos und Videos gerne an uns.
Quellen:
Artikel von Wolfsschutz-Deutschland e. V. zu Grindi:
Und noch ein Video-Statement unserer Vorsitzenden Brigitte Sommer. Zum Zeitpunkt der Aufnahme war die Entscheidung des Gerichtes noch nicht bekannt. Hier der im Statement angesprochene Artikel: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/02/13/grindi-romeo-und-die-woelfe-die-etwas-in-uns-beruehren-ein-plaedoyer-an-verstand-und-wahrnehmung-statt-hysterie/

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Grindi, Romeo und die Wölfe, die etwas in uns berühren – Ein Plädoyer an Verstand und Wahrnehmung statt Hysterie

Seit Wochen dominiert ein einzelner Wolf die Schlagzeilen in Baden-Württemberg: GW2672m, inzwischen liebevoll Grindi genannt. Der Rüde aus österreichischer Abstammung lebt seit etwa drei Jahren friedlich im Gebiet der Hornisgrinde und des Nationalparks Nordschwarzwald. Er soll sich mehrmals Menschen und Hunden genähert haben – vor allem in der Paarungszeit –, doch es gibt bis heute keinen einzigen dokumentierten Vorfall von Aggression, Verletzung oder Bedrohung. Keine Nachweise für Anfütterung oder Fütterung durch Menschen, keine Belege für regelmäßiges Spielen mit Hunden. Dennoch drehen bestimmte Leute geradezu durch und forcieren einen regelrechten Tötungswahn, obwohl am 6. Februar scheues Verhalten dokumentiert wurde. 

Das grün geführte Umweltministerium stellte Anfang Februar 2026 eine Ausnahmegenehmigung zum Abschuss (bis 10. März) aus. Naturschutzverbände wie die Naturschutzinitiative (NI) legten Beschwerde ein – mit Erfolg: Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Mannheim stoppte den Abschuss vorerst per Hängebeschluss bis maximal 16. Februar 2026, um Beschwerden anzuhören und vollendete Tatsachen zu vermeiden. Wolfsschutz-Deutschland e. V. belegte durch eine zufällige Begegnung am 6. Februar: Grindi zog sich ruhig und distanziert zurück – kein Fixieren, kein Verfolgen, keine Aggression. Die anwesenden Hunde blieben entspannt. „Das ist vorbildliches Verhalten für Koexistenz in einem großen, dünn besiedelten Gebiet“, so Vereinsvorsitzende Brigitte Sommer. Hier unser Bericht mit Einblicken in die Region: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/02/08/wolfsschutz-deutschland-e-v-weist-nach-wolf-grindi-nicht-verhaltensauffaellig/

Grindi ist nicht Romeo – und genau das macht die Überreaktion noch unverständlicher

Der frei geborene und frei lebende Wolf Romeo spielte tatsächlich mit Hunden. Hier ist er links zu sehen mit seiner Hundefreundin Dakotah. ©Nick Jans – https://nickjans.com/shop/a-wolf-called-romeo-images

 

Romeo, der schwarze Wolf aus Alaska (2003–2009), war ein extremer Fall, der beweist, dass ein Leben Seite an Seite gelingen kann: Er spielte jahrelang aktiv mit Hunden (berühmt seine Freundschaft zur Labrador-Hündin Dakotah) und wurde zum Maskottchen von Juneau. Sechs Jahre lang null Zwischenfälle – bis illegale Wilderer ihn töteten. Der ganze Landstrich trauert bis heute. Grindi ist nicht wie Romeo. Es gibt keine Beweise zu vergleichbaren spielerischen Interaktionen, kein „Flirten“ mit Hunden, keine bewiesene Gewöhnung. Er nähert sich gelegentlich – und zieht sich zurück. Selbst wenn er weniger scheu wäre, wäre das kein Grund für die aktuelle Hysterie in einem riesigen Revier. Drei Jahre friedliches Zusammenleben sprechen klar gegen Panik. Der eigentliche Auslöser lag oft bei den Menschen: Viele Sichtungen wurden gemeldet und Bilder geteilt – was Aufmerksamkeit steigerte und das Thema politisch auflud. Statt Aufklärung (Hunde anleinen, Abstand halten) wurde daraus ein Wahlkampfthema: Grüne Politiker wollten „hart durchgreifen“, um konservative Wähler zu gewinnen. Was man unterschätzte: Selbst viele Konservative vor Ort lieben „ihren“ Grindi. Hüttenwirte, Skiliftbetreiber und Einheimische in der Region (z. B. am Mehliskopf) stellen sich gegen den Abschuss und berichten von friedlichen Sichtungen ohne Probleme.

Gudrun Pflüger: Die Kraft echter Wolfsbegegnungen

Die Biologin und Berglauf-Weltmeisterin Gudrun Pflüger (1972–2023) erlebte 2005 in British Columbia etwas Tiefgreifendes: Ein wildes Küstenwolf-Rudel umringte sie friedlich, spielte um sie herum. Diese Begegnung half ihr, einen aggressiven Hirntumor länger als prognostiziert zu überstehen. In ihrem Buch „Wolfspirit“ und der Doku „Auf der Spur der Küstenwölfe“ zeigt sie: Wölfe können uns nah sein, uns sogar berühren, Kraft geben – ohne zu gefährden. Grindi hat niemanden umringt oder gespielt – aber er hat drei Jahre lang niemanden gefährdet. Solche Tiere berühren etwas in uns: Neugier, Respekt, vielleicht sogar Sehnsucht nach Wildnis. Oder eine Erinnerung, die in der DNA von manchen sogar gespeichert sein könnte. Hier ein Bericht: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/01/08/der-kleine-wolf-von-stora-karlsoe-ein-praehistorisches-vorbild-fuer-moderne-koexistenz-mit-mutigen-jungwoelfen/

Was würde wohl Gudrun Pflüger sagen, wenn sie noch leben würde? Erinnern wir uns: Ein Wolf zeigt sich dir nur, wenn er dir etwas erzählen oder mitteilen will. Das hat ihr indigener Freund Chester gesagt, und sie hat es oft zitiert.

Wolf Grindi wollte unserer Vorsitzenden Brigitte Sommer wohl auch etwas bei seiner Begegnung erzählen. Niemand sonst hätte ihn wohl so unbeugsam in Schutz genommen und selbst schlimmste Shitstorms dafür in Kauf genommen und selbst eben keine Bilder von ihm veröffentlicht. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. bleiben dabei: Grindi hat sich absolut normal verhalten. Dokumentiert wurde dies unfreiwillig vom SWR. Aber dies bringt auch den Vorteil, dass die tatsächlichen Fakten reichweitenstark zu sehen waren, trotz der falschen Behauptungen zu  Wolfstouristen. Das normale Zurückweichen ist dokumentiert. Brigitte Sommer wäre nie auf die Idee gekommen, Grindi alleine mit diesen Fernsehleuten zu lassen. Hier der entsprechende offene Brief an den SWR: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/02/10/offener-brief-an-den-suedwestrundfunk-swr-betrifft-tendenzioese-berichterstattung-im-beitrag-die-suche-nach-dem-hornisgrinde-wolf-und-warum-sie-ihm-schadet/

Der Nationalpark als Chance – nicht als Problemzone

Der Nationalpark Nordschwarzwald (über 100 km², Grindi-Revier ca. 200–300 km²) ist oben auf den Bergen extrem dünn besiedelt: Grinden, Moore, dichte Wälder – ideal für einen Wolf (später vielleicht Paar/Rudel). Hier kann Koexistenz tatsächlich gelingen. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. sagen noch immer: Dort ist kein Wolfstourismus und zufällige Begegnungen wurden verzerrt dargestellt und instrumentalisiert. Auch die Folge einer Podcasterin wirkt oberlehrerhaft: Die Menschen vor Ort werden als dumm, beratungsresistent und leichtsinnig dargestellt – obwohl seit drei Jahren keinerlei Vorfälle passierten. Eine Privatperson ohne eigene Sichtung wird zur Expertin stilisiert, ein von ihr gegen den Abschuss verfasstes Strategiepapier hochgejubelt, am Ende doch von der Podcasterin „ritualisiertes Verhalten“ unterstellt und Abschuss geradezu gefordert. Die Privatperson musste sich am Ende vorgeführt fühlen, da sie nicht für einen Abschuss ist.  Dieser Podcast konstruiert ein Problem, das real nicht existiert und übt indirekt Druck aus – obwohl er vorgibt, gegen Abschuss zu sein. Das wirkt wie gesteuerte Opposition.
Grindi ist kein „Problemwolf“. Er ist ein Wolf, der drei Jahre friedlich lebt, sich zurückzieht und niemanden schädigt. Selbst wenn er tatsächlich weniger scheu wäre, wäre das kein Grund für Panik in einem so großen Gebiet. Die Debatte zeigt: Politik und Medien übertreiben, während die Menschen vor Ort gelassener und nicht naturentfremdet sind. Hierzu noch ein Meinungsartikel von Brigitte Sommer: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/01/30/die-angst-vor-dem-wolf-als-symptom-unserer-entfremdeten-seele/
Beispielfoto Wolf.
Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. sagen: Hier geht es um mehr als einen Wolf. Es geht darum, ob wir im 21. Jahrhundert mit Verstand, Herz und Fakten antworten – oder mit Hysterie und Gewalt. Grindi muss leben. Weil er zeigt: Friedliches Miteinander ist möglich. Weil er etwas in uns berührt. Und weil die Fakten für ihn sprechen.

Und immer daran denken: Echte Freunde verrät man nicht.

Die Petition auf Change können wir leider absolut nicht mehr empfehlen, denn der Petitionstext wurde abgeändert und in einer Aktualisierung wurden plötzlich Vergrämungsmaßnahmen mit Besenderung gefordert und zwischen den Zeilen selbst ein Abschuss nicht mehr ausgeschlossen zu sein scheint.

Nach der Abgabe der Petition im Umweltministerium informiert heute eine weitere Aktualiserung darüber, dass bestimmte Orte an das Umweltministerium gemeldet wurden, wo „Vergrämungen“ stattfinden sollten. Faktisch wurde Wolf Grindi nun, nachem die Petitionserstellerin selbst Bilder gepostet hatte und ihn an Behörden gemelden hatte, mit Angabe von konkreten Orten, noch einmal verraten, denn diese Daten werden mit Sicherheit, falls das Gericht der Behörde statt gibt, auch fürs Auflauern zum Töten des Wolfs verwendet.

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

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Offener Brief an den Südwestrundfunk (SWR) – Betrifft: Tendenziöse Berichterstattung im Beitrag „Die Suche nach dem Hornisgrinde-Wolf und warum sie ihm schadet“

Betrifft: Tendenziöse Berichterstattung im Beitrag „Die Suche nach dem Hornisgrinde-Wolf und warum sie ihm schadet“ vom 7. Februar 2026 – Instrumentalisierung einer zufälligen Begegnung und Folgen für Betroffene

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Redaktion von SWR Aktuell und tagesschau.de,

Beispielfoto Wolfsrudel. © Brigitte Sommer

als Brigitte Sommer, Vorsitzende von Wolfsschutz-Deutschland e.V., wende ich mich mit diesem offenen Brief direkt an Sie. Der genannte Beitrag vom 6. und 7. Februar 2026 hat nicht nur die öffentliche Debatte um den Wolf GW2672m („Grindi“) weiter angeheizt, sondern mich und meinen Verein sowie das Leben von  mir und einem weiteren Mitglied massiv gefährdet. Ich fordere Sie auf, die Darstellung zu korrigieren und Verantwortung für die Konsequenzen zu übernehmen. Dem SWR muss bewusst gewesen sein, dass das Thema bereits hoch emotionalisiert war – durch die Abschussgenehmigung, Gerichtsverfahren und polarisierte öffentliche Diskussion. Dennoch wurde in dem Beitrag eine zufällige Begegnung mit dem Wolf instrumentalisiert, um den Eindruck von „Wolfstourismus“ durch Naturschützer zu erzeugen. Hier die zentralen Fakten, die im Beitrag fehlen oder verzerrt dargestellt werden:

  • Am 6. Februar 2026 traf ich mich mit Einheimischen und einem Spürhund (kastriert und ausgebildet auf Wolfslosung, nicht auf Wölfe) ca. 200 Meter vom Parkplatz entfernt, um über konkrete Schutzmaßnahmen für Grindi nach einer möglichen Schießgenehmigung zu sprechen – kein „Aufsuchen“ des Wolfs. Eine formale Aufforderung zu einer Gegendarstellung ging an Sie heraus.
  • Ein SWR-Team (das den Termin offenbar über eine WhatsApp-Gruppe erfuhr, in der wir nicht Mitglied sind) wartete am Parkplatz. Der Reporter wollte in den Wald für besseren Hintergrund; ich bot an, einen O-Ton abzugeben, um klarzustellen: Wir sind keine Wolfstouristen und es gibt hier keine abgesperrten Bereiche – jeder Wanderer hat dasselbe Recht, dort zu sein.
  • Plötzlich tauchte Grindi zufällig auf unserem Weg auf (er kam bergab, wir bergauf) – in einem riesigen Gebiet ein extrem unwahrscheinlicher Zufall. Statt eines geplanten Interviews wurden meine überraschten Reaktionen aufgezeichnet.
  • Ich machte interne Fotos (wie immer für Monitoring-Zwecke, nie öffentlich oder geteilt) und ging dann aktiv auf den Wolf zu, um ihn zu verscheuchen – ein verantwortungsvolles Verhalten. Bei ca. 30 Metern klemmte er den Schwanz ein und zog sich wolfstypisch ruhig und ohne Hast zurück. Genau diese entscheidende Sequenz (Verscheuchen + Rückzug) fehlt im Beitrag vollständig. Stattdessen entsteht der Eindruck einer gesuchten, engen Begegnung durch „Wolfstouristinnen“.

Diese selektive Bearbeitung hat dramatische Folgen gehabt:

  • Nach Veröffentlichung erhielt ich eine Flut von Hass- und Drohnachrichten per E-Mail (teils massiv beleidigend, teils mit Morddrohungen inklusive anonymer Anrufe).
  • Bei der friedlichen Mahnwache in Bühl ging die Change.org-Petitionserstellerin mit mehreren Frauen auf mich los.
  • Am nächsten Tag lauerte uns dieselbe Person bei einer Wanderung auf; später verfolgten uns zwei Männer (keine Jäger, sondern Personen, die sich als Tierschützer ausgaben).
  • Ein anderer Verein löste einen Shitstorm in sozialen Netzwerken aus, in dem ich als „Wolfstouristin“ und „illegal im Wald unterwegs“ diffamiert wurde – obwohl nichts abgesperrt ist und normale Wanderer jederzeit dort sind.

Diese Eskalation – bis hin zu realen Bedrohungen für Leib und Leben – haben nicht Jäger oder Wolfskritiker verursacht, sondern vor allem Personen aus dem Lager der Tierschützer, die mich persönlich für die drohende Tötung Grindis verantwortlich machten. Der Beitrag hat die Wut bewusst oder fahrlässig von der Regierung (Abschussgenehmigung) auf mich und meinen Verein umgelenkt. Hier wurde eine großartige Chance verpasst: Die Begegnung hätte Grindi entlasten können – er zeigte distanziertes, scheues Verhalten und reagierte korrekt auf Verscheuchen. Stattdessen wurde sie genutzt, um Naturschützer zu diskreditieren und die Debatte weiter zu polarisieren. Das ist keine ausgewogene Berichterstattung, sondern Manipulation durch Weglassen zentraler Fakten. Als öffentlich-rechtlicher Sender tragen Sie eine besondere Verantwortung. Ich fordere Sie daher auf:

  1. Den vollständigen Rohschnitt der Begegnung (insbesondere Verscheuchen und Rückzug) öffentlich zugänglich zu machen oder detailliert zu erklären, warum diese Teile entfernt wurden.
  2. Eine Korrektur und Ergänzung des Beitrags zu veröffentlichen, die den fehlenden Kontext nachträgt, die Zufälligkeit betont und mein verantwortungsvolles Handeln (Verscheuchen) klarstellt.
  3. Sich öffentlich zu den Folgen (Bedrohungen, Hass) zu äußern und Maßnahmen zu ergreifen, um Betroffene künftig besser zu schützen (z. B. durch transparente Kennzeichnung sensibler Themen).
  4. In Folgebeiträgen alle relevanten Perspektiven (inkl. faktenbasierter Naturschutzpositionen) gleichwertig darzustellen.

Grindi hat es verdient, entlastet zu werden – nicht durch Schuldzuweisung an engagierte Naturschützer. Das ist die einzige Essenz dieser Geschichte. Nicht „Wolfstourismus“. In diesen polarisierten Zeiten entscheiden Wahrnehmung, Wahrhaftigkeit und menschliches Verhalten über Koexistenz – mit Wolf und untereinander. Bitte tragen Sie als Medium dazu bei, statt weiter zu spalten.

 

Mit der Bitte um rasche Rückmeldung und Korrektur


Brigitte Sommer

Vorsitzende von Wolfsschutz-Deutschland e. V.

Brigitte.Sommer@wolfsschutz-Deutschland.de

Wolfsschutz-Deutschland e.V. weist nach: Wolf Grindi nicht verhaltensauffällig

Der Hornisgrinde-Wolf GW2672m („Grindi“) zeigt in der dokumentierten Begegnung vom 06. Februar 2026 kein verhaltensauffälliges Verhalten. Bei einer zufälligen Sichtung mit uns blieb der Wolf in über 100 Metern Entfernung stehen, beobachtete die Situation genau und zog sich anschließend ruhig zurück. Dies entspricht dem normalen Verhalten eines Wolfs. Denn Wölfe sind keine Fluchttiere, sondern prüfen zunächst die Lage, bevor sie sich entfernen. Ein SWR-Beitrag der auch auf der Tagesschauseite gebracht worden ist, zeigt diese Szene, lässt jedoch den entscheidenden Rückzug des Wolfs heraus und erweckt den Eindruck als wären Aktive unseres Naturschutzvereines als Wolfstouristen unterwegs gewesen und hätten ein SWR-Team extra bestellt.

Update 10.02.2026 – Die Naturschutzinitiative hat erneut einen Abschussstopp erreichen können: https://naturschutz-initiative.de/aktuell/neuigkeiten/zwischenentscheidung-vgh-stoppt-vorlaeufig-abschuss-von-grindi/?fbclid=IwY2xjawP3_jpleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEeDrDdTHyVytlgq7rkWPZ6Km_lhmg_2htpR-Xu6Ld6WZWCaWOss7yidw5k0tc_aem_9wfnjp-pbr3dUXxTY0-D_w

Weiteres Update 10.02.2026: Offener Brief von Wolfsschutz-Deutschland e. V. an den SWR: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/02/10/offener-brief-an-den-suedwestrundfunk-swr-betrifft-tendenzioese-berichterstattung-im-beitrag-die-suche-nach-dem-hornisgrinde-wolf-und-warum-sie-ihm-schadet/

Weiteres Update 11.02.2026: Offener Brief an Ralf Henschel wegen diffamierender Aussagen und Aufruf zum Shitstorm: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/02/11/offener-brief-an-ralf-hentschel-vorsitzender-des-freundeskreis-freilebender-woelfe-e-v-ihr-diffamierender-fb-post-vom-08-02-2026-zum-wolf-gw2672m-grindi-widersprueche/

Aktueller Stand: Jagd vorerst ausgesetzt – Koexistenz ist möglich

Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat den Abschuss grundsätzlich freigegeben, aber Naturschützer (Naturschutzinitiative e. V. ) legten Beschwerden beim VGH Mannheim ein. Aktuell gilt ein  vorläufiger Stopp.  Das VGH bat das Ministerium, bis mindestens 16. Februar 2026 abzuwarten (wegen anhängiger Beschwerden, noch nicht begründet). Das heißt erst einmal keinen Abschuss. 

Wolfsschutz-Deutschland e.V. bezweifelt ohnehin die in der Abschussbegründung des baden-württembergischen Umweltministeriums genannten extremen Annäherungen (teilweise auf sechs Meter) sowie die Vielzahl angeblicher Sichtungen. Die Unterrichtung und das Informationsgesuch (UIG) an das Ministerium blieben bislang unbeantwortet. Ohne transparente, nachvollziehbare Belege (Wer? Wann? Wo? Wie nah? Hunde frei? Fotos?) erscheinen diese Angaben stark übertrieben oder fehlinterpretiert.
Im Gegenteil: Grindi verhielt sich distanziert und vorbildlich bei einer Sichtung mit uns am 06.02.2026. Er bietet damit Koexistenz an. Die zwei Hunde unserer Gruppe zeigten ebenfalls ruhiges Verhalten. Dies ist genau das gewünschte Muster für ein friedliches, gelegentliches Zusammentreffen von Mensch und Wolf in der Natur. Ausführlich  begründet hatten wir das bereits hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/01/28/nein-zum-abschuss-des-wolfsrueden-gw2672m-paar-und-rudelbildung-im-nationalpark/
Leider gehen wir inzwischen nicht mehr davon aus, dass eine Fähe mit im Gebiet ist, denn dann wären die Wölfe zusammen unterwegs gewesen, wie im Höhepunkt der Paarungszeit üblich. Wir gehen davon aus, dass sich Sichtungen am Ende der Paarungszeit noch weiter minimieren werden. Wolfsrüden sind außerhalb dieser Zeit nicht an Vermehrung interessiert. Sie reagieren dann gar nicht mehr auf läufige Hündinnen, falls es eine solche Begegnung überhaupt gegeben hat.

 

Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer
Am Treffpunkt am Parkplatz lauerte ein TV-Team des SWR. Bekannt wurde der Termin in einer Whats-App-Gruppe gemacht, in der sich ganz offensichtlich Spione aufhalten. © Brigitte Sommer

Zufällige Begegnung – keine geplante Wolfsbeobachtung

Die Begegnung mit Grindi war reiner Zufall. Wolfsschutz-Deutschland e.V. war als anerkannter Naturschutzverein vor Ort, um mit einheimischen Wolfsfreunden zu sprechen, Spuren intern zu dokumentieren, mögliche Auslegungen von Fleisch oder Jagdfrevel zu prüfen und Material für einen eigenen Artikel zu sammeln, wie wir es immer tun – keine Wolfsnachstellung. Unser Spürhund Alba sollte lediglich Losung aufspüren, damit wir mit besserer Gebietsorientierung künftig mehr Schutz vor illegaler Verfolgung bieten können. Ein SWR-Team tauchte auf, nachdem es den Treffpunkt über eine WhatsApp-Gruppe (in der der Verein nicht Mitglied ist) erfahren hatte. Die Reporter seien beauftragt gewesen, eine Geschichte über „Wolfstouristen“ zu produzieren. Da keine Touristen am Parkplatz vor Ort waren, wurde die zufällige Begegnung instrumentalisiert. Das Angebot, im Interview klarzustellen, dass es dort keine Wolfstouristen und keine unvernünftigen Personen gibt, wurde nach der zufälligen Wolfsbegegnung nicht umgesetzt, sondern stattdessen eine stark tendenziöse Geschichte gebracht. Sämtliche Aufnahmen unseres Vereins dienen ausschließlich dem internen Monitoring. Es wurden keine Bilder oder Videos veröffentlicht, auf denen Grindi zu sehen ist – im Unterschied zu dem SWR-Beitrag anderen, die Sichtungen und Standorte öffentlich teilen und teilweise sogar an Behörden melden, was nun gegen den Wolf verwendet wird. Anfragen nach Bildern werden konsequent abgelehnt.
Videostellungnahme von Brigitte Sommer vom 07.02.2026 zum Vorfall mit dem TV-Team. Hier der Link zum tendenziösen Bericht. Der TV-Beitrag mit Fotos von Grindi, erstellt vom SWR-Team,  ist dort eingebaut: https://www.tagesschau.de/inland/regional/badenwuerttemberg/swr-die-suche-nach-dem-wolf-und-warum-sie-ihm-schadet-100.html?fbclid=IwY2xjawP1K4lleHRuA2FlbQIxMABzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEe5B3ipouzERG5t7qth0b_zqXF5sttzFoaFXMyVmHlJ2r1DNK4uwg2UX-5D-s_aem_L17zjzUA-9Vg_JsZj9CBoA

Brigitte Sommer dazu ergänzend: „Wäre der Wolf tatsächlich an den Hunden interessiert gewesen, wäre er uns auf unserer Wanderung, die erst stattfinden konnte, als das SWR-Team weg war, gefolgt. Dies tat er aber nicht. Die Hunde haben sich übrigens genauso vorbildlich verhalten wie Grindi. Das ist doch genau die Koexistenz, die angeblich so angestrebt wird. Auch sollten sich einige mal überlegen, wer davon profitiert, wenn dort keine Wolfsfreunde mehr wandern. Na, dämmerts? Vielleicht dämmerts auch, dass weisungsgebundene Wolfsexperten das sagen, was erwartet wird. Ich bin nicht weniger Experte, habe seit über 20 Jahren Erfahrung mit Wölfen.

Wie kann denn jemand ernsthaft glauben, dass wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. den SWR und auch noch den Wolf, wie uns jetzt vorgeworfen wird, gleich mit auf einen Termin bestellen? Die Reporter haben uns aufgelauert, sie bekamen den Tipp zu unserem Treffpunkt aus einer Whats-App-Gruppe. Sie waren beauftragt, eine Geschichte über Wolfstouristen zu machen. Um sie schnell wieder los zu werden, stimmte ich einem Interview zu, in dem ich sagen wollte, dass es dort keine Wolfstouristen gibt. Der Reporter wollte für bessere Aufnahmen einen Weg zirka 300 Meter in den Wald hinein. Dort kam uns dann plötzlich tatsächlich der Wolf entgegen. Ein unglaublicher Zufall, zu dem meine Ö-Töne – aber auch aus dem Zusammenhang gerissen – gebracht wurden. Der Wolf blieb in über 140 Metern Entfernung stehen und guckte. Ich machte Bilder für unser internes Monitoring. Ich habe nichts veröffentlicht, im Gegensatz zu denen, die ihre Bilder überall gepostet haben und dies teilweise immer noch tun und den Standort auch noch an Behörden gemeldet haben. Ich habe auch keine Bilder und Filme von den zwei vorherigen Wolfsbegegnungen innerhalb von 10 Jahren veröffentlicht und ich werde das auch nicht tun. Fotos werden vereinsintern verwendet.“

Hier noch ein Meinungsartikel von Brigitte Sommer zum Thema:

Es ist ein paradoxes Schauspiel, das sich in Foren, Petitionen und Social-Media-Kommentaren wiederholt: Menschen, die sich lautstark gegen jede Form von Tierquälerei stellen, gegen Massentierhaltung wettern, Zoos ablehnen und für den Schutz bedrohter Arten kämpfen – diese selben Menschen bekommen Panik, sobald ein Wolf mal sichtbar wird. Einer, der nicht angegriffen hat, nicht bedroht hat, einfach nur da ist: Ein grauer Schatten am Waldrand, ein flüchtiger Blick aus gelben Augen. Und sofort ertönt der chorale Ruf: Vergrämen, sofort! Mit Paintball, Gummigeschossen, Knallapparaten, Drohnen – Hauptsache, er verschwindet wieder aus unserem Sichtfeld. Das ist neurotisch. Und es ist zutiefst aufschlussreich. https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/01/30/die-angst-vor-dem-wolf-als-symptom-unserer-entfremdeten-seele/

Die Vorsitzende Brigitte Sommer hat auf Einsätzen fast immer ihre Profikamera dabei,um Qualitätsbilder für unsere Artikel zu machen.

Propaganda gegen Bürger vor Ort

Behörden und Teile der Medien zeichnen die Menschen in der Region wiederholt als unvernünftig, rücksichtslos oder schuldhaft. Diese Narrative werden teilweise von den Betroffenen selbst übernommen, was uns sehr schockiert hat. Viele lassen sich manipulieren und wiederholen die Vorwürfe, ohne die tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort zu prüfen. Dadurch entsteht Spaltung und Ablenkung von den eigentlichen Herausforderungen (z. B. illegale Eingriffe in Wolfsbestände). Die Realität vor Ort, die wir erlebten, zeigte hingegen vernünftige Einheimische und Wanderer, die respektvoll mit der Natur umgingen. Viele sind heute entsetzt darüber, dass sie im guten Vertrauen Begegnungen den Behörden gemeldet hatten. Wir sprachen auf unseren Wanderungen mit verschiedenen Bürgern. Viele wollen Sichtungen jetzt für sich behalten. Andere hatten gar nichts von einem Wolf gewusst. Ein christlicher Wanderverein war mit einem Ranger im Gebiet unterwegs. Auch einige in dieser Gruppe äußerten sich entsetzt. Allerdings konnten wir nur ein paar Stimmen einfangen, weil es sich um eine „Schweigewanderung“ handelte. Bei Sand nutzen Skifahrer noch die letzten Möglichkeiten. An Wölfen war man nur teilweise interessiert. Grindi war auch dort von einer begeisterten Mutter gesehen worden, die sich nichts dabei dachte, die Bilder zu posten. Ein Ehepaar feierte an einem Wanderparkplatz seinen 66sten Hochzeitstag. Von einem Wolf wusste man nichts. An der Hornisgrinde zeigten sich die meisten Touristen entsetzt. Die Geschäftsinhaber haben teilweise Angst, dass Touristen wegbleiben könnten, nicht aus Angst vor dem Wolf, sondern wegen der Vorgehen der Behörden, denn das Motto des Nationalparks lautet: „Eine Spur wilder.“ Man empfinde dies als Hohn.

Eskalation: Hassnachrichten, Verfolgung und körperliche Bedrohung

Nach dem SWR-Bericht und den öffentlichen Debatten hat Wolfsschutz-Deutschland e.V. eine Welle von Hassnachrichten erhalten – teils massiv beleidigend, teils bedrohlich. Bei einer Wanderung im Gebiet wurden Vereinsmitglieder von mehreren Männern verfolgt. Auf einer friedlichen Pro-Wolf-Kundgebung in Bühl wollten einzelne Personen körperlich auf Brigitte Sommer losgehen und machten sie persönlich für die drohende Tötung Grindis verantwortlich. Andere, wie z. B. ein Tierhorter, fordern in sozialen Netzwerken Mitglieder von uns auf, auszutreten und in einen anderen Verein einzutreten. Diese Vorfälle sind absolut inakzeptabel. Wolfsschutz-Deutschland e.V. ist ein anerkannter Naturschutzverein, der faktenbasiert für den Wolf eintritt. Hass, Bedrohungen, Verfolgung und körperliche Einschüchterung haben in einer sachlichen Debatte nichts zu suchen. 

Vergrämung und Gebietsabsperrung unrealistisch und unnötig


Der Pressesprecher eines anderen Vereins fordert Vergrämung des Wolfs und Absperrung des Gebiets. Der Bürgermeister von Forbach hat jedoch klargestellt, dass eine Absperrung in diesem stark touristisch genutzten Gebiet unmöglich ist. Grindi muss auch gar nicht vergrämt werden – er zeigt bereits das richtige Verhalten.
Was stattdessen beendet werden muss: Heimliche Beseitigung von Wolfsfähen durch einen bestimmten Personenkreis, die Grindi die Chance auf eine Partnerin bis zur nächsten Paarungszeit nimmt. Ein weiterer Wolfsexperte schlägt vor, Grindi zusammen mit einer Partnerin in ein Gehege zu sperren. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. sehen das kritisch, denn Grindi ist ein frei geborener Wolf, der sich nichts zu Schulden kommen gelassen hat, außer zu schauen. 
Wanderer an einem See. © Brigitte Sommer

Warum die Natur allen offen bleiben sollte

Waldstimmung im Kerngebiet. Foto: Brigitte Sommer

 

Der Aufenthalt in der Natur tut Körper und Seele gut – das ist wissenschaftlich vielfach belegt. Regelmäßige Spaziergänge im Wald senken Stresshormone (Cortisol), verbessern die Stimmung, stärken das Immunsystem und fördern die Konzentration. Kinder entwickeln in der Natur mehr Kreativität, Motorik und Umweltbewusstsein; Erwachsene reduzieren das Risiko für Depressionen, Burnout und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gerade in touristisch geprägten Regionen wie dem Nordschwarzwald ist die Natur ein Ort der Erholung, der Begegnung und der Achtsamkeit – für Menschen, Familien, Hunde und Wildtiere gleichermaßen. Der Fall Grindi zeigt: Bei gegenseitigem Respekt und Abstand ist Koexistenz möglich. Eine Absperrung oder das Verdrängen von Wanderern würde nicht nur dem Wolf schaden, sondern auch den Menschen die wichtigste Quelle für Gesundheit und Ausgeglichenheit nehmen sowie der von Tourismus abhängigen Bevölkerung Lebensgrundlagen entziehen. 

 

 

Bewegende Mahnwache

Brigitte Sommer und Gudrun Zimmermann von Wolfsschutz-Deutschland e. V. waren auch bei der Mahnwache vor Ort.

 

Am Freitag, 6. Februar 2026, fand auf dem Kirchplatz in Bühl eine beeindruckende Mahnwache für den Hornisgrinde-Wolf Grindi statt. Rund 300 Menschen – viele extra dafür angereist – versammelten sich friedlich, um gegen den geplanten Abschuss zu protestieren und ein klares Zeichen für das Leben des Wolfs zu setzen. Transparente mit Botschaften wie „Der Wolf soll leben“ unterstrichen die Stimmung. Die Mahnwache, initiiert von lokalen Wolfsfreunden und unterstützt von Organisationen wie der Naturschutzinitiative e. V., war eine der ersten ihrer Art in Deutschland: Eine öffentliche, stille Kundgebung, speziell für einen einzelnen Wolf. Sie zeigte eindrucksvoll, wie sehr das Schicksal Grindis viele Menschen bewegt und wie groß der Wunsch nach echter Koexistenz ist – statt Tötung als vermeintlich „einfacher“ Lösung. Trotz der friedlichen Atmosphäre kam es zu bedauerlichen Eskalationen: Einzelne Personen wollten körperlich auf Brigitte Sommer (Vorsitzende Wolfsschutz-Deutschland e.V.) losgehen und machten sie persönlich für die drohende Tötung verantwortlich. Solche Vorfälle unterstreichen, wie polarisierend das Thema geworden ist.
Auch Vorwürfe dort, wir hätten unseren Einsatz wegen des TV-Teams abbrechen sollen, sind absurd und zeugen von mangelnder Kenntnis der tatsächlichen Abläufe. Genau das Gegenteil war geplant und wurde auch umgesetzt: Wir wollten dem SWR-Team den Zahn vom angeblichen ‚Wolfstourismus‘ ziehen und klarstellen, dass es dort keine solchen Gruppen gibt und niemand unvernünftig handelt. Deshalb hat Brigitte Sommer – nachdem das Kamerateam plötzlich auftauchte – überhaupt erst einem kurzen Statement zugestimmt. Darüber hinaus bot sich durch die zufällige Begegnung mit Grindi die einmalige Möglichkeit, dem Team live und vor der Kamera die Ungefährlichkeit des Wolfs zu demonstrieren: Er blieb in über 140 m Entfernung stehen, schaute genau hin, zog sich dann ruhig zurück – normales, distanziertes Wolfsverhalten. Genau das mussten wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V.  in dem Moment zeigen. Wir konnten doch Grindi nicht mit diesem Team – der Redakteur gab gegenüber einem mit anwesenden Wolfsfreund sogar an, er hätte eine Petition für den Abschuss unterzeichnet –  alleine lassen. Kaum war der Wolf weg, ging auch das TV-Team seiner Wege. Warum in aller Welt hätten wir danach unsere geplante Wanderung abbrechen sollen? Wir waren nicht wegen des Wolfs da, sondern zur Recherche, Dokumentation und zum Gespräch mit Einheimischen, die Hilfestellung suchten. Die Wolfsbegegnung  war ein Zufall, den wir notgedrungenermaßen nutzen mussten, um Fakten zu liefern – nicht umgekehrt. Wer jetzt behauptet, wir hätten „abbrechen sollen“, ignoriert bewusst, dass wir genau das taten, was Wolfsfreunde tun sollten: vor Ort sein, dokumentieren, aufklären und die Realität gegen verzerrte Narrative verteidigen.

Blick ins Gebiet:

Zentral um die Hornisgrinde (1.164 m, höchster Berg im Nordschwarzwald) herum, hat sich Grindi sein Revier eingerichtet. Es umfasst große Teile des Nationalparks Schwarzwald (besonders den nördlichen Bereich), angrenzende Staatswaldflächen und Teile der umliegenden Gemeinden wie Baiersbronn, Seebach, Forbach, Bühlertal und Sasbachwalden. Typische Größe solcher Reviere im Schwarzwald: ca. 200–300 km² (je nach Beuteangebot und Überlappungen). Das Revier erstreckt sich über hügeliges bis bergiges Gelände mit dichten Wäldern, Hochmooren, Grinden (offene Heidelandschaften) und einigen Tälern.
Bachlauf © Brigitte Sommer

 

Forstmitarbeiterinnen beim Aufhängen neuer Kameras. Viele stimmen dem Abschuss auch nicht zu, wagen sich aber nicht, dies zu äußern. Die Info kam nicht von diesen Mitarbeiterinnen, sondern von einem Informanten.  © Brigitte Sommer
Bühlertal. © Brigitte Sommer

 

Muggelsee im Vordergrund, im Hintergrund der Gipfel der Hornisgrinde. © Brigitte Sommer
Das ganze Gebiet ist stark auf Touristen ausgelegt, was hier nachtürlich auch Wolfssichtungen etwas wahrscheinlicher macht als in anderen Gebieten, wo wenig bis gar nichts los ist. Schließlich kann sich ein Wolf nicht unsichtbar machen. Grindi geht aber mit der Situation vorbildlich um. © Brigitte Sommer

 

Blick von der Horninsgrinde in Richtung Süden. © Brigitte Sommer

 

Skipiste in der Nähe von Sand. .
Schwarzbachtalsperre. © Brigitte Sommer

 

Typisches Bild wie überall. Hier bei Herrenwies sind schottische Hochlandrinder hinter mehreren Litzen. Allerdings fehlt am Eingangstor der Untergrabschutz. Gut, dass Grindi sich bislang überhaupt nicht für Weidetiere interessiert hat.

 

In Herrenwies gibt es auch ein Naturschutzzentrum, das natürlich auch Touristen anlocken soll. © Brigitte Sommer

 

Nächste Schritte

  • Eine formelle Gegendarstellung geht am 09. Februar 2026 an den SWR und die Tagesschau.
  • Gegen einen „Möchtegernforcer“ wird eine Unterlassungsverfügung vorbereitet.
  • Wolfsschutz-Deutschland e.V. arbeitet weiter vor Ort überall – für Grindi und alle Wölfe. 

 

Zur aktuellen Medien- und Gruppendynamik (wie einseitige Berichte oder Schuldzuweisungen entstehen und warum viele blind folgen) empfehlen wir  dieses nachdenkliche Video von Dr. Jonas Tögel: „Warum folgen so viele wie Schafe der Herde? – Propaganda verstehen“
Quellen:

https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/01/28/nein-zum-abschuss-des-wolfsrueden-gw2672m-paar-und-rudelbildung-im-nationalpark/

 

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/