Sachsen: Wolfsland stirbt…

…wenn nicht endlich die Auswirkungen der Narrenfreiheit von Hobbyjägern gesamtgesellschaftlich bemerkt und endlich illegale Täter ermittelt werden. Auch in diesem Jahr sind erneut komplette Wolfsrudel verschwunden. Offiziell sind es sechs Rudel, wir glauben aber, dass es noch mehr sind. Lesen sie hier unsere Einschätzung.

Die Behörden erklären das Verschwinden der Rudel Linz, Milkel, Tautewalde, Massenei, Colditzer Forst und Trebus auch in diesem Jahr wieder mit einer hohen Dynamik unter den Wölfen. Wir widersprechen und klagen Wildtierkriminelle für das Verschwinden ganzer Rudel an. Bereits vor zwei Jahren berichteten wir über die Problematik der verschwundenen Wolfsrudel: https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/11/10/zuwachs-in-sachsen-stagniert-wolfsland-darf-nicht-sterben/

In einer Pressemitteilung des Landesumweltamtes Sachsen heißt es, dass der Schwerpunkt des Wolfsvorkommens nach wie vor in Ostsachsen liegen würde. Dort würde auch die höchste Dynamik in Bezug auf die Etablierung, Verschiebung und das Verschwinden von Wolfsterritorien beobachtet. So haben sich im südlichen Landkreis Görlitz die Wolfsrudel Kottmarwald und Nonnenwald neu etabliert. Im Norden des Landkreises ist das Territorium Reichwalde neu dazugekommen.

Beispielfoto Wolfspaar.

Durch das Verschwinden von Rudeln sei es zu Verschiebungen anderer bestehender Territorien gekommen. Dazu gehörten zum Beispiel die beiden Territorien Daubitz II und Noeser Heide, die im Monitoringjahr 2023/2024 zu einem Territorium verschmolzen seien. Die miteinander verwandten Fähen dieser Territorien hatten sich beide mit demselben Rüden gepaart, der sich um die Welpen beider Fähen kümmerte. Und mit genau diesem Punkt widersprechen sich auch die behördlichen Experten in Punkto Rivalität zwischen den Wolfsrudeln. Wir vermuten, dass ganze Rudel illegal beseitigt werden. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern, wie zum Beispiel Niedersachsen, werden hier die toten Wölfen nicht präsentiert, sondern hier in Sachsen wird praktisch schon immer „Schießen, Schaufeln, Schweigen“ praktiziert. Nur ganz wenige Kadaver werden gefunden bzw. ausgelegt zum Finden.

Auch Rothirschbestände wurden zusammengeschossen, heißt es von Insidern. Foto: Brigitte Sommer

Nach unseren Erkenntnissen gibt es in Ostsachsen an der Grenze zu Polen gar keine Wölfe mehr. Auch die Reviere von „verschwundenen“  Rudeln wie Neusorge oder Niesky konnten nach unseren Erkenntnissen nicht mehr dauerhaft neu besetzt werden. Wir können das bestätigte Neiße-Rudel nicht bestätigen und auch Spremberg können wir nicht bestätigen. Hobbyjäger sind dort inzwischen auch aus anderen Bundesländern unterwegs und sie nutzen Nachtsichtgeräte und Schalldämpfer, sodass deren Treiben sogar kaum noch von Anwohnern bemerkt wird. Allerdings haben wir von Insidern die Information erhalten, dass auch der Rothirschbestand immer mehr zusammengeschossen werden würde.

Ein Altwolf des Neiße-Rudels, GW1522m, wurde am 14. Februar 2024 im Territorium des Rudels Königshainer Berge tot entdeckt. Er ist der einzige der illegal getöteten Wölfe, der auch gefunden wurde.

Der Status des Territoriums Ralbitz im Landkreis Bautzen sei derzeit noch unklar. Das Territorium Ralbitz hieß früher Rosenthal. Auch dieses Rudel wurde massiv illegal verfolgt, da Abschussverfügungen von Gerichten gekippt worden waren.

Im Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge sei das Territorium Massenei verschwunden, so das Landesumweltamt. Es sei durch das Rudel Polenztal neu besetzt worden. Im Süden des Landkreises hätte sich zudem das Rudel Harte als grenzüberschreitendes Territorium zur Tschechischen Republik hin neu etabliert. Im Westen Sachsens sei das Rudel Colditzer Forst verschwunden.

Insgesamt vier Rudel weniger als im Vorjahr

Offiziell gibt es in Sachsen derzeit 34 Wolfsrudel, fünf Wolfspaare und zwei territoriale Einzeltiere. Im vergangenen Jahr waren es 38 Rudel, fünf Paare sowie zwei Einzeltiere gewesen. Die Zahlen für das kürzlich abgeschlossene Monitoringjahr seien aber als vorläufig zu betrachten, heißt es vom Landesamt für Umwelt. Bis zum Frühherbst könne es immer noch Ergänzungen geben, da manche Territorien erst rückwirkend bestätigt werden.

LKA bestätigt ein Problem mit illegalen Wolfstötungen

Die Zahl der illegalen Tötungen hätte zugenommen, bestätigte auch das Landeskriminalamt (LKA). So sei die Zahl der in Sachsen tot aufgefundenen Wölfe seit dem Jahr 2000 auf über 200 Tiere gestiegen. Im noch laufenden Monitoringjahr 2023/2024, das am 30. April 2024 endet, wurden bereits 31 tote Wölfe erfasst. In den Landkreisen Bautzen und Görlitz waren Wölfe durch illegalen Beschuss getötet bzw. vergiftet worden. Daher appelliert das LKA an die Bewohner der Regionen, verdächtige Köder umgehend zu melden. Aufgrund der ausgelegten Köderstruktur und einer aufgefundenen Schlagfalle sollten Hundehalter ihre Tiere in den betroffenen Gebieten unbedingt anleinen. Da es sich bei den entdeckten Tieren jeweils um Zufallsfunde handelt, ist davon auszugehen, dass die Dunkelziffer der illegalen Tötungen weitaus höher ist. Das LKA weist erneut darauf hin, dass die illegale Nachstellung von streng geschützten Arten wie dem Wolf mit Freiheitsstrafen von drei Monaten bis zu fünf Jahren sowie Geldstrafen geahndet werden kann. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/05/29/sachsen-fahndung-nach-wolfsmoerdern-endlich-im-tv/

Wir brauchen viel mehr aktive Hilfe in Sachsen

Die Kriminellen scheinen uns immer einen Schritt voraus zu sein, denn im Gegensatz zu normalen Bürgern können sie über Zeit und Ausrüstung verfügen und sich ziemlich sicher über die Verschwiegenheit von Kumpanen sein. Um diesen Tätern endlich einen Strich durch die Rechnung zu machen, braucht es aufmerksame Tier- und Naturfreunde, die sich nicht scheuen, zu dokumentieren, was im Wald passiert. Denn wenn nämlich das Motto „Was im Wald passiert, bleibt im Wald“ immer weiter umgesetzt werden kann, dann wird Wolfsland sterben.

Dies können aber auch Hotels und Gaststätten nicht wollen, denn Fotografen und Wanderurlauber bleiben bereits der Region zwischen Ostsachsen und Polen fern.

 

 

Erinnerung an das Neusorge-Rudel. Wir glauben, dass es kein Zufall ist, dass dieses Rudel als eines der ersten Rudel  beseitigt worden ist. Das Rudel lebte praktisch neben unserem Hauptsitz. Man wollte uns wohl zu verstehen geben, dass man machen könne, was man wolle. Wir sind uns sicher, dass die Quittung hierzu noch kommt, wenn auch amtliche Mühlen langsam mahlen.

 

Quellen:

https://www.dbb-wolf.de/mehr/pressemitteilungen/details/sachsen

https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/01/05/geheime-wolfsjagden-auch-in-sachsen-rosenthaler-wolfsrudel-verschollen/

https://www.dbb-wolf.de/totfunde/auflistung-nach-jahren

 

Wir freuen uns über Unterstützung

Schon kleine, regelmäßige Beiträge, wie z. B. ein monatlicher Dauerauftrag von 5 Euro können uns helfen. Seit Vereinsgründung vor fünf Jahren standen wir ohne wenn und aber und politische Winkelzüge auf der Seite der Wölfe und wir widersprachen unerschrocken Politkern ebenso wie anderen Verbänden. Gerade in diesen schweren Zeiten ist ein Verein wie der unsere essentiell.

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Fake News: Kleine Mädchen wurden nicht vom Wolf gebissen, sagt „Wolven in Nederland“

Presseberichte in den Niederlanden und insbesondere auch in Deutschland überschlugen sich in den vergangenen Wochen über angebliche Beißvorfälle mit Kleinkindern in einem Naturschutzgebiet bei Utrecht. Dabei kam es zu regelrechten Hetzkampagnen, die an Irrationalität kaum zu überbieten waren. Nun stellt sich heraus, dass diese Berichte wahrscheinlich gelogen, aber auf jeden Fall stark übertrieben waren. Niederländische Wolfsexperten sagen nämlich, dass es in Wirklichkeit ganz anders war. Trotzdem plant die Region Utrecht einen Abschuss.

Wölfe kommen kaum noch zur Ruhe. Medien haben dem Beutegreifer den Krieg erklärt. Beispielfoto Wolf, © Brigitte Sommer

Die Facebookseite von „Wolven in Nederland“ schreibt, dass die Medienberichte über drei Vorfälle mit einem Wolf im Bereich Leusden und Austerlitz zum Großteil nicht gestimmt hätten.

Die Hetzberichte gingen quer durch die Medienlandschaft. Auch die so genannte Qualitätspresse hielt sich mit wilden Vermutungen nicht zurück.
Nicht alle hielten sich an den Konjunktiv. Ein Agrarlobbyblatt stellte sogar eine Tatsachenbehauptung in die Headline.

 

„Wolven in Nederland“ berichtete vorgestern in einem Update darüber, was nach deren Einschätzung wirklich passiert ist

Das Gebiet, in dem die Wölfe leben, sei ziemlich groß und es hätte zudem auch ein großes Areal, das nicht betreten werden dürfe: Das Militärgebiet. Da dort aktuell viele Nato-Übungen stattfinden würden, hätten die Wölfe dort ausweichen müssen.  Die Region zeichne sich durch eine sehr begrenzte Beutegemeinschaft (im Wesentlichen nur Rehe und kleinere Tiere) mit geringer Dichte aus.
Der erste Vorfall – an dem ein kleiner Hund verschwand,  hätte sich direkt nach dem Ausweichen der Wölfe aus dem Truppenübungsplatz ereignet. Das Rudel hätte sich ein neues Ruhegebiet ausgesucht, in dem der kleine Hund wohl in die Quere gekommen ist. Es wird angenommen, dass der Wolf, der den kleinen Hund verschleppte, eines der Elterntiere des Rudels ist.
Der zweite Vorfall hätte einen Rendevouzplatz betroffen. So wird der Ort genannt, an dem sich alle Rudelmitglieder z. B. nach einer Jagd versammeln und wieder finden. In Den Treek fände keine Überwachung statt, sie sei nicht erlaubt.  „Wolfven in Nederland“ sei deshalb nicht ausreichend informiert gewesen. Ein Kind hätte sich unabsichtlich dem Wolf mit seinen Welpen genähert. Ein Elterntier wollte die Welpen verteidigen, wobei DNA auf der Kleidung des Mädchens gefunden wurde.  Die Verletzungen des Mädchens seien von mehreren Experten untersucht worden: Die Schlussfolgerung sei, dass sie nicht von einem Biss stammen könnten.
Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. hatten auch eine Anfrage an die Niederländische Polizei gestellt und auch in der Antwort an uns war nicht von einem Biss die Rede, sondern davon, dass die DNA eines Wolfs an der Kleidung nachgewiesen worden sei. In mehreren niederländischen Berichten war zu lesen, dass das Mädchen umgerempelt worden sei und vom Sturz Schürfwunden davon getragen habe.
Der Kontakt könnte aus einem Stoß oder einem Schlag bestanden haben, woraufhin das Kind gestürzt sei, beschreibt es auch „Wolven in Nederland“. Es wird angenommen, dass es sich bei dem beteiligten Wolf um eines der Elterntiere des Rudels handelt. Inzwischen ist ein größerer Bereich des Naturschutzgebietes Den Treek (vorübergehend) Ruhezone und gesperrt.
Beim dritten Vorfall sei ein Wolf auf einen streunenden Hund zugerannt und habe dabei erneut ein Kind umgestoßen. Es handele sich um einen Einzelwolf, der auch in dieser Region lebt und seit einem Jahr Interaktionen mit streunenden Hunden zeigen würde.
„Alle drei Fälle hatten einen unglücklichen Auslöser, wobei die ersten beiden Vorfälle auf die Unruhen auf dem Militärgelände und der dritte Vorfall auf das anhaltende Versäumnis zurückzuführen ist, freilaufende Hunde anzuleinen,“ so der Vorwurf von „Wolven in Nederland.“
„Wolves in the Netherlands“ ist seit 2008 eine Wissensplattform über Wölfe in den Niederlanden. Die Mission bestehe darin, ein konfliktfreies Zusammenleben mit Wölfen in den Niederlanden zu ermöglichen, heißt es auf der Webseite: http://www.wolveninnederland.nl

Die Plattform setzt sich aus folgenden Unterstützern zusammen: Ark Rewilding Nederland, Canine Efficiency, Free Nature, Jagersvereniging, Landschap Overijssel, Natuurmonumenten, NOJG, Radboud Universiteit, Studio Wolverine, Van Bommel Faunawerk, Wolf-Fencing Nederland sowie Zoogdiervereniging.

Trotzdem Abschuss geplant

Eine heutige telefonische Nachfrage bei Jelmer Geerds von der Provinz Utrecht ergab, dass man mit der DNA-Analyse einen Wolfsexperten gebeten habe, die Vorfälle weiter zu klären und die Provinz so schnell wie möglich zu informieren. Die Provinz hat definitiv das LVVN-Ministerium und die betroffenen Gemeinden Zeist, Leusden, Woudenberg und Utrechtse Heuvelrug um Unterstützung und Zustimmung zu einer geplanten Abschussverfügung gebeten.

Es könne aber auch sein, dass statt eines Abschusses das Einfangen, Besendern und das Beschießen mit Paintball-Munition zur Vergrämung stattfinden würde. „Wolven in Netherlands“ sei keine offizielle Stelle und deshalb könne man sich auch nicht zu deren Aussagen äußern. Man wolle selbst auf die Einschätzung eines offiziellen Wolfsexperten warten. Wann diese Einschätzung eintreffe, könne man nicht sagen.

Am 31. Juli riefen die Provinz und die Gemeinden Leusden, Zeist, Woudenberg und Utrechtse Heuvelrug Einwohner und Besucher auf, in den Wäldern der Utrechtse Heuvelrug sehr vorsichtig zu sein. Es wird dringend davon abgeraten, die Wälder des Utrechtse Heuvelrug in den genannten Gemeinden mit kleinen Kindern zu besuchen.

Quellen:

https://www.facebook.com/WolvenInNederland/

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NRW – Wolfsgebiet Schermbeck: Jetzt sogar Riss-Fakes statt Riss-Provokationen?

Die Geschichten um Wölfin Gloria werden immer unglaubwürdiger. Jetzt sollte ein Wolf sogar mit einer schweren Schafskeule im Maul über einen hohen Zaun gesprungen sein. Wir entlarven mit unserem neuen Bericht und Zaundokumentation sowie einer Auflistung der tatsächlichen Fakten eine neue Märchenstunde im Territorium Schermbeck.

Wir dokumentierten hier im Territorium Schermbeck am 27. Juli 2024 eine  große Weide, sehr abgelegen mitten im Naturschutzgebiet mit einem Zaun in der Mitte, der die Weide unterteilt. Nur an einer Seite wies eine untere Litze Strom auf. Teilweise ist der Wildzaun im Boden versenkt, aber nicht rundum.

Diese Weide galt Jahre lang als eine Art Hochsicherheitstrakt, weil nie etwas passiert war. Ob das den Halter zur Nachlässigkeit veranlasst hat, wissen wir nicht. Es könnte sich unserer Ansicht nach aber auch nicht einmal um eine Rissprovokation, sondern um eine Fakerissmeldung handeln.

Beispielfoto: Dieser Wolf setzt mit einem kleinen Fleischstück über einen Baumstamm. Dass Wölfe mit einer schweren Schafskeule im Maul über einen Meter hoch springen und trotz aufgeweichtem Boden keinerlich Spuren zu finden sind, gehört wohl zu den Wolfshassermärchen. © Brigitte Sommer

Am 22. Juli vermeldete das Online-Magazin Schermbeck Online jedenfalls, dass am 19. Juli ein Schaf gerissen worden sei und zwei weitere Schafe  schwer verletzt worden seien. Sie würden sich in tierärztlicher Behandlung befinden. Die Weide sei laut Bürgerforum Gahlen Wolf durch einen Zaun (Knotengeflecht) mit elektrifizierten Übersprunglitzen in 1,2m und 1,5m Höhe und Untergrabschutz-Litze geschützt und sei, so heißt es, in einem optimalen Zustand gewesen. Der Zaun sei nach der Attacke zu 100 Prozent unversehrt geblieben und habe keinerlei Spuren des Eindringens aufgewiesen. Laut eines Bürgerforums lasse sich daraus schließen, dass der Wolf oder die Wölfe im freien Sprung die 1,5m überwunden haben, was besonders beim Verlassen der Wiese bemerkenswert sei. Vollgefressen und mit einer Keule im Maul. Eine große Fraßmenge und ein komplettes Hinterbein würden fehlen (d.h. nicht auf der Wiese zu finden).

Ein weiterer Wolfsangriff sei am nächsten Tag, den Samstag, 20. Juli erfolgt, ebenfalls im Wolfsgebiet Schermbeck. Hierbei seien zwei Schafe getötet worden, zwei weitere Schafe seien so schwer verletzt gewesen, dass angeblich eine Notschlachtung erfolgen musste. Die Reaktionen im Netz waren wieder einmal darauf ausgelegt, den Wölfen um Gloria von Wesel Grausamkeit zu unterstellen und einen sofortigen Abschuss zu verlangen. In der Liste Nutztierrisse NRW sind diese Vorfälle bislang nicht aufgeführt.

Dieses Foto ist im Bericht von Schermbeck Online abgebildet und soll ein gerissenes Schaf darstellen. Schaut man sich den scharfkantigen Rand der Wunde an, so liegt die Vermutung nahe, dass die Keule auch herausgeschnitten worden sein könnte. Wölfe sind kaum mit dem Messer unterwegs. Außerdem ist es total unwahrscheinlich, dass ein Wolf es schaffen könnte, mitsamt der Keule über einen 1,20 bis 1,50 Meter hohen Zaun zu springen. Waren hier etwa in Wirklichkeit zweibeinige Räuber unterwegs, oder die Schafe durch Krankheit gestorben? Quelle: https://schermbeck-online.de/wolfsangriffe-im-wolfsgebiet-schermbeck-neue-rissmeldungen/

Darum halten wir die Messgeräte auch an Wildzäune und Maschendrahtzäune

In unserer Dokumentation unten ist das Loch im Zaun im Film zu sehen, ebenso zeigen wir hier, dass auf den Litzen sogar Spannung war, allerdings auf dem Knotengeflecht des Wildzaunes nicht. Auf Wildzäunen und Maschendrahtzäunen selbst ist nie Spannung, allerdings messen wir dennoch mit unserem Messgerät, um unseren Leserinnen und Lesern auf einen Blick auf dem Foto deutlich zu machen, dass auf solchen Zäunen keine Spannung ist. Spannung muss durch extra Litzen erzeugt werden. Eine Litze mit Spannung am Boden reichte nicht rund um die Weide, deren Umzäunung auch teilweise stark mit Brombeerhecken überwuchert war. Diese können Einstiegshilfen für Hunde und Wölfe bieten, aber auch für menschliche Räuber.

Zäune nicht selbst bezahlt

Die betroffenen Hobbyhalter hätten auf eine direkte Information des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (Lanuv) verzichtet. Ein Halter sagte nach dem vermeintlichen Riss, dass er viel Zeit und Geld investiert habe, um ein Eindringen von Wölfen zu verhindern.

„Wir konnten den nach unseren Erfahrungen dadurch entstehenden Mehraufwand am Freitag nicht stemmen“, begründete D.  den Verzicht auf eine Schadensmeldung, die für eine Schadenserstattung erforderlich laut. D. verweist weiter im Artikel in der RP zudem darauf, dass genau an dem Tag des Wolfsrisses etliche Schafe trotz einer Impfung an der Blauzungenkrankheit erkrankten und ärztlich versorgt werden mussten. D. ginge davon aus, dass der Stress des Angriffes zur Erkrankung geführt hätte.

Die Tiere hätten sie bis auf Weiteres von der Weide geholt. Am 22. Juli waren aber noch Schafe auf der Weide.

Kritik auch vom Nabu

In einem Artikel in der NRZ kritisierte Peter Malzbender, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) im Kreis Wesel, die Aussagen des Tierhalters. „Es wird beklagt, dass viel Geld in die Schutzmaßnahmen investiert wurde. Das suggeriert, dass die Ds. selbst den Zaun bezahlt hätten“, sagt Peter Malzbender. „Aber Herdenschutzmaßnahmen wie Zäune werden ausschließlich vom Land finanziert, da die Tiere in ausgewiesenen Wolfsgebieten gehalten werden,“ wird Malzbender in der RP zitiert. Gepachtet hätten die Hobby-Schaftzüchter die Fläche übrigens vom Regionalverband Ruhrgebiet (RVR).

Verwundert zeigt sich Malzbender im Artikel darüber hinaus über die Aussage, dass einige Schafe aufgrund des Stresses kurzum an der Blauzungenkrankheit erkrankten. „Das ist nicht wissenschaftlich belegt und daher bloß Spekulation.“ Auch Brita Westerholz (Nabu) aus Kirchhellen kritisiert im Artikel die Aussage des Hobby-Schafzüchters mit Blick auf die medizinische Verfassung. Eigenen Recherchen zufolge betrage die Inkubationszeit bei der Blauzungenkrankheit sieben bis acht Tage.

Meldung kam zu spät

Das LANUV bestätigte, dass der Fall D. tatsächlich nicht überprüft werde. Grund sei allerdings, dass zu spät Meldung gemacht worden wäre. In der Rissliste ist ein totes Schaf aufgeführt, zwei weitere seien verletzt. Weiter ist aufgeführt, dass es sich um eine verspätete Meldung handeln würde und eine Protokollierung nicht erwünscht sei: https://wolf.nrw/wolf/de/management/nutztierrisse

Ein Insider erklärte sogar, dass es sich um eine Förderrechtsverletzung in Punkto Zaun handeln könnte, da geprüft werde ob die Förderung doppelt beantragt worden sei.

Riss-Fake?

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. bezweifeln, dass es überhaupt einen Riss gegeben hat. Vielleicht starben die Tiere in Wirklichkeit sogar an der Blauzungenkrankheit und man wollte die toten Tiere dafür benutzen, um Stimmung gegen die Wölfe zu machen. Eine Begutachtung zu verweigern, und damit auf Entschädigungen zu verzichten, muss ja Gründe haben, die nachvollziehbar sind. Die Gründe von D. sind es unserer Ansicht nach nicht.

Es ist längst statisch erwiesen, dass die Gefahr von Rissen ab August größer wird, da die Welpen mobiler  und größer werden und auch mehr Fleisch benötigen. Vorher sind die Wölfe mit der Aufzucht der Welpen beschäftigt und sie sind motiviert, den Ort der Geburtshöhle nicht bekanntwerden zu lassen. Dies zeigt sich auch an der regelmäßigen Sommerpause im Rissgeschehen.

Doch trotz dieses Wissens und trotz Warnungen sind viele Weidetierhalter im Raum Schermbeck immer noch nicht gewillt, ihre Tiere zu schützen und sie legen es nicht nur durch die Provokation von Rissen darauf an, nein sie erfinden auch noch Märchengeschichten. Im April berichteten wir bereits darüber, dass die nächste Abschussverfügung auf Wölfin Gloria schon in Planung ist. https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/04/25/nrw-wolfsgebiet-schermbeck-neue-schiessgenehmigung-auf-gloria-in-vorbereitung/

Dass die Weide eben nicht im optimalen Zustand war und ist, zeigt deutlich unsere Dokumentation.

 

 

 

 

 

In den Zaun hinein ragendes Gebüsch kann zu Spannungsverlusten führen.
So sieht es fast komplett um die Weide herum aus. In den Zaun hinein wachsendes Gebüsch kann zu Spannungsabfällen führen. Zudem bietet es Einstiegshilfen.

 

Dieser Stapel wirkt so, als lägen alte, morsche Pfosten innerhalb der Weide. Sollten diese als Sprungbrett von innen dienen?
An einer Seite der Weide zieht sich ein merkwürdiger Graben mit Erdanhäufungen entlang. In den Rillen war eine ölige Flüssigkeit zu erkennen. Umweltsünde?

 

Im Graben steht eine ölig anmutende Flüssigkeit.

 

Am 22. Juli standen noch vier Schafe auf der rechten Seiten der großen Weide. Das Loch im Zaun ist auch auf der rechten Seite des Zaunes.
Am 22. Juli standen noch vier Schafe auf der rechten Seite der Weide. Das Loch im Zaun ist auch auf der rechten Seite des Zaunes.

 

Weitere Weide ganz in der Nähe mit Schafen

Blick von vorne.
Blick von der Seite.
Schafe im Hintergrund.

 

Aktueller Blick ins Revier Schermbeck:

 

Märchenhafte Eindrücke im Wolfsgebiet. Weitere schöne Einblicke gibt es hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/06/26/nrw-schermbecker-rudel-bedrohtes-paradies/
Mystische Baumformationen. Hier gibt es weitere Bilder: https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/06/26/nrw-schermbecker-rudel-bedrohtes-paradies/
Viele Wege in Privatwäldern sind gesperrt. Wanderer dürfen trotzdem durch, auch jenseits der Wege, wenn es sich nicht um ein Naturschutzgebiet handelt. Perverserweise wird auch in Naturschutzgebieten gejagt und Jäger dürfen dort sogar mit Jagdhunden außerhalb von Wegen hindurch.
In NRW dürfen Kirrplätze, siehe Hochsitz im Hintergrund, tatsächlich nicht betreten werden. So kann Jagdfrevel auch nicht dokumentiert werden.
Weitläufiges Gebiet, das auch mit Maisfeldern durchsetzt ist. Oft sind diese Felder wie Hochsicherheitstrakte umzäunt, um Wildschweine davon abzuhalten, den Mais zu fressen. Weidetiere können aber nicht umzäunt werden?
Wanderern und Spaziergängern ist kaum etwas erlaubt, Jägern dafür aber fast alles.
Bezaubernde Abendstimmung im Wolfsrevier.
Der schöne Sonnenuntergang täuscht kaum über mangelnde Zäune hinweg.
Ein Pfau erkundet eine Weide.

Bitte dieses Plakat einmal genau anschauen, es steht für genau die Rücksichtslosigkeit und Doppelmoral mit der die Hobbyjäger die Allgemeinheit täuschen wollen. Dies ist ein Weg, auf dem nur Jägerfahrzeuge hindurch dürfen. Die Matschspritzer zeugen davon, dass Rücksicht zwar gerne gepredigt, aber selbst nicht eingehalten wird.

Störche suchen nach aufgescheuchten oder plattgefahrenen Wiesen nach Kleintieren als Fast Food. Bei Füchsen und Wölfen ist dies auch zu beobachten.

 

 

Weitere Quellen:

https://schermbeck-online.de/wolfsangriffe-im-wolfsgebiet-schermbeck-neue-rissmeldungen/

https://rp-online.de/nrw/staedte/wesel/schermbeck-schafe-wurden-in-wolfsgebiet-angegriffen-v2_aid-116712201

https://rp-online.de/nrw/staedte/wesel/wesel-schermbeck-nabu-kritisiert-schafzuechter-nach-angriff-auf-schafe_aid-116866075?fbclid=IwY2xjawEddnBleHRuA2FlbQIxMQABHc2lA55i4QCobScK-c5S5eJ_CXjQ39xsU_nb1emKlAfuRQjChEkuqxdpsw_aem_oRkgFbDTx1gQIj2C4kY7Vg

 

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EU-Gerichtsurteil stärkt erneut Wolfsschutz

Eine Schlappe für die EVP, von der Leyen und alle, die schon von künftigen Jagdtrophäen geträumt hatten, bereitet ein EU-Gerichtsurteil vom 29. Juli 2024. Selbst eine Herabstufung des Schutzstatus ist keine Freigabe zur Jagd auf Wölfe.

Schon lange wollte die Kommission den Schutzstatus zurücksetzen, allerdings fehlt dazu die Zustimmung der Mehrheit der Vertragsstaaten. Der Wolf darf re­gio­nal nicht als Art ein­ge­stuft wer­den, die ge­jagt wer­den darf, wenn sein Er­hal­tungs­zu­stand auf na­tio­na­ler Ebene un­güns­tig ist. Das gilt laut EuGH selbst dann, wenn er in der be­trof­fe­nen Re­gi­on nicht im Sinne der Ha­bi­ta­tricht­li­nie streng ge­schützt ist.

Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

Eine Jagd auf den Wolf, im konkreten Fall ging es um die autonome Gemeinschaft Kastilien und León in Spanien, verstoße gegen die Habitatrichtlinie der Europäischen Union, weil in Spanien insgesamt der Erhaltungszustand des Wolfs ungünstig sei, urteilten die Luxemburger Richter in der Entscheidung.

Das Urteil für Spanien wirft auch ein Schlaglicht auf Deutschland. Regionale Wolfsmanagementmaßnahmen, wie es sich Christian Meyer (Grüne) für Niedersachsen vorstellt, dürften damit ebenfalls nicht legal sein.

Damit argumentierten die Richter laut dpa entgegen der Linie, die Ursula von der Leyen öffentlich vertritt. Die Kommissionspräsidentin erklärte bereits vor einigen Monaten, dass die Rückkehr des Wolfs zwar eine gute Nachricht für die Artenvielfalt in Europa sei, deren Ausbreitung in einigen europäischen Regionen sei jedoch zu einer echten Gefahr geworden – insbesondere für die Nutztierhaltung. Böse Zungen behaupten laut dpa, dass von der Leyen einen Privatkrieg gegen Wölfe wegen ihres gerissenen Ponys Dolly führen würde, zur Wahrheit gehöre aber auch, dass die Europäische Volkspartei EVP, zu der auch von der Leyen gehört, sich das Thema schon lange auf die Fahne geschrieben habe und den Abschuss von Wölfen erleichtern will.

Wolfsschutz-Deutschland e. V. sieht darin den Lobby-Einfluss von Großkonzernen und der Waffenindustrie, die nicht nur an Kriegen Milliarden verdient, sondern auch am Geschäft mit Jägern. Dies wird bestimmt nicht der letzte Vorstoß gewesen sein.

Quellen:

https://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2024-07/cp240118de.pdf?fbclid=IwY2xjawEZcLNleHRuA2FlbQIxMAABHZ1oZo22W6W8_bknbTTbTk7sUaEyM1SVnkgbnaepgvzWaN0Xy432OIAlEg_aem_q5YZjytx4Hd-JDerI3TFtA

https://curia.europa.eu/juris/document/document.jsf?text&docid=288835&pageIndex=0&doclang=DE&mode=req&dir&occ=first&part=1&fbclid=IwY2xjawEZcThleHRuA2FlbQIxMAABHUuGHCSHaeiS790GXski-gnEeJ_ZC5W3E2syGU-td3PUgt7HA2bn23sUYQ_aem_QLo8uCiSEbBQ2dnyjt-jpg

https://rsw.beck.de/aktuell/daily/meldung/detail/eugh-c43622-iberischer-wolf-jagdfreigabe?fbclid=IwY2xjawEZch1leHRuA2FlbQIxMAABHeaRkBfqP2wIGWjfhB2eGJP-PdVQcs-_VWK6X9F7Kvri_q3nFQCGl1ftKQ_aem_mhxCwvth2FWov3HFcvRLRA#:~:text=Eine%20Vereinigung%2C%20die%20sich%20für,C%2D436%2F22

 

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Wolfsverordnungsirrsinn in Bayern

Kürzlich scheiterte die Bayerische Wolfsverordnung vor Gericht wegen Formfehlern. Nun legt das Bayerische Umweltministerium die gleiche Verordnung den Verbänden vor. Sie wird mit ziemlicher Sicherheit wieder vor Gericht scheitern. Die Kosten dafür müssen wieder die Steuerzahler tragen. Was soll das?

Darüber, dass die Bayerische Wolfsverordnung nichts als heiße Luft enthielt, berichteten wir bereits hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/04/27/klage-koennte-soeder-populismus-schnell-den-garaus-machen/

Am 16. Juli landete die Verordnung tatsächlich vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht. Die Verordnung scheiterte auch daran, dass die Verbände überhaupt nicht angehört worden waren. Geklagt hatten der BUND sowie die Einmann-NGO Wildfleck, deren Klage allerdings abgewiesen worden war.

Beispielbild Wolfswelpen.

 

Die kleine Orga Wildfleck hatte sich klare Aussagen zu den Anerkennungsvoraussetzungen für Klagen von nicht anerkannten Verbänden erhofft. Die Aarhus-Konvention sei immer noch nicht umgesetzt und würde auch von den Gerichten blockiert. Der VGH scheue eine Auseinandersetzung mit den Bestimmungen des Aarhus-Übereinkommens.  Natur und Umwelt könnten nur durch eine breite Aktivierung der Zivilgesellschaft geschützt werden. Das deutsche Verbandwesen hätte ausgedient. Aarhus erwähne nicht nur Vereinigungen, sondern Organisationen und Gruppen. Also auch Internetgruppen und die Wildfleck-Einpersonengesellschaft. Hätte Wildfleck Erfolg gehabt, wäre damit auch ein erster Schritt für nicht anerkannte Verbände zu Gerichten offen. Auch für uns von Wolfsschutz-Deutschland e. V. wäre dies ein enormer Vorteil.
Seit dem 1. Mai 2023 galt in Bayern die neue Wolfsverordnung, die den Abschuss von Wölfen erleichtern soll. Sie wurde aber nie angewandt. In Bayern gibt es aktuell in zehn Regionen standorttreue Wölfe. Seit Mai gab es laut dem Landesamt für Umwelt nur wenige Risse, die Wölfen zugeordnet wurden: So gibt es bis dato seit Juni sechs durch Wolfsrisse gestorbene Ziegen und Schafe, sowie zehn weitere Verdachtsfälle an Schafen und Ziegen im Landkreis Rhön-Grabfeld im Territorium von Frigga und Griso. 
Wir sind sicher: Hier soll die nächste Abschussverfügung auf Basis der neuen Wolfsverordnung kreiert werden. Allerdings ist schon gar nicht von einem ernsthaften Schaden auszugehen.  Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/07/30/rhoen-woelfe-keine-gefahr-fuer-weidetierhaltung/
Eine Ausnahmegenehmigung aus wirtschaftlichen Gründen kann laut Europäischen Gerichtshof nur erteilt werden, wenn sich die Wolfspopulation auf lokaler und nationaler Ebene in einem „günstigen Erhaltungszustand“ befindet. Dies ist in Bayern und auch in Deutschland nicht der Fall.
Dieser Banner vom Bayerischen Bauernverband steht im Landkreis Rhön-Grabfeld.
Warum also dieser neue Vorstoß einer neuen Wolfsverordnung, wenn selbst die alte Wolfsverordnung nie zum Einsatz kam? Unserer Meinung nach dient dies nur dazu, die Bauern und Weidetierhalter weiter gegen Wölfe aufzubringen und ihren den Bären aufzubinden, etwas für sie zu tun. Denn Hass auf einen Beutegreifer, der rein gar nichts für die immer schwerer werdende Überlebenssituation von Kleinbetrieben kann, lenkt hervorragend davon ab, sich mit den tatsächlichen Verursachern der Probleme in der Landwirtschaft zu befassen. Auch der Bauernverband macht kräftig mit bei dem Schüren von Hass und Angst gegen Wölfe. So sind zum Beispiel extra Banner erstellt worden.  Der Verband übt auch massiven Druck auf Behörden aus. Tragen müssen das ganze Theater weiter die Steuerzahler.
Weitere Quelle:

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Tiere büßen für die Dummheit der Menschen

Wenn Menschen den Lebensraum von Tieren nicht mehr einschätzen und akzeptieren können, so hat das meist noch schwerwiegendere Folgen für die Tiere als für die betroffenen Menschen. In den Niederlanden schnappte ein Wolf nach der Kleidung eines Mädchens, in den Alpen wurden mehrere Wanderer von Kühen schwer verletzt, eine Bärenmutter wurde nach Angriffen am Gardasee getötet, ein Eisbär wurde nach einem Angriff auf einen Forscher getötet und vor der Küste Spaniens versenkten Orcas eine Segeljacht. Warum scheint es hier als Lösung nur das Töten des Tieres zu geben? Eine Spurensuche.

Fast immer endet ein Angriff auf Menschen für ein Tier tödlich. Reflexhaft scheint es nur eine Lösung zu geben: Ein Tier, das es wagt, einen Menschen anzugehen, scheint sein Recht auf sein Leben in dem Moment eingebüßt zu haben. Dabei scheint es völlig egal zu sein, dass es oft die Menschen selbst sind, die einen respektvollen Abstand nicht einhalten und in den Lebensraum des Tieres eingedrungen sind.

In der Region Utrecht in den Niederlanden hat sich ein Wolfspaar mit Welpen sowie ein Einzelwolf niedergelassen. Hier leben auf dichtem Raum Menschen und Wölfe zusammen. In der Zeit der Aufzucht der Welpen sind die Wölfe besonders vorsichtig und nervös. Sie wollen ihre Welpen beschützen. Das Naturschutzgebiet bei Leusden sollte nach einem Vorfall mit einem Hund am Samstag, den 6. Juli, gemieden werden. Dazu hatte die Provinz auf Anraten von Wolfsexperten aufgerufen. Viele Menschen hielten sich nicht daran und der Druck auf das Gebiet und die darin lebenden Wölfe blieb hoch. Zu einem zweiten Vorfall kam es mit einem Mädchen aus einer Kita-Gruppe am 16. Juli. Das Mädchen war wohl gestürzt und hatte sich Schrammen zugezogen, nachdem ein Wolf nach einem Kleidungsstück geschnappt hatte. An dem Kleidungsstück konnte jetzt auch in einem DNA-Ergebnis bestätigt werden, dass es sich tatsächlich um einen Wolf gehandelt hatte. So entschloss sich der Bürgermeister von Leusden am 18. Juli für die Sperrung eines Kerngebiets per Notverordnung. Betroffen ist die Kernzone des Naturschutzgebietes und das Gut Den Treek. Sie sind bis zum 1. September 2024 gesperrt. Es seien Vergrämungsmaßnahmen mit Farbbeutelgewehren geplant.

Auch Wölfe wollen ihre Nachkommen beschützen.

 

Neben dem Betretungsverbot für das Gebiet rät die Provinz Utrecht jetzt auch den größeren Teil des Naturschutzgebiets zu meiden. Erholungssuchende, Sportler, Wanderer und (angeleinte) Hunde können störend wirken und neue Konfrontationen verursachen. Da diese Konfrontationen nicht nur für die Beteiligten beängstigend sind, sondern auch den Wolf bedrohen, sei es wichtig, dass sowohl für Menschen, als auch für Tiere Ruhe herrscht. Dies sei notwendig, um die Sicherheit sowohl der Menschen als auch der anwesenden Wölfe zu gewährleisten.  Polizei und Behörden appellieren dabei an den gesunden Menschenverstand.
Durch Hundebisse sterben in Deutschland übrigens in jedem Jahr Menschen, ohne dass darüber größeres Aufhebens gemacht wird: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/157642/umfrage/todesfaelle-durch-hundebisse-nach-bundeslaendern-von-1998-bis-2007/
Bei dem Wildtier Wolf scheint ein kleiner Vorfall zu genügen, um Hysterie auszulösen. Dabei gibt es noch viel gefährlichere Haustiere.

Eskalation der Dummheit?

Kühe halten die meisten Leute für harmlos. Dabei werden jährlich etliche Menschen verletzt. Reflexartige Tötungen gibt es aber meist nur nach Angriffen von so genannten Raubtieren auf Menschen.

Dass es eben mit diesem gesunden Menschenverstand bei vielen Zeitgenossen nicht weit her ist, zeigen tragische Vorkommnisse mit Kühen in den Alpen. Zwei Kühe haben am vergangenen Donnerstag in Heiterwang einen 65-jährigen und auch eine 40-jährige Frau verletzt. Die Frau sei zusammen mit ihrer Tochter eine Stunde vor dem Mann angegriffen worden. Obwohl er von den beiden Frauen gewarnt worden war, setzte er seinen Weg unbeirrt weiter. Als Folge musste der Mann nach dem Angriff der Kühe schwer verletzt mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen werden. Schilder hätten auf angreifende Kühe hingewiesen.

Feldzug gegen alles Wilde?

In Italien wurde eine Mutterbärin erschossen, weil sie Jogger angegriffen hatte. Jetzt müssen ihre Jungen wahrscheinlich elendig verhungern. Dies prangern italienische Tierschützer an.
Immer wieder war von Orcas zu lesen, die vor der Küste Spaniens Jachten angriffen. Nun wurde eine Jacht versenkt.

Im Osten Grönlands ist ein deutscher Wissenschaftler von einem Eisbären attackiert und schwer verletzt worden. Wie der grönländische Rundfunksender KNR berichtete, ereignete sich der Zwischenfall am vergangenen Freitag auf der Insel Traill Ø. Der Mann war Teil eines deutschen Forschungsteams, so KNR. Nach dem Angriff wurde der Verletzte in die Station Mestersvig gebracht und später in ein Krankenhaus auf Island verlegt, sagte eine Sprecherin der grönländischen Polizei der Deutschen Presse-Agentur. Sein Zustand sei zunächst kritisch gewesen, habe sich mittlerweile aber stabilisiert. Nach dem Vorfall wurde der Eisbär erschossen. Dabei ist es bekannt, dass im Sommer zahlreiche Eisbären auf das Zufrieren des Meeres warten. Zwei abgemagerte Eisbären seien „erlegt“ worden, weil sie einem Fußballplatz zu nahe kamen.

Menschen sind viel gefährlicher für Menschen als Tiere für Menschen

Die größte Gefahr für Menschen sind allerdings nicht die Tiere, sondern andere Menschen. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/02/25/wir-stellen-vor-das-fuer-menschen-gefaehrlichste-lebewesen/

Christian Morgenstern sagte einst: „Weh dem Menschen, wenn nur ein einziges Tier im Weltgericht sitzt“

Tiere haben kein Ego und kennen deshalb, im Gegensatz zu uns, beispielsweise auch keine Rache. Sie folgen lediglich ihrer Natur. Wir Menschen haben es allerdings in der Hand, auch die Rechte von Tieren zu respektieren und das reflexhafte Töten aus Rache und Angst zu beenden. Denn wir Menschen sind auch ein Teil der Natur und wir sollten unbedingt wieder lernen, dies zu respektieren.

Geben wir ihnen nicht den Raum und benutzen unseren Verstand, werden wir auch von unserer Natur immer mehr abgekoppelt werden.

 

Quellen:

https://www.wochenblatt-dlv.de/regionen/oesterreich/wanderer-kuehen-schwer-verletzt-warnung-wind-geschlagen-577644

https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/tiere/id_100459016/italien-gefaehrliche-baerin-nach-angriffen-auf-touristen-am-gardasee-tot.html?fbclid=IwY2xjawEW_HpleHRuA2FlbQIxMQABHbuPH4UnlokgxE8C89N1QPo0D6dJfXoSG_I_rNSF_-x2sLmizqaO8I11yw_aem_u8yJ48ahh53Inl987eBXbg

https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/tiere/id_100459790/groenland-eisbaer-attackiert-deutschen-forscher-und-verletzt-ihn-schwer.html

https://www.nius.de/news/angriff-von-killer-walen-vor-der-kueste-spaniens-orcas-versenken-segeljacht/6712357d-4674-46e6-a3ae-094334e589ce?fbclid=IwY2xjawEW_vhleHRuA2FlbQIxMQABHS4mhc_O5Ty5ti-89bpIR7NMR73A-YbmfIvHFbUGjK2i86-TZ47Y8tipFQ_aem_JleRX4K2xFWPp-05Cs925Q

https://www.provincie-utrecht.nl/actueel/nieuws/dna-onderzoek-bevestigt-wolf-betrokken-bij-incident-16-juli?fbclid=IwY2xjawEXH7tleHRuA2FlbQIxMQABHe_ipa6Yl35AEQY4GbtAfrBUOf_l8EExx6Sn1YkiqTBL7AjekZlv0h6LiQ_aem_oGORW6-bYe3WlRgpfxPHhA

 

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Rhön: Wölfe keine Gefahr für Weidetierhaltung

„Wir leben nicht in verrückten Zeiten, sondern in einer Zeit mit Verrückten“, lautet ein Spruch, der gerade im Internet kursiert. Er passt auch hervorragend zu den Zuständen in der Rhön. Bestimmte Weidetierhalter überschlagen sich hier mit Hassparolen gegen Wölfe und sie nerven nicht nur Wanderer damit. Auch die Politik scheint langsam überfordert. Lesen Sie hier unseren neuen Faktencheck mit Umfrage um Rhönwölfin Frigga und das Rudel Wildflecken.

Wir haben auch einmal bei der Rhön GmbH nachgefragt. Die Gesellschaft für Tourismus und Markenmanagement besteht seit 15. Dezember 2016. Ihre Aufgabe sei es, den Tourismus in der Urlaubsregion Rhön zu fördern und die dort hergestellten Produkte zu vermarkten, ist auf der Homepage zu lesen.

Beispielfoto Wölfe. ©Brigitte Sommer

Die Destination Rhön erstreckt sich über die Landkreise Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen und Fulda sowie über Teile der Landkreise Schmalkalden-Meiningen und Wartburgkreis. Die Landkreise sind die Gesellschafter des Unternehmens. Die fünf Landräte bilden die Gesellschafterversammlung. Zudem bringen sich die Wirtschafts- beziehungsweise Kreisförderer der Landkreise in der untergeordneten Steuerungsgruppe ein.

Den Vorsitz der Gesellschafterversammlung hat seit dem Jahr 2023 der Landrat des Landkreises Rhön-Grabfeld, Thomas Habermann (CSU). Der Landrat ist selbst Jäger und wurde vom BR dahingehend zitiert, dass er die Abschussgenehmigung auf die Rhönwölfin Frigga als rechtens einschätzen würde. Zitat:  „“Habermann, selbst Jäger, findet die Maßnahme jedoch notwendig. „Wir haben in der Rhön eine einzigartige Kulturlandschaft, geschaffen durch die […] Weidewirtschaft. Dadurch ist der Hotspot der Biodiversität geschaffen worden. […] Durch Wolfsangriffe werden Herden gefährdet, Landwirte denken ans Aufhören mit der Weidewirtschaft, das hätte langfristig gesehen verheerende Folgen für den Biodiversitätshotspot. Deshalb müssen die Wölfe, die Schäden verursachen, auch entnommen werden.““ Die Abschussgenehmigung wurde von Gerichten gekippt. Tatsächlich ist die Schafswirtschaft nach Statistiken rückläufig, dies war aber auch vor dem Eintreffen von Wölfen dort bereits so.

 

Am 4. Juni 2024 kritisierte der Landrat Thomas Hausmann die Hasschilder im Landkreis in einem Artikel in der Saale Zeitung: https://www.fraenkischertag.de/lokales/landkreis-bad-kissingen/umwelt-natur/landrat-thomas-habermann-kritisiert-das-aufstellen-von-wolf-schildern-art-357550
Seit ein paar Jahren ist der Viehbestand -ausgenommen Hühner – in der Rhön rückläufig. Da 2020 Wölfe noch kein Thema waren, kann dies auch nicht an den Wölfen liegen.

Im ersten Halbjahr 2021 wurden in Bayern erneut weniger Tiere geschlachtet. Das geht aus Zahlen des bayerischen Landesamts für Statistik hervor. Insgesamt 2,67 Millionen geschlachtete Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde bedeuten einen Rückgang um 110.000 Tiere im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Die wahren Probleme in der Landwirtschaft sind ganz andere

Schafe

  • Bayern hat zusammen mit Thüringen den Löwenanteil an Schafen: 172 Betriebe beherbergen gut 15.000 Schafe.
  • Die Hessen haben zwar die meisten Betriebe (182), dennoch werden dort nur knapp 4800 Schafe gehalten. Das zeigt: Dort handelt es sich vermehrt um Hobby- und nicht um Haupterwerbsschäfer.
  • Etwas mehr als 11.000 Schafe werden in 61 Betrieben in Thüringen gehalten.

Landwirtschaftliche Tierhaltung gibt es im gesamten UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Der tägliche Weidegang der Tiere hat in den vergangenen Jahren aber deutlich abgenommen. Das sei gerade für die Landschaftspflege ein ernstzunehmendes Problem, denn um Magerrasen und Hutungen zu erhalten, müssen die Tiere auf die Weiden. Eine Entkopplung von Fleischproduktion und Landschaftspflege ist deshalb dringend notwendig. Gleichzeitig müsste die Fleischvermarktung vorangetrieben werden, heißt es auf der Seite des Biosphärenreservats.

Der Grund für den abnehmenden Weidegang sei der immense Arbeitsaufwand, den Schäfer beim Hüten von Schafen, Ziegen und Rindern haben, heißt es weiter auf der Seite des Biosphärenreservats. Dazu kämen hohe Investitionen in Ganzjahresställe und immer mehr fehlende ortsnahe Weideflächen. Weitere Gründe: Neue Baugebiete und Straßen entstünden, immer mehr Weiden würden in Ackerflächen umgewandelt. Gestiegene Preise für Pacht und sinkende Einnahmen mit Fleisch, Milch und Wolle würden nur die Spitze bilden.

Sitz der Rhön GmbH ist im Biosphärenzentrum Rhön Haus der Schwarzen Berge in Oberbach, einem Ortsteil des Marktes Wildflecken im Landkreis Bad Kissingen. Dort betreibt das Unternehmen neben der Tourist-Information auch das RhönCafé und den RhönLaden. Weitere Tourist-Informationen der Rhön GmbH befinden sich im Bruder-Franz-Haus auf dem Kreuzberg, im Kompetenzzentrum Wasserkuppe sowie im Kompetenzzentrum Bad Neustadt. Das Thüringer Kompetenzzentrum befindet sich in Geisa (Wartburgkreis). Mitarbeiter der Rhön GmbH sind auch in der Tourist-Information in Bad Kissingen tätig.

Ende Januar demonstrierten etliche Bauern auf der Wasserkuppe, der höchsten Erhebung in der Rhön, gegen schlechte Bedingungen in der Landwirtschaft.

Für Stefan Schneider, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Fulda-Hünfeld, war die höchste Kundgebung Deutschlands ein klares Zeichen nach Berlin: „Wir sind mit dem faulen Kompromiss nicht zufrieden. In drei Jahren haben wir immer noch keine Alternative zu Agrardiesel. Wir werden weiter kämpfen, bis die beiden Forderungen komplett vom Tisch sind,“ wurde er von Osthessen-News zitiert. Und weiter: „Wenn ich nach Berlin gucke, zweifle ich manchmal an der Ausbildung der Politiker. Ich habe das Gefühl, die Berliner Blase hat den Bezug zu der arbeitenden Gesellschaft vor allem auf dem Land verloren“, brachte es Karsten Schmal auf den Punkt und erntete dafür Applaus.

Die Probleme, mit denen Landwirte zu kämpfen haben, haben also wenig bis gar nichts mit Wölfen zu tun. Freilich ist es aber für Politiker einfach, den Unmut der Landwirte auf Wölfe zu lenken, statt an den Bedingungen für landwirtschaftliche Betriebe etwas zu verbessern. Dass diese Haltung auch den Tourismus nicht ankurbelt, sondern eher schadet und dabei Einkommensquellen verloren gehen, scheint billigend in Kauf genommen zu werden.

Wolfshass nervt Touristen

Unsere telefonische Anfrage am 30.07.2024, ob sich denn auch Touristen bei der Touristinformation über die wolfsfeindliche Einstellung in vielen Gasthäusern, Pensionen und im Umkreis von landwirtschaftlichen Betrieben beschwert hätten, vereinte die Mitarbeiterin. Direkt sei ihr nichts bekannt. Es kämen öfter einmal Fragen zum Thema wie man sich bei Wolfskontakt oder im Umgang mit Herdenschutzhunden verhalten solle. Ein Aufstellen von Infotafeln zu Wölfen sei nicht geplant, auch kein spezieller Wolfswanderweg. Man lege Wert darauf, sich neutral zum Thema Wolf zu verhalten, wolle aber unseren Vorschlag, auch Wanderern die extra wegen der Wölfe angereist kämen und damit auch der Rhöntourismus gefördert werden würde, auch etwas bieten zu können, zur nächsten Besprechung mit aufnehmen. Ob eine neutrale Einstellung zum Thema Wolf tatsächlich gewährleistet ist, ist nach den Aussagen des Landrates eher fragwürdig.

 

Solche Banner, wie dieser hier vom Bauernverband Bayern sind in allen Ecken des Territoriums der Rhönwölfin Frigga zu finden. Sie sind im Landkreis Grabfeld ebenso zu finden wie auf hessischer Seite bei Ehrenberg. Als Bauern bemerkten, dass wir diesen Banner fotografierten, rannten sie wutschnaubend auf unser Fahrzeug zu und brüllten uns an wie von Sinnen. Später verfolgten sie uns mit ihrem Fahrzeug bis auf einen Parkplatz kurz vor der Schornhecke und versuchten uns an der Weiterfahrt zu hindern. Gleichzeitig tauchten ständig Jägerfahrzeuge hinter uns auf. Man „meldete“ unsere Anwesenheit wohl bestimmten Leuten. Ein solches Verhalten ist mit gesundem Menschenverstand nicht mehr zu erklären. Es ist nicht verboten, Banner zu fotografieren. Im Vordergrund ist auch die typische Umzäunung von Kühen zu sehen. Zwei niedrige Litzen. Auch Wanderer fühlen sich durch diese Banner gestört. Viele bekämen auch einen aggressiven Ton zu spüren, sobald sie eine andere Meinung äußern würden. Anwohner, die nichts gegen Wölfe haben, würden sich eingeschüchtert fühlen.

Hier die Ergebnisse unserer Live-Umfrage vom 28. Juli 2024 auf Wanderwegen zwischen Basaltsee und Thüringer Hütte

Fotos von Personen dürfen wir nicht veröffentlichen, aber die Personen stimmten zu, dass wir ihre Aussagen zitieren dürfen. Die Umfrage ist natürlich nicht repräsentativ, aber doch so aussagekräftig, dass sich die Behörden eigentlich Gedanken darüber machen sollten. Von zehn Befragten gaben acht an, überhaupt keine Angst vor Wölfen zu haben. Fünf hätten gerne mehr Info über Wölfe, lediglich eine Person gab an Wölfen nicht begegnen zu wollen, einem Wanderer waren die Wölfe egal.

Heiner L. aus Frankfurt am Main: „Meine Frau und ich freuten sich sehr über die Rückkehr der Wölfe und wir hofften, mehr Informationen auf Wanderwegen zu erhalten. Stattdessen begegnen uns ständig diesen Anti-Wolfs-Plakate und auch in Gasthäusern und Pensionen ist die Stimmung der Inhaber teilweise nicht mehr auszuhalten. Wir machen das nächste Mal keinen Urlaub mehr in der Rhön.“

Elke S. aus Haßfurt: „Wir kommen öfter hier in die Rhön, um zu wandern, von Haßfurt aus sind es nur etwa 100 Kilometer. Die Wanderwege sind sehr gut und auch für ältere Menschen gut begehbar, vor allem hier in der Langen Rhön, wo es ziemlich flach ist. Was mich ehrlich gesagt etwas nervt, das sind diese  Schilder, die vor Wölfen warnen. Das schreckt sicherlich Leute davon ab, hier zu wandern. Für mich völlig unverständlich, dass der Tourismusverband das den Bauern erlaubt. Und wer nicht ganz so dumm ist, der weiß auch, dass man seine Nutztiere vor Wölfen schützen kann. Mein Mann und ich haben jedenfalls keine Angst vor Wölfen, die mögen uns sicherlich nicht und reißen aus vor uns.“

Frauke I. aus Schweinfurt: „Die Stimmung hier ist aufgeheizt. Ich fühle mich nicht wohl. Ich möchte hier beim Wandern die Natur erleben und mich auch über die Sichtung von Wildtieren freuen, aber nicht einmal ein Reh ist hier zu sehen. Diese Antiwolfstafeln sind fürchterlich. Sehr schade.“

Andrea S. aus Dieburg: „Ich glaube, den Leuten soll mit den Schildern Angst gemacht werden, dass sie nicht mehr kommen. Aber das bedeutet doch auch weniger Touristen. Ich verstehe das nicht.“

Anna B. aus Fulda: „Ja, mir machen die Schilder Angst, ich will hier keinem Wolf begegnen.“

Horst K. aus Hanau: „Ich wusste nicht, dass hier Wölfe sind, die Schilder sind mir auch aufgefallen. Aber die sind mir egal, ich bin nur ein Tageswanderer und fahre heute wieder nach Hause. Deshalb kann ich nichts dazu sagen, wie die Stimmung in Hotels und Gasthöfen ist. Die Wanderwege sind sehr zu empfehlen.“

Andrea U. aus München: „Wir machen hier eine Woche Wanderurlaub, die Landschaft ist bezaubernd, aber die Menschen hier sind einfach teilweise fanatisch. In unserer Pension gefällt es mir gar nicht, weil die Wirtin ständig gegen Wölfe redet. Wir kommen gerne wieder, aber das nächste Mal frage ich bereits beim Buchen, wie die Einstellung zum Wolf ist. Leider haben wir bisher keinen gesehen. Dafür aber viele Schafe ganz ohne Zaun Richtung Thüringer Hütte.“

Helga P. aus Ebermannstadt: „Wir sind schon die zweite Woche hier in der Gegend und finden es sehr schön hier. Vor Wölfen haben wir überhaupt keine Angst, warum auch? Die mögen uns Menschen nicht, aus gutem Grund. Warum diese Bauern hier diese komischen Schilder aufgehängt haben, die vor den Wölfen warnen, ist meinem Mann und mir völlig unverständlich. Die wollen wohl nicht, dass da zu viel Touristen unterwegs sind.“

Gertrud F. aus Bad Marienberg (Westerwald): „Mein Mann und ich sind zum erste Mal hier in der Rhön und haben uns hier in der Gegend für eine Woche  einquartiert. Uns gefällt es sehr gut. Schön auch, dass es kleinere Wanderwege gibt, da mein Mann nicht mehr so große Strecken laufen kann. Wölfe machen uns keine Angst.

Holger H. aus Berlin: „ Meine Frau und ich machen hier bereits zum dritten Mal Kurzurlaub. Gerade die Lange Rhön ist ein tolles Wandergebiet, das hervorragend beschildert ist. Dass die Leute hier etwas gegen Wölfe haben, verstehen wir aber nicht. Wie gesagt, wir sind das dritte Mal hier und gerade in diesem Jahr hängen hier überall Schilder, die vor dem Wolf warnen. Was das soll, wissen wir nicht. Wir würden uns auf jeden Fall freuen, mal einen Wolf zu sehen, aber die lassen sich natürlich nicht blicken. Irgendwie nerven diese Schilder, schließlich sind Wölfe ja auch Bestandteil unserer Natur, vor Wildschweinen muss man sich dagegen schon in Acht nehmen, aber wir sind bislang immer ohne Blessuren wieder nach Hause gekommen.“

So kommentiert Anwohnerin Heike W. auf unserer FB-Seite: „Die Presse im Landkreis Rhön-Grabfeld ist auf der Seite der Nutztierhalter und hetzt ebenso gegen Wölfe wie der Landrat (lt. Presse selbst Jäger). Neulich gab’s eine Demo in der Kreisstadt gegen den Wolf. Wenn man den Berichten der Presse glauben darf (🤣🤣🤣) haben alle Schutzmaßnahmen ergriffen, die den Wolf verscheuchen. Und trotzdem kommt er über einen einen Meter hohen Zaun und reißt Schafe und Ziegen. Diese Berichte machen mich wütend und traurig. Und die Maßnahmen in der Rhön sind lachhaft. Auch das Auffinden des kleinen Welpen „Nuka“ gibt Rätsel auf.“

Nachricht auf Facebook am 30. Juli 2024 von Kathrin M: „…. schön das sie in der Rhön unterwegs waren. Was ihnen scheinbar nicht bewusst ist, diese wird durch Weidetiere gepflegt. Damit ist viel harte Arbeit verbunden. Unter anderem tägliches Stecken von Weidezäunen. Haben sie schon mal so eine körperliche Arbeit verrichtet? Ich denke nicht. Vielleicht sollten sie mal einen Tag bei einem Schäfer hospitieren. Dann würden sie vielleicht verstehen, wie frustrierend es ist, wenn das alles durch einen Wolf zerstört wird. Keiner will die Wölfe ausrotten, es geht darum, Problemwölfe zu entnehmen. Bei der aktuellen Politik und ihren Ansichten kommt es zum Ende der Weidetierhaltung und die Rhön wird verwildern. Ich hoffe das ist ihnen und den angeblich genervten Wanderern klar.“

Kommentar von Thomas S. in Facebook: „Wir waren vor vier Wochen für Wikiwolf auf einer Schafswacht dort. Anschließend haben wir noch ein paar Tage in der Rhön verbracht. Dämliche Antiwolf-Plakate haben wir mehrere gesehen. Und vor allem viele Weidetiere hinter sehr schlechten Zäunen. Gerade bei Rindern waren oft nur „Zäune “ mit einer einzigen Litze. Das war für uns beim Wandern mit Hunden unangenehm.“

Ein aktueller Blick ins Territorium Hohe Rhön

 

 

Blick auf Ehrenberg-Wüstensachsen auf hessischer Seite. Hier gab es einige Risse. Wie zu erkennen ist, werden die meisten Flächen jedoch maschinell gemäht und es sind keine Schafe im Einsatz. Kuh- und Schafsweiden hatten wir hier bereits dokumentiert. Es hat sich nichts verändert. https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/11/21/wolfsschutz-deutschland-e-v-alarmiert-frigga-und-anton-von-illegalter-toetung-bedroht/
Naturfreunde kommen dank abwechslungsreicher, gut markierter Wanderwege voll auf ihre Kosten. Wanderweg bei der Schornhecke.
Der Heidelstein ist einer im bayerischen Teil der Rhön gelegener, 926 m hoher Berg, der wie der höchste Berg der bayerischen Rhön, der Kreuzberg, einen 200 m hohen Sendemast beherbergt. Damit ist er von weithin sichtbar und deshalb so markant. Denn im Gegensatz zu anderen Bergen der Rhön setzt er sich nicht so sehr durch seine Form von den umliegenden Erhebungen ab. Die Lage des Heidelsteins ist einfach zu beschreiben, denn er liegt unmittelbar neben der Hochrhönstraße in der Langen Rhön.
Zur Straße hin gut geschützte Schafe mit genug Spannung auf den Litzen, zwischen 8.000 und 2.000 Volt. Unten ist sogar abgemäht, um Spannungsverlust zu vermeiden. Allerdings konnten wir den hinteren Teil nicht beurteilen.

 

Mit beschriftetem Fahrzeug unterwegs zu sein, macht durchaus Sinn, denn so kommt man leicht mit Menschen vor Ort ins Gespräch. Wir haben auch immer Infomaterial und Flyer mit an Bord. Früher wurden wir zwar auch schon von Bauern und Jägern beschimpft, aber seit die Lage im Netz immer mehr eskaliert, bleibt es oft nicht bei Beschimpfungen, sondern es wird zu Nötigungen und tatsächlichen Angriffen übergegangen. Unsere Aktiven haben allerdings nichts zu befürchten, da sie ja neutral unterwegs sind.

 

Die Wanderwege in der Langen Rhön sind sehr gut beschildert und abwechslungsreich. Sie liegen auf einem Hochplateau, so dass auch weniger fitte Wanderer Strecken gut bewältigen können.

 

Auf dem Hochplateau befinden sich abwechslungsreiche Wanderwege.

 

Dies ist tatsächlich ein offizieller Wanderweg

 

Wunderschön: Basaltsee.

 

Blick ins Hochplateau Lange Rhön. Viele Wiesen werden maschinell gemäht.

 

In der Rhön vor Ort unterwegs: Brigitte, Fiona, Volker und Liv.

 

Dieses Video kursiert gerade in Wolfshassergruppen und auf Wolfshasserseiten. Angeblich soll es in der Rhön bei Gersfeld aufgenommen worden sein. Wir haben dieses Video auch zugeschickt bekommen. Es wird in den Hassgruppen zur Zeit exorbitant gegen die Rhönwölfin Frigga und ihren Partner gehetzt. Dieses Video soll angeblich die mangelnde Scheu des Wolfs darstellen. Mit Sicherheit ist dies weder Frigga noch Griso, sondern es dürfte – falls der Ort stimmt – sich um ein Jungtier aus dem benachbarten Rudel Wildflecken handeln. Wölfe wachsen mit Landmaschinen auf, Menschen darin nehmen sie erst spät wahr. Dieser Wolf möchte einfach nur plattgefahrene oder aufgescheuchte Kleintiere als Fastfood mitnehmen, wie es Störche und Füchse auch machen, wenn sie hinter Landmaschinen her marschieren.

 

 

Wölfe können die Weidetierhaltung in der Rhön faktisch gar nicht gefährden

Schafe ohne Zaun auf dem Hochplateau?

Leider hatte Andrea U. (siehe Umfrage oben) kein Foto gemacht, wir konnten ihre Sichtung von Schafen ohne Zaun am Tag unserer Wanderung nicht bestätigen. Allerdings würde dies so die vielen Einzelrisse in der Rissliste und der Verdachtsliste Bayern bestätigen. https://www.lfu.bayern.de/natur/wildtiermanagement_grosse_beutegreifer/wolf/monitoring/index.htm

So gibt es bis dato seit Juni sechs durch Wolfsrisse gestorbene Ziegen und Schafe, sowie zehn weitere Verdachtsfälle an Schafen und Ziegen. Die relativ kleine Anzahl bei Rissgeschehen könnte bestätigen, dass teilweise kein Zaun vorhanden war, so dass ein Schaf  ins Visier genommen worden sein könnte, während die anderen fliehen konnten. Der Nachteil von Zäunen ist tatsächlich, dass eine große Anzahl von Tieren getötet wird, weil sie durch den Zaun nicht fliehen können und beim Wolf, solange es sich Tiere weiter bewegen, der Beutereflex ausgelöst wird und dieser Reflex erst beendet werden kann, wenn sich nichts mehr bewegt. 

Auf hessischer Seite gibt es noch vier Risse, wobei der Halter keine Entschädigung bekommt, weil die Tiere nicht geschützt waren.

Vergleicht man die Schäden, die von Wölfen in der Rhön – und hier lebt gerade mal ein Rudel (Wildflecken) sowie Frigga, Griso und evtl. Welpen – gegenüber den Schlacht- und Gesamtzahlen an Schafen und Ziegen, ist es nicht möglich, dass die paar Wölfe tatsächlich die Weidetierhaltung gefährden. Nur wer Fakten weiter ignorieren möchte, glaubt dies noch.

Fakt ist: Die Probleme in der Landwirtschaft liegen ganz woanders.

Touristen und Wanderer, die sich genervt fühlen, sollten sich tatsächlich im Touristikbüro beschweren, so dass die Problematik dort endlich erkannt wird.

 

Weitere Quellen:

https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/natur/landwirtschaft-und-fischerei/tierhaltung

https://osthessen-news.de/n11755165/ein-land-mit-schlechter-landwirtschaft-ist-ein-schlechtes-land.html

https://www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/wolfszentrum/tabelle

 

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Toter Wolf im Landkreis Wittmund in Niedersachsen: Strafanzeige

Es besteht ein starker Verdacht auf illegale Tötung. Wolfsschutz-Deutschland e. V. stellt Strafanzeige. Am 25. Mai wurde ein toter Wolfsrüde in Niedersachsen bei Abickhafe entdeckt. Gleichzeitig loben wir eine Belohnung von 1.000 Euro für Hinweise zur Ergreifung des Täters aus. Ist das tote Tier der Vaterwolf des Friedeburger Rudels? Wurde etwa sogar das ganze Rudel ausgelöscht? Lesen Sie hierzu unseren Bericht.

Immer mehr Bauern nehmen in sozialen Netzwerken kaum mehr ein Blatt mehr von den Mund. Die Stimmung ist, gerade auch durch Medien und bestimmte Politiker, derart aufgehetzt, dass sich bestimmte Menschen wohl nicht mehr durch Recht und Gesetze daran hindern lassen wollen, Selbstjustiz zu üben. War  dies auch im Fall des Friedeburger Rudels so? Sollte das Rudel ausgelöscht werden? Anfang Mai kommen die Wolfswelpen auf die Welt, können die Eltern sie nicht gemeinsam aufziehen, weil ein Elternteil stirbt, wird es auch für das restliche Rudel schwer, die Kleinen durchzubringen.

Jetzt ist die Zeit der Welpenaufzucht. Auch die Wolfsväter beteiligen sich.

Fakt ist, dass es dort immer wieder zu Rissen an nicht geschützten Tieren kam, was eine regelrechte Hetze gegen das dort lebende Rudel nach sich zog. Es gab sogar eine Schießgenehmigung, die aber von Gerichten wieder gekippt wurde. Auf eine Anfrage beim Landkreis Wittmund, konnte ein Mitarbeiter nicht bestätigen, dass es sich bei dem tot aufgefundenen Wolf um den Friedeburger Rüden handeln würde. Hierzu muss noch das Ergebnis der DNA-Untersuchung abgewartet werden. Allerdings sei anhand der Größe des Kadavers und der Ausprägung sowie des Zustands des Gebisses davon auszugehen, dass es sich bei dem Totfund im Territorium des Friedeburger Rudels um die Überreste eines ausgewachsenen Wolfs handeln würde.

Zum Zeitpunkt des Auffindens sei das Tier bereits im relativ fortgeschrittenen Verwesungsstadium gewesen, daher sei davon auszugehen, dass das Individuum bereits seit einigen Wochen oder gar Monaten tot war. Sollte also sogar die Paarung verhindert werden?

Weiterhin waren nach Auskunft des Mitarbeiters des Landkreises an den Überresten des Wolfs eindeutig Rippenfrakturen zu erkennen, die die Vermutung zulassen würden, dass der Wolf keines natürlichen Todes gestorben ist. Aufgrund dieser Verletzungsmerkmale werden die Überreste des Wolfs hinsichtlich einer illegalen Tötung in Berlin näher untersucht.

Obwohl Wölfe als streng geschützte Art in Deutschland nicht bejagt werden dürfen, schießen auch laut dpa immer wieder Menschen verbotenerweise auf sie. Eine Untersuchung von 1000 toten Wölfen ergab, dass etwa jeder Zehnte davon illegal geschossen wurde. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. gehen aber von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus, denn seit einigen Monaten wurden allerdings so viele tote Wölfe gemeldet, dass nur noch etwa jedes zweite Tier in die Wildtierpathologie zum Leibnitz IZW nach Berlin gebracht würde.

Fakt ist, dass das Rudel Friedeburg bis dato nicht im Monitoring der Jäger bestätigt ist. Wurden alle umgebracht und die anderen Tiere nur nicht gefunden?

 

Tatsächlich ist der Status des Friedeburger Rudels bis dato unbestätigt. Der schlimme Verdacht: Wurden sogar alle Rudelmitglieder beseitigt? © Wolfsmonitoring.com – Quelle: http://www.wolfsmonitoring.com

Härtere Gesetze?

Hohe Strafen für illegale Tötungen von bis zu 50.000 Euro und bis zu fünf Jahre Gefängnis scheinen die Täter nicht abzuschrecken.  Das Bundesnaturschutzgesetz  verbietet „jedes Nachstellen, Fangen, Verletzen oder Töten von Wölfen“. Die Gesetze sehen also auch harte Strafen vor, doch warum scheinen diese nicht abzuschrecken?

Wird überhaupt ernsthaft ermittelt?

Im Gegensatz zum Ausland, wie beispielsweise Italien, wo es Sondereinheiten zu Wildtierkriminalität gibt, wird hier in Deutschland kaum ein Täter geschnappt. Bislang wurden auch keine wirklich harten Strafen verhängt, obwohl dies nach der Gesetzeslage möglich wäre.

Schon der zweite Fall von illegaler Tötung in Niedersachsen? Erst am 21. April war im Territorium Scheeßel ein illegal getöteter Welpe gefunden worden. In dem spektakulärsten Fällen in Niedersachsen aus dem vergangenen Jahr konnte auch noch immer kein Täter ermittelt werden, obwohl es nach unserer Ansicht Indizien dafür geben könnte, dass der „Wolfsripper von Ringelah“ auch auf Menschen übergehen könnte. Erst kürzlich löschte ein Jäger in Baden-Württemberg mit einem Amoklauf seine ganze Familie aus.

 

Weitere Quellen:

https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/vermischtes/id_100454180/1000-woelfe-untersucht-kugeln-im-fleisch-nutria-im-magen.html?fbclid=IwY2xjawEQFoVleHRuA2FlbQIxMQABHWdtJAkyT-8LcyEC9E3PSOSCpdYRfpCx8P5Vcb83wMwHV3FpFACAfq3IXg_aem_YT8N3CRn0KwP4rDGl_bF0g

https://www.dbb-wolf.de/totfunde/auflistung-nach-jahren

https://www.bild.de/regional/baden-wuerttemberg/baden-wuerttemberg-mehrere-tote-bei-amoklauf-in-lautlingen-6693b8e90c3ae008ff40cff3

https://verwaltungsgericht-oldenburg.niedersachsen.de/aktuelles/eilantrag-gegen-genehmigung-der-totung-von-wolfen-aus-dem-rudel-friedeburg-hat-erfolg-216639.html

https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/10/10/wer-ist-der-wolfsripper-von-niedersachsen/

Wir freuen uns über Unterstützung

Schon kleine, regelmäßige Beiträge, wie z. B. ein monatlicher Dauerauftrag von 5 Euro können uns helfen. Seit Vereinsgründung vor fünf Jahren standen wir ohne wenn und aber und politische Winkelzüge auf der Seite der Wölfe und wir widersprachen unerschrocken Politkern ebenso wie anderen Verbänden. Gerade in diesen schweren Zeiten ist ein Verein wie der unsere essentiell.

Wolfsschutz-Deutschland e.V.

Berliner Sparkasse

IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84

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Auch Paypal ist möglich: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Yes we stand – Wolfsschutz-Deutschland e.V. wieder vor Ort mit Infoständen

Auf eine tolle Resonanz stieß auch in diesem Jahr wieder unser Infostand auf dem Tierheimfest des Tierheims in Alsfeld. Zahlreiche Wolfsfreunde waren gekommen, um sich mit unseren Mitgliedern auszutauschen und sich über unsere Arbeit zum Schutz der Wölfe zu informieren. Die Besucher freuten sich, Mitglieder unseres Vereins auch einmal persönlich zu treffen und nicht nur über das Internet zu kommunizieren. Mit unseren Infomaterialien und fachkundigen Erläuterungen konnten wir viele Tier- und Naturschützer für unsere tägliche Arbeit begeistern. Nächsten Sonntag sind wir in Worms.

Teil unseres Stand-Teams, von links: Brigitte, Ernst, Gudrun und Alba.

 

Im Fokus der Unterhaltungen an unserem Stand stand die Situation der Wölfe in Deutschland und die vielen illegalen Wolfstötungen in den Bundesländern. In den Gesprächen forderten die Besucher härtere Strafen für Wolfsmörder. Unverständnis wurde auch über die Ermittlungsarbeiten der Polizei bei solchen Straftaten geäußert, wo doch in anderen Ländern, wie Italien, öfters solche Täter ermittelt werden können. Großes Lob gab es für unsere kontinuierliche Aufklärungsarbeit und die Zaunkontrollen, mit denen wir ständig beweisen, dass Nutztierhalter ihre Tiere nur schlecht oder gar nicht vor den Wölfen schützen.

Thema war auch die EU-Politik, die unter Führung der erneut gewählten Kommissionspräsidentin von der Leyen den Schutzstatus des Wolfs herabsetzen will und die Haltung der Grünen zum Wolf. Eine Wolfsfreundin war besonders erbost über die ständigen Wolfsabschussverfügungen, die gerichtlich ausgetragen werden und vom Steuerzahler bezahlt werden müssen, obwohl sie vor Gericht keinen Bestand hätten.

Informationen zum Thema Wolf
Standbesucher an unserem Infostand beim Tierheimfest in Alsfeld.

Natürlich gab es an unserem Stand in Alsfeld auch unsere beliebten Merchandisingartikel gegen Spende zu erwerben. Besonders beliebt waren auch dieses Mal unsere Sammeltassen und die T-Shirts. Auch unser Flyer über unseren Verein fand reißenden Absatz.

Wer auch Lust hat, uns einmal persönlich vor Ort kennenzulernen und sich über unsere Arbeit zu informieren, der hat dazu am Sonntag, den 28. Juli,  von 11 bis 17 Uhr , beim Tierheimfest des Tierheims Worms Gelegenheit.  Die Adresse lautet: Ludwigslust 2, 67547 Worms. Also: Internet an dem Tag einfach mal abschalten und vorbei kommen, wir freuen uns auf Euch!

 

 

 

Wir freuen uns über Unterstützung

Schon kleine, regelmäßige Beiträge, wie z. B. ein monatlicher Dauerauftrag von 5 Euro können uns helfen. Seit Vereinsgründung vor fünf Jahren standen wir ohne wenn und aber und politische Winkelzüge auf der Seite der Wölfe und wir widersprachen unerschrocken Politkern ebenso wie anderen Verbänden. Gerade in diesen schweren Zeiten ist ein Verein wie der unsere essentiell.

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Neue Nachweise von Rhönwölfin Frigga und neues Schmierentheater

Eine wirklich gute Nachricht. Frigga (GW3092f) ist noch da. Die schlechte Nachricht: Ihre Anwesenheit wurde durch erneute Risse festgestellt und ein entsprechendes Theater wird auch fortgeführt. Versuchen Weidetierhalter nun sogar gut meinende Wolfsfreunde für neue Rissprovokationen und eine neue Abschussgenehmigung vor den Karren zu spannen? Wir klären auf.

Eine herzerwärmende Geschichte veranlasst viele Wolfsfreundinnen und Wolfsfreunde einen Aufruf zu teilen, in dem Ziegen- und Schafhalter bei Nachtwachen in der langen Rhön unterstützt werden sollen. Angeblich hätte es einen Übergriff bei Nacht auf einen wolfsabweisenden Zaun gegeben. Frigga sei allein erziehend und würde sich nun aus Verzweiflung Ziegen und Schafen zuwenden.

Beispielbild Wolf. © Brigitte Sommer

Diese Geschichte stimmt nach unseren Kenntnissen so nicht. Nach Anfrage beim LfU heute, ist nicht bestätigt, dass Griso, der neue Rüde aus dem Rudel Wildflecken, verstorben ist. Es wurde kein Kadaver gefunden. Auch dass der Rüde verschollen sein könnte, konnte nicht bestätigt werden. Auch weitere Welpen außer Nuka  https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/07/04/bayern-welpe-nuka-ist-sohn-der-illegal-verfolgten-rhoenwoelfin-frigga/  können nicht bestätigt werden.

Das wissen wir: Frigga hat sich, genau wie Gloria in NRW, auf das Austricksen von ungenügenden Zäunen spezialisiert. Deshalb gab es ja, genau wie bei Gloria, eine Abschussverfügung, die völlig rechtens von einem Gericht gekippt worden ist. Im Jahr zuvor riss Frigga genau so im Spessart, wie sie es jetzt in der Rhön praktiziert. Wir verfolgten die Risse im vergangenen Jahr und dokumentierten immer wieder, dass nicht wirklich geschützt wurde. Nur konsequenter Herdenschutz verhindert Risse. Bei Zaunbauhilfegruppen gibt es jede Menge gut meinende Menschen, die sich nach ihrem Einsatz mit Bildern präsentieren und die sich gut dabei fühlen, geholfen zu haben.

Dabei ist dieser Einsatz oft kontraproduktiv, wie auch in NRW im Territorium Schermbeck passiert. Dort wurde nach der ehrenamtlichen Hilfe Zaunbaufreunden von Seiten bestimmter Schäfer sehr schnell ein Abschussantrag gestellt. Wir haben den Eindruck, dass gerade nach Helfereinsätzen bei Helferzäunen Risse provoziert werden, um zu behaupten, dass diese  „sicheren“ Zäune nicht helfen würden. So auch bei Schäferin R., deren Tun aber Mitarbeiter der Behörden durchschauten. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. sind der Ansicht, dass die Weidetierhalter keine Almosen benötigen, sondern ein vernünftiges Einkommen, das ihnen ermöglicht, Zaunbaufirmen zu beauftragen und Personal einzustellen. Sie müssen selbst in die Verantwortung kommen und auch selbst die Verantwortung nach Rissen übernehmen und diese nicht wohlmeinenden Wolfsfreunden in die Schuhe schieben können. Allerdings sind nicht alle Weidetierhalter im Landkreis Rhön-Grabfeld so mittellos, dass sie auf ehrenamtliche Einsätze angewiesen sind. Hier eine Übersicht über die Agrarsubventionen im vergangenen Jahr.  https://www.proplanta.de/karten/proplanta_karten.php?ROalAk=1052&LaZ=200&LsZ=0&SELECTID=1717142030&SEARCH_SHOWBEGS=1717142030&LANDKREIS_ID_S=9673&fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTEAAR1u9_rHaNLhb3wbgANMTGtStr3X4JnNbT-A2q1-Y5qQ2mnuOPS9FfqTlOo_aem_UlaAPXDgRPRHffvN2-N90A

Frigga hat mit großer Sicherheit nicht versucht, nachts in Anwesenheit der Schäferin zu reißen, dafür ist sie nach unseren Erfahrungen mit ihr im Spessart und der Rhön viel zu scheu. Wir vermuten: Hier wird auf die nächste Schießgenehmigung hin gearbeitet und gut meinende Wolfsfreunde werden auch noch dazu benutzt, um ordentlich die Werbetrommel für einen Abschuss zu schlagen. Die betroffene Ziegenhalterin äußert sich schon länger gegen Wölfe und auch der Schafshalter ist durch Abschussforderungen aufgefallen.

Bauern demonstrierten Wahnsinn

Die Risse von Frigga können gar nicht die Weidetierhaltung gefährden, weil es nur geringen Schaden gibt. Viel mehr Schafe sterben an Krankheiten und Vernachlässigung. Von den Schlachtzahlen ganz zu schweigen. Quelle: https://www.br.de/nachrichten/bayern/wahnsinn-wolf-rhoener-tierhalter-fordern-leichteren-abschuss,UIbaHMQ?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTAAAR1AO9jL0f3LJw97sB6RFi_c0By4ORHAJL_mNjtx3RxkZGA10VkPr39qyZY_aem_4C2bBLa1AchF6HD2-0Po3g

Sicherlich ist es nicht auszuschließen, dass sich ehemals wolfshassende Tierhalter nach ehrenamtlichen Zauneinsätzen umentscheiden und wirklich versuchen wollen, sich mit den Wölfen zu arrangieren. Doch wie realistisch dies ist, müssen unsere Leserinnen und Leser selbst entscheiden. Ob die unterstützten Halter dort auch mit demonstriert haben, können wir nicht sagen. Auch nicht, ob sie sich an der illegalen Verfolgung von den Wölfen dort beteiligen. Neben Frigga und ihrem Partner gibt es dort in der Nachbarschaft nur das völlig unauffällige Rudel Wildflecken. Von einem „Wahnsinn Wolf“ kann also gar keine Rede sein.

Wir freuen uns über mehr aktive Hilfe

Wir brauchen mehr aktive Helfer draußen vor Ort in NRW im Territorium Schermbeck und auch in der Rhön im Territorium Rhön-Grabfeld. Wer dort wohnt und gut zu Fuß ist und wirklich etwas tun möchte, ist bei uns im internen Monitoring willkommen. Der erste Schritt ist ein Mitgliedsantrag, weil es dort ja auch um vertrauliche Wolfsdaten geht. In anderen Wolfsterritorien in allen Bundesländern brauchen wir auch mehr Hilfe.

Quellen:

https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/11/21/wolfsschutz-deutschland-e-v-alarmiert-frigga-und-anton-von-illegalter-toetung-bedroht/

https://www.lfu.bayern.de/natur/wildtiermanagement_grosse_beutegreifer/wolf/monitoring/index.htm

 

Wir freuen uns über Unterstützung

Schon kleine, regelmäßige Beiträge, wie z. B. ein monatlicher Dauerauftrag von 5 Euro können uns helfen. Seit Vereinsgründung vor fünf Jahren standen wir ohne wenn und aber und politische Winkelzüge auf der Seite der Wölfe und wir widersprachen unerschrocken Politkern ebenso wie anderen Verbänden. Gerade in diesen schweren Zeiten ist ein Verein wie der unsere essentiell.

Wolfsschutz-Deutschland e.V.

Berliner Sparkasse

IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84

BIC BELADEBEXXX

Auch Paypal ist möglich: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/