Wolf im Jagdrecht – der nächste Schritt zum Tötungsrausch: Große Zeiten der Heuchelei

Gestern hat der Bundestag mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD und AfD den Wolf ins Bundesjagdgesetz aufgenommen – ein Schritt, der die Bejagung des geschützten Tieres erleichtert und den Natur und Tierschutz weiter untergräbt. Während Grüne und Linke im Bundestag lautstark dagegen gestimmt und sich als Wolfsretter inszeniert haben, gehen wir davon aus, dass sie im Bundesrat – wo viele grün mitregierte Länder vertreten sind – letztlich zustimmen oder zumindest keinen entscheidenden Widerstand leisten werden. Diese Haltung ist nichts anderes als pure Heuchelei.

Ein reines Politiktheaterspiel, um Wählerstimmen nicht zu verscherzen, während man in der Praxis den Weg für mehr Wolfsjagden freimacht. Es passt nahtlos zu ihrer Rolle auf der Umweltministerkonferenz im Herbst 2025 in Saarbrücken, wo alle Umweltminister – einschließlich grüner – einstimmig für die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht plädiert haben.
Beispielfoto Wolf. Wer kann in diese Augen schauen und ans Töten denken? Nur Menschen, die daran Lust empfinden und völlig abgestumpft sind.

In fast allen Prognosen wird davon ausgegangen, dass das Gesetz im Bundesrat (geplante abschließende Beratung am 27. März 2026) durchkommt – und das einschließlich der grün mitregierten Länder.

Wir von Wolfsschutz Deutschland e.V. haben genau diese Entwicklung seit Jahren angekündigt. Statt auf unsere Warnungen zu hören, wurden wir von anderen Verbänden – die sich auf ihre Klagefähigkeit und große Mitgliederzahlen stützen – systematisch gecancelt und gemobbt. Wir gehen davon aus, dass dies zum Teil absichtlich geschah: Viele große Verbände agieren als gelenkte Opposition, die den Anschein von Widerstand erweckt, während sie längst von der Gegenlobby – Jagd- und Landwirtschafts- sowie Waffenindustrieinteressen – übernommen wurden. Ein klares Beispiel ist die Forderung von NABU und BUND, die Abschussgenehmigung für den Hornisgrinde-Wolf (GW2672m, genannt „Grindi“) gegen jede wissenschaftliche Erkenntnis zu verlängern. Solche Positionen dienen nicht dem Naturschutz, sondern unterstützen ein System, das tote Wölfe als Trophäen und weitere Gewaltakte in der Natur haben möchte. Faktisch brauchen wir nicht noch mehr Leiden, Schmerz und Horror unter unseren Wildtieren, sondern die Jagd insgesamt gehört endlich abgeschafft. Wie viel Leid verursachen Jäger schon jetzt unter Ihresgleichen und der normalen Bevölkerung? Es vergeht fast kein Tag ohne Meldungen zu dramatischen Jagdunfällen.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Wolfsrisse sind eine Randnotiz im Vergleich zu echten Problemen in der Weidetierhaltung.

Der angebliche ‚Schutz der Weidetiere‘ entpuppt sich bei genauer Betrachtung als Nebelkerze: 4.300 Risse bei 1,5 Millionen Schafen bedeuten unter 0,3 % Verlust – während Krankheiten & Co. zigtausende Tiere fordern. Statt den Wolf zu jagen, müsste man Herdenschutz endlich flächendeckend umsetzen und auch verlangen.
Vergleichstabelle.

Entwicklung war vorauszusehen

Man musste kein Hellseher sein, um diese Entwicklung vorauszusehen – man musste sich nur mit Politik beschäftigen.
Doch genau das wurde untergraben: Jahrelang war der Slogan der großen Verbände, dass „die Wölfe nichts mit Politik zu tun hätten“. Später hieß es dann, „alle müssten an einem Strang ziehen“. Das Ergebnis sehen wir heute: Kritische Stimmen, wie die unsere, wurden niedergebrüllt, während die etablierten Organisationen den Kompromisskurs fuhren, der nun zu mehr Abschüssen führt. Ein passendes Zitat aus großen Zeiten von Erich Kästner unterstreicht diese Heuchelei:
Der Zukunft werden sacht die Füße kalt.
Wer warnen will, den straft man mit Verachtung.
Die Dummheit wurde zur Epidemie.
So groß wie heute war die Zeit noch nie.
Ein Volk versinkt in geistiger Umnachtung.
Besonders alarmierend ist, dass Klagen gegen Wolfsabschüsse künftig keine aufschiebende Wirkung mehr haben sollen. Wir warnen seit Jahren davor, dass klagefähige Verbände allein nicht reichen – man muss aktiv werden. Stattdessen haben sich viele auf Gerichtsverfahren ausgeruht, was nun kontraproduktiv wird. Noch schlimmer: Für die Jagden auf Wölfe werden offizielle Monitoringdaten herangezogen. Etliche sogenannte „Wolfsfreunde“ haben Daten an das Wolfsmonitoring übermittelt und genießen dadurch direkte Vorteile wie Wildkameras, Fotokameras, Einladungen zu Veranstaltungen oder sogar die Vermittlung von Wolfstourismusgästen in ihre eigenen Hotels. Diese Leute verraten die Wölfe seit Jahren – nun gibt es dafür keine Ausrede mehr.
Beispielfoto Wolf.

Das kommt auf uns zu

Wenn das Gesetz (Änderung des Bundesjagdgesetzes und Bundesnaturschutzgesetzes) nach der Zustimmung des Bundesrats (geplant Ende März 2026, voraussichtlich Formsache) in Kraft tritt, ändert sich der Umgang mit Wölfen grundlegend – der Wolf wird als jagdbare Tierart behandelt. Das Ziel ist ein „Bestandsmanagement“, also das Töten in Regionen mit günstigem Erhaltungszustand (was für die meisten Gebiete in Deutschland seit der Zahlentrixerei 2025 gilt) und eine erleichterte Entnahme von „Problemwölfen“ zum „Schutz“ von Weidetieren. Konkrete Regelungen zu Jagdzeiten und Töten von Wolfswelpen (basierend auf dem beschlossenen Entwurf und offiziellen Quellen):
  • Reguläre Jagdzeit: Vom 1. Juli bis 31. Oktober jedes Jahres möglich. 
  • Töten von Welpen: Die reguläre Jagd startet ab Juli. Frühere Entwürfe diskutierten andere Zeiträume (z. B. September–Februar), aber der finale Kompromiss ist Juli–Oktober mit Schwerpunkt auf Jungtieren und Welpen.
  • Entnahme von „Problemwölfen“ (ganzjährig und unabhängig vom Erhaltungszustand): Wenn Wölfe „Herdenschutzmaßnahmen überwinden“ und Weidetiere verletzen oder töten, ist eine rechtssichere, schnelle Entnahme möglich – das kann Einzeltiere, aber in Ausnahmefällen auch ganze Rudel betreffen. Das gilt das ganze Jahr über, ohne Schonzeit. In manchen Entwürfen war ein Radius von 20 km um einen Riss für sechs Wochen vorgesehen, um mehrere Wölfe zu töten. 
  • Zusätzliche Optionen: In Gebieten, wo präventiver Herdenschutz „unzumutbar“ ist (z. B. alpine Regionen, Deiche), sollen Tötungen präventiv erfolgen können, angeblich um Risse zu vermeiden. Die Länder erstellen Managementpläne (revierübergreifend), die Abschussquoten festlegen – Klagen dagegen haben künftig keine aufschiebende Wirkung.

Es ist längst wissenschaftlich belegt, das das Zerschießen von Wolfsrudeln die Risszahlen erhöht und nicht sinken lässt. Einjährige Wölfe sind in der Größe von ihren Eltern nicht mehr zu entscheiden.

Wölfe als Sündenbock

Die Bauern werden am Ende nicht von den Tötungen profitieren – im Gegenteil: Der politisch geschürte Hass auf den Wolf lenkt sie systematisch von ihren echten Problemen ab, wie sinkende Erzeugerpreisen, Höfesterben, Konzernmacht in der Lebensmittelbranche, Landnahme durch Investoren und den Folgen der Agrarpolitik. Statt echte Lösungen für eine nachhaltige und faire Landwirtschaft zu fordern, werden sie auf einen Sündenbock gehetzt, der statistisch marginale Schäden verursacht.

Demos und Proteste kamen viel zu spät und in viel zu geringem Umfang. Und jetzt ist wieder zu beobachten, dass Menschen tatsächlich glauben, sie können die Wölfe schützen, in dem sie Petitionen der Verbände unterzeichnen, die längst beim Abschuss mitmischen. Über die EU-Klagen von Green Impact und weiteren  wird vom EuGH viel zu spät entschieden werden. Bis dahin sind vollendete Tatsachen geschaffen und illegale Abschüsse werden zunehmen. Leider hat ein Großteil der Bevölkerung das eigenständige Denken seit zirka sechs Jahren komplett aufgegeben, manipuliert durch Medien und Politik. Wir rufen alle echten Wolfschützer auf: Wacht auf! Unterstützt endlich unabhängige Vereine wie uns von Wolfsschutz-Deutschland e. V. in dem Rahmen wie wir es verdient haben, denn wir sind die wahren Freunde der Wölfe. Dies haben wir immer und immer wieder bewiesen. Nur durch konsequenten Widerstand und eigenes Denken können wir noch eine lebenswerte Zukunft für die Wölfe, aber auch für uns selbst schaffen, denn diese Dystopie scheint nur der Anfang zu sein.

 

Quelle:

https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/bundestag-wolf-bundesjagdgesetz-2399894

 

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

8 Gedanken zu „Wolf im Jagdrecht – der nächste Schritt zum Tötungsrausch: Große Zeiten der Heuchelei

  1. „Gestern hat der Bundestag mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD und AfD den Wolf ins Bundesjagdgesetz aufgenommen“

    Diese Parteien werde ich garantiert nie wieder wählen!

  2. „4.300 Risse bei 1,5 Millionen Schafen bedeuten unter 0,3 % Verlust“
    Peta: „Über 70.000 Tiere sind im Jahr 2025 laut Medienberichten in Deutschland, Österreich und der Schweiz qualvoll in Ställen verbrannt. Schweine, Hühner, Rinder – alles fühlende Lebewesen, die genau wie wir Menschen Schmerzen und Angst empfinden.“

    Da fordert niemand Schutzmaßnahmen, um diese Tiere endlich vor dem Verbrennen zu schützen, aber bei 4.300 Rissen, die meistens nur deshalb passierten, weil die Tiere nicht oder nicht ausreichend geschützt wurden, da ist das Geschrei groß:-(

    “ … aber der finale Kompromiss ist Juli–Oktober mit Schwerpunkt auf Jungtieren und Welpen.“
    50% der Welpen überleben das erste Jahr in der Natur nicht. Wenn man jetzt noch die Verbleibenden zum Abschuss freigibt, bedeutet das nichts anderes als das Ausrotten der Wölfe!

    „Zusätzliche Optionen: In Gebieten, wo präventiver Herdenschutz „unzumutbar“ ist (z. B. alpine Regionen, Deiche), sollen Tötungen präventiv erfolgen können“
    Wieso ist an Deichen und im Gebirge Herdenschutz unzumutbar? Deiche kann man partiell einzäunen und mit HSH versehen, dass Schutz im Gebirge möglich ist, beweisen Schäfer z.B. in der Schweiz.

    „Klagen dagegen haben künftig keine aufschiebende Wirkung.“
    Dagegen muss geklagt werden! Es kann und darf nicht sein, dass man Fakten schafft, bevor ein Gericht abschließend darüber geurteilt hat!

    „Es ist längst wissenschaftlich belegt, das das Zerschießen von Wolfsrudeln die Risszahlen erhöht und nicht sinken lässt.“
    Jeder, der sich mit Wölfen auskennt, weiß das, nur unsere Politiker nicht. Auch die immer wiederkehrende Forderung nach Bestandsmanagement ist Unsinn! Die Politiker sollten sich mal intensiv mit dem Yellowstone-Nationalpark beschäftigen. Dort können sie genauestens nachvollziehen, wie sich die Anzahl der Wölfe an das Vorhandensein von Beute anpasst. In Deutschland muss die Jagd verboten werden und der Schutz von Weidetieren zur Pflicht werden! Dann passt sich die Anzahl unserer Wölfe an die vorhandenen Beutetiere (Rehe etc.) an, dann braucht man sie nicht zu regulieren!

  3. es ist ganz genau, wie im obigen artikel beschrieben! – der wolf wieder im jagdrecht, das ich das auf meine alten tage noch erleben muss! generelle lösung des problems, die wir seit aberjahren fordern: moduswechsel: die elende völlig anachronistische aus der zeit gefallene jägerei müsste gänzlich abgeschafft werden (es gibt alleine in DE ca 450.000 jäger u hobbyjäger), und durch wissenschaftlich korrektes wildtier-managment durch rangertum ersetzt werden (ähnlich teilen der usa), im zuge dessen müsste die wilderei und ihre nebenzweige gesetzlich sehr wesentlich und viel härter bestraft werden können — aber all dies bleiben wunschträume, solange große teile der politiker und der hinter ihnen stehenden eliten selbst dem durch und durch kranken jägereifieber erlegen sind, und damit anachronistische weltbilder, denken, und fühlen tagtäglich ganz real beweisen. solange man die jägerei nicht als patho-psychologisches, krankhaftes tun einstuft, ist nichts zu gewinnen.

  4. es hat eine kriminelle tat..im bundestag und es wird folgende geben.
    es hat beteiligte ,also täter+innen. wer für ein sowieso fragwürdiges
    privilegienrecht stimmt,in das sogenannte PROBLEMWÖLFE aufgenommen werden sollen…kann gar nicht zureichend verantwortungsvoll gehandelt haben.
    denn wie wir hier bereits des öfeten konstatierten,gibt es diese problemwölfe nicht.
    de facto und de jure nicht..obwohl sie de jure trotzdem auftauchen.
    also ist de jure unzureichend wahheitsfindent unterwegs.logisch und folgerichtig hat es keine problemwölfe, verantwortungsrechtlich werden sie von tierhaltrn erst zu diesen gemacht.über die dann selbst natur und umweltschutzgruppen als entname
    lamentieren.wir haben also zweierlei täterverhalten.e
    dadurch das sich juristen dazu benutzen lassen oder selbst die position der existenz von problemwölfen nicht real aufklären,kann es dieses phantom weiter geben und man hat nun ein stigma,das den sich artgrecht verhaltenden tieren zum tode gereicht.justiziare mögen noch meinen wie auch immer es sich verhält,das leben von menschen gehr in jedem fall vor….und so halten sie sogar berufungsklagen für nicht verhandelbar.tja das sind gewade wegn der objtivitätspflicht und der uabhängign wahrheitsfindngspflicht.. keine zureichend rechtlichen verhaltensweisen.wie etwa im fall grindi .aber mach braucht opfer ..sonst wäre sie gerecht.aus dem verengten
    antropozentrischen weltbild ist nun mal der mensch als solches das beherrschende lebewesen..und so benimmt es sich auch..wenn das nicht juristisch und politisch aufgeklärt wird,muß sich niemand mehr wundern,wenn es auch keine unterlassung der klimazerstörungen mehr gibt..denn die konkurrenz macht auch keinen..zwar wäre das logisch richtige.. dann kann die konkurenz nur bedingt oder gar nicht teilnehmen,aber wenn man sich von ihr abhängig gemacht hat,wird man das rechtlose spiel weiter betreiben. und so wird recht zu einem beliebgikeitsanwendungsspiel…..die jnigen die man beherrscht werden opfer die man nicht beherrschen kann wirtschaftspartner….tja und predatoren haben es da ganz schwer…weil sich menschen ebenso als predatoren verhalten und im zweifelsfall
    für dieses nützlichkeitsprinzip statt für eine zureichende wahrheitsfindung und bewahung einzusetzen..wie bereits waldemar hammel vor jahren ausführte..

  5. Es kommt mir so vor,als wenn die jagende Sippschaft uns ständig den Mittelfinger beider Hände und dabei die Zähne durch dümmliches Grinsen zeigt. Hoffnung ?? Wir sind so machtlos…

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