NRW: Verdacht auf geheime Abschussgenehmigung im Kreis Siegen-Wittgenstein auf Wolf Milan

Die offizielle Rissliste für Nordrhein-Westfalen wurde aktualisiert – und hinter den Kulissen im Kreis Siegen-Wittgenstein brodelt es gewaltig. Uns liegen aus Kreisen der Region ernstzunehmende Hinweise vor, die ein alarmierendes Licht auf die dortigen Vorgänge werfen. Demnach soll eine Abschussgenehmigung für einen Wolf im Landkreis bereits vorliegen und Gerüchten zufolge gezielt seit den vergangenen Vollmondnächten umgesetzt werden. Eine offizielle und transparente Kommunikation seitens der Behörden? Anscheinend Fehlanzeige. Statt die Tierhalter in Netphen und Bad Laasphe über die zu 100 Prozent vom Land geförderten Schutzzäune aufzuklären, soll die Existenz des Wolfes verschwiegen und das Problem klammheimlich per Abschuss gelöst werden? Flankiert von einer eskalierenden Antiwolfskampagne der Lokalpresse zeigt unser internes Wolfsmonitoring, dass jetzt nur noch die flächendeckende, zivilgesellschaftliche Präsenz von Wanderern Milan vor dem Abschuss schützen kann. Dass dieser Abbau des Naturschutzes System hat, beweist auch die neue Jagdgesetz-Novelle (Drucksache 18/21208) im Landtag, die den juristischen Wolfsschutz gezielt aushebeln soll. Wie rücksichtslos diese Symbolpolitik agiert, verdeutlicht schließlich das finanzielle und ökologische und tierschutzrechtliche Fiasko der millionenschweren ASP-Zäune im Siegerland, die die Kommunen belasten und als tierschutzwidrige Todesfallen für unsere heimische Wildtierwelt enden.

Ist Wolf Milan im Siegerland sesshaft geworden?

Wir haben begründete Hinweise darauf, dass sich der Wolf „Milan“ (GW1896m) in der Region niedergelassen hat. Doch statt die Weidetierhalter sowie die Öffentlichkeit ordnungsgemäß darüber zu informieren, dass der Kreis faktisch als Wolfsgebiet einzustufen ist, wird offenbar im Verborgenen agiert. Es drängt sich der dringende Verdacht auf, dass hier klammheimlich vollendete Tatsachen mit dem Gewehr geschaffen werden sollen.
Dieses behördliche Schweigen ist umso verwerflicher, da das Land Nordrhein-Westfalen seit der Anpassung der Förderrichtlinien im August 2025 die Anschaffung und Optimierung wolfsabweisender Zäune für Schafe und Ziegen zu 100 % in ganz NRW finanziert. Es gibt somit keine Ausreden mehr für mangelhaften Herdenschutz. Anstatt jedoch die Halter im Raum Erndtebrück, Netphen und Bad Laasphe aktiv aufzuklären, damit diese die landesweiten Fördermittel sofort abrufen und ihre Tiere effektiv sichern können, wird die Existenz des Wolfes verschwiegen. Das Problem wird nicht durch Prävention gelöst, sondern klammheimlich an eine Abschussverfügung delegiert.

Stimmungsmache statt Herdenschutz

Dieser Ablauf fügt sich leider nahtlos in das aktuelle Stimmungsbild vor Ort ein. Während sich Teile der örtlichen Medienlandschaft in einer zunehmend einseitigen Berichterstattung gegen den Wolf ergehen, bleibt der tatsächliche Schutz der Weidetiere auf der Strecke. Wir haben in der Region wiederholt eklatant mangelhafte Zäune dokumentiert, die keinerlei Mindestschutzstandard erfüllen, doch selbst in der offiellen Liste steht, dass in den meisten Rissvorfällen kein Mindestschutz vorhanden war. Wenn Zäune nicht wolfsabweisend sind, sind Risse die logische Folge – das Problem steht dann jedoch am Ende der Weide, nicht im Wald.
Wir fordern vom Kreis Siegen-Wittgenstein und den zuständigen Landesbehörden sofortige und lückenlose Aufklärung:
    • Liegt eine offizielle oder behördliche Ausnahmegenehmigung zur Entnahme eines Wolfes im Kreisgebiet vor?
    • Warum wird der Status der Sesshaftigkeit von Wölfen in der Region nicht transparent kommuniziert, um Weidetierhalter präventiv zu unterstützen?

Beispielfoto Wolf. Die geheime Abschussverfügung soll bereits während der vergangenen Vollmondnächten gelten.

Geografische Eingrenzung und zivilgesellschaftliche Präsenz

Der Verdacht einer geheimen Abschussverfügung betrifft nicht nur einzelne Kommunen, sondern erstreckt sich flächendeckend über die Wald- und Forstgebiete des Landkreises Siegen-Wittgenstein. Geografisches Zentrum des vermuteten Reviers von Wolf Milan ist der Raum Erndtebrück, von dem aus sich die potenziellen Streifgebiete in alle Himmelsrichtungen erstrecken.
Unabhängig von einer etwaigen behördlichen Aufklärung oder offiziellen Stellungnahmen der Kreisverwaltung bleibt die kontinuierliche zivilgesellschaftliche Präsenz in der gesamten Region der einzig wirksame Schutz vor Ort. Da Jagdaktivitäten und Schussabgaben aus Sicherheitsgründen bei Anwesenheit von Waldbesuchern rechtlich untersagt sind, kommt einer verstärkten Nutzung der Wanderwege in diesen Abschnitten eine direkte Schutzfunktion zu. Auch eine theoretisch lückenlose Aufklärung durch die Behörden ersetzt nicht das reale Schutzschild von Menschen im Wald.
Die mutmaßlichen Streifgebiete lassen sich für gezielte Waldbegehungen und Wanderungen wie folgt über das gesamte Kreisgebiet eingrenzen:
    • Das Zentrum: Die weitläufigen Forst- und Waldstrukturen direkt rund um Erndtebrück.
    • Westlich davon: Die Übergänge im Raum Hilchenbach sowie das angrenzende Siegerland über Kreuztal bis nach Netphen.
    • Östlich und südöstlich davon: Das Wittgensteiner Land in Richtung Bad Berleburg sowie das obere Lahntal um Bad Laasphe.
    • Südlich davon: Die waldreichen Abschnitte im Bereich Wilnsdorf, Neunkirchen und Burbach.

Solange die Gefahr einer verdeckten oder offiziellen Tötung im Raum steht, bleibt die friedliche, flächendeckende Präsenz von Naturfreunden und Wanderern im gesamten Landkreis das einzig verlässliche Mittel, um das Überleben von Wolf Milan aktiv zu sichern.
Wir sind uns ziemlich sicher, dass es Milan ist, der sich in dieser Gegend fest niedergelassen hat. © Brigitte Sommer 01.09.2026

 

Fas Gebiet umfasst auch einen Teil des Rothaarsteiges. Hier an einem der ASP-Tore waren offensichtlich schon Wolfsfreunde vor uns da. © Brigitte Sommer

Bei Wind und Wetter unterwegs

 

 

Blick auf ein Weidegebiet bei Erndtebrück im Siegerland, am 24.07.2026. Marode Zäune aber keine Tiere auf den Weiden. © Privat.

 

Positive Beispiele, es gibt sehr wohl Weidetierhalter, die schützen wollen. Leider werden vielen von ihnen von der Wolfshasser-Fraktion angegriffen und angegangen, weil sie schützen wollen.

 

24.09.26

Zwischen Benfe und Nepten. Neuer wolfsabweisender Zaun. Und der Halter legte sogar schwere Steine auf die unterre Litze, damit sie fest am Boden aufliegt. © Brigitte Sommer

 

 

Diese Schafe stehen hinter einem neuen, wolfsabweisenden Netz und zusätzlich wurde der Abschluss am Boden ncoh mit Steinen beschwert. © Brigitte Sommer

Negatives Beispiel Rinderhaltung

 

ASP-Problemzäune

Das Millionen-Phantombild im Siegerland: Wenn der Seuchenschutz den Verstand verliert

Es ist ein Bild des Irrsinns, das sich derzeit durch die Wälder des Siegerlandes und rund um Erndtebrück zieht. Kilometerlange, starre Drahtzäune zerschneiden die Natur, blockieren Wanderwege und trennen Wildtiere von ihren Wasserstellen. Bis Spätsommer 2026 wurden in Südwestfalen rund 744 Kilometer Zaun für knapp 12 Millionen Euro in die Landschaft gerammt. Offizieller Grund: der Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Doch wer genauer hinsieht, erkennt hinter dem monumentalen Zaunbau kein wissenschaftliches Konzept, sondern ein bürokratisches Monster, das von Intransparenz, falscher Fährte und immenser Steuerverschwendung lebt.
Bei Benfe ist ein Hotspot der Zaunwut. © Brigitte Sommer

 

Hier werden die Zäune mit dem Quad abgefahren. Im Hintergund einer der vielen Hochsitze. © Brigitte Sommer 01.09.2026

 

Beim Tierärztetag in Dortmund hat eine Tierärztin Aussagen aus dem Ministerium zitiert, die uns wirklich fassungslos machen (Video hier: https://www.facebook.com/share/v/1Q8B5GbgQk/ ):
Trotz über 70.000 geschossener Wildschweine mit Negativbefund wird weiterhin für noch mehr Zäune plädiert. Der heiße Sommer habe „geholfen“ – ungewöhnlich viele Frischlinge seien verhungert, und darüber habe man sich sogar gefreut.
Zusätzlich wurde berichtet, dass Tierärzte dafür plädieren, Hobbyschafhalter möglichst gut abzuzocken. Während die massenhafte Beprobung und Bejagung kaum positive Fälle liefert und die Population durch Hunger und Abschüsse unter Druck steht, fahren Jäger auf Quads die kilometerlangen ASP-Zäune am Rothaarsteig im Siegerland ab.
Genau dort hat sich unserer Meinung nach Wolf Milan niedergelassen. Diese Zäune könnten Wölfe erst richtig das Springen beibringen – mit allen möglichen Folgen für die Region.
Ist das noch Seuchenbekämpfung – oder inzwischen ein Selbstläufer aus Bürokratie, Gier, Kontrolle und Gleichgültigkeit gegenüber Natur und Tierwohl?
Hier im Video unten weitere Aufnahmen von ASP-Zäunen:
24.09.26

Die Kommunen bluten, ein Monopolist verdient

Die Absurdität beginnt bereits bei der Finanzierung. Obwohl der Seuchenschutz eine nationale Aufgabe ist, wird die Last schlicht nach unten durchgereicht. Die ohnehin finanziell und personell am Limit agierenden Gemeinden im Raum Erndtebrück müssen die Errichtung, die tägliche Kontrolle und die Reparatur der Zäune organisieren und das Geld aus eigenen Haushalten vorstrecken. Zwar stellt das Land NRW über die ASP-Billigkeitsrichtlinie eine spätere Erstattung in Aussicht – doch der immense bürokratische Aufwand und das Risiko, auf ungeklärten Folgekosten wie Flurschäden sitzenzubewahren, bleibt bei den lokalen Bürgern hängen.
Gleichzeitig wirft die Vergabe der Millionenaufträge schwere Fragen auf. Unter dem Deckmantel des „Notstands“ und der „Gefahr im Verzug“ wurde das klassische Vergaberecht ausgehebelt. Statt eines fairen Wettbewerbs, von dem auch lokale Forstbetriebe oder Zaunbauer aus der Region hätten profitieren können, ging der Zuschlag an ein einziges Großunternehmen. Wo keine Transparenz herrscht, da schwindet die Wirtschaftlichkeit. Millionen an Steuergeldern fließen ohne echten Preiswettbewerb in ein Monopol – eine Praxis, die den Verdacht purer Symbolpolitik erhärtet.

Ein Seuchenschutz auf der falschen Fährte

Doch das stärkste Argument gegen den Zaunbau im Siegerland ist die Biologie selbst. Der gesamte deutsche Seuchenschutz basiert auf einer Prämisse, die von Experten zunehmend angezweifelt wird. Auf dem Tierärztetag wurde jüngst von der renommierten Tierärztin Frau Dr. Tönnies scharfe Kritik laut: Vorträge legten offen, dass im Verhältnis zum gigantischen Aufwand nur ein minimaler Bruchteil der Wildschweine überhaupt jemals positiv auf ASP getestet wird. Wir jagen ein Phantom mit der Schrotflinte.
Zudem fehlt bis heute jeder stichfeste Beweis dafür, dass Wildschweine die Krankheit überhaupt in moderne, hermetisch abgeriegelte Hausschweinbestände übertragen. Die wahren Sprünge des Virus über hunderte Kilometer hinweg macht nicht das Tier im Wald – das macht der Mensch. Es ist der globale Fernverkehr, es sind kontaminierte Fahrzeuge oder achtlos weggeworfene Salami-Sandwiches an Autobahnraststätten. Ein Zaun im Wald von Erndtebrück stoppt jedoch keinen osteuropäischen Lkw und keinen unachtsamen Touristen. Er bekämpft das falsche Symptom am falschen Ort.
Todesfallen im Forst: Das stille Sterben hinterm Draht

Die fatalsten Folgen des millionenschweren Zaunbaus tragen jedoch jene, die mit der Schweinepest überhaupt nichts zu tun haben: die anderen Wildtiere. Während Wildschweine oft Wege um die Barrieren finden, mutieren die Zäune für Rehe, Hirsche und Füchse zu unüberwindbaren, lebensgefährlichen Hindernissen. Regelmäßig verfangen sich Tiere in den scharfkantigen Drahtgeflechten und verenden dort über Tage hinweg qualvoll. Schlimmer noch: Die kilometerlangen Zäune zerschneiden uralte Wechsel und sperren das Wild von seinen existenziellen Lebensgrundlagen ab. Mitten in Dürre- und Hitzeperioden wird den Tieren der Zugang zu lebenswichtigen Wasserstellen, Bächen und gewohnten Äsungsflächen brutal verwehrt. Was die Politik als Seuchenschutz tarnt, erweist sich vor Ort in den Wäldern rund um Erndtebrück als eine tierschutzwidrige Katastrophe, die das ökologische Gleichgewicht im Mark erschüttert.

Die Natur regeln lassen: Der Weg zur Immunität

Dass es einen anderen, weitaus nachhaltigeren Weg gibt, beweist der Blick in die Zoologie. Der Direktor des Opelzoos wies in diesem Jahr darauf hin, dass beispielsweise die dort gehaltenen Pinselohrschweine immun gegen das ASP-Virus sind. Die Natur besitzt die Mechanismen zur Selbstregulation. Anstatt die Wälder zu verbarrikadieren und gesunde Rotten panisch in Wohngebiete oder vor die Flinten zu treiben, sollte die Politik den Mut aufbringen, das Virus kontrolliert durchlaufen zu lassen. Ein solcher Ansatz würde den heimischen Wildbeständen die Chance geben, schrittweise eine natürliche Immunisierung und Widerstandskraft aufzubauen. Das wäre nicht nur biologisch sinnvoll, sondern würde den Gemeinden Millionen an Steuergeldern und unzählige Stunden bürokratischen Irrsinn ersparen.

Fazit

Der millionenschwere Zaunbau im Siegerland schützt keine Schweine. Es ist an der Zeit, diesen ökologischen und ökonomischen Holzweg zu stoppen. Wir brauchen keinen sturen Drahtverhau im Wald.

Weitere negative Zaunbeispiele, die die Medien nicht aufgreifen

Die mediale Kulisse: Eskalation in der Lokalpresse

Dass hinter den Kulissen der Kreisverwaltung möglicherweise an einer verdeckten Abschussverfügung gearbeitet wird, überrascht bei einem Blick auf die lokale Medienlandschaft kaum. Seit Mitte August 2026 lässt sich in den regionalen Leitmedien – insbesondere in der Siegener Zeitung und der Westfalenpost – eine massiv zugespitzte Narrative beobachten, die einer gezielten Antiwolfskampagne gleicht. Statt sachlicher Aufklärung über Herdenschutz und Zäunung dominieren reißerische Schlagzeilen das Bild, die bewusst Ängste schüren und die Stimmung im Landkreis gegen das geschützte Wildtier aufbringen.
Zu den prägnantesten und emotionalisierendsten Headlines dieser Phase gehören unter anderem:
    • „‚Der Wolf fühlt sich wie ein König‘: Der 16-jährige Luk hat in Feudingen Angst um die Tiere seiner Familie“ (Siegener Zeitung) – Ein Narrativ, das gezielt die Hilflosigkeit und Furcht von Jugendlichen und Familienbetrieben im Wittgensteiner Land in den Fokus rückt, um emotionale Betroffenheit zu erzeugen. 
    • „Massiver Anstieg der Nutztierrisse in Siegen-Wittgenstein“ (Westfalenpost) – Eine alarmierende Verallgemeinerung, die in weiten Teilen verschweigt, dass die Schuld oft bei unzureichend gesicherten Weiden zu suchen ist und der Wolf in der Mehrheit der Fälle behördlich gar nicht als Verursacher feststeht. 
    • „Jäger im Dreiländereck nehmen den Wolf demnächst ins Visier ihrer Büchse“ (Siegener Zeitung) – Eine Formulierung, die den Abschuss des Tieres bereits als beschlossene und greifbare Realität darstellt.
    • „Wolfssichtung in Wohngebiet in Winterberg: War das Tier auf der Suche?“ (Westfalenpost) – Die gezielte Konstruktion einer unmittelbaren Bedrohungslage für die Bevölkerung durch die Verknüpfung von Wolfsbewegungen mit menschlichen Siedlungsbereichen. 

     

    Landkreis Olpe, Sauerland – Wenden, OT Scheiderwald – Schafe weiter nur hinter Wilddraht ohne Untergrabschutz und ohne Spannung, am 05. Juli 2026. Eine Abschussverfügung auf Milan wurde hier von Gerichten gekippt.
    Hier ein Problemzaun bei Nenkersdorf, der nicht am Boden aufliegt und Löcher aufweist. Spannung ist aber genug darauf. 01.09.2026
    Bei Benfe wurden Kameras in Vogelkästen auf die Straße gerichtet. 01.09.2026
    Unten Ungeschützte Schafe bei Laasphe. Leider hat der Ton hier beim Video unten nicht funktioniert. Also die Daten noch mal so: Schwarznasenschafe nur hinter Wilddraht, ohne Spannung, kein Schutz, obwohl in NRW Zäune für Schafe und Ziegen gefördert werden und in der Gegend vermehrt Risse passiert sind.
    24.09.26

    Video unten: Ungeschützte Schafe. Vorne Wilddraht, hinten Elektrozaun, dazwischen? Nichts.

    Dies war tatsächlich der schlimmste Zaun unserer Dokumentation am 24.September 2026. Im Hintergrund ist ein 90 Zentimeter hohes Netz zu sehen, das Strom aufwies. Doch dies ist völlig nutzlos, wenn vorne nur Wilddraht völlig ohne Spannung angebracht wurde. © Brigitte Sommer
    24.09.26
    Ziegen, nur hinter Wilddraht, stehend, ohne Untergrabschutz. Eine Litze die Strom führen könnte, befindet sich innen, was Hund oder Wölfe von außen nicht abhält. 24.09.2026 Foto: Privat

    Die Ziegen im Film

    24.09.26

    Anlocken zum Abschuss?

    Am 25. August 2026 erreicht uns eine anonyme Nachricht mit dem Inhalt, dass erneut ein geheimes Schnellabschussverfahren auf Milan eröffnet worden sei und dass bereits die kommenden Vollmondnächte heimlich Jagd auf ihn gemacht werden würde. In Bezug auf diese Meldung ist das unten aufgezeigte Video besonders brisant.
    Diesen Schafen hier auf dem Video unten geht es ganz offensichtlich nicht gut. Es bleibt zu hoffen, dass sie behandelt werden. Sie sind zwar hinter Grundschutz mit Spannung, aber wenn hier die Spannung abfällt, wäre auch kein Schutz mehr vorhanden. Die beiden stehen mitten im Gebiet mit Rissgeschehen und die Vermutung könnte schon aufkommen, dass sie zum Anlocken dienen.
    24.09.26

    Blicke ins Gebiet rund um Erndtebrück

    Richtung Netphen. © Brigitte Sommer – 24.09.26

     

    Bei Benfe.© Brigitte Sommer – 24.09.26

     

    Das Klima ist kühl im Siegerland und das Wetter ändert sich rasch. © Brigitte Sommer – 01.09.2026
    Nebelwald bei Bad Laasphe Steinbach. © Brigitte Sommer – 24.09.26

     

    Tief hängende Wolken bei Bad Laasphe Steinbach. © Brigitte Sommer – 24.09.26

     

    Blick auf Bad Laasphe Steinbach. © Brigitte Sommer – 24.09.26

     

    Die Nebenorte von Bad Lassphe liegen allesamt weit verstreut inmitten von Natur. © Brigitte Sommer – 24.09.26

     

    Bei Netphen. © Brigitte Sommer – 24.09.26

     

    Blick auf einen Stadteie von Erndtebrück. © Brigitte Sommer – 01.09.2026

     

    Blick auf Erndtebrück. © Brigitte Sommer – 01.09.2026

     

    Zwischen Erndtebrück und Benfe. © Brigitte Sommer – 01.09.2026

     

    Hochebene bei Erndtebrück-Benfe. © Brigitte Sommer – 01.09.2026

     

    Am Rothaarsteig. © Brigitte Sommer 01.09.2026

     

    Beweis erbracht: Die Effektivität unseres internen Wolfsmonitorings

    Dass auf diese verdeckten Entwicklungen im Kreis Siegen-Wittgenstein, wie im Landkreis Olpe im Sauerland, überhaupt so schnell reagiert werden kann, ist dem dichten Netz des internen, unabhängigen Wolfsmonitorings zu verdanken. Erst der kontinuierliche, koordinierte Einsatz von aktiven Natur- und Artenschützern vor Ort ermöglicht es, Indizien, Fährten und anonyme Hinweise in Echtzeit zusammenzuführen. Dieser Fall liefert den unumstößlichen Beweis dafür, dass das strukturierte Wandern, Beobachten und Dokumentieren in den Territorien absolut Sinn machen: Ohne die ehrenamtliche Präsenz und die systematische Erfassung von Geländebeobachtungen blieben behördliche Maßnahmen und potenzielle Abschusspläne im Verborgenen. Das zivile Monitoring ist das einzige Frühwarnsystem, das den Wölfen im Siegerland und Wittgensteiner Land und anderswo eine Stimme gibt und den notwendigen Schutz auf der Fläche physisch sicherstellt. Wir brauchen mehr Unterstützung, die Identität von Aktiven bleibt intern: https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden/

     

    Trittsiegel Wolf, irgendwo im Siegerland. © privat

     

    Wolfslosung, irgendwo im Siegerland. © Privat.

     

    Novelle des Landesjagdgesetzes NRW: Der systematische Abbau des Wolfsschutzes

    Im Landtag von Nordrhein-Westfalen hat der Gesetzentwurf von CDU und Grünen zur Änderung des Landesjagdgesetzes (Drucksache 18/21208) am 16. September 2026 die erste Lesung passiert. Der Entwurf wurde im Anschluss planmäßig an den federführenden Ausschuss für Umwelt, Natur- und Verbraucherschutz, Landwirtschaft, Forsten und ländliche Räume zur Beratung überwiesen. Ein konkretes Datum für die zweite und dritte Lesung im Plenum steht zwar noch nicht auf der Tagesordnung, doch angesichts der parlamentarischen Mehrheitsverhältnisse besteht kein Zweifel daran, dass diese Novelle nach den Ausschussberatungen im Herbst zügig durchgewunken wird. Wir werden auf die weitreichenden Gesamtauswirkungen noch in einem gesonderten Artikel eingehen.
    Als Wolfsschutz-Deutschland e. V. vertreten wir eine konsequente Null-Toleranz-Linie gegenüber jeglichen Abschüssen. Neben dem gravierenden Einsatz von Nachtsichttechnik bei der Bejagung von Haarraubwild und der verstärkten Hatz auf invasive Arten fallen bei der detaillierten Analyse des Entwurfs fünf handfeste Kernpunkte auf, die eine massive Verschlechterung des Wolfsschutzes in NRW einläuten:

    1. Das „Schnellverfahren“ zur Ausschaltung des gerichtlichen Eilschutzes

    Bislang konnten Umwelt- und Artenschutzverbände behördliche Abschussgenehmigungen – wie etwa im Fall des prominenten Rüden GW1896m des Leuscheider Rudels – regelmäßig mittels Eilanträgen vor den Verwaltungsgerichten vorerst stoppen. Gerichte rügten dabei meist eine unzureichende Sachverhaltsaufklärung der Behörden. Genau dieser rechtliche Hebel soll nun gezielt ausgehebelt werden: Durch die gesetzliche Verankerung der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildtiermanagement (FJW) als landesweit zuständige Sachverständigeninstanz (§ 53 Abs. 1 Nr. 8 LJG-NRW-E) versucht die Politik, den Bescheiden eine gesetzlich vermutete, unanfechtbare Rechtssicherheit zu verleihen. Damit soll den Verwaltungsgerichten die Argumentationsbasis entzogen werden, Abschussverfügungen im Eilverfahren wegen Ermittlungsdefiziten zu kippen – ein Frontalangriff auf ein zentrales Instrument des juristischen Artenschutzes.

    2. Weidegebiete als „wolfsfreie Zonen“ durch die Hintertür

    Der Entwurf räumt dem für Jagd zuständigen Ministerium die umfassende Verordnungsermächtigung ein, im Einvernehmen mit dem Naturschutzministerium spezifische „Weidegebiete“ festzulegen (§ 45a i.V.m. § 48 Abs. 2 Nr. 3 LJG-NRW-E). Aus Perspektive des echten Artenschutzes darf es in einer Kulturlandschaft jedoch keine staatlich deklarierten Zonen geben, in denen ein streng geschütztes Wildtier per se nicht existieren darf. Diese Formulierung bereitet den Weg dafür, bestimmte Regionen (beispielsweise mit intensiver Deich- oder Alpwirtschaft) pauschal als „nicht schützbar“ einzustufen. In der Praxis bedeutet dies: Wölfe, die diese Areale betreten, könnten künftig ohne die Durchführung einer Einzelfallprüfung des Herdenschutzes direkt zur Entnahme freigegeben werden – eine Taktik zur Etablierung wolfsfreier Zonen, die wir bereits in anderen Bundesländern scharf kritisieren.

    3. Aufweichung des Verursacherprinzips beim Herdenschutz

    Gemäß dem Gesetzentwurf obliegt es künftig den Mitarbeitern der FJW, im Schadensfall zentral festzustellen, ob ein Wolfsriss trotz „zumutbarer“ Herdenschutzmaßnahmen erfolgt ist (§ 53 Abs. 1 Nr. 8 LJG-NRW-E). Der Begriff der „Zumutbarkeit“ fungiert hierbei als politischer Gummiparagraph. Wenn die Anforderungen an den Schutz von Nutztieren auf ein wirtschaftlich dehnbares und rein subjektiv „zumutbares“ Maß herabgesenkt werden, kehrt das Gesetz das Verursacherprinzip um: Der Wolf wird am Ende mit dem Leben dafür bestraft, dass Tierhalter ihre Zäune nicht ordnungsgemäß aufrüsten, warten oder den Mindestschutz vorsätzlich vernachlässigen.

    4. Bürokratisierung statt Tierschutz bei Verkehrsunfällen (§ 28a)

    Die Novelle verpflichtet Fahrzeugführer, die einen Wolf verletzen oder töten, dies unverzüglich bei einer Polizeidienststelle anzuzeigen (§ 28a Abs. 2 LJG-NRW-E). Während der Fokus des Gesetzgebers primär auf der ordnungsgemäßen Beprobung des Kadavers und der Sicherung des jagdlichen Aneignungsrechtes liegt (§ 28a i.V.m. Begründung zu Nr. 4), fehlt aus Tierschutzsicht eine garantierte, tiermedizinische Rettungskette für verletzte Wölfe vollständig. Es besteht das akute Risiko, dass verletzte, aber überlebensfähige Tiere unter dem Vorwand des „Erlösens von Leiden“ (§ 28a Abs. 1) voreilig und ohne Hinzuziehung spezialisierter Wildtierärzte von lokalen Jägern erschossen werden, anstatt eine medizinische Rehabilitation auch nur in Erwägung zu ziehen.

    5. Politische Legitimierung des Narrativs der Jagdlobby

    Für Wolfsschutz-Deutschland e. V. stellt die offizielle Aufnahme des Wolfs in den Katalog der jagdbaren Tierarten (§ 2 Nr. 1 LJG-NRW-E) den seuchenhaften Sündenfall dieser Gesetzesnovelle dar. Auch wenn für den Wolf zunächst keine Jagdzeit festgesetzt wird und er einer ganzjährigen Schonzeit unterliegt, kapituliert die Landespolitik vor den langanhaltenden Forderungen der Jagdverbände. Indem der Wolf gesetzlich als „jagdbares Wild“ definiert wird, festigt der Staat das destruktive Narrativ der Jagdlobby, dass es sich beim Wolf um einen zu regulierenden Schädling und eben nicht um eine streng geschützte, ökologisch unersetzliche Schlüsselart handelt.
    Quellen:
    Liste Nutztierschäden NRW: https://wolf.nrw.de/wolf/de/nutztierfaelle

    Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

    Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

    Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

    Oder:

    Wolfsschutz-Deutschland e.V.
    Berliner Sparkasse
    IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84
    BIC BELADEBEXXX

    Auch durch den Kauf unseres Kalenders 2027 kann uns wirkungsvoll geholfen werden:

    Wolfsschutz-Deutschland e. V. mit Infostand beim Tierheimfest Worms

    Das Tierheimfest in Worms steht vor der Tür und Wolfsschutz-Deutschland e. V. ist am 9. August mit dabei. An unserem Stand erwartet Euch nicht nur unsere tollen Wolfsshirts, Infomaterial und ein schönes Mitmach-Programm für die jüngsten Wolfsfans, sondern auch geballtes Wissen aus erster Hand. Standleitung Gudrun gibt tiefere Einblicke in unsere bundesweite Arbeit und teilt aktuelle Beobachtungen direkt aus Rheinland-Pfalz mit Euch.

    Aktuell wird viel über die vermeintlichen sechs Wolfsrudel im Bundesland diskutiert. Wer hier genauer hinschaut, entdeckt jedoch schnell Ungereimtheiten, über die am Sonntag an unserem Stand gesprochen werden darf. Hier schon mal ein paar Vorabinfos:

     

    Auf unseren Ständen verzichten wir ganz bewusst auf Echtfell.

    Behörden-Zahlen in der Kritik: Wo sind die sechs Rudel in RLP?

    Gerade erst meldeten die Behörden in Rheinland-Pfalz stolz die Existenz von angeblich sechs Wolfsrudeln im Land. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. bezweifeln diese Zahlen.
      • Schein-Rudel an den Landesgrenzen: Gleich zwei dieser angeblichen Rudel leben an der Grenze zu Hessen. Haben diese Tiere dort überhaupt noch einen echten, stabilen Rudelstatus? 
      • Beispiel Greifenstein: Das dortige grenzüberschreitende Rudel ist bekannt. Erst kürzlich riss ein Wolf, Milano – Nachkomme von Milan –  bei Rennerodt ungeschützte Schafe. Das zeigt: Funktionierender Herdenschutz fehlt dort weiterhin. Für Hessen wurd eine Abschussverfügung auf das Rudel von Gerichten kassiert. Nun befürchten wie eine neue Abschussverfügung in RLP und haben eine entsprechende UIG-Anfrage gestellt, für deren Beantwortung man bis zu 900 Euro haben möchte. 
      • Beispiel Rüdesheim: Grenzüberschreitend wurde im Rhein-Lahn-Kreis wohl ein Nachkomme des hessischen Rüdesheimer Rudels nachgewiesen. Nur weil ein Einzeltier über die Landesgrenze wandert, bedeutet das noch lange nicht, dass das ganze Rudel dort dauerhaft existiert.
    Die jüngsten Entwicklungen im grenzüberschreitenden Wolfsterritorium Leuscheid (zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz) sind extrem dynamisch und von harten Rückschlägen sowie juristischen Kämpfen geprägt.

    Kollaps der alten Rudelstruktur

    • Verlust der Leitwölfin: Die langjährige standorttreue Fähe GW1999f wurde im September 2025 auf der rheinland-pfälzischen Seite des Territoriums tot aufgefunden. Zuvor gab es im Revier bereits erhebliche illegale Abschüsse (wie die Jungwölfin GW4599f im Februar 2025).
    • Abwanderung des Leitwolfs: Der erfahrene Rüde GW1896m (Milan) hat nach dem Verlust seiner Partnerin das Leuscheider Revier verlassen. Er wanderte nach Nordosten ab und hat sich inzwischen im Sauerland (Raum Olpe/Wenden in NRW) niedergelassen.

    Rechtsstreit um Abschussgenehmigungen (Rüde GW1896m Milan)

    • Klage-Erfolge: Für den abgewanderten Leitwolf wurden aufgrund von Nutztierrissen im Kreis Olpe Abschussverfügungen erlassen. Verbände konnten diese Abschüsse jedoch wiederholt gerichtlich stoppen (zuletzt im Juni 2026 vor dem Verwaltungsgericht Arnsberg sowie zuvor im Dezember 2024 in Koblenz).
    • Gerichtliche Begründung: Die Gerichte rügten mangelhafte Herdenschutzmaßnahmen der Tierhalter. Ein Abschuss sei nicht „erforderlich“, da ungeschützte Schafe gerissen wurden – Zäune bieten dauerhaften Schutz, ein Abschuss eliminiert nur das konkrete Tier. Die Kreisverwaltung Olpe hat dagegen Beschwerde eingelegt. Ohne Erfolg. Die Abschussgenehmigung ist inzwischen abgelaufen. 

    Aktueller Nachwuchs & Status (Sommer 2026)

    • Neue Reproduktion: Trotz des Zusammenbruchs der alten Struktur meldeten das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUK) NRW und das KLUWO in RLP im Juli 2026 erneuten Nachwuchs im Leuscheider Territorium. Eine neue, säugende Fähe inzischen als Enkelin GW4620f von Milan identifiziert, wurde per Fotofalle mit Milchleiste nachgewiesen.
    • Welpen-Verlust: Kurz nach den Berichten über die neue Reproduktion wurde im aktuellen Monitoringjahr (seit Mai 2026) ein diesjähriger Welpe des Rudels bei einem Verkehrsunfall getötet.
    Aus Sicht von uns zeigt das Territorium Leuscheid beispielhaft, wie ein stabiles Rudel durch Verfolgung und mangelnden Herdenschutz zerschlagen wird und wie Behörden dennoch direkt wieder von einem „etablierten Rudel“ sprechen, sobald Einzeltiere nachrücken. 

    Unsere Befürchtung ist klar: Die offiziellen Wolfszahlen könnten künstlich hochgepusht werden, um Abschussverfügungen zur „Regulation“ zu etablieren. 

    Gegen Abschüsse und für Transparenz

    Durch die Aufnahme ins Bundesjagdrecht und damit auch in die Landesjagdrechte droht dem Wolf die erneute Ausrottung, während Abschüsse oft im Verborgenen vorbereitet werden. Wir fordern Transparenz statt hoher Abschreckgebühren für Informationsanfragen. 

    Infostand: Aktionen für Groß und Klein

      • Merchandise: Stöbern und probieren Sie unsere Shirts direkt vor Ort.
      • Für Kinder: Kreativaktion mit handgearbeiteten Wolfsfiguren und Comics. 

     

    Auf dem Sommerfest des Tierheim Worms wird einiges geboten. © Tierheim Worms.

    Bitte helft uns!

    Wir sind gerade mitten in den Abschussgebieten in Niedersachsen, Hessen, RLP und NRW unterwegs und kämpfen vor Ort gegen Wolfstötungen.
    Damit wir das auch weiterhin vorausschauend und unabhängig tun können, brauchen wir jetzt eure Unterstützung. 
    Mit einem monatlichen Abo von nur 5 Euro helft ihr uns, weiter schnell reagieren zu können, Fakten gegen Hetze zu stellen und den Wolfsschutz dort zu verteidigen, wo er gerade am dringendsten gebraucht wird. 

     

    Perfider Plan in Hessen: Bis zu 40 % der Welpen abschießen – während Rudel schon vorher systematisch dezimiert wurden

    Selbst Kritiker geben zu: Hessen hat überhaupt keinen Wolfsbestand, der „gemanagt“ werden müsste. Im Gegenteil: Der Bestand ist klein und schrumpft weiter. Trotzdem treibt Landwirtschaftsminister Ingmar Jung (CDU) einen sogenannten „Wolfsmanagementplan“ voran, der den Abschuss von bis zu 40 % der „Jungwölfe“ eines Rudels ermöglichen soll. Gleichzeitig sterben im Territorium Greifenstein auffällig viele Wölfe unter fragwürdigen Umständen.

    Der Begriff „Jungwölfe“ wird unserer Meinung nach bewusst gewählt, weil er technisch-neutral klingt und darüber hinwegtäuscht, dass es sich in der Praxis um diesjährige Welpen (nur wenige Monate alt, weil alle Welpen Ende April, Anfang Mai geboren werden) handelt. Das ist ein klassisches Framing, um die Maßnahme harmloser wirken zu lassen.
    Wolfswelpen. © Brigitte Sommer
    Kern des Plans ist tatsächlich die Freigabe von bis zu 40 % der diesjährigen Welpen eines Rudels. Im ohnehin sehr kleinen Greifensteiner Rudel, das übrigens von den Wolfseltern des Leuscheider Rudels  abstammt, wäre das ein schwerer, existenzbedrohender Eingriff und ein klarer Verstoß gegen die strenge Schutzregelung der europäischen FFH-Richtlinie. Wir von Wolfschutz-Deutschland e. V.  sind überzeugt: Der Landesregierung ist bewusst, dass dieser harte Kurs vor Gericht keinen Bestand haben wird. Der Plan dient offenbar vor allem als Politspektakel und willkommene Ablenkung von den echten strukturellen Problemen der Bauern und des Mittelstands.

    Absurde Vorgänge in Hessen

    Anfang  Mai 2026 brachen in Greifenstein mehrere Pferde aus einer unzureichend gesicherten Weide im Wald aus. Zwei Tiere verletzten sich schwer, zwei mussten eingeschläfert werden. Sofort wurde mit großem medialem Echo der Wolf als Verursacher präsentiert. Die offizielle Version änderte sich jedoch mehrfach: erst Wolf, dann Hund, schließlich weder Wolf noch Hund und die dubiose Info, eine Decke habe die DNA-Probe mit „Hund“ verunreinigt. Dieser Wechsel deutet auf eine starke Einflussnahme der Agrar- und Jagdlobby hin, die jetzt wieder wilde Vermutungen darüber anstellt, ob es nicht doch Wölfe waren.
    Ein stark geschwärztes Rissprotokoll, das uns über eine UIG-Anfrage vorliegt, stellte eindeutig fest: keine Bissspuren. Die Pferde hatten sich in Panik selbst an Zäunen und Gegenständen verletzt. Wir deuten das Protokoll so, dass die Pferde nachts auf einer Weide im Wald gelassen wurden – die Besitzer hatten offenbar tagelang nicht nach den Tieren geschaut. Statt diese grobe Fahrlässigkeit anzuprangern, nutzte man den Vorfall für eine breite Anti-Wolf-Stimmungsmache.
    Wolfswelpen im Alter von 8 Wochen.

    Verdächtige Todesfälle im Greifensteiner Rudel

    • 31. Mai 2026: Die Wölfin GW5742f (Haplotyp HW01), eine Tochter des Greifensteiner Rudels – https://wolfszentrum.hessen.de/sites/wolfszentrum.hessen.de/files/2026-06/20260624_wolfsnachweise_2026_2027.pdf, wird tot aufgefunden. Angeblich handelte es sich um einen Wildunfall (Überfahren). Die abschließende Untersuchung läuft noch am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung.
    • 16. Juni 2026: Nur wenige Wochen später wird bereits die zweite tote Wölfin aus demselben Territorium entdeckt. Äußerlich waren Hautabschürfungen und Blut aus dem Maul sichtbar. Auch hier stehen die Ergebnisse der pathologischen Untersuchung noch aus.

    Auffällig: Kurz nach dem ersten Todesfall fand in Greifenstein eine aggressive Hetzveranstaltung gegen Wölfe statt, bei der einer Tierschützerin das Mikrofon entrissen worden sein soll. Unserer Meinung nach sind das zu viele verdächtige Zufälle, zumal in Sozialen Netzwerken offen mit illegalen Taten gedroht wird.  

    Offene Drohungen und Heuchelei der Wolfsgegner

    Immer öfter zeigen Wolfshasser ungeniert ihr Gesicht. Ein besonders perfides Beispiel ist dieses Zitat eines aktiven Wolfsfeindes:

    „Meine persönliche Meinung dazu ist allerdings, dass das Verhalten bestimmter Natur- und Tierschutzorganisationen der Hauptgrund für die immer geringer werdende Akzeptanz gegenüber Wölfen ist. Werden Entnahmen und Vergrämungen von sogenannten Problemwölfen blockiert, handeln die Menschen auf eigene Faust und das außerhalb des gesetzlich erlaubten Rahmens. […] Die von ‚Wolfschützern‘ aktuell gefeierte Rücknahme der Abschussgenehmigung des Rüden GW1896m wird – wie in vielen anderen Fällen – in einer illegal geregelten Aktion enden.“

    Das ist nichts anderes als Aufruf zur Selbstjustiz. Statt mangelnden Herdenschutz, grob fahrlässige Pferdehaltung und jahrelange Hetze als Ursachen zu benennen, werden Naturschützer und Gerichte zum Sündenbock gemacht. Wer mit „die Menschen handeln dann auf eigene Faust“ droht, outet sich als jemand, der den Rechtsstaat offen ablehnt. Solche Statements sind keine Meinungsäußerung mehr.

     

    Beispielfoto Wolfsmutter mit Welpen. © Brigitte Sommer

    Welche Rudel gibt es eigentlich noch?

    Anfang des Jahres sollen nach Angaben des Wolfszentrums in Kassel mindestens drei Wolfspärchen, teilweise mit Nachwuchs, in Hessen gelebt haben. Zwischen Mai und Dezember des vergangenen Jahres sollen noch 15 Wölfe durchgezogen sein. Hier die offiziellen Nachweise: https://wolfszentrum.hessen.de/wolfsmonitoring/territorien

    Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. haben jedoch keine aktuellen Nachweise mehr für stabile Rudel oder Territorien in Rüdesheim und Waldkappel. Einzig das Territorium Greifenstein scheint uns bislang als relativ gesichert. Die Frage drängt sich auf: Welche Rudel will Minister Jung eigentlich „managen“ und deren Welpen abschießen lassen?

    Parallel hetzt derzeit eine Bäuerin aus dem Odenwald massiv gegen einen Wolf, der dort möglicherweise nur durchzieht.

    Ein zynischer Plan als Politspektakel

    Minister Jung ließ seinen Entwurf „exklusiv“ dem Hessischen Rundfunk zukommen – ein inzwischen zwar gewohntes, aber dennoch fragwürdiges Vorgehen.  Zum Entwurf schreibt der HR, dass unter anderem eine erheblich stärkere Bejagung der bisher streng geschützten Tierart vorbereitet werde. Demnach könnten bis zu 40 Prozent der „Jungwölfe“ zum Abschuss freigegeben werden, um das „Wachstum der Population unter strengerer Kontrolle“ zu halten.  Welches Wachstum bitte? In Hessen geht der Trend seit Jahren nach unten.

    Aus dem 19-seitigen Planentwurf gehe laut HR außerdem hervor, dass sogenannte Problemwölfe künftig leichter erlegt werden können. Das seien unter anderem Tiere, die zum Beispiel Schafe oder Ziegen gerissen hätten.

    Nun auch hier zu den Fakten:

    Laut aktueller Rissliste https://wolfszentrum.hessen.de/sites/wolfszentrum.hessen.de/files/2026-05/20260528_gemeldete_nutztiershaeden_2025_2026_akt.pdf

    können nur sehr wenige der gemeldeten Fälle überhaupt Wölfen zugeordnet werden, und wenn dann war in den allermeisten Fällen kein Grundschutz vorhanden. Warum recherchiert dies der HR nicht? Von welchen so genannten Problemwölfen sprechen wir hier eigentlich? 

    Nicht nur Halter von Schafen und Ziegen bekommen Maßnahmen vom Steuerzahler finanziert, sondern es wurde auch ganz Hessen auch als „Ereignisgebiet“ für Rinder,  Pferde und Esel ausgewiesen und es können Förderanträge zur Verbesserung des eigenen Herdenschutzes nach der Richtlinie Weidetierschutz gestellt werden.

    Leider kein Aprilscherz:

    Vor dem neuen „Wolfsmanagementplan“ verschärfte Hessen mit der novellierten Jagdverordnung zum 1. April 2026 bereits den Druck auf die heimische Tierwelt drastisch. Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt feiert die Reform zwar als „Modernisierung“ und „praxisnah“, aus Tierschutzsicht ist sie jedoch ein massiver Rückschritt.
    Die kritischsten Punkte im Überblick:
      • Ganzjährige Bejagung: Fuchs und Waschbär dürfen nun das ganze Jahr über gejagt werden. Zwar wird formal auf den Elterntierschutz verwiesen, in der Praxis droht dadurch jedoch der Tod von Elterntieren und das qualvolle Verhungern von Jungtieren.
      • Ausweitung der Jagdzeiten: Auch für Dachse, verschiedene Krähen- und Gänsearten wurden die Jagdzeiten verlängert. Selbst für die bedrohten und geschützten Kleinsäuger (Baummarder, Iltis, Hermelin, Mauswiesel) orientiert sich Hessen nun an laxeren Bundesregeln, statt den Schutz zu stärken. Höckerschwan und Waldschnepfe verlieren ihren Schutz und dürfen wieder geschossen werden.
      • Technisierte Fallenjagd: Umstrittene Tot- und Lebendfallen müssen nicht mehr täglich vor Ort kontrolliert werden, wenn ein elektronischer Melder installiert ist. Dies bedeutet für gefangene Tiere oft stundenlangen, extremen Stress und Todesangst bis zur eigentlichen Tötung. Das Ministerium tarnt diese Aufweichung als „modernes Prädationsmanagement“.
      • Geringere Hürden für Jäger: Die Jägerprüfung wird vereinfacht, um „überzogene Hürden abzubauen“. Damit senkt das Land die Qualitätsansprüche an die Schieß- und Sachkundeausbildung. Zudem wird die Jägerschaft mit bürokratiearmen Fördergeldern subventioniert.

    Bezug zum Wolfsmanagement:
    Die  Jagdrechtsreform zeigte bereits, dass die hessische Politik einseitig den Interessen der Jagdlobby nachgibt.
    Wolfsmutter mit Welpen.

    Fazit:

    Anstatt Weidetierhalter endlich zur Verantwortung zu ziehen – für wolfsabweisende Zäune, regelmäßige Kontrollen und artgerechte Haltung – wird der Wolf zum Sündenbock gemacht. Hessen betreibt damit eine systematische Dezimierungspolitik gegen ein Tier, das in diesem Bundesland ohnehin kaum noch eine Chance hat, weil illegate Taten bislang kaum verfolgt werden. 

     

    Quellen:

    https://www.hessenschau.de/politik/hessens-regierung-will-bis-zu-40-prozent-der-jungwoelfe-zum-abschuss-freigeben-v1,hessen-wolfsmangement-abschuesse-100.html

    https://wolfszentrum.hessen.de/neu-landesweite-herdenschutz-foerderung-fuer-rinder-und-pferde

    Unsere Berichte zum Rudel Greifenstein: https://wolfsschutz-deutschland.de/?s=Greifenstein

    Unsere Berichte zu Hessen: https://wolfsschutz-deutschland.de/?s=Hessen

    https://wolfszentrum.hessen.de/wolfsmonitoring/wolfsnachweise

    Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

    Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

    Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

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    NRW – Eilentscheidung zu Wolf Milan: Abschuss zunächst gestoppt – doch die Gefahr bleibt!

    Das Verwaltungsgericht Arnsberg hat die Abschussverfügung gegen den Wolf GW1896m, genannt „Milan“, im Eilverfahren vorerst gestoppt. Ein großer Erfolg für den Naturschutz. Doch Entwarnung gibt es nicht: Das Hauptverfahren läuft weiter, die Gefahr einer illegalen Beseitigung ist real. Zudem offenbart die behördliche Abschussgenehmigung eine juristische Absurdität, während wir vor Ort auf Zustände stoßen, die man nur als blanke Rissprovokation bezeichnen kann, denn die Tiere sind noch immer nicht geschützt. Hier unsere Dokumentation. 

    Update 22.06.26: Die endgültige Entscheidung im Eilverfahren lautet abermals, dass Milan nicht abgeschossen werden darf: https://www.vg-arnsberg.nrw.de/behoerde/presse/pressemitteilungen/03_260622/index.php

    Der blanke Wahnsinn: Abschuss auf Verdacht und „Verwechslung“ von der Behörde erlaubt

    Die Pressemitteilung des klagenden Verbandes NI legte offen, wie willkürlich und absurd die Behörden diese Abschussgenehmigung gestrickt hatten. Die Verfügung war nämlich nicht nur auf Milan (GW1896m) ausgestellt, sondern erlaubte explizit auch den Abschuss eines „vergleichbaren Wolfes“, sollte Milan nicht zweifelsfrei identifiziert werden können. Das ist ein biologischer und juristischer Offenbarungseid der Genehmigungsbehörde! Hier sollte offenbar einfach irgendein Wolf sterben, um die Gemüter zu beruhigen. Dabei ist zur Zeit auch der Elternschutz zu beachten. Es ist absolut ungeheuerlich und rechtsstaatlich hochgradig bedenklich, dass eine Behörde ein Todesurteil auf bloßen Verdacht oder gegen ein völlig unbeteiligtes Tier ausstellt. Vorher könnte die Behörde sogar massiv versucht haben, Naturschützer zu täuschen. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/06/12/nrw-abschuss-skandal-um-wolf-milan-taeuscht-das-ministerium-gezielt/

     

    Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

     

    Gericht bestätigt: Nicht einmal Grundschutz vorhanden

    Das Verwaltungsgericht hat dieser behördlichen Willkür nun zunächst einen Riegel vorgeschoben. In seiner Begründung stellte das Gericht deutlich klar, dass in der Mehrzahl der untersuchten Vorfälle überhaupt kein Grundschutz vorlag. So betonte das Gericht, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Entnahme schlicht nicht erfüllt sind, wenn Halter ihre Tiere ungeschützt auf die Weide stellen. Wie wir bereits berichteten, war nur in einem Fall überhaupt Grundschutz vorhanden. Es darf nicht sein, dass der Wolf mit dem Leben für das Versäumnis von Tierhaltern bezahlt.
    Doch was bedeutet „kein Schutz“ eigentlich in der Realität? Da sich viele Menschen unter diesen behördlichen Formulierungen wenig vorstellen können, haben wir die Situation vor Ort dokumentiert. Die Bilder sprechen eine eindeutige Sprache.

    Gedeckter Tisch: Rissprovokationen auf Weihnachtsbaumplantagen

    Wir haben das betroffene Gebiet genau inspiziert und trafen auf eine Situation, die fassungslos macht. Beim exakt gleichen Tierhalter, bei dem es bereits zu Rissen gekommen war, fanden wir eine Gruppe sehr kleiner Schafe mitten in einer Weihnachtsbaumplantage.
    Die Zäunung vor Ort spottet jeder Beschreibung eines wirksamen Herdenschutzes. Hier wird dem Wolf ein gedeckter Tisch präsentiert. Es stellt sich unweigerlich die Frage: Handelt es sich hierbei um pure Nachlässigkeit oder um eine gezielte Rissprovokation? Sollte Milan hier absichtlich angelockt werden, um trotz des Gerichtsurteils neue Argumente für einen Abschuss zu liefern? Oder sollte er sogar an den gedeckten Tisch im Rahmen der Abschussverfügung gelockt werden? 

    Hauptverfahren läuft – Gefahr der illegalen Tötung

    Der aktuelle Stopp der Abschussverfügung ist nur ein Zwischenerfolg im Eilverfahren. Die Hauptverhandlung steht noch aus. Solange das Verfahren läuft, bleibt die Lage für Milan brandgefährlich. Wir befürchten weiterhin, dass versucht werden könnte, den Wolf illegal zu beseitigen, um vollendete Tatsachen zu schaffen.

    Wolfsschutz-Deutschland e. V. ruft weiterhin zu Spaziergängen auf

    Wir lassen Milan nicht allein. Um illegale Abschussversuche zu verhindern und Präsenz im Revier zu zeigen, rufen wir weiterhin dringend zu regelmäßigen Spaziergängen in der Region auf. Seht genau hin, dokumentiert schlechte Zäunungen und meldet uns verdächtige Beobachtungen.

    Weihnachtsbaumplantage bei Wenden-Schönau

    Auch hier gab es Risse, die entsprechend „ohne Grundschutz“ eingeordnet waren. Dabei bezahlen die Steuerzahler in NRW wolfsabweisende Umzäunung. Hier hätte ein wolfsabweisendes Netz mit Spannung von 10.000 V innerhalb der rudimentären Umzäunun seinen Dienst getan, oder aber man macht einen anständigen Wildzaun mit Untergrabschutz und stabilen Pfosten um die Plantage und versieht diesen mit Stromlitzen außen. Hier die Rissliste: https://wolf.nrw/wolf/de/nutztierfaelle

    Filmdokumentation

     

    Dieser Zaun wurde untergraben. © Brigitte Sommer

    Wenden-Scheiderwald

    Bei diesem Betrieb geschahen Risse, die auch in der offiziellen Rissliste mit „Grundschutz nicht vorhanden“ gekennzeichnet sind. Die meisten Menschen wissen allerdings gar nicht, wie solche Weiden tatsächlich aussehen. Wir zeigen das hier. In der Vergangenheit gab es wohl auch schon Probleme mit Hunden. Alleine deswegen hätte der Zaun zum Schutz der Schafe aufgerüstet werden müssen. Foto: Privat.

    Hier die Weide hinter dem Schild

    In einer solchen Weihnachtsbaumplantage von diesem Betreiber wurden bereits Schafe gerissen. Der Betreiber setzte sich stark für den Abschuss von Milan ein. Sogar Mahnfeuer wurden im Raum Wenden organisiert. Und jetzt stehen schon wieder Schafe völlig ohne Schutz im gleichen Gebiet auf einer seiner Weihnachtsbaumplantagen. Am 18.06.2026 im Raum Wenden-Scheiderwald. In einem der Reviere, in der die Abschussverfügung galt. Das kann nicht anders als eine Rissprovokation bezeichnet werden. Eine Dokumentation, die auch verfahrensrelevant sein müsste. Ein Insider sagte, dass die Schafe dort absichtlich platziert worden seien, um Milan zum Abschuss anzulocken. Wir können diese Info nicht verifizieren, aber absolut unwahrscheinlich klingt sie nicht.

     

     

    Teil 2 der dokumentierten Weide

     

     

    Wie passt das zusammen? Besonders naturnah und biologisch produzierte Weihnachtsbäume anbieten, aber gleichzeitig den Abschuss eines Beutegreifers zu fordern, der ebenfalls zur Natur gehört, statt die Zäune – übrigens vom Steuerzahler finanziert – aufzurüsten? Die Kunden haben die Wahl, bei wem sie kaufen wollen. © Brigitte Sommer

     

    Niedergedrückter Wildzaun, ohne Spannungslitzen, ohne Untergrabschutz. © Brigitte Sommer

     

    Oberhalb von Wenden-Scheiderwald liegt eine Weihnachtsbaumplantage nach der anderen. Alle lediglich mit Wilddraht, löcherig , ohne Untergrabschutz und ohne Spannungslitzen. © Brigitte Sommer

    Blick ins Gebiet Wenden-Scheiderwald

     

    Wandertipp rund um diese Gegend. Hier fanden die meisten Risse an ungeschützten Schafen statt. © Brigitte Sommer

     

    Schafe mitten in Scheiderwald hinter Grundschutz. Warum funktioniert dies oberhalb des Ortes nicht? © Brigitte Sommer

     

    Die Landschaft bei Wenden-Scheiderwald südlich der A4 ist rau und bergig. Hier könnte sich Milan evtl. noch aufhalten. Praktisch alle paar hundert Meter sind Hochsitze aufgestellt. Sehr gefährlich für einen Wolf, bei dem ein Gericht den Abschuss erst einmal per Eilverfügung gekippt hat, aber das Hauptverfahren noch aussteht und die Gefahr einer illegalen Beseitigung weiterhin besteht. © Brigitte Sommer

     

    Bei Wenden-Scheiderwald befinden sich außerordentlich viele Hochsitze. Foto: privat.

     

    Überall versteckt: Tonnen mit Mais zum Anlocken von Wildschweinen. Foto: privat.
    Wildschweinkirrung mit Mais. Im Hintergrund eine Wildkamera mit Funk, bei der die Bilder in Echtzeit übermittelt werden. Insider wissen, dass diese Methode auch zum Anlocken von Wölfen nach Abschussverfügungen verwendet werden kann. Statt Mais, legt man Fleisch aus. Foto: privat.

     

    Wo sollen Wölfe denn leben können, wenn nicht hier? © Brigitte Sommer
    Nördlich der A4 (im Hintergrund) und östlich der A 45 befinden sich große Waldgebiete, ein Paradies für Wanderer und Reiter, aber auch für Wölfe. © Brigitte Sommer

    Blick ins Revier bei Altenwenden-Schönau

     

    Bei Wenden-Schönau wechseln sich Wälder mit Wiesen ab, auch hier, wie überall, alle paar hundert Meter Hochsitze © Brigitte Sommer

     

    Mutterkuhhaltung hinter drei Litzen Stacheldraht, direkt davor ein Hochsitz im Aufbau. Bei Wenden-Schönau. © Brigitte Sommer

     

    Bei Wenden-Altenwenden und Wenden-Schönau befinden sich überall Fischteiche. © Brigitte Sommer

     

    Illegale Mistlagerung auf einer Wiese bei Wenden-Schönau. Foto: Privat.

     

    Hier gibt es Parkmöglichkeiten für Wanderungen. © Brigitte Sommer

     

    Blick auf Altenwenden-Schönau. Wie hier zu sehen ist, kann von einer intensiven Weidetierhaltung gar keine Rede sein. © Brigitte Sommer

     

    Hier gibt es Parkmöglichkeiten für Wanderer.

     

    Weitere Einblicke in die Landschaft Richtung Nordosten

     

    Sehr treffende Beschriftung auf einer Bank weiter nordöstlich im Gebiet, Richtung Schmallenberg. Man provoziert Risse und legt es darauf an, und wenn dann tatsächlich etwas passiert, wird gejammert und Wolfsabschuss gefordert. © Brigitte Sommer

     

    Wenig besiedeltes Gebiet, viel Natur, ideal für Wölfe. © Brigitte Sommer

     

    Wie überall in Deutschland, auch hier, riesige abgeholzte Flächen. © Brigitte Sommer

     

    Wander- und Mountainbikerparadies. © Brigitte Sommer

     

    Viel Platz für Wölfe. © Brigitte Sommer

     

    Es dokumentierten Brigitte, Gudrun und weitere Aktive. Wir freuen uns über neue Mitglieder, die uns nicht nur durch den Mitgliedsbeitrag unterstützen möchten, sondern auch und gerade durch Präsenz vor Ort in den Wolfsgebieten. Bei Milan betrifft dies die ganze Gegend von Eitorf, Leuscheid, Wenden, Kirchunden bis hin zu Schmallenberg. Hier geht es zum Mitgliedsantrag: https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden/

     

    Quelle: https://www.justiz.nrw/presse/2026-06-17-0

    Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

    Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

    Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

    Oder:

    Wolfsschutz-Deutschland e.V.
    Berliner Sparkasse
    IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84
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    NRW: Abschuss-Skandal um Wolf „Milan“: Täuscht das Ministerium gezielt?

    Ein Lehrstück in Sachen behördlicher Salamitaktik und mangelndem Naturschutz: Nur einen Tag vor der offiziellen Abschussfreigabe des Wolfsrüden GW1896m („Milan“) durch den Kreis Olpe wiegte die Oberste Jagdbehörde in Düsseldorf uns von Wolfsschutz-Deutschland e. V. schriftlich in falscher Sicherheit. Die Absicht scheint klar: Kritische Stimmen und rechtliche Schritte sollten bis zur letzten Sekunde blockiert werden. Währenddessen offenbart die offizielle Rissliste einen handfesten Skandal: Die Behörden genehmigen einen Abschuss, obwohl der gesetzlich geforderte Grundschutz überall, bis auf ein Schaf, fehlte.
     

    Das Protokoll einer bewussten Täuschung?

    Wer am Mittwoch, den 10. Juni 2026, die offizielle UIG-Antwort der Obersten Jagdbehörde (Referat III.5) an Wolfsschutz-Deutschland e. V. las, musste aufatmen: „Derzeit wurde keine Entnahmegenehmigung für GW 1896m in NRW erlassen“, hieß es dort schwarz auf weiß.
    Heute wissen wir: Das war wohl eine rein taktische Nebelkerze. Nur 24 Stunden später folgte die Presseinformation des Kreises Olpe über die sofortige Abschussfreigabe. Hätten wir am Mittwoch basierend auf unseren Informationen entwarnt, wären wir in den Medien als „Fake-News-Verbreiter“ verhöhnt worden. Wir werden dazu eine formelle Beschwerde einreichen. 
    Durch das Wörtchen „derzeit“ hat sich das Ministerium formaljuristisch herausgewunden, während das Verfahren zur Herstellung des „Einvernehmens“ hinter den Kulissen längst lief. Telefonisch war die Behörde für uns heute nicht zu erreichen. Hier könnte bewusst gemauert worden sein, um vollendete Tatsachen zu schaffen. Ein massiver Verstoß gegen das Gebot der Behördentreue und ein unfaires Verwaltungsverfahren.
    Dass hier die Entnahme eines geschützten Wildtieres genehmigt wird, obwohl die Halter, darunter Schäfer B. und Schäfer Q. ihre Hausaufgaben im Herdenschutz nachweislich nicht gemacht haben, verkehrt das Prinzip des Artenschutzes ins Gegenteil. Das Landesjagdgesetz NRW sieht den Wolf zwar formal als jagdbare Art vor, bindet den Abschuss im Rahmen des Wolfsmanagements aber an strenge Voraussetzungen: Eine Tötung ist demnach nur zulässig, wenn der Wolf nachweislich ordnungsgemäß gesicherte Zäune überwindet. Wenn die Behörden das mildere Mittel – nämlich die Durchsetzung des vorgeschriebenen Zaunbaus – einfach ignorieren, ist die Abschussverfügung schlichtweg rechtswidrig.
    Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

    Offizielle Rissliste beweist: Behörden belohnen mangelnden Herdenschutz

    Die Abschussbegründung stützt sich auf eine lange Liste von Nutztierrissen. Uns liegen die Namen der betroffenen Tierhalter vor, doch das Unfassbare ist: Wir mussten nicht einmal großartig selbst recherchieren, um das Versagen beim Herdenschutz aufzudecken. Es steht schwarz auf weiß in der offiziellen Liste https://wolf.nrw/wolf/de/nutztierfaelle  der Behörden: Bei nur einem einzigen der betroffenen Betriebe war überhaupt der vorgeschriebene Grundschutz vorhanden. Zudem werden ihm Ereignissen zugeordnet, die zu Abschussverfügungen geführt hatten, die bereits früher von Gerichten gekippt worden sind. Desweiteren könnte es zu einer Rudelgründung gekommen sein und hier muss Elternschutz gelten.  Hier alles zu Milan von uns: https://wolfsschutz-deutschland.de/?s=Leuscheider+Rudel+
    Hier unser Protestartikel vom 15. Mai. Wir hatten die Mauscheleinen kommen sehen. Zitat: Der Landwirtschaftliche Kreisverband Olpe hat einen Antrag auf Entnahme (Abschuss) des Wolfsrüden GW1896m („Milan“) gestellt. Begründet wird dies mit angeblich über 140 Rissgeschehen seit Oktober 2020. Ein genauer Blick in die offizielle Rissliste des Landesamts für Natur, Umwelt und Klima NRW (wolf.nrw) zeigt jedoch ein deutlich nuancierteres Bild. Wolfsschutz-Deutschland e. V. protestierte scharf und forderte die Obere Jagdbehörde mit einem offenen Brief auf, den Antrag nicht zu genehmigen. https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/05/15/rettet-milan-kein-abschuss-des-wolfs-der-gerade-eine-neue-familie-gruenden-koennte/

    So sieht ein Hirschgehege ohne Untergrabschutz aus

     

    Zaundoku Territorium LK Olpe (Milan, der seit gestern zum Abschuss freigegeben wurde).
    Das Leuscheider Rudel hatte in der Vergangenheit auch immer wieder Schlachthirsche gerissen. Im alten Revier zwischen RLP und NRW waren diese Tiere genauso wenig gesichert, wie jetzt im neuen Territorium Olpe.
    Hier ein besonders krasses Beispiel für Damhirsche, die praktisch auf dem Tablett serviert werden. https://www.facebook.com/share/p/1CukTowJNU/?mibextid=wwXlfr

    Der Rechentrick mit dem „günstigen Erhaltungszustand“

    Dass dieser Abschuss überhaupt durchgedrückt wird, basiert auf einer bewussten politischen Fehlmeldung: Deutschland hat den „günstigen Erhaltungszustand“ des Wolfes für die kontinentale Region, und dazu gehört auch NRW, an die EU gemeldet. Dabei wird das stabile Vorkommen in Ostdeutschland und Polen genutzt, um die Lage in NRW schönzurechnen. Isoliert betrachtet ist der Wolfsbestand im Sauerland weit von einem biologisch gesicherten Überleben entfernt, nämlich im Grunde gar nicht vorhanden. Die Behörden tragen vor Gericht die Beweispflicht, dass dieser Abschuss den lokalen Bestand nicht gefährdet – und diesen Beweis können sie nicht erbringen.

    Wir sind bereits im Gebiet unterwegs

    Blick in das dünn besiedelte Gebiet, das ideal für Wölfe ist. -alle paar hundert Meter sind auch hier, wie fast überall, Hochsitze aufgestellt.  © Brigitte Sommer
    Todesfallen im Kreis Olpe: Heiligt der Zweck alle Mittel?
    Im Raum Kirchhundem steht ein Fanggehege für Wildschweine. Angelockt mit Mais, erwartet die Tiere hier keine faire Jagd, sondern Panik auf engstem Raum bis zum finalen Schuss.
    Zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) greifen Behörden zu extremen Methoden. Doch der Schutz gilt weniger der Ökologie, als den wirtschaftlichen Interessen der industriellen Schweinemast. Kilometerlange Zäune blockieren Wildtiere, während der massive Jagddruck panische Rotten erst recht in neue Gebiete vertreibt.  Dabei könnten Wölfe gerade gegen ASP natürlich helfen: https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/01/10/neue-studie-woelfe-koennen-afrikanische-schweinepest-asp-eindaemmen/
    Gefährlicher Präzedenzfall im Wald
    Naturschützer warnen: Große Kastenfallen im Wald öffnen Tür und Tor für Missbrauch. Ähnliche Konstruktionen werden immer wieder für die illegale Jagd auf geschützte Wölfe zweckentfremdet. Werden solche Fallen auch für Milan eingesetzt? Unklar, aber vorstellebar. Es stellt sich die Frage: Wer kontrolliert, was wirklich in der Falle landet?
    Blinder Fleck Mensch und natürliche Immunität
    Die Politik fokussiert sich nur auf das Wildschwein. Dabei verbreitet der Mensch das Virus über weite Strecken am schnellsten (z. B. durch Fleischreste). Warum bekämpfen wir die Natur, anstatt von ihr zu lernen? Selbst Zoo-Experten betonen biologische Fakten zur ASP, die oft ignoriert werden: In Afrika führt die natürliche Durchseuchung bei den dortigen Wildschweinen zu einer evolutionären Widerstandskraft und Immunität gegen das Virus. Eine Chance, die man unseren heimischen Beständen durch die radikale Ausrottung komplett nimmt.

    Aufruf zu friedlichen Spaziergängen im Raum Wenden

    Wir überlassen den Wald nicht kampflos den Gewehren. Wolfsschutz-Deutschland e. V. ruft alle Natur- und Wolfsfreunde dazu auf, in den betroffenen Gebieten der Gemeinde Wenden aufmerksam spazieren zu gehen. Präsenz im Wald rettet Leben.
    Die Abschussverfügung gilt für ausgewiesene Jagdreviere im Raum Wenden. Achtet bei euren Ausflügen besonders auf diese Bereiche:
      • Wenden, Schönau und Scheiderwald sowie Umgebung

    Wichtiger Hinweis: Keine „organisierten Spaziergänge“

    Wir raten ausdrücklich und dringend von „organisierten Spaziergängen“ ab, wie sie im Nordschwarzwald stattgefunden haben. Unsere Recherchen zeigen, dass dort Routen und Teilnehmer vorab an die Behörden gemeldet wurden.
    Unsere Garantie für Eure Sicherheit und Anonymität:

    Wer bereits Mitglied bei Wolfsschutz-Deutschland e. V. ist, kann sich absolut darauf verlassen, dass keinerlei Daten fließen – ihr werdet von uns niemals gemeldet. Auch zukünftige Mitglieder, die uns in dieser kritischen Phase unterstützen möchten, bleiben bei uns zu 100 Prozent inkognito. Geht den Schritt in die Eigenverantwortung, werdet aktiv.  https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden/

    Geht privat, geht zu zweit, geht friedlich – aber geht in den Wald und über Weidenwege, macht die Augen auf und dokumentiert. 

    Quelle:
    Pressemitteilung:
    Screenshot der Pressemitteilung.

    Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

    Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

    Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

    Oder:

    Wolfsschutz-Deutschland e.V.
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    Rettet Milan! – Kein Abschuss des Wolfs, der gerade eine neue Familie gründen könnte

    Der Landwirtschaftliche Kreisverband Olpe hat einen Antrag auf Entnahme (Abschuss) des Wolfsrüden GW1896m („Milan“) gestellt. Begründet wird dies mit angeblich über 140 Rissgeschehen seit Oktober 2020. Ein genauer Blick in die offizielle Rissliste des Landesamts für Natur, Umwelt und Klima NRW (wolf.nrw) zeigt jedoch ein deutlich nuancierteres Bild. Wolfsschutz-Deutschland e. V. protestiert scharf und fordert die Obere Jagdbehörde mit einem offenen Brief auf, den Antrag nicht zu genehmigen. Wolfsfreunde können sich an der Mitmachaktion beteiligen. 

    Besonders der vom Kreisverband extra hervorgehobene Vorfall vom 04.04.2026 in Olpe-Rehringhausen betraf lediglich ein einziges Schaf – bei vorhandenem Grundschutz. Die weiteren bestätigten Risse durch GW1896m im April 2026 in Olpe und Wenden (u. a. 09.04., 10.04. und 19.04.) ereigneten sich dagegen bei nicht vorhandenem Grundschutz. Wie bei der großen Mehrzahl der Risse in den vergangenen Jahren fehlte auch hier oft der zumutbare, wolfssichere Herdenschutz.
    Beispielfoto. Milan könnte eine Partnerin an seiner Seite haben. © Brigitte Sommer

    Ein Vaterwolf auf der Flucht – und auf der Suche nach einem Neuanfang

    GW1896m ist kein anonymer Wanderwolf, sondern der langjährige Leitwolf des Leuscheider Rudels im Westerwald. Nach jahrelanger massiver Verfolgung und Dezimierung seines Rudels hat er sein angestammtes Territorium Leuscheid verlassen und sich weiter östlich im Sauerland (Raum Olpe/Wenden) etabliert. Ansässige, erfahrene Wölfe verlassen ihr Revier nicht ohne schwerwiegenden Grund. Im Fall von Milan liegt dieser Grund auf der Hand: Das systematische Leid seines Rudels.
    • Zweimal wurde ihm seine Partnerin illegal oder unter fragwürdigen Umständen „weggeschossen“ bzw. verschwand spurlos (u. a. GW1415f und später GW1999f).
    • Mehrere Welpen und Rudelmitglieder fielen mutmaßlicher Wildtierkriminalität, illegalen Abschüssen oder anderen menschlichen Einflüssen zum Opfer.
    • Das gesamte Leuscheider Rudel stand jahrelang unter illegaler Verfolgung, Bespitzelung und Hetze.

    Wolfsschutz-Deutschland e.V. hat diese traurige Geschichte ausführlich dokumentiert und wieder und wieder Rissprovokationen und mangelnden Herdenschutz nachgewiesen. Nun gibt es Hinweise, dass Milan im Sauerland möglicherweise mit der starken Wölfin GW5405f (ursprünglich aus dem niederländischen Rudel Noord-Veluwe) zusammen sein könnte, oder auch mit GW4373f aus dem Puderbacher Rudel zusammen sein könnte. Eine Paarung zweier erfahrener, wanderstarker Tiere wäre ein großer Hoffnungsschimmer für die Wolfspopulation in der Region. Genau in dieser sensiblen Phase eines möglichen Neuanfangs mit Welpen soll der Rüde nun getötet werden.

    Die Interimslösung in NRW – ein gefährlicher Türöffner für Abschüsse

    „Dass der Wolf bundesweit ins Jagdrecht kommen soll, ist eher Symbolpolitik. In anderen Bundesländern war er das auch bisher schon, einfacher gemacht hat das dort aber auch nichts.“ sagte Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) Ende Dezember, nach dem Beschluss, den Wolf ins Bundesjagdrecht zu übernehmen. Er fordert stattdessen konkrete, praktikable Kriterien für die rechtssichere Entnahme von Problemwölfen. Also ist es auch in NRW nicht so, dass Tötungswünsche ausschließlich von „Rechts“ kommen. 

    Seit der Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz im April 2026 gilt in Nordrhein-Westfalen eine Übergangsregelung (Interimslösung), bis das neue Landesjagdgesetz angepasst ist:

    • Die untere Jagdbehörde (Kreis Olpe) prüft Anträge und stimmt sich eng mit der Oberen Jagdbehörde (Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Düsseldorf) ab.
    • Bei DNA-Bestätigung eines „schadstiftenden Wolfs“ und als „zumutbar“ eingestuftem Herdenschutz kann die Entnahme, wir sprechen von Tötung,  genehmigt werden.
    • Die Entscheidung liegt weitgehend bei diesen beiden Behörden. Gerichte können später noch eingeschaltet werden – die Hürde für Abschüsse ist jedoch spürbar niedriger als früher.
    Beispielfoto Wolf.

    Auf was müssen wir uns gefasst machen?

    Diese Interimslösung schafft gefährliche Präzedenzen. Sie erleichtert es, Wölfe bei Konflikten schnell als „Problemtier“ einzustufen – auch dann, wenn viele Risse durch fehlenden oder unzureichenden Herdenschutz mitverursacht wurden. Langfristig droht eine Ausweitung von Einzelfall-Abschüssen hin zu Jagdquoten. 

    Milan und seine mögliche Partnerin verdienen endlich Ruhe

    Das Schicksal von GW1896m steht symbolisch für den fatalen Umgang mit Wölfen in Deutschland. Statt massiv in flächendeckenden, wirksamen Herdenschutz (Elektrozäune, Herdenschutzhunde, Förderprogramme) zu investieren und illegale Verfolgung konsequent zu verfolgen, greift man zur einfachsten und brutalsten Lösung: Der Tötung. Ein erfahrener Leitwolf, der bereits zwei Partnerinnen und Teile seiner Familie verloren hat und nun im Sauerland möglicherweise mit GW5405f oder GW4373f einen Neuanfang wagt, verdient Schutz. 

    Wir fordern den Landwirtschaftlichen Kreisverband Olpe und das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW auf, den Antrag auf Tötung von GW1896m sofort abzulehnen, da es sein könnte, dass bereits Welpen mit der neuen möglichen Partnerin existieren. 

    Wir brauchen nun dringend neue aktive Mitglieder und Unterstützer im Raum Olpe / Sauerland, die vor Ort dokumentieren, beobachten und Meldungen machen können. https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden/

    Mitmachaktion Offener Brief:

    Einfach Text kopieren und schicken:


    1. Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (Obere Jagdbehörde)

    • Postanschrift:
      Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
      Stadttor 1
      40219 Düsseldorf
    • poststelle@mlv.nrw.de

    2. Landwirtschaftlicher Kreisverband Olpe

    • Geschäftsstelle:
      Landwirtschaftlicher Kreisverband Olpe
      In der Zitzenbach 2
      57223 Kreuztal (Ferndorf)
    • E-Mail: info-ferndorf@wlv.de

    3. Untere Jagdbehörde Kreis Olpe (Kreisverwaltung Olpe)

    • Anschrift:
      Kreisverwaltung Olpe
      Untere Jagdbehörde
      Westfälische Straße 75
      57462 Olpe
    • E-Mail: m.lenz-beier@kreis-olpe.de

    Betreff: Ablehnung des Abschuss-Antrags gegen Wolf GW1896m („Milan“) – u. a. Verstoß gegen Fortpflanzungsschutz

    Sehr geehrte Damen und Herren im Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW
    sowie
    im Landwirtschaftlichen Kreisverband Olpe / Unteren Jagdbehörde,

    hiermit protestieren wir gegen den Antrag auf Entnahme des Wolfsrüden GW1896m („Milan“). Milan hat nach jahrelanger Verfolgung sein Leuscheider Rudel verlassen müssen und sich im Raum Olpe ein neues Revier aufgebaut. Hinweise deuten darauf hin, dass er dort möglicherweise mit der starken niederländischen Wölfin GW5405f (vormals Noord-Veluwe) oder GW4373f zusammen ist und ein neues Rudel gründen könnte, bzw. eventuell schon gegründet hat. Ein Abschuss wäre nicht nur fatal für diesen Neuanfang, sondern auch rechtlich hochproblematisch, da bei einem reproduzierenden Paar Fortpflanzungsschutz / Elternschutz greift. Die Tötung eines Elternteils verstößt gegen die verbliebenen europäischen und nationalen Schutzvorgaben. Die offizielle Rissliste (wolf.nrw) zeigt zudem: Die große Mehrzahl seiner Risse – auch die meisten im April 2026 – ereigneten sich bei fehlendem Grundschutz. Selbst der vom Antrag hervorgehobene Fall vom 04.04.2026 betraf nur ein Schaf bei vorhandenem Schutz. Statt Milan zu töten, muss endlich wirksamer Herdenschutz gefördert,  aber auch gefordert und illegale Verfolgung konsequent geahndet werden. Wir fordern Sie auf, den Antrag auf Entnahme sofort abzulehnen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Wolfsschutz-Deutschland e. V.

    Vorstand

    Ulrike de heuvel

    Jürgen Götz

    Volke Vogel

    Brigitte Sommer

     

    Beispielfoto Wolfsrudel

    https://wolf.nrw/wolf/de/nutztierfaelle

     

    Direkte Artikel von Wolfsschutz-Deutschland e.V. für weitere Infos

    Das ursprüngliche Leuscheider Rudel existiert in seiner früheren Form nicht mehr oder ist stark geschwächt. Der bekannteste Überlebende Milan (GW1896m) hat das Gebiet verlassen und versucht offenbar einen Neuanfang weiter östlich. Die Geschichte des Rudels ist geprägt von wiederholten Verlusten durch Risse, Abschussversuche (teilweise gerichtlich gestoppt), illegale Verfolgung und Verkehrsunfälle.

    Weitere wichtige Berichte:

    Das Leuscheider Rudel wird dort als eines der am stärksten verfolgten Rudel beschrieben: Mehreres „Verschwinden“ von Muttertieren, Jungwölfen wie Butzi, illegale Abschüsse (z. B. GW4599f erschossen) und wiederholte Versuche, den Leitwolf zu entnehmen – oft gestoppt durch Gerichte.

    Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

    Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

    Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

    Oder:

    Wolfsschutz-Deutschland e.V.
    Berliner Sparkasse
    IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84
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    Trauriger Tod der Fähe GW1999f: Das Leuscheider Rudel – ein Opfer von Verfolgung und Kriminalität

    In einer weiteren tragischen Wendung für eines der härtesten umkämpften Wolfsterritorien Deutschlands hat sich bestätigt: Die vor kurzem gefundenen Skelettreste einer Wölfin in der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld gehören zu GW1999f, der Fähe des Leuscheider Rudels. Der Todfund wurde am 20. September 2025 gemeldet und sichergestellt. DNA-Abstriche, die an das Senckenberg-Institut zur Analyse überstellt wurden, ergaben eindeutig die Individualisierung der fünfjährigen Wölfin, die auch Mutter des aktuellen Rudels ist. 

    Dieser Fund markiert nicht nur den Verlust einer zentralen Figur im Rudel, sondern unterstreicht die anhaltende Bedrohung durch illegale Tötungen und systematische Verfolgung in dieser Region. Das Leuscheider Rudel, das seit 2019 im Westerwald (grenzüberschreitend in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen) etabliert ist, hat in seiner kurzen Geschichte mehr Leid erfahren müssen als viele andere Rudel in Deutschland.
    Beispielfoto Wölfin.

    Die tragische Geschichte des Leuscheider Rudels: Von der Entstehung zur ständigen Bedrohung

    Das Leuscheider Rudel – benannt nach dem Gebiet um Leuscheid im Westerwald – entstand aus den von Verfolgungen übrig gebliebenen früheren Rudeln. Seine Wurzeln reichen zurück zu zwei Rudeln in der Region, die schnell von Konflikten überschattet wurden. Eine Fähe verschwand spurlos, woraufhin der verbliebene Rüde ein neues Paar mit einer anderen Wölfin bildete. Doch auch diese Formation hielt nicht lange: Sowohl der Rüde, als auch die neue Fähe „verschwanden“ unter mysteriösen Umständen – ein Muster, das sich bis heute wiederholen sollte. Die aktuelle Konstellation formte sich um GW1415f, eine starke Fähe, die mit dem aus Bayern zugewanderten Rüden GW1896m (bekannt als „Milan“) ein Rudel aufbaute. GW1415f brachte in den Folgejahren beeindruckenden Nachwuchs zur Welt: 2020 sieben Welpen, darunter GW1999f, die heutige Wolfsmutter des Rudels.
    2022 folgten vier weitere Junge, 2023 drei und 2024 sogar vier – ein Zeichen für die Widerstandsfähigkeit des Rudels in einem Territorium von über 200–300 km², das von dichten Wäldern und unzugänglichen Hängen geprägt ist, aber zunehmend durch Abholzung und Jagdinteressen bedroht wird. Doch diese Erfolge waren von Anfang an von Tragödien überschattet. GW1415f, die Gründungsfähe, wurde zuletzt am 6. April 2022 nachgewiesen und ist seitdem verschwollen – ein Verlust, der das Rudel auf nur fünf Mitglieder schrumpfen ließ. GW1999f, ihre Tochter aus dem 2020-Wurf, übernahm die Rolle der Mutter und führte das Rudel mit GW1896m weiter. Sie wurde mehrmals in Altenkirchen-Flammersfeld nachgewiesen. Nun war GW1999f seit dem 26. Mai 2025 nicht mehr nachgewiesen worden. Vorher war sie am 24. Januar und am 7. April anhand von Kotspuren nachgewiesen worden. 
    Ein weiteres Opfer: Der geflohene Jungwolf „Butzi“ GW2554m, https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/11/12/hessen-wolf-butzi-hat-jetzt-eine-gefaehrtin/  der 2023 vor der Verfolgung im Westerwald in den Taunus (Hessen) floh und dort das Territorium Butzbach etablierte. Nach unserer Überzeugung wurde auch Butzi von 2024 auf 2025 illegal getötet. Das Territorium Butzbach ist nicht mehr aufgeführt in den offiziellen Monitoring-Daten von HessenForst. Einmal ansässige Wölfe wandern nicht mehr ab – sie verteidigen ihr Revier bis zum Tod. Seine Partnerin ist ebenfalls spurlos verschwunden. Auch dieser Fall passt ins Muster von überbordender Kriminalität und nicht vorhandenem Unrechtsbewusstsein.
    Die drei Wolfswelpen des Rudels sind nun schon fast so groß wie ausgewachsene Wölfe, doch sie können sich noch nicht alleine verwsorgen. Beispielfoto.

    Der Weg zur Kriminalität: Hetze, illegale Tötungen und organisierte Verfolgung

    Der Westerwald, idyllisch auf den ersten Blick, ist zu einem Hotspot für Wildtierkriminalität geworden. Hier verschmelzen lokale Interessen – vor allem von Jägern, Forstbetrieben und Landwirten – mit einer toxischen Mischung aus Desinformation und Gewalt. Das Leuscheider Rudel geriet früh in den Fokus: Bereits 2021 und 2022 häuften sich Nutztierrisse an ungeschützten Tieren, die von Wölfen genutzt wurden. Statt auf effektiven Herdenschutz (wie EU-subventionierte Elektrozäune mit 10.000 Volt) zu setzen, eskalierten Medien und Lokalpolitiker (z. B. CDU im Kreis Neuwied) die Stimmung: Aufrufe zu Abschüssen, Falschmeldungen über „Kälberrisse“ (die sich als Hundeangriffe entpuppten) und Hetze in WhatsApp-Gruppen von Wolfshassern. Die Kriminalität nahm greifbare Formen an:
    • Illegale Tötungen: Neben dem Verschwinden von GW1415f und GW1999f wurde im Februar 2025 die 9-monatige Jungwölfin GW4599f (ebenfalls aus dem Rudel) in Fiersbach erschossen aufgefunden – Todesursache: Herzbeuteltamponade durch Schussverletzung. Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelte, Wolfsschutz-Deutschland e.V. erstattete Anzeige und setzte eine 1.000-Euro-Belohnung für Hinweise aus. Mehrere Welpen starben bei Verkehrsunfällen und ganze benachbarte Rudel lösten sich auf, nachdem Mütter und Väter eliminiert wurden.
    • Vandalismus und Bedrohungen: Im April 2022 wurde das Auto unseres Vorstands während einer Recherche in Buchholz beschädigt – Reifen platt gemacht, Stoßstange beschädigt –, nachdem der Standort in einer Jäger-WhatsApp-Gruppe geteilt wurde. Solche Angriffe auf Naturschützer sind Symptome einer Radikalisierung: Aufrufe zu „Steinsalz-Schüssen“ (die Wölfe vergiften, ohne Spuren zu hinterlassen) oder Giftmischungen aus Backzutaten kursieren offen.
    • Offizielle Verfolgungsversuche: GW1896m, der Vater, wurde mehrmals zur Zielscheibe: Im November 2024 wollte Umweltministerin Katrin Eder (Grüne) eine Abschussverfügung erteilen, nach Rissen an vier Schafen. Gerichte in Koblenz (17.12.2024) und Niedersachsen (18.11.2024) stoppten dies durch Klagen  – ein kleiner Sieg, der verwaisten Nachwuchs (mindestens vier Welpen 2024) verhinderte. Dennoch: Die Besenderung (Halsband-Tracking) wurde gefordert.  Dabei ist bekannt, dass besenderte Wölfe nicht lange überleben. 
    Diese Eskalation ist kein Zufall. In Rheinland-Pfalz werden Wölfe mit Propaganda als „Überbedrohung“ diffamiert, obwohl Risse oft auf mangelnden Schutz zurückgehen. Wolfshasser-Netzwerke nutzen soziale Medien und Lokalpresse, um Hysterie zu schüren – mit Folgen: Zerschossene Rudel führen zu mehr Rissen durch unerfahrene Jungtiere, was den Kreislauf der Verfolgung antreibt.
    Beispielfoto: So groß ist ein im Frühjahr geborener Wolfswelpe inzwischen.

    Der Verlust von GW1999f: Ein Schlag für das Rudel und unsere Natur

    Der Fund ihres Skeletts in Altenkirchen-Flammersfeld – einem Kerngebiet des Rudels – kann zwar auch auf einen natürlichen Tod hindeuten, doch die Vorkommnisse dort lassen eine illegale Beseitigung vermuten. Als das Muttertier war GW1999f das Herz des Rudels: Sie jagte kranke und alte Tiere und schützte ihre Jungen. Ihr Verschwinden bedroht nun die ganze übrig gebliebene Familie. Im Juni 2025 wurde ein Wolf und ein Welpe auf einem Wildkamerafilm nachgewiesen, am 30. Juli dann drei Wolfswelpen. 

    GW1896m allein mit den verbliebenen Welpen des Rudels

    Das Rudel könnte zerfallen, wie so viele vor ihm. Wie viele Opfer muss es noch geben, bevor Menschen endlich begreifen, dass die Wölfe nicht die Feinde sind, sondern Lobbyistenkonzerne, die den Wolf zum Feindbild und Sündenbock und als bewährtes Ablenkungsmanöver aufbauen? 
    Der Zerfall des Rudels dürfte tatsächlich für mehr, statt weniger Risse gesorgt haben. Dem Vater GW1896m wurde ab August Risse an ungeschützten Schlachthirschen und Ziegen nachgewiesen. Ein Welpe des Rudels, GW4620f, riss am 20. August ebenfalls ungeschützte Schlachtdamhirsche.

    Wolfsschutz-Deutschland e.V. fordert:

    • Gründung von regierungsunabhängigen Spezialeinheiten zur Wildtierkriminalitätsbekämpfung – wie sie in Italien (Carabinieri per la Tutela della Fauna) und Spanien (SEPRONA) erfolgreich eingesetzt werden. Nur unabhängige Ermittler können den Einfluss lokaler Netzwerke brechen.
    • Herdenschutz statt Abschüsse: Nutzt EU-Fördermittel für effektive Zäune.
    • Hinweise, gerne auch anonym, an uns: Brigitte.Sommer@wolfsschutz-deutschland.de oder Mobil: 0176 48732612

     

    Dieser tragische Fall zeigt auch, dass wir Tierfreunde, Natur- und Wolfsschützer uns nicht alleine auf Klagen verlassen können, denn gegen illegale Verfolgung hilft nur Einsatz direkt vor Ort in den Wolfsgebieten. Hier brauchen wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. noch viel mehr Unterstützung. 

    Quellen:

    http://www.wolfsschutz-deutschland.de

    Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

    Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

    Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

    Auch durch den Kauf unseres neues Wolfskalenders für 2026 kann unsere Arbeit wirkungsvoll unterstützt werden. Hier geht es zu den Bestellmöglichkeiten: https://wolfsschutz-deutschland.de/2

     

    Gerichte in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen kippen Schießgenehmigungen

    Es ist jedes Jahr das Gleiche. Vor Weihnachten scheinen Politiker besonders gut darauf gestimmt zu sein, Schießgenehmigungen zu erteilen. Ob sie bestimmten Jägermeistern damit ein besonders exklusives Jagderlebnis oder Trophäen-Geschenk machen wollen, wissen wir nicht. Fakt ist allerdings auch, dass Gerichte ihnen regelmäßig einen Strich durch die Rechnung machen und das ist auch gut so.

    Update 20.12.2024:

    Die Klage der Naturschutzinitiative e. V. war erfolgreich. Gericht stoppt Abschuss: https://naturschutz-initiative.de/aktuell/pressemitteilungen/verwaltungsgericht-koblenz-toetung-des-leuscheider-wolfsrueden-gw1896m-ist-rechtswidrig/?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTEAAR3RlZ63KXOsV2mg2gisQgFvT_GXjvEGPSpNnZsPJuv5RUQQjea8l31Zris_aem_2E14CffYyQTsCdH_kUgVAA

    https://vgko.justiz.rlp.de/fileadmin/justiz/Gerichte/Fachgerichte/Verwaltungsgerichte/Koblenz/Entscheidungen/Nr_24-2024_VOE_4_L_1327-24_Beschluss_vom_17-12-2024.pdf?fbclid=IwY2xjawHTZYtleHRuA2FlbQIxMQABHX48nmbuSWdCvr2iS3Ae4QOvmVhzPBbZufNWr9mgQVDGggAigjC4fLsrvA_aem_JYx6TsbiWEkrkhgA-PoM6A

     

    Kaum war die Presseinformation über die Abschussverfügung auf den Vaterwolf des Leuscheider Rudels erschienen, ist der Abschuss auch schon wieder per Eilantrag bis zur endgültigen Entscheidung gestoppt worden. Wir hatten hier über die Verfügung berichtet: https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/11/29/rlp-karin-eder-gruene-will-wolfsvater-des-leuscheider-rudels-toeten-lassen/

    Laut Eilmeldung der Naturschutzinitiative wurde der Abschuss gestoppt: „Das Verwaltungsgericht Koblenz hat aufgrund der Klage der Naturschutzinitiative e.V. (NI) vom 06.12.2024 mit Beschluss vom 06.12.2024 die Genehmigung zum Abschuss eines Wolfes (GW1896m) außer Kraft gesetzt und die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs der NI gegen die Ausnahmegenehmigung der SGD Nord vom 4. Dezember 2024 bis zur erstinstanzlichen Entscheidung über den vorliegenden Eilantrag wiederhergestellt.“

    Beispielfoto Wölfe. ©Brigitte Sommer

    Gericht stoppt auch in Niedersachsen eine Schießgenehmigung

    Das Verwaltungsgericht Oldenburg verbot bereits laut dpa am 18.11.2024 vorerst den Abschuss eines Wolfs im Landkreis Leer. Entscheidung über den Eilantrag steht auch noch aus.

    Nach mehreren Rissen von ungeschützten Schafen und Rindern im Rheiderland hatte der Landkreis Leer am 8. November eine dreiwöchige Ausnahmegenehmigung zum Abschuss eines Wolfes erteilt. Allein in der Gemeinde Jemgum seien seit Mai dieses Jahres 20 Wolfsangriffe auf Nutztiere nachgewiesen worden, hieß es von der Verwaltung gegenüber der dpa.

    Zahlen, die deutlich machen, dass Weidetiere noch immer nicht geschützt werden, sondern auf Abschüsse durch Rissprovokationen hin gearbeitet wird.

    Berappen muss die Kosten für unnötige Verfahren wie immer der Steuerzahler.

    Quellen:

    https://naturschutz-initiative.de/aktuell/neuigkeiten/eilmeldung-genehmigung-zum-wolfsabschuss-ausser-kraft/?fbclid=IwY2xjawHA5ndleHRuA2FlbQIxMQABHU7hnoYsbuWSp3I1-Kwufczie81cZvn0r_PpFPAHHq57IV6qrK9cmaEEDA_aem_9xNKd5vosdVK7cL5dR-Q9w

    https://www.dieniedersachsen.de/umwelt/verwaltungsgericht-stoppt-wolf-abschuss-im-landkreis-leer-vorerst-2968742

    RLP: Karin Eder (Grüne) will Wolfsvater des Leuscheider Rudels töten lassen

    Seit Jahren läuft nicht nur eine regelrechte Kampagne gegen das Leuscheider Rudel, nein, seit Jahren „verschwinden“ immer wieder Familienmitglieder des Rudels, so die Mutter und ein komplettes zweites Rudel. Jetzt will man schon wieder den Tod des Rüden. Eine Schießgenehmigung sei in Vorbereitung. Wolfsschutz-Deutschland e. V. protestiert auf das Schärfste. Gleichzeitig kündigen wir Strafanzeigen gegen Aussteller und Jäger an, sollte  Milan, GW1896m oder ein anderer Wolf erschossen werden, denn es drohen sogar verwaiste Welpen.

     

    DNA-Tests hätten bewiesen, dass der Wolf „GW1896m“ im Westerwald zweimal einen Schutzzaun überwunden und Weidetiere gerissen habe. Das teilte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Katrin Eder (Grüne) dem SWR mit. Das Untersuchungsergebnis liege seit Mittwochabend vor.

    Beispielfoto Wolfsrudel.

    Beide Fälle hätten sich im November im Westerwald ereignet – nicht weit voneinander entfernt. Dabei habe der Wolf insgesamt vier Schafe gerissen. „Das bedeutet für ihn jetzt leider, dass wir hier einen Antrag zur Entnahme stellen müssen“, sagte Eder (Grüne) am Rande der Umweltministerkonferenz in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Damit solle verhindert werden, dass der Wolf aus dem Leuscheider Rudel das gelernte Verhalten fortsetze und es seinen Jungen beibringe, schreibt der SWR.

    Dabei weiß man ganz genau, dass zerschossene Rudel eher mehr statt weniger Risse nach sich ziehen werden, da unerfahrene Jungtiere sich leichter Beute zuwenden. Seit Jahren dokumentieren wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V., dass die meisten Weidetiere im Gebiet nicht geschützt sind. Gegen das Rudel laufen ähnliche Kampagnen wie gegen das Rudel von Wölfin Gloria von Wesel in NRW. Sie sind nur nicht so breit in der Öffentlichkeit bekannt. Aber auch in diesem Fall ist es nicht von der Hand zu weisen, dass Risse provoziert werden, um auf Abschussverfügungen hinzuarbeiten.

     

    Tatsächlich ist die Abschussverfügung noch nicht in Kraft

    Weiter schreibt der SWR, dass der Wolf zeitnah getötet werden soll.  Die beiden räumlich und zeitlich dicht beieinander liegenden Vorfälle seien die gesetzliche Grundlage für den Abschuss, so Eder. Die Struktur- und Genehmigungsbehörde Nord bereite nun die Genehmigung für den Abschuss vor. Professionelle Jäger sollen den Wolf dann töten. Die Entnahme müsse zeitnah umgesetzt werden.

    Ausriss aus der Statistik der DBB-Wolf. Seit Jahren wird das Rudel illegal verfolgt. Abwechselnd „verschwanden“ Rüde und Fähe oder Welpen. Das Rudel wird statistisch in NRW geführt, hält sich aber auch in RLP auf.  © http://www.dbb-wolf.de

    Ein Pressesprecher des Umweltministeriums bestätigte uns heute am Telefon, dass die Abschussverfügung noch nicht in Kraft sei, aber vorbereitet und zeitnah ausgestellt werden würde. Über welche Risse genau es ging, könne man keine Auskunft geben, in Presseartikeln ist jedoch zu erfahren, dass es lediglich um vier Schafe gehen soll. Zudem leben so wenige Wölfe in RLP, dass ein Abschuss den regionalen Bestand gefährden würde.

    In einem weiteren Presseartikel beklagte sich ein Biobauer aus Eitorf darüber, dass ihm ein Kalb gerissen worden sei. Die Zäune, die im Hintergrund des Aufmacherfotos zu sehen sind, bestehen wohl aus Stacheldraht und solche Zäune bieten eben keinen Schutz.

    Vier Wolfswelpen ohne Vater und Mutter?

    Das Koordinationszentrum Luchs und Wolf (KLUWO) teilte im August noch mit, dass in diesem Jahr mindestens vier Wolfswelpen nachgewiesen worden seien.

    Im August wurden vier Wolfswelpen nachgewiesen, die nun so groß sind, wie diese Welpen hier auf dem Foto. Sie können noch nicht alleine jagen und müssen von ihren Eltern mit versorgt werden. © Brigitte Sommer

    Unter den Nutztierrissen in NRW wurde der Rudelvater im Sommer an mehreren Rissen nachgewiesen. Von der Mutter des Rudels Fenja GW1999f  gibt es keine aktuellen Nachweise. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Fähe erneut beseitigt worden ist und der Rüde die Welpen alleine durchbringen musste. Genau wie im Fall von Gloria von Wesel würden sich dadurch auch vermehrte Weidetierrisse erklären.

    Die Rissliste RLP geht nur bis Ende April 2024. Hier ist zu erkennen, dass praktisch überall kein Schutz vorhanden war.

    Man nimmt wohl ganz bewusst in Kauf, dass die Wolfswelpen verhungern könnten.

    Abschüsse helfen Bauern nicht

    Hier wird einmal mehr deutlich, dass es nicht darum geht, Bauern und Weidetierhalter zu unterstützen, sondern es scheint geradezu um eine Vendetta gegen unschuldige Beutegreifer zu gehen. Auch von Seiten der Bauern und Weidtierhalter scheint kein Wille vorhanden zu sein, die Tiere zu schützen. Absurderweise scheinen sie den Tod ihrer Tiere in Kauf zu  nehmen, nur um Abschussgenehmigungen zu erreichen, die noch mehr Risse nach sich ziehen werden.

    Aufgehetzt durch Trolle im Netz arbeitet man auf die Auslöschung kompletter Rudel hin. Statt sich auf die Ermittlung von Straftätern zu konzentrieren, leisten Behörden der Lobby auch noch Gefälligkeitsdienste, in dem sie wirklich absurde Abschüsse erlaubt? Stattdessen sollten endlich die Veterinärämter tätig werden und Haltern den Schutz ihrer Tiere auferlegen.

    Update 07.12.2024

    Gerichte in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen kippen Schießgenehmigungen
    Von Wolfsschutz
    7. Dezember 2024

    Es ist jedes Jahr das Gleiche. Vor Weihnachten scheinen Politiker besonders gut darauf gestimmt zu sein, Schießgenehmigungen zu erteilen. Ob sie bestimmten Jägermeistern damit ein besonders exklusives Jagderlebnis oder Trophäen-Geschenk machen wollen, wissen wir nicht. Fakt ist allerdings auch, dass Gerichte ihnen regelmäßig einen Strich durch die Rechnung machen und das ist auch gut so. https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/12/07/gerichte-in-rheinland-pfalz-und-niedersachsen-kippen-schiessgenehmigungen/

    Update, 20.12.2024

    Gericht stoppt Abschuss: https://naturschutz-initiative.de/aktuell/pressemitteilungen/verwaltungsgericht-koblenz-toetung-des-leuscheider-wolfsrueden-gw1896m-ist-rechtswidrig/?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTEAAR3RlZ63KXOsV2mg2gisQgFvT_GXjvEGPSpNnZsPJuv5RUQQjea8l31Zris_aem_2E14CffYyQTsCdH_kUgVAA

     

    Quelle:

    https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/wolf-westerwald-abschuss-freigegeben-rlp-problemwolf-100.html?fbclid=IwY2xjawG2apFleHRuA2FlbQIxMAABHSC9oV1ygnE2SUqxXtvkwzOA2aNZuTc-Ju0SQwllz4y5G6MIcFxn_XVWmQ_aem_3bQoEVWLRwgdQw-lw3RRVA

    https://www.ksta.de/region/rhein-sieg-bonn/rheinland-pfalz-wolf-aus-leuscheider-rudel-soll-abgeschossen-werden-908725

    https://www.rhein-zeitung.de/lokales/kreis-altenkirchen/vier-jungtiere-tappen-in-fotofalle-neue-welpen-beim-leuscheider-wolfsrudel_arid-2684634.html

    https://wolf.nrw/wolf/de/nachweise

    https://fawf.wald.rlp.de/index.php?eID=dumpFile&t=f&f=285717&token=2be5a9756170e405d54b4596353906af963f85c5

    http://r

    https://wolfsschutz-deutschland.de/?s=Leuscheider+Rudel

     

    Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung

    Für Spenden ab 20 Euro gibt es ganz neu unseren exklusiven Wolfskalander für 2025. Wie das Bestellen funktioniert, ist hier ganz genau erklärt: https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/09/24/unser-wolfskalender-2025-ist-da/

     

    Kein Abschuss, keine Besenderung: Lasst endlich das Leuscheider Rudel in Ruhe!

    Erst hieß es Abschuss wegen der Überwindung eines „speziellen Zauns“,  jetzt plötzlich erst mal „nur Besenderung“. Dabei lobte Umweltministerin Eder noch im August den Herdenschutzerfolg mit der niedrigsten Risszahl seit Jahren. Doch nun sollen vier zusätzliche Schafe plötzlich alles ändern? Der „spezielle Zaun“ liegt im Gebiet des Leuscheider Rudels, das zwischen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hin und her wechselt. Mit kaum einem anderen Rudel wurde in der Vergangenheit derart übel mitgespielt, wie mit diesem Rudel. Lesen Sie hier unsere neue Reportage mit Fotos von ganz „speziellen“ Zaunrealitäten vor Ort.

     

    Laut Tagesschau soll der auffällig gewordene Wolf im Kreis Altenkirchen einen Sender bekommen. Das hätte Staatssekretär Erwin Manz (Grüne) im Umweltausschuss des Landtags gesagt.

    Die Genehmigung für diesen Sender liege vor. Zudem würde das Umweltministerium weiterhin prüfen lassen, ob das Tier abgeschossen werden soll. Laut Ministerium soll der Wolf es geschafft haben, einen  „speziellen Zaun“ zu überwinden und vier Schafe zu reißen, und zwar am 8. September in Mehren im Kreis Altenkirchen im Westerwald, heißt es in dem Artikel der Tagesschau.

    Seit Jahren will man das Leuscheider Rudel bereits besendern. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. hatten auch in der Vergangenheit stets dagegen protestiert und stattdessen Weidetierhalter aufgefordert, endlich ihre Tiere zu schützen. Seit Jahren schon versucht man erfolglos, das Rudel besendern. Dabei sind Narkosen für Wölfe gefährlich und auch die Sender sind von Kriminellen hackbar. Bei der kriminellen Energie, die dort im Gebiet des Rudels auf beiden Bundesländern herrscht, kann man sich leicht ausmalen, dass ein besenderter Wolf dort nicht mehr lange zu leben hat.

    Niedrigster Stand der Wolfsrisse in 2023

    „Unser Umgang mit dem Wolf zeigt Erfolge“, sagte Umweltministerin Katrin Eder noch Ende August auf einer Pressekonferenz in Mainz.  Durch gezielte Präventionsmaßnahmen sei die Anzahl der Risse an Haus- und Nutztieren deutlich gesunken. „2021 hatten wir mit 101 Rissen die meisten in der Geschichte von Rheinland-Pfalz. Seitdem sind die Zahlen konstant auf lediglich 16 Risse in diesem Jahr gesunken. Effektiver Herdenschutz durch Zäune und Herdenschutzhunde und durch die gute Zusammenarbeit mit Tierhalterinnen und Tierhaltern zeigten, dass Konfliktpotenziale weiter reduziert und die Herden vor dem Wolf und der Wolf vor dem Menschen geschützt werden konnte. Dieser Erfolg ist auch die Erfolgsgeschichte des KLUWO – des Kompetenzzentrums Luchs und Wolf – das seit dem Oktober 2021 den Herdenschutz vorantreibt“.

    Geringer Wolfsbestand in RLP

    In Rheinland-Pfalz leben nach Angaben des Landes aktuell nur vier erwachsene Wölfe und eine unbekannte Zahl von Jungtieren. Der Westerwald, die westliche Eifel und der Taunus an der Grenze zu Hessen gelten als Präventionsgebiete. Für Präventionsmaßnahmen hat das Land zuletzt pro Jahr rund 800.000 Euro bewilligt.

    Vier zusätzliche Schafe sollen nun den Wolf als Problemtier darstellen?

    Nun soll durch einen weiteren Riss plötzlich der Herdenschutzerfolg in Frage gestellt sein? Wir haben uns am Ort des Geschehens einmal umgeschaut und tatsächlich sehr viele völlig ungeschützte Weidetiere vorgefunden. Auch die Reste eines wolfsabweisenden Zauns haben wir entdeckt. Ob dies tatsächlich der „spezielle Zaun“ gewesen sein soll, können wir nicht mit Sicherheit sagen. Allerdings wirken auch wolfsabweisende Zäune eben nicht mehr wolfsabweisend, wenn keine Spannung auf ihnen ist.

     

    Schafe und Ziegen hinter Doppelstegmattenzaun (so genannter Legizaun). Von innen nur teilweise mit einem zusätzlichen Netz gesichert und ohne Untergrabschutz. Das Netz müsste zudem außen sein.

     

    Legizaun ohne Untergrabschutz.

     

    Hier ohne zusätzliches Netz innen. Wobei das Netz auch außen angebracht werden müsste.

     

    Schafe und Ziegen nur hinter einem Legi-Zaun ohne Untergrabschutz, teilweise mit zusätzlichem mobilen Netz innen. Innen macht dieses Netz aber keinen Sinn. Es müsste nach außen, um Beutegreifer oder Hunde daran zu hindern, den Zaun zu untergraben.

     

    Auch zu einer Böschung mit kleinem Bachlauf kein Untergrabschutz

     

     

    Gegenüber der Legi-Weide fanden wir Reste eines mobilen, wolfsabweisenden Netzes um eine Wiese herum vor.

     

    Auf dieser Wiese gegenüber der Legi-Weide fanden wir Reste eines wolfsabweisenden Netzes vor.

     

    Durch Grasbewuchs könnte die Stromzufuhr unterbrochen gewesen sein.

     

    Daneben ein Grundstück nur mit Wildzaun umschlossen. Am Tor kein Untergrabschutz. Wir wissen aber nicht, ob auf dieser Weide auch Tiere untergebracht waren.

     

    Hier ein Zaun in Mehren in Ortslage. Auf der einen Seite Holzlatten auf der anderen ein 90-Zentimeter-Netz. Am Tag der Sichtung des Zauns befanden sich keine Tiere darauf. Wir wissen auch nicht, ob dies der „spezielle Zaun“ in Mehren gewesen sein soll.

     

    Hier die Vorderseite des Zauns, bestehend aus Holzlatten.

     

    Die Gemeinde Mehren…

     

    …liegt eingebettet zwischen Wäldern, Tälern und freien Flächen mit Feldern.

     

    Eine Geschichte von Rissprovokationen und Hass

    Dabei gab es ursprünglich einmal zwei Rudel in den Gebiet. Bei dem einen „verschwand“ die Mutter, worauf der Rüde mit einer zweiten Fähe ein weiteres Rudel, das Leuscheider Rudel, gründete. Danach verschwand auch er. Das zweite Rudel verschwand auch komplett von der Bildfläche. Die Fähe GW1415f gründete mit einem in Bayern erstmals nachgewiesenem Wolf, nämlich GW1896m, eine neue Familie. Im vergangen Jahr „verschwand“ auch GW1415f. Die Mutter der aktuellen Welpen ist GW1999f, eine Tochter.

    Man kann annehmen, dass Kriminelle es wohl eher auf den Vaterwolf GW1896m abgesehen hatten, da dessen Abschuss besonders vehement von einem Bioschäfer gefordert wurde, der selbst überhaupt keinen Wolfsriss zu verzeichnen hatte. Seither wurden viele Welpen des Rudels überfahren, man rief zur realen Verfolgung des Rudel in einem Waldgebiet auf und man forderte völlig ungeniert dazu auf, die Tiere mit Steinsalz in Schrotladungen zu beschießen.  Steinsalz soll sich angeblich im Körper auflösen, die Tiere, wenn sie nicht gleich sterben, vergiften und später soll das Steinsalz nicht mehr nachweisbar sein. Auch zu Giftanschlägen mit Backzutaten rief man auf.

    Statt diese offensichtlich kriminellen Machenschaften zu verfolgen, will man nun der Lobby wohl entgegenkommen und ihr endlich ihren Wolf vor die Flinte liefern?

     

    Überall wird stark gejagt.

     

    Es findet sich Hochsitz an Hochsitz.

     

    Am 29. September titelte die Tageschau noch so:

    Am vierten Oktober wurde der Artikel plötzlich geändert:

     

    Was ist zwischendurch passiert?

    Wir von Wolfsschutz-Deutschland kündigten unseren Reportage über das Gebiet auf Facebook an. Ein Schelm, der Böses dabei denkt

    Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Es wird gerade mal wieder über eine Abschussgenehmigung für den Vaterwolf des Leuscheider Rudels auf der RLP-Seite nachgedacht. Wir sind vor Ort und haben fast nirgendwo gesicherte Tiere gefunden. Mehr in Kürze auf unserem Blog auf www.wolfsschutz-deutschland.de
    Wir freuen uns sehr über neue Mitglieder, die sich vorstellen können, vor Ort in den entsprechenden Regionen (Auch Niedersachsen ist betroffen) aktiv zu werden. Der erste Schritt ist eine Mitgliedschaft bei uns: https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden/

     

     

    Um Mehren herum liegen einige Weideflächen. Diese Pferde stehen hinter Wilddraht, mit einer Litze innen. Die Litze, bzw. mehrere Litzen, darunter eine möglichst nah am Boden, müsste allerdings nach außen.

     

    Fleischrinder hinter einer extrem niedrigen Einzäunung. Hier ist ein Bulle dabei, der für Spaziergänger gefährlich werden könnte.

    Weiter im Gebiet des Rudels auf der Seite von RLP

     

    Damhirsche nur hinter Wilddraht. Sie werden in der Regel zum Schlachten und nicht als Streicheltiere gehalten.

     

    Ziegen und Gänse ohne Untergrabschutz nur mit Wild- und Maschendraht im Revier des Leuscheider Rudels.

     

    Ein Hasendraht sollte wohl die Gänse vor Füchsen schützen, doch der Draht hat sich teilweise abgelöst.

     

    Kein Untergrabschutz.

     

    Hinten ist das Gehege sozusagen „offen“. Am Bachlauf nur rudimentär mit Wilddraht ohne Spannung gesichert.

     

    Ein Team von Wolfsschutz-Deutschland e. V. im Gebiet des Leuscheider Rudels auf der Seite von Rheinland-Pfalz unterwegs, um aktive Mitglieder zu unterstützen.

    Warum nicht endlich schützen?

    Vor Ort kam es dieses Mal nicht zu tätlichen Angriffen auf uns und auch nicht zu Beleidigungen uns gegenüber. Mit einigen Haltern waren sogar Gespräche möglich. Man wollte nicht belehrt werden, war eine der Aussagen, die wir sogar nachvollziehen können. Es sei Privatangelegenheit, wie die Tiere geschützt würden. Wichtig sei es gegen Ausbruch der Weidetiere zu schützen. Wenn der Wolf einbreche, müsse er halt geschossen werden. Wir können diese Einstellung nur schwer nachvollziehen, denn wie gesagt, stellt das Land eine hohe Summe an Geldern für den Herdenschutz zur Verfügung. Aber eine komplizierte Formulare und zu wenig Zeit wären auch ein Grund dafür, dass immer noch nichts beantragt worden wäre.

     

    Gebiet des Leuscheider Rudels. Gegenüber gab es vor einem Jahr einen Rissvorfall. Hier können Hunde und Wölfe praktisch überall durch. Die Halter hatten allerdings bislang keinen Vorfall.

     

    Schafe, Mutterkuh mit Kälbchen und Hühner auf einer großen gemeinsamen Weide. Ein Schutz ist praktisch nicht vorhanden. Überall Kletterhilfen.

     

    Innen ist teilweise eine unter Spannung stehende Litze angebracht, die aber nicht durchgehend ist. Statt innen müsste sie außen angebracht sein.

     

    Schafe, Ziegen, Hühner sowie eine Mutterkuh und ein Kälbchen praktisch ohne Schutz.

     

    Auch auf der Seite von RLP gibt es Wandermöglichkeiten.

     

     

    Mit Schnüffelnase Liv auf Spurensuche.

     

    Definitiv keine Wolfslosung ist das, was Liv hier gefunden hat. Was so alles im Wald verloren geht?

     

    Das Wolfsrevier im Landkreis Altenkirchen zeichnet sich durch eine hügelige Landschaft mit vielen offenen Flächen und Waldgebieten aus.

     

    Es gab an dem Tag wohl auch eine Unwetterwarnung und wir wurden vom Regen etwas überrascht. Aber mehr als starker Regen war nicht zu spüren. Später kam schnell die Sonne wieder heraus.

     

    Mystische Einblicke in den Wald bei Starkregen.

     

    Schafe nur hinter Legi-Zaun ohne Untergrabschutz.

     

    Pferde hinter zwei Minilitzen.

     

    Kühe hinter nur einer Litze

     

    Viele Menschen stellen sich vor, dass in dem Gebiet praktisch Weide an Weide liegen würden. Das stimmt nicht. Auch hier müssen die Weiden regelrecht gesucht werden. Dass Wölfe die Weidetierhaltung gefährden würden, ist ein Märchen, da die meisten Nutztiere ihr Leben in Ställen fristen müssen.

     

    Der Herbst zieht ein ins Wolfsrevier.

     

    Starke Rodungen sind auch in diesem Gebiet zu entdecken.

     

    Wieder einmal als Fazit:

    Solange Wolfsabschüsse als Problemlösung angeboten werden, solange wird es Weidetierhalter geben, die Wolfsrisse provozieren, um Wolfsabschussgenehmigungen zu erlangen. Nur Null-Wolfsabschuss motiviert wirklich zu Weidetierschutz. Auch sollten endlich Strafzahlungen für Weidetierhalter diskutiert werden, die den Schutz ihrer Weidetiere verweigern  und Risse provozieren.

    Auch sollten endlich ernsthafte Ermittlungen in Punkto Wildtierkriminalität begonnen werden. Nachbarländer wie Italien machen es vor, wie es möglich ist, Täter dingfest zu machen.

     

    Wir brauchen finanzielle Unterstützung

    Es ist leider Fakt, dass der Schutz der Wölfe in Zukunft wohl immer mehr über Gerichte durchgesetzt werden muss. Deshalb brauchen wir auch dringend finanzielle Unterstützung. Unser Verein wird nicht staatlich gefördert, was uns zum einen tatsächlich auch sehr unabhängig macht, zum anderen aber natürlich auch finanzielle Probleme bereitet.

    Schon kleine, regelmäßige Beiträge, wie z. B. ein monatlicher Dauerauftrag von 5 Euro können uns helfen. Seit Vereinsgründung vor fünf Jahren standen wir ohne wenn und aber und politische Winkelzüge auf der Seite der Wölfe und wir widersprachen unerschrocken Politkern ebenso wie anderen Verbänden. Gerade in diesen schweren Zeiten ist ein Verein wie der unsere essentiell.

    Wolfsschutz-Deutschland e.V.

    Berliner Sparkasse

    IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84

    BIC BELADEBEXXX

    Auch Paypal ist möglich: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

     

     

    Quellen:

    https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/land-prueft-abschuss-von-wolf-im-kreis-altenkirchen-100.html

    https://mkuem.rlp.de/service/pressemitteilungen/detail/katrin-eder-herdenschutz-wirkt-durch-gezielte-praevention-gibt-es-weniger-schaeden-durch-woelfe

     

    Weitere Reportagen als Chronik über das Leuscheider Rudel:

    https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/02/06/nachwuchs-bei-den-woelfen-des-leuscheider-rudels-im-westerwald-nachgewiesen/

    https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/01/18/nrw-wolf-bei-eitorf-tot-gefahren-leuscheider-rudel-soll-besendert-werden/

    https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/03/19/wolfsschutz-deutschland-e-v-gegen-absurden-abschuss-von-woelfen-aus-dem-leuscheider-rudel/

    https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/03/25/rlp-leuscheider-rudel-es-war-kein-wolf-fakenews-zu-angeblichem-kaelberriss/

    https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/04/30/rlp-leuscheider-rudel-angriff-auf-vorstand-von-wolfsschutz-deutschland-e-v-bei-recherche/