Richtigstellung: Wölfe in Greifenstein nicht verantwortlich für tote und verletzte Pferde

Wenn aus einem Hund plötzlich „der Wolf“ wird – Medienhysterie und Hetze in Greifenstein. Es passiert mit erschreckender Regelmäßigkeit. Kaum wird irgendwo ein Weidetier verletzt oder getötet, schlagen große Teile der Medien Alarm und machen den Wolf verantwortlich – oft noch bevor überhaupt Fakten vorliegen. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. haben vor Ort recherchiert. Sehen Sie hier im Bericht Fotos und Filme. 

 

Update vom 31.05.2026

Screenshot von unserem FB-Beitrag.
So auch Anfang Mai 2026 in Greifenstein im Lahn-Dill-Kreis. „Mutmaßlicher Wolfsangriff auf Pferde sorgt für Aufruhr“ titelte hessenschau.de. „Haben Wölfe mehrere Pferde in Greifenstein attackiert?“ fragte mittelhessen.de. Andere Medien sprachen von „zwei toten und mehreren verletzten Pferden – War es ein Wolfsangriff?“. Zehn Pferde brachen panisch aus ihrer Weide aus, vier wurden verletzt, zwei mussten eingeschläfert werden. Die Schuld war in den Berichten schnell verteilt: Der Wolf musste es gewesen sein. In sozialen Netzwerken brach sprichwörtlich die Hölle los. Fake-Beiträge von Hate-influenzern mit Bildern, die ganz und gar nicht nach Wolfsbissen aussahen, gingen dennoch viral. 
Beispielfoto Wolfsrudel.
Das Ergebnis von HessenForst sagt etwas anderes. Es war ein Hund. Dieser Fall ist kein Einzelfall, sondern ein weiteres Lehrstück für voreilige Schuldzuweisungen, mediale Sensationsgier und die systematische Diskreditierung des Wolfes.

Ungeschützte Weiden und Realitätsverweigerung

Wir haben verschiedene Weiden im Territorium Greifenstein dokumentiert: Alle wiesen keinerlei ernsthaften Herdenschutz auf. Das gilt leider auch für Schafweiden in der Region. Auch Gatterwild, bei dem es auch einen Riss gab, ist dort im Territorium nur hinter Wilddraht untergebracht. Im Gespräch mit einem betroffenen Schafhalter wurde die Haltung besonders deutlich. Er lehnt Schutzmaßnahmen ab, weil „es 11 Jahre lang gut gegangen“ sei. Am 6. Mail gab es erneut einen Riss. Seither wären die verbliebenen Tiere im Stall. Weiterhin macht er Wolfsfreunde pauschal verantwortlich: Die Wölfe seien „ausgesetzt“ worden, gehörten nicht nach Deutschland und ihr Tod sei letztlich Notwehr. Argumenten war der Mann nicht zugänglich und reagierte aggressiv.

Rechtliche Lage und das Rudel mit Nachwuchs

Das ansässige Rudel hatte im vergangenen Jahr Welpen. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass aktuell erneut Welpen versorgt werden. Selbst nach dem verschärften Jagdrecht müsste hier eine Elternzeit gelten. Dennoch wird bereits über mögliche Abschussanträge spekuliert – obwohl unsere UIG-Anfrage zu etwaigen Anträgen bis heute nicht beantwortet wurde.

Fazit

Dieser Vorfall zeigt einmal mehr das bekannte Muster: Reflexartige Hetze gegen den Wolf, selbst wenn sich später herausstellt, dass ein Hund der Verursacher war. Gleichzeitig wird konsequenter Herdenschutz verweigert und jene, die für eine echte Koexistenz stehen, moralisch mitverantwortlich gemacht. Wolfsschutz-Deutschland e.V. bleibt dabei: Wir brauchen endlich faktenbasierte Aufklärung statt billiger, medialer Hetze sowie Prävention und ordentlichen Herdenschutz statt pauschaler Abschussforderungen. Und mehr Respekt vor dem Lebensrecht der Wölfe, die längst wieder heimisch in Deutschland sind. Die Natur lässt sich nicht nach medialer Aufregung oder persönlichen Ressentiments regulieren. Dabei distanzieren wir uns von Orgas, die Menschen mit anderer Meinung, seien es Wolfsfreunde oder auch Weidetierhalter, bei der Polizei anschwärzen. Dies ist nicht unser Stil. Wir zeigen die Realität vor Ort auf und treten nicht nach unten. Unsere Strafanzeigen betreffen Politiker und ausführende Jäger. 

Beitrag vom 20. Mai 2026. Inzwischen ist das Ergebnis da. Es lautet „Hund“.

 

Das Rudel Greifenstein

Im Territorium Greifenstein hat sich seit Anfang 2026 offiziell ein Wolfsrudel etabliert. Die erste sesshafte Wölfin (GW2479f) stammt aus dem Leuscheider Rudel (Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz) und gilt seit 2021 als ansässig in der Region. Der Rüde GW2478m kehrte 2025 in das Gebiet zurück. Nachdem im Januar 2026 ein Video mit sechs Wölfen bestätigt wurde, stufte das Wolfszentrum Hessen den Status von „Paar“ auf „Rudel“ hoch. Das Rudel hatte bereits im Vorjahr Welpen, weshalb auch in diesem Jahr mit Nachwuchs zu rechnen ist. Dass die Welpen erst spät bekannt geworden sind, zeigt wie heimlich dieses Rudel lebt. 
Vor Ort am 27.05.2026 – Wer noch immer nicht begreifen will, wie essentiell aktuell ein paralleles unabhängiges Monitoring ist, ist kein Wolfsfreund und kann getrost bei seinem Verein das N bei NGO weglassen. Nach der Umsetzung der Bundesländer, den Wolf ins Landesjagdrecht aufzunehmen, können die staatlichen Monitoringdaten selbstverständlich auch zur Auffindung von so genannten Problemwölfen, ganzer Rudel und sogar Welpen heran genommen werden. Gleichzeitig wird ein Erfolg von Klagen immer unwahrscheinlicher, gerade wegen der neuen Gesetzeslage. Bis der EuGH über die dort anstehenden Klagen entscheidet, können Jahre vergehen und längst vollendete Tatsachen geschaffen worden sein. Noch vor ganz kurzer Zeit wurde seitenes von Mitgliedern der klagefähigen Verbände um Spenden und Mitglieder geworben, mit dem Argument, dass ausschließlich Klagen Wölfe wirklich schützen könnten und dass Aktive im Einsatz von anderen Vereinen nur Spinner seien. Und jetzt werden Wolfsfreunde mit der Realität konfrontiert. Wir brauchen aktive Hilfe in allen Wolfsgebieten. Auch und gerade in Greifenstein. Hier geht es zum Mitgliedsantrag: https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden/

 

Zaunrealitäten im Territorium Greifenstein

Mutterkuhhaltung.

 

Jungrinder und Kälbchen hinter nur einer Litze

 

Zaunrealität Pferde:

Territorium Greifenstein – Dokumentation Zaunrealität Pferde. Brigitte Sommer ist übrigens selbst „Pferdemädchen“/Westernreiterin und hielt selbst lange Jahre zwei Pferde in Offenstallhaltung.
Anmerkung: Es ist ein Versprecher im Ton. Wir meinten zwei untere „Eingangslitzen“. Die unterste ist viel zu hoch. Dies ist nicht die Weide des Falls.
Dies ist nicht die Weide der betroffenen Pferde, aber eine Weide im Territorium und stellvertretend für ziemlich alle Weiden. Mit drei Litzen gehört diese Weide sogar noch zu den Besseren. In Eingangsbereich ist die unterste Litze allerdings hoch genug, dass Hunde mühelos darunter hindurch kommen, wie es auch im Fall des angeblichen Wolfsrisses gewesen ist. Foto: Privat.

 

 

Ponyweide. Allerdings würden die Tiere laut Besitzer nachts eingestallt.

Ponyweide. An baugleichen Weiden sollen auch die Schafsrisse stattgefunden haben. Es ist kaum begreiflich warum Tierhalter nicht die Möglichkeit nutzen möchten, Zaunförderungen zu beantragen. Wir begrüßen es sehr, dass inzwischen in der Rissliste von HessenForst aufgeführt ist, ob Grundschutz vorhanden war. Für die Schafsrisse war keiner vorhanden, wie für die meisten anderen Risse auch nicht. Dennoch können sich viele Leser solche Zäune gar nicht vorstellen.  © Privat.

Ponyweide im Film.

 

Blick ins Territorium

Riesige Wiesen und Waldflächen wechseln einander ab. Das Gebiet ist nicht dicht besiedelt und es kann auch von keiner verstärkten Weidetierhaltung die Rede sein. Die Zäune, die wir sahen, waren allesamt nicht ausreichend. © Brigitte Sommer

 

Im Gebiet befnden sich mehrere Steinbrüche und Sandabbaugebiete, die allerdings für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Foto: privat.
Hier wird Basalt abgebaut. Foto: privat.
Steinbruch. Foto: privat.
In der Region leben sehr viele Wildtiere. Im Hintergrund Damhirsche. © Brigitte Sommer

 

Auch hier befinden sich, wie überall, alle paar hundet Meter, Hochsitze mit Kirr- und Luderplätzen. Foto: Privat.

 

Sehr merkwürdiger Ort direkt an einem Hauptweg mit Gerümpel und Wildkamera. ©Brigitte Sommer
Wanderer können hier stundenlang laufen ohne jemandem zu begegnen. Man sollte aber gut zu Fuß sein, denn einige Höhenmeter sind zu überwinden. © Brigitte Sommer
Knochenrest auf einem Hauptweg. Wahrscheinlich von einem der unzähligen Luderplätze weggeschleppt. Jäger dürfen tatsächlich nicht verwertete Reste ihrer Opfer einfach auf Plätzen verfaulen, hießt verludern lassen. Nur in Wasserschutzgebieten ist dies teilweise nicht erlaubt. Oft findet man komplette Tierleichen von Füchsen und Dachsen, deren Reste natürlich auch größere Beutegreifer wie Wölfe anlocken können. Insider sagen, dass so viele Wölfe illegal entsorgt werden würden, denn an den Luderplätzen ist auch meist ein Hochsitz zu finden. © Brigitte Sommer

 

Waschbär- bzw. Fuchsfalle. Foto: privat.
Es gibt einige interessante touristische Angebote im Gebiet, u. a. Wasserfälle, einen Stausee und ein beeindruckender Skulpturenpark. © Brigitte Sommer

 

Quelle:

https://wolfszentrum.hessen.de/sites/wolfszentrum.hessen.de/files/2026-05/20260528_gemeldete_nutztierschaeden_2026_27.pdf

 

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

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Wolfsschutz-Deutschland e.V.
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Rettet Milan! – Kein Abschuss des Wolfs, der gerade eine neue Familie gründen könnte

Der Landwirtschaftliche Kreisverband Olpe hat einen Antrag auf Entnahme (Abschuss) des Wolfsrüden GW1896m („Milan“) gestellt. Begründet wird dies mit angeblich über 140 Rissgeschehen seit Oktober 2020. Ein genauer Blick in die offizielle Rissliste des Landesamts für Natur, Umwelt und Klima NRW (wolf.nrw) zeigt jedoch ein deutlich nuancierteres Bild. Wolfsschutz-Deutschland e. V. protestiert scharf und fordert die Obere Jagdbehörde mit einem offenen Brief auf, den Antrag nicht zu genehmigen. Wolfsfreunde können sich an der Mitmachaktion beteiligen. 

Besonders der vom Kreisverband extra hervorgehobene Vorfall vom 04.04.2026 in Olpe-Rehringhausen betraf lediglich ein einziges Schaf – bei vorhandenem Grundschutz. Die weiteren bestätigten Risse durch GW1896m im April 2026 in Olpe und Wenden (u. a. 09.04., 10.04. und 19.04.) ereigneten sich dagegen bei nicht vorhandenem Grundschutz. Wie bei der großen Mehrzahl der Risse in den vergangenen Jahren fehlte auch hier oft der zumutbare, wolfssichere Herdenschutz.
Beispielfoto. Milan könnte eine Partnerin an seiner Seite haben. © Brigitte Sommer

Ein Vaterwolf auf der Flucht – und auf der Suche nach einem Neuanfang

GW1896m ist kein anonymer Wanderwolf, sondern der langjährige Leitwolf des Leuscheider Rudels im Westerwald. Nach jahrelanger massiver Verfolgung und Dezimierung seines Rudels hat er sein angestammtes Territorium Leuscheid verlassen und sich weiter östlich im Sauerland (Raum Olpe/Wenden) etabliert. Ansässige, erfahrene Wölfe verlassen ihr Revier nicht ohne schwerwiegenden Grund. Im Fall von Milan liegt dieser Grund auf der Hand: Das systematische Leid seines Rudels.
  • Zweimal wurde ihm seine Partnerin illegal oder unter fragwürdigen Umständen „weggeschossen“ bzw. verschwand spurlos (u. a. GW1415f und später GW1999f).
  • Mehrere Welpen und Rudelmitglieder fielen mutmaßlicher Wildtierkriminalität, illegalen Abschüssen oder anderen menschlichen Einflüssen zum Opfer.
  • Das gesamte Leuscheider Rudel stand jahrelang unter illegaler Verfolgung, Bespitzelung und Hetze.

Wolfsschutz-Deutschland e.V. hat diese traurige Geschichte ausführlich dokumentiert und wieder und wieder Rissprovokationen und mangelnden Herdenschutz nachgewiesen. Nun gibt es Hinweise, dass Milan im Sauerland möglicherweise mit der starken Wölfin GW5405f (ursprünglich aus dem niederländischen Rudel Noord-Veluwe) zusammen sein könnte, oder auch mit GW4373f aus dem Puderbacher Rudel zusammen sein könnte. Eine Paarung zweier erfahrener, wanderstarker Tiere wäre ein großer Hoffnungsschimmer für die Wolfspopulation in der Region. Genau in dieser sensiblen Phase eines möglichen Neuanfangs mit Welpen soll der Rüde nun getötet werden.

Die Interimslösung in NRW – ein gefährlicher Türöffner für Abschüsse

„Dass der Wolf bundesweit ins Jagdrecht kommen soll, ist eher Symbolpolitik. In anderen Bundesländern war er das auch bisher schon, einfacher gemacht hat das dort aber auch nichts.“ sagte Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) Ende Dezember, nach dem Beschluss, den Wolf ins Bundesjagdrecht zu übernehmen. Er fordert stattdessen konkrete, praktikable Kriterien für die rechtssichere Entnahme von Problemwölfen. Also ist es auch in NRW nicht so, dass Tötungswünsche ausschließlich von „Rechts“ kommen. 

Seit der Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz im April 2026 gilt in Nordrhein-Westfalen eine Übergangsregelung (Interimslösung), bis das neue Landesjagdgesetz angepasst ist:

  • Die untere Jagdbehörde (Kreis Olpe) prüft Anträge und stimmt sich eng mit der Oberen Jagdbehörde (Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Düsseldorf) ab.
  • Bei DNA-Bestätigung eines „schadstiftenden Wolfs“ und als „zumutbar“ eingestuftem Herdenschutz kann die Entnahme, wir sprechen von Tötung,  genehmigt werden.
  • Die Entscheidung liegt weitgehend bei diesen beiden Behörden. Gerichte können später noch eingeschaltet werden – die Hürde für Abschüsse ist jedoch spürbar niedriger als früher.
Beispielfoto Wolf.

Auf was müssen wir uns gefasst machen?

Diese Interimslösung schafft gefährliche Präzedenzen. Sie erleichtert es, Wölfe bei Konflikten schnell als „Problemtier“ einzustufen – auch dann, wenn viele Risse durch fehlenden oder unzureichenden Herdenschutz mitverursacht wurden. Langfristig droht eine Ausweitung von Einzelfall-Abschüssen hin zu Jagdquoten. 

Milan und seine mögliche Partnerin verdienen endlich Ruhe

Das Schicksal von GW1896m steht symbolisch für den fatalen Umgang mit Wölfen in Deutschland. Statt massiv in flächendeckenden, wirksamen Herdenschutz (Elektrozäune, Herdenschutzhunde, Förderprogramme) zu investieren und illegale Verfolgung konsequent zu verfolgen, greift man zur einfachsten und brutalsten Lösung: Der Tötung. Ein erfahrener Leitwolf, der bereits zwei Partnerinnen und Teile seiner Familie verloren hat und nun im Sauerland möglicherweise mit GW5405f oder GW4373f einen Neuanfang wagt, verdient Schutz. 

Wir fordern den Landwirtschaftlichen Kreisverband Olpe und das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW auf, den Antrag auf Tötung von GW1896m sofort abzulehnen, da es sein könnte, dass bereits Welpen mit der neuen möglichen Partnerin existieren. 

Wir brauchen nun dringend neue aktive Mitglieder und Unterstützer im Raum Olpe / Sauerland, die vor Ort dokumentieren, beobachten und Meldungen machen können. https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden/

Mitmachaktion Offener Brief:

Einfach Text kopieren und schicken:


1. Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (Obere Jagdbehörde)

  • Postanschrift:
    Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
    Stadttor 1
    40219 Düsseldorf
  • poststelle@mlv.nrw.de

2. Landwirtschaftlicher Kreisverband Olpe

  • Geschäftsstelle:
    Landwirtschaftlicher Kreisverband Olpe
    In der Zitzenbach 2
    57223 Kreuztal (Ferndorf)
  • E-Mail: info-ferndorf@wlv.de

3. Untere Jagdbehörde Kreis Olpe (Kreisverwaltung Olpe)

  • Anschrift:
    Kreisverwaltung Olpe
    Untere Jagdbehörde
    Westfälische Straße 75
    57462 Olpe
  • E-Mail: m.lenz-beier@kreis-olpe.de

Betreff: Ablehnung des Abschuss-Antrags gegen Wolf GW1896m („Milan“) – u. a. Verstoß gegen Fortpflanzungsschutz

Sehr geehrte Damen und Herren im Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW
sowie
im Landwirtschaftlichen Kreisverband Olpe / Unteren Jagdbehörde,

hiermit protestieren wir gegen den Antrag auf Entnahme des Wolfsrüden GW1896m („Milan“). Milan hat nach jahrelanger Verfolgung sein Leuscheider Rudel verlassen müssen und sich im Raum Olpe ein neues Revier aufgebaut. Hinweise deuten darauf hin, dass er dort möglicherweise mit der starken niederländischen Wölfin GW5405f (vormals Noord-Veluwe) oder GW4373f zusammen ist und ein neues Rudel gründen könnte, bzw. eventuell schon gegründet hat. Ein Abschuss wäre nicht nur fatal für diesen Neuanfang, sondern auch rechtlich hochproblematisch, da bei einem reproduzierenden Paar Fortpflanzungsschutz / Elternschutz greift. Die Tötung eines Elternteils verstößt gegen die verbliebenen europäischen und nationalen Schutzvorgaben. Die offizielle Rissliste (wolf.nrw) zeigt zudem: Die große Mehrzahl seiner Risse – auch die meisten im April 2026 – ereigneten sich bei fehlendem Grundschutz. Selbst der vom Antrag hervorgehobene Fall vom 04.04.2026 betraf nur ein Schaf bei vorhandenem Schutz. Statt Milan zu töten, muss endlich wirksamer Herdenschutz gefördert,  aber auch gefordert und illegale Verfolgung konsequent geahndet werden. Wir fordern Sie auf, den Antrag auf Entnahme sofort abzulehnen.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfsschutz-Deutschland e. V.

Vorstand

Ulrike de heuvel

Jürgen Götz

Volke Vogel

Brigitte Sommer

 

Beispielfoto Wolfsrudel

https://wolf.nrw/wolf/de/nutztierfaelle

 

Direkte Artikel von Wolfsschutz-Deutschland e.V. für weitere Infos

Das ursprüngliche Leuscheider Rudel existiert in seiner früheren Form nicht mehr oder ist stark geschwächt. Der bekannteste Überlebende Milan (GW1896m) hat das Gebiet verlassen und versucht offenbar einen Neuanfang weiter östlich. Die Geschichte des Rudels ist geprägt von wiederholten Verlusten durch Risse, Abschussversuche (teilweise gerichtlich gestoppt), illegale Verfolgung und Verkehrsunfälle.

Weitere wichtige Berichte:

Das Leuscheider Rudel wird dort als eines der am stärksten verfolgten Rudel beschrieben: Mehreres „Verschwinden“ von Muttertieren, Jungwölfen wie Butzi, illegale Abschüsse (z. B. GW4599f erschossen) und wiederholte Versuche, den Leitwolf zu entnehmen – oft gestoppt durch Gerichte.

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

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Illegale Tötung einer Wölfin in Rheinland-Pfalz: Wolfsschutz-Deutschland e.V. erstattet Anzeige und setzt Belohnung aus

Schon wieder erschüttert eine traurige Nachricht den Wolfsschutz: Im Februar wurde in Fiersbach (Landkreis Altenkirchen) eine tote Wölfin entdeckt. Wie die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord mitteilte, ergab die Sektion des Tieres, dass es erschossen wurde.  Die SGD hat bereits Anzeige wegen des Verdachts auf illegalen Abschuss erstattet und die Staatsanwaltschaft Koblenz prüft nun laut dpa den Fall.

Wie die SGD Nord mitteilt, sind die Ergebnisse der Untersuchung zum Tod der Wölfin in Fiersbach im Kreis Altenkirchen eindeutig. Das neun Monate alte Jungtier sei erschossen worden. Die Sektion der Wölfin GW4599f habe ergeben, dass sie an einer sogenannten Herzbeuteltamponade gestorben sei, als Folge eines Abschusses.
Wolfsschutz-Deutschland e.V. reagiert mit Entschlossenheit auf diese grausame Tat. „Wir sind schockiert und empört über die erneute illegale Tötung eines geschützten Tieres. Wölfe sind ein unverzichtbarer Teil unseres Ökosystems, und solche Verbrechen dürfen nicht ungestraft bleiben“, erklärt die Vorsitzende Brigitte Sommer. Um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen, erstattet Wolfsschutz-Deutschland e.V. ebenfalls Anzeige über seinen Anwalt gegen Unbekannt und setzt eine Belohnung von 1.000 Euro für Hinweise aus, die zur Ergreifung der Verantwortlichen führen sollen.
Beispielfoto Wölfin.
„Die illegale Tötung von Wölfen ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine schwere Straftat, die mit aller Härte verfolgt werden muss“, betont der Verein. „Wir rufen die Bevölkerung auf, die Behörden bei der Aufklärung dieses Falls zu unterstützen. Jeder Hinweis zählt, um solche Taten zu stoppen und den Schutz unserer Wölfe zu gewährleisten.“ Personen, die sachdienliche Informationen zu dem Vorfall in Fiersbach haben, werden gebeten, sich direkt an Wolfsschutz-Deutschland e.V. oder die zuständigen Behörden zu wenden.
In der Liste der DBB-Wolf ist der Fall noch als offen aufgeführt. Quelle: http://www.dbb-wolf.de
Die Wölfin aus Fiersbach ist ein weiteres Opfer der anhaltenden Konflikte zwischen Kriminellen und Naturschützern. „Wir berichten seit Jahren über die illegalen Verfolgungen des Leuscheider Rudels“. Wolfsschutz-Deutschland e.V. setzt sich auch seit Jahren für den Erhalt und die Akzeptanz dieser faszinierenden Tiere ein und fordert eine konsequentere Strafverfolgung von Wildtierkriminalität sowie bessere Schutzmaßnahmen für Wölfe in Deutschland. „Nur durch Aufklärung, Zusammenarbeit und Respekt können wir ein friedliches Miteinander mit unseren wilden Nachbarn sicherstellen“, schließt der Verein.
Für Hinweise zur Ergreifung der Täter: www.wolfsschutz-deutschland.de/kontakt

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Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Gerichte in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen kippen Schießgenehmigungen

Es ist jedes Jahr das Gleiche. Vor Weihnachten scheinen Politiker besonders gut darauf gestimmt zu sein, Schießgenehmigungen zu erteilen. Ob sie bestimmten Jägermeistern damit ein besonders exklusives Jagderlebnis oder Trophäen-Geschenk machen wollen, wissen wir nicht. Fakt ist allerdings auch, dass Gerichte ihnen regelmäßig einen Strich durch die Rechnung machen und das ist auch gut so.

Update 20.12.2024:

Die Klage der Naturschutzinitiative e. V. war erfolgreich. Gericht stoppt Abschuss: https://naturschutz-initiative.de/aktuell/pressemitteilungen/verwaltungsgericht-koblenz-toetung-des-leuscheider-wolfsrueden-gw1896m-ist-rechtswidrig/?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTEAAR3RlZ63KXOsV2mg2gisQgFvT_GXjvEGPSpNnZsPJuv5RUQQjea8l31Zris_aem_2E14CffYyQTsCdH_kUgVAA

https://vgko.justiz.rlp.de/fileadmin/justiz/Gerichte/Fachgerichte/Verwaltungsgerichte/Koblenz/Entscheidungen/Nr_24-2024_VOE_4_L_1327-24_Beschluss_vom_17-12-2024.pdf?fbclid=IwY2xjawHTZYtleHRuA2FlbQIxMQABHX48nmbuSWdCvr2iS3Ae4QOvmVhzPBbZufNWr9mgQVDGggAigjC4fLsrvA_aem_JYx6TsbiWEkrkhgA-PoM6A

 

Kaum war die Presseinformation über die Abschussverfügung auf den Vaterwolf des Leuscheider Rudels erschienen, ist der Abschuss auch schon wieder per Eilantrag bis zur endgültigen Entscheidung gestoppt worden. Wir hatten hier über die Verfügung berichtet: https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/11/29/rlp-karin-eder-gruene-will-wolfsvater-des-leuscheider-rudels-toeten-lassen/

Laut Eilmeldung der Naturschutzinitiative wurde der Abschuss gestoppt: „Das Verwaltungsgericht Koblenz hat aufgrund der Klage der Naturschutzinitiative e.V. (NI) vom 06.12.2024 mit Beschluss vom 06.12.2024 die Genehmigung zum Abschuss eines Wolfes (GW1896m) außer Kraft gesetzt und die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs der NI gegen die Ausnahmegenehmigung der SGD Nord vom 4. Dezember 2024 bis zur erstinstanzlichen Entscheidung über den vorliegenden Eilantrag wiederhergestellt.“

Beispielfoto Wölfe. ©Brigitte Sommer

Gericht stoppt auch in Niedersachsen eine Schießgenehmigung

Das Verwaltungsgericht Oldenburg verbot bereits laut dpa am 18.11.2024 vorerst den Abschuss eines Wolfs im Landkreis Leer. Entscheidung über den Eilantrag steht auch noch aus.

Nach mehreren Rissen von ungeschützten Schafen und Rindern im Rheiderland hatte der Landkreis Leer am 8. November eine dreiwöchige Ausnahmegenehmigung zum Abschuss eines Wolfes erteilt. Allein in der Gemeinde Jemgum seien seit Mai dieses Jahres 20 Wolfsangriffe auf Nutztiere nachgewiesen worden, hieß es von der Verwaltung gegenüber der dpa.

Zahlen, die deutlich machen, dass Weidetiere noch immer nicht geschützt werden, sondern auf Abschüsse durch Rissprovokationen hin gearbeitet wird.

Berappen muss die Kosten für unnötige Verfahren wie immer der Steuerzahler.

Quellen:

https://naturschutz-initiative.de/aktuell/neuigkeiten/eilmeldung-genehmigung-zum-wolfsabschuss-ausser-kraft/?fbclid=IwY2xjawHA5ndleHRuA2FlbQIxMQABHU7hnoYsbuWSp3I1-Kwufczie81cZvn0r_PpFPAHHq57IV6qrK9cmaEEDA_aem_9xNKd5vosdVK7cL5dR-Q9w

https://www.dieniedersachsen.de/umwelt/verwaltungsgericht-stoppt-wolf-abschuss-im-landkreis-leer-vorerst-2968742

RLP: Karin Eder (Grüne) will Wolfsvater des Leuscheider Rudels töten lassen

Seit Jahren läuft nicht nur eine regelrechte Kampagne gegen das Leuscheider Rudel, nein, seit Jahren „verschwinden“ immer wieder Familienmitglieder des Rudels, so die Mutter und ein komplettes zweites Rudel. Jetzt will man schon wieder den Tod des Rüden. Eine Schießgenehmigung sei in Vorbereitung. Wolfsschutz-Deutschland e. V. protestiert auf das Schärfste. Gleichzeitig kündigen wir Strafanzeigen gegen Aussteller und Jäger an, sollte  Milan, GW1896m oder ein anderer Wolf erschossen werden, denn es drohen sogar verwaiste Welpen.

 

DNA-Tests hätten bewiesen, dass der Wolf „GW1896m“ im Westerwald zweimal einen Schutzzaun überwunden und Weidetiere gerissen habe. Das teilte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Katrin Eder (Grüne) dem SWR mit. Das Untersuchungsergebnis liege seit Mittwochabend vor.

Beispielfoto Wolfsrudel.

Beide Fälle hätten sich im November im Westerwald ereignet – nicht weit voneinander entfernt. Dabei habe der Wolf insgesamt vier Schafe gerissen. „Das bedeutet für ihn jetzt leider, dass wir hier einen Antrag zur Entnahme stellen müssen“, sagte Eder (Grüne) am Rande der Umweltministerkonferenz in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Damit solle verhindert werden, dass der Wolf aus dem Leuscheider Rudel das gelernte Verhalten fortsetze und es seinen Jungen beibringe, schreibt der SWR.

Dabei weiß man ganz genau, dass zerschossene Rudel eher mehr statt weniger Risse nach sich ziehen werden, da unerfahrene Jungtiere sich leichter Beute zuwenden. Seit Jahren dokumentieren wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V., dass die meisten Weidetiere im Gebiet nicht geschützt sind. Gegen das Rudel laufen ähnliche Kampagnen wie gegen das Rudel von Wölfin Gloria von Wesel in NRW. Sie sind nur nicht so breit in der Öffentlichkeit bekannt. Aber auch in diesem Fall ist es nicht von der Hand zu weisen, dass Risse provoziert werden, um auf Abschussverfügungen hinzuarbeiten.

 

Tatsächlich ist die Abschussverfügung noch nicht in Kraft

Weiter schreibt der SWR, dass der Wolf zeitnah getötet werden soll.  Die beiden räumlich und zeitlich dicht beieinander liegenden Vorfälle seien die gesetzliche Grundlage für den Abschuss, so Eder. Die Struktur- und Genehmigungsbehörde Nord bereite nun die Genehmigung für den Abschuss vor. Professionelle Jäger sollen den Wolf dann töten. Die Entnahme müsse zeitnah umgesetzt werden.

Ausriss aus der Statistik der DBB-Wolf. Seit Jahren wird das Rudel illegal verfolgt. Abwechselnd „verschwanden“ Rüde und Fähe oder Welpen. Das Rudel wird statistisch in NRW geführt, hält sich aber auch in RLP auf.  © http://www.dbb-wolf.de

Ein Pressesprecher des Umweltministeriums bestätigte uns heute am Telefon, dass die Abschussverfügung noch nicht in Kraft sei, aber vorbereitet und zeitnah ausgestellt werden würde. Über welche Risse genau es ging, könne man keine Auskunft geben, in Presseartikeln ist jedoch zu erfahren, dass es lediglich um vier Schafe gehen soll. Zudem leben so wenige Wölfe in RLP, dass ein Abschuss den regionalen Bestand gefährden würde.

In einem weiteren Presseartikel beklagte sich ein Biobauer aus Eitorf darüber, dass ihm ein Kalb gerissen worden sei. Die Zäune, die im Hintergrund des Aufmacherfotos zu sehen sind, bestehen wohl aus Stacheldraht und solche Zäune bieten eben keinen Schutz.

Vier Wolfswelpen ohne Vater und Mutter?

Das Koordinationszentrum Luchs und Wolf (KLUWO) teilte im August noch mit, dass in diesem Jahr mindestens vier Wolfswelpen nachgewiesen worden seien.

Im August wurden vier Wolfswelpen nachgewiesen, die nun so groß sind, wie diese Welpen hier auf dem Foto. Sie können noch nicht alleine jagen und müssen von ihren Eltern mit versorgt werden. © Brigitte Sommer

Unter den Nutztierrissen in NRW wurde der Rudelvater im Sommer an mehreren Rissen nachgewiesen. Von der Mutter des Rudels Fenja GW1999f  gibt es keine aktuellen Nachweise. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Fähe erneut beseitigt worden ist und der Rüde die Welpen alleine durchbringen musste. Genau wie im Fall von Gloria von Wesel würden sich dadurch auch vermehrte Weidetierrisse erklären.

Die Rissliste RLP geht nur bis Ende April 2024. Hier ist zu erkennen, dass praktisch überall kein Schutz vorhanden war.

Man nimmt wohl ganz bewusst in Kauf, dass die Wolfswelpen verhungern könnten.

Abschüsse helfen Bauern nicht

Hier wird einmal mehr deutlich, dass es nicht darum geht, Bauern und Weidetierhalter zu unterstützen, sondern es scheint geradezu um eine Vendetta gegen unschuldige Beutegreifer zu gehen. Auch von Seiten der Bauern und Weidtierhalter scheint kein Wille vorhanden zu sein, die Tiere zu schützen. Absurderweise scheinen sie den Tod ihrer Tiere in Kauf zu  nehmen, nur um Abschussgenehmigungen zu erreichen, die noch mehr Risse nach sich ziehen werden.

Aufgehetzt durch Trolle im Netz arbeitet man auf die Auslöschung kompletter Rudel hin. Statt sich auf die Ermittlung von Straftätern zu konzentrieren, leisten Behörden der Lobby auch noch Gefälligkeitsdienste, in dem sie wirklich absurde Abschüsse erlaubt? Stattdessen sollten endlich die Veterinärämter tätig werden und Haltern den Schutz ihrer Tiere auferlegen.

Update 07.12.2024

Gerichte in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen kippen Schießgenehmigungen
Von Wolfsschutz
7. Dezember 2024

Es ist jedes Jahr das Gleiche. Vor Weihnachten scheinen Politiker besonders gut darauf gestimmt zu sein, Schießgenehmigungen zu erteilen. Ob sie bestimmten Jägermeistern damit ein besonders exklusives Jagderlebnis oder Trophäen-Geschenk machen wollen, wissen wir nicht. Fakt ist allerdings auch, dass Gerichte ihnen regelmäßig einen Strich durch die Rechnung machen und das ist auch gut so. https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/12/07/gerichte-in-rheinland-pfalz-und-niedersachsen-kippen-schiessgenehmigungen/

Update, 20.12.2024

Gericht stoppt Abschuss: https://naturschutz-initiative.de/aktuell/pressemitteilungen/verwaltungsgericht-koblenz-toetung-des-leuscheider-wolfsrueden-gw1896m-ist-rechtswidrig/?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTEAAR3RlZ63KXOsV2mg2gisQgFvT_GXjvEGPSpNnZsPJuv5RUQQjea8l31Zris_aem_2E14CffYyQTsCdH_kUgVAA

 

Quelle:

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/wolf-westerwald-abschuss-freigegeben-rlp-problemwolf-100.html?fbclid=IwY2xjawG2apFleHRuA2FlbQIxMAABHSC9oV1ygnE2SUqxXtvkwzOA2aNZuTc-Ju0SQwllz4y5G6MIcFxn_XVWmQ_aem_3bQoEVWLRwgdQw-lw3RRVA

https://www.ksta.de/region/rhein-sieg-bonn/rheinland-pfalz-wolf-aus-leuscheider-rudel-soll-abgeschossen-werden-908725

https://www.rhein-zeitung.de/lokales/kreis-altenkirchen/vier-jungtiere-tappen-in-fotofalle-neue-welpen-beim-leuscheider-wolfsrudel_arid-2684634.html

https://wolf.nrw/wolf/de/nachweise

https://fawf.wald.rlp.de/index.php?eID=dumpFile&t=f&f=285717&token=2be5a9756170e405d54b4596353906af963f85c5

http://r

https://wolfsschutz-deutschland.de/?s=Leuscheider+Rudel

 

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung

Für Spenden ab 20 Euro gibt es ganz neu unseren exklusiven Wolfskalander für 2025. Wie das Bestellen funktioniert, ist hier ganz genau erklärthttps://wolfsschutz-deutschland.de/2024/09/24/unser-wolfskalender-2025-ist-da/

 

Kein Abschuss, keine Besenderung: Lasst endlich das Leuscheider Rudel in Ruhe!

Erst hieß es Abschuss wegen der Überwindung eines „speziellen Zauns“,  jetzt plötzlich erst mal „nur Besenderung“. Dabei lobte Umweltministerin Eder noch im August den Herdenschutzerfolg mit der niedrigsten Risszahl seit Jahren. Doch nun sollen vier zusätzliche Schafe plötzlich alles ändern? Der „spezielle Zaun“ liegt im Gebiet des Leuscheider Rudels, das zwischen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hin und her wechselt. Mit kaum einem anderen Rudel wurde in der Vergangenheit derart übel mitgespielt, wie mit diesem Rudel. Lesen Sie hier unsere neue Reportage mit Fotos von ganz „speziellen“ Zaunrealitäten vor Ort.

 

Laut Tagesschau soll der auffällig gewordene Wolf im Kreis Altenkirchen einen Sender bekommen. Das hätte Staatssekretär Erwin Manz (Grüne) im Umweltausschuss des Landtags gesagt.

Die Genehmigung für diesen Sender liege vor. Zudem würde das Umweltministerium weiterhin prüfen lassen, ob das Tier abgeschossen werden soll. Laut Ministerium soll der Wolf es geschafft haben, einen  „speziellen Zaun“ zu überwinden und vier Schafe zu reißen, und zwar am 8. September in Mehren im Kreis Altenkirchen im Westerwald, heißt es in dem Artikel der Tagesschau.

Seit Jahren will man das Leuscheider Rudel bereits besendern. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. hatten auch in der Vergangenheit stets dagegen protestiert und stattdessen Weidetierhalter aufgefordert, endlich ihre Tiere zu schützen. Seit Jahren schon versucht man erfolglos, das Rudel besendern. Dabei sind Narkosen für Wölfe gefährlich und auch die Sender sind von Kriminellen hackbar. Bei der kriminellen Energie, die dort im Gebiet des Rudels auf beiden Bundesländern herrscht, kann man sich leicht ausmalen, dass ein besenderter Wolf dort nicht mehr lange zu leben hat.

Niedrigster Stand der Wolfsrisse in 2023

„Unser Umgang mit dem Wolf zeigt Erfolge“, sagte Umweltministerin Katrin Eder noch Ende August auf einer Pressekonferenz in Mainz.  Durch gezielte Präventionsmaßnahmen sei die Anzahl der Risse an Haus- und Nutztieren deutlich gesunken. „2021 hatten wir mit 101 Rissen die meisten in der Geschichte von Rheinland-Pfalz. Seitdem sind die Zahlen konstant auf lediglich 16 Risse in diesem Jahr gesunken. Effektiver Herdenschutz durch Zäune und Herdenschutzhunde und durch die gute Zusammenarbeit mit Tierhalterinnen und Tierhaltern zeigten, dass Konfliktpotenziale weiter reduziert und die Herden vor dem Wolf und der Wolf vor dem Menschen geschützt werden konnte. Dieser Erfolg ist auch die Erfolgsgeschichte des KLUWO – des Kompetenzzentrums Luchs und Wolf – das seit dem Oktober 2021 den Herdenschutz vorantreibt“.

Geringer Wolfsbestand in RLP

In Rheinland-Pfalz leben nach Angaben des Landes aktuell nur vier erwachsene Wölfe und eine unbekannte Zahl von Jungtieren. Der Westerwald, die westliche Eifel und der Taunus an der Grenze zu Hessen gelten als Präventionsgebiete. Für Präventionsmaßnahmen hat das Land zuletzt pro Jahr rund 800.000 Euro bewilligt.

Vier zusätzliche Schafe sollen nun den Wolf als Problemtier darstellen?

Nun soll durch einen weiteren Riss plötzlich der Herdenschutzerfolg in Frage gestellt sein? Wir haben uns am Ort des Geschehens einmal umgeschaut und tatsächlich sehr viele völlig ungeschützte Weidetiere vorgefunden. Auch die Reste eines wolfsabweisenden Zauns haben wir entdeckt. Ob dies tatsächlich der „spezielle Zaun“ gewesen sein soll, können wir nicht mit Sicherheit sagen. Allerdings wirken auch wolfsabweisende Zäune eben nicht mehr wolfsabweisend, wenn keine Spannung auf ihnen ist.

 

Schafe und Ziegen hinter Doppelstegmattenzaun (so genannter Legizaun). Von innen nur teilweise mit einem zusätzlichen Netz gesichert und ohne Untergrabschutz. Das Netz müsste zudem außen sein.

 

Legizaun ohne Untergrabschutz.

 

Hier ohne zusätzliches Netz innen. Wobei das Netz auch außen angebracht werden müsste.

 

Schafe und Ziegen nur hinter einem Legi-Zaun ohne Untergrabschutz, teilweise mit zusätzlichem mobilen Netz innen. Innen macht dieses Netz aber keinen Sinn. Es müsste nach außen, um Beutegreifer oder Hunde daran zu hindern, den Zaun zu untergraben.

 

Auch zu einer Böschung mit kleinem Bachlauf kein Untergrabschutz

 

 

Gegenüber der Legi-Weide fanden wir Reste eines mobilen, wolfsabweisenden Netzes um eine Wiese herum vor.

 

Auf dieser Wiese gegenüber der Legi-Weide fanden wir Reste eines wolfsabweisenden Netzes vor.

 

Durch Grasbewuchs könnte die Stromzufuhr unterbrochen gewesen sein.

 

Daneben ein Grundstück nur mit Wildzaun umschlossen. Am Tor kein Untergrabschutz. Wir wissen aber nicht, ob auf dieser Weide auch Tiere untergebracht waren.

 

Hier ein Zaun in Mehren in Ortslage. Auf der einen Seite Holzlatten auf der anderen ein 90-Zentimeter-Netz. Am Tag der Sichtung des Zauns befanden sich keine Tiere darauf. Wir wissen auch nicht, ob dies der „spezielle Zaun“ in Mehren gewesen sein soll.

 

Hier die Vorderseite des Zauns, bestehend aus Holzlatten.

 

Die Gemeinde Mehren…

 

…liegt eingebettet zwischen Wäldern, Tälern und freien Flächen mit Feldern.

 

Eine Geschichte von Rissprovokationen und Hass

Dabei gab es ursprünglich einmal zwei Rudel in den Gebiet. Bei dem einen „verschwand“ die Mutter, worauf der Rüde mit einer zweiten Fähe ein weiteres Rudel, das Leuscheider Rudel, gründete. Danach verschwand auch er. Das zweite Rudel verschwand auch komplett von der Bildfläche. Die Fähe GW1415f gründete mit einem in Bayern erstmals nachgewiesenem Wolf, nämlich GW1896m, eine neue Familie. Im vergangen Jahr „verschwand“ auch GW1415f. Die Mutter der aktuellen Welpen ist GW1999f, eine Tochter.

Man kann annehmen, dass Kriminelle es wohl eher auf den Vaterwolf GW1896m abgesehen hatten, da dessen Abschuss besonders vehement von einem Bioschäfer gefordert wurde, der selbst überhaupt keinen Wolfsriss zu verzeichnen hatte. Seither wurden viele Welpen des Rudels überfahren, man rief zur realen Verfolgung des Rudel in einem Waldgebiet auf und man forderte völlig ungeniert dazu auf, die Tiere mit Steinsalz in Schrotladungen zu beschießen.  Steinsalz soll sich angeblich im Körper auflösen, die Tiere, wenn sie nicht gleich sterben, vergiften und später soll das Steinsalz nicht mehr nachweisbar sein. Auch zu Giftanschlägen mit Backzutaten rief man auf.

Statt diese offensichtlich kriminellen Machenschaften zu verfolgen, will man nun der Lobby wohl entgegenkommen und ihr endlich ihren Wolf vor die Flinte liefern?

 

Überall wird stark gejagt.

 

Es findet sich Hochsitz an Hochsitz.

 

Am 29. September titelte die Tageschau noch so:

Am vierten Oktober wurde der Artikel plötzlich geändert:

 

Was ist zwischendurch passiert?

Wir von Wolfsschutz-Deutschland kündigten unseren Reportage über das Gebiet auf Facebook an. Ein Schelm, der Böses dabei denkt

Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Es wird gerade mal wieder über eine Abschussgenehmigung für den Vaterwolf des Leuscheider Rudels auf der RLP-Seite nachgedacht. Wir sind vor Ort und haben fast nirgendwo gesicherte Tiere gefunden. Mehr in Kürze auf unserem Blog auf www.wolfsschutz-deutschland.de
Wir freuen uns sehr über neue Mitglieder, die sich vorstellen können, vor Ort in den entsprechenden Regionen (Auch Niedersachsen ist betroffen) aktiv zu werden. Der erste Schritt ist eine Mitgliedschaft bei uns: https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden/

 

 

Um Mehren herum liegen einige Weideflächen. Diese Pferde stehen hinter Wilddraht, mit einer Litze innen. Die Litze, bzw. mehrere Litzen, darunter eine möglichst nah am Boden, müsste allerdings nach außen.

 

Fleischrinder hinter einer extrem niedrigen Einzäunung. Hier ist ein Bulle dabei, der für Spaziergänger gefährlich werden könnte.

Weiter im Gebiet des Rudels auf der Seite von RLP

 

Damhirsche nur hinter Wilddraht. Sie werden in der Regel zum Schlachten und nicht als Streicheltiere gehalten.

 

Ziegen und Gänse ohne Untergrabschutz nur mit Wild- und Maschendraht im Revier des Leuscheider Rudels.

 

Ein Hasendraht sollte wohl die Gänse vor Füchsen schützen, doch der Draht hat sich teilweise abgelöst.

 

Kein Untergrabschutz.

 

Hinten ist das Gehege sozusagen „offen“. Am Bachlauf nur rudimentär mit Wilddraht ohne Spannung gesichert.

 

Ein Team von Wolfsschutz-Deutschland e. V. im Gebiet des Leuscheider Rudels auf der Seite von Rheinland-Pfalz unterwegs, um aktive Mitglieder zu unterstützen.

Warum nicht endlich schützen?

Vor Ort kam es dieses Mal nicht zu tätlichen Angriffen auf uns und auch nicht zu Beleidigungen uns gegenüber. Mit einigen Haltern waren sogar Gespräche möglich. Man wollte nicht belehrt werden, war eine der Aussagen, die wir sogar nachvollziehen können. Es sei Privatangelegenheit, wie die Tiere geschützt würden. Wichtig sei es gegen Ausbruch der Weidetiere zu schützen. Wenn der Wolf einbreche, müsse er halt geschossen werden. Wir können diese Einstellung nur schwer nachvollziehen, denn wie gesagt, stellt das Land eine hohe Summe an Geldern für den Herdenschutz zur Verfügung. Aber eine komplizierte Formulare und zu wenig Zeit wären auch ein Grund dafür, dass immer noch nichts beantragt worden wäre.

 

Gebiet des Leuscheider Rudels. Gegenüber gab es vor einem Jahr einen Rissvorfall. Hier können Hunde und Wölfe praktisch überall durch. Die Halter hatten allerdings bislang keinen Vorfall.

 

Schafe, Mutterkuh mit Kälbchen und Hühner auf einer großen gemeinsamen Weide. Ein Schutz ist praktisch nicht vorhanden. Überall Kletterhilfen.

 

Innen ist teilweise eine unter Spannung stehende Litze angebracht, die aber nicht durchgehend ist. Statt innen müsste sie außen angebracht sein.

 

Schafe, Ziegen, Hühner sowie eine Mutterkuh und ein Kälbchen praktisch ohne Schutz.

 

Auch auf der Seite von RLP gibt es Wandermöglichkeiten.

 

 

Mit Schnüffelnase Liv auf Spurensuche.

 

Definitiv keine Wolfslosung ist das, was Liv hier gefunden hat. Was so alles im Wald verloren geht?

 

Das Wolfsrevier im Landkreis Altenkirchen zeichnet sich durch eine hügelige Landschaft mit vielen offenen Flächen und Waldgebieten aus.

 

Es gab an dem Tag wohl auch eine Unwetterwarnung und wir wurden vom Regen etwas überrascht. Aber mehr als starker Regen war nicht zu spüren. Später kam schnell die Sonne wieder heraus.

 

Mystische Einblicke in den Wald bei Starkregen.

 

Schafe nur hinter Legi-Zaun ohne Untergrabschutz.

 

Pferde hinter zwei Minilitzen.

 

Kühe hinter nur einer Litze

 

Viele Menschen stellen sich vor, dass in dem Gebiet praktisch Weide an Weide liegen würden. Das stimmt nicht. Auch hier müssen die Weiden regelrecht gesucht werden. Dass Wölfe die Weidetierhaltung gefährden würden, ist ein Märchen, da die meisten Nutztiere ihr Leben in Ställen fristen müssen.

 

Der Herbst zieht ein ins Wolfsrevier.

 

Starke Rodungen sind auch in diesem Gebiet zu entdecken.

 

Wieder einmal als Fazit:

Solange Wolfsabschüsse als Problemlösung angeboten werden, solange wird es Weidetierhalter geben, die Wolfsrisse provozieren, um Wolfsabschussgenehmigungen zu erlangen. Nur Null-Wolfsabschuss motiviert wirklich zu Weidetierschutz. Auch sollten endlich Strafzahlungen für Weidetierhalter diskutiert werden, die den Schutz ihrer Weidetiere verweigern  und Risse provozieren.

Auch sollten endlich ernsthafte Ermittlungen in Punkto Wildtierkriminalität begonnen werden. Nachbarländer wie Italien machen es vor, wie es möglich ist, Täter dingfest zu machen.

 

Wir brauchen finanzielle Unterstützung

Es ist leider Fakt, dass der Schutz der Wölfe in Zukunft wohl immer mehr über Gerichte durchgesetzt werden muss. Deshalb brauchen wir auch dringend finanzielle Unterstützung. Unser Verein wird nicht staatlich gefördert, was uns zum einen tatsächlich auch sehr unabhängig macht, zum anderen aber natürlich auch finanzielle Probleme bereitet.

Schon kleine, regelmäßige Beiträge, wie z. B. ein monatlicher Dauerauftrag von 5 Euro können uns helfen. Seit Vereinsgründung vor fünf Jahren standen wir ohne wenn und aber und politische Winkelzüge auf der Seite der Wölfe und wir widersprachen unerschrocken Politkern ebenso wie anderen Verbänden. Gerade in diesen schweren Zeiten ist ein Verein wie der unsere essentiell.

Wolfsschutz-Deutschland e.V.

Berliner Sparkasse

IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84

BIC BELADEBEXXX

Auch Paypal ist möglich: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

 

 

Quellen:

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/land-prueft-abschuss-von-wolf-im-kreis-altenkirchen-100.html

https://mkuem.rlp.de/service/pressemitteilungen/detail/katrin-eder-herdenschutz-wirkt-durch-gezielte-praevention-gibt-es-weniger-schaeden-durch-woelfe

 

Weitere Reportagen als Chronik über das Leuscheider Rudel:

https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/02/06/nachwuchs-bei-den-woelfen-des-leuscheider-rudels-im-westerwald-nachgewiesen/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/01/18/nrw-wolf-bei-eitorf-tot-gefahren-leuscheider-rudel-soll-besendert-werden/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/03/19/wolfsschutz-deutschland-e-v-gegen-absurden-abschuss-von-woelfen-aus-dem-leuscheider-rudel/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/03/25/rlp-leuscheider-rudel-es-war-kein-wolf-fakenews-zu-angeblichem-kaelberriss/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/04/30/rlp-leuscheider-rudel-angriff-auf-vorstand-von-wolfsschutz-deutschland-e-v-bei-recherche/

Fixe Fakten 06/23: Kurznachrichten aus Deutschland, Österreich und Italien

In unseren „Fixen Fakten“ geht es dieses Mal um ganz viel Politik, einen Journalisten, der dem Bauernverband in einer Bundespressekonferenz Lügen und Propaganda attestiert, Jäger die in Niedersachsen Wölfe schießen wollen, aber gleichzeitig auch weiter offiziell das Monitoring weiter machen wollen, eine Zeitung, die Forderungen von Reitern, Jägern und Bauern als irr bezeichnet, unser Nachbarland im Abschusswahn, mehr von Schweinen, Fischottern und auch Bären. Und wir fordern von den Jägern in Niedersachsen die Abgabe des Wolfsmonitorings.

 

Österreich setzt sich über EU-Recht hinweg

Der vierte Wolf sei abgeschossen worden. Weitere sieben  Wölfe stünden zudem bereits auf der Abschussliste, schreibt der Standart. Mit diesem Wahllosabknallen von Wölfen verstößt Österreich gegen geltendes EU-Recht, denn auch Österreich hatte den bindenden EU-Vertrag mit unterschrieben. Doch wo kein Kläger, da kein Richter. Der WWF könnte und müsste in Österreich unserer Ansicht nach klagen: https://www.krone.at/3019747?fbclid=IwAR13dvCvycl3BfsUVumTj6zbVsmIi_a0TUcMkAIAIMtxyBB0cnWU8bJaaJU

Zum Thema EU-Recht ist auch diese Antwort von der EU-Kommission auf eine Beschwerde von uns interessant: https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/05/25/falscher-wolf-erschossen-ermittlungen-gegen-jaeger-in-brandenburg/

 

 

Auftakt zur Dialogreihe Wolf

Heute beginnt die Dialogreihe Wolf, zu der die Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) mit Bauern und Tierhaltern und Jägern einlädt –  https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2023/070-dialogreihe-wolf.html?fbclid=IwAR2APsdTBctZcaKrjFcpMPDK3vOo3dEu9yfiDPh5wwehtRM1yjGOQlW6Hsc Doch statt sich auf einen Dialog einzulassen, kennt diese Gruppe nur ein Ziel: Wolfsregulierung, sprich möglichst viele Wölfe abzuschießen. So wie es sich die Lobby bislang vorstellt, wird es aber nicht funktionieren. Dazu folgende Aussage eines Sprechers auf der Bundespressekonferenz am 31.05.23. Zitat: Eine Regulierung der Wolfsbestände ist vor dem Hintergrund des Schutzstatus des Wolfes und des Gefährdungsstatus der Deutschen Population nicht möglich.“ Quelle: BPK, Minute 38, Sprecher Zimmermann. Allerdings halten wir es nicht für ausgeschlossen, dass sich die Bundesumweltministerin auf einen anderen „Dreh“ mit der Lobby einigen könnte. Schließlich heißt es nicht nur von Seiten von Steffi Lemke, dass an einem regionalen Bestandsmanagement zu den Wölfen gearbeitet werden würde, nein auch der Niedersächsische Umweltminister Christian Meyer verlautbarte dies in diversen Pressemitteilungen. Nun soll 2025 der Wolfsbestand in Deutschland neu erfasst werden. Soll etwa in einigen Bundesländern der „Gute Erhaltungszustand“ festgestellt werden? Könnte dann durch diesen Trick mit der „Regulierung“ der Bestände begonnen werden? In einigen Bundesländern ist der Wolf ja bereits im Jagdrecht. Bis zur Aufnahme in den Katalog des „jagdbaren“ Wildes wäre es dann nur noch ein kleiner Schritt und man umginge damit auch das strenge EU-Recht?

Hier das Video von „Jung und Naiv „zur BPK. Dazu noch eine sehr aufschlussreiche und pikante Frage bzw. Bemerkung von Tilo Jung zum Bauernverband. Zitat: „Wird der Bauernverband dabei sein? Er hat sich ja in den letzten Monaten eher durch Lügen und Propaganda zum Thema Wolf ausgezeichnet…“ https://www.youtube.com/watch?v=tSp-oBlc1q8

 

Irre Forderungen

Statt Dialog eher ein Monolog von Reitern, Jägern und Bauern. Endlich klassifiziert ein Massenmedium, nämlich der Berliner Kurier, dass solche Forderungen irre sind.  https://www.berliner-kurier.de/berlin/irre-forderung-jetzt-wollen-bauern-und-reiter-ganze-wolfsrudel-abschiessen-li.354083?fbclid=IwAR0bZz7r-132ScKwe9Gr93ECxy_j__KrECESoeMjgfViEnMOL9Mqe-6MF6o

 

Niedersachsen

Auch in Niedersachsen stagniert die Vermehrung, was unserer Meinung nach nicht alleine an besetzten Gebieten liegen kann, sondern auch an illegaler Beseitigung. Dass in Niedersachsen ausgerechnet die Jäger das Wolfsmonitoring machen, obwohl die Landesjägerschaft dem „Aktionsbündnis Aktives Wolfsmanagement“ beigetreten ist, ist an Zynismus kaum noch zu überbieten. Aktives Wolfsmanagement bedeutet nichts anders als schießen statt schützen. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. halten eine solche Jägerschaft für nicht mehr vertrauenswürdig und wir fordern von der Niedersächsischen Landesregierung, das Monitoring in andere Hände zu legen, wie z. B. Rangerstellen dafür zu schaffen. https://www.wolfsmonitoring.com/newsartikel/news/abgeschlossenes-monitoringjahr-2022-2023-vorlaeufige-ergebnisse?fbclid=IwAR1r-2PkLVVXhbf41gcAosAS3fF5nGGclFBdCjL9gcNph237sl02ER2AGxE

 

Gericht untersagt erneut Tötung von so genannter Problembärin in Italien

Bis Ende Juni ist die Tötung der Bärin, die einen Jogger im Trentiono getötet haben soll, ausgesetzt. Dann wird neu entschieden. Tierschützer insistierten, dass es gar nicht diese Bärin gewesen sein soll: https://www.tt.com/artikel/30855514/toetung-von-problembaeren-im-trentino-vorerst-ausgesetzt?fbclid=IwAR0LjUaXEJ53Mjaml-VNX9I3zT4xOD8eh8W1VtBNVxEjGA95p4P1y1RwZro

 

Bärenhysterie in Deutschland

In Deutschland wäre das Schicksal der Bärin wahrscheinlich längst besiegelt. Seit in Bayern ein Bär auf Wildkameras abgebildet wurde, kennt die Angst kaum noch Grenzen: https://www.fr.de/panorama/der-baer-als-des-menschen-wolf-92309257.html?fbclid=IwAR33cMldqRrl8w7mZ9mwZmEYtf9p8U4hDu5FjeF1DrBdgoqjbtqd8gkXKLk

 

Schwein gehabt? Wanderinnen ließen sich aus Angst vor Wölfen mit dem Rettungshubschrauber bergen

Wirklich glaubwürdig schien die wilde Story ja von Anfang an nicht. Jetzt kommt aber heraus, dass es sich bei der gruseligen nächtlichen Begegnung nicht um Wölfe, sondern um Schweine gehandelt hat. Diese waren nämlich ganz in der Nähe ausgebüxt https://www.kleinezeitung.at/kaernten/6294363/Auf-dem-Mirnock_Sind-Wanderinnen-vor-Schweinen-statt-Woelfen?fbclid=IwAR1wyftAG1f1QaDI7TsSeIcrlKldiSkB7DtCrDntaGKh7ttulxjtjDX9LdE

Erstes Wolfsrudel in Schleswig-Holstein

Im Segeberger Forst erwartet das Umweltministerium ein Wolfsrudel. Die Welpen selbst wurden nicht gesichtet, aber die Mutterwölfin mit deutlichem Gesäuge: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Umweltministerium-meldet-Wolfsnachwuchs-im-Segeberger-Forst,wolfsrudel178.html

 

Wolfswelpen sind natürlich Hunde

Diese Geschichte hatte es in unsere „Fixen Fakten“ zu den schlimmsten Fakes geschafft.

Jetzt ist es auch offiziell. Natürlich haben sich die „Wölfe“ als Wolfshunde entpuppt. Schade, dass man dort anfangs nicht auf Fachmeinungen gehört hat. Dies hätte viel Stress, Ärger und auch Hetze gegen Wölfe erspart. Wir drücken den Welpen die Daumen für ein gutes Zuhause.
Leider schüren bestimmte Personen in der Tierschutz- und Hundeszene seit einiger Zeit Hass gegen Wölfe. Allen voraus ein Hundefänger, der in bestimmten Kreisen sehr beliebt ist und dessen Ansichten kaum hinterfragt werden. Einige der wirren Behauptungen beruhen darauf, dass angeblich Wölfe nicht von alleine zurück gekommen wären, sondern sie in Kastenwagen und Kofferräumen überall in Deutschland hin transportiert und dort ausgesetzt werden würden. Dies ist kompletter Unsinn. Es gab wohl mal einen Vorfall, bei dem ein Kastenwagen an der Grenze bei einer Kontrolle aufgefallen war. Man versuchte wohl Fahrräder der Marken „Steppenwölfe“ zu schmuggeln. Wolfshasser kreierten echte Wölfe daraus und schon ging die erfolgreiche Hetze los. Ein anderes Märchen lautet, dass in Deutschland in großem Stil Hunde mit echten Wölfen gepaart werden würden und man diese praktisch überall kaufen könne. Dies ist auch Quatsch, denn Wölfe haben nur ein Mal im Jahr Paarungszeit, nämlich im Spätwinter. Auch Wolfsrüden decken nicht einfach eine läufige Hündin, die in den Wald geschickt wird. Welpen, die jetzt schon so groß sind, wie diese beiden hier, konnten also gar keine Wölfe sein. Auch die Mär, dass sich in Deutschland Leute einfach Wölfe einfangen und dann mit ihnen züchten würden, ist Quatsch. Leider sind viele Menschen immer wieder bereit, solchen Märchen zu glauben.

 

 

Verwaltungsgericht stoppt Tötung von Fischottern in Bayern

Söders Wahlversprechen platzen wie Luftballons. Die per Ausnahmegenehmigung gestattete Tötung von Fischottern an Oberpfälzer Fischteichen verstößt gegen geltendes Recht. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) wies in zweiter Instanz eine Berufung des Freistaats Bayern gegen ein entsprechendes Urteil zurück, wie der VGH mitteilte. https://www.zeit.de/news/2023-05/25/verwaltungsgerichtshof-stoppt-toetung-von-fischottern?fbclid=IwAR3yjQuUV-K_HL-_e53NqTSQED5U4R8uocy8qO0RKst3QuislOZFcrRmfbE&utm_referrer=https%3A%2F%2Fl.facebook.com%2F

 

Leuscheider Rudel ausgelöscht?

Ein weiterer Woolf aus dem Leuscheider Rudel hat eine Zuflucht woanders gefunden. Bei dem durch Hasser verfolgten Rudel ist zuerst der Vaterwolf, dann die Mutter „verschwunden.“ Ein Rudel, das in der Nähe lebte, wurde komplett ausgelöscht. Auch hier verschwand erst die Mutter, der Vater gründete mit der ehemaligen Leuscheider Wölfin ein neues Rudel, bevor auch er „verschwand“ und durch den jetzigen Rüden ersetzt worden war, der nun wieder eine neue Partnerin haben soll. Dieses im Grunde völlig unauffällige Rudel fand keine Ruhe vor Nachstellungen und Hass. Hater riefen zur Verfolgung und sogar zum Beschuss mit Steinsalz auf. https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/junger-wolf-im-westerwald-sesshaft-106.html

Zum Thema auch unsere Reportage aus dem vergangenen Jahr: https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/04/30/rlp-leuscheider-rudel-angriff-auf-vorstand-von-wolfsschutz-deutschland-e-v-bei-recherche/

 

Wolf im Landkreis Kubschütz eingeschläfert

n der Nacht vom 16. zum 17. Mai 2023 sei ein verhaltensauffälliger, kranker Wolf im Vorfeld einer beabsichtigten Vergrämungsmaßnahme von einem Tierarzt eingeschläfert worden, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes Bautzen und Fachstelle Wolf des LfULG. „Der etwa ein Jahr alte Jungwolf – gezeichnet von starker Räude, einem schlechten Ernährungszustand und einer Verletzung des linken Hinterbeins – hatte seit Anfang Januar für Aufsehen und Verunsicherung innerhalb der Bevölkerung gesorgt, als er mehrere Ortsteile der Gemeinde Kubschütz im Landkreis Bautzen regelmäßig aufsuchte. Zudem nutzte er im Ortsteil Baschütz mehrfach ein Strohlager als Schlafplatz und suchte Schutz vor den winterlichen Witterungen. Im Ortsteil Jenkwitz konnte der Wolf mehrfach bei der Futtersuche auf einem Kompost- beziehungsweise Misthaufen beobachtet werden. Hier geht es zur PM: https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/1066538

Wir kennen die genauen Hintergründe nicht. Allerdings gibt es zur Behandlung von Räude drei wirksame Medikamente. Vergleichbar geschwächte Tiere wurden in den Nachbarländern Polen, Italien und Tschechien bereits wieder aufgepäppelt und danach in die Freiheit entlassen.

 

 

 

 

Fixe Fakten Ausgabe 05/23 – Kurznachrichten aus Deutschland, Österreich, Schweden und Tschechien

In unseren Kurznachrichten beleuchten wir dieses Mal die von der Agrar- und Jagdlobby immer mehr angegriffene Wolfspolitik in Deutschland und Europa; wir berichten über tote Wölfe; es gibt Neuigkeiten von Wolf Bubla; Unterlassene Hilfeleistung bei einem Wolf in Sachsen; einen Spendenaufruf für ein autistisches Kind und wir suchen Aktive und einiges mehr. Es lohnt, hier herein zu klicken.

 

Wende in Wolfspolitik in Deutschland und EU?

Zufälle gibts! Anscheinend fressen sich die Wölfe wieder einmal durchs ganze Land, will man tendenziösen und im wahrsten Sinne des Wortes „reißerischen“ Berichten in Lokal- und Massenmedien Glauben schenken. Auffallend sind gleichzeitig erneute Angriffe der Jagd- und Bauernlobby auf den Schutzstatus der Wölfe. Wir warnen vor dieser Entwicklung bereits Anfang Januar. Siehe Link mit einem irritierenden Zitat aus einem Antwortschreiben der EU: https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/01/14/beginnt-das-grosse-wolfskillen-bald-auch-in-deutschland/

Will man erlauben, Wölfe abzuschießen ohne am Schutzstatus selbst etwas zu ändern?

Tatsächlich haben nur sechs von 16 Bundesländern auf der Agrarministerkonferenz in Büsum https://www.agrarministerkonferenz.de/Presse.html für eine Abschwächung des Schutzstatuses der Wölfe gestimmt.

Die EU-Kommission soll jetzt aber sogar gegenüber Europaparlamentariern der Volkspartei bestätigt haben, sie sie Wolfsentnahmen aufgrund Managementplänen nicht mehr grundsätzlich ablehne. Von der Leyen habe als Beispiel Schweden genannt. Allerdings verschwieg sie dabei wohl, dass gegen Schweden seit Jahren ein Verfahren der EU läuft.

Weitere Quelle: https://www.agrarheute.com/land-leben/wolf-duerfen-eu-laender-population-eingreifen-605335

Aber  die Verfahren der EU gegen Schweden schleppen sich dahin, ohne das etwas passiert, Nach vielen Beschwerden wurde nun ein Ombudsmann eingeschaltet.
Textübersetzung: WOLVETID HAT DEN EU-OMBASSADOR BEKOMMEN, EINEN FALL GEGEN DIE EU-KOMMISSION FÜR IHRE EINSAMHEIT IM FALL GEGEN DIE ILLLEGALE LIZENZJAGD DER SCHWEDEN
Der ursprüngliche Fall, der 2010 begann und mittlerweile über 12 Jahre gedauert hat, ist immer noch nicht abgeschlossen. Es hat vielen schwedischen Wölfen das Leben gekostet.
Ulvetid hat sich zweimal bei der Kommission über die illegale Lizenzjagd Schwedens beschwert. Beide Male haben sie angekündigt, unsere Beschwerde einzureichen, da sie sich noch mit dem Fall von 2010 befasst haben.
Wolvetid hält es für untragbar, dass ein Fall noch so viele Jahre weitergehen darf. Wir haben uns deshalb beim EU-Ombudsmann beschwert, der nun beschlossen hat, einen Fall gegen die Kommission einzuleiten. Ein Treffen zwischen der Kommission und dem Bürgerbeauftragten wird voraussichtlich in diesem Monat stattfinden. Wir warten gespannt darauf, wie das Treffen ausgeht.
Die schwedischen Wölfe sind auf Bruder/Schwester-Ebene inzucht, daher ist der Bestand sehr fragil. Eigentlich so fragil, dass die schwedische Professorin für Populationsgenetik an der Universität Stockholm, Linda Laikre, während eines Vortrags in Stockholm, den Helle und ich gesehen haben, erklärte, dass es in 10-20 Jahren wahrscheinlich keine Wölfe mehr in Schweden geben wird, wenn es keine Änderungen im schwedischen Wolfsmanagement.

Da kommt es doch gerade auch zupass, dass in Bayern in Baden-Württemberg scheinbar die Welt wegen jeweils eines Wolfspaares unterzugehen scheint. https://www.merkur.de/lokales/garmisch-partenkirchen/landrat-warnt-almbauer-sorge-wolf-paar-rudel-paarungszeit-garmisch-partenkirchen-ammertal-region-92180615.html?fbclid=IwAR2pa-LshcQQPkosKZNF6pedf1KohIz6Qs39VpjPHp8Ijd18OQskrRCMmF0

Dass er der Meinung ist, in den bayerischen Alpen und im Oberland müsse man sich entscheiden zwischen dem Wolf auf der einen Seite und Almwirtschaft, Viehhaltung und Kulturlandschaft auf der anderen, damit hat der Garmisch-Partenkirchner Landrat Anton Speer (FW) schon seit Monaten nicht hinter dem Berg gehalten. Nun hat Speer einen lange vorbereiteten Antrag auf Abschuss aller jetzt und in Zukunft im Landkreis lebenden Wölfe gestellt und dieses Schreiben am vergangenen Donnerstag höchstpersönlich der Regierung von Oberbayern zugestellt.

https://www.sueddeutsche.de/bayern/bayern-garmisch-partenkirchen-wolf-abschuss-1.5769525

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.baden-wuerttemberg-wolfspaar-gesichtet-kommt-es-zur-rudelbildung.f032b2ef-72ab-43a9-91b8-b7158d7c2c76.html#:~:text=In%20Baden%2DW%C3%BCrttemberg%20gelten%20derzeit,nach%20sechs%20Monaten%20gefunden%20wird.

Dass man der Lobby entgegenkommen will, scheint sich auch in Niedersachsen zu bestätigen. Zitat aus einer Pressemitteilung des Grünen Umweltministeriums:  „Im Koalitionsvertrag der rot-grünen Landesregierung wurde vereinbart, dass Niedersachsen an einem Konzept der Bundesregierung für ein europarechtskonformes und regional differenziertes Bestandsmanagement des Wolfes intensiv mitarbeiten will. In diesem Zusammenhang soll auch ein „Aktionsplan Weidetierhaltung und Wolf“ erarbeitet werden. https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/pi-006-dialogforum-weidetierhaltung-und-wolf-218972.html

Wir sehen hier überhaupt keinen Grund, Entwarnung zu geben, aber noch können Wölfe hier in Deutschland nicht so einfach „reguliert“ werden.

Ganz anders läuft es in

Österreich

Im österreichischen Bundesland Tirol können die in Europa eigentlich streng geschützten Wölfe künftig wesentlich leichter abgeschossen werden. Der Landtag beschloss mit breiter Mehrheit eine Änderung des Jagdgesetzes. https://www.allgaeuer-zeitung.de/oesterreich/wolf-abschuss-tirol-erleichtert-schiessen-von-woelfen-in-oesterreichischen-alpen_arid-532647

 

 

Diesen Spendenaufruf für den Sohn des verstorbenen Biologen Clemens Arvay unterstützen wir gerne

Spendenaufruf des österreichischen Psychiaters Dr. Bonelli
Clemens Arvays Sohn Jonny ist im Sommer 2014 geboren. Er ist autistisch, hat eine globale Entwicklungsverzögerung und eine Muskelhypotonie.
Er ist auf einer sehr hohen Pflegestufe und wird sein Leben lang von der Betreuung anderer abhängig sein. Die Mutter von Jonny ist auf Grund des hohen Pflegeaufwands von der Arbeit frei gestellt und lebt daher, im Moment, von der Mindestsicherung.
Wir wünschen uns für Jonny, dass er auch trotz Clemens‘ Tod, sein Leben lang bestmöglich versorgt sein wird und die Pflege und Therapien bekommt, die er verdient. Das könnt ihr unterstützen indem ihr entweder direkt für Jonnys Zukunft spendet, oder eines von Clemens‘ Büchern kauft. (Der Großteil des Geldes beim Kauf eines Buches geht allerdings an den Verlag.)
Arvay Rosa Maria , Bank Austria , AT02 1200 0100 2724 0307 (BIC: BKAUATWW) – bitte unbedingt den Vermerk „für Jonny“ angeben.
2. Zum Rufmord von Clemens
Wenn Sie Artikel, Twitter-Posts etc. mit abfälligen Äußerungen über Clemens haben, senden Sie uns diese bitte an: office@rpp-institut.com – https://www.youtube.com/watch?v=QH8fJ9Z8DRQ

Zäune wirken

Dieses anschauliche Video aus den Niederlanden belegt ganz deutlich, dass Wölfe eben nicht einfach mal so über die Zäune springen, wie Wolfshasser immer wieder behaupten. Dieser Wolf sieht sehr schnell ein, dass sich diese Beute nicht lohnt. Auf dem Zaun ist genug Spannung, die der Wolf zu spüren bekommt. Ein typisches Verhalten. Wölfe sind Opportunisten und sie wenden sich schnell lieber leichterer Beute zu. https://www.nu.nl/280759/video/elektrisch-hek-beschermt-schapen-tegen-wolf-op-de-veluwe.html?fbclid=IwAR1BdLZC20ln-xa57UWCYwn248mFNQ0IWsPDNTuh0wySAhhi8YIPnuoVjBc

 

Herdenschutzhunde zu verkaufen

Eine Betreiberin eines Gnadenhofes, die selbst Herdenschutzhunde züchtet, verkauft diese auch an interessierte Weidetierhalterinnen und Weidetierhalter: https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/herdenschutzhunde/2405126888-134-1496?utm_source=sharesheet&utm_medium=social&utm_campaign=socialbuttons&utm_content=app_android

 

Einblicke aus einer unserer Wildkameras

 

 

Sachsen

Krankem Wolf bei Kubschütz wird nicht geholfen. In Italien, Tschechien und Polen würde dieser Wolf eingefangen, aufgepäppelt und wieder frei gelassen werden. – https://www.saechsische.de/bautzen/kranker-wolf-kubschuetz-wohnhaeuser-5839895-plus.html?fbclid=IwAR3vMq9psKDixNb9rVv2kWAej15Jmst9iV5BYL6ME2gl4-VVhbDn2YZLDw0

Am 7. März wurde der Wolfsrüde GW1737m im Territorium Halbendorf im Landkreis  Görlitz tot aufgefunden. Die Todesursache ist unklar. Bundesweit gab es seit Anfang des Jahres bis heute 43 Totfunde. Davon 32 Verkehrsunfälle.

Sachsen-Anhalt

Bei einem in Magdeburg tot aufgefundenen Wolf, mit erst unklarer Todesursache stellten sich nun Bissverletzungen heraus.

Niedersachsen

Ein toter Wolf ist Ende März auf einem Parkplatz in Gifhorn gefunden worden. Das Tier habe schwere Verletzungen unter anderem am Kopf gehabt, teilte die Polizei in Gifhorn mit. Die Beamten zogen einen Wolfsberater hinzu – nach ersten Ermittlungen am Fundort des toten Tieres wurde ein Strafverfahren wegen Jagdwilderei und Verstoßes gegen das Naturschutzgesetz eingeleitet. Die Polizei sucht nun nach möglichen Zeugen.

Hier müssen wir das Ergebnis der Untersuchung des Leibnitz-Institutes abwarten. Wenn sich eine illegale Tötung heraus stellen sollte, stellen wir wieder Strafanzeige und loben eine Belohnung für Hinweise zur Ergreifung des Täters aus. https://www.msn.com/de-de/nachrichten/panorama/toter-wolf-mit-schweren-verletzungen-gefunden/ar-AA191Nt6?ocid=winp1taskbar&cvid=39bf76ee5e3f4ad1902753b5aa2e1d25&ei=87&fbclid=IwAR29Eikcfv9hTu-GE_xKFNGEb8YIIOTj4VD-F-4v2jjMXYLu6N5odZWwVTI

http://www.dbb-wolf.de

Tschechien

Zum geretteten Wolf Bubla gab es in den vergangenen Wochen widersprüchliche Nachrichten. Während Jäger ihn total abgemagert und entkräftet gesehen haben wollten, gibt ein Bericht vom 17. März aus Tschechien selbst Entwarnung. Hier Teile aus dem Bericht ins Deutsche übersetzt:

Bubla soll fit sein
„Den Bildern vom 24. Februar zufolge scheint der Wolf in guter Verfassung zu sein und sich für Duftmarken im Territorium seines Heimatrudels sowie für andere Individuen zu interessieren, die unabhängig voneinander vor und nach seinem Besuch eingefangen wurden“, schreiben die Naturschützer von Rainbow Movement auf ihrer den Raubtieren gewidmeten Website.

„Ich habe in der Vergangenheit wiederholt einige der Orte verifiziert, an denen sich die telemetrisch verfolgten Wölfe häufig aufhalten. Ich habe Überreste von Beutetieren, Blut, Knochen oder Kot gefunden. Obwohl es nicht einfach war, anhand der Spuren mit Sicherheit zu bestätigen, dass mehrere Wölfe anwesend waren, habe ich anhand der Beuteverzehrsraten geurteilt, dass der Wolf an diesen Orten nicht allein fraß. Außerdem bewegte er sich häufig in sehr unzugänglichem Gelände und es gab keine Anzeichen dafür, dass er in irgendeiner Weise körperlich behindert war. Die aktuellen Bilder aus den Fotofallen bestätigen, dass der Wolf in guter Verfassung ist und die Entscheidung, ihn freizulassen, richtig war“, sagt Štěpánka Kadlecová von der Bewegung „Regenbogen der Bestie“, die seit langem das Wolfsmonitoring im Erzgebirge koordiniert.

Die Redaktion von Deník wandte sich an Miroslav Kutal vom Institut für Waldökologie in MENDELU, den Leiter des multidisziplinären Teams, das die Mendel-Universität im Rahmen eines internationalen Projekts ins Leben gerufen hat. Das Team unter der Leitung von Kutal soll die Koordination des Projekts in der Tschechischen Republik übernehmen, bei dem es nicht nur um das Verständnis der Interaktionen zwischen Mensch und Wolf in europäischen Kulturlandschaften geht, sondern auch darum, potenziell kritische Situationen zu verhindern. Die Redakteure schickten ihm Fotos von Bubla, die von Jägern zur Verfügung gestellt wurden.

„Er ist ein rehabilitierter Wolf, den wir freigelassen haben. Er ist offensichtlich in guter Verfassung. Die Tatsache, dass er zu den Jägern geht, ist kein Hinweis darauf, dass er verwahrlost ist“, antwortet der Experte der Mendel-Universität. „Wir wissen, dass das Halsband eine Fehlfunktion hat. Es sendet seit einem Monat keine Daten mehr. Aber der Wolf ist nicht abgemagert und befindet sich in einem ähnlichen Zustand wie andere Tiere. Die Tatsache, dass er allein an den Fotofallen registriert wurde, bedeutet nicht, dass er allein läuft. Diese Bilder beweisen nicht, dass das Rudel ihn nicht akzeptiert hat. Der Wolf lebt seit zwei Monaten in freier Wildbahn und wir registrieren keine Probleme“, sagt er.

Bubla abzuschießen wäre das Schlimmste
Im Zusammenhang mit Bublas Auftauchen in der Nähe von Karlovy Vary und der Information, dass er dahinvegetiert, sind Theorien darüber aufgekommen, ob er in einem Gehege besser aufgehoben wäre, wo er reichlich Futter hätte. „Bubla hatte großes Glück, dass er gefunden wurde und dass ihm geholfen wurde. Er wurde wieder zum Leben erweckt und konnte dorthin zurückkehren, wo er hingehört, nämlich in die Wildnis. Einen in der Wildnis geborenen Wolf, der eine Präge- und Sozialisierungsphase in der Wildnis durchlaufen hat, einzusperren, wäre das Schlimmste, was dieser Kreatur passieren könnte. Selbst der Tod ist nur eine Frage der Zeit. Die Öffentlichkeit war aktiv an der Rettung beteiligt, und sie endete mit einem Happy End. Im Moment gibt es keinen Grund, dem Wolf dieses Geschenk und die Chance auf ein freies Leben vorzuenthalten“, sagt Tanja Askani, die im größten Wildpark Norddeutschlands mit Wölfen arbeitet.

Dieser Meinung sind wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. ebenfalls.

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version) – Hier der Bericht mit Fotos: https://sokolovsky.denik.cz/zpravy_region/vlk-bubla-prisel-k-varum-a-zivori-tvrdi-myslivci-duha-oponuje-ze-se-ma-dobre-202.html?utm_source=facebook&utm_medium=referral&utm_campaign=social_redirection&fbclid=IwAR1xbVrNPW666hi5PTCrNie9YBOPb7gY038TnZZr4fRd0wYQgDFYADXF4VQ

Hier unser Bericht. Wir hatten den Verein auch mit einer Spende unterstützt: https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/01/19/wolf-bubla-zurueck-in-der-freiheit-im-erzgebirge/

 

NRW/RLP

Hier ein kleiner Einblick, in den tagtäglichen Irrsinn und der Hysterie, mit denen auch Ämter und Behörden immer mehr konfrontiert werden. Das Wichtigste steht hier zwischen den Zeilen. Das Leuscheider Rudel scheint in Auflösung begriffen. Wir können uns kaum vorstellen, dass dies freiwillig passiert, Bereits ein zweites Rudel in der Nähe wurde von Kriminellen eliminiert. – https://www.msn.com/de-de/nachrichten/panorama/es-gibt-keine-guten-und-bösen-tiere-kölner-forstbehörde-prüft-ansiedlung-eines-wolfs-in-holweide/ar-AA191teT?ocid=winp1taskbar&cvid=d29180c6cf7b4e3aaf10e29a1c20c87f&ei=626&fbclid=IwAR0r5zrbyF0nQV1S_pHvdpwElkmPz796f7wZrv0_2tyudp8Ux5F_HGdsS28

 

Wir freuen uns über Unterstützung

Hier geht es zu unseren Mitgliedsanträgen: https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden/

 

Das Erstellen unserer Reportagen, die Richtigstellungen, die Bewertungen werden mit großem zeitlichen Aufwand und persönlichem Einsatz erstellt. Unser Verein wird nicht staatlich unterstützt, deshalb sind wir auf Spenden angewiesen. Ein monatlicher Beitrag  von fünf Euro in einem Abo hilft uns sehr, unsere Reportagen auch weiterhin werbefrei anbieten zu können und auch unsere aktive Arbeit in den Wolfsgebieten kann weiterhin stattfinden.

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Wolfsland Hessen: Verfolgter Wolf aus dem Leuscheider Rudel findet Zuflucht im Taunus

Es tut sich einiges in den Wolfsgebieten in Hessen. Während das Rüdesheimer Rudel bislang weitestgehend unbehelligt lebt, tun sich in Nordosthessen wahre Untiefen menschlicher Abgründe auf. Ein Wolfspaar hat bei Waldkappel im vergangenen Jahr eine Familie gegründet. Fast zeitgleich ist die dort ursprünglich ansässige Wölfin  Stölzi „verschollen“ und ihr Revier wurde übernommen. Ob sie von Wutbauern beseitigt worden ist, oder durch Revierkämpfe, wissen wir nicht. Fakt ist aber, dass dort eine Panik und ein Hass verbreitet werden, die ihresgleichen suchen. An der Grenze von NRW zu Rheinland-Pfalz haben es Wölfe aber auch nicht leicht. Lesen Sie hier in unserer neuen Reportage die dramatischen Schicksale auch von Jungwolf Butzi und seiner Ursprungsfamilie.

 

Beispielbild Wolf © Brigitte Sommer

 

Über die völlig überzogenen Reaktionen auf die wenigen Wölfe in Hessen berichteten wir ja bereits hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/02/13/rotkaeppchensyndrom-versus-fakten-woelfe-nicht-unter-den-gefahren-fuer-kinder/

Wolfsparadies am Rande des Taunus

Nun haben wir uns aber auch einmal in einem neuen Territorium umgesehen, in dem sich Butzi, ein Jungwolf aus dem Leuscheider Rudel, niedergelassen hat. Seine Familie an der Grenze von NRW zu RLP wird derartig heftig und hasserfüllt verfolgt, dass wir froh sind, dass zumindest dieses Jungtier es geschafft hat, ein Revier in Hessen, nämlich im Raum Butzbach, einzurichten. Wir haben uns einmal in seinem Revier umgesehen und festgestellt, dass er hier gut leben kann, wenn man ihn lässt.

 

Diese Krähe versucht sich wohl auf der erhöhten Position mehr Durchblick zu verschaffen. ©Brigitte Sommer

 

Schnüffelspezialistin Liv auf Erkundungstour.

 

 

Zu dieser Aufnahme vom Nebelwald passt ein Gedicht von Joachim Ringelnatz: „Ein Glück ist niemals erreicht. Mich lockt ein fernstes Gefunkel, mich lockt ein raunendes Dunkel ins nebelhafte Vielleicht.“

 

Der Nebel hüllt noch alles in Kälte, die Vögel allerdings lassen sich nicht davon beeindrucken und singen bereits ihre Frühlingslieder. ©Brigitte Sommer
An diesem Tag gewinnt die Sonne nicht. Der Nebel wird kurz vor Sonnenuntergang wieder dichter. © Brigitte Sommer
Wie in allen Regionen wird auch hier stark gerodet und es werden Waldwege mit dem Einsatz von schweren Maschinen zerstört. © Brigitte Sommer
Morbider Charme am Rande eines Wanderweges. Hier fließen die Touristenströme nicht entlang. ©Brigitte Sommer

 

Faszinierende Eiskristalle an Ginstersträuchen. Dieses Eis wächst dem Wind entgegen. ©Brigitte Sommer

 

Kleine Wanderung durch das Gebiet, das sich der Wolf aus dem Leuscheider Rudel als sein Zuhause ausgesucht hat.

Abseits der Touristengebiete um den Feldberg und Altkönig herum gibt es im Taunus viele Gebiete, die Wölfen ein Zuhause bieten können, wie hier der östliche Taunus. Auch hier gibt es gut ausgebaute Wanderwege, auf denen man aber kaum jemandem begegnet. ©Brigitte Sommer
Der Taunus bietet ein ähnliches Habitat wie die Gegend um den Hohen Schaden an der Grenze NRW/RLP. Hoffentlich findet der Jungwolf hier mehr Frieden als in seiner ursprünglichen Heimat. ©Brigitte Sommer

 

Unterwegs mit Spürnase Liv und einer Freundin von ihr. Liv kann auch Wolfslosung finden. ©Brigitte Sommer

 

 

In der Dämmerung im Nebel präsentiert sich das Gebiet märchenhaft mystisch. © Brigitte Sommer

Faktencheck Weidezaun

Am 24. Januar wurden auf einer Weide zwei tote Schafe gefunden. Kurz danach überboten sich die Massenmedien wieder mit reißerischen Artikeln. Nun stellt sich heraus, dass es wirklich ein Wolf war, der aber noch nicht genau zugeordnet werden kann.

Ende Januar wurden über die amtliche Wolfshotline zwei tote Schafe mit Verdacht auf Wolfsübergriff in Wehrheim im Hochtaunuskreis gemeldet. Eine amtliche Wolfsberaterin und ein amtlicher Wolfsberater dokumentierten den gemeldeten Fall und nahmen mittels Abstrich genetische Proben an den toten Tieren. Anschließend wurden die Genetikproben im wildtiergenetischen Labor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Gelnhausen analysiert. Das Ergebnis der Analyse der Probe bestätigt nun, dass der Übergriff durch einen Wolf verübt worden ist. Hier die PM: https://www.hlnug.de/presse/pressemitteilung/wolfsuebergriff-auf-zwei-schafe-in-wehrheim

Die Genotypisierung der DNA-Proben steht noch aus. Sollte diese erfolgreich sein, ließen sich darüber Rückschlüsse auf das entsprechende Individuum ziehen.

https://www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/wolfszentrum

Hier im Film eine Schafsweide bei Wehrheim. Es könnte die Weide sein, aber wir wissen es nicht mit Sicherheit. Leider schlug uns hier auch der Nebel ein Schnippchen. Es standen hier und auf zahlreichen benachbarten Weiden gar keine Tiere draußen.  Richtigen Schutz gibt es hier gar keinen. Auch ein Reh soll hier von einem Wolf gerissen worden sein, vermuteten einmal wieder Artikel in Massenmedien. Tatsächlich hat aber ein Hund gerissen: https://www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/wolfszentrum

Buchenwald im Nebel. Die ersten Knospen sind schon zu erkennen. © Brigitte Sommer

 

Es gibt viele kleine und große Bäche und auch einige Fischteiche. Durchsetzt ist das Gebiet von Wäldern und Lichtungen, was Wölfe mögen. © Brigitte Sommer

 

Überall plätschern kleine Bäche. ©Brigitte Sommer

 

Auch hier gibt es einen Truppenübungsplatz.

 

Mit dem mobilen Einsatzteam unterwegs: Vorsitzende Brigitte Sommer

 

Wolfsnachweise RLP: https://fawf.wald.rlp.de/de/forschung-und-monitoring-unsere-aufgaben/koordinationszentrum-luchs-und-wolf/wolf/wolfsnachweise-rheinland-pfalz/

Hier ist die tragische Geschichte des Leuscheider Rudels noch einmal nachlesbar:

Rudel verlor erst die Mutter, dann den Vater

Dabei gab es ursprünglich einmal zwei Rudel in dem Gebiet. Bei dem einen „verschwand“ die Mutter, worauf der Rüde mit einer zweiten Fähe ein weiteres Rudel gründete. Danach verschwand auch er. Diese Fähe GW1415f gründete mit einem in Bayern erstmals nachgewiesenen Wolf, nämlich GW1896m, eine neue Familie. Wolf Butzi, der jetzt im Taunus lebt, ist ein Nachkomme dieses Paares.

Seither wird sowohl gegen den Vaterwolf, als auch gegen die Mutter medial gehetzt. Es sei nicht üblich, dass ein Rüde gleich zwei Wölfinnen decken würde, hieß es in diversen Zeitungsberichten. Nun, wenn die eine Wöfin zu Tode kommt, aus welchen Gründen auch immer, ist es aber nun nicht sonderlich erstaunlich.

Brigitte und Lara Sommer mit Spürnase Liv im Herbst 22 auf dem Hohen Schaden, der Heimat des Leuscheider Rudels.

Die Geschichte dieses Rudels lässt vermuten, dass dort die Wölfe von Anfang an beseitigt werden sollten. Wer so viel Überlebenswillen zeigt, hat auch einen Namen verdient, fanden wir. Wir nannten die Eltern Wolfgang und Wolfruna.

Nun wird auch Wolfruna, offiziell GW1415f, seit April des vergangenen Jahres vermisst. Der letzte Nachweis ist vom 06.04.2022. Siehe auch Link oben.

Was Kriminelle noch alles anstellten, um das Rudel los zu werden, ist hier nachzulesen: https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/03/19/wolfsschutz-deutschland-e-v-gegen-absurden-abschuss-von-woelfen-aus-dem-leuscheider-rudel/

Hier weitere Geschichten über Fakes, Hetze und Übergriffe gegen Tierschützer:

https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/03/25/rlp-leuscheider-rudel-es-war-kein-wolf-fakenews-zu-angeblichem-kaelberriss/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/01/18/nrw-wolf-bei-eitorf-tot-gefahren-leuscheider-rudel-soll-besendert-werden/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/04/30/rlp-leuscheider-rudel-angriff-auf-vorstand-von-wolfsschutz-deutschland-e-v-bei-recherche/

Blick ins Gebiet des Rudels Leuscheid:

Berglandschaften wechseln sich hier mit Wiesen und Heidegebieten ab. © Brigitte Sommer

 

Auf den Fotos ist zu erkennen, wie rudimentär die Weiden eingezäunt sind. © Brigitte Sommer
Blick vom Hohen Schaden ins Tal. © Brigitte Sommer
Auch hier wurde viel abgeholzt. ©Brigitte Sommer

 

Territorium „Waldkappel“ in Nordosthessen liegt im Gebiet der Stölzinger Wölfin

Im Bereich des nordhessischen Stölzinger Gebirges gibt es ein neues Wolfsterritorium, das Territorium Waldkappel (WAK). Dies ergibt sich aus dem genetischen Nachweis von zwei der fünf im Juli 2022 per Kamerafalle bestätigten Welpen, wodurch auf die genetisch bereits bekannten Elterntiere rückgeschlossen werden konnte, schreibt das Hessische Umweltministerium heute in einer Pressemitteilung. Der Rüde GW2114m und die Fähe GW1873f wurden bereits mehrfach in Hessen und in der Region nachgewiesen, allerdings nicht an Nutztieren. Sie werden nun für das Monitoringjahr 22/23 als Rudel und rückwirkend für das Monitoringjahr 21/22 als Paar gezählt.

Damit werde klar, dass die so genannte Stölzinger Wölfin (GW 1409f), die bisher im Stölzinger Gebirge als territorial galt, nicht an der Verpaarung beteiligt war, also nicht das Muttertier des neuen Rudels ist. Die Stölzinger Wölfin wurde zuletzt im Oktober 2021 in dem Gebiet genetisch nachgewiesen, im laufenden Monitoringjahr (Mai bis April) allerdings noch nicht. Das Wolfszentrum Hessen (WZH) hat deshalb in Abstimmung mit der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) entschieden, für das neue Wolfspaar und Rudel ein neues Territorium zu benennen. Hier die weitere Pressemitteilung: https://www.hlnug.de/presse/pressemitteilung/neues-wolfsterritorium-in-nordhessen

Ob sich die Stölzinger Wölfin noch in dem Gebiet aufhält, wäre nicht bekannt. Hier ein Blick in das Gebiet in unserer Reportage von 2020. Haben Wutbauern die Wölfin beseitigt? https://wolfsschutz-deutschland.de/2020/10/02/faktencheck-und-zaunkontrolle-stoelzinger-gebirge-hessen-weidetierhalter-schuetzen-nicht-fordern-aber-wolfsabschuss/

Nachweise über Wolfsgebiete in Hessen: Drei Rudel, Waldkappel, Rüdesheim und Wildflecken sowie der Einzelwolf Butzi bei Butzbach und ein Wolfspaar bei Ludwigsau  https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/territorien/karte-der-territorien

Gefällt Ihnen unsere Arbeit? Wir freuen uns über Unterstützung!

Das Erstellen unserer Reportagen, die Richtigstellungen, die Bewertungen werden mit großem zeitlichen Aufwand und persönlichem Einsatz erstellt. Unser Verein wird nicht staatlich unterstützt, deshalb sind wir auf Spenden angewiesen. Ein monatlicher Beitrag  von fünf Euro in einem Abo hilft uns sehr, unsere Reportagen auch weiterhin werbefrei anbieten zu können und auch unsere aktive Arbeit in den Wolfsgebieten kann weiterhin stattfinden.

Wolfsschutz-Deutschland e.V.

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Auch über Paypal sind Spenden möglich. Hier der Link: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Wolfsschutz-Deutschland e. V. wünscht schöne Feiertage für alle

Liebe Wolfsfreundinnen und Wolfsfreunde,

wir wünschen Euch allen ein paar entspannte, ruhige Festtage im Kreis Eurer Lieben. Allen, denen es nicht gut geht, die nicht froh sein können, die krank sind, oder traurig, oder einsam, wünschen wir ein bißchen Frieden und Freude. Auch viele Jungwölfe machen sich jetzt auf einen einsamen Weg und sie verlassen ihre Familie, um sich ein eigenes Revier zu suchen und irgendwann einen Partner, oder eine Partnerin zu treffen, um eine eigene Familie zu gründen. Ihnen wünschen wir Glück und eine sichere Wanderung.

Danke an all diejenigen, die uns auch in diesem Jahr wieder so wundervoll unterstützt haben und die sich weiter für die Rückkehr der Wölfe in ihre Heimat Deutschland einsetzen.

 

 

Auch nach über 20 Jahren ihrer Rückkehr will die Jagd- und Agrarlobby die Wölfe noch immer am liebsten wieder ausrotten. Mit in ihrem Boot sitzen die Medien, die es nicht lassen, mit Fakenews  Panik schürende Artikel zu verbreiten. In diesem Jahr hat die Lobby auch den Druck auf die EU verstärkt. Ziel ist es, den Schutzstatus der Wölfe aufzuweichen. Es gibt aber auch Bemühungen in der EU, Korruption und Lobbyismus einzudämmen.

Unser ganz besonderer Dank geht an unsere aktiven Mitglieder, die sich tagtäglich in den Wolfsgebieten für unsere Wölfe einsetzen. Ihre Arbeit bedeutet vor allem Verzicht. Verzicht auf Likes für Bilder in sozialen Netzwerken und Verzicht auf Angebereien. Wir teilen zwar ab und an Filme und Bilder von Wölfen, aber wir geben nicht einmal mehr das Bundesland an, um nicht ihre Standorte preiszugeben. Wir werden auch weiter Jagd- und Zaunfrevel veröffentlichen und anprangern. Zu ihrer Sicherheit bleiben unsere Aktiven in der Öffentlichkeit anonym. Dass dies notwendig ist und war, zeigen auch wieder die tätlichen Angriffe in diesem Jahr auf unseren Vorstand, der in verschiedenen Gebieten unterwegs war. Vor allem in Rheinland-Pfalz haben wir es mit Kriminellen zu tun, die vor fast nichts zurückschrecken. So ist das große Leuscheider Rudel auf nur noch fünf Wölfe geschrumpft. Die Wolfsmutter ist seit dem Frühjahr verschollen.  In der Nähe lebte ursprünglich ein zweites Rudel, wo erst die Mutter und dann auch der Vater und später das ganze Rudel „verschwand.“ Hier ist seine Geschichte noch mal nachzulesen: https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/03/19/wolfsschutz-deutschland-e-v-gegen-absurden-abschuss-von-woelfen-aus-dem-leuscheider-rudel/

Aber auch in NRW stehen wir vor besonderen Herausforderungen. Dort gab es auch tätliche Angriffe eines Hobbyschäfers im Raum Schermbeck auf uns. Zudem patrouilliert dort eine selbsternannte Bürgerwehr nachts an Weiden entlang. In sozialen Netzwerken schreibt man da sogar, dass Leute mit „Waffenbesitzkarte“ dabei wären. Dazu werden Wolfsfreunde in sozialen Netzwerken von diesen Leuten  beleidigt und gemobbt.

Im TV prahlte eine Reiterin damit, mit einer Waffe im Auto unterwegs zu sein. Wer sich fragt, was dagegen von Polizei und Behörden unternommen wird, der wird keine Antwort erhalten. Eine Aussage des neuen Grünen Umweltministers in Niedersachsen ist vielleicht auch Antwort genug. Er wurde in einer Zeitung damit zitiert, dass Menschen, die offiziell „Problemwölfe abschießen würden“ geheim bleiben müssten, um sie vor „militanten Tierrechtlern“ zu schützen. Eine absurde Situation, denn Angriffe gehen in nahezu allen Bundesländern von radikalisierten Bauern und Jägern aus.

Es ist blanker Hass, der diese Leute antreibt. Der Hass auf ein Tier, in dem sie sich vielleicht widergespiegelt sehen, denn Wölfe sind uns Menschen sehr ähnlich. Kaum einem anderen Beutegreifer wurde so übel mitgespielt wie dem Wolf. So ist es auch eine Wiedergutmachung, den Wölfen eine zweite Chance zu geben. In Ländern, in denen Wölfe nie ausgerottet worden waren, gibt es diesen Hass und auch diese Angst und Panik nicht. Und es gab eine Zeit, in der Menschen und Wölfe Freunde waren.

Doch ganz im Sinne des weihnachtlichen Gedankens, gab es kurz vor Weihnachten auch Menschen, eine Mutter mit ihrer Tochter, die im Landkreis Wittmund,  einem ins Eis eingebrochenen Wolf helfen wollten. Sie riefen die Feuerwehr herbei, doch der Wolf konnte sich selbst befreien. Was zählt, ist das Mitgefühl, das diese beiden Frauen einem Mitgeschöpf entgegen brachten.

 

 

Auf Mitgefühl können Wölfe in Deutschland nämlich kaum hoffen. Verunfallte Tiere werden hier getötet, während sie in Polen, Tschechien und Italien gerettet und in Wildtierstationen wieder gesund gepflegt werden. Wer in Deutschland einem verunfallten Wolf helfen will, würde sich sogar strafbar machen. Armselig für ein Land mit dieser Vergangenheit, wie Deutschland sie hat. Doch es wird noch schlimmer. Hier werden gesunde frei geborere Mischlinge zwischen Wolf und Hund ebenfalls gnadenlos verfolgt und getötet. Behörden verschweigen, dass es Alternativen gibt. In Italien werden solche Tiere sterilisiert und wieder in die Freiheit entlassen. Im Moment wird in Brandenburg und Thüringen, angrenzend Bayern, Jagd auf solche Welpen gemacht. Wolfsschutz-Deutschland e. V. ist der einzige Verein, der hier protestiert. Die Behörden pochen offen auf die „Reinerhaltung“ des Genpools von Wölfen. Und das in Bundesländern, in denen die Grünen die Umweltministerien unter sich haben. Wer wie wir diese Praxis kritisiert, wird von anderen Verbänden gecancelt und gemobbt. Man möchte nicht, dass diese Taten allzu sehr in die Öffentlichkeit gelangen. Genau dies muss aber unserer Ansicht nach öffentlich diskutiert werden. Viele Tierfreunde hofften hier auf die Hilfe von Prominenten, doch sie wurden bitter enttäsucht.

Wolfsschutz-Deutschland e.  V. spendet an Weihnachten eine Summe an eine Wildtierstation in Italien, die einen Wolf nach einem Verkehrsunfall wieder aufpäppelt. Wir sind auch interessiert daran, in eine Auffangstation an der Grenze zu Deutschland einzusteigen und uns finanziell zu beteiligen.

Auch in Sachsen könnten Jungwölfe davon provitieren, wenn dort ein wenig weihnachtliches Gedankengut die Herzen der Behördenmitarbeiter erreichen könnte. In der Nähe von Gablenz übernachten von Räude geplagte Welpen aus diesem Jahr in einer Scheune. Durch die Räudemilben und das damit verbundene Kratzen fällt das Fell aus, das im Winter eigentlich vor Kälte schützen soll. So versuchen sich die Tiere in der Scheune aufzuwärmen. Es stehen drei verschiedene Medikamente zur Verfügung, die die Räudemilben beseitigen. Hier könnte man sie zum Einsatz bringen. Wolfsschutz-Deutschland e. V. könnte sie sogar zur Verfügung stellen. Es wird aber wahrscheinlich damit argumentiert werden, dass man in die Natur nicht eingreifen solle. Ist das so? Warum wurde dann vor ein paar Jahren ein Tierfilmer gefeiert, der in der Antarktis Pinguine in Not gerettet hatte? Haben wir nicht in dem Moment die moralische Verantwortung zu helfen, wenn wir Not erleben und erkennen? Gilt dies nur für Tiere, die mehr Menschen als niedlich und gefahrlos empfinden?

Dafür haben wir es aber immer öfter mit einer Art von Selbstbeweihräucherung zu tun, die Gedanken von Mitgefühl ins Absurde versetzen. Der Wissenschaftler Vince Ebert bringt es in seinem Buch „Lichtblick statt Blackout“ auf den Punkt. Zitat: „Der Soziologe Max Weber prägte vor mehr als 100 Jahren den Begriff der Gesinnungsethik. Der sendungsbewusste Gesinnungsethiker warnt und mahnt. Auf seiner Mission redet er viel von Schuld und Verantwortung. „Jeder kann im Kleinen etwas tun für eine bessere Welt“ sagt er dann und lächelt in die Kamera. Mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, auf Plastikstrohhalme verzichten, oder im Wochenendhaus einfach mal die Glühlampen durch LEDs ersetzen. „Es kann so einfach sein!“ Ein Deckenventilator zum Beispiel verbraucht viel weniger Strom, wenn man vor dem Betrieb die Flügel abschraubt. Manchmal jedoch, nach dem dritten Glas fair-gehandeltem Rotwein, wird ihm die Absurdität seines Verhaltens bewusst. Dann geht er schuldbeladen in den Keller und trennt ein, zwei Stunden lang den Müll. Danach fällt er entlastet und todmüde ins Bett. Morgen ist ein neuer Tag. Da ist er bei Anne Will eingeladen. Thema: Irgendwas mit Klimagerechtigkeit. Oder Artenschutz. Oder so …“  Vince Ebert schreibt weiter: „Durch meine Bühnentätigkeit bin ich über die Jahre hinweg mit etlichen Prominenten in Kontakt gekommen, die sich massiv für Projekte zur Weltrettung starkmachen. Bei den meisten, die ich näher kenne, liegen Wunsch und Wirklichkeit sehr weit auseinander. Ich traf „ökologiebewusste“ Popstars, die im Backstage wegen Ressourcenschonung die Kaffeemaschine mit Plastikpads verboten haben, aber am Ende jedes Konzertes ein paar hundert Kilo Plastikkonfetti auf ihre Fans herunterregnen lassen. Ich lernte berühmte Klimaschützer kennen, die sich vor jedes Mikrofon drängen, um die Bevölkerung aufzuklären, dass wir über unsere Verhältnisse leben – und selbst in einer überdimensionierten Villa wohnen und grundsätzlich nur in Fünf-Sterne-Hotels absteigen.“

Nicht nur bei Promimenten sind diese Widersprüche zwischen Außendarstellung und eigenem Verhalten erkennbar. Viele Tierschützerinnen und Tierschützer widersprechen sich ständig selbst, halten aber nicht damit inne, sich selbst eine moralinsaure Krone aufzusetzen. Wer ihnen den Spiegel vorhält, wird gemobbt und ausgegrenzt. Viele haben dabei mitgemacht, Menschen unter Druck zu setzen, sich ein bestimmtes Medikament spritzen zu lassen. Dabei haben wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. auch in den vergangenen drei Jahren nicht mitgemacht. Bei uns im Verein sind weiter alle willkommen, die Wölfe lieben.

In diesem Sinne wünschen wir allen frohe Weihnachten, schönes Julfest, Rauhnächte, oder auch Lichterfest. Möge jeder diese Tage so genießen, wie es gefällt.

 

Brigitte Sommer – Volker Vogel – Ulrike de Heuvel – Jürgen Götz

Vorstand Wolfsschutz-Deutschland e. V.

 

PS:

Es bestand auch in diesem Jahr eine starke Nachfrage nach Merchandisingprodukten. Es macht ja auch Freude, zu helfen und auch selbst etwas dafür zu erhalten. Für uns als kleiner Verein, in dem die meiste Arbeit auf wenige Hände verteilt ist, ist und war das Bereitstellen von solchen Produkten jedes Mal eine Herausforderung, weil dies zusätzlich zu der normalen Arbeit geschehen muss. Wir müssen natürlich auch solche Produkte teilweise selbst kaufen und/oder vorfinanzieren. Wenn wir am Ende im Minus sind, ist dies bitter. Liebe Wolfsfreundinnen und Wolfsfreunde, wir haben noch Kalender da. Wir freuen uns über Bestellungen. https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/11/08/unser-exklusiver-wolfskalender-2023-kann-bestellt-werden/?fbclid=IwAR1mQCZHNh24aKty9-0sN5DutSmaPVbhSqgR0J4cfDOzuaHEo4LQE8842D4