Füssen: Stadt will Jungwolf abschießen – Offener Brief an den Bürgermeister

Ende April 2026 wurde in der Füssener Innenstadt ein Wolf gesichtet. Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) hat das Tier eindeutig als Wolf bestätigt. Die Stadt Füssen hat daraufhin einen Antrag auf Entnahme gestellt, weil der Aufenthalt des Tieres in der Fußgängerzone als „erhebliche Gefährdung der öffentlichen Sicherheit“ gewertet wird. Der Antrag werde derzeit geprüft, laut UIG-Anwort des Landratsamtes Ostallgäu. Wolfsschutz-Deutschland e. V. fordert die Stadt Füssen auf, diesen Abschussantrag sofort zurückzuziehen.

Ein junger Wolf auf Wanderschaft – ganz normales Verhalten

 

Im Rudel sind gerade neue Welpen geboren worden. Während die Einjährigen noch beim Rudel bleiben und bei der Aufzucht helfen, macht sich dieser zweijährige Wolf auf seine gefährliche Reise. Ein letzter Blick zurück, bevor es ins Abenteuer geht. Nur höchstens ein Drittel der Wanderwölfe überlebt die gefährliche Reise. Die meisten werden Opfer im Straßenverkehr, aber auch illegale Verfolgung wird zum immer größeren Problem. Jungtiere könenn bei ihren Wanderungen tausende von Kilometern zurück legen. Da sie weder ein Navi, noch Karten oder einen Kompass haben, kann ihr Weg sie auch durch Städte führen. © Brigitte Sommer
Wir befinden uns mitten in der jährlichen Dispersionsphase. Jungwölfe verlassen ihr Rudel, um eigene Reviere zu suchen. Dass ein solches Tier sich vorübergehend in eine Stadt verirrt, ist kein Grund zur Panik, sondern normales Verhalten eines unerfahrenen Jungtieres. Wölfe sind scheu und meiden Menschen. Es besteht keine Bedrohung für die öffentliche Sicherheit. Weitere Infos sind auch in diesem Artikel für alle verständlich in leichter Sprache zusammen gestellt: https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/03/10/jungwoelfe-auf-wanderschaft-keine-gefahr-sondern-ein-naturwunder/

In Bayern gibt es viel zu wenige Wölfe

Bayern hat eine der kleinsten Wolfspopulationen Deutschlands – nur etwa sechs bis neun Rudel. Gleichzeitig sind die Tiere immer wieder Opfer von illegaler Verfolgung. Einen jungen Wanderwolf jetzt abzuschießen, wäre unverhältnismäßig und würde die ohnehin schwache Rückkehr der Art weiter behindern.

 


Offener Brief an Herrn Bürgermeister Maximilian Eichstetter

Erster Bürgermeister
Maximilian Eichstetter
Stadtverwaltung Füssen
Lechhalde 3

87629 Füssen
Vorab per Mail:

CC: stadtverwaltung@stadt-fuessen.de 

Direkte E-Mail des Bürgermeisters:
m.eichstetter@stadt-fuessen.de 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Eichstetter,

als Bürgermeister einer tourismusstarken Stadt wie Füssen tragen Sie Verantwortung für die Sicherheit der Bevölkerung und für ein vernünftiges Verhältnis zur Natur. Der Antrag auf Abschuss eines einzelnen Jungwolfs in der Fußgängerzone ist unverhältnismäßig und nicht gerechtfertigt. Es gibt keinerlei Hinweise auf aggressives Verhalten oder eine konkrete Gefahr für Menschen. Stattdessen würde ein Abschuss folgende Probleme verursachen:

  • Verschwendung öffentlicher Gelder: Die Vorbereitung und Durchführung einer Wolfstötung inklusive Monitoring und Einsatzkräften kostet die Steuerzahler schnell fünfstellige Beträge – ohne dass irgendein Schaden entstanden ist. Das Geld wäre für sinnvolle Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen deutlich besser investiert.
  • Schlechte Signalwirkung: Füssen würde bundesweit als Stadt in die Schlagzeilen geraten, die einen scheuen Jungwolf erschießen lässt, statt vernünftig mit der Natur umzugehen. Das schadet dem Image einer weltoffenen, attraktiven Tourismusstadt.
  • Fehlende Verhältnismäßigkeit: Es existieren bessere und günstigere Alternativen: Aufklärung der Bevölkerung und Politiker sowie Entscheidungsträger über das Verhalten von Jungwölfen. Wir fügen deshalb unserem Brief ein Exemplar des leicht verständlichen Comics „Ein Jahr im Leben der Wöfe“ bei, in dem auch das Wanderverhalten von Jungwölfen erklärt wird, bei. Der Wolf wird von allein weiterziehen, bzw. ist wahrscheinlich schon längst weitergezogen. 

Wir fordern Sie daher auf:

Ziehen Sie den Antrag auf Entnahme umgehend zurück. Zeigen Sie statt irrationaler Symbolpolitik Weitsicht und Verantwortung für ein Miteinander von Mensch und Wolf, das von Empathie geprägt ist. Füssen hat die Möglichkeit, hier ein positives Beispiel zu setzen – statt eines ethisch nicht begründbaren, unnötigen und teuren Abschusses. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten von ihrer Stadtverwaltung Vernunft und Augenmaß, nicht überzogene Reaktionen auf ein einzelnes scheues Wildtier.
Mit freundlichen Grüßen
Wolfsschutz-Deutschland e. V.
Vorstand
Jürgen Götz
Ulrike de Heuvel
Volker Vogel
Brigitte Sommer

15 Gedanken zu „Füssen: Stadt will Jungwolf abschießen – Offener Brief an den Bürgermeister

  1. Sicher loest der Anblick eines Wolfes in der Stadt erst einmal ungute Gefuehle aus,
    aber bei dem Wolf mit Sicherheit auch.Er ist auf der Suche nach einem neuen Revier,fuer sich und seine zukuenftige Partnerin und die Stadt ist nicht das was er sucht,
    also wird er versuchen so schnell wie moeglich sie zu verlassen.Mehr Verstaendnis und Gelassenheit der Menschen waeren ihm eine grosse Hilfe dabei.

    1. Lasst endlich die Wölfe in Ruhe Sie sind keine bösen Mordlustigen Bestien vor den der Mensch geschützt werden muss. Der Wolf muss vor dem Menschen geschützt werden. Wölfe halten die Natur Im Gleichgewicht, nicht wie Jäger die nur auf Trophäen aus sind.Nicht die alten bzw kranken Tiere. Wölfe sortiert die schwachen Tiere aus was Jäger nicht Tuna

  2. Ein Wolf in der Fußgängerzone wird bestimmt keinen Menschen anfallen, dafür ist er vermutlich viel zu ängstlich.
    Lassen sie doch das Tier in Gottes Namen in Ruhe und erschießen muss man den Wolf auch nicht. Er wird wahrscheinlich nie wieder in einer Fußgängerzone auftauchen und für Verwirrung sorgen……….

    1. recht haben sie….mensch sein heißt vor allem auch ,zu überwinden,die eigene unwissenheit und die erheblich dreiste der anderen.

      wenn in füssen überall nur schwäne herumwatscheln würden..wäre das kein gutes zeichen fpür biodiversität…ein jugwolf..inder fußgängerzone..ja mai..solte er mit dem motorad oder auto kommen….. hat es wem was getan aus böser absicht..
      geklaut,verletzt..etwas zerstört..einen aussenspiegel,eine fensterscheibe..ist wer gebissen worden.ach mensch..bedenke das du mensch bis.. und kein hysterischer panikhaufen der sofortistisch alles abballern muß was sich bewegt..und daß das leben nicht nach vorschrift gelebt werden kann.zirkel und maaße kann man ihm nicht anlegen….es lebt immer anders..natürlich eben..
      und nun man hat gesehen einen wolfsjungen…städte sind in die natur hineingebaut..
      sei man doc froih mal wieder einen gesehen zu haben…jedenfalls hat er sich nicht im supermarkt an der kasse vorgedrängelt….oder beim eipaken einem den parkplatz geklaut..ein wolfsjunges in dr stadt..käme gelegentlich ganz natürlich mal vor im jahr..wienn es mehr wölfe hätte…..ud wie oft haben wir uns schon verlaufen..
      etwas mehr vernunfthaltung darf man nach 300 jahren philosophischer ufklärung
      wohl als zwingend notwendig ,gerade auch in den amtsstuben erwarten.
      oder will hier alles anachronistisch rudimentieren..harry jasses nee,maiomai..

  3. Man kann nur hoffen, dass einmal nicht die menschliche Egozentrik und Ignoranz zurücksteht. Die Wahrscheinlichkeit, dass es in der Füssener Innenstadt zu „Der Wolf und die sieben Füssener“ kommt, ist schwindend gering.
    So schön Bayern ist, die Entscheidungsträger in der Politk stockkonservativ, themenfremd und populistisch 🙁

  4. Ich teile die Stellungnahme von Wolfsschutz-deutschland.de vollständig. Leider ist mir nicht klar geworden, ob und inwieweit die Stadt Füssen zumutbare Alternativen zum beabsichtigten Abschuss geprüft hat. Denn auch diese Methode der Entnahme kann nach meinem Eindruck nicht ohne die Gefährung von Menschenleben ablaufen. Was soll dann daran noch „verhälnismäßig“ sein?

  5. Ich unterschreibe den Brief an den Bürgermeister ebenfalls.

    Bei dem Stadtbild, das in den deutschen Städten anzutreffen ist, habe ich andere Ängste, aber bestimmt keine vor einem Jungwolf!
    Lasst den Wolf seines Weges ziehen, er hat mehr als genug Probleme in diesem Land.

  6. Na wenigstens ist nicht schon wieder so ein Aufreisser wie letztens in der Bildzeitung!
    Wenn ihr noch eine Unterschrift braucht, bin ich gerne dabei!

  7. im lk harz,in sachsen anhalt sind wieder 42 plätze für die ausbildung zum jäger frei.
    also dieses 14 tägige.. theoretische.. bei der kreisjägerei. bei 2 maligen jährlichen kursen machen das 84 jagdberechtigte..nur im lk. harz sachsen-anhalt.es hat viele landkreise..sehr viele i.de.und die meinen alle das jagdrecht wäre legal ,weil die politiker das so gemacht haben. von wissenschaftlicher haltbarkeit und zivilschutz,echter ökologie..wollen die nichts wissen..nur von ihrer macht im revier.
    wewnnsie denn eines pachten könnten.. meist schießen sie ja nur auf gemeinschaftsjagden….oder halt mal so … um den schießprügel nicht verrosten zu lassen.. aber jagen wollen die alle..und wenn sie es bezahlen ,dürfen die das auch..
    ja und weil die das dann auch dürfen,machendie das auch.das nennt man dann legal.
    die tiere werden natürlich nicht gefragt..wie auch verstehen ja eh nix.
    wider die dummdreistigkeit…..die private und die politische..und die amtliche..

  8. kaum lässt sich ein Wolf blicken, wird schon wieder an töten gedacht, das Wort Entnahme beschönigt einen geplanten Mord an einem Wolf, der sich lediglich auf seiner Wanderschaft in die Stadt verirrt hat und ich hoffe, dass ihn der Anblick der Menschen bewogen hat, sofort weiter zu ziehen. Es ist an der Zeit, dass die Bürger und vor allem die Verantwortlichen in den Amtstuben etwas Wissen über das Verhalten der Wölfe aneignen um verstandesgemäß und auch empathische Entschlüsse zu fassen und nicht immer gleich an Abschüsse zu denken, wenn sich ein Wildtier zeigt. Wir wissen, dass von Menschen Gefahren ausgehen, wie wir immer wieder erfahren müssen, diese Gefahr geht von einem Wolf, den man einfach in Ruhe lässt, NICHT aus.

  9. Man kann es nicht fassen jetzt zieht ein einzelner junger WOLF auf der Suche eines neuen Reviers durch einen kleinen Ort und sofort soll er erschossen werden? Hat der graue ein Navi oder einen Kompass hier ? Was ist dass für eine Unverhältnismäßigkeit sobald ein Wolf irgendwo gesichtet wird soll er eine Gefahr darstellen . Wann wurde er gesichtet welche Uhrzeit ? Wie viele Menschen waren da, und wer wurde bedroht ? Sollen wir Bürger da für dumm verkauft werden oder was soll diese Angstmacherei . Hören Sie einfach mal auf mit dieser Hetze, die Mehrheit möchte nicht das der Wolf abgeschossen wird. Dieses Land gehört nicht einzelnen Entscheidungsträgern ,die aus welchen Gründen auch immer überreagieren . Dieses Land gehört uns allen . Und deshalb ist es nicht akzeptabel dass ein junger Wolf der auf Wanderschaft ist und kein Navi oder Kompass trägt sofort zum Abschuss frei gegeben werden soll . Es reicht mit der Panik wir die Bürger möchten Entscheidungen ,die auf Wissen beruhen und eine Politik die Verantwortung trägt für Natur und Artenschutz . Der Abschuss bedeutet doch nicht Schutz für die Bevölkerung -das ist meiner Meinung nach nur Symbolpolitik auf dem Rücken eines Jungtier der niemanden was getan hat .

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