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Schlagwort: Wolfsschutz-Deutschland e.V.

2. Juli 202426. Juli 2024Allgemein

Skandal? EU-Gipfel nominiert von der Leyen erneut für das Amt der Kommissionschefin

Zuerst wurden Verfahren, unter anderem wegen Korruption, gegen Ursula von der Leyen auf Dezember verschoben, dann eine Klage des Belgischen Lobbyisten Frédéric Baldan mehr oder weniger ignoriert und nun stimmten am 28. Juni die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten für eine zweite Amtszeit von Ursula von der Leyen. Wie kann das sein und was hat das mit Wölfen zu tun? Lesen Sie hier unseren Bericht.

Update: Ursula von der Leyen wurden tatsächlich gewählt: https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/zu-von-der-leyen-ii-wir-sehen-den-zerfall-der-demokratischen-sittlichkeit-li.2236648?fbclid=IwY2xjawEQMXNleHRuA2FlbQIxMAABHdXhWN4aj2l84KPDJD34Rp5x2-gPket9RYfw3H3YcVNE9RaH8L8zeEwXCA_aem_bPyL5avJab1lgsgPd2eYzQ

Der EU-Abgeordnete Martin Sonneborn ( Die PARTEI) beschreibt es so: „In den letzten Wochen vor der EU-Wahl gab es in den europäischen Medien, die die SMS-Affäre um von der Leyen und Pfizer-CEO Bourla stets heruntergespielt oder vollends ignoriert hatten, eine auffällige Häufung von kritischen Berichten über von der Leyen, in denen der Vertrauensschaden durch die Pfizer-Affäre nicht nur ausdrücklich erwähnt, sondern als entscheidendes Hindernis für ihre zweite Amtszeit dargestellt wurde. Nach der Wahl scheint all dies plötzlich wieder vergessen, denn dieselben Medien diskutieren ihre Nominierung als Kommissionspräsidentin nun mit einer Selbstverständlichkeit, als handele es sich dabei um nicht weniger als ein Naturgesetz.“

Bei der Pfizer-Affaire handelt es sich zwischen EU-Kommission und dem Potenzmittelfabrikanten Pfizer verhandelten Impfstoffverträgen über 1,8 Milliarden Dosen und Milliarden Euro. Dies ist der größte von der EU jemals abgeschlossene Vertrag.  Dieser wurde per SMS ausgemacht und diese SMS zwischen von der Leyen und Bourla angeblich nicht mehr auffindbar.

Beispielfoto Wolfswelpen.

 

Die Europäische Staatsanwaltschaft EPPO hätte im Oktober 2022 die Einleitung von Ermittlungen bestätigt, seither allerdings nicht die Kommission kontaktiert, so Martin Sonneborn.  Die EPPO ihrerseits sei Justizkommissar Reynders unterstellt, der wiederum Kommissionspräsidentin von der Leyen unterstellt sei.  Stattdessen hätte sie sich darauf konzentriert, den Fall der belgischen Justiz zu entziehen, um ihn in seiner Gänze an sich zu reißen.
Im Mai 2024 hat ein Lütticher Gericht diesem Ansinnen der EPPO nicht stattgegeben, sondern ausdrücklich angeordnet, dass der für die Aufdeckung von Korruptionsfällen bekannte belgische Untersuchungsrichter Frédéric Frenay seine Untersuchung weiterführen solle. Der nächste Verhandlungstermin ist für Dezember anberaumt.
Der Belgier Frédéric Baldan hatte bereits im April 2023 in Lüttich Strafanzeige gegen von der Leyen gestellt, wegen „Korruption“, „unrechtmäßiger Bereicherung“, „Vernichtung öffentlicher Dokumente“ und “Anmaßung von Titeln und Ämtern”. Er reichte in Brüssel Klage gegen ihre Nominierung für eine zweite Amtszeit ein.
Über Frédéric Baldan gibt es zu erfahren, dass er ein belgischer Lobbyist der Bürger ist. Er ist auf die Beziehungen zwischen der EU und China spezialisiert und bei den EU-Institutionen akkreditiert.  Nach Angaben des Anwalts des Klägers haben sich inzwischen zahlrreiche Parteien, darunter auch politische Parteien und die beiden EU-Mitgliedstaaten Ungarn und Polen, der Klage angeschlossen.

EVP nicht erschienen

„Die Nominierung von Frau von der Leyen durch die EVP für das Amt des Präsidenten der Europäischen Kommission ist ein Machtmissbrauch“, heißt es nun in der Brüsseler Klageschrift. „Sie erfüllt nicht die Bedingungen, die in den Europäischen Verträgen, dem Verhaltenskodex für die Mitglieder der Europäischen Kommission und sogar im Verhaltenskodex ihrer eigenen Partei für dieses Amt festgelegt sind.“ Die von Baldan vier Wochen zuvor an Ratspräsident Charles Michel, die Kommissarin für Werte und Transparenz Věra Jourová und den EVP-Vorsitzenden Manfred Weber gerichtete förmliche Aufforderung zur Rücknahme der Nominierung von der Leyens war fruchtlos geblieben.
Am 23. Juni 2024  musste die EVP zu einer im Eilverfahren anberaumten öffentlichen Anhörung vor Gericht erscheinen, um dem Antrag Baldans entgegenzutreten, der verlangt, „die EVP anzuweisen, die Kandidatur von Frau Ursula von der Leyen zurückzuziehen, unter Androhung einer Geldstrafe von 50.000 Euro für jeden Tag der Verspätung ab dem Datum der Bekanntgabe des Beschlusses.“ Baldan argumentiert, dass von der Leyen während ihrer Präsidentschaft gegen die Charta der Grundrechte, mehrere EU-Verträge und den Verhaltenskodex für Kommissare verstoßen habe, was ihre neuerliche Nominierung unmöglich mache. Diese Anhörung hatte keinerlei Konsequenzen für eine neue Nominierung von Ursula von der Leyen, denn die Europäische Volkspartei (EVP) ist nicht zu der Gerichtsanhörung in Brüssel erschienen.

Auch in Punkto Wolf wird von der Leyen Machtmissbrauch vorgeworfen

Die niederländische Abgeordnete Leonie Vestering (PvdD/EU Left) hatte bereits im Herbst des vergangenen Jahres der EU-Kommissionspräsidentin vorgeworfen, einen persönlichen Rachefeldzug zu führen. Zuvor hatte die EU-Kommission den Schutzstatus der Wölfe infrage gestellt.

So forderte von der Leyen eine „neue Phase“ im Umgang der EU mit Wölfen und betonte, dass die Spezies zu einer „echten Gefahr für Nutztiere und möglicherweise auch für Menschen“ geworden sei.

Zuvor war doch ihr angebliches Lieblingspony Dolly von einem Wolf aus dem Burgdorfer Rudel gerissen worden. Merkwürdigerweise stand es schutzlos auf seiner Weide, während das Anwesen selbst mit darin liegenden Weiden streng geschützt ist. Manche Wolfsfreunde glauben hier an einen persönlichen Rachefeldzug von Frau von der Leyen, doch wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V vermuten Lobbyismus, denn praktisch alle großen Parteien und Massenmedien setzen sich inzwischen mehr oder weniger dafür ein, am Schutzstatus der Wölfe zu rütteln. Diesbezüglich kam der Riss des Ponys wie gerufen.

„Wenn der Wolf nicht mehr geschützt wird, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er wie im 19. Jahrhundert durch die Jagd ausgerottet wird“, fügte  Leonie Vestering hinzu.

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. sehen in dem Getöse zur Herabsetzung des Schutzstatus der Wölfe sowohl einen Stellvertreterkrieg zur Ablenkung von anderen wichtigen Themen, als auch Interessen der Waffenindustrie und Vermögensverwaltungen.

Von der Leyen dankbar für die Nominierung

„Ich bin den Staats- und Regierungschefs dankbar, dass sie meine Nominierung für eine zweite Amtszeit unterstützen“, sagte die CDU-Politikerin und frühere Bundesministerin nach ihrer erneuten Nominierung der dpa.

Bevor von der Leyen ihre zweite Amtszeit antreten kann, muss sie nun noch eine Mehrheit des Europäischen Parlaments hinter sich bringen. Die Abstimmung könnte schon Mitte Juli stattfinden. Für von der Leyen sei wichtig, dass ihre Unterstützer pro-europäisch, pro-ukrainisch und pro Rechtsstaatlichkeit seien.

Wählbar sei Frau von der Leyen dabei bekanntlich nie gewesen, denn ihr  Name stand noch nie auf einem EU-Wahlzettel – auch diesmal nicht, so Martin Sonneborn. Weiter moniert Sonneborn in einem Interview mit dem MDR, dass die deutsche Presse so gut wie gar nicht über diese Vorgänge berichten würde. Auch deshalb berichten wir hier.

Quellen:

https://www.facebook.com/1546310408/videos/835872307992077/

https://www.mdr.de/mdr-aktuell-nachrichtenradio/audio/audio-2677334.html

https://www.euractiv.de/section/europa-kompakt/news/kampf-gegen-woelfe-hat-von-der-leyen-ihre-position-missbraucht/

https://www.euractiv.de/section/innenpolitik/news/pfizergate-evp-verweigert-anhoerung-vor-bruesseler-gericht/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/12/20/eu-will-wolfsschutzstatus-in-der-berner-konvention-herabsetzen/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/06/09/woelfe-als-wahlkampf-und-propagandaopfer/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/01/14/taeuschen-abzocken-moralisieren-und-drohen-die-tricks-der-agrarlobby/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/09/28/niedersachsen-killerteam-auf-wolfsfamilie-angesetzt/

 

Wir brauchen Unterstützung

Unser Verein hatte sich vor fünf Jahren gegründet, um Lobbybändeleien von Naturschutzorganisationen etwas entgegen zu setzen. Es braucht nicht mehr, als öffentlich möglichst mit Riesenreichweite und emotionalen Fotos medienwirksam zu verkünden, dass Tiere geschützt werden wollen und schon springen viele wirklich herzensgute Menschen darauf an und unterstützen selbst Jägerstiftungen oder Orgas, in denen Jäger inzwischen im Vorstand sitzen. Große Orgas, die breitflächig staatliche Unterstützung erhalten oder aber Stiftungen, die von Konzernen unterstützt werden, haben natürlich den Nachteil, dass die Forderungen von Lobbyisten aufgeschlossen gegenüber stehen. Tierfreunde erreichen tatsächlich dann das Gegenteil von dem, das sie sich wünschen. Viele Orgas scheinen praktisch von gegenseitigen Interessengruppen übernommen.
Unterstützen Sie bitte kleine Vereine und regionale Vereine.
Auch unser Verein zählt zu den kleinen unabhängigen Vereinen. Wir nehmem keine Regierungsgelder oder Lobbyspenden an. Wir sind auf Ihre Unterstützung angewiesen. Helfen Sie uns, damit wir weiter ein Bollwerk gegen Lobbyismus darstellen können.

Wolfsschutz-Deutschland e.V.

Berliner Sparkasse

IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84

BIC BELADEBEXXX

Auch Paypal ist möglich: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

 

 

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28. Juni 202428. Juni 2024Allgemein

Niedersachsen: Gericht verbietet weiter Abschuss von Jorker Wölfin

Das Verwaltungsgericht Stade teilte dazu mit, dass die aufschiebende Wirkung wieder hergestellt sei.

Dieser Beschluss ist aber noch nicht rechtskräftig und kann nun vor dem Oberverwaltungsgericht in Lüneburg angefochten werden. Aber erst einmal ist der Abschuss weiter nicht erlaubt. Laut Gericht hat der Landkreis Stade nicht hinreichend nachgewiesen, dass zukünftig mögliche Schafsrisse des betreffenden Wolfes die Sicherheit der für den Hochwasserschutz wichtigen Deiche gefährden. Vielmehr müssten zunächst zumutbare Alternativen für den Nutztier- und Deichschutz geprüft werden, bevor ein streng geschütztes Tier wie der Wolf getötet wird. Dass sich die junge Wölfin auf Obsthöfen und einem Ponyhof Menschen genähert habe, lasse nicht den Umkehrschluss zu, dass eine Gefahr für Menschenleben drohe, schreibt die Kreiszeitung dazu.

Beispielfoto Wölfin im Sommerfell. © Brigitte Sommer

Laut Kreiszeitung will der Landkreis Stade im Rahmen des laufenden Eilverfahrens gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts Stade Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg einlegen, weil aus Sicht der Kreisverwaltung Punkte ihrer ausführlichen Stellungnahme durch das Verwaltungsgericht nicht hinreichend gewürdigt worden seien.

Die einstweilige Verfügung eingereicht hatte der Freundeskreis frei lebender Wölfe e V. und die Naturschutzinitiative e. V.. In Deutschland dürfen nur bestimmte Verbände klagen. Wir von Wolfschutz-Deutschland e. V. sind sehr zuversichtlich, dass auch die Beschwerde des Landkreises abgewiesen werden wird.

 

Quelle:

https://www.kreiszeitung-wochenblatt.de/stade/c-panorama/juristische-tauziehen-um-wolfsabschuss-geht-weiter_a324478

 

Wir freuen uns über Unterstützung

Wir produzieren mit großem Aufwand eigene Reportagen mit garantiert hofberichtertattungsfreien Einblicken in die Wolfsgebiete. Deshalb ist es wichtig, dass es weiter unabhängige Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt. Unser Dank geht deshalb an unsere Unterstützerinnen und Unterstützer, die uns unsere Arbeit ermöglichen.

Schon kleine, regelmäßige Beiträge, wie z. B. ein monatlicher Dauerauftrag von 5 Euro können uns helfen. Seit Vereinsgründung vor fünf Jahren standen wir ohne wenn und aber und politische Winkelzüge auf der Seite der Wölfe und wir widersprachen unerschrocken Politkern ebenso wie anderen Verbänden und wir lassen uns durch Drohungen nicht einschüchtern. Gerade in diesen schweren Zeiten ist ein Verein wie der unsere essentiell.

Wolfsschutz-Deutschland e.V.

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19. Juni 202419. Juni 2024Allgemein

Wolfgang Hollekind heißt jetzt Nuka und lebt in Niedersachsen

Schade, dass nicht der Name „Wolfgang“, der der ersten Wildtierpflegestation Luisa Ruppert einfiel, behalten wurde. Den Kleinen wird`s nicht kümmern, denn er ist nun in fachkundige Hände umgezogen und er darf leben. Das ist die Hauptsache.

Nuka bedeute „kleiner Bruder“ und das kleine Wölfchen würde ab jetzt von Tanja Askani vom Wildpark Lüneburger Heide betreut werden, war gestern in Facebook verkündet worden. Sicherlich ist das eine der besten Lösungen, denn Tanja Askani hat langjährige Erfahrung mit der Aufzucht von Wolfswelpen. Tatsächlich hatten wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. diese Station auch empfohlen, neben der von Mathias Vogelsang, auch in Niedersachsen. Auch im Fall eines verwaisten Wolfswelpen aus Sachsen war der Tierpark Lüneburger Heide eingesprungen und aus dem abgemagerten Wolfskind Anuschka ist inzwischen eine stattliche Wölfin geworden. Dazu hat nun auch Nuka die Chance. Er darf leben, wenn es auch bedeutet, dass er in Gefangenschaft leben muss.

Baby Wolfgang heißt jetzt Nuka. Foto: privat.

In Facebook ist weiter zu lesen, dass Nuka nun auf ein Leben mit und unter Menschen vorbereitet wird. Im Gegensatz zu Möglichkeiten bei älteren Wölfen, ist dies auch die einzige Option, denn ältere Wölfe können von Menschen abgeschirmt, hochgepäppelt und mit möglichst wenig Kontakt wieder ausgewildert werden. Bei einem so kleinen Baby wie Nuka ( zirka sechs Wochen alt) kann eine solche Methode nicht funktionieren. Er kann sich nicht alleine draußen versorgen und eine Rückführung hatte leider nicht funktioniert. Es wäre pure Tierquälerei, einen Welpen ein Jahr lang abgeschirmt ohne Kontakt zu pflegen. Ein an Menschen gewöhnter Wolf kann nicht ausgewildert werden. Es würde bitter für ein Tier enden, das Vertrauen zu Menschen gefasst hat und nach der Auswilderung deren Nähe suchen würde.

Alles richtig gemacht worden

Im Fall Nuka haben tatsächlich alle Beteiligten das Richtige gemacht. Spaziergänger, Luisa Ruppert und auch die Behörden, die Herz gezeigt haben, was in Deutschland leider ganz und gar nicht selbstverständlich ist. Während im Ausland immer wieder Wölfe gerettet werden, „erlöst“ man sie in Deutschland,  ja darf ihnen zum Beispiel nach einem Unfall eigentlich nicht einmal helfen. Deshalb ist es gut und richtig, wenn Ersthelfer und Finder neben den Behörden auch der Presse oder Wolfsschutz-Vereinen, wie z. B. den unseren, informieren, auch wenn dies Gegendruck der Agrar- und Jagdlobby erzeugt, die positive Berichterstattung zu Wölfen zu verhindern versucht.

Quelle:

https://www.facebook.com/achim.heisler

Hier unser Bericht über die Rettung: https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/06/15/bayern-wolfswelpe-in-der-rhoen-gerettet/

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15. Juni 202417. Juni 2024Allgemein

Bayern: Wolfswelpe in der Rhön gerettet

Mächtig Glück im Unglück hatte der kleine Wolfgang Hollekind. Wahrscheinlich ging der kleine Wolfswelpe bei einem Wechsel der Höhle von Wolfsmutter Frigga verloren. Jetzt wird er in einer Wildtierstation aufgepäppelt.

Zwei Tage hatte das Wolfskind im Territorium der Wölfin Frigga bereits geschrien, bis Finder es zu der privaten Wildtierauffangstation Luisa Ruppert brachten. Sie kümmerte sich dann um die Erstversorgung des Welpen und nannte ihn Wolfgang, bevor es für ihn weiter in eine Tierklinik ging.  „Ich vermute, dass der Kleine nach ein paar Tagen wieder sehr geschwächt sein wird. Zwar waren alle Tests bis auf Spulwurmbefall und einen leicht positiven Giardientest, der sich beim Tierarzt nicht bestätigen konnte, negativ, dennoch reichen meiner Erfahrung nach 48 Stunden nicht aus, um so ein dehydriertes Tier wieder in die Wildbahn zu entlassen,“ so Luisa Ruppert. Sie sollte Recht behalten.

Wolfgang Hollekind. Foto:Privat.

 

Ein Tierarzt hatte den Welpen allerdings für fit genug erachtet, so dass auf Seiten des Landesumweltamtes Bayern versucht wurde, den Welpen wieder mit seinen Eltern zusammen zu führen. Am Mittwoch sei der Welpe mit Futter und Milch in einem Käfig in das Revier der Eltern zurück gesetzt worden und in zirka einem Kilometer Entfernung wäre auch ein Wolf auf einer Wildkamera aufgenommen worden. Allerdings habe weder die Mutter noch der Vater Versuche gestartet, den Welpen abzuholen. Lediglich ein Fuchs sei in der Nacht vorbei getrottet, so dass man sich entschieden habe, den kleinen Wolf wieder in Obhut zu nehmen. Seit gestern Nachmittag sei er in der Nähe des Territoriums auf einer Pflegestelle bis zur endgültigen Unterbringung.
Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. vermuten, dass es sich bei der Mutter von Wolfgang um Frigga handelt. GW3092f war als Jungtier zum ersten Mal in Nordhessen aufgetaucht, dann lebte sie einige Zeit im hessischen und bayerischen Spessart und siedelte sich dann in der Rhön zusammen mit dem Wolfsrüden Anton (GW 3222m) an. Dem Wolfspaar schlug in ihrem Gebiet von Anfang an viel Hass entgegen, da es ungeschützte Weidetiere riss. Sogar eine Schießgenehmigung von hessischer und bayerischer Seite gab es auf das Paar. Zum Glück wurde diese durch Gerichte gekippt. Dann verschwand Anton plötzlich und Frigga war mit einem Rüden aus dem benachbarten Rudel Wildflecken unterwegs.
Einige Experten schätzen, dass sich Frigga kurz vor der Ranzzeit von Anton getrennt hat und sich einem neuen Rüden zugewendet hat. Dies ist nicht üblich, da Wölfe sich normalerweise ein Leben lang binden,  deshalb fürchten wir von Wolfschutz-Deutschland e. V., dass Anton auch illegal entsorgt worden sein könnte. Die Ergebnisse der genetischen Untersuchung des Kleinen sollen Klarheit über die Herkunft der Eltern geben. Das Paar könnte einen größeren Wurf haben  und Wolfgang könnte wegen Unerfahrenheit beim Umzug von einer Höhle verloren gegangen sein. Dies kann verschiedene Ursachen haben. Die Rhön ist zum einen stark touristisch genutzt, zum anderen wird dem Paar aber auch nach Ansicht von Wolfsschutz-Deutschland e. V. stark illegal nachgestellt. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. begrüßen es daher sehr, dass hier das Landesumweltamtes wohl in nächster Zeit ein besonderes Auge auf Frigga und ihre Familie haben werden.
Frigga hat ihren Namen von Frau Holle. Nordhessen, wo sie erstmals nachgewiesen wurde, ist als Frau Holleland bekannt. Und Frigga ist einer der Vornamen der Sagengestalt, die früher auch als Muttergöttin verehrt wurde. In diesem Sinne wünschen wir Frigga, die über den selteneren Haloptyp 02 verfügt, jedenfalls viele glückliche Welpenaufzuchten. Dass Wolfgang Hollekind nicht „erlöst“ wurde, sondern ihm geholfen wurde, ist gerade in Deutschland leider ganz und gar nicht selbstverständlich. Sicherlich ist ein Leben in Freiheit einem Leben im Tierpark vorzuziehen, doch auch dieses Wolfskind hat ein Leben verdient. Auch wenn dies eine Wildparkunterbringung erfordern sollte. Seine Rettung ist vor allem auch dem beherzten Tun von Luisa Ruppert zu verdanken.
Wolfsschutz-Deutschland e. V. hat ihre Station mit einer Spende unterstützt. Wir geben hier ihre Kontodaten für weitere Spenden bekannt. Wildtierauffangstationen in Deutschland brauchen viele mehr Unterstützung.
Luisa Ruppert
DE09110101015366802363
SOBKDEB2XXX
Solaris
oder PayPal: wildtierhilfe.kg@outlook.de
Weiterer Bericht über Frigga:
https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/11/21/wolfsschutz-deutschland-e-v-alarmiert-frigga-und-anton-von-illegalter-toetung-bedroht/
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9. Juni 20249. Juni 2024Allgemein

Wölfe als Wahlkampf- und Propagandaopfer

Alle Wölfe totschießen und alles wird beser? Man hält es eigentlich im Angesicht der vielen Probleme, unter denen die Menschen im Moment leiden, kaum für möglich, dass die Politik sich tatsächlich wagt, mit wirklich vollkommen unsinnigen Ablenkungsmanövern kurz vor der EU-Wahl aufzuwarten. Man hat die Wölfe ja schon lange als Sündenböcke ausgemacht, doch die Dimension, mit der nun Wahlkampf gemacht wird, macht eigentlich nur fassungslos. Deshalb heute besonders besonnen das Kreuzchen auf dem EU-Wahlzettel setzen.

Ein Meinungsbeitrag von Brigitte Sommer

Schon im Mittelalter waren Wölfe willkommene Objekte, um die Wut von Bauern umzulenken. Nur die Adeligen durften das Wild erlegen, Bürger und Bauern mussten draußen bleiben und hatten mit harschen Strafen zu rechnen, wenn Sie ihre Hunger durch selbst geschossenes Wild decken wollten. Was lag da näher, als den Leuten Angst zu machen vor angeblich gefährlichen Wölfen im Wald? Es wurde auch früher schon zu dem Mitteln von Propaganda gegriffen, was zu irrationalem Hass und zur Ausrottung unserer Wölfe in Deutschland führte.
Heute sind es über 400.000 Hobbyjägerinnen und Hobbyjäger, die einerseits ungestört ihren schießwütigen Trieben nachgehen wollten und die andererseits auch Beutegreifer wie Wölfe oder Luchse als Trophäe schießen wollen, ohne kompliziert ins Ausland reisen zu müssen. Zumal die Einfuhr von Trophäen ja auch immer stärker eingeschränkt wird. Des weiteren sitzen Jäger überproportional in Entscheiderpositionen. Sie bekleiden Ämter in der Politik, bei der Polizei, in der Justiz und in Firmenleitungen. Jäger haben einen Anteil in den Regierungsparteien und der Opposition und sie vertreten knallhart ihre eigenen Interessen.
Beisoielbild Wolfsfamilie.© Brigitte Sommer
Natürlich sind solche Begehrlichkeiten dennoch nicht einfach durchzusetzen. Dafür braucht es auch heute noch der Mittel von Propaganda und Meinungsbeeinflussung. Heute natürlich, durch Massenmedien und Internet, noch viel ausgeklügelter als früher.
Neben den Massenmedien gibt es in den sozialen Netzwerken bezahlte Mobber, Trolle und Bots, die praktisch rund um die Uhr Panik schüren und die Wölfe praktisch für fast alles verantwortlich machen wollen: sogar für das Verschwinden von Kindern.
Praktisch kein Tag vergeht, an dem nicht irgendwelche Filme und Bilder auftauchen, die die angebliche Gefährlichkeit der Wölfe belegen sollen, dabei müssen sich die Menschen in Europa vor ganz anderen Gefahren fürchten, nämlich vor Krieg und Armut sowie vor dem Zusammenbruch der mittelständischen Wirtschaft und gesellschaftlicher Spaltung.
Bauern und Nutztierhalter sind durch die Anti-Wolf-Dauerbeschallung inzwischen derart aufgehetzt, dass ich der Überzeugung bin, dass tatsächlich einige glauben, ihr Leben wäre besser, wenn die Wölfe wieder ausgerottet werden würden. Da die Probleme in der Landwirtschaft aber ganz woanders liegen, würde sich eben gar nichts verbessern, ganz im Gegenteil. Wir haben es mit einer Konzernlobbymacht in nie gekanntem Ausmaß zu tun, der es natürlich nur recht sein kann, wenn sich Bauern dermaßen durch das Thema Wolf von den echten Problemen in der Landwirtschaft ablenken lassen. Es gibt übrigens eine im Ausland anerkannte neue Berufskrankheit, unter der Bauern leiden. Sie bekommen Parkinson aufgrund des Jahrzehnte andauernden Sprühens von Glyphosat, das in Deutschland immer noch nicht verboten wurde. Sie haben mit Enteignungen zu rechnen und auch auch die Landwirtschaft, wie wir sie noch kennen, wird bald Geschichte sein. Hass lenkt nicht nur von Problemen, sondern auch vom logischen Denken ab.
Sollten früher die Bauern und Bürger aus dem Wald, weil sie die Adligen nicht stören sollen, sollen sie heute aus dem Wald, um die geradezu wahnwitzigen Rodungsarbeiten in allen Teilen Deutschlands nicht zu bemerken? Wie kann man Klimaschutz fordern, und gleichzeitig den Umweltschutz derart mit Füßen treten? Wald ist für ein gutes Klima essentiell und nicht Ablasszahlungen in Form von Extra-Steuern. Klimaschutz kann nicht ohne Umweltschutz funktonieren. Und Wölfe spielen eine entscheidende Rolle darin.
Nun fordern CDU/CSU die Absenkung des Schutzstatus der Wölfe, die AfD will schon lange lieber schießen als schützen und die SPD und auch Teile der Grünen lassen keinen Zweifel daran, dass sie sich der Lobbymacht beugen wollen.
In der EU setzt sich Ursula von der Leyen (eine Anklage wegen Korruption gegen sie wurde einfach ausgesetzt) dafür ein, dass der Schutzstatus der Wölfe gesenkt wird. Wolfsschützer aus ganz Europa sind entsetzt. In Österreich wurde schon wieder ein Jungtier einfach totgeschossen. Die Jäger seien wahnsinnig stolz, heißt es. Künftig wolle man jeden Wolf totschießen, der sich durch ein Dorf wagt. Dabei ist es doch gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis, dass Jungwölfe im Alter von ein bis zwei Jahren aus ihren Familienrudeln abwandern und sich ein eigenes Revier suchen. Dabei legen sie oft hunderte bis tausende Kilometer zurück und da wieder ein Navi noch Landkarten dabei haben, verlaufen sie sich auch in Städte oder Dörfer. Sie wollen von dort einfach nur weg. Sie sind nicht gefährlich.
Der WDR teilte ein Video, auf dem ein Jungwolf im Kreis Soest zu sehen ist, wie er er hinter einem Traktur herläuft. Der kurze Anreißer ist mit einer Reportage verlinkt, die hier eine mangelnde Scheu erkennen will. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. haben das Video, das der WDR veröffentlich hat,  auch zugeschickt bekommen. Es besteht eine ziemliche Diskrepanz zwischen dem Ausschnitt des Videos, dem verlinkten Artikel und den Ö-Tönen des Landwirts in dem verlinkten Artikel. In der Langversion des Videos ist zu hören, dass eine Stimme, sie klingt aus Richtung der Person, die den Trecker fährt, den Wolf durch Pfiffe anlockt. Des weiteren hört man etwas rascheln. Es könnte eine Tüte sein. Der Film zeigt ein Jungtier, das spielen will. Es könnte sein, dass diese Person diesen Jungwolf nicht zum ersten Mal angelockt hat und er Futter erwartet. Ob das Tier gefüttert wurde, um eben ein solches Video zu drehen, das wieder einmal mehr die angeblich mangelnde Scheu der Wölfe darstellen soll, kann man natürlich nicht beweisen. Doch es deutet vieles darauf hin. Sollte dem WDR das komplette Video vorgelegen haben und mit Absicht nur diese Ausschnitte gezeigt worden sein, so wäre das ein presserechtlichtliches Armutszeugnis.
35 Bürgermeister fordern Schnellabschüsse für Wölfe in Baden-Württemberg, weil diese sich  ja ständig auf Spielplätzen und in Kindergärten herumtummlen würden! Derweil ist die einzig sesshaft gewesene Wölfin im April bei einem Autounfall geötet worden. Und besonders verstörend ist der Satz «Bei uns haben die Kühe Namen.“ Natürlich nur bis sie ins Schlachthaus wandern.
Was tun? Nun poppen Hochglanzkooperationen von diversen Naturschutz- und Tierschutzorganisationen weltweit auf und versprechen verzweifelten Tierschützern Abhilfe. Doch wie vertrauenswürdig sind diese Orgas wirklich? Auch das Weltwirtschaftsforum will plötzlich sein Herz für Umwelt, Tiere und Natur entdeckt haben.
Ich mache mir darüber schon seit Jahren Sorgen. Unser Verein hatte sich vor fünf Jahren gegründet, um Lobbybändeleien von Naturschutzorganisationen etwas entgegen zu setzen. Es braucht nicht mehr, als öffentlich möglichst mit Riesenreichweite und emotionalen Fotos medienwirksam zu verkünden, dass Tiere geschützt werden wollen und schon springen viele wirklich herzensgute Menschen darauf an und unterstützen selbst Jägerstiftungen oder Orgas, in denen Jäger inzwischen im Vorstand sitzen. Große Orgas, die breitflächig staatliche Unterstützung erhalten oder aber Stiftungen, die von Konzernen unterstützt werden, haben natürlich den Nachteil, dass die Forderungen von Lobbyisten aufgeschlossen gegenüber stehen. Tierfreunde erreichen tatsächlich dann das Gegenteil von dem, das sie sich wünschen. Viele Orgas scheinen praktisch von der Gegenseite übernommen.
Unterstützen Sie bitte kleine Vereine und regionale Vereine. Informieren Sie sich genau über die Orgas. Oft lesen die Menschen ja leider nur noch Überschriften. In den sozialen Netzwerken werden oft gar keine Artikel mehr als Aufmacher gebracht, sondern nur noch Fotos mit einer Überschrift und einer kurzen Einleitung. So kann man sich nicht wirklich informieren. Bitte lesen Sie wieder!
Was die EU-Wahl heute betrifft, bitte ich Sie auch, sich gut zu informieren und sich nicht blenden zu lassen.
Hier noch unsere neue Reportage über den Wahnsinn in Niedersachsen:
https://wolfsschutz-deutschland.de/…/schiesswuetiges…/
Auch unser Verein zählt zu den kleinen unabhängigen Vereinen. Wir nehmem keine Regierungsgelder oder Lobbyspenden an. Wir sind auf Ihre Unterstützung angewiesen. Helfen Sie uns, damit wir weiter ein Bollwerk gegen Lobbyismus darstellen können.
Ich danke unseren vielen Kleinspendern ganz, ganz herzlich für Ihre Unterstützung und hoffe, dass es auch einige Großspender auf uns aufmerksam werden.
Brigitte Sommer
Vorsitzende Wolfsschutz-Deutschland e. V.

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2. Juni 2024Allgemein

Sachsen-Anhalt: Keine Genehmigung zum Schnellabschuss auf Wolf bei Burgkemnitz

Kein Grundschutz sei vorhanden gewesen, lautete die Begründung des Landesamtes für Umweltschutz.

Im Detail: Es wird keinen Schnellabschuss eines Wolfes geben. Das teilte das Landesamt für Umweltschutz auf Nachfrage des MDR mit. Für eine solche Genehmigung fehlen die rechtlichen Voraussetzungen, erklärte Sprecherin Ines Wahl. Es war kein Schutz für die Schafe vorhanden gewesen.

Ende April waren acht Schafe aus einer Herde von 200 Tieren bei Burgkemnitz im Landkreis Anhalt-Bitterfeld gerissen worden. Ob der Halter einen Antrag auf Schnellabschuss gestellt hatte, oder ob der MDR einfach nur in einem Artikel zum Vorfall spekuliert hatte, wissen wir nicht. Fakt ist, dass sich Sachsen-Anhalt bislang auch nicht an der Schnellabschuss-Lösung von Bundesumweltministerin Steffi Lemke beteiligt.

Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

Der Riss der Schafe sein genetisch bewiesen worden, doch eine Gefahr für Menschen hätte nicht bestanden, auch wenn wieder einmal ein in der Nähe befindlicher Kindergarten medial ausgereizt worden war. Und da kein Schutz vorhanden war, kam auch die „normale Einzelabschussgenehmigung“ nicht infrage.

Landesamt: Wolf keine Gefahr für Menschen

Wie das Landesamt weiter dem MDR gegenüber ausführte, stelle der Wolf ohnehin keine Gefahr für den Menschen dar. Bisher sei in Deutschland kein Fall von aggressivem Verhalten dem Menschen gegenüber bekannt, erklärte Sprecherin Ines Wahl dem MDR.

Fazit: Weidetierhalter kommen am Schutz ihrer Tiere nicht vorbei, zumal es auch in Sachsen-Anhalt eine Förderkulisse gibt. Wer das Leben seiner ihm anvertrauten Tiere aufs Spiel setzt, muss Risse einkalkulieren. Leider steckt bei vielen Haltern Absicht dahinter, um danach Abschussanträge zu stellen.

Quelle:

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/dessau/bitterfeld/wolf-burgkemnitz-kita-schafe-kein-abschuss-100.html#:~:text=Die%20Beh%C3%B6rden%20teilten%20jetzt%20mit,Anhalt%20d%C3%BCrfen%20nicht%20bejagt%20werden.

Wir brauchen finanzielle Unterstützung

Es ist leider Fakt, dass der Schutz der Wölfe in Zukunft wohl immer mehr über Gerichte und Anwälte durchgesetzt werden muss. Deshalb brauchen wir auch dringend finanzielle Unterstützung. Unser Verein wird nicht staatlich gefördert, was uns zum einen tatsächlich auch sehr unabhängig macht, zum anderen aber natürlich auch finanziell einschränkt.

Schon kleine, regelmäßige Beiträge, wie z. B. ein monatlicher Dauerauftrag von 5 Euro können uns helfen. Seit Vereinsgründung vor fünf Jahren standen wir ohne wenn und aber und politische Winkelzüge auf der Seite der Wölfe und wir widersprachen unerschrocken Politkern ebenso wie anderen Verbänden. Gerade in diesen schweren Zeiten ist ein Verein wie der unsere essentiell.

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29. Mai 2024Allgemein

Sachsen: Fahndung nach Wolfsmördern endlich im TV

Wolfsschutz-Deutschland e. V. warnt schon seit Jahren davor, dass illegale Wolfsjagden und illegale Tötungen von Wölfen überhand nehmen. Nun haben es zwei Fälle aus Sachsen aus dem vergangenen Herbst in „Kripo Live“, eine Sendung des MDR,  geschafft. Auch Fälle in Niedersachsen, wo zerstückelte tote Wölfe gefunden wurden, sollten endlich ins Fernsehen.

Es werden im Bericht des MDR nicht die erschreckenden aktuellen Fälle an der Grenze zu Polen behandelt, sondern Fälle aus dem vergangenen Herbst. In der Oberlausitz wurden zwei Wölfe durch scharfkantige Köder getötet und zwei weitere Wölfe wurden in einem Fall mittels einer Langwaffe erschossen. Das Landeskriminalamt ermittele, heißt es in einer Sendung des NDR.

Am 22. September 2023 und 27. September wurden die durch Köder getöteten Wölfe bei Luppedubrau und Lippitsch gefunden, am  26. Oktober 2023 die erschossenen Wölfe auf Feldern bei Malschwitz und Mauschwitz. Die Täter scheinen sich unserer Ansicht nach vollkommen sicher zu fühlen. Wir meinen, dass die Taten auch immer noch von Behörden herunter gespielt werden. So sagt Manfred Wölfl von der Fachstelle Wolf in der Sendung zwar dass, derjenige, der zur Selbsthilfe greift, eine Straftat begeht.

Diese kriminellen Taten als Selbsthilfe zu bezeichnen, ist in der Tat verharmlosend. Es sind Kriminelle, die sich nicht an Recht und Gesetze halten und dazu noch das Leiden von Mitgeschöpfen nicht nur billigen, sondern wahrscheinlich auch noch genießen. Die Wölfe, die die scharfkantigen Köder gefressen hatten, mussten laut Kathlen Zink vom Landeskriminalamt Sachsen unter Qualen sterben.

 

Gesucht werden Kriminelle, die Taten im Raum Bautzen verübt haben. Ausriss: Copyright MDR. Hier der Link zur Sendung: https://www.ardmediathek.de/video/kripo-live/sachsen-lka-ermittelt-zu-illegalen-wolfstoetungen/mdr-fernsehen/Y3JpZDovL21kci5kZS9iZWl0cmFnL2Ntcy9iNTM4ZWZkOS0zNzlmLTQ3ZDEtOGUwNC01Zjg2NjViNGUyMDY?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTAAAR35vKWHvsKNXMM7obm61L-6IB8Z7sh1Of2scH3vsoYRiDYJlJzHQwgvVt4_aem_ARXvg3eYj5fTTBrI0N_d1gCILGWunybd2dK6vLWGqiaVlTauGLbGNHvxgzbfk4X1TIQVfb3qZRtk-47vBf-Moo7c

Dieser Täter muss wohl sogar billigend in Kauf genommen haben, dass auch Hunde daran sterben konnten. Die Köder seien großflächig in der Natur verteilt gewesen, heißt es. Das LKA bittet nun um die Mithilfe der Bürger.

In unserer großen Sachsenreportage mahnten wir die vielen illegalen Taten bereits im Jahr 2022 an. Wir beklagten das Verschwinden von kompletten Rudeln, wie zum Beispiel dem Neusorge-Rudel. Behörden taten die Indizien als Konkurrenzkämpfe unter den Wölfe ab. Dabei nimmt man vor Ort kaum ein Blatt mehr vor den Mund. https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/11/10/zuwachs-in-sachsen-stagniert-wolfsland-darf-nicht-sterben/

 

Beispielbild Wolf im Sommerfell. © Brigitte Sommer

Für das aktuelle Wolfsjahr sind in der Region das komplette Rosenthaler Rudel bei Bautzen, das Elstra-Rudel und das Kamenzer Rudel bislang nicht bestätigt worden.

 

Fälle in Niedersachsen

Immer wieder werden, ebenfalls im vergangenen Jahr,  zerstückelte und grausam zugerichtete Wölfe in der Gegend östlich von Hannover gefunden. Der traurige und unheimliche Höhepunkt in diesem Jahr: Mutter und Tochter des Rudels Ringelah wurden im Landkreis Gifhorn sowie ein Wolfsrüde im Mittellandkanal bei Sehnde zerstückelt entdeckt. Nicht nur wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. setzten hohe Belohnungen zur Ergreifung des oder der Täter aus, doch Ermittlungen gerieten bereits wieder ins Stocken oder sie werden sehr schnell eingestellt. Wir rollten deshalb die Fälle im Herbst des vergangenen Jahres mit Fotos von den Fundorten noch einmal neu auf und wir fragen uns, ob diese kriminellen Taten vielleicht nur die Spitze eines erschreckenden Eisberges des Grauens darstellen. Hier unsere  große Fotoreportage zu den grausamen Fällen: https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/10/10/wer-ist-der-wolfsripper-von-niedersachsen/

 

Können solche Täter auch Menschen gefährlich werden?

Statistiken ergeben, dass sadistische Mörder sehr oft mit dem Quälen von Tieren ihre kriminellen Anfänge genommen haben. Im Fall Ringelah und dem Mittellandkanal halten wir es für möglich, dass es hier auch passieren könnte oder schon passiert ist. Deshalb müsste eine Fahnung in diesen Fällen auch endlich ins Fernsehen, um mehr Personen errreichen zu können.

Alleine im eigenen Interesse braucht es mutige Bürger, die diesen Entwicklungen etwas entgegensetzen wollen. Wir freuen uns sehr über weitere Aktive aus den Landkreisen Bautzen und Görlitz: https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden/

 

Quellen:

Link zur Sendung: https://www.ardmediathek.de/video/kripo-live/sachsen-lka-ermittelt-zu-illegalen-wolfstoetungen/mdr-fernsehen/Y3JpZDovL21kci5kZS9iZWl0cmFnL2Ntcy9iNTM4ZWZkOS0zNzlmLTQ3ZDEtOGUwNC01Zjg2NjViNGUyMDY?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTAAAR35vKWHvsKNXMM7obm61L-6IB8Z7sh1Of2scH3vsoYRiDYJlJzHQwgvVt4_aem_ARXvg3eYj5fTTBrI0N_d1gCILGWunybd2dK6vLWGqiaVlTauGLbGNHvxgzbfk4X1TIQVfb3qZRtk-47vBf-Moo7c

http://www.dbb-wolf.de

 

Wir brauchen finanzielle Unterstützung

Es ist leider Fakt, dass der Schutz der Wölfe in Zukunft wohl immer mehr über Gerichte und Anwälte durchgesetzt werden muss. Deshalb brauchen wir auch dringend finanzielle Unterstützung. Unser Verein wird nicht staatlich gefördert, was uns zum einen tatsächlich auch sehr unabhängig macht, zum anderen aber natürlich auch finanziell einschränkt.

Schon kleine, regelmäßige Beiträge, wie z. B. ein monatlicher Dauerauftrag von 5 Euro können uns helfen. Seit Vereinsgründung vor fünf Jahren standen wir ohne wenn und aber und politische Winkelzüge auf der Seite der Wölfe und wir widersprachen unerschrocken Politkern ebenso wie anderen Verbänden. Gerade in diesen schweren Zeiten ist ein Verein wie der unsere essentiell.

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20. Mai 202420. Mai 2024Allgemein

Strafanzeige wegen Tierquälerei: Schafe auf Deichen erleiden Qualen

Jeder Urlauber kennt das. Den ganzen Tag in der Sonne am Strand liegen ist nicht gesund und es führt neben Sonnenbränden auch zu Überhitzung. Während sich Menschen eigenverantwortlich in den Schatten zurückziehen können, haben Schafe an den Küsten diese Wahl nicht. Sie sind monatelang der prallen Sonne ausgesetzt, weil es dort keinen oder kaum Schatten gibt. Laut Tierschutzrichtlinie müssen Halter ihre Tiere nicht nur vor Witterungseinflüssen, sondern auch vor Wolfsangriffen schützen. Wolfsschutz-Deutschland e. V. stellt Strafanzeige wegen Vorfällen in Moorriem.

Dabei wurden in Niedersachsen die Tierschutzrichtlinien bearbeitet. Halter müssen ihre Tier auch vor Witterungseinflüssen schützen und mindestens ein Mal am Tag nach ihnen schauen. https://wolfsschutz-deutschland.de/wp-content/uploads/2024/02/20230920_Tierschutzleitlinie_fuer_die_Schafhaltung_2023.pdf

Auch sind Halter in Niedersachsen dazu verpflichtet, ihre Schafe vor Wolfsangriffen zu schützen.

Eine Tierhalter aus Bayern wurde dafür verurteilt, dass er seine Schafe ohne Sonnenschutz auf der Weide gelassen hatte. In Norddeutschland an den Küsten brauchte sich bislang niemand Sorgen deswegen zu machen. Warum eigentlich?

Herausforderungen der Weidetierhaltung ohne Sonnenschutz

Tiere, die ohne Sonnenschutz auf der Weide gehalten werden, sind der direkten Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen ausgesetzt. Hitzestress kann zu einer Reihe von Gesundheitsproblemen führen, darunter Dehydration, Hitzschlag und eine Verringerung der Futteraufnahme. Dies kann die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere erheblich beeinträchtigen und zu einer Verringerung der Milch- oder Fleischproduktion führen.
Der Mangel an Schatten kann das Risiko bestimmter Krankheiten erhöhen. Zum Beispiel können Tiere, die ständig der Sonne ausgesetzt sind, anfälliger für Hautkrankheiten und Hitzestress   bedingte Erkrankungen sein. Darüber hinaus können hohe Temperaturen die Vermehrung von Krankheitserregern begünstigen, was zu einer höheren Krankheitsinzidenz führen kann.
Tiere, die ohne Sonnenschutz gehalten werden, zeigen oft Veränderungen im Verhalten, um der Hitze zu entkommen. Dies kann zu einer geringeren Weidezeit und einer verminderten Futteraufnahme führen, was wiederum die körperliche Kondition und die Produktivität der Tiere negativ beeinflusst.

 

Kilometerweit kein Schattenplatz. Foto © Brigitte Sommer

 

So sehen die Weiden auf und hinter den Deichen an den Küsten in Niedersachsen und Schleswig-Holstein aus. Die Schafe haben keine Möglichkeit, Schatten aufzusuchen. Gut erkennbar auch die Litze in zirka 30 Zentimeter Höhe.  © Brigitte Sommer

 

Provokation von Rissen

Die NWZ machte am 19. Mai groß in einem Artikel auf, dass in Moorriem in der Wesermarsch mehrfach Schafe gerissen worden und die Schäfer deshalb in Sorge wären. Schaut man sich das Aufmacherbild der Zeitung an, wird es klar, warum hier mehrfach gerissen werden konnte. Wie fast überall an Küsten oder vor den Küsten von Schleswig-Holstein und Niedersachsen wurde hier wohl nur eine Litze in Höhe von zirka 30 Zentimetern verwendet. Sie soll die Schafe daran hindern, in die Entwässerungsgräben zu fallen Allerdings bieten solche Zäunchen überhaupt keinen Schutz gegen Hunde oder Beutegreifer und auch nicht gegen Diebstahl.

Wer solche Zäune im Einsatz hat, muss also mit Rissen oder Diebstahl rechnen und hat kaum einen Grund, sich zu wundern oder besorgt zu sein. Wirklich besorgte Halter hätten hier doch wohl nach dem ersten Riss aufgerüstet.

 

 

 

Wie auf dem Aufmacherfoto der NRZ  zu erkennen ist, befindet sich links neben dem Tor nur eine Litze in Höhe von etwa 30 Zentimeter. Diese Schafe werden nicht nur tierquälerisch der Sonne ausgesetzt, sie sind auch gar nicht vor Angriffen von Hunden oder Wölfen geschützt. Foto: Ausriss aus der NRZ, © NRZ Quelle: https://www.nwzonline.de/wesermarsch/wolf-reisst-mehrfach-schafe-in-moorriem-schafzuechter-stumpenhorst-in-sorge_a_4,1,1173918591.html?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTEAAR1NXBw9eK0PS3tRCn5W_k4CjiRTvuP5IZBVzrIgfXbFgis_W7p4dsy34I0_aem_Af9BDslvf9xUjzAncOugZNQLJSVCfEXpFCVpHEeqw8XC7bf4mv5vCB1GcDs9zhHwKQYEV6R4iUTIVO-sirNgHb40#

Kein Schadensersatz vom Land

Einem dort betroffenen Schafhalter ist währenddessen ein Schaden passiert, auf dem er wohl sitzen bleibt. Wie ein Wolfsberater der NRZ erklärte, habe der Mann, der in Moorriem eine Herde von etwa 30 bis 40 Tieren halte, keinen Anspruch auf eine Billigkeitsleistung. Das Land Niedersachsen zahlt von Wolfsrissen betroffenen Haltern einen Schadensersatz, wenn ihre Nutztiere richtlinienkonform eingezäunt untergebracht sind. Dies sei in diesem speziellen Fall jedoch nicht gegeben.

Diese Schafe können Schatten aufsuchen

 

Diese Schafe sind mit einem wolfsabweisenden Netz in Höhe von 1,10 Meter und zusätzlichen Herdenschutzhunden gut geschützt. Sie können selbstständig Schattenplätze aufsuchen und sie tun dies auch, wenn man sie lässt. © Brigitte Sommer

 

Diese Schafe werden artgerechnet gehalten. Sie sind geschützt mit Herdenschutzhunden und sie haben die Möglichkeit, Schattenplätze unter Bäumen zu finden. © Brigitte Sommer

 

Die Weidetierhaltung ohne Sonnenschutz stellt erhebliche Herausforderungen dar, die das Wohlbefinden der  Weidetiere beeinträchtigen. Ist das Anpflanzen von Bäumen nicht möglich, wie auf Deichen, müssen entweder künstliche Schattenspender errichtet werden, oder Alternativen zur Deichpflege angedacht werden.

Es kann doch nicht sein, dass Schafe den Preis ihres Wohlbefindens und ihrer Gesundheit für die Deichpflege bezahlen.

Strafanzeige gegen Halter

Wolfsschutz-Deutschland e. V. stellt Strafanzeige gegen den Halter in Moorriem, da die Schafe auf der Weide keine Schattenplätze aufsuchen können und er seine Tiere nicht vor Angriffen geschützt hatte. In Niedersachsen gibt es einen Präzedenzfall dazu. Ein Hobbyhalter aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg wollte seine Tiere trotz Anmahnungen partout nicht schützen und der Fall landete vor Gericht. Gegen eine Zahlung von 600 Euro wurde das Verfahren auf Empfehlung des Gerichts zwar schließlich eingestellt, aber eine Einstellung gemäß § 153a StPO ist kein Freispruch. Dieses Beispiel macht deutlich, dass vielen Haltern gar nicht bis wenig tatsächlich am Wohl ihrer Tiere gelegen ist. Die anvertrauten Tiere konnten nicht auf die Fürsorge ihres Besitzers hoffen, sondern sie wurden einer Gefahr ganz bewusst ausgesetzt. Dabei hätten wolfsabweisende Zäune, die zudem noch gefördert werden, dafür sorgen können, dass die Schafe heute noch am Leben sein könnten. Vor dem Schlachter bewahren allerdings auch solche Zäune Schafe und Lämmer nicht.

Quellen:

https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/06/12/wolfsschutz-deutschland-e-v-deckt-auf-die-grosse-deichzaunluege/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/03/16/rissprovokation-schaefer-muss-strafe-zahlen/

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/starnberg/starnberg-amtsgericht-tierschutzgesetz-schafe-landwirt-amtstierarzt-1.6111925

https://www.nwzonline.de/wesermarsch/wolfsriss-bei-elsfleth-wolf-toetet-zwei-schafe-in-moorriem-landwirtschaftskammer-bestaetigt-vorfall-halter-bekommt-keine-billigkeitsleistung_a_4,1,1156505997.html?cx_testId=9&cx_testVariant=cx_1&cx_artPos=3&cx_experienceId=EX56R7JNVA0S&cx_experienceActionId=showRecommendationsUBHP30GW1RLF17#cxrecs_s

https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/03/16/rissprovokation-schaefer-muss-strafe-zahlen/

 

Wir freuen uns über Unterstützung

Schon kleine, regelmäßige Beiträge, wie z. B. ein monatlicher Dauerauftrag von 5 Euro können uns helfen. Seit Vereinsgründung vor fünf Jahren standen wir ohne wenn und aber und politische Winkelzüge auf der Seite der Wölfe und wir widersprachen unerschrocken Politkern ebenso wie anderen Verbänden. Gerade in diesen schweren Zeiten ist ein Verein wie der unsere essentiell.

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17. Mai 2024Allgemein

CDU/CSU machen Druck auf den Schutzstatus des Wolfs

CDU und CSU fordern in einem Antrag mehr Tempo in der Herabstufung des Wolfs von einer bislang streng geschützten auf eine nur noch geschützte Art. Ziel ist es, Wölfe regulär schießen zu können.

 

Die Bundesregierung soll laut dem Antrag (20/11431) dem Vorschlag der EU-Kommission (KOM (2023) 799) vom Dezember 2023 und der Entschließung des Europäischen Parlaments (2022/2952 (RSP)) vom 24. November 2022 „unverzüglich zustimmen“.

Laktierende (säugende) Fähe mit Tochter aus dem vergangenen Jahr. © Brigitte Sommer

Außerdem wird die Bundesregierung dazu aufgefordert, „darauf hinzuwirken“, dass die Europäische Union als Vertragspartei eine frühere außerordentliche Sitzung des Ständigen Ausschusses der Berner Konvention beantragt. Eigentlich ist die nächste reguläre Tagung im Dezember 2024. Dort soll die Überführung des Wolfs von Anhang II in Anhang III des Übereinkommens von Bern vorgeschlagen werden.

Die CDU/CSU ist sich anscheinend schon sicher über den Ausgang, denn nach dem Inkrafttreten der Änderung der Anhänge des Übereinkommens von Bern solle die Bundesregierung „für eine unverzügliche entsprechende Herabstufung des Schutzstatus des Wolfs in der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie von Anhang IV nach Anhang V“ sorgen.

Am 15. Mai fand dazu auch eine Debatte im EU-Parlament statt: https://www.euractiv.de/section/landwirtschaft-und-ernahrung/news/eu-staaten-diskutieren-senkung-des-schutzstatus-von-woelfen/

Jäger im Bundestag vertreten Eigeninteressen

Unter den Abgeordneten des Bundestages gibt es zehnmal mehr Jäger als im Volk – und fast alle sitzen im konservativen Lager. Sie vertreten knallhart eigene Interessen, statt im gemeinnützigen Sinne zu handeln. Dazu kommen noch zahlreiche Lobbyverbände hinzu, die ebenfalls ihre Interessen massiv geltend machen.

Neben der Agrar- und Jagdlobby gibt es noch eine weitere mächtige Interessengruppe, die nicht nur von Kriegen, die die Menschheit gegen sich selbst führt, profitiert, sondern auch vom Krieg gegen die Wildtiere in unseren Wäldern. Die Waffenindustrie hat kein Interesse daran, dass die Jagd in Deutschland verboten wird. Hier bietet der Munitionshersteller gleich noch einen Jägerblog auf seiner Homepage mit ein. https://rws-ammunition.com/de/infotainment/rws-hunting-blog?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTEAAR3ooFgi-jJMNzdzZjQK81I0uFc-Ook8BbF0AJ3fCIsqOzd_Hu5L0AVmHnc_aem_AQ0_RUrXZ6jIFmN2hCqPaiUadyjCP4kzyschNZq4y12PPlyOY3h8V2H8yVnpAIIqQGfA_u2ArzUXEXRArL3j1VsL

 

Weitere Quellen:

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/jaeger-sind-ueberproportional-im-bundestag-vertreten-15771513.html

https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/12/20/eu-will-wolfsschutzstatus-in-der-berner-konvention-herabsetzen/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/02/27/eu-verschiebt-entscheidung-ueber-den-schutzstatus-der-woelfe/

https://dserver.bundestag.de/btd/20/114/2011431.pdf

 

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15. Mai 2024Allgemein

Aufgedeckt: Üble Gehegezaunpropaganda

Immer wieder wird von selbst ernannten Experten in Videoclips oder Beiträgen behauptet, dass so genannte wolfsabweisende Zäune, oder überhaupt Zäune ja gar nichts gegen Wolfsrisse nützen könnten. Dabei vergleichen sie Weidetierzäune mit Gehegeumgrenzungen wie sie in Zoos und Wildparks eingesetzt werden. Warum dies ein übles Propagandamittel ist, erklären wir hier in unserem Artikel.

Wölfe ziehen als Wildtier ein Leben in Freiheit immer dem Leben in Gefangenschaft vor. Deshalb müssen Tierparks und Zoos sie mit hohen Zäunen, die nach oben innen eingeknickt sind, sowie einem einbetonierten Untergrabschutz und extra Stromlitzen innen daran hindern, aus ihrer Gefangenschaft auszubrechen. Genauso müssen aber auch unbedarfte Besucher daran gehindert werden, in die Anlagen einzubrechen. Das Ergebnis sind also drei Meter hohe Zäune.

Werden wirklich zum Schutz von Weidetieren hohe Zäune wie in Wolfsgehegen benötigt?

Die Motivation für einen Wolf aus einer Gefangenschaft heraus zu kommen und in die Freiheit zu gelangen, ist ungleich größer, als irgendwo für einen Riss hinein zu kommen. Wölfe sind Opportunisten, sie sind Wildtiere, die schnell Beute machen müssen und dabei ein Verletzungsrisiko oder das Risiko entdeckt zu werden, einkalkulieren müssen. Schaffen sie es nicht wirklich schnell an Weidetiere heran zu kommen und/oder wird ihnen ein schmerzhafter Stromschlag verpasst, geben sie auf und sie wenden sich leichterer Beute, nämlich Wildtieren, zu.

Beispielbild. Wolfshaltung im Wildpark. ©Brigitte Sommer

Leider fallen auch viele Wolfsfreundinnen und Wolfsfreunde auf diese Art der besonders perfiden Propaganda herein. Um seine Weidetiere zu schützen braucht es eben keinen drei Meter hohen Sicherheitstrakt. Die meisten Risse geschehen an Zäunen ohne Strom, ohne Untergrabschutz und ohne Mindestschutz. In den Bundesländern, in denen die Risslisten aufführen, ob ein Schutz vorhanden war, oder nicht, ist das auch direkt nachzulesen, wie zum Beispiel in Niedersachsen oder auch Sachsen.

Im Jahr 2022 wurden gerade einmal 4.366 so genannte Nutztiere von Wölfen gerissen. Im Vergleich dazu wurden im gleichen Jahr 11 Millionen Rinder, 21 Millionen Schweine und 1,5 Millionen Schafe in Deutschland gehalten und in den Schlachtbetrieben 51,2 Millionen Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde sowie 701,4 Millionen Hühner, Puten und Enten geschlachtet.

Wölfe spielen also kaum eine Rolle im Leben und Sterben der allermeisten Nutztiere. Nur ein Anteil von 1,6 Prozent in der Nahrung der Wölfe sind Nutztiere.

 

Im Film ist ein wolfsabweisendes Netz zu sehen. Die Schafe hinter diesem Netz werden von zwei Herdenschutzhunden bewacht. Aber selbst normale Standartnetze in einer Höhe von 90 Zentimetern, die genug Spannung aufweisen, schützen Weidetiere vor Angriffen, weil Wölfe eben nicht schnell an ihre Beute heran kommen können.

Unlogische Vergleiche mit den Hochsicherheitszäunen in Zoos dienen einzig und allein der Ausrede. Man will einfach gar nicht schützen und nutzt alle möglichen Formen der Propaganda, wie beispielsweise den Leuten weis zu machen, dass normale Weidezäune doch gar nicht funktionieren würden.

 

Quellen:

https://www.wolf.sachsen.de/download/Schadensstatistik_Internet_KW13.pdf

https://www.nlwkn.niedersachsen.de/wolfsburo/nutztierschaden_karten_und_tabellen/nutztierschaeden-174005.html

https://www.dbb-wolf.de/mehr/literatur-download/berichte-zu-praevention-und-nutztierschaeden

BMEL-Statistik

https://www.dbb-wolf.de/Wolf_Steckbrief/portrait

https://www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/wolfszentrum/tabelle

https://www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/wolfszentrum/tabelle

 

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