Niedersachsen: Schon wieder toter Wolf mit Schusswunden – Wolfsschutz-Deutschland e. V. stellt weitere Strafanzeige

Erst gestern berichteten wir über einen schrecklichen Fall im Landkreis Rotenburg/Wümme. Heute wurde bekannt, dass ein verstorbener Wolf im Territorium Barnstorf im Odenburger Münsterland ebenfalls mindestens eine Schussverletzung aufwies. Wolfsschutz-Deutschland e. V. erstattet auch in diesem Fall eine Strafanzeige und setzt erneut eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise zur Ergreifung des Täters aus.

Die Schussspuren seien schon älter gewesen, das Tier auf natürliche Weise verstorben, heißt es dazu in einem Artikel in OM Online. Bei der Untersuchung des toten Wolfs seien die Schussverletzungen entdeckt worden. In der Liste der DBB-Wolf ist der Fund eines toten weiblichen Wolfes am 14. März als noch offen aufgeführt.

Beispielfoto toter Wolf. Foto: Privat.

Wer hat Gelegenheit, Mittel, Ausrüstung, Zeit und Ortskenntnis, solche Taten zu begehen? Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. haben eine neue Petition eröffnet und wir fordern, den Jägern in Niedersachsen das Wolfsmonitoring, also die Überwachung der Wolfspopulation, zu entziehen:

Hier der Link:

http://www.change.org/wolfsmonitoring

Hintergrund zur Wolfsdynastie Barnstorf

Das Rudel um die Goldenstedter Wölfin, die vor vier Jahren unter seltsamen Umständen überfahren worden war, ist praktisch von Anbeginn Hass und Verfolgungen ausgesetzt. Auch ihre Nachkommen werden weiter gnadenlos verfolgt, zum einen durch Fototouristen aus den Niederlanden, die sich nicht scheuten, Fischöl als Köder für schöne Fotos auszuschütten und zum anderen durch die Agrar- und Jagdlobby, darunter auch ein Inhaber eines Wolfstierparks, der sich insbesondere damit hervorgetan hatte, am Abschuss der Familienwölfin Goldi (GW356f) selbst beteiligt zu werden. Aber auch ein örtlicher Zeitungsfotograf mischte mit bei populistischem Getöse. Goldi hatte sich 2014 in ihrem Territorium Barnstorf angesiedelt. Mit ihrem Partner aus dem Territorium Ueckermünde aus Mecklenburg-Vorpommern (GW651m) bekam sie 2017 vier Welpen. Dann verschwand ihr Partner. Mit einem neuen Partner, (GW1418m) aus Wietze bekam sie in dem Jahr, bevor sie überfahren worden war, noch einmal fünf Welpen. Christian Meyers (Grüne) Vorgänger Lies (SPD) hatte den Rüden im Visier und wollte ihn besendern lassen. Dann verschwand auch der Rüde. Bis 2022 wurden noch einmal sieben Welpen geboren. Wer deren Eltern sind, ist laut DBB-Wolf nicht bekannt.

Um zu verstehen, wer den Wölfen dort nach dem Leben trachtet, braucht es nicht viel Fantasie.

Zu verstehen, warum der Jagdlobby kaum beizukommen ist, auch nicht. Neben der Agrar- und Jagdlobby gibt es noch eine weitere mächtige Interessengruppe, die nicht nur von Kriegen, die die Menschheit gegen sich selbst führt, profitiert, sondern auch vom Krieg gegen die Wildtiere in unseren Wäldern. Die Waffenindustrie hat kein Interesse daran, dass die Jagd in Deutschland verboten wird, oder Taten aufgeklärt werden. In Italien gibt es inzwischen Sondereinheiten, die in Sachen Wildtierkriminalität ermitteln und Täter wurden, genauso wie in Spanien, dort tatsächlich auch schon dingfest gemacht.

 

Quellen:

http://www.dbb-wolf.de

https://www.om-online.de/om/auf-wolf-geschossen-untere-naturschutzbehoerde-erstattet-strafanzeige-504559?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTEAAR23AmoQjlW_c3EBI3yOvIMUNrl-Ldkft400uCqKwZSBu6KcVmk1TbHe1Vo_aem_AVs0xduI-10KdLyegazc-P5MSK9N8tczA4fBoitnzS16Q6o1tDlNj4kkf9S2_LkcvFzmPo0rdUc4DLrg3IlZkKN1

 

Wir freuen uns über Unterstützung

Es ist leider Fakt, dass der Schutz der Wölfe in Zukunft wohl immer mehr über Gerichte und Anwälte durchgesetzt werden muss. Deshalb brauchen wir auch dringend finanzielle Unterstützung. Unser Verein wird nicht staatlich gefördert, was uns zum einen tatsächlich auch sehr unabhängig macht, zum anderen aber natürlich auch unsere finanziellen Möglichkeiten begrenzt.

Schon kleine, regelmäßige Beiträge, wie z. B. ein monatlicher Dauerauftrag von 5 Euro können uns helfen. Seit Vereinsgründung vor fünf Jahren standen wir ohne wenn und aber und politische Winkelzüge auf der Seite der Wölfe.  Gerade in diesen schweren Zeiten ist ein Verein wie der unsere essentiell, der sagt, was ist und sich mutig Lobbyisten in den Weg stellt.

Wolfsschutz-Deutschland e.V.

Berliner Sparkasse

IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84

BIC BELADEBEXXX

Auch Paypal ist möglich: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

 

 

Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wollen Schnellabschüsse einführen

Niedersachsen machte es vor und legte prompt eine Bruchlandung hin. Nichtsdestotrotz wollen, trotz fehlender Evidenz und Unvereinbarkeit mit Deutschen und EU-Gesetzen, vier weitere Bundesländer das Schnellabschussverfahren von Bundesumweltministerin Lemke (Grüne) einführen. Für uns von Wolfsschutz-Deutschland e.V. ist dies ganz klar politisch, statt wissenschaftlich motiviert. Lesen Sie hierzu unseren Bericht.

Darauf haben sich bereits am 13. März die „wolfsreichen“ Bundesländer  Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg  in Schwerin geeinigt. Trotz einer krachenden Niederlage vor Gericht in Niedersachsen ist bislang keine Abkehr zu erkennen.

Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

Sachsen-Anhalts Umweltminister Armin Willingmann (SPD) begrüßte die Entscheidung und kündigte an, dass man die Regeln schnell umsetzen wolle. Unter Till Backhaus (SPD – Mecklenburg-Vorpommern) werden nun sogar zusätzlich der Wolf sowie Wolfshybriden ins Jagdrecht aufgenommen und das Wald-Vor-Wild-Konzept etabliert, was Abschießen von Wildtieren im großen Stil bedeutet, weil sie angeblich dem Wald schaden. Auch in Sachsen ist der Wolf bereits im Jagdrecht, es tritt aber automatisch eine ganzjährige Schonzeit in Kraft. Lobbyisten versprechen sich wohl künftig dennoch einen Vorteil, wenn der Schutzstatus des Wolfs in der EU herabgesetzt werden würde.

Jens Gieseke von der evp beschwerte sich am 16. April darüber, dass die Herabsetzung des Schutzstatus an Deutschland und Spanien scheitern könnte. „Damit wird es wohl nichts mit einem aktiveren Management der Wolfsbestände in nächster Zeit. Die belgische Ratspräsidentschaft hat bisher keine Abstimmung im Umweltministerrat zugelassen, und auch diese Woche wird es keine Entscheidung geben,“ beschwerte er sich auf Facebook.

Der Landesjagdverband in Brandenburg dringt darauf, dass rasch Regelungen für einen schnelleren Abschuss von Wölfen nach Weidetier-Rissen getroffen werden. „Der Abschuss schadenstiftender Wölfe muss in Brandenburg zur Routine werden“, forderte der Geschäftsführer des Landesjagdverbandes, Kai Hamann. Umweltminister Axel Vogel sprach sich schon kurz nach der Umweltministerkonferenz für Lemkes Lösungsvorschlag aus.

Wölfe verursachen gar keinen großen Schaden, sollen aber dennoch getötet werden

Ziel der so genannten AG Wolf sei es gewesen, die neuen Kriterien für eine Wolfsentnahme möglichst einheitlich zu definieren und ein einheitliches Verwaltungshandeln dieser besonderen Form der artenschutzrechtlichen Ausnahmeregelung beim Wolf für die Entnahmen in den Ländern zu ermöglichen, wurde Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD), in einer dpa-Meldung zitiert. In den Gesprächen sei man „auf einen weitestgehend gemeinsamen Nenner gekommen“ und habe das Versprechen eingehalten, bis zum Beginn der Weidesaison den Rahmen für die beschleunigte Entnahme von „schadensstiftenden Wölfen“ abzustecken.

700.0000 Euro Schaden, den die Wölfe im Schnitt im Jahr verursachen, wären allerdings kein besonderer Schaden, so Wolfsexperte Dr. Carsten Nowak bei einem Vortrag in Frankfurt am Main. Dazu würden auch meist ungeschützte, oder nicht ausreichend geschützte Nutztiere gerissen werden.

Zum Vergleich: Versicherungen regulieren jährlich über 200.000 Marderschäden an den Fahrzeugen ihrer Kaskokunden. Die Kosten liegen aktuell bei über 60 Millionen Euro im Jahr.

Zukünftig wollen auch Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern einfach irgendeinen Wolf, der sich innerhalb von 21 Tagen im Umkreis von 1.000 Metern um eine Rissweide herum blicken lässt, töten lassen. Ohne DNA-Abgleich, der es ermöglichen würde, den Verursacher zu bestimmen. Schließlich werden sogar sehr viele Risse durch Hunde verursacht oder Weidetiere sterben durch Krankheiten oder eines natürlichen Todes und werden durch große und kleine Beutegreifer nachgesorgt.

Dabei heißt es weiter in dem dpa-Artikel, dass für die Bemessung eines erhöhten Rissaufkommens künftig ein Betrachtungszeitraum von sechs Monaten herangezogen werden solle. Wie oft ein Wolf den Schutzzaun überwunden hat, oder wie viele Herdentiere er getötet haben muss, bevor er zum Abschuss innerhalb von drei Wochen freigegeben werden kann, wird nicht definiert. Berücksichtigt werden sollen Vorfälle, die sich in einem Wolfsrevier von 200 bis 500 Quadratkilometern Größe ereigneten. Um auch sicher feststellen zu können, dass der richtige Wolf erlegt wurde, sollen Hinweise zum Verursacher der Wolfsrisse sorgfältig dokumentiert werden. Eine genetische Analyse vor der Abschussgenehmigung sei nicht erforderlich, hieß es. Elterntiere von unselbstständigen Welpen sollen allerdings auch künftig nicht geschossen werden.

Wie genau Elterntiere erkannt werden sollen, wird auch nicht näher definiert.

Wolfsexperte Carsten Nowak musste in einem Vortrag einräumen, dass auch bei dem bislang eingesetzten Verfahren mit DNA-Abgleich noch nie der richtige Wolf erschossen worden wäre. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/02/11/wolfsexperte-sagt-in-deutschland-ist-noch-nie-der-richtige-wolf-entnommen-worden/

Konsequenter Herdenschutz statt Wolfsabschuss

Protestaktion vor dem Brandenburger Tor. ©privat. von rechts: Lara G., Brigitte Sommer.

Wenn es aber bislang  nie die Richtigen gewesen sind, machen Einzel- und die neuen Schellabschüsse doch erst Recht gar keinen Sinn, sondern einzig und alleine konsequenter Herdenschutz schützt Wölfe und Nutztiere. Wolfsschutz-Deutschland e. V. plädiert seit Jahren dafür, ganz Deutschland zum Wolfsland zu erklären und überall einheitlich zu fördern, aber auch zu fordern.  „Nur Null-Wolfsabschuss motiviert wirklich zum Herdenschutz.“ Denn welchen Vorteil sollen Bauern und Wolfsgegner davon haben, wenn sowieso nie die „richtigen“ Wölfe abgeschossen worden sind und Risse hauptsächlich an ungeschützten Weiden stattfinden?

Solche vermeintlichen Lösungen klingen eher nach einer sinnlosen, mittelalterlich anmutenden Vendetta, als nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nach dem neuesten Stand.

In Niedersachsen ist Umweltminister Meyer mit seinem Schnellschuss auf Wölfe bereits krachend gescheitert. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/04/12/ausgeschossen-in-der-region-hannover-gericht-kippt-schnellabschuss-endgueltig/

Wolfsschutz-Deutschland e. V. mahnt zudem an, dass die Steuerzahler für verlorene Gerichtsprozesse aufkommen müssen, für Verfahren, die nicht im Interesse der Allgemeinheit geführt werden, sondern durch den Einfluss der Agrar- und Jagdlobby, die Einfluss auf die Politik nimmt.

Petition gegen Schnellabschüsse:

Bitte unterzeichnen und teilen Sie unsere Petition gegen Schnellabschüsse: http://innn.it/wolf

 

Quellen:

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/wolf-abschuss-neue-regeln-problemtiere-100.html?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTAAAR1k5iK_ndW29s-4qg1nkbFvCmXgGE_UKPBTUxYFYaJ_YKjbkx9NWUOqt5M_aem_AYZxC7SVc6W-NuRWEoLkRLB3MvJZj3OWeX-OmapieOcjdxSD_wwlPCyzC2aYjpuXDdzJ48TK_Ec4cjtQvoqGK2r3

https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/lm/Service/Presse/Aktuelle-Pressemitteilungen/?id=199447&processor=processor.sa.pressemitteilung

https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/lm/Service/Presse/Aktuelle-Pressemitteilungen/?id=199461&processor=processor.sa.pressemitteilung

https://www.sueddeutsche.de/wissen/tiere-schwerin-ag-wolf-legt-kriterien-zum-abschuss-von-problemwoelfen-vor-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-240313-99-326918

https://www.facebook.com/gieseke.europa

https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2024/04/jaeger-fordern-zuegige-regelung-fuer-schnellabschuesse-von-woelf.html

https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/12/05/skandal-schnellabschuesse-von-woelfen-auf-umweltministerkonferenz-beschlossen/

 

Wir freuen uns über Unterstützung

Es ist leider Fakt, dass der Schutz der Wölfe in Zukunft wohl immer mehr über Gerichte und Anwälte durchgesetzt werden muss. Deshalb brauchen wir auch dringend finanzielle Unterstützung. Unser Verein wird nicht staatlich gefördert, was uns zum einen tatsächlich auch sehr unabhängig macht, zum anderen aber natürlich auch unsere finanziellen Möglichkeiten begrenzt.

Schon kleine, regelmäßige Beiträge, wie z. B. ein monatlicher Dauerauftrag von 5 Euro können uns helfen. Seit Vereinsgründung vor fünf Jahren standen wir ohne wenn und aber und politische Winkelzüge auf der Seite der Wölfe.  Gerade in diesen schweren Zeiten ist ein Verein wie der unsere essentiell, der sagt, was ist und sich mutig Lobbyisten in den Weg stellt.

Wolfsschutz-Deutschland e.V.

Berliner Sparkasse

IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84

BIC BELADEBEXXX

Auch Paypal ist möglich: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Ausgeschossen in der Region Hannover: Gericht kippt Schnellabschuss endgültig

Diese Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes schlägt ein wie eine Bombe und sie dürfte auch ein Schlaglicht auf weitere Bundesländer werfen, die ebenfalls mit Lemkes (Grüne) Schnellabschüssen liebäugeln. Die Beschwerde des Landes Niedersachsen wurde zurückgewiesen. Eine schwere Niederlage für Umweltminister Meyer (Grüne).

Hier die Bgründung des Oberverwaltungsgerichtes: „Die hiergegen erhobenen Beschwerden hat der 4. Senat heute aufgrund der durch die Befristung der Ausnahmegenehmigung bis zum 12. April 2024 bedingten Eilbedürftigkeit der Entscheidungen mit sogenannten „Tenorbeschlüssen“ zurückgewiesen. Den Beschlüssen ist damit zunächst nur das Ergebnis der Entscheidung des Senats zu entnehmen, die schriftlichen Begründungen, die gegebenenfalls auch Ausführungen zur Rechtmäßigkeit des Schnellabschussverfahrens enthalten werden, werden erst im Nachgang erfolgen. Die Abschussgenehmigung bleibt daher weiter nicht vollziehbar.

Beispielfoto Wolf © Brigitte Sommer

Die Beschlüsse des Senats sind unanfechtbar.

Sobald die Begründungen der Entscheidungen vorliegen, wird hierüber über eine weitere Pressemitteilung informiert werden.“

Zum Thema passt auch unser Solgan „Nur 0-Wolfsabschuss motiviert zum Herdenschutz.“

Wir fordern Umweltminister Meyer auf, endlich die nötigen Grundlagen für Herdenschutzmaßnahmen in Angriff zu nehmen.

 

 

 

https://oberverwaltungsgericht.niedersachsen.de/aktuelles/presseinformationen/beschwerden-gegen-die-gerichtliche-untersagung-des-vollzugs-der-ausnahmegenehmigung-zur-zielgerichteten-letalen-entnahme-eines-wolfes-erfolglos-231266.html?fbclid=IwAR0xMArMzPtm2s1dNnwZVLMrSuQCmSj-0LmNDZU0Q1LJ7ikaoJSBZYntKVg_aem_Aagesr6M4WwDHybHg8Mdwnuk949O9IoP5HEP1PEMf_ruyApoiLVfANaQ7Yli_wNU3dUM4VXtvASQsMonntF_JLe5

 

Hintergründe:

https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/04/12/niedersachsen-gerichtsdrama-um-das-rehburger-rudel-geht-in-die-naechste-runde/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/04/06/schnellabschuss-in-niedersachsen-von-gericht-kassiert/

 

Wir freuen uns über Unterstützung

Es ist leider Fakt, dass der Schutz der Wölfe in Zukunft wohl immer mehr über Gerichte und Anwälte durchgesetzt werden muss. Deshalb brauchen wir auch dringend finanzielle Unterstützung. Unser Verein wird nicht staatlich gefördert, was uns zum einen tatsächlich auch sehr unabhängig macht, zum anderen aber natürlich auch unsere finanziellen Möglichkeiten begrenzt.

Schon kleine, regelmäßige Beiträge, wie z. B. ein monatlicher Dauerauftrag von 5 Euro können uns helfen. Seit Vereinsgründung vor fünf Jahren standen wir ohne wenn und aber und politische Winkelzüge auf der Seite der Wölfe.  Gerade in diesen schweren Zeiten ist ein Verein wie der unsere essentiell, der sagt, was ist und sich mutig Lobbyisten in den Weg stellt.

Wolfsschutz-Deutschland e.V.

Berliner Sparkasse

IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84

BIC BELADEBEXXX

Auch Paypal ist möglich: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Schnellabschuss in Niedersachsen von Gericht kassiert

Nachdem Niedersachsens Umweltminister Meyer (Grüne) den Schnellabschuss auf dem Territorium des Rehburger Rudels nach Anraten des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg gestoppt hatte, zog gestern das Verwaltungsgericht Oldenburg nach und gab einem Eilantrag der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e. V. nun doch statt. Es verbot die Schnelljagd. Unsere Einschätzung sehen wir bestätigt. Schnellabschüsse halten geltenden Gesetzen nicht stand. Lesen Sie hier unseren Bericht mit verständlich erklärten Hintergründen.

Zu diesem Artikel gibt es ein Update: https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/04/12/ausgeschossen-in-der-region-hannover-gericht-kippt-schnellabschuss-endgueltig/?fbclid=IwAR00UuRX-8zERGT8hk-95NDzQ_1fILto1K5sawjG7Ldotx_A0ZUNI5MCjNU_aem_AZ4AUvS2DfU0oO-xMuHKj6VcpbdL9MrasxrNCiM6S0TMRso7rbHHgvNjcBxk3D2Def1HUIfdvH9yB2ghxWo_yRLY

Dazu heißt es in dem Beschluss: „Die Kammer vermag das auf den Ergebnissen der 101. Umweltministerkonferenz vom 01. Dezember 2023 beruhende und in der Ausnahmegenehmigung dargestellte Normverständnis des Antragsgegners hinsichtlich der Vorschriften der §§ 45 Abs. 7 Satz 1 Nr. 1 und 45a Abs. 2 BNatSchG nicht zu teilen.“

Der Beschluss ist nicht rechtskräftig. Der NLWKN kann Beschwerde beim Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht einlegen. Umweltminister Meyer (Grüne) hat dies in einem Bericht in der Lokalzeitung DIE HARKE auch bereits angekündigt. „Weil wir von der Rechtmäßigkeit unseres Vorhabens überzeugt sind und sowohl der Bund, als auch die EU-Kommission das Schnellabschussverfahren schriftlich  bestätigt haben, behalten wir uns vor, Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg einzureichen.“ Vorher hatte das Oberverwaltungsgericht geraten, die Jagd zu stoppen. Wir deuten dies auch als Indiz dafür, dass Meyer auch hier scheitern könnte.

Schadenstiftenter Wolf kann im Schnellabschussverfahren nicht identifiziert werden

In der Pressemitteilung des Verwaltungsgerichtes heißt es weiter: „In der Genehmigung nach § 45 Abs. 7 Satz 1 BNatSchG ist – abweichend von der bisherigen gerichtsbekannten Verwaltungspraxis – darauf verzichtet worden, die Ausnahmegenehmigung auf den schadensverursachenden Wolf zu beziehen.“

Nach Auffassung des Gerichts hat der NLWKN hiermit den Anwendungsbereich des § 45 Abs. 7 Satz 1 BNatSchG, der als Ausnahmevorschrift vom allgemeinen artenschutzrechtlichen Tötungsverbot streng geschützter Tierarten aus § 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG eng auszulegen ist, in unzulässiger Weise erweitert. Der Verzicht auf Individualisierung ist nach Ansicht des Gerichts nur unter den – hier nicht gegebenen – rechtlichen Voraussetzungen des § 45a Abs. 2 BNatSchG möglich.“

Wolfsschutz-Deutschland e. V. generell gegen Wolfsabschüsse

Protestaktion am 3. April 2024  vor dem Brandenburger Tor in Berlin.

Die meisten der anderen Verbände https://www.deutschlandfunk.de/wildtieroekologe-vom-nabu-ja-zum-wolfsabschuss-in-100.html – außer BUND NRW und BUND Sachsen – haben ein Positionspapier gemeinsam mit Bauern- und Weidetierverbänden unterschrieben, in dem sie Einzelabschüssen von Wölfen nach dem mehrmaligen Überwinden von Zäunen zustimmen. Unserer Ansicht nach ist mit diesem Papier Tür und Tor für Lobbyismus und Tricksereien geöffnet worden.

Wir protestierten deshalb von Anfang an sehr harsch gegen diese Einigung, denn wir sind der Ansicht, dass dieses Papier bestimmten Haltern erst ermöglicht hat, Risse zu provozieren, um eben Abschussverfügungen zu erlangen. Zudem werden sie noch von Agrar- und Jagdverbänden aufgehetzt. Nur Null-Wolfsabschuss motiviert unserer Ansicht nach tatsächlich zum Weidetierschutz. Und die Fakten geben uns Recht. Nicht nur in Niedersachsen, auch in Brandenburg, Bayern, RLP, NRW, Sachsen-Anhalt und Sachsen, Thüringen, Bawü, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern oder Hessen finden die meisten Risse immer noch an ungeschützten Weiden statt. In NRW war es tatsächlich sogar so, dass die im Gebiet Schermbeck ansässige Wölfin Gloria von Wesel geradezu auf Weidetiere konditioniert wurde, weil man sich dort bis heute weigert, zu schützen. Stattdessen setzt man weiter alles auf Wolfsabschüsse. https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/02/09/nrw-oberverwaltungsgericht-verbietet-abschuss-von-gloria-endgueltig/ Der nächste Antrag auf Abschuss soll im Sommer gestellt werden.

Wolfsabschüsse sind sinnlos

Außerdem musste sogar Wolfsexperte Dr. Carsten Nowak einräumen, dass bislang noch nie der „richtige“ „schadenstiftende“ Wolf erschossen werden konnte. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/02/11/wolfsexperte-sagt-in-deutschland-ist-noch-nie-der-richtige-wolf-entnommen-worden/

Unsere generelle Position gegen Wolfsabschüsse brachte uns nicht nur Freunde ein. Statt unterschiedliche Auffassungen auszudiskutieren, wurden unsere Inhalte gecancelt und unser Verein teilweise als persona non grada behandelt. Wir hoffen, dass dies nun endgültig Geschichte ist, denn die Geschehnisse geben uns Recht.

Wir haben eine Petition gegen Schnellabschüsse ins Leben gerufen: https://innn.it/wolf

Im Rahmen dieses Verfahrens darf nach einem Riss, ohne zu bestimmen wer oder was den Riss überhaupt verursacht hatte, innerhalb von 21 Tagen im Umkreis von 1.000 Metern an der Rissweide auf jeden Wolf geschossen werden, der sich in diesem Umkreis daran vorbei wagt. Dass dies wissenschaftlich gesehen totaler Nonsens ist, braucht man eigentlich nicht mehr zu erwähnen.

Lobbyismus statt Wissenschaft

Jetzt steht Umweltminister Meyer stark in der Kritik, weil er seine Wahlversprechen gebrochen hat und teilweise genau so agiert, wie sein SPD-Vorgänger Lies. Für uns ein Indiz dafür, dass eine Macht im Hintergrund wirklich die Fäden zieht. Auch Bundesumweltministerin Lemke (Grüne) trat noch als starke Kritikerin der Lex-Wolf auf. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/11/25/safe-the-date-berlin-09-12-19-oeffentliche-anhoerung-zur-lex-wolf-hingehen-undoder-protest-an-den-ausschuss-senden/

Kaum in der Regierung setzt sie die sich daraus ergebenden Resultate um und nicht nur das, sie entwarf sogar das Schnellabschussprogramm. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/10/13/lemke-gruene-will-woelfe-auch-ohne-dna-abgleich-erschiessen-lassen/

Im Sommer 23 verschreckte Steffi Lemke bereits Umwelt- und Tierschützer mit folgender Aussage:

„Es darf so lange geschossen werden, bis es aufhört!“

https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/06/09/bundesumweltministerin-lemke-es-darf-so-lange-geschossen-werden-bis-es-aufhoert/

Es gab also eine immer weiter fortschreitende Eskalation. Auch Grüne Umweltminister aus Thüringen, NRW, Schleswig-Holstein, Sachsen und Baden-Württemberg sowie Brandenburg lassen wenig Zweifel daran, dass sie das Gegenteil von Tierschutzpolitik umsetzen.

Trotzreaktion der Agrar- und Jagdlobby

Aus Protest gegen die Niedersächsische Wolfspolitik hat das Aktionsbündnis aktives Wolfsmanagement (was nichts anderes heißt als Wolfsabschüsse) das Dialogforum mit den Umweltverbänden und der Landesregierung vorläufig verlassen.  Man zweifele an der wahren Absicht, zeitnah Lösungen für die Weidetierhalter durchzusetzen, so Bauernverbandssprecher Ehlers. Wie sich der Bauernverband zeitnahe Lösungen vorstellt, ist kein Geheimnis. Man erwartet Wolfsabschüsse im großen Stil. Teilweise wird in sozialen Netzwerken sogar darüber diskutiert, dass Bauern und Schäfer selbst zur Waffe greifen sollten, wie z. B. Wendelin Schmücker es wollte. https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/09/07/schaefer-schmuecker-darf-weiter-nur-mit-einer-seifenblasenpistole-auf-woelfe-schiessen/

In Niedersachsen sind ausgerechnet die mit dem Wolfsmonitoring beauftragt, die selbst ein „aktives Wolfsmanagement“ durchsetzen möchten, nämlich die Jäger. Als Folge davon kann man sich auf die Daten aus dem Monitoring überhaupt nicht mehr verlassen. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. fordern dringend, das Wolfsmonitoring in die Hände von Umweltverbänden zu übergeben.

 

Quellen:

https://verwaltungsgericht-oldenburg.niedersachsen.de/aktuelles/vg-oldenburg-gibt-eilantrag-gegen-ausnahmegenehmigung-fur-die-zielgerichtete-letale-entnahme-eines-individuums-der-streng-geschutzten-tierart-wolf-canis-lupus-statt-231062.html?fbclid=IwAR2Blt-Dh_AKwoZW1uZsBBrxz-IS0WeXHphttZxpHuI333MEBh3hIzeHyCY_aem_AaNzeaXrc5C_Z5BGHteabB8XM80VtM8JQYKpz1nWxmhh7h05y8XoArzTAsxbGosVbEuDdp99f4wPf-rDC5vhGiu5

https://wolfsschutz-deutschland.de/2020/03/13/schwarzer-tag-fuer-woelfe-und-andere-wildtiere-seit-heute-ist-die-aenderung-des-bundesnaturschutzgesetzes-lex-wolf-in-kraft/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/04/05/schluss-mit-schuss-schnellabschuss-in-niedersachsen-ausgesetzt/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/03/26/niedersachsen-um-meyer-gruene-will-wolf-in-der-tragezeit-im-geheimen-schnellabschussverfahren-toeten/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/12/05/skandal-schnellabschuesse-von-woelfen-auf-umweltministerkonferenz-beschlossen/

 

 

Wir freuen uns über Unterstützung

Es ist leider Fakt, dass der Schutz der Wölfe in Zukunft wohl immer mehr über Gerichte und Anwälte durchgesetzt werden muss. Deshalb brauchen wir auch dringend finanzielle Unterstützung. Unser Verein wird nicht staatlich gefördert, was uns zum einen tatsächlich auch sehr unabhängig macht, zum anderen aber natürlich auch unsere finanziellen Möglichkeiten begrenzt.

Schon kleine, regelmäßige Beiträge, wie z. B. ein monatlicher Dauerauftrag von 5 Euro können uns helfen. Seit Vereinsgründung vor fünf Jahren standen wir ohne wenn und aber und politische Winkelzüge auf der Seite der Wölfe.  Gerade in diesen schweren Zeiten ist ein Verein wie der unsere essentiell, der sagt, was ist und sich mutig Lobbyisten in den Weg stellt.

Wolfsschutz-Deutschland e.V.

Berliner Sparkasse

IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84

BIC BELADEBEXXX

Auch Paypal ist möglich: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Niedersachsen: UM Meyer (Grüne) will Wolf in der Tragezeit im geheimen Schnellabschussverfahren töten

Keine andere Partei hat derart viele Wahlversprechen gebrochen, wie die Grünen. Sie ist von einer Umweltpartei zu einer Partei, die Lobbywünsche der Agrar- und Jagdlobby umsetzt, geworden und von einer Friedens- zu einer Kriegspartei mutiert. Will Umweltminister Meyer (Grüne) ab heute einen Stellvertreterkrieg gegen Wölfe in Niedersachsen eröffnen? Um nichts anderes handelt es sich, wenn nach der Paarungszeit wahllos in das Rehburger Wolfsrudel hinein geschossen wird. Wolfsschutz-Deutschland e. V. protestiert und wir kündigen Strafanzeigen an.

Zu diesem Artikel gibt es ein Update: https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/04/12/ausgeschossen-in-der-region-hannover-gericht-kippt-schnellabschuss-endgueltig/?fbclid=IwAR00UuRX-8zERGT8hk-95NDzQ_1fILto1K5sawjG7Ldotx_A0ZUNI5MCjNU_aem_AZ4AUvS2DfU0oO-xMuHKj6VcpbdL9MrasxrNCiM6S0TMRso7rbHHgvNjcBxk3D2Def1HUIfdvH9yB2ghxWo_yRLY

Mit einem juristischen Trick hatte die Umweltministerkonferenz, die von Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) erdachten Schnellabschussregeln beschlossen, in denen für 21 Tage rund um Weiden, wo ein Riss stattgefunden hatte, auf jeden Wolf geschossen werden darf, der dort im Umkreis von einem Kilometer entlang läuft. https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/12/05/skandal-schnellabschuesse-von-woelfen-auf-umweltministerkonferenz-beschlossen/

Wir haben eine Petition dagegen eröffnet: https://innn.it/wolf

 

Beispielfoto Jungwolf.

Meyer schreibt in einer Pressemitteilung, Zitat: „Am vergangenen Wochenende ist es in der Region Hannover zu einem Nutztierriss gekommen, bei dem ein Rind getötet wurde. Dabei handelt es sich mit hinreichender Sicherheit um einen Wolf als Verursacher. Aufgrund wiederholter Nutztierrisse in dem betreffenden Gebiet ist erstmalig in Niedersachsen geplant, eine Ausnahmegenehmigung für die Wolfsentnahme nach dem sogenannten Schnellabschussverfahren zu erlassen. Die Ausnahmegenehmigung soll ab dem heutigen Dienstagabend gelten. Für eine Dauer von 21 Tagen und im Abstand von 1000 Metern um das aktuelle Rissgeschehen herum kann somit ein Wolf, der zum Rissort zurückkehrt, rechtssicher entnommen werden.“

Unserer Ansicht nach ist der Zeitpunkt dieser Schießgenehmigung kein Zufall. Will man mit dem Umsetzen direkt nach der Paarungszeit auch eine weitere Vermehrung unterbinden und die Familienstrukturen bewusst zerstören?  Es ist längst hinlänglich bekannt, dass solche Maßnahmen nicht weniger, sondern mehr Risse nach sich ziehen. Wir sehen hier keinesfalls eine Rechtssicherheit. Wird ein Elternteil getötet, werden die Jungtiere aus dem vergangenen Jahr zu vermeintlich leichter Beute greifen, statt Wildtiere zu erjagen, denn sie haben das Jagen noch nicht hinreichend erlernt. Wird dagegen ein Elternteil getötet, wird es der Partner oder die Partnerin schwer haben, die kommenden Welpen alleine groß zu ziehen. Wird die werdende Mutter getötet, sterben auch die ungeborenen Wolfskinder. Außerdem ist noch die Jungwolfwandersaison im Gange. Es kann also auch ein völlig fremdes Tier treffen. All diese Grausamkeiten haben rein gar nichts mit Schutz von Weidetieren gemein, sondern erinnern an Methoden im Mittelalter und vereinbart sich weder mit dem Tierschutz- noch mit dem Naturschutzgesetz.

Das getötete Rind sei Teil einer Herde mit rund 30 erwachsenen Heckrindern und einem Jungbullen gewesen. Damit sei ein ausreichender Schutz durch die Herde nach der Richtlinie Wolf gegeben. Seit September 2023 sei  es in dem betreffenden Gebiet mehrfach zu Rissen an Rindern gekommen, welche einem Wolfsterritorium zugeordnet werden können. Der aktuelle Riss wäre somit der fünfte Riss innerhalb von neun Monaten, womit aus Sicht des Landes die Kriterien für einen Schnellabschuss erfüllt wären. Der NLWKN bereitet daher aktuell die Ausnahmegenehmigung für einen Schnellabschuss vor. Der genaue Ort und die mit der Entnahme beauftragten Personen würden aus Gründen des Schutzes dieser Personen nicht veröffentlicht.

Gegen seinen Amtsvorgänger Lies hatten die Grünen sowie Meyer noch wegen Geheimhaltung von Wolfsabschüssen geklagt. Nun selbst an der Macht, übernimmt er scheinbar dieses Konzept. Wir werden eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz stellen, doch es ist auch jetzt schon klar, um welches Rudel es sich handeln dürfte. Im Revier des Rehburger Rudels, das in Nachbarschaft zum Rodewaldrudel lebt, haben wir es mit sehr vielen feuchten Gebieten zu tun, in denen Rinder und Kühe leicht im Moder feststecken. Die vielen Regenfälle im Winter und im Frühjahr lassen vermuten, dass die Risse bei solchen Vorfällen passiert sein könnten. Auch über die Situation der Zäune wird in der Pressemitteilung kein Wort verloren.

Zu diesem Bericht gibt es ein Update. Ein Gerichtssprecher des VG Oldenburg hätte die Welt darüber informiert, dass ein Eilantrag gegen den Abschuss abgelehnt worden sei. Nun muss das Oberverwaltungsgericht Lüneburg entscheiden. Eine offizielle Pressemitteilung vom VG Oldenburg gibt es darüber nicht: https://www.welt.de/regionales/niedersachsen/article250809138/Ministerium-Genehmigung-fuer-Wolf-Abschuss-gilt-weiterhin.html

 

Quelle: https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/minister-meyer-land-fuhrt-erstmalig-wolfsentnahme-nach-dem-neuen-schnellabschussverfahren-durch-230820.html

In dieser Reportage von uns gibt es Einblicke in das Revier des Rehburger Rudels: https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/09/09/wolfsschutz-deutschland-e-v-klagt-an-niedersaechsische-bauern-provozieren-wolfsrisse/

 

Wir freuen uns über Unterstützung

Es ist leider Fakt, dass der Schutz der Wölfe in Zukunft wohl immer mehr über Gerichte und Anwälte durchgesetzt werden muss. Deshalb brauchen wir auch dringend finanzielle Unterstützung. Unser Verein wird nicht staatlich gefördert, was uns zum einen tatsächlich auch sehr unabhängig macht, zum anderen aber natürlich auch unsere finanziellen Möglichkeiten begrenzt.

Schon kleine, regelmäßige Beiträge, wie z. B. ein monatlicher Dauerauftrag von 5 Euro können uns helfen. Seit Vereinsgründung vor fünf Jahren standen wir ohne wenn und aber und politische Winkelzüge auf der Seite der Wölfe und wir widersprachen unerschrocken Politkern ebenso wie anderen Verbänden. Gerade in diesen schweren Zeiten ist ein Verein wie der unsere essentiell.

Wolfsschutz-Deutschland e.V.

Berliner Sparkasse

IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84

BIC BELADEBEXXX

Auch Paypal ist möglich: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

So könnt Ihr uns aktiv in den Wolfsgebieten helfen:

Wir freuen uns über neue Mitglieder aus allen Wolfsgebieten in Deutschland, die uns aktiv vor Ort draußen helfen wollen. Der erste Schritt ist ein Mitgliedsantrag:

 

Niedersachsen: Kein Schnellschuss auf Suderburger Wölfe

Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer musste bereits harsche Kritik dafür einstecken, dass er das Schnellabschusssystem von Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) in Niedersachsen einführt.  Ob die Suderburger Bürgermeisterin Dagmar Hillmer (CDU) deshalb gleich einen entsprechenden Antrag bei Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) einreichte, um damit mehr Wirkung zu erzielen, wissen wir nicht. Fakt ist allerdings, dass kein Schnellabschuss genehmigt wird. Und Halter werden sogar verpflichtet, ihre Tiere vor Beutegreifern zu schützen.

Grund der Ablehnung: Die vom Riss betroffenen Schafe seien nicht ausreichend geschützt gewesen, hieß es in einer Antwort der Pressestelle des Ministeriums an das Agrarblatt Land und Forst. Unseres Wissens nach müssten Anträge auf Abschüsse eigentlich auch von den Haltern selbst, in dem Fall von Schäfer J. gestellt werden.

Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

Die Antwort aus der Pressestelle des Ministeriums an die Zeitung Land und Forst:  Zitat: „Im vorliegenden Fall handelt es sich um zwei Nutztierschäden vom 23.12.2023 beim selben Schafhalter. Insgesamt wurden dabei 35 Schafe getötet. Beim ersten Übergriff mit 33 getöteten Schafen war der vorher intakte Elektrozaun beim Ausbruch der Schafherde umgeworfen worden und lag bei der Rissaufnahme teilweise am Boden. Daher war der Grundschutz gemäß Richtlinie Wolf als ,beeinträchtigt´ zu bewerten“, heißt es.

Und weiter: „Beim zweiten Übergriff mit zwei toten Schafen wurde die Herde von einer Person bewacht, was als Grundschutz gemäß Richtlinie Wolf gewertet wird. Nach Berichten der anwesenden Person hat ein Wolf den Zaun übersprungen.“ Der Tierhalter erhalte für beide Übergriffe Entschädigungszahlungen in Form von Billigkeitsleistungen, da der Wolf als Verursacher festgestellt werden konnte – und einmal Grundschutz bzw. einmal beeinträchtigter Grundschutz vorhanden war. Aber der letztgenannte Punkt „beeinträchtigter Grundschutz“ werde jetzt zum Problem, heißt es in der Land und Forst. Denn: „Der wolfsabweisende Herdenschutz ist – sowohl im Rahmen einer artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung nach § 45 Abs. Abs. 7 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) als auch bei der Umsetzung des neuen Schnellabschussverfahrens – Voraussetzung für die Entnahme von problematischen Individuen, die wiederholt geschützte Weidetiere reißen. Nach geltender Rechtsprechung dürfen daher für eine Entnahme nur Fälle zur Grundlage genommen werden, in denen ein unbeeinträchtigter Herdenschutz von Wölfen überwunden wurde.“ Ungeschützte Tiere oder Fälle, in denen dieser so wichtige Grundschutz beeinträchtigt war, könnten demnach nach Auffassung der EU nicht für eine Ausnahme nach der FFH-Richtlinie herangezogen werden, heißt es aus dem Ministerium weiter. Das sei auch bei den bisherigen Entnahmen durch die Landkreise so gewesen. Es müsse nach der Rechtsprechung im engen räumlichen und zeitlichen Zusammenhang zum Riss mehrfach eine Überwindung von Schutzvorrichtungen stattgefunden haben.“

Panikmache

Um Wölfe im Landkreis Uelzen wurde auch in den Medien vermehrt Panikmache verbreitet. Unter anderem auch mit Fotos, die den Medien über Wolfshasserseiten zugespielt werden.

 

 

Statt darüber aufzuklären, dass mit der Paarungszeit der Wölfe auch Jungtiere abwandern, wird Panik geschürt. Im gleichen Artikel ist das Jungtier auch in einem Video zu sehen. https://www.kreiszeitung.de/lokales/niedersachsen/foto-und-video-wolf-laeuft-durch-uelzen-tier-auch-nur-meter-entfernt-vom-kindergarten-gesichtet-92793675.html

Immer wieder wird mit den Stichworten „Kindergarten“ und „Schule“ versucht, Panik zu betreiben, dabei liegen die echten Gefahren für Kinder ganz woanders. Wir berichteten bereits hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/02/13/rotkaeppchensyndrom-versus-fakten-woelfe-nicht-unter-den-gefahren-fuer-kinder/

Jetzt wandern viele zwei Jahre alte Jungtiere ab, um sich ein eigenes Revier zu suchen. Weil sie weder Kompass noch Straßenkarten haben und sie unerfahren sind, sind sie nicht wirklich gut darin, ihre Wanderungen unentdeckt zu machen. Sie können sich auch in Städte oder Dörfer verlaufen. Von ihnen geht keine Gefahr aus.
Jedes Jahr aufs Neue werden also ziemlich viele Sichtungen auf Video aufgenommen und diese Videos enden oft in  sozialen Netzwerken wie FB oder in Whats-App. Oft sind es die selben Videos mit immer anderen Ortsangaben. Ziel ist es, Panik zu schüren und Angst zu machen. Oft wird darin behauptet, die Wölfe seien nicht mehr scheu, dabei sind es nur die wandernden Jungwölfe, die erst lernen müssen, sich nicht sehen zu lassen. Oft wandern sie tausende Kilometer, bis sie ein für sie geeignetes Revier finden. Siehe dazu auch unsere Presseinformation: https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/01/29/presseinformation-jungwoelfe-sind-auf-wanderschaft-nach-eigenem-revier/?fbclid=IwAR02LIB1FOgNYKPZeRDi8zb5CI8HhLKV6FqVf-Q9ua2Hg9x9ct8YMM0QC-M

Hintergrund:

Der Streit um Wolfsabschüsse im Landkreis Uelzen in der Lüneburger Heide tobt bereits seit dem vergangenen Jahr. Die Gemeinde Suderburg hatte bereits eine Wolfsresolution verfasst und gefordert, dass Wölfe abgeschossen werden sollten.

Suderburgs Bürgermeisterin Dagmar Hillmer und Verwaltungschef Wolf-Dietrich Marwede hätten dann einen Eilantrag an Ministerpräsident Stephan Weil geschickt, heißt es in einem Artikel vom zehnten Februar in der AZ.  An manchen Tagen seien Leute der Bürgerinitiative Weidetier-Mensch-Wolf Nordost-Heide rund um die Uhr im Einsatz, um die Schafe von Schäfer K.-H.- J. zu schützen. Darunter auch ein Berufsjäger. Etwa 400 Schafe würden derzeit auf einem Acker bei Holxen weiden. Auch seine Tochter Verena, die die Schafzucht übernehmen will, machte bereits in mehreren Zeitungsberichten mobil gegen Wölfe in und bei Uelzen.

Der Berufsschäfer K.-H. J. hatte übrigens bereits seit 2020 immer wieder Probleme mit Wolfsrissen. Warum ausgerechnet er seit vier Jahren immer wieder betroffen ist, und andere Kollegen in der Gegend nicht, ist schon seltsam. Auf Fotos, die auf Wolfshasserseiten gepostet worden waren, waren auch Zäune zu sehen, auf denen Schneeanhäufungen zu sehen waren. Schafe müssen im Winter einen Unterstand haben. Ein solcher war aber auf den Fotos nicht erkennbar: https://www.laves.niedersachsen.de/startseite/tiere/tierschutz/tierhaltung/winterweidehaltung-von-rindern-und-schafen-73877.html

Das Rudel Uelzen gibt es erst seit kurzem. Schäfer J. hat aber schon seit vier Jahren Probleme mit Rissen. Quelle:http://www.dbb-wolf.de

Laut Niedersächsischer Tierschutzleitlinie müssen Hobby- und Berufstierhalter ihre Tiere schützen

20230920_Tierschutzleitlinie_fuer_die_Schafhaltung_2023

Seite 11:

Maßnahmen, um das Ertrinken in Gräben und Grüppen sowie auf Außendeichsflächen zu verhindern

Zitat: „Grüppen zur Entwässerung von Weideflächen sind in Niedersachsen vorwiegend in der Küstenregion einschließlich der Marschen anzutreffen. Oft bilden sie den einzigen Struktureinfluss auf weiten und sonst ebenen Weideflächen. Erfahrungsgemäß werden sie gerade deshalb zu einer Gefahr für Schafe; denn diese nutzen das Gefälle der Uferränder als Sicht- und Windschutz, vorzugsweise beim Ablammen. Auf der schrägen Fläche geborene Lämmer sind durch fehlende Stabilität der Beine und durch das intensive Trockenlecken in den ersten Lebensminuten besonders gefährdet.“

Nun gibt es auch keine Ausreden mehr dafür, Schafe an Deichen nicht ausreichend zu schützen. Alleine braucht es Zäune, um die Tiere vor dem Ertrinken zu bewahren. Festsitzende Schafe und übrigens auch Kühe, werden zudem leicht Opfer von Wölfen.

11

Aber auch das Trinken der Schafe aus Grüppen und Gräben birgt Gefahren. Starkes Gefälle der Ufer erfordert ein tiefes Absenken des Oberkörpers. Oft sinken die Vorderfüße dabei in die durchweichten Grüppen oder Grabenränder ein. Die Tiere verlieren das Gleichgewicht und kippen kopfüber in die schmale, grundlose Grüppe oder den Graben. Die Wolle saugt sich voll Wasser, die Schafe liegen fest und verenden, wenn sie nicht rechtzeitig gefunden und geborgen werden. Todesursache bei ausgewachsenen Schafen ist neben Ertrinken häufig Unterkühlung und totale Erschöpfung.

Dazu gibt es auch eine Publikation de BfN: https://www.bfn.de/publikationen/bfn-schriften/bfn-schriften-680-herdenschutz-am-deich-der-praxis-betriebe-im-portrait?fbclid=IwAR1nil5gIe2VqHXiQkQeA7UbBCECo8z-ErRGraxnHh2FX-3ScgMC6vNp_lU

Seite 38 und Folgende:

9.4 Schutz vor Beutegreifern, insbesondere Wolf

Zitat: Mit der Wiederbesiedelung Deutschlands durch große Beutegreifer wie den Wolf, aber auch Bär, Luchs und Goldschakal werden die Weidetierhalter vor neue Herausforderungen gestellt. Bislang mussten sie ihre Weidetiere art- und fachgerecht einzäunen, um ein Ausbrechen zu verhindern. Jetzt müssen sie ihre Tiere zusätzlich vor Angriffen von großen Beutegreifern schützen. Insbesondere die Wolfspopulation ist in Deutschland und Niedersachsen stark angewachsen. Wölfe sind inzwischen in ganz Niedersachsen präsent und verursachen Nutztierschäden bei allen Weidetierarten; Schafe sind jedoch am stärksten betroffen.

Nach § 3 Abs. 2 Nr. 3 Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung müssen Haltungseinrichtungen für Nutztiere so ausgestattet sein, dass die Tiere, soweit möglich, vor Beutegreifern geschützt werden.

Allgemeine Hinweise zur Umzäunung i.S. der Wolfsabwehr:
• Entscheidend ist, dass der Zaun den Weidebereich lückenlos umschließt. Gräben, Bäche, Flüsse oder Seen stellen keine Barrieren für Wölfe dar.
• Böschungen, Holzstapel u. ä. können dem Wolf als Sprunghilfe dienen. Daher sollte der Zaun in ausreichendem Abstand dazu oder entsprechend höher errichtet werden.
• Es dürfen keine Lücken zum Boden vorhanden sein, und der Zaun darf nicht durchhängen, sodass die Mindesthöhe überall erreicht wird. Um Spannungsabfälle entlang des Zaunes zu verhindern,   sollte der Bewuchs niedrig gehalten werden.
• Auch Weidetore sind durch Elektrifizierung oder andere Maßnahmen entsprechend zu sichern
• Schafe und Zäune sind täglich zu kontrollieren.“

Dies dürfte es für Niedersachsen möglich machen, Tierhalter die partout nicht schützen wollen, auch mit Strafanzeigen zu belangen.

Herdenschutzhunde als Ergänzung zu Zäunen

Vielleicht sollte Schäfer J. einmal um Rat und Hilfe bei Berufsschäferkollegen aus Nordostsachsen bitten, wie zum Beispiel Schäfer Frank Neumann oder dessen Nachfolger, die Erfahrung mit dem Schutz von Schafen von fast dreißig Jahren haben.  Frank Neumanns Schafherden grasten bei Schleife an der polnischen Grenze. Schon 1998 gab es die ersten Angriffe auf seine Herde. Dabei wurden neun Schafe getötet. Vier Jahre später wurden 27 Mutterschafe gerissen. Frank Neumann hätte das Pech, der erste Schäfer zu sein, der vom Wolf betroffen war, sagte er einmal. Im Nachhinein sei es aber ein Glücksfall für ihn gewesen. Denn er hätte damals Hilfe von zwei Wolfsschutzvereinen, dem Freundeskreis frei lebender Wölfe und der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe erhalten. Das Motto sei nicht gewesen: „Wie vertreibe oder töte ich den Wolf?“, sondern „Wie schütze ich die Schafe vor dem Wolf?“ Funktionierende Elektrozäune machten den Anfang. Und dann sei Anton gekommen, ein weißer Pyrenäenberghund, den der Schäfer damals in der Schweiz gekauft hatte.  Als Bestandteil der Herde lebte er Tag und Nacht bei ihr und stellte sich an der Weide vorbei patroullierenden Wölfen entgegen und vertrieb sie schon durch sein Gebell.

Nach einem Rückschlag 2007, bei dem Schäfer Neumann nochmals drei Schafe verlor, vergrößerte er die Zahl der Hunde pro Herde und er hatte keine Verluste mehr. Und das, obwohl seine Schafe Flächen in vier Wolfsrevieren beweideten. Schäfer Neumann war es auch, der anmerkte, dass „seine Wolfsrudel“, sogar manchmal vier an der Zahl, sogar seine Schafe mit bewachen würden.  Sie vertrieben andere Wölfe alleine durch ihre Anwesenheit in dem Gebiet, denn ortsansässige Wölfe dulden keine fremden Wölfe in ihrem Revier.

 

 

Quellen:

https://www.landundforst.de/niedersachsen/region-stade-lueneburger-heide/kein-abschuss-woelfe-suderburg-schutz-war-beeintraechtigt-570849?fbclid=IwAR17oGomWUTIW7aGI6cKsZekHnP_FxXoBTHU_tPRnaL4Sa6kXvGL78h-DNo

https://www.az-online.de/uelzen/suderburg/gemeinde-suderburg-fordert-land-zum-sofortigen-abschuss-von-woelfen-auf-92824587.html#:~:text=Gemeinde%20Suderburg%20fordert%20Land%20zum%20sofortigen%20Abschuss%20von%20W%C3%B6lfen%20auf,-10.02.2024%2C%2009&text=Suderburgs%20B%C3%BCrgermeisterin%20Dagmar%20Hillmer%20und,vom%20Dezember%202023%20in%20Holxen.

https://www.kreiszeitung.de/lokales/niedersachsen/foto-und-video-wolf-laeuft-durch-uelzen-tier-auch-nur-meter-entfernt-vom-kindergarten-gesichtet-92793675.html

https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/02/13/niedersachsen-umweltminister-meyer-gruene-setzt-schnellfeuer-auf-woelfe-um/

 

Wir freuen uns über Unterstützung

Es ist leider Fakt, dass der Schutz der Wölfe in Zukunft wohl immer mehr über Gerichte und Anwälte durchgesetzt werden muss. Deshalb brauchen wir auch dringend finanzielle Unterstützung. Unser Verein wird nicht staatlich gefördert, was uns zum einen tatsächlich auch sehr unabhängig macht, zum anderen aber natürlich auch unsere finanziellen Möglichkeiten begrenzt.

Schon kleine, regelmäßige Beiträge, wie z. B. ein monatlicher Dauerauftrag von 5 Euro können uns helfen.

Wolfsschutz-Deutschland e.V.

Berliner Sparkasse

IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84

BIC BELADEBEXXX

Auch Paypal ist möglich: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

 

So könnt Ihr uns aktiv in den Wolfsgebieten helfen:

Wir freuen uns über neue Mitglieder aus allen Wolfsgebieten in Deutschland, die uns aktiv vor Ort draußen helfen wollen. Der erste Schritt ist ein Mitgliedsantrag:
Angriffe sind nicht zu befürchten, da wir die Identität unserer Aktiven nicht heraus geben.

Niedersachsen: Umweltminister Meyer (Grüne) setzt Schnellfeuer auf Wölfe um

„Niedersachsen ist somit das erste Bundesland, das nach den Vorschlägen des Bundes handelt und das Schnellabschussverfahren umsetzt“, so Umweltminister Meyer (Grüne) in einer Pressemitteilung von gestern. Wolfsschutz-Deutschland e. V. protestiert auf das Schärfste. Schnellabschüsse werten wir als nichts anderes als eine Abkehr von evidenzbasierter Wissenschaft einen Rückfall ins Mittelalter sowie eine Scheinlösung für die Bauern. Warum, lesen sie hier in unserem Bericht.

Danach wird in Gebieten mit überdurchschnittlichen Wolfsangriffen auf gut geschützte Nutztiere ein Abschuss für 21 Tage im Abstand von 1000 Metern um die konkrete Weide ohne Abwarten einer DNA-Probe erlaubt. Die EU-Kommission und der Bund hätten dieses Vorgehen schriftlich für rechtmäßig und vereinbar mit der FFH-Richtlinie erklärt.

Beispielfoto neun Monate alter Wolfswelpe © Brigitte Sommer

Zitat: „Für die konkrete Umsetzung gibt es zwei Wege: Im Einzelfall kann jetzt schon in Gebieten mit erhöhten Überwindungen von Herdenschutzmaßnahmen ein Schnellabschuss angeordnet werden. Zur generellen Festlegung dieser Gebiete ist eine Verordnung mit breiter Beteiligung geplant.“

Juristischer Trick – Verordnung statt Gesetzesänderung

Um eine Gesetzesänderung zu umgehen, setzt man nun wohl auf Verordnungen. Als erstes Bundesland hat Niedersachsen hierfür jetzt konkrete Eckpunkte zur Umsetzung des neuen Verfahrens vorgestellt und mit den Expertinnen und Experten im Dialogforum diskutiert, heißt es in der Pressemitteilung. Demnach plane das Land eine Verordnung (nach § 45 Abs. 7 Satz 4 Bundesnaturschutzgesetz) – https://dejure.org/gesetze/BNatSchG/45.html   – zu erlassen, welche die Kriterien für die Ausweisung der Gebiete mit erhöhtem Rissaufkommen einheitlich für das ganze Land festschreibt. Auf dieser Grundlage könnten dann Gebiete ausgewiesen und nach einer einmaligen Überwindung des zumutbaren Herdenschutzes (was ist ein zumutbarer Herdenschutz?) ohne DNA-Probe artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigungen zur Entnahme von Wölfen (nach § 45 Abs. 7 Nr. 1 Bundesnaturschutzgesetz) erteilt werden.

Selbst ein ausgewiesener Wolfsexperte, nämlich Dr. Carsten Nowak, räumte in einem Vortrag im Januar in Frankfurt ein, dass sogar bei Abschüssen nach den alten Regeln mit DNA-Abgleich noch nie der richtige Wolf geschossen worden sei. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/02/11/wolfsexperte-sagt-in-deutschland-ist-noch-nie-der-richtige-wolf-entnommen-worden/

Wie viel Sinn sollte es also machen, wenn sowieso nie die „Täter“ abgeschossen worden sind. Auch zum Thema Schnellabschüsse schätzte Nowak die Lage so ein: Man könne jetzt Wölfe im Umkreis von 1.000 Metern innerhalb von drei Wochen töten, wenn sie Herdenschutzmaßnahmen überwinden. Auch wenn man nicht wisse, ob es der Richtige ist. „Man wird dann vielleicht sehen, ob es besser gelingt, die Wölfe zu kriegen. Höchstwahrscheinlich nicht, wird das nicht der Fall sein, denn ein Wolf hat ein Territorium von  etwa 200 Quadratkilometern, nahezu die Stadtfläche Frankfurt am Mains.“ Wenn er (der Wolf) an einem Tag irgendwo bei Schwanheim wäre, sei er an einem anderen Tag irgendwo bei Kalbach. Deswegen könne man sich da auf die Lauer legen, manchmal kämen die Wölfe auch wieder. Ob dies gelingen würde, das müsse man sehen.

Bauern werden also gar keinen Nutzen von Schnellabschüssen von Wölfen haben.

Wie viele Wölfe sollen also für ein solches Experiment künftig ihr Leben lassen?

Wir beurteilen diesen Beschluss als nichts anderes als einen Freibrief für Jäger, ohne Sinn und Verstand auf Wölfe zu schießen, die an bestimmten Weiden einfach nur vorbei laufen, oder sich in deren Nähe aufhalten. In nahezu jedem Wolfsgebiet gibt es Weiden, an denen Wölfe vorbei laufen müssen, weil diese in ihrem Revier liegen. Nun stelle man sich vor, dass bereits nach einem Riss, wobei wohl nicht einmal mehr festgestellt werden soll, ob durch einen frei laufenden Hund oder tatsächlich durch einen Wolf verursacht worden ist, drauf los geschossen werden darf.

Die Waffenindustrie macht Milliardengewinne mit den inzwischen über 400.000 Jägerinnen und Jägern in Deutschland. Und es werden immer mehr.

Es ist längst wissenschaftlich erwiesen, dass das Hineinschießen in Wolfsrudel nicht weniger Risse zur Folge hat, sondern eher mehr, denn Jungtiere, die ihre Eltern verloren haben, werden sich eher vermeintlich leichterer Beute, nämlich Weidetieren zuwenden, als dem für sie noch schwierigeren Jagen von Wildtieren. Werden Jungtiere geschossen, so können diese nicht mehr abwandern, sich ein eigenes Revier suchen und für die weitere Ausbreitung der Wölfe in Deutschland sorgen. Gutachten: https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-65745-4_9?fbclid=IwAR0KBsy83dVmMk4LIi9XXZ5BHBPZnjasC67kC8_HCWRMulthWe55sPJ3eqI#Sec4

Die EU und auch Deutschland und viele weitere Mitgliedsstaaten haben sich für einen strengen Schutz der Wölfe entschieden und diesen auch vertraglich vereinbart. In den Verträgen haben sich die Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet, den Wölfen eine Ausbreitung zu gewährleisten. Ein Abschießen von Jungwölfen widerspricht diesem Ziel. Es ist längst wissenschaftlich unstrittig, dass Jungwölfe spätestens im Alter von zwei Jahren ihr Elternrudel verlassen und sich auf die Suche nach einem eigenen Revier machen. Dabei wandern sie teilweise hunderte bis tausende von Kilometern.

Am zweiten Juni 2023 entsetzte Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) mit dem Zitat: „Es darf so lange geschossen werden, bis es aufhört!“ Der Beschluss sieht also vor, dass so lange geschossen wird, bis Risse aufhören, komplette Rudel sind dadurch mit dem Tod bedroht.

Dazu kommt noch, dass es in vielen Fällen gar keine Wölfe, sondern Hunde waren, die Schafe rissen. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/01/21/jagdhunde-fuer-hohe-risszahlen-verantwortlich/

Parallel zum Verordnungsverfahren wird das Land bereits weiter die von der UMK vorgegebenen Kriterien und Voraussetzungen anwenden, wenn im Einzelfall die entsprechenden Vorrausetzungen vorliegen. „Niedersachsen ist somit das erste Bundesland, das nach den Vorschlägen des Bundes handelt und das Schnellabschussverfahren umsetzt“, so Umweltminister Meyer.

Wir können uns nicht vorstellen, dass diese Vorgehensweise vor Gerichten standhalten wird.

Unsere Petition gegen Schnellabschüsse:

Hier ist der Link zur Petition: https://innn.it/wolf

 

Hier die Pressemitteilung:

https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/dialogforum-weidetierhaltung-und-wolf-neue-regeln-fur-schnellabschusse-vorgestellt-229489.html?fbclid=IwAR2w6Ai23nQ-dBkrSI2tovEof2EGOKT7pP5cwqFzenBEI4s36uKegibUk1c

Quellen:

https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/12/05/skandal-schnellabschuesse-von-woelfen-auf-umweltministerkonferenz-beschlossen/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/10/27/bitte-dringend-unterzeichnen-neue-petition-gegen-schnellabschuesse-von-woelfen/

 

Unabhängige Vereine essentiell

Es gibt in Deutschland kein einziges Institut, das wirklich regierungsunabhängig arbeiten kann, und auch Vereine und Verbände, die von der Bundesregierung Gelder erhalten, werden logischerweise eher nicht oder nur sehr moderat die Umwelt- und Tierschutzpolitik der Regierung kritisieren. Auch wenn dies vielen Experten und Regierungsorganisationen verständlicherweise nicht unbedingt gefallen mag, ist es wichtig, dass es unabhängige Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. weiter gibt. Unser Dank geht deshalb an unsere Unterstützerinnen und Unterstützer, die uns unsere unabhängige Arbeit ermöglichen.

Schon kleine, regelmäßige Beiträge, wie z. B. ein monatlicher Dauerauftrag von 5 Euro können uns helfen. Seit Vereinsgründung vor fünf Jahren standen wir ohne wenn und aber und politische Winkelzüge auf der Seite der Wölfe und wir widersprachen unerschrocken Politkern ebenso wie anderen Verbänden und wir lassen uns durch Drohungen nicht einschüchtern. Gerade in diesen schweren Zeiten ist ein Verein wie der unsere essentiell.

Wolfsschutz-Deutschland e.V.

Berliner Sparkasse

IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84

BIC BELADEBEXXX

Auch Paypal ist möglich: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

 

Wolfsexperte sagt: „In Deutschland ist noch nie der richtige Wolf entnommen worden“

Wie viel Sinn macht als0 wirklich, Schnellabschüsse einzuführen und weiter Einzelabschüsse oder Besenderungen zu befürworten? In unserem neuen Artikel gehen wir der Frage mit Expertenaussagen von Dr. Carsten Nowak im Rahmen eines Vortrages bei Senckenberg in Frankfurt nach.

Dr. Carsten Nowak, Leiter des Zentrums für Wildtiergenetik am Senckenberg-Standort Gelnhausen und verantwortlich für die genetischen Untersuchung von Wolfsproben in Deutschland gab am  in seinem Vortrag am 25. Januar einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung. Dabei ging es auch um die Arbeit zu den genetischen Untersuchungen an Probenmaterial, Wanderverhalten von Wölfen und verschiedene Wolfspopulationen, sowie Gebiete, die bestens geeignet für Wölfe wären, wie beispielsweise der Hessische Spessart. Leider beobachten wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. gerade im Spessart seit Jahren, wie Wölfe einfach „verschwinden.“ Offiziell ansiedeln konnte sich hier noch kein einziges Tier. Dabei bildet der hessische Teil des Spessarts zusammen mit dem bayerischen Teil das größte zusammenhängende Waldgebiet in Deutschland. Gerade im Spessart erleben wir sehr „organisierte“ und vernetzte Jäger, die auch Machtpositionen inne haben und die gar keine Scheu haben, ihre Wolfsfeindlichkeit auch in sozialen Netzwerken zu äußern.

Diese junge Wölfin (Ausstellungsstück im Vortrag) wurde im Spessart bei Bad Orb überfahren.

 

Im zirka 45-minütigen Vortrag gab es allerlei Spannendes zu erfahren. Unsere Vorsitzende Brigitte Sommer war vor Ort und hat sich den Vortrag angehört. Unter Quellen ist er unten noch einmal verlinkt. Dr. Nowak wollte sicherlich die Zuschauer und Zuhörer in seinem Vortrag auf die Notwendigkeit der von der Bundesregierung geschaffenen Maßnahmen im Rahmen von Wolfsmanagementplänen hinweisen. Allerdings gibt es mindestens genauso viele Argumente dagegen.

700.000 Euro Schaden

700.0000 Euro Schaden, den die Wölfe im Schnitt im Jahr verursachen, wäre kein besonderer Schaden, so Carsten Nowak bei seinem Vortrag in Frankfurt am Main. Dazu würden auch meist ungeschützte, oder nicht ausreichend geschützte Nutztiere gerissen werden.

 

Dr. Carsten Nowak, bei einem Vortrag in Frankfurt. © Brigitte Sommer Hier der komplette Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=xlrp8zelLH4

 

Es gebe Wölfe, die aber lernen würden, über Zäune zu springen. Und die, die es könnten, das würden eigentlich alle Expertinnen und Experten sagen, müssten entnommen werden, was nichts anderes bedeute als „sie tot zu schießen“. Wenn man dies täte, schütze man die gesamte Wolfspopulation. Wenn die Wölfe alle Schafe fressen würden, würden sie nicht mehr gesellschaftlich akzeptiert werden und würden irgendwann „verschwinden.“

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. kämpfen seit Vereinsgründung dafür, dass jedes Wolfsleben in Deutschland geschützt wird. Nicht aus Wolfskuschlertum oder aus Naivität heraus, sondern  auch aus einfacher Logik.

Screenshot aus dem Vortrag.
Hier noch einmal die angeblich Schaden stiftenden Wölfe nach der DNA-Analyse. Auch bei ihren Übergriffen waren die meisten Tiere eben nicht geschützt. Wenn, wie der Experte sagt, noch nie der richtige Wolf geschossen worden ist, was macht es dann für einen Sinn, jetzt einfach ohne DNA drauf los zu schießen? Screenshot aus dem Vortrag.

Das Problem

Dr. Carsten Nowak: „Wir haben es in Deutschland nicht ein einziges Mal geschafft, den Wolf, der Schafe gerissen hat, zu entnehmen,“ so O-Ton Dr. Carsten Nowak. Wolfsexperten seien keine Wolfsfreunde die sagen würden, man müsse alle Wölfe schützen, nein Experten würden sagen: „Man muss Wölfe töten!“…“es müssen aber idealerweise die Richtigen sein.“

Wenn es aber bislang  nie die Richtigen gewesen sind, machen Einzel- und Schellabschüsse doch gar keinen Sinn, sondern einzig und alleine konsequenter Herdenschutz schützt Wölfe und Nutztiere. Wolfsschutz-Deutschland e. V. plädiert seit Jahren dafür, ganz Deutschland zum Wolfsland zu erklären und überall einheitlich zu fördern, aber auch zu fordern. Sommer: „Nur Null-Wolfsabschuss motiviert wirklich zum Herdenschutz.“ Denn was haben Bauern und Wolfsgegner davon, wenn sowieso nie die „richtigen“ Wölfe abgeschossen worden sind?

Schnellabschüsse?

Steffi Lemke und das Umweltministerium hätten initiiert, dass Wölfe schneller abgeschossen werden dürfen. Sie dürften schneller getötet werden. Man könne jetzt Wölfe im Umkreis von 1.000 Metern innerhalb von drei Wochen Wölfe töten, wenn sie Herdenschutzmaßnahmen überwinden. Auch wenn man nicht wisse, ob es der Richtige ist. „Man wird dann vielleicht sehen, ob es besser gelingt, die Wölfe zu kriegen. Höchstwahrscheinlich nicht, wird das nicht der Fall sein, denn ein Wolf hat ein Territorium von  etwas 200 Quadratkilometern, nahezu die Stadtfläche Frankfurt am Mains.“ Wenn er (der Wolf) an einem Tag irgendwo bei Schwanheim wäre, sei er an einem anderen Tag irgendwo bei Kalbach. Deswegen könne man sich da auf die Lauer legen, manchmal kämen die Wölfe auch wieder. Ob dies gelingen würde, das müsse man sehen.

Bauern- und Jägeropfer Wolf

Dass Einzel- und Schnellabschüsse auch keine wirklich geeignete Lösung für die Agrar- und Jagdlobby darstellen, bemängelt ja die Lobby selbst und man arbeitet deshalb auf die erneute Ausrottung der Wölfe hin. Dass sich diese Lobby nicht mit Einzel- und Schnellabschüssen zufrieden geben wird, mit der die Bundesregierung wahrscheinlich eine Art „Scheinlösung“ schaffen will, ist absehbar. Wie viele Wölfe müssten also sterben, damit diese Lobby zufrieden sein wird? Unserer Ansicht wird nicht eine Akzeptanz größer, in dem man die Wölfe diesen Leuten zum Fraß vorwirft, nein ganz im Gegenteil wird der Ruf nach Abschüssen immer lauter werden, je mehr Abschüsse genehmigt werden, die nach Aussagen von Experten wie Dr. Nowak sowieso keinen Sinn machen. Unserer Ansicht  nach lenken Schnell- und Einzelabschüsse von Wölfen nur von den wirklichen Problemen in der Landwirtschaft ab.

Hinzu kommt, dass viele Risse nicht durch Wölfe, sondern Hunde verursacht werden.

Dass jährlich viel mehr Weidetiere durch Schlachthöfe, Krankheiten oder Vernachlässigung zu Tode kommen, scheint die Lobby auch kaum zu kümmern. Auch viele Bauern haben kein Problem damit, ihre ach so geliebten „Familienmitglieder“ auf Überseetransporte zu schicken, auf denen sie qualvoll verenden.

Problem Besenderung von Wölfen

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. beklagen seit Jahren, dass das Besendern von Wölfen, Wölfe tötet. Im Rahmen des Vortrags kam Dr. Carsten Nowak auch darauf zu sprechen. Im Film ist es allerdings nicht zu sehen. Laut Gedächtnisprotokoll von Brigitte Sommer machte Dr. Carsten Nowak auch eine Aussage zu der Besenderung von Wölfen in Mecklenburg-Vorpommern. Dort habe man das Vorhaben aufgeben müssen, da alle besenderten Wölfe tot aufgefunden worden seien, oder verschwunden seien.

Tatsächlich gibt es einen ganz aktuellen Fall bei Kirch Jesar. Dort  ist in diesen Tagen ein toter Wolf mit Sendehalsband gefunden worden. Die herbeigerufene Polizei konnte bisher keine Todesursache feststellen. Diese würde jetzt untersucht, heißt es in einem Artikel in der SVZ. Genau wie im Spessart gibt es auch in Mecklenburg-Vorpommern einen fragwürdigen Zusammenschluss von Jägern,  die sogar teilweise davon leben, massenhaft Wildtiere im Moment des Erschießens in Filmen zu präsentieren.

In seinem Vortrag klärte Prof. Nowak auch darüber auf, dass es kaum ein erforschteres und mehr überwachtes Tier in Deutschland als den Wolf geben würde. Auf diesem Erkenntnisstand müsste eigentlich auch Christian Meyer, der Niedersächsische Umweltminister (Grüne) sein. Weshalb er in Niedersachsen praktisch die vorher von ihm selbst kritisierten Pläne seines Vorgängers Lies (SPD) weiter voran treibt, erschließt sich uns nicht. In Niedersachsen wurden vor kurzem zwei Jungwölfe besendert und weitere sollen folgen. Wir bezweifeln, dass sie wirklich zu Forschungszwecken besendert worden sind, sondern vermuten eher, dass man die Daten bei Abschussverfügungen hernehmen möchte, um den Aufenthalt der Rudel zu ermitteln.

Unabhängige Vereine essentiell

Es gibt in Deutschland kein einziges Institut, das wirklich regierungsunabhängig arbeiten kann, und auch Vereine und Verbände, die von der Bundesregierung Gelder erhalten, werden logischerweise eher nicht oder nur sehr moderat die Umwelt- und Tierschutzpolitik der Regierung kritisieren. Auch wenn dies vielen Experten und Regierungsorganisationen verständlicherweise nicht unbedingt gefallen mag, ist es wichtig, dass es unabhängige Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. weiter gibt. Unser Dank geht deshalb an unsere Unterstützerinnen und Unterstützer, die uns unsere unabhängige Arbeit ermöglichen.

Schon kleine, regelmäßige Beiträge, wie z. B. ein monatlicher Dauerauftrag von 5 Euro können uns helfen. Seit Vereinsgründung vor fünf Jahren standen wir ohne wenn und aber und politische Winkelzüge auf der Seite der Wölfe und wir widersprachen unerschrocken Politkern ebenso wie anderen Verbänden und wir lassen uns durch Drohungen nicht einschüchtern. Gerade in diesen schweren Zeiten ist ein Verein wie der unsere essentiell.

Wolfsschutz-Deutschland e.V.

Berliner Sparkasse

IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84

BIC BELADEBEXXX

Auch Paypal ist möglich: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

 

 

Quellen:

https://www.svz.de/lokales/hagenow/artikel/toter-wolf-an-wasserlauf-bei-kirch-jesar-gefunden-46408655?fbclid=IwAR0UGfkeDy_18JR_bjG8Rrc_E0rjU7XPHimJ6yUeKd41-CMBeOB_9k26Yys

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Zwei-junge-Woelfe-in-Niedersachsen-tragen-jetzt-Sender,wolf4996.html

https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/01/21/jagdhunde-fuer-hohe-risszahlen-verantwortlich/

Link zum Vertrag:

https://www.youtube.com/watch?v=xlrp8zelLH4

 

 

 

Jagdhunde für hohe Risszahlen verantwortlich?

Wie kommen die hohen Zahlen an Hunderissen bei Weide- und Wildtieren zustande? Lesen Sie hier eine mögliche Erklärung in unserer neuen Reportage. Unsere Ergebnisse stellen auch die Sinnhaftigkeit von Bundesumweltministerin Lemkes (Grüne) Schnellabschüssen infrage. Außerdem zeigen wir auch wieder Zaun- und Jagdfrevel auf.

Wir zählen in der Rissstatistik Hessen 54  Verdachtsfälle von Wolfsrissen von September bis Ende Dezember 2023. Von diesen 54 Verdachtsfällen wurde 19 Mal Hund bestätigt. Wolfsgegner deuten die deutlich hohen Zahlen an Hunderissen so, als wäre das Labor des Senckenberginstituts nicht in der Lage, die Proben richtig zu analysieren. Sie stellen Analysen eines Hamburger Labors dagegen, dessen Leitung sich in der Vergangenheit deutlich Anti-Wolf geäußert hatte und das zudem gar keinen offiziellen Auftrag hat, genetisches Material auszuwerten. Der Verdacht liegt also nahe, dass hier Ergebnisse den Wunschvorstellungen der Wolfsgegner angepasst werden sollen.

Sicherlich sind auch viele unangeleinte Hunde oder auch einige tatsächlich  streunende Hunde für Risse verantwortlich. Doch die hohe Anzahl an Hunderissen in der Drückjagdsaison ist schon frappierend.

Foto:© Mohamed Hassan, Pixabay.

Jagdhunde für hohe Risszahlen verantwortlich?

Ab September fanden in den betroffenen Gebieten auch immer wieder große Drück- und Treibjagden statt. Es gab und gibt immer wieder Fälle, in denen unkontrollierte Jagdhunde Schafe und Wildtiere reißen. Im Rahmen von Drückjagden geraten Jagdhunde oft außer Kontrolle. In Kirchwald im Kreis Mayen-Koblenz (Rheinland-Pfalz) rissen Jagdhunde im Dezember 2022 während einer Drückjagd 15 Schafe. Die meisten Fälle werden der Öffentlichkeit kaum bekannt. Oft wird nach einer Drückjagd nicht ordnungsgemäß nach verletzten Tieren gesucht und Wildtiere müssen tagelang unter Qualen dahin siechen. Wir berichteten hier über eine Drückjagd mit Leikis im Wolfsterritorium Butzbach. Leikis sind berüchtigt dafür, Wildtiere anzufallen: https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/11/12/hessen-wolf-butzi-hat-jetzt-eine-gefaehrtin/

Auszug aus der Verdachtsliste

12.12.23Langgöns / Kreis GießenSchafabgeschlossen: Hund*
11.12.23Mühltal / Kreis Darmstadt-DieburgDamwild, Gatterwildabgeschlossen: Hund*
22.11.23Gutsbezirk Spessart / Main-Kinzig-KreisZiegeabgeschlossen: Hund*
20.11.23Fürth / Kreis BergstraßeRehabgeschlossen: Hund*
17.11.23Münchhausen / Kreis Marburg-BiedenkopfSchafabgeschlossen: Hund*
16.11.23Runkel / Kreis Limburg-WeilburgRehabgeschlossen: Hund*

 

14.11.23Lohra / Kreis Marburg-BiedenkopfRehabgeschlossen: Hund*
13.11.23Fürth / Kreis BergstraßeRehabgeschlossen: Hund*
13.11.23Münchhausen / Kreis Marburg-Biedenkopf2 Schafeabgeschlossen: Hund*
10.11.23Langgöns / Landkreis GießenRehabgeschlossen: Hund*
10.11.23Grünberg / Landkreis GießenRinderkalbabgeschlossen: Hund*
06.11.23Sinntal / Main-Kinzig-KreisFohlenabgeschlossen: Hund*
22.10.23Biebergemünd  / Main-Kinzig-KreisRehabgeschlossen: Hund*
15.10.23Modautal / Kreis Darmstadt-DieburgRehabgeschlossen: Hund*
10.10.23Weilrod / HochtaunuskreisRehabgeschlossen: Hund*

 

24.09.23Aßlar / Lahn-Dill-KreisRehabgeschlossen: Hund*
20.09.23Ranstadt / WetteraukreisRehabgeschlossen: Hund*
15.09.23Habichtswald / Kreis KasselHundabgeschlossen: Hund*
09.09.23Nidda / WetteraukreisRehabgeschlossen: Hund*

Fünf Fälle sind in der Verdachtsliste noch offe. Kein einziges Mal wurde von September bis Ende Dezember ein Wolf bestätigt. In den meisten Fällen war keine Artbestimmung möglich.

Ausschnitt aus der Liste der Wolfsnachweise

Wir haben hier nicht zwischen Nutz- und Wildtierrissen unterschieden. Auch so wird deutlich, wie wenig tatsächlich Wolfsrisse ausmachen.

Nur sechs bestätigte Wolfsbeteiligungen.

 

Nur neun bestätigte Wolfsbeteiligungen.

 

Ähnliche Daten aus Schleswig-Holstein

Wie aus einer Statistik des Ministeriums hervorgeht, hatte es im Jahr 2023 nur 11 Risse von Nutz- und Wildtieren gegeben, die klar dem Wolf zuzuordnen waren – dabei wurden meistens Schafe erlegt. Bei 16 weiteren Tierkörper- und Kadaverfunden konnte zudem ein Wolfsriss nicht nachgewiesen werden.

 

Hier eine Dokumentation der Schweizer Orga Hunt Watch über einen Jagdhund, der während einer Drückjagd außer Kontrolle geraten war:

 

Niedersachsen will Lemkes Schnellabschüsse umsetzen

Laut einer Meldung der dpa Ende des vergangenen Jahres, hat Umweltminister Christian Meyer  die neue Abschussregelung für Wölfe begrüßt. «Niedersachsen setzt sich seit langem für pragmatische, einfache und schnellere Entnahmen von Wölfen in Regionen mit hohen Nutztierschäden trotz bestehendem Herdenschutz ein.“

Er sei sehr erleichtert und froh, dass seine Kolleginnen und Kollegen von CDU, SPD und Grünen sich einstimmig für das von Niedersachsen befürwortete neue Modell zur Abwehr erheblicher Schäden an Weidetieren ausgesprochen haben», hieß es weiter in einer Stellungnahme.

Zukünftig sollen Wölfe, denen man Risse an Weidetieren unterstellt, ohne DNA-Abgleich rund um Weiden im Umkreis von einem Kilometer abgeschossen werden dürfen. Ein Unding, denn für sehr viele Risse sind Wölfe gar nicht verantwortlich. Außerdem öffnet diese Regelung Rissprovokationen und Wolfsanfütterungenien von Seiten der Weidetierhalter Tür und Tor. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/12/05/skandal-schnellabschuesse-von-woelfen-auf-umweltministerkonferenz-beschlossen/

Hier unsere Petition gegen Schnellabschüsse: http://www.innn.it/wolf

 

Bei mehr als einem Viertel der Fälle gilt der Wolf als nicht nachgewiesen. Quelle: Wolfsmonitoring der  Jägerschaft Niedersachsen. http://www.wolfsmonitoring.com

 

Luderplatz-Jagdfrevel im Landkreis Gifhorn. Hier leben mehrere Wolfsrudel, darunter auch das Rudel Ringelah, wo Mutter und Tochter verstümmelt abgelegt worden waren.
Solche so genannten Luderplätze, auf denen Schlachtabfälle der erjagten toten Wildtiere verwesen, sind übrigens nicht verboten. Fakt ist allerdings, dass diese Reste auch Beutegreifer anziehen. Was hat man hier vor? Der Hochsitz ist im Hintergrund zu erkennen. Eine angebrachte Funkwildkamera liefert Bilder in live sofort aufs Handy.
Hier weitere Infos zum „Wolfsripper von Niedersachsen“ der noch immer nicht gefasst worden ist, obwohl mehre Vereine, darunter auch Wolfsschutz-Deutschland e. V. Belohnungen von insgesamt 40.000 Euro ausgelobt hatten. Handelt es sich bei dem Täter etwa gar um einen „Prominenten“ aus Bauern und Jagdkreisen? Wir berichteten auch hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/10/10/wer-ist-der-wolfsripper-von-niedersachsen/?fbclid=IwAR3P1aJD8mtxA2YVOfqygJccOGBS34HApEZDStVTjNIM7L3UGOOCbYYT1-o

In zwei von drei Fällen waren Weidetiere in Hessen immer noch nicht geschützt

 

Das Wolfszentrum Hessen im Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) informierte am 04. Januar über das Neueste im hessischen Wolfsmonitoring sowie der Begutachtung von Nutztierschäden im November:

Im November haben in Hessen nachweislich drei Übergriffe von Wölfen auf Nutztiere stattgefunden. Die Fälle ereigneten sich in den Landkreisen Fulda, Lahn-Dill sowie Rheingau-Taunus. Insgesamt wurden bei den Übergriffen vier Schafe und eine Ziege getötet. Ein weiteres Schaf gilt als vermisst. In allen drei Fällen konnte Wolfs-DNA sichergestellt werden. Mithilfe der sogenannten Genotypisierung gelang es dem Zentrum für Wildtiergenetik des Senckenberg Instituts auch die einzelnen Individuen nachzuweisen. Demnach ist der Übergriff im Lahn-Dill-Kreis auf die Wölfin GW2479f (Freya) zurückzuführen. Das Tier gilt seit dem Monitoringjahr 2022/2023 in dem Bereich als sesshaft. Wir berichteten vor Kurzem wie in diesem Revier ein Rehkadavader unter mysteriösen Umständen auf einer Schafsweide landete: https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/01/14/taeuschen-abzocken-moralisieren-und-drohen-die-tricks-der-agrarlobby/

Unterwegs im Spessart auf Spurensuche mit Liv.

Im Rheingau-Taunus-Kreis wurde die Wölfin GW3059f nachgewiesen. Sie ist ein Nachkomme aus dem Territorium Rüdesheim, in welchem seit 2020/2021 ein Wolfspaar sesshaft ist. Das Paar hat im Jahr 2022 den ersten hessischen Wolfsnachwuchs bekommen. Im Landkreis Fulda wurde das Wolfspaar GW3222m und GW3092f  (Frigga und Anton) zum wiederholten Male an einem Nutztierschaden nachgewiesen. Das Paar wurde schon mehrfach in der Grenzregion Hessen- Bayern genetisch erfasst. Hessen und Bayern hatten zudem auch Schießgenehmigungen auf das Paar ausgestellt, ein Gericht fegte diese jedoch kurze Zeit später vom Tisch. Wir berichteten auch hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/11/21/wolfsschutz-deutschland-e-v-alarmiert-frigga-und-anton-von-illegalter-toetung-bedroht/

Laut HLNUG waren in zwei der drei Fälle die Tiere zum Zeitpunkt des Übergriffs nicht ausreichend geschützt.

 

 

Ungeschützte Weide bei Biebergemünd

 

Zaundokumentation über eine Weide bei Biebergemünd im Spessart in Hessen. Zuvor wurden hier ganz in der Nähe zwei tote Schafe einem Goldschakal zugeordnet.

14.10.23Biebergemünd / Main-Kinzig-Kreis2 Schafeabgeschlossen: Goldschakal*

Wir glauben nicht, dass der Goldschakal das Schaf gerissen hatte, sondern glauben eher, dass er an dem bereits toten Schaf nachgesorgt, d. h. Aas gefressen hatte. In der Nähe von Biebergemünd wurden auch schon Wölfe nachgewiesen. Hier eine Zaunsituation, die leider beispielhaft für den gesamten Spessart ist. Vorne sehen die Zäune nahezu perfekt aus, aber an den Seiten sind große Lücken.

Hier Bilder von dieser Weide ein paar Tage zuvor, mit Schafen

Die gleiche Weide ein paar Tage zuvor am 26. November 2023 mit Schafen.

 

Hier ist zu erkennen, wie niedrig der Wilddraht auf dem Nachbargrundstück ist. Zwischen dem Nachbargrundstück und der Weide ist nur das Bächlein und kein weiterer Zaun.

 

Blick vom Nachbargrundstück auf der linke Seite auf das Weidegrundstück Zwischen den beiden Grundstücken befindet sich lediglich ein Bach. Der niedrige Wilddraht kann leicht überklettert werden.

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. fordern, dass es endlich möglich gemacht werden muss, Weidetierhalter nach Rissen, endlich mit Strafzahlungen für Nachlässigkeiten und geplante Rissprovokationen verantwortlich zu machen.

 

Quellen:

https://www.sueddeutsche.de/wissen/umwelt-kiel-woelfe-in-schleswig-holstein-ein-emotionales-problem-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-240109-99-537848?fbclid=IwAR0hSbk6AuhY6qh3riAlUch8yRufB9YJI5XQvrrkrCls2ig3bnORX6zRgiU

https://www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/archiv

https://www.wildtierschutz-deutschland.de/single-post/jagdhunde-reissen-schafe

https://www.zeit.de/news/2023-12/01/land-will-schnellabschuss-problematischer-woelfe-umsetzen

https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/umk-wolf-227680.html

Wir freuen uns über Unterstützung

Es ist leider Fakt, dass der Schutz der Wölfe in Zukunft wohl immer mehr über Gerichte und Anwälte durchgesetzt werden muss. Deshalb brauchen wir auch dringend finanzielle Unterstützung. Unser Verein wird nicht staatlich gefördert, was uns zum einen tatsächlich auch sehr unabhängig macht, zum anderen aber natürlich auch unsere finanziellen Möglichkeiten begrenzt.

Schon kleine, regelmäßige Beiträge, wie z. B. ein monatlicher Dauerauftrag von 5 Euro können uns helfen. Seit Vereinsgründung vor fünf Jahren standen wir ohne wenn und aber und politische Winkelzüge auf der Seite der Wölfe und wir widersprachen unerschrocken Politkern ebenso wie anderen Verbänden und wir lassen uns durch Drohungen nicht einschüchtern. Gerade in diesen schweren Zeiten ist ein Verein wie der unsere essentiell.

Wolfsschutz-Deutschland e.V.

Berliner Sparkasse

IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84

BIC BELADEBEXXX

Auch Paypal ist möglich: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

 

Eskaliert die Streitkultur wirklich erst jetzt?

Er erhalte Morddrohungen von Wolfsfreunden, berichtete der Niedersächsische Umweltminister Meyer (Grüne) der NOZ.  Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) stellt ebenfalls Strafanzeige wegen Wolfs-Fake-News von Gegnern, während der Jurist der Deutschen Jagdzeitung den Wolf gleich zur Hölle wünscht. Verfolgt man die mediale Berichterstattung könnte man meinen, dass wirklich beide Seiten eskalieren. Doch ist dies wirklich so?

Christian Meyer zur NOZ: „Wüste Beschimpfungen sind an der Tagesordnung, und ich habe auch erst vorige Woche wieder eine Morddrohung bekommen“, sagte der Grünen-Politiker der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Er habe den Vorgang bei der Staatsanwaltschaft angezeigt….„Wenn Wölfe entnommen werden, werden auch Sie entnommen“, hätte die Drohung gelautet.  Weiter: „Was mich wirklich erschüttert, ist die Hetze zwischen Wolfsschützern und Wolfsgegnern, die gerade in anonymen Internetforen ihren negativen Höhepunkt erreicht. Es gibt kaum ein Thema, das so eine emotionale Verhärtung mit übelsten Beleidigungen aufweist. Ich werbe da sehr um verbale Abrüstung und Rückkehr zur Sachlichkeit und Dialog.“

Wolf, Grauwolf, Wolfsschutz-Deutschland
Da staunt selbst der Wolf. Foto: Brigitte Sommer

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. distanzieren uns von jeglicher Gewalt und Drohungen. Egal gegen wen. Dies ist niemals eine Lösung. Allerdings könnte das eigene Verhalten des Umweltministers dazu beigetragen haben, das viele Menschen Wut und Frust auf seine Politik und die seiner Partei entwickelt haben. Dies deuten wir lediglich als Erklärung, aber nicht als Entschuldigung. Christian Meyer hatte sich nämlich höchstselbst vor der Wahl in Niedersachsen mit diversen Wolfsfreundinnen und Wolfsfreunden ablichten lassen und er war sogar Mitglied in einer Wolfsgruppe bei Facebook und warb dort um Stimmen für die Wahl. Ob er missverstanden wurde, wissen wir nicht. Viele Menschen waren jedoch der Ansicht, dass Wolfsabschüsse mit Christian Meyer als Umweltminister der Vergangenheit angehören würden. Nun schien der Minister nach der Wahl umzuschwenken, was viele, die ihn gewählt hatten, wohl sehr enttäuscht hatte.

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. warnten schon vor der Wahl vor all zu viel Enthusiasmus, was uns teilweise auch wüste Beschimpfungen – auch von Wolfsfreunden – einbrachte. Die Grünen und auch der neue Minister haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie nicht generell etwas gegen Abschüsse haben, sondern es nur um deren Geheimhaltung ging. So wurde auch in Brandenburg unter einem grünen Umweltminister geheime Jagd auf Wölfe gemacht und in Thüringen ließ eine Umweltministerin der Grünen Wolfsmischlinge töten, einfach nur, weil sie Mischlinge waren und ansonsten kerngesund.  In Schleswig-Holstein, auch dort ein Umweltminister der Grünen, soll der Wolf jetzt auch ins Jagdrecht.

Ob die Drohung wirklich als Morddrohung zu werten ist, wird die Staatsanwaltschaft entscheiden müssen. „Wenn Wölfe entnommen werden, werden auch Sie entnommen“, könnte auch so gewertet werden, dass die Wahlurne damit gemeint sein könnte.  Konkret, dass der Schreiber der Drohung Meyer nicht noch einmal wählen würde. Immerhin kann der Umweltminister darauf hoffen, und dies zurecht, dass überhaupt gegen den Drohenden ermittelt wird. Dies ist leider nicht immer der Fall. Auch wir von Wolfsschutz Deutschland e. V haben leider reichlich Erfahrungen mit Drohungen gesammelt und oft sah die Polizei keine konkrete Gefahr und machte darauf aufmerksam, dass im Grunde erst etwas passieren müsse oder die Staatsanwaltschaft nahm erst gar keine Ermittlungen auf, weil dies eine Auslegungssache sei. Der Grad zwischen Meinungsfreiheit und Beleidigung ist schmal, was auch die Politikerin der Linken, Sawsan Chebli auf den Gedanken brachte, eine Petition auf Change gegen Hass ins Leben zu rufen: https://www.change.org/p/gegen-hass-und-hetze-im-netz

Knapp 36.000 Menschen haben die Petition bislang unterschrieben. Während Prominente noch einen gewissen Schutz genießen, sind ganz normale Tier- und Umweltschützer Mobbern und Stalkern oft ausgeliefert. Fehlt es an Argumenten, bleibt oft nur noch die persönliche Beleidigung. Doch nicht nur das, man will die Person psychisch und physisch vernichten. Dabei machen sowohl die mit, die ihren Hass einfach nur anonym ausleben wollen, als auch die, die dafür bezahlt werden, vermeintliche Gegner bestenfalls mundtot zu machen. Doch bei Drohungen bleibt es oft nicht. Immerhin gab es in unserem Fall in diesem Jahr eine Verurteilung wegen Nötigung unserer Vereinsvorsitzenden sowie einer Aktiven mit Geldstrafe. Androhung von Prügel ist an der Tagesordnung, nicht nur im Netz, sondern auch im echten Leben. Und nicht erst aktuell, wie Christian Meyer meint, sondern seit Jahren schon. Und weniger prominente Personen dürfen hier auch nicht mit öffentlicher Unterstützung rechnen. Unsere Vorsitzende solle den B-Day noch genießen, es käme aber der D-Day, ist sicherlich ähnlich zu werten wie die Drohung gegen den Minister. Auch sein Vorgänger Lies (SPD) beschrieb bereits Morddrohungen.

Doch sind Wolfsschützer wirklich genauso aggressiv wie die Gegnerschaft?

Wir meinen Nein. Denn im Gegensatz zu Naturfreunden hat die Gegnerschaft oft freien Zugang zu Waffen und Munition, noch sitzen sie überdurchschnittlich oft in Machtpositionen. Jedes Jahr erscheinen Berichte in den Medien über das Eskalieren von Jägern, die Nachbarn oder Ehefrauen umbringen oder sich gar versehentlich selbst erschießen.

Den Vogel ab, schoss ein Jurist, der bereits im Februar in einem Meinungsartikel in der Deutschen Jagdzeitung Tipps gab, die aufhorchen lassen.

„Zur Hölle mit ihm!“

„Meinetwegen soll der Grauhund zur Hölle fahren!“ Darf ich das sagen? Ja, darf ich! Mein Beruf nimmt mir nicht das Recht auf freie Meinungsäußerung, und es ist vollkommen egal, ob mir PETA oder völlig verwirrte Wolfsschmuser die Pest an den Hals wünschen. Als Jäger, Hundeführer, Hobby-Tierhalter und Nicht-Verbandsfunktionär muss ich nicht „mit den Wölfen heulen“ und geheuchelte Durchhalteparolen im Sinne von „Die Kreisjägerschaft XY begrüßt die Wiederkehr des Wolfes“ nachbrabbeln.

Nein – immer wenn ich irgendwo lese, dass einer der Grauen auf der Autobahn zu Brei gefahren wurde, huscht ein Lächeln über mein Gesicht. Doch der Straßenverkehr allein wird die fortschreitende Bestandsexplosion dieses jagdlichen Mitessers nicht aufhalten. Warum also nicht einfach zur Büchse greifen? Ganz einfach: Weil es (noch) nicht legal ist. Ganz verboten ist es allerdings auch nicht …“ so der Jurist. Harter Tobak, der aufzeigt, wie unangreifbar sich die Machtelite selbst einschätzt.

Auch Strafanzeige gegen Wolfshasser

Strafanzeige stellte auch Agrarminister Till Backhaus, Agrarminister in Mecklenburg-Vorpommern. Hier ging es um eine Lügengeschichte um einen angeblichen Biss eines Wolfs, der sich als Hund entpuppte. Das Ergebnis wollten besonders Uneinsichtige nicht hinnehmen und beleidigten und bedrohten den Minister. Der stellte nun Strafanzeige. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/05/02/fixe-fakten-die-schlimmsten-fakegeschichten-ueber-woelfe/

Und wie weiter?

Wir können nur den Rat erteilen, sich nicht auf das niedrige Niveau dieser Hater zu begeben, sich aber auch keinesfalls einschüchtern zu lassen und weiterhin beim Auf- und Angreifen durch Argumente zu bleiben. Hass und Gewalt sind niemals eine Lösung. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. werden jedenfalls weiter eine starke Stimme für den Wolf und gegen Lobbyismus, egal von welcher Seite, bleiben. Gewaltandrohungen und Beleidigungen verfangen sich daher nicht.

 

Unser Verein wird nicht staatlich unterstützt, deshalb sind wir auf Spenden angewiesen. Ein monatlicher Beitrag  von fünf Euro in einem Abo hilft uns sehr, unsere Reportagen auch weiterhin werbefrei anbieten zu können und auch unsere aktive Arbeit in den Wolfsgebieten kann weiterhin stattfinden.

Wolfsschutz-Deutschland e.V.

Berliner Sparkasse

IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84

BIC BELADEBEXXX

Auch über Paypal sind Spenden möglich. Hier der Link: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

 

Quellen:

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Streit-um-Wolf-eskaliert-Umweltminister-erhaelt-Morddrohung,morddrohung112.html

https://www.svz.de/deutschland-welt/mecklenburg-vorpommern/artikel/zorniger-minister-backhaus-stellt-anzeige-wegen-wolfs-fake-44911350?fbclid=IwAR2YCYp0ZoTAM6Mbtz_kAwTAlL3Erb2QZO5R6Di14cCoEonRyO872FaJq40

https://www.sueddeutsche.de/panorama/kriminalitaet-hannover-morddrohungen-gegen-umweltminister-lies-wegen-wolfsjagd-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-200131-99-716302?fbclid=IwAR0ukSQGW_vLYmCZ5FXfJtIxGQZlYYWqL-raArlAfrZY_bTJlsrKqbpz2mQ

https://djz.de/notwehr-gegen-wolf-handlungsempfehlungen/?fbclid=IwAR1uvrq6Baxf7NAlY_o5o8KfWN_rGw7Fb3ryAlItgC-585_d1fsF3QPKwSU

https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/11/16/geheime-wolfsjagden-auch-in-brandenburg/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/03/16/thueringen-wolfsmischlinge-kaltbluetig-erschossen/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/06/09/bundesumweltministerin-lemke-es-darf-so-lange-geschossen-werden-bis-es-aufhoert/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/12/10/gw-950m-soll-sterben-wolfsabschuesse-in-niedersachsen-gehen-mit-den-gruenen-weiter/

https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Wolf-soll-ins-Landesjagdrecht-Schleswig-Holsteins-aufgenommen-werden,wolf4818.html?fbclid=IwAR2NnMI2w4gjiOlC0-I9Nn07YqNSAj-L_H5cYleLzPw9oShZtxTykscf06U