Allgemein

Nazijargon: Herr Wotschikowsky spricht von möglicher „Endlösung“ für das Cuxhavener Rudel

Veröffentlicht am
Der Artikel in seiner ursprünglichen Version mit „Endlösung“.

 

Es ist schon erstaunlich, wie sich so mancher angeblicher „Wolfsschützer“, der so hoch gelobt wurde, plötzlich outet als einer, dem der Schutz der Wölfe in Deutschland doch nicht so wichtig ist. Ulrich Wotschikowsky hat den Bogen  in seinem Beitrag auf seiner Website überspannt. Sprachlich hat er den Knüppel aus dem Sack geholt und kräftig gegen Wölfe losgezogen.

Schon der Textinhalt deutet darauf hin, dass Herr Wotschikowsky kein echter Wolfsfreund sein kann, der den Schutz dieser Tiere verteidigt. Dass er in seinem Beitrag über den Tierfilmer Andreas Kieling herzieht, mag verständlich sein, schließlich hatte das ZDF nicht ihn, sondern Andreas Kieling eingeladen. Was Ulrich Wotschikowsky allerdings gegen Ende seines Beitrags schreibt, das hat uns schon stutzig gemacht. Er hat den Begriff Wölfe eindeutig mit Holocaust in Verbindung gebracht und üblen Nazijargon benutzt.

Zitat aus dem ursprünglichen Artikel: „Es wird nicht billig, aber man muss Farbe bekennen in Hannover. Noch ist es nicht so weit, dass man eine „Endlösung“ für das Cuxhavener Rudel in Erwägung ziehen muss – aber wenn sich bei nüchterner Überlegung herausstellt, dass es dort mit Wölfen nicht geht, dann muss auch die Frage erlaubt sein, ob man das Cuxhavener Rudel nicht besser eliminieren sollte.“

Der Beitrag wurde in den einschlägigen Sozialen Medien so gut wie nicht geteilt, obwohl Herr Wotschikowsky sonst ja immer gerne genommen wird. Vielleicht lag es auch daran, dass sich so mancher doch am Inhalt und an der Sprache störte, mit der Ulrich Wotschikowsky  sich da bedient hatte.

Irgendwann, nachdem wir diesen Artikel bei uns in der Wolfsschutzgruppe gepostet hatten, verschwand plötzlich die Formulierung von der „Endlösung“ in Wotschikowskys Artikel.  Natürlich haben wir auch einen Screenshot vom ursprünglichen Text gemacht, der eindeutig belegt, wie die erste Textfassung aussah (siehe Bild oben).

Da war die „Endlösung“ verschwunden.

 

Das war nicht die erste verbale Entgleisung von Herrn Wotschikowsky. Auf einer Infoveranstaltung zum Thema Wolfshybriden in Sachsen soll er geäußert haben, dass man diese Hybriden alle „euthanasieren müsste“.

Hier geht es übrigens zum geänderten Artikel von Herrn Wotschikowsky:

http://woelfeindeutschland.de/techtelmechtel-mit-dunja/

Allgemein

Der Wolf in Deutschland

Veröffentlicht am

DSC_1295kopf
EuropŠischer Wolf.
DSC_0876cr
cropped-DSC_1787klcr.jpg

Der Wolf ist zurück! Seit der Jahrtausendwende gibt es bei uns in Deutschland wieder frei lebende Wölfe. Sie leisten einen wertvollen Beitrag zur Gesunderhaltung von Wäldern und Wildtierbeständen. Wölfe brauchen keine reine Wildnis. Sie kommen in unserer Kulturlandschaft in Deutschland sehr gut zurecht. Insgesamt leben hier nach Schätzungen 47 Rudel, 24 Paare und vier Einzeltiere. Die meisten Wölfe leben in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Niedersachsen. Eingewandert sind sie aus Polen.

Sie sind nicht ausgewildert worden, wie immer wieder behauptet wird. Gefährlich für Menschen sind sie nicht. Nur einmal zum Vergleich: die meisten Menschen kommen hier durch Verkehrsunfälle, Unfälle im Haushalt oder schwere Krankheiten ums Leben. Sogar Kühe können gefährlich für Menschen werden. In den ganzen Jahren gab es keinen einzigen Angriff auf Menschen. Wölfe leben, genau wie wir Menschen in Familienverbänden. Eine Familie besteht aus dem Rüden, der Fähe und den Welpen des vorherigen Jahres, die mit bei der Aufzucht ihrer neuen, kleinen Geschwister helfen. Im Alter von zirka zwei Jahren wandern junge Wölfe ab, um eigene Partner zu finden und eigene Familie zu gründen. Dabei legen sie weite Strecken zurück. Besonders im Spätwinter werden viele dieser Jungtiere gesehen. Angeblich würden Wölfe ihre Scheue verlieren, heisst es. Das stimmt nicht. Es sind Jungtiere, die wie menschliche Teenager auch, noch nicht über die Erfahrung verfügen, sich klug zu verhalten. Dabei nutzen sie, um voranzukommen gerne unsere Wege und Straßen. Sie sind nicht an uns Menschen interessiert.

Die Bildung von Riesenrudeln ist ein Märchen

Sie kennen Autos und Traktoren, sind aber nicht in der Lage, die Fahrzeuge sofort mit uns Menschen in Verbindung zu bringen. Es sind diese Jungtiere, die immer in der Presse auftauchen und bei denen vehement Abschüsse gefordert werden. Dabei kommen die meisten von Ihnen schon im Straßenverkehr oder Wilderei zu Tode. Alttiere sieht man so gut wie nie. Sie besetzen ein großes Revier, das sie auch nach außen hin gegenüber anderen Wölfen und Rudeln verteidigen. So ist ausgeschlossen, dass sich Wölfe unkontrolliert vermehren. Auch die Bildung von Riesenrudeln ist ein Märchen.

Die Aufgabe unseres Vereines besteht darin, darüber aufzuklären, dass wir und die Wölfe problemlos miteinander leben können. Wölfe ernähren sich zu einem Großteil von Rehen, Hirschen, Wildschweinen und weiteren Wildtieren. Pferde und Kühe gehören nicht in ihr Beuteschema, denn Wölfe riskieren nicht ohne Weiteres, bei einem Angriff durch wehrhafte Beute selbst verletzt zu werden.  Ungeschützte Schafe können allerdings zur Beute werden. Hier gibt es spezielle Zäune und/oder auch Herdenschutzhunde, die in Kombination einen perfekten Schutz bieten.

Wilderer töten Wölfe

Ein weiteres Problem ist die Wilderei. Viele Wolfshasser sprechen in Facebookgruppen ungeniert über das Abschießen der Wölfen. Zum Jargon dieser Leute gehören Abkürzungen wie S.S.S (schießen, schaufeln, schweigen). Sie würden am liebsten jeden Wolf beseitigen, der durch unsere Wälder und Fluren zieht. Auch die Wilderei ist ein großes Problem, denn Wölfe aus Italien werden in Österreich, der Schweiz, aber auch in Baden-Württemberg, Bayern durch Wilderei am Zuwandern gehindert. Gerade gibt es einen aktuellen Fall in Baden-Württemberg. Ein Wolf wurde mit einer Brustverletzung in einem See gefunden. Der Fall wird gerade untersucht. Ob es sich um Wilderei handelt, wissen wir noch nicht. Sobald die Ergebnisse der Untersuchung vorliegen, werden wir hier berichten. Notfalls werden wir auch klagen gegen die, die Wölfe abschießen wollen und die, die ihn bejagen.


Hier klicken und Mitglied werden! 

Natürlich freuen wir uns auch über Spenden! Wer uns unterstützen will, bitte hier klicken!

Allgemein

Zu Besuch bei wölfischen Superstars

Veröffentlicht am

Unsere Wölfe sind Filmstars!“

Wir befinden uns inmitten einer Schweizer Bergkulisse. Ein Wolf nähert sich mit leisen Schritten Kindern, die Ziegen hüten. Dann fletscht er bedrohlich die Zähne. Sind die Kinder in Gefahr? Im Film „Schellen Ursli“ schlägt ein kleiner Junge den Wolf mit seiner Stimme in die Flucht. Was in dem Kinofilm spannend und gefährlich wirkt, ist in Wirklichkeit die schauspielerische Glanzleistung der Filmwölfin Lobine. Sie ist ein American Wolfdog; und sie hat Ursprungsahnen wie der Wolf der mit Kevin Costner in dem berühmt gewordenen gleichnamigen Film tanzt.  „Allerdings fletscht Lobine nicht wegen den Kindern die Zähne, sondern weil sie unsere Tschechoslowakische Wolfshündin nicht mag. Wir bringen sie in ihre Nähe, und zeigt Lobine den Ausdruck,“ verrät Miguel (43) den Trick. „In Wahrheit ist Lobine sehr menschenbezogen, und sie mag auch Kinder sehr.“ Damit diese Szene so echt im Film aussieht, ist viel Training notwendig. Zirka 20 Minuten am Tag lernen die Tiere auf Kommando zu rennen, auf Kisten zu springen und auf einem Stein, dem so genannten Target, ruhig stehen zu bleiben.

Daniela im Training mit den Jüngsten. Lopane (ganz links) soll auf dem Stein sitzen bleiben. Belohnt wird mit Leckerli.

„Unsere Tiere erleben das Training allerdings wie ein Spiel und sie werden mit Leckerli belohnt,“ erklärt Daniela weiter. „Für den Kinderfilm lebte unser ganzes Filmtierrudel ein halbes Jahr mit den Schauspielern und den Machern des Films zusammen. Immer mit dabei: Ihr Wolfsmobil, ein Bus, den das Paar so umgebaut hat, dass die Wölfe gefahrlos zu den Filmsets reisen können. Mittlerweile sind sie sogar Europaweit unterwegs. Lobine, Lobeline und Co. spielen in Bibi und Tina, Tatort, Tschick, die dunkle Seite des Mondes und in vielen anderen Streifen mit. Auch für Shootings werden sie gebucht. Lobine stand auch schon mit Veronica Ferres und Maria Furtwängler vor der Kamera.  „Anfangs spielte Lobine in Schellen Ursli ihre Szenen noch an der Leine, später sogar ohne.“ Angst, dass sich Lobine unerlaubt vom Set entfernt, hatte Miguel damals überhaupt nicht. „Lobine ist ein echter Profi und sie hat ein absolut ruhiges und offenes Naturell, von dem auch unsere Nachwuchsstars profitieren.“ In einer anderen Szene macht Lobine einen Satz über die Kinder hinweg. „Das würde ein Wolf nie tun. In Wirklichkeit ist Lobine auf eine Kiste gesprungen, und auf der anderen Seite wieder herunter.

Daniela und Miguel leben mit ihren tierischen Filmstars bei Hannover. Dabei ist alles dem Wohlbefinden der Tiere untergeordnet. Das Gartenareal ist in zwei große Gehege untergliedert in der die Familienmitglieder des Rudels untergebracht sind, wenn Daniela und Miguel nicht zu Hause sind. „Normalerweise dürfen sie aber bei uns freilaufen. So kommt es auch, dass ein Wolf auf dem Sofa Platz nimmt. Was für andere Leute außergewöhnlich ist, erleben wir als ganz normal.“ Daniela arbeitet als Künstlerin und hat sich auf dem Familienanwesen eine Galerie aufgebaut. Viele ihrer Werke haben das Thema Wolf als Schwerpunkt. Für die Haltung seiner Tiere brauchte Miguel eine besondere Genehmigung und auch die Nachbarn mussten einverstanden sein. „Unsere Tiere leben wie Wölfe in einem Familienverband. Mit einem Unterschied. Normalerweise wandern Jungwölfe ab und eine neue Familie zu gründen. Bei uns leben drei Generationen friedlich unter einem Dach.“

Sofawolf Lobine.

 

Der Informatiker und Geologe und seine Frau leben inzwischen von den Filmgagen, die ihre Tiere einbringen. Reich werden sie durch ihren Beruf allerdings nicht. „Wir haben unsere Leidenschaft für die Tiere zum Beruf gemacht. Und sie danken es uns jeden Tag mit ganz viel Liebe.“ Sieben American Wolfdog und ein Tschechoslowakischer Wolfshund bekommen täglich hochwertiges Trockenfutter sowie ein Kilo frisches Fleisch mit Knochen pro Tier. Für Wölfe hatte das Paar schon immer ein Faible. „Es sind faszinierende Beutegreifer, die sich auch einen Platz in unserer Natur mehr als verdient haben. Freilebende Wölfe sind für Menschen nicht gefährlich. Auch in Deutschland nicht. Eher ist es umgekehrt. Naturentfremdung und mangelnder Wille die Tiere zu dulden, führen dazu, dass noch immer Wölfe illegal abgeschossen werden. Obwohl der Wolf europaweit zu denen am strengsten geschützten Tieren gehört. Dabei müsste doch inzwischen jeder wissen, das Rotkäppchen lügt,“ klagt Daniela an. Studien ergeben sogar, dass Wölfe ganze Regionen positiv verändern können. Wie am Beispiel des Yellow Stone National Park. In den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts werden dort mit großem Erfolg Wölfe ausgewildert, um gegen Waldschäden vorzugehen.

Daniela (36) mit Lobine (8)

 

So hoffen Miguel und Daniela mit ihren Tieren auch etwas zum Image von Wölfen beitragen zu können. „Wir können auch in Deutschland mit wilden Wölfen leben, wenn wir es nur wollen.“ Wie kamen die beiden auf die Idee ihre Tiere zu Filmwölfen auszubilden? „Früher wurden oft Schäferhunde oder Tschechoslowakische Wolfshunde für Filmeinsätze genommen. Leider wirkten diese Tiere oft nicht wie echte Wölfe. So kamen wir auf die Idee, mit unseren American Wolfdogs zu arbeiten, genauso wie es die Vorbilder in Hollywood machen. Diese Tiere haben einen Prozentsatz von 75% bis über 95 % Wolfsanteil und sind vom Wolf nur noch schwer zu unterscheiden. Wolfsdogs sind manchmal umgänglicher als normale Wölfe. Sie haben deshalb auch keinen Stress bei den Aufnahmen.“ Daniela und Miguel sorgen auch für einen Ausgleich zur Arbeit am Filmset. „Wenn wir nach dem Job durch sind mit ihnen, gehen wir ganz normal mit ihnen spazieren, dabei wirken unsere Stars (fast) wie ganz normale Hunde.“ Mehr über die Topstars auf vier Pfoten gibt es auf www.filmwoelfe.de

Miguel und Daniela beim Gassigehen,

 

 

 

 

Unterwegs

Zu Besuch im Wolfspark Werner Freund in Merzig

Veröffentlicht am

„Auhuuuuuuu…“ Das Rudel Polarwölfe kommuniziert seine Zusammengehörigkeit. Mitten drin im Rudel sitzt Tatjana Schneider. Die Wölfe heulen mit ihr und sie mit ihnen. Darum herum ist kein weiterer Laut zu hören. Alles befindet sich im Gleichklang, pure Harmonie, echtes Gänsehautgefühl. Dabei polarisiert kaum ein Tier in Deutschland so sehr wie der Wolf. Die einen fürchten, die anderen lieben ihn. Tatjana arbeitet seit mehr als zwanzig Jahren mit und für Wölfe. Im Wolfspark in Merzig, dessen Leitung sie nach dem Tod des bekannten Wolfsforscher Werner Freund  Jahr übernommen hat, leben 24 dieser stolzen Tiere, darunter die weißen Polarwölfe, schwarze Timber- und graue Europäische Wölfe. Sie hat tagtäglich hautengen Kontakt zu den einzelnen Rudeln. Alle Elterntiere sind per Hand aufgezogen, damit sie ihre natürlich Scheu vor dem Menschen verlieren. Mit ihren wilden Vertretern in der Natur sind sie deshalb vom Verhalten her nicht zu vergleichen, auch wenn sie außerhalb ihres Geheges wieder scheu sein würden. Wilde Wölfe sind scheu und weichen dem Menschen aus. Handaufgezogene Wölfe haben diese Scheu nur gegenüber ihren menschlichen Adoptiveltern nicht. „Wölfe sind keine aggressiven Tötungsmaschinen, sondern faszinierende Beutegreifer, deren Sozialleben dem unseren so ähnlich ist. Auch sie leben in Familien, auch sie sorgen für ihre Jungen, auch sie kommunizieren miteinander. Doch im Gegensatz zum Menschen tötet ein Wolf nur, wenn er Hunger hat.“

Tatjana Schneider (48)

 

Neben Reh, Wildschwein und Co. fressen sie auch Schafe, die nicht ausreichend geschützt sind. Genau da treten die größten Probleme auf. Viele Schaf- und Nutztierhalter sind nicht bereit, ihre Gehege wolfssicher zu machen. Dabei gibt es zahlreiche Möglichkeiten: Von Herdenschutzhunden bis hin zu speziellen Zäunen. Von vielen Bundesländern gibt es dazu sogar Unterstützungen, bzw. auch Entschädigungen. 70.000 Euro flossen im vergangenen Jahr an Betroffene. Auch ehrenamtliche Helfer engagieren sich im Herdenschutz.

Dabei verursachen Wölfe geringe Schäden. Zum Vergleich. Die Kirschessigfliege verursachte 2015 Schäden von zwei Millionen Euro. Viele Jäger, die den Wolf als Beutekonkurrenten sehen, sind nicht bereit das, Tier hier zu akzeptieren, obwohl Wölfe europaweit den höchsten Schutzstatus haben. Immer wieder kommt es zu illegalen Abschüssen. 20 Fälle sind bekannt. Auch Deutschlands erste Wölfin Einauge wurde gleich mehrmals Opfer von Wilderern. Als man das Tier nach seinem Tod untersuchte, fand man etliche Geschosse im Körper. Schüsse, die Einauge überlebt hatte. So verlor dabei sogar ein Auge, was ihr den Spitznahmen verlieht. Die Täter können so gut wie nie dingfest gemacht werden. Ob sie aus der Jägerschaft kommen ungewiss? Fakt ist aber, dass sich viele Landes- und Ortsgruppen der Jägerschaft gegen den Wolf aussprechen und entsprechende Propaganda betreiben. Sie sind bei vielen Entscheidern der Wirtschaft, bis hin in die Politik vernetzt. Politiker haben das Thema Wolf als Wahlkampfhilfe entdeckt.

EuropŠäische Wöšlfe
Brigitte Sommer bei Tatjana Schneider

Tatjana hat ein anderes Konzept als Parkgründer Werner Freund. Sie mischt sich in die Machtverhältnisse unter den Tieren nicht ein. „Für die Wölfe bin ich eine Art Tante, sie freuen sich wenn ich sie besuche, und nicht nur, wenn ich Futter bringe. Ich mische mich allerdings nicht in ihre Spiele ein. Im Laufe der Jahre ist so ein echtes Vertrauensverhältnis entstanden. Den Respekt vor ihnen verliere ich dennoch nicht. Schließlich sind es Wildtiere.“ Keine Frage, die Niederländerin hat sich mit ihrer Arbeit einen Lebenstraum erfüllt, dabei war ihr Start in den Job eher skurril. „Als ich Werner damals fragte, ob ich bei Handaufzuchten mithelfen durfte, grummelte er ein „ja“, schleppte mich aber sogleich mit in den Schlachthof. Er wollte testen, ob ich nicht nur fürs Kuscheln, sondern auch für den Alltag tauge, denn Wölfe fressen nun mal Fleisch und Mitarbeiter dürfen nicht davor zurückschrecken, kranke Tiere zu erlösen. Eine Zwergziege, die kerngesund als Wolfsfutter gespendet werden sollte, hat Werner Freund allerdings höchstpersönlich weitervermittelt,“ erzählt Tatjana lächelnd von der weichen Seite des raubeinigen Forschers. Genau wie Werner Freund, der ursprünglich Gärtner war, ist auch Tatjana Schneider eine Quereinsteigerin, hat sich ihr Wissen im Laufe der Jahre selbst beigebracht. Heute ist sie eine Koryphäe und gibt ihr Wissen an die nächste Generation weiter. Neben ihrem Engagement als Wolfsforscherin sind vor allem ihre Arbeiten als Malerin bekannt. Sie und ihr Freund Michael (37) kämpfen tagtäglich um das Image des Wolfes. So lässt die beiden auch die Diskussion um die in Deutschland wieder eingewanderten Tiere nicht kalt. „Es wird so viel Unsinn erzählt,“ erbost sich Tatjana. „In jedem Frühjahr wurden viele Wölfe gesehen. Manche Leute setzen diese Sichtungen mit mangelnder Scheu gleich. Das ist totaler Blödsinn. Die Wölfe, die man gesehen hat, waren allesamt Jungwölfe auf der Suche nach einem neuen Revier. Wie sollen sie es denn im dichtbesiedelten Deutschland hinbekommen, auf ihren Wanderungen nicht gesehen zu werden?“

EuropäŠischer Wolf.

Die Folge: Forderungen nach Abschuss wurde einem Jungwolf namens Kurti zum Verhängnis. Der Welpe hatte sich in Niedersachsen, im Gegensatz zur landläufigen Meinung, auch tagsüber sehen lassen, und er wirkte wenig scheu. Ein schwedischer Experte sollte das Tier im Frühjahr vergrämen. Doch es kam nicht dazu, weil der Wolf vor dem Wolfsschützer flüchtete, sich also doch scheu zeigte. Der Experte bescheinigte dem Jungtier daraufhin Ungefährlichkeit. Kurti wurde trotzdem am 28. April des vergangenen Jahres abgeschossen. Politiker, Landwirte und Jäger in Niedersachsen ernteten danach viel Kritik, weil sie die Angst geschürt haben sollten. Angeblich soll Kurti immer wieder Menschen erschreckt, und einen Labrador in den Po gebissen haben. Beweise? Fehlanzeige. Nicht einmal einen Nutztierriss konnte man dem Welpen nachweisen. Der prominente Tierfilmer Andreas Kieling beklagte via Facebook die Tötung von Bruder Wolf und Elli Radinger stelle in einem offenen Brief die Frage „War Kurti ein Bauernopfer? Wahrscheinlich ja.“  Doch auch die Reaktion einiger Naturschutzverbände konnten viele Menschen nicht nachvollziehen: Eine an die Öffentlichkeit gelangte Mail des Nabu an seine Mitglieder erklärte die Zustimmung zum Abschuss so: „Die Frage, ob dieses distanzlose Wolfsverhalten aus biologischer Sicht „normal“ oder „unnormal“ ist, tritt in den Hintergrund.“ Die Ängste der Menschen seien ausschlaggebend. Hunde- und Wolfsexperte Günther Bloch bezeichnete die Deutschen in einem Interview mit dem ZDF als naturentfremdet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unterwegs

Unterwegs in der Laußnitzer Heide

Veröffentlicht am

Unser Mitglied Patrick Grube war mit Tochter und Hund unterwegs um nach einem Platz für unsere Wildkamera zu suchen. Hier ist sein kurzes Feedback:

Am heutigen Tag war ich, mit meiner Tochter und unserem Familienhund Murphy, in der wunderschönen Laußnitzer Heide unterwegs. Den besten Zugang bekommt man über die B97, zwischen Ottendorf-Okrilla und Laußnitz. Es gibt dort einen kleinen Waldparkplatz vom Forstamt  Laußnitz, linksseitig in Richtung Laußnitz. Wegen des starken  Verkehrs muss man gerade mit Kindern und Hunden allerdings bei Überquerung der Straße aufpassen. Doch dann taucht man hinein, in die Natur. Vom Waldparkplatz aus, sind es ca 15 Meter zurück zum Wolfsdenkmal (Jagddenkmal). Dieses wurde für den letzten Wolf errichtet, welcher am 11.11.1740 in der Heide geschossen wurde. Wir von Wolfsschutz setzen uns dafür ein, dass es in Zukunft kein zweites Denkmal dieser Art geben darf. 

Nach einer kleinen Waldwanderung und einer leckeren Brotzeit, haben wir uns auf den Weg gemacht einige wichtige Punkte für ein eventuelles Monitoring zu suchen und auch zu finden.

Es war ein sehr schöner Ausflug trotz der hohen Temperaturen ist es im Wald angenehm kühl,  und es lohnt sich.

Herzlichst Euer Patrick Grube

Bitte helfen Sie uns, damit wir die Wölfe in der Lausitz beschützten können. Dazu brauchen wir eigene Wildkameras.

Spenden: Erzgebirgssparkasse

IBAN DE 78 8705 4000 0725 0179 88

BIC WELADED1STB

 

Fakenews

Fußt die ganze Wolfsdiskussion komplett auf Lügengeschichten?

Veröffentlicht am

23.06.17 – Die Welt brachte heute folgenden Artikel: Zitat:

Leibsch/Potsdam – Zwei Kälber sind in der Nacht zu Donnerstag bei Unterspreewald (Dahme-Spreewald) vermutlich von einem Wolf gerissen worden. Ein einwöchiges Tier sei in Leibsch mit charakteristischen Bissverletzungen auf der Weide gefunden worden, teilte der Bauernbund Brandenburg in Lennewitz (Prignitz) mit. Das Fleisch sei an beiden Hinterkeulen bis auf die Knochen abgefressen gewesen, sagte der Besitzer Frank Michelchen, der auch Wolfsbeauftragter des Bauernbundes ist. Bei mehr als fünf Kilo abgefressenem Fleisch gehe man davon aus, dass ein Wolf das Tier gerissen habe, sagte er.  Hier geht es weiter: https://www.welt.de/regionales/berlin/article165825034/Zwei-Kaelber-vermutlich-von-einem-Wolf-gerissen.html

Nicht nur die Welt sondern auch ein Radiosender und die Berliner Zeitung machen ähnlich auf.

Doch was passierte wirklich? Wir fragen nach: In Wirklichkeit ist es nicht wahrscheinlich, dass es ein Wolf war, sondern die Ursache ist unklar.

Wir fragen: Warum recherchieren die Zeitungen scheinbar nicht? Warum erzählt ein Biolandwirt derartige Geschichten?

Aktualisierung – Pressemeldung vom 05.07.17 vom LFU Brandenburg

Eine veterinärpathologische Untersuchung der beiden Kadaver habe ergeben, dass eines der Kälber an Austrocknung gestorben sei. Hinweise auf einen Riss habe es nicht gegeben. Kleinere Aasfresser hätten sich Fleisch von einem toten Kalb, das auf der Weide des Biobauern in Leibsch gefunden worden war, einverleibt.

Das zweite tote Kalb im Nachbarort Märkische Heide sei eine Totgeburt gewesen. Ein größerer Fleischfresser hat laut Gutachten von dem Kadaver gefressen. «Es kommt nur ein großer Hund oder ein Wolf in Frage», sagte Behördensprecher Thomas Frey.

 

 

 

 

Fakenews

Müssten solchen Schäfern nicht die EU-Fördergelder entzogen werden?

Veröffentlicht am
Quelle: Aus MOZ 16.06.17

Schäfer Dirk Hoffmann setzte in die Märkische Oderzeitung eine halbseitige Anzeige, die die Seite „Wolf nein Danke“ als redaktionellen Beitrag verkaufen wollte. Anzeigen in der MOZ kosten zwischen 8000 im Anzeigenblättchen und 11.000 Euro in der normalen Ausgabe.

In mehreren Zeitungsartikeln klagte der Schäfer über Geldnot wegen des Wolfes, fürchtete sogar seinen Beruf aufgeben zu müssen. http://www.maz-online.de/Lokales/Teltow-Flaeming/Schaefer-verliert-erneut-18-Tiere-an-den-Wolf

Aber für eine solche Anzeige ist Geld da?

Der Text in der Anzeige ist nicht nur hetzend, sondern auch noch komplett falsch. Weder fressen Wölfe derartige Mengen an Fleisch, noch vermehren sie sich explosionsartig. Im Gegensatz zu Wölfen sind Mufflons keine heimische Tierart. Wir waren in den Wolfsgebieten vor Ort. Von Angst in den Wald zu gehen, kann gar keine Rede sein.

Wir haben auch mit dem Amt für Umwelt und Naturschutz Brandenburg gesprochen: Der Übergriff ist gemeldet, dass es der Wolf gewesen sein sollte, ist keinesfalls erwiesen. Das DNA-Ergebnis steht noch aus. Der Hundeschutz war gegeben. Ausgleichszahlungen sind beantragt und werden erfolgen. Förderantrag auf Zäune ist gestellt und er hat z.Z. sogar Leihzäune erhalten.

Wir widersprechen

Wolfsschutz Deutschland gegen Abschuss des Wolfsmischlings

Veröffentlicht am

Wolfsschutz Deutschland gegen Abschuss des Wolfsmischlings

13.06.17 – Die Sächsische Zeitung schrieb in Ihrer gestrigen Onlineausgabe einen Artikel über Mischlinge zwischen Wölfen und Hunden im Grenzgebiet zwischen Tschechien und Deutschland. Es geht um drei Tiere, die getötet werden sollten. Einer sei überfahren worden, der andere von einem Jäger in Tschechien erschossen worden. Ein Mischling lebt noch. Im droht auch auf deutschem Gebiet der Abschuss. Laut Landesregierung und dem LUPUS Institut soll das Tier sterben.
Wir widersprechen, denn nach dem Europäischen Artenschutzgesetz sind F1-Mischlinge zwischen Wölfen und Hunden genauso streng geschützt wie reinrassige Wölfe. Seit Jahrtausenden leben Wölfe auf der Erde. Dabei kommt es immer wieder zu Vermischungen zwischen Wolf und Hund. Laut Spezialisten entstand sogar die schwarze Farbe amerikanischer Wölfe durch Hundeeinschlag. Heute sind schwarze Wölfe in den USA nicht weniger reinrassig, als ihre grauen Artgenossen. Die Natur regelt dies von alleine.
So genannte Hybriden werden meist von den reinrassigen Wölfen selbst gehindert, sich zu vermehren. Alternativ käme eine Einfangaktion mit Sterilisation infrage. Das Tier könnte anschließend wieder in die Natur entlassen werden. Wie schon beim Abschussentscheid um Pumpak machen hier Landesregierung in Sachsen und LUPUS keine gute Figur. Hier ist der Artikel mit einem Filmbeitrag.  Die http://www.sz-online.de/nachrichten/schluckenauer-woelfe-sind-mischlinge-3702848.html